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Wien

  • Warum das Quietschen der Tafelkreide nervt. Musikwissenschaftliche Untersuchungen an einem entsetzlichen Phänomen.

    Grauenhafte Geräusche. Das Kratzen von Fingernägeln auf der Tafel, das Quietschen der Kreide bevor sie abbricht. Zu Gast ist heute jemand, der an der Universität Wien untersucht, warum diese Geräusche so unangenehm klingen: der Musikwissenschaftler Christoph Reuter. Er erzählt, wie genau die Geräusche beschaffen sein müssen, damit sie nerven. Er gibt einen spannenden Einblick in seine Forschung und erzählt dabei verständlich über Resonanz, Maskierung, Tonalität und die vielen Eigenschaften von Geräuschen.

    Hintergrund:

    1) Pressemitteilung und Anlass zur Sendung

    2) Das Gerät, mit dem die physiologischen Körperfunktionen mitgeloggt wurden, ist das Nexus-10 von MindMedia (Weiterverarbeitung via Biotrace+, Excel und SPSS)

    3) Das Programm, mit dem die Stimuli bearbeitet wurden, ist “Jaco Visual Editor” von Herbert Griebel (Wien)

    4) Die Studie selbst ist ein Gemeinschaftsprojekt mit Michael Oehler von der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation Köln

    5) Link zur Website Bad Vibes, die Suche nach dem grässlichsten Geräusch

    6) Link zum Kurzbeitrag im Deutschlandfunk und DRadio Wissen

    7) Eine nette Hörerreaktion haben wir erhalten: von der Perfektion, eine Tafelkreide so richtig zum Quietschen zu bringen, schreibt Karl-Ludwig Bath, und wir dürfen freundlicherweise seine Zusammenfassung hier veröffentlichen: Kreidequietschen

  • Die Post am Wiener Westbahnhof war einmal super gut erreichbar. Beim Eingang links, von der äußeren Mariahilferstraße war es das erste Lokal, das man innerhalb des Westbahnhofkomplexes erreichte. Gut, das war in einer Zeit, da Briefe noch wichtig waren. Dann kam das wirklich üble Ausweichquartier hinten links, in der Gasgasse, wo gestern dieses Foto entstand, und nicht einen Streit habe ich dort erlebt, zwischen den angestellten Menschen und den angestellten Postbeamten.

    Heute, 2011, nach der Renovierung des Westbahnhofs und der Eröffnung der geilen Shopping-Mall, ist die Post dort, wo sie heute hingehört: unbedeutend, im hintersten Eck. Der Briefschalter dann innerhalb der Post im hintersten Eck. Geschätzte Laufzeit von der Mariahilferstraße, 20 Minuten, ein Weg. Aber das hat sich ja wahrscheinlich jemand überlegt: “der Kunde soll auf dem Weg die Angebote der anderen Geschäfte nützen können”. Und in der Post: “der Kunde soll auf dem Weg zum Briefschalter die Angebote des Post-Shops, sowie des BAWAG-Shops sowie des A1-Shops nützen können”.

    Danke, Marketing, so wird das Leben richtig einfach. Dem Stellenwert der Post angemessen, biete ich an, dass der Postbeamte nur noch einmal pro Woche kommt.

  • Nicht, dass der Schnee in der Stadt unbedingt fehlt. Aber wir erreichen langsam den Tiefpunkt der Jahreszeit. Um 14 Uhr ist es dunkel wie nie. Drei Kerzen ins Fenster und besser nicht hinaus. Oder halt in eine Konditorei.

  • Zite ist ein online Magazin, das mich gerade fragte, ob ich nicht ein Profil anlegen möchte. So könne ich meine Interessen leicht speichern und auf allen Geräten zugänglich machen. Ja gerne, warum nicht. Als “echten” Namen gab ich für mein Profil Jakob Ahrenberg ein, das war der erste Name, der mir in den Sinn kam. Jakob Ahrenberg. Warum ist mir dieser Name eingefallen? Manchmal fällt mir auch der Name Hilde Spiel ein. “Wer um alle Welt ist Hilde Spiel…?”, aber dies Person gibt es wirklich. Was ist also mit Jakob Ahrenberg, habe ich den schon mal getroffen? Wikipedia gibt Auskunft. Es gibt tatsächlich einen Johan Jacob Ahrenberg, einen finnischen Architekten, der schon längst tot ist, und dem ich auch nie begegnet bin. Der Mann hat ein exisitierendes Profil in Wikipedia, ich hatte nie etwas mit ihm zu tun, habe nie etwas von ihm gehört, und trotzdem fällt er mir ein. Vielleicht habe ich halt wirklich schon mal gelebt, und manchmal, ganz selten, dringt was durch. Auf der anderen Seite bin ich schon manchmal mit Finnair geflogen und wer weiß, was die so in ihren Bordmagazinen hatten. Oder es gibt noch eine andere Erklärung.

  • Nicht nur am Schweizer CERN gibt es einen Teilchenbeschleuniger mit österreichischer Beteiligung, sondern auch in Japan. Precision-Physics lautet das Schlagwort.

    Vorige Woche erfolgte der Startschuss für ein Upgrade des KEKB Beschleunigers in Tsukuba, in Japan, der damit zum Super-KEKB Beschleuniger in den kommenden drei Jahren umgebaut wird. Die physikalische Auswirkung der Daten erfolgt durch das Belle-II Experiment, dessen Siliziumdetektor von den Hochenergiephysikern des Hephy gebaut und betrieben wird.

    In dieser Sendung hören Sie ein Gespräch mit Christoph Schwanda, vom Hephy, über die kommende Arbeit und die Forschung in Japan.

    Buchtipp: Spiel, Physik und Spaß. Christian Ucke, H. Joachim Schlichting. Wiley-VCH. Hübsches Buch über Funktionsweise und Hintergrund von “physikalischem Spielzeug” – Physik zum Mitdenken und Nachmachen.

  • Aktuelles aus der Schule
    Plakat
  • Es gibt doch nichts Besseres für einen sonnigen Nachmittag, als mit ausgesuchten Podcasts über die Praterhauptallee zur Donauinsel zu laufen. Folgende vier großartige Sendungen habe ich am Samstag dabei gehört:

    1) SWR2 Wissen – Emilie du Châtelet (1706 – 1749): Die erste Naturwissenschaftlerin, eine Gefährtin Voltairs. Ein hingebungsvolles Portrait, mit spannender Dramaturgie und unfassbarem Ende. 30 Minuten. Link

    2) BR2 Sozusagen – Anglizismen gibt es genug im Deutschen, aber wie sieht es mit russischen Worten aus? Wolf Oschlies hat ein Buch darüber veröffentlicht und spricht mit Thomas Meyerhöfer darüber. 15 Minuten. Link

    3) ABC Radio National All in the Mind – Besuch im Sigmund Freud Museum. Ein überaus schönes Gespräch der Gestalterin Natasha Mitchell mit der Sigmund Freud Expertin Bettina Althoff. 30 Minuten. Link

    4) Dradio Wissen – Studium der evangelischen Theorie. Svenja Üing spricht über die Inhalte und Umstände des Studiums, sowie der Arbeit danach. Solche Berufsbilder sollte man hören können, bevor man studiert. 15 Minuten. Link

  • SWR2 Wissen – Emilie du Châtelet (1706 – 1749): Die “erste Naturwissenschaftlerin”, eine Gefährtin Voltairs. Ein hingebungsvolles Portrait von Marianne Thoms mit spannender Dramaturgie und unfassbarem Ende. 30 Minuten.

    Link zu SWR2-Wissen

  • Großartige Radiosendung im Programm SWR2 Wissen: Vom Atom zum Atomkraftwerk. Naturwissenschaften in der Schule. Es spricht der Kognitionswissenschaflter Ralph Schuhmacher, wie Kinder mit Experimenten und Diskurs zur Naturwissenschaften finden können. Link zur Sendung

  • Da ist wer witzig, dort oben im Norden! Der NDR-3 Erziehungsratgeber als Podcast. Am selben Tag im Fernsehen: bei Lanz im ZDF zu Gast die Rapper Bushido und Sido. Das war eine sehr schöne Sendung. Lanz muss immer “Stopp” sagen, wie zu schlimmen Kindern. Und die anderen Gäste werden nervös, weil Bushido so böse schaut und über den Bambi was anderes sagt, als erwartet wird, aber zu erwarten war.

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Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.

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Text: Zum Hintergrund (2014)

Fotos sind auch auf Instagram: lobodingbauer