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Wien

  • Typographie – und die Schrift im öffentlichen Raum. Folge 27 von “Lob und Tadel” beschäftigt sich unter anderem mit Auswahl und Wirkung der Beschriftung des neuen Wiener Hauptbahnhofes. Eine Radiosendung zum Thema Schrift im öffentlichen Raum gab es am 16. November 2014 im ORF Radioprogramm Österreich 1.

  • Die wahrnehmbare Identität eines Landes wird maßgeblich durch die Schriftzeichen geprägt, die für Ortsbezeichnungen verwendet werden. Mit oder ohne Serifen, moderne Schrift oder Antiqua, die zeitlose Helvetica oder Gothic. Jedes Land hat seine eigene Tradition die oft auch durch Macht und Herrschaft geprägt wurde. So war es in Frankreich nur dem König vorbehalten, eigene Schriftsätze zu führen, was sich bis heute in der Verwendung von Fonts in Zeitungen dort niederschlägt. Wir schauen uns die Schriftsätze im öffentlichen Raum näher an und machen uns auf die Spuren jener, die diese Identität gestalten. (Moment / ORF Radio Österreich 1)


    Link zu Fotos / Tern

  • Typografisches Bewusstsein entsteht dort, wo es Inhalte gibt, die an Menschen interessiert sind.

    Dort, wo Aufklärung stattfand. Dort wo Diskurs stattfindet.

    Das sagt Martin Tiefenthaler, und er spricht über die Faszination von Buchstaben und ihrer Aneinanderreihung. Aber das ist bloß noch nicht alles.

    Typografie ist ein Thema, das man übersieht, wenn es einem einer nicht erklärt. Martin Tiefenthaler tut genau das – auch am Beispiel von Schriften im öffentlichen Raum und Verkehrssystemen – in dieser Episode.

    Ein Ausschnitt aus diesem Gespräch wird am 16. November im ORF Radioprogramm Österreich 1 gesendet. Link zur Ankündigung: http://oe1.orf.at/programm/389225

    Links:

    Typographische Gesellschaft Austria – http://typographischegesellschaft.at
    Martin Tiefenthaler – http://www.idiidiiidesign.at

  • Eine Stadt durch Spuren ihrer Menschen kennenlernen. Zum Beispiel durch Spuren der Gebrüder Schwadron.

    Ihre Fliesen und Kanaldeckel begegnen einem in Wien auf Schritt und Tritt. Wenn man genau hinschaut.

    Tina Zickler hat sich aufgemacht, die Geschichten der Firma der Gebrüder zu erforschen. Es ist eine Geschichte des Handwerks, der Kunst und der Vertreibung.

    Die Fotografin Lisa Rastl hat dazu in Stiegenhäusern, Kuranstalten und privaten Wohnungen fotografiert. Die Wiener/innen selbst lieferten dazu als “Scouts” die Hinweise.

    Es entstand eine Ausstellung Anfang 2014 am ehemaligen Firmensitz der Gebrüder, und jetzt im November 2014 gibt es eine Nachfolgeausstellung im Museum für Angewandte Kunst.

    Link: http://www.projekt-schwadron.at

    In dieser Episode hört ihr ein Gespräch mit Tina und Lisa über  das “Projekt Schwadron”, zum Zeitpunkt der ersten Ausstellung im Jänner.

    Es folgt einen zehnminütigen Radiobeitrag zu diesem Thema.

    Und dann hört ihr ein Update der Geschehnisse zum Start der 2. Ausstellung im November.

    Das Projekt hat sich sehr dynamisch entwickeln. Es zieht Kreise – auch immer weiter ins Umland hinaus. Zum Beispiel auch ins Kurhaus Semmering.

    Schachtabdeckung der Brüder Schwadron am Gehsteig in der Prinz Eugen Straße, im Durchgang bei der Schweizer Botschaft.  Foto: Lothar Bodingbauer

    Im letzten Teil dieser Episode gibt’s noch eine Referenz an die gerade veröffentlichte Episode 91 von “Schöne Ecken” – ein Spaziergang in Kritzendorf und Wien.

    Helge und Cornelis sind nämlich ebenfalls als Spurensucher unterwegs. Sie spazieren in ihrem Podcast mit Mikrofon durch Städte und Gegenden, sie fotografieren und reden auch mit Menschen entlang des Weges.

    Die beiden fragen am Ende ihres Spaziergangs in Kritzendorf und Wien, ob es aus Wien selbst Tipps gibt, was man sehen sollte bzw. erleben und auch essen könnte. Ich habe mit Tina darüber gesprochen.

    Unsere Restaurant-Tipps: Restaurant Beograd | Portugiesisch essen | Gasthaus SperlLevantinisch: Kent | Sachertorte: Am Donauturm

    Unsere Aktivitäten-Tipps: Hundezonen | Museum für Volkskunde | Heeresgeschichtliches MuseumBirdlife Wien | Imker Wien-West | Tod der Klaviere | Bus 13A

    Link: Schöne Ecken Podcast

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  • Die Varroa-Milbe ist die vermutlich schwierigste Herausforderung für Bienen und Imker derzeit.

    Höchste Zeit, mit jemandem zu sprechen, der sich gut auskennt. Diese Episode steht also ganz im Zeichen der Varroa.

    Wir sind bei Rudolf Moosbeckhofer von der AGES zu Gast, der Österreichischen “Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit”.

    Wir machen dann auch einen Blick ins Forum. Reinhard Fritsch von Beelux, der “Nachhaltigen Honigmanufaktur” erzählt vom Kleinen Beutenkäfer, einer Plage, die uns vermutlich früher oder später aus Italien erreichen wird.

    Der Korrespondentenbericht dieser Ausgabe kommt von Leonardo Della Pietra aus Graz. Er hat mit dem Mikroskop Fotos der Varroa-Milbe gemacht, eines davon hat er uns für das Episodenbild dieser Ausgabe überlassen. Vielen Dank!

  • Begrünte Fassaden haben Vorteile: Wärmedämmung, Schalldämmung, besseres Klima im Inneren des Hauses.

    Grüne Fassaden haben aber auch Nachteile. Sie sind teurer, und es muss sie zumindest dann und wann, jemand pflegen.

    Im Gespräch erzählt die Bauingenieurin Azra Korjenic von der TU Wien über ihre Forschung an diesen ökologischen Hauswänden.

    Azra Korjenic will die Vor- und Nachteile begrünter Fassaden in Zahlen fassen. Sie betreibt “Bauphysik”.

    Prof. Dr. Dipl.-Ing. Azra Korjenic
    Institut für Hochbau und Technologie
    Forschungsbereich für Bauphysik und Schallschutz
    Technische Universität Wien

    Link zum angepsprochenen Grünaktivhausprojekt in Großschönau: http://www.grünaktivhaus.at/

    Link zur angesprochenen Omegatau-Episode über Tierernährung: http://www.omegataupodcast.net

  • Ohne Beißkorb und Leine ist der Stadthund kaum unterwegs. Außer er darf in der Hundezone oder einem Hundeauslaufgebiet herumtollen. Frauchen oder Herrchen sind auf alle Fälle dabei. So entsteht, je nach Gegend, ein spezielles Soziotop – mit subtilen Regeln und manchen Zwischenfällen. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

  • Jetzt im September haben wir ein bisschen Zeit für Hintergrund.

    Die westliche Honigbiene trägt den lateinischen Namen Apis mellifera für Gattung und Art. Darunter steht “Linnaeus, 1758”.

    Carl von Linné – der schwedische Naturforscher – hat auch die Honogbiene zuerst wissenschaftlich beschrieben, er hat ihr den lateinischen Namen gegeben.

    Nicht nur Tiere hat er benannt, sondern auch unzählige Pflanzen. Dazu musste er sie zunächst systematisieren. Bei den Pflanzen tat er das durch deren “Sexualorgane”, Staubblätter und Fruchtblätter.

    Linneus, so sein Name in lateinischer Form, war leitender Gärtner des Botanischen Gartens von Uppsala. 1745 legte er eine Blumenuhr an, die mit dem zeitlich unterschiedlichen Aufblühen von Blumen im Laufe des Tages die Uhrzeit anzeigte.

    Wirklich bekannt und berühmt wurde Carl von Linné jedoch durch sein Bemühen, die Arten der Natur zu sortieren und zu katalogisieren. Er entwickelte eine Taxonomie von Tieren und Pflanzen, die mit ihren lateinischen Doppelnamen auch heute noch als „Katalog des Lebens“ von all jenen verwendet wird, die sich praxisbezogen mit Lebewesen beschäftigen.

    Wissenschaftlich entwickeln sich vor dem Hintergrund genetischer Untersuchungsmethoden die Konzepte der Unterscheidung von Arten nun in eine völlig andere Richtung. Künftige Taxonomien aufgrund von DNA-Basensequenzen scheinen jedoch den praxisbezogenen Zweck des Umgangs mit Arten und Artkonzepten nicht zu erfüllen.

    Wir besuchen Linnés Nachfolger in Uppsala, in Schweden, und versuchen die Frage zu beantworten, er die Taxonomie der Natur entwickelt hat, und in welcher Weise sie heute noch notwendig und zeitgemäß ist. Dieser Teil der Bienengespräche wurde im ORF Österreich 1 Radioprogramm “Dimensionen” erstausgestrahlt.

    Danach geht es nach Berlin, ein Gespräch mit Melanie von Orlow vom Naturschutzbund Deutschland. Thema: die Asiatische Hornisse hat es von China über Frankreich her kommend nach Deutschland geschafft. (Link zur Pressemitteilung). Im Gespräch erzählt sie, was das für Bienen und Imker bedeuten könnte. Buchtipp: Melanie von Orlow, Natürlich imkern in Großraumbeuten.

    Korrespondentenbericht: Alexander Würtenberger vom Bienenzuchtverein Hippach-Ramsau-Schwendau im Zillertal. Einen Honiksensorikkurs gibt es dort Anfang Oktober, nähere Infos gibt es hier.

    Happy Listening!

  • 5000 ethnische Gruppen gibt es weltweit, Nationalitäten, Nationen. Die Anzahl jener, die sich innerhalb ihres Staates in Konflikten befindet, ist groß. Ob Ost-Timor, Quebec, Katalonien, die Krim. Auch in Schottland demnächst abgestimmt, ob das Land vom Vereinigten Königreich unabhängig werden kann. Unabhängigkeitsbestrebungen bestimmen also immer wieder die internationale Poltik. Unabhängigkeit – und Abspaltung. Die Sezession.

    Filename: radio203_wow_sezession

    Manuskript (ohne letzte Änderungen) SIGNATION „Das Wort der Woche“.

    Die Sezession. Das Wort kommt von lateinisch secessio, Abspaltung, Abseitsgehen, Trennung, und da ist durchaus auch die künstlerische Sezession gemeint, in der sich Künstler von der bisherigen Tradition getrennt haben, und eine neue geschaffen haben, bei der Wiener Sezession den Jugendstil – das war um 1900.

    Sezessionen bei Staaten aber entstehen zu allermeist bei ethnischen Konflikten. Manche Politikwissenschaftler sehen aber genau das als Mythos an. Nicht die Ethnien verursachen – sagen sie – Konflikte, sondern die vorherige Zerstörung des sozialen Netzwerkes. Da gehören dann auch die ökonomischen Faktoren dazu – wer profitiert wovon – zum Beispiel vom Öl an der Küste Schottlands.

    Die Gründe für Sezession liegen vorderhand im Staat selbst, eine Sezession ist daher zunächst auch nicht ansteckend, sagen Politikwissenschaftler. Wenn es aber einmal innerhalb eines Staates zu Sezessionsbewegungen gekommen ist, breitet sich das Phänomen rasch aus, auch außerhalb. So fürchtet zum Beispiel die UNO immer auch ein „spill over“, ein Überschwappen auf andere Regionen, wenn ein abtrünniger Teilstaat eines Landes zu früh international anerkannt wird.

    Andere Konfliktgegenden lernen daraus.

    Man muss sich ja überhaupt wundern, warum ein Staat überhaupt zusammenhält, aber wenn dieser Zusammenhalt nicht mehr gegeben ist, braucht es für den wirklichen Start einer Sezession folgende Bedingungen:

    Die Unzufriedenheit einer Gruppe, eine gemeinsame Identität,  und vorangegangene Überlegungen, eine politische Aktion zu starten. Weitere Zutaten sind dann der Glaube, dass der Nutzen der Sezession größer ist als die Kosten, der Erfolg wahrscheinlicher, als man früher glaubte, und dass einige Schlüsselstaaten der Sezession weniger feindlich gestimmt sind als früher.

    Einkommensunterschiede, Sozialleistungen, der Fluss von Arbeitskräften und Kapital. All das sind Faktoren, die bei Sezessionen eine Rolle spielen. In die eine oder auch in die andere Richtung – denn es profitieren wirtschaftlich starke Regionen durchaus auch von der Anwesenheit wirtschaftlich schwacher Regionen.

    — KÜRZEN MÖGLICH

    Es gibt hier übrigens eine Parallele zu Ehescheidungen. Im früheren Scheidungsrecht mussten beide Partner einer Trennung zustimmen, im modernen Scheidungsrecht darf nun durchaus ein Partner die Trennung verlagen, bekommt sie aber erst nach einer bestimmten Zeit oder mit Auflagen und Verpflichtungen, die vom Richter festgesetzt werden. Der stärkere Partner hat nämlich über die Jahre hin Verantwortung übernommen, an die sich der Schwächere mit Recht gewöhnen durfte.

    Eine plötzliche Trennung wäre daher fatal, und das ist bei Staaten nicht anders. Und

    — KÜRZEN ENDE

    … es gibt bei aller Ökonomie und abseits von Recht und Verfassung auch bei Sezessionen vor allem auch eine moralische Komponente, mit der sich die Sezessionsphilosophie beschäftigt, die Sezessionsethik.

    Im Schottischen Beispiel könnten bei einer Abspaltung nämlich durchaus den Bewohnern des restlichen Königreichs Nachteile entstehen, die Bewohner eines Staatsgebietes planen ihr Leben auch meist unter der Annahme, dass dieses Gebiet weiter bestehen bleibt, da könnten also Lebenspläne durchkreuzt werden. Und sie verlieren auch Souveränität, zu der eben gehört, dass sie zum Beispiel die Einkommensstuer in Schottland mitbestimmen können.

    Je nach Sezessionstheorie wird einer Gruppe die Abspaltung moralisch gestattet, wenn ihr Unrecht widerfahren ist, oder, schwächer, wenn sie eine Nation bildet, oder noch schwächer, wenn eine Mehrheit bloß der Meinung ist, eine Abspaltung wäre das Beste.

    Je nach Theorie, nach Philosophie, nach ethischer Auffassung wäre eben dann eine Abspaltung Schottlands in Ordnung – oder auch nicht, die, und das ist anzunehmen, friedlich verlaufen würde. Und diese Vielschichtigkeit zeigt, wie entwickelt unser Gefüge an Staaten, Grenzen und Ordnungen eigentlich ist. Sezessionen sind, so sagen manche Politikphilosophen, Sezessionen sind eine Büchse der Pandora, und die Frage ist, ob sie halb voll ist oder halb leer.

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Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.

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Text: Zum Hintergrund (2014)

Fotos sind auch auf Instagram: lobodingbauer