Radio, Science, Education

Wien

Radioproduktion

  • 420: Lehramt neu

    Im Open Space zu Gast: Marko Lüftenegger, Bildungspsychologe 

    Für angehende Lehrer und Lehrerinnen in Österreich ändert sich am 1. Oktober 2026 das Studium. Das “Lehramt neu” soll auch für die Sekundarstufe nur mehr 5 Jahre dauern. Damit hofft man, dem Lehrerkräftemangel entgegenzuwirken. Und im Lehrplan sind neue Pflichtmodule vorgesehen, darunter ” inklusive Pädagogik” und “Mehrsprachigkeit”. Marko Lüftenegger leitet den Arbeitsbereich Entwicklungspsychologie und Bildungspsychologie des Schulalters am Zentrum für LehrerInnenbildung sowie den Arbeitsbereich Bildungspsychologie an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien. Er hat den neuen Lehrplan maßgeblich mitentwickelt.

    Moderation: Lothar Bodingbauer

    Link zur Sendung: https://oe1.orf.at/programm/20260416/829069/Was-bringt-das-Lehramt-neu

  • 419: Salz

    Link: https://oe1.orf.at/programm/20260321/826115/Cum-grano-salis

    “Salz lobt sich nicht selbst” sagt ein ghanaisches Sprichwort und gemahnt uns, dass wahrer Wert und gute Taten für sich selbst sprechen sollten. Das Salz muss in der Tat nicht prahlen, nicht nur wir Menschen brauchen es zum Überleben, selbst Mikroorganismen knabbern gerne daran. Wir hauen es aus Bergen und holen es aus dem Meer, seit Jahrtausenden. Es ist Lebensmittel und Kultgegenstand, Symbol und Wirtschaftsgut, ganze Landstriche tragen seinen Namen, ganze Imperien nährten sich davon.

    “Vergiss nicht diejenigen, die dich mit Salz ernährt haben” heißt es im Süden Indiens. Gute Taten wollen demnach erwidert werden. Diagonal greift zum Streuer und salzt nach, nicht nur das berühmte Körnchen, mindestens ein ganzes Pud. Das heißt 16,38 Kilogramm Natriumchlorid. So viel sollte man, einem alten russischen Sprichwort gemäß, nämlich mit jemandem verzehren, um ihn oder sie wirklich kennenzulernen. Aber nicht auf einmal bitte, sonst wird es eine kurzlebige Bekanntschaft.

    Mit Beiträgen von Ilse Huber, Birgit Dalheimer, Andreas Pfeifer und Lothar Bodingbauer.

  • Im Radio (418): Erdmännchen

    Die Verhaltensbiologin Marta Manser von der Universität Zürich spricht über die Erdmännchen und ihren natürlichen Lebensraum in der südafrikanischen Halbwüste.

    https://oe1.orf.at/programm/20260309#825500/Stars-der-Kalahari

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

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  • Im Radio (417): Knospen

    Im Radio (417): Knospen

    https://oe1.orf.at/programm/20260216#822930/Vor-dem-grossen-Austrieb

    Vor dem großen Austrieb. Der Biologe Peter Prack spricht bei Eis und Schnee über die Blatt- und Blütenknospen an Bäumen und Sträuchern.

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  • Im Radio (416): Biologische Landwirtschaft

    Im Radio (416): Biologische Landwirtschaft

    Im “Open Space” zu Gast: Sabine Seidel, die neue Professorin für Biologische Landwirtschaft an der Boku Wien.

    Bereits als Teenager entschied sich die gebürtige Deutsche bewusst für den Kauf von Bio-Lebensmitteln und interessierte sich für gesunde Ernährung, Biodiversität und Tierwohl. In ihrer Antrittsvorlesung stellte Sabine Seidel das Konzept der planetaren Belastbarkeitsgrenzen der Erde vor und demonstrierte, wie eng dieses mit der Landwirtschaftlichen Produktion verknüpft ist. Auch im Gespräch mit den “Dimensionen” erklärt sie, welchen Beitrag die Biologische Landwirtschaft leisten kann, um ein nachhaltiges Agrar- und Ernährungssystem zu entwickeln und zu gestalten. Und Sabine Seidel verrät, warum die Beschäftigung mit diesen Themen glücklich macht.

    Moderation: Lothar Bodingbauer

    Link zur Sendung

  • Im Radio (415): Textilforschung in Vorarlberg

    Im Radio (415): Textilforschung in Vorarlberg

    Die Universität Innsbruck betreibt in Dornbirn das Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik. Zwanzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen an Fasern und Geweben, an Grenzflächen, an Materialien aus nachhaltigen Quellen. Die Anwendungen gehen über die Bekleidungsbranche hinaus, sie betreffen wiederaufladbaren Batterien, Verbundmaterialien und sogar Lebensmittel. Das Institut befindet sich nicht zufällig in Vorarlberg. Das Bundesland hat eine lange Textiltradition, in der das Wissen und die Erfahrung von Menschen aus der ganzen Welt verwoben sind. – Ein Institutsbesuch.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Link zur SendungLink zur Podcastepisode 260 (Physikalische Soiree)

  • Im Radio (414): Grenzen im Weltall

    Im Radio (414): Grenzen im Weltall

    Link: https://oe1.orf.at/programm/20260112#819338/Grenzen-in-der-Unendlichkeit

    Die Astronomin Ruth Grützbauch spricht über die Lichtgeschwindigkeit im Weltall, die wie ein Faden zwischen Raum und Zeit wirkt, das Ende des Beobachtbaren im Weltall, den Anfang des Universums, die Besonderheiten der Naturkonstanten, die Zeit, und was passiert, wenn ein Stern endet.

    Eine Schwelle im Universum stellt ein Gleichgewicht dar. Wenn zum Beispiel der Einfluss der Sonne mit dem Einfluss des interstellaren Raums im Gleichgewicht steht – also dort, wo sich die Teilchendichten angleichen – dann spricht man von einer Übergangszone. Dort befindet sich die Grenze unseres Sonnensystems. Genau genommen handelt es sich aber eher um eine Schwelle: Denn es geht weiter, bis man irgendwann, in etwa 4,2 bis 4,5 Lichtjahren Entfernung, beim nächsten Stern ankommt – bei Proxima Centauri.

    Eine klare Grenze hingegen ist die Lichtgeschwindigkeit. Nichts kann sich schneller als das Licht im Vakuum ausbreiten – weder Materie noch Information. Diese Grenze ist unabhängig vom Beobachter und stellt eine fundamentale Schranke in unserem Universum dar.

    Warum das so ist, möchte die Astronomie nur ungern beantworten, auch wenn die Frage nach dem “Warum” häufig gestellt wird. Beobachtungen werden in Modelle übersetzt, die beschreiben, wie sich Naturphänomene verhalten. Diese Modelle können das “Warum” manchmal andeuten, liefern aber vor allem überprüfbare Aussagen über das “Wie”.

    Wer beim Blick ins Große dann ins Kleine schaut, kommt am Ende eines Sternes nicht vorbei. Am Ende der Lebenszeit eines Sterns halten sich Strahlungsdruck und Gravitationskraft nicht mehr die Waage: Der nukleare Brennstoff ist aufgebraucht, und die Gravitation gewinnt die Oberhand. Der Stern kollabiert. Je nach Masse endet dieser Prozess als Weißer Zwerg oder – bei besonders großer Masse – als Schwarzes Loch. Der sogenannte Schwarzschildradius bezeichnet dann jene Grenze um ein Schwarzes Loch, ab der nichts mehr entkommen kann, nicht einmal Licht. Jenseits dieses Punktes verlieren unsere bekannten physikalischen Beschreibungen ihre Gültigkeit – zumindest nach heutigem Kenntnisstand.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Service

    Gesprächspartnerin:
    Dr.in Ruth Grützbauch
    Astronomin und Wissenschaftsvermittlerin
    Initiatorin und Leiterin des Projekts “Public Space/Pop-Up-Planetarium”

    Das mobile Planetarium

  • Im Radio (413): Strahlung aus dem Weltraum

    Im Radio (413): Strahlung aus dem Weltraum

    Der Teilchenphysiker Emmerich Kneringer spricht über die Bedeutung der Höhenstrahlung für die Wissenschaft. – Am Innsbrucker Hafelekar befindet sich auf rund 2.300 m Seehöhe ein historisches Observatorium für die sogenannte Höhenstrahlung: die Victor-Franz-Hess-Messstation. Die Höhe ist bedeutsam, weil man ursprünglich glaubte, dass der Ursprung der gemessenen Strahlung am Boden liege – also in radioaktiven Elementen im Erdreich – die mit steigender Höhe abnehmen müsste. Das Gegenteil war der Fall. Der österreichische Physiker Victor Franz Hess erforschte die Strahlung mit einem Ballon und erkannte, dass die Herkunft der Strahlung außerhalb der Erde liegt. In Innsbruck wurde ein Observatorium errichtet, um diese Strahlung zu messen. Für die Entdeckung der sogenannten Höhenstrahlung erhielt Hess im Jahr 1936 gemeinsam mit Carl David Anderson – dem Entdecker des Positrons – den Nobelpreis für Physik für jene Arbeiten, die 1912 in Wien zur Entdeckung der kosmischen Strahlung geführt hatten. Victor Franz Hess musste danach in die USA emigrieren, weil er den Nationalsozialismus nicht unterstützte. Heute ist das Victor-Franz-Hess-Observatorium ein Museum, das auch von Touristinnen und Touristen besucht werden kann.

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  • Im Radio (412): Haarshampoo und wasserlösliche Polymere

    Im Radio (412): Haarshampoo und wasserlösliche Polymere

    Zu Gast im OPEN SPACE am Donnerstag: der Biochemiker Michael Zumstein. – Sie stecken in Wasch- und Reinigungsmitteln, in Duschgels und Haarshampoos oder in Farben und Lacken: wasserlösliche Polymere. Weltweit werden davon 1 Million Tonnen pro Jahr produziert. Nach der Anwendung dieser Produkte gelangen die enthaltenen wasserlöslichen Polymere ins Abwasser, was deren Wiederverwertung verhindert. Umso wichtiger ist die Erforschung der chemischen und mikrobilogischen Prozesse. Genau das findet am neu gegründeten “Christian Doppler Labor für Biologischen Abbau von Wasserlöslichen Polymeren am Zentrum für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaften” der Universität Wien statt. Dessen Leiter, der Biochemiker Michael Zumstein, spricht über seine Forschungsarbeit.

  • Im Radio (411): Zurück in die Natur

    Im Radio (411): Zurück in die Natur

    Die Wiederansiedelung gefährdeter Pflanzen in Österreich.

    1. Die Talprachtnelke (Kärnten)
    2. Schachblume und Steinbrech (Wien)
    3. Ackerwildkräuter (Wien)
    4. Der Lungenenzian (Salzburg)
    5. Alpenkräuter (Tirol)

    Die “Rote Liste gefährdeter Pflanzen, Moose, Algen” weist in Österreich 1.274 Arten auf: 66 Arten sind österreichweit ausgestorben bzw. verschollen, 235 Arten sind vom Aussterben bedroht, dazu kommen weitere 973 Arten, die in geringerem oder auch in unbekanntem Ausmaß gefährdet sind. 

    Die Botanischen Gärten der Bundesländer spielen derzeit eine besondere Rolle im Schutz dieser Pflanzen. Sie vermehren rund 50 der gefährdeten Arten an ihren Standorten, um sie anschließend wieder auf geeigneten Flächen anzusiedeln.

    Die Botanischen Gärten greifen dabei auf das Wissen ihrer Gärtner:innen zurück, wie Pflanzen aus genehmigten Wildsammlungen aufzuziehen sind, damit sie zum passenden Zeitpunkt in möglichst großer Menge zur Verfügung stehen. Die Wissenschaftler:innen der beteiligten Einrichtungen sind Spezialist:innen in ihren Bundesländern – weit weg sollen die Pflanzen nämlich nicht von ihren ursprünglichen Standorten umziehen müssen. Es gilt die genetischen Eigenheiten der Pflanzen einer Region zu bewahren, und gleichzeitig bei der Wiederansiedlung weit genug von bedrohten Flächen abzurücken.

    Ackerwildkräuter etwa haben als Kulturfolger den Acker für sich entdeckt; auch Wiesen, Hänge und Sümpfe weisen besondere Bedingungen für viele Pflanzenarten auf, die es zu verstehen gilt.

    Das Projekt wird vom Biodiversitätsfonds und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und NextGenerationEU gefördert. 

    Link: Projekt Gefährdete Pflanzenarten Österreichs

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