Prima Schulschrift

Prima Schulschrift

Das ist die schönste Schulschrift ever. Sie nimmt Schüler:innen erstmals typografisch ernst und würdigt deren Mühe, sie zu erlernen. Von Titus Nemeth und Martin Tiefenthaler. Zu haben ist “Prima” als Download und den Wiener Bildungsserver. Wer Prima Buchstabe für Buchstabe neu übt, wird die Schönheit und Logik in ihr erkennen. Eine Freude. https://www.schulschrift.at

Spaß mit VWA: Vergleich Heuschrecke – Grizzlybär

Spaß mit VWA: Vergleich Heuschrecke – Grizzlybär

Warum ist das interessant? Heuschrecke – Grizzlybär. Was möchte man überhaupt vergleichen. Aussehen? Organe? Atmung? Andere Körperabläufe? Sozialverhalten? Nahrung, klar. Fortpflanzung. Sinnesorgane. Feinde. Freunde. Geräusche. Winterstrategien? Stellung im Nahrungsnetz. Rolle im Ökosystem. Noch etwas? Kontakt mit Menschen. Evolutionäre Aspekte (Entwicklung/Stellung im Baum des Lebens/Kladogramm).

Warum würde man das tun? Weil man diese Arbeit als Schüler:in selbst hinkriegt. Weil das noch niemand gemacht hat. Weil es Spaß macht. Und vor allem: ultralehrreich, wenn man Bücher/Literatur dazu nimmt, damit das Ganze noch mehr Tiefe kriegt.

Weitere Beispiele:

  • Fisch mit einem Pferd vergleichen
  • Kaiserschnurrbarttamarin mit einem Tausendfüßler
  • Seeadler mit Pilz
  • Baum mit einer Sonnenblume

(Idee in Kooperation mit @city.arthur)

Idee für VWA: Die zwei Seiten von Blättern

Idee für eine VWA

Blätter von Pflanzen haben eine große Oberfläche und wenig Volumen. Sie sind “Kraftwerke”, die die Energie der Sonne in die Pflanze holen (Photosynthese). Dazu verwenden sie grünes Chlorophyll. Blätter brauchen auch stabilisierende Strukturen, sonst würden sie an den Zweigen “schlabbern”. Diese Strukturen betreiben vermutlich keine Photosynthese. Auf der Vorderseite des Blatts würden sie wertvolle sonnenbeschienene Oberfläche verbrauchten. Deshalb sind sie auf der Rückseite (Hypothese). 

Jedes Blatt hat zwei Seiten mit vermutlich unterschiedlichen Aufgaben. Wie unterscheiden sich die zwei Seiten eines Blatts optisch? Was haben sie gemeinsam? Ist das bei verschiedenen Pflanzen ähnlich?

Methode zur Beantwortung dieser Forschungsfragen: Fotografieren, Kriterien definieren, Vorder- und Rückseiten beschreiben und optisch auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersuchen. 

Im Einführungsteil der VWA wird die Funktion eines Blatts und das botanische Vokabular vorgestellt. Im Hauptteil werden Blätter verschiedener Pflanzen untersucht. Was die Ergebnisse bedeuten könnten, wird im Schlussteil der Arbeit diskutiert. 

Weiterführende Frage: Wenn ein Blatt auch Gasaustausch betreibt (Sauerstoff/CO2), müsste das über Poren funktionieren, die sich gleichermaßen auf Vorder- und Rückseite befinden. Ein Mikroskop müsste das zeigen.

Kriterien für die Beschreibung von Blattseiten: 

  • Farbe
  • Glanz
  • Krümmung
  • Poren
  • Strukturen
  • Gleichförmigkeit/Zonen
  • Glatt/rauh
  • Härchen 

Idee: Es wäre interessant, zuerst selbst ein Blatt zu beschreiben, ohne nachzuschauschauen, wie man es „richtig“ macht. Als „Vorstudie“ im Skizzenblock. Dadurch versteht man dann sicher gut, wie es offiziell geht…

AI im Unterricht

Hier ist eine sehr interessante Podcastepisode eines Fotografen (Künstler), ob AI seine Arbeit bedrohen könnte. Er meint, wenn es seine Aufgabe wäre, ein Kunstwerk zu machen, vielleicht, aber seine Aufgabe als Künstler ist ein Prozess, die Welt zu interpretieren, und so gesehen absolut nicht. Das wäre dann auch für den Deutschunterricht interessant, wie sehr das Endprodukt „Text“ im Mittelpunkt steht, oder der Prozess, die Welt in Sprache abzubilden. Zweiteres wäre dann vielleicht im Schulbetrieb einen stärkeren Fokus zukünftig wert? Link zum Podcast Lenswork

Mathematikhefte

Mathematikhefte

Ich habe die jahrtausendalte Tradition von “Schul und Hausübungsheft” gebrochen: Es gibt bei mir im Mathematikunterricht:

1 “Schulheft” – dort steht drin, was wir in der Schule machen. Alles ist richtig, bis auf kleine Fehler die “offiziell” passieren. Hohes Vertrauen in Inhalt und Richtigkeit.

1 “Probierheft” – dort steht drin, was man ohne Team rechnet und probiert. Oft zuhause, manchmal zwischendurch. Es muss nicht perfekt sein; Fehler sind normal.

1 “Schön und schlau”-Heft: dort steht drin, was man vollständig verstanden hat und noch einmal wunderschön schreibt und zeichnet. Alles dort ist bekannt und richtig – höchstes Vertrauen.

VWA in der Schule: Durchsicht der Vorschläge

In Österreich schreiben Schüler:innen während der letzten eineinhalb Schuljahre eine wissenschaftliche Arbeit. Ganz zu Beginn finden sie ihr Thema und machen einen Vorschlag, wie genau sie es bearbeiten werden. Das Ganze braucht ein hohes Maß an Kommonikationskompetenz zwischen ihnen, ihren Eltern, den betreuenden Lehrer:innen, der Direktion und sogar über die Schule hinaus in Richtung Unterrichtsministerium. In meiner derzeitigen Arbeit habe ich mir mit der Direktion die Vorschläge für die Arbeiten näher angeschaut: sie werden “Erwartungshorizonte” genannt und sind nicht nur ein Spiegel der Schullaufbahnn zuvor. Hier sind meine Eindrücke.

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Fauna und Flora der Barrancos

Fauna und Flora der Barrancos

Das Stadtgebiet von Guatemala City ist von Schluchten durchzogen, um die sich Straßen und (neu) erschlossene Siedlungsräume erstrecken. Diese Schluchten werden Barrancos oder Ramblas genannt. An ihren sandigen Abbruchkanten befindet sich ein spannender Lebensraum für Tiere und Pflanzen, mit vermutlich hoher Diversität. Einerseits ist es feucht an den Schattenseiten – andererseits trocken, aufgetrocknet an Stellen, wo die Sonne hinscheint. Über das Jahr hinweg werden sich sicher die Bedingungen ändern, besonders dann, wenn die Regenzeit kommt. Ein spannendes Thema für eigene Forschung. Hier sind Fotos von Anfang Februar 2023.

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Schule anders? Kommentar zum Kommentar

In ihrem Kommentar zur Zukunft der Schule vom 19. August sitzt die Autorin bereits in der Überschrift “Weg mit dieser Schule” dem Trugschluss auf, dass Schule die Gesellschaft verändert. Es ist genau umgekehrt. Die Gesellschaft verändert die Schule, und wenn sich nichts ändert, ist die Mehrheit der Gesellschaft offenbar mit diesem Schulsystem sehr einverstanden. “Zerschlagt das Schulsystem” ist daher eher als Ruf nach einer gesellschaftlichen Revolution zu sehen, als einer revolutionären Neugestaltung des Schulsystems. Und warum auch nicht. Für die Zeit nach einer derartigen Revolution schlage ich vor: Schule ohne Ferien – weil Schule ein Ort ist, an dem es immer was zu lernen gibt. Wer genug gelernt hat, bleibt eine Zeitlang weg. Schule mit Lehrer:innen, die ihren Arbeitstag dort verbringen und mit dem Lehrplan im Hintergrund Tages- Wochen- und Monatskurse anbieten, an denen die Schüler:innen nach Lust und Interesse teilnehmen. Auf unterschiedlichen Niveaus, immer mit Sprachförderung. So können alle – und das schlägt die Autorin des Kommentars auch vor – gemeinsam zur Schule gehen. Fächer würden sich Themen unterordnen. Noten kann es da keine geben, sie würden bestehende Verhältnisse zementieren, es würde geschummelt werden. Feedback von vorbildlichen Lehrer:innen würde die Noten ersetzen. Schulen, die auch als Wohnräume gestaltet sind, würden es allen Beteiligten erleichtern, gerne dort zu sein. Das zu erreichen ginge nun auch ohne die im Kommentar vorgeschlagene Notbremse. Im bestehenden Schulsystem haben engagierte Teams sehr wohl sehr viel Gestaltungs- und Entwicklungsspielraum.

Lothar Bodingbauer ist Wissensvermittler via Radio, Podcast und Unterricht, er unterrichtet Physik und Mathematik am Abendgymnasium Wien. https://www.sprechkontakt.at

150+ Themen für die Schule

Wir brauchen keine neuen Schulfächer, sondern neue Herausforderungen. #SchulChallenge

  1. 4 Arten von Wahrheit erkennen
  2. Gewaltfreie Kommunikation anwenden
  3. Zwei Dinge auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede vergleichen
  4. Eine Nachricht entschlüsseln
  5. Blumenzwiebeln pflanzen
  6. Die universale Erklärung der Menschenrechte kennen
  7. Über das Nichts sprechen
  8. Mund-Nasenschutze unterscheiden
  9. 1 dickes und 1 dünnes Brett bohren
  10. Eis machen
  11. Die Argumente für Evolution kennen
  12. Das kleine 1×1 auswendig wissen
  13. Eine Stärke weiter entwickeln
  14. Eine Schwäche umschiffen
  15. Eine Paradoxie analysieren
  16. Das Binnen-I passend aussprechen
  17. Ein Buch lesen
  18. Die Zellteilung beschreiben
  19. Alle Fluchtwege im Schulhaus kontrollieren
  20. Schuhe auf zwei Arten binden
  21. Zirbenöl riechen
  22. Haltbarkeit von Joghurt testen
  23. Einige Hühner füttern
  24. Ein Baby halten/unterhalten
  25. Den menschgemachten Treibhauseffekt begreifen
  26. Witz – Ironie – Sarkasmus – Zynismus unterscheiden
  27. Mit einem SUV durch die Wiener Innenstadt fahren
  28. Jemanden eine Zeitlang bei sich aufnehmen
  29. Eine Prüfung abnehmen
  30. Eine Beichte abnehmen
  31. Einen Hashtag richtig einsetzen
  32. Jemandem grundlos helfen
  33. Etwas ohne Grund ablehnen
  34. Versuchen in ein anderes Land ohne Pass einzureisen
  35. Die Konsequenzen von Gotteslästerung kennen
  36. Drei Sorgen passend abwenden
  37. Ein Problem – am Papier – eskalieren
  38. Einen Vogel mit der Hand aufziehen, der aus dem Nest gefallen ist: https://twitter.com/waldraeubers/status/1405453920382689281?s=21
  39. Etwas im richtigen Moment loslassen
  40. Fleisch grillen
  41. Mit dem Fahrrad ans Meer fahren
  42. Die Milchstraße sehen
  43. Einen Stall ausräumen und frisch machen, die Tiere hin- und weg bringen
  44. Eine Sternschnuppe abwarten
  45. Die Hecke schneiden
  46. Eine chinesische Teezeremonie (Gung Fu) selbst durchführen
  47. Einen Geschirrspüler perfekt einräumen
  48. Den Begriff „Othering“ verstehen
  49. Die Inhaltsstoffe von Leberkäse aufzählen
  50. Mit der Eisenbahn nach nach Schruns-Tschguns fahren
  51. Den Wert von Stahlbeton erkennen
  52. Verschiedene Schalter und Ventile zeichnen
  53. Eine Reise stornieren
  54. Fünf Straßenverkehrsregeln beherrschen
  55. Jemanden bitten, dass man sie/ihn fotografieren darf
  56. Gefahren für Demokratie aufzählen
  57. Propaganda beschreiben können
  58. Das Prinzip „Sonne im Mittelpunkt – und nicht die Erde“ verstehen
  59. Verstehen, dass sich zwei parallele Geraden im Unendlichen schneiden
  60. Jemanden bei der Geburt begleiten
  61. Ein Schloss knacken
  62. Den Begriff „Information“ definieren
  63. Ungefähr die Entfernung von St. Pölten, Amerika, Australien und vom Mond kennen
  64. Modellorganismen kennen (Fadenwurm, Fruchtfliege, Kolibakterium)
  65. Vegane Ernährung durchführen
  66. Den Quintenzirkel verstehen
  67. Impfungen cool finden
  68. Ein Mobile bauen
  69. Ein Bild in Rot malen
  70. Ein Projekt am 3D-Drucker durchführen
  71. Einen Haufen Äste zerhacken und zu Bündeln packen („Wied machen“)
  72. Sich um etwas bewerben
  73. Einen Konflikt beschreiben
  74. Einen Wunsch äußern
  75. Fragen stellen, wenn keiner eine stellt
  76. Einen Tag ohne Handy leben
  77. Eine Zeitlang auf einer chinesischen Tee-Farm arbeiten
  78. Jemanden trösten
  79. Einen Hund trainieren
  80. Mit 100 Dingen eine Woche lang leben
  81. Einen Monat ohne Verkehrsmittel verbringen
  82. Eine blinde Person begleiten
  83. Eine taube Person begleiten
  84. Eine Geschichte mit Happyend erfinden
  85. Über einen Fluss schwimmen
  86. Eine fremde Sprache lernen
  87. Alle Meinungen zu einem Thema herauszufinden versuchen
  88. Ein ZIB2-Interview vorbereiten
  89. Mit eine:r Zeitzeug:in reden
  90. Einen Vorgang in einer Skizze darstellen
  91. Einen Computer zerlegen
  92. Die Exponentialfunktion erkennen
  93. Änderungen quantifizieren können
  94. Jemandem dienen
  95. Ein Geheimnis hüten
  96. Eine Prüfung bestehen
  97. Einen Traum deuten
  98. Jemanden retten
  99. Die Phasen der Entwicklung Kakteen aus Samen mitzeichnen
  100. Jemanden verteidigen
  101. Jemanden verurteilen
  102. Sich ohne Wenn und Aber entschuldigen
  103. Jemandem vergeben
  104. Spaghetti Bolognese kochen
  105. Alpaccas richtig streicheln
  106. Einen Bahnübergang überqueren
  107. Eine Ausstellung entwerfen
  108. Einen Liebesbrief schreiben
  109. Eine verbogene Verkehrstafel geradebiegen
  110. Einen Knopf schön annähen
  111. Das Klo putzen
  112. Die Küche perfekt aufräumen
  113. Einen Tag in der Begegnungszone Herrengasse verbringen
  114. Apfelstrudel backen
  115. Kontakt zu einem Feind aufnehmen
  116. Einer Schnecke 5 Minuten zusehen
  117. Ein Auto umparken
  118. Argumente für und gegen das Veröffentlichen einer „österreichischen Islamkarte“ finden
  119. Atmen
  120. Ein Stück für einen Clown entwerfen
  121. Um Hilfe bitten
  122. Ein Gedicht übersetzen
  123. Feedback und Kritik entgegennehmen
  124. Einen Preis verhandeln
  125. Die Modalverben richtig unterscheiden
  126. Mit einem Rollstuhl durch Wien fahren
  127. Um Geld betteln
  128. Suppe für Obdachlose kochen
  129. Zwei Tage schweigen
  130. Kontakt zu eine:m Tourist:in aus Japan aufnehmen
  131. Alle 9 Landeshauptstädte an einem Tag besuchen
  132. Die Früchte eines Baums verwerten
  133. Eine Fläche desinfizieren
  134. Maiglöckchen von Bärlauch unterscheiden
  135. Barfuß durch Schlamm waten
  136. Eine Seite Text auf einen Absatz kürzen
  137. Ein kleines Dach decken
  138. Einen Zug nur knapp versäumen
  139. Ein Gespräch beginnen
  140. Ein Gespräch beenden
  141. Eine Schachtel falten
  142. Die wesentlichen Aussagen von Thomas Piketty „Kapital“ kennen
  143. Das Ende von Titanic ändern
  144. Die Phasen der Trauer von Elisabeth Kübler-Ross kennen
  145. Das Binär- und Dezimalsystem verstehen
  146. Ein Antistress-Seminar besuchen
  147. Altpapier, Plastik und Altglas richtig entsorgen
  148. In einem Fahrradschlauch das Loch finden
  149. Eine große Schachtel Schrauben sortieren
  150. Ein fremdes Passwort herausfinden
  151. Flucht von Suche unterscheiden können
  152. Seinen Computer neu aufsetzen können
  153. Mit einer Person des gleichen Geschlechts Hand in Hand gehen
  154. Den Satz „Satire darf alles“ verteidigen
  155. Einen Podcast starten
  156. Die Grundkräfte des Universums verstehen
  157. Mehrere Formen von Gerechtigkeit kennen (Wikipedia)

Fehlt was?

“Neue Autorität”: Gewählte Macht im Blumenbeet

Ellbogenarbeit, Bullying. Ist nicht cool. Nur mit Regeln kann dem Einhalt geboten werden. Mit Autorität, die sich nicht vom Schulhof zurückgezogen hat, um ihn jenen zu überlassen, die Regeln mit Körperkraft und reiner Macht bestimmen. Autorität, die sich um alle kümmert. Nach gemeinsam ausgehandelten Regeln. Das braucht Worte, und nicht Kraft.

Buchtipp: “Neue Autorität” heißt ein Konzept, das von Haim Omer in einem Buch vorgestellt hat, und das ich ganz bemerkenswert fand. Sichtbar zu sein, zu sagen “wir sind hier, damit alle lernen können”, anstatt sich zurückzuziehen, das fand ich passend.