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Wien

Vom Leben der Natur

  • Im Radio (414): Grenzen im Weltall

    Im Radio (414): Grenzen im Weltall

    Link: https://oe1.orf.at/programm/20260112#819338/Grenzen-in-der-Unendlichkeit

    Die Astronomin Ruth Grützbauch spricht über die Lichtgeschwindigkeit im Weltall, die wie ein Faden zwischen Raum und Zeit wirkt, das Ende des Beobachtbaren im Weltall, den Anfang des Universums, die Besonderheiten der Naturkonstanten, die Zeit, und was passiert, wenn ein Stern endet.

    Eine Schwelle im Universum stellt ein Gleichgewicht dar. Wenn zum Beispiel der Einfluss der Sonne mit dem Einfluss des interstellaren Raums im Gleichgewicht steht – also dort, wo sich die Teilchendichten angleichen – dann spricht man von einer Übergangszone. Dort befindet sich die Grenze unseres Sonnensystems. Genau genommen handelt es sich aber eher um eine Schwelle: Denn es geht weiter, bis man irgendwann, in etwa 4,2 bis 4,5 Lichtjahren Entfernung, beim nächsten Stern ankommt – bei Proxima Centauri.

    Eine klare Grenze hingegen ist die Lichtgeschwindigkeit. Nichts kann sich schneller als das Licht im Vakuum ausbreiten – weder Materie noch Information. Diese Grenze ist unabhängig vom Beobachter und stellt eine fundamentale Schranke in unserem Universum dar.

    Warum das so ist, möchte die Astronomie nur ungern beantworten, auch wenn die Frage nach dem “Warum” häufig gestellt wird. Beobachtungen werden in Modelle übersetzt, die beschreiben, wie sich Naturphänomene verhalten. Diese Modelle können das “Warum” manchmal andeuten, liefern aber vor allem überprüfbare Aussagen über das “Wie”.

    Wer beim Blick ins Große dann ins Kleine schaut, kommt am Ende eines Sternes nicht vorbei. Am Ende der Lebenszeit eines Sterns halten sich Strahlungsdruck und Gravitationskraft nicht mehr die Waage: Der nukleare Brennstoff ist aufgebraucht, und die Gravitation gewinnt die Oberhand. Der Stern kollabiert. Je nach Masse endet dieser Prozess als Weißer Zwerg oder – bei besonders großer Masse – als Schwarzes Loch. Der sogenannte Schwarzschildradius bezeichnet dann jene Grenze um ein Schwarzes Loch, ab der nichts mehr entkommen kann, nicht einmal Licht. Jenseits dieses Punktes verlieren unsere bekannten physikalischen Beschreibungen ihre Gültigkeit – zumindest nach heutigem Kenntnisstand.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Service

    Gesprächspartnerin:
    Dr.in Ruth Grützbauch
    Astronomin und Wissenschaftsvermittlerin
    Initiatorin und Leiterin des Projekts “Public Space/Pop-Up-Planetarium”

    Das mobile Planetarium

  • Im Radio (413): Strahlung aus dem Weltraum

    Im Radio (413): Strahlung aus dem Weltraum

    Der Teilchenphysiker Emmerich Kneringer spricht über die Bedeutung der Höhenstrahlung für die Wissenschaft. – Am Innsbrucker Hafelekar befindet sich auf rund 2.300 m Seehöhe ein historisches Observatorium für die sogenannte Höhenstrahlung: die Victor-Franz-Hess-Messstation. Die Höhe ist bedeutsam, weil man ursprünglich glaubte, dass der Ursprung der gemessenen Strahlung am Boden liege – also in radioaktiven Elementen im Erdreich – die mit steigender Höhe abnehmen müsste. Das Gegenteil war der Fall. Der österreichische Physiker Victor Franz Hess erforschte die Strahlung mit einem Ballon und erkannte, dass die Herkunft der Strahlung außerhalb der Erde liegt. In Innsbruck wurde ein Observatorium errichtet, um diese Strahlung zu messen. Für die Entdeckung der sogenannten Höhenstrahlung erhielt Hess im Jahr 1936 gemeinsam mit Carl David Anderson – dem Entdecker des Positrons – den Nobelpreis für Physik für jene Arbeiten, die 1912 in Wien zur Entdeckung der kosmischen Strahlung geführt hatten. Victor Franz Hess musste danach in die USA emigrieren, weil er den Nationalsozialismus nicht unterstützte. Heute ist das Victor-Franz-Hess-Observatorium ein Museum, das auch von Touristinnen und Touristen besucht werden kann.

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  • Im Radio (411): Zurück in die Natur

    Im Radio (411): Zurück in die Natur

    Die Wiederansiedelung gefährdeter Pflanzen in Österreich.

    1. Die Talprachtnelke (Kärnten)
    2. Schachblume und Steinbrech (Wien)
    3. Ackerwildkräuter (Wien)
    4. Der Lungenenzian (Salzburg)
    5. Alpenkräuter (Tirol)

    Die “Rote Liste gefährdeter Pflanzen, Moose, Algen” weist in Österreich 1.274 Arten auf: 66 Arten sind österreichweit ausgestorben bzw. verschollen, 235 Arten sind vom Aussterben bedroht, dazu kommen weitere 973 Arten, die in geringerem oder auch in unbekanntem Ausmaß gefährdet sind. 

    Die Botanischen Gärten der Bundesländer spielen derzeit eine besondere Rolle im Schutz dieser Pflanzen. Sie vermehren rund 50 der gefährdeten Arten an ihren Standorten, um sie anschließend wieder auf geeigneten Flächen anzusiedeln.

    Die Botanischen Gärten greifen dabei auf das Wissen ihrer Gärtner:innen zurück, wie Pflanzen aus genehmigten Wildsammlungen aufzuziehen sind, damit sie zum passenden Zeitpunkt in möglichst großer Menge zur Verfügung stehen. Die Wissenschaftler:innen der beteiligten Einrichtungen sind Spezialist:innen in ihren Bundesländern – weit weg sollen die Pflanzen nämlich nicht von ihren ursprünglichen Standorten umziehen müssen. Es gilt die genetischen Eigenheiten der Pflanzen einer Region zu bewahren, und gleichzeitig bei der Wiederansiedlung weit genug von bedrohten Flächen abzurücken.

    Ackerwildkräuter etwa haben als Kulturfolger den Acker für sich entdeckt; auch Wiesen, Hänge und Sümpfe weisen besondere Bedingungen für viele Pflanzenarten auf, die es zu verstehen gilt.

    Das Projekt wird vom Biodiversitätsfonds und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und NextGenerationEU gefördert. 

    Link: Projekt Gefährdete Pflanzenarten Österreichs

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  • 404. Schnegel

    404. Schnegel

    Nackte Schnecken mit versteckter Schale: Der Biologe Robert Nordsieck spricht über die Schnegel.

    Teil 1: Ein besonderes Land-Weichtier

    Teil 2: Erkenne den Schneck!

    Teil 3: Schwarz oder gemustert – die Oberfläche macht den Unterschied

    Teil 4: Mitarbeit im Garten

    Teil 5: Schneckenforschung über mehrere Generationen

    Der Schnegel ist eine Nacktschnecke, die in Österreich vor allem durch den Schwarzen Schnegel (Limax cinereoniger) und den Tigerschnegel (Limax maximus) vertreten ist. Der Schnegel unterscheidet sich von den Wegschnecken – die ebenfalls als Nacktschnecken ohne Gehäuse unterwegs sind – durch seine schlankere Form, einen Kiel am hinteren Körperdrittel sowie die Lage des Atemlochs im hinteren Teil des Mantelschildes.

    Der Schwarze Schnegel kann über 20 cm lang werden und ist an einem weißen Streifen am Kiel sowie einer schwarz-weiß gestreiften Fußsohle erkennbar. Der Tigerschnegel erreicht etwa 15 cm, trägt ein typisches Flecken- oder Streifenmuster und kommt häufig in Gärten und Komposthaufen vor.

    Schnegel ernähren sich überwiegend von Pilzen und abgestorbenem organischen Material, können aber auch räuberisch Schneckeneier oder andere Schnecken fressen. Damit tragen sie zum Nährstoffkreislauf im Boden bei und spielen eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht.

    Allgemein sind alle Schnecken Weichtiere und stellen mit rund 85.000 bis 100.000 Arten die größte Klasse dieses Stammes dar. Schnecken können im Wasser und an Land vorkommen. Die Wissenschaft der Weichtiere wird “Malakologie” genannt.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer
    Gesprächspartner:
    Der Biologe und Geograph Robert Nordsieck
    Die faszinierende Welt der Schnegel

    Weichtiere

    Das Buch “Einheimische Schnecken: In der Natur, im Garten und zu Hause” von Robert Nordsieck und Martina Eleveld ist im Verlag “Natur und Tier” erschienen.

    Link: https://oe1.orf.at/programm/20250915#807228/Nackte-Schnecken-mit-versteckter-Schale

  • 400. Pfingstrosen

    400. Pfingstrosen

    Besuch beim Pfingstrosengärtner Michael Miely im Hausruckviertel.

    Pfingstrosen sind mehrjährige und robuste Pflanzen, deren Blüten eine große Farbvielfalt aufweisen. Ihre Blätter glänzen. Die klassische Pfingstrose wird 70–90 cm hoch. Durch Zucht können die Blütenformen stark variieren: von einfach über halbgefüllt bis zu dicht gefüllt.

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  • 399.  Original Braunvieh

    399. Original Braunvieh

    Ausflug nach Vorarlberg – zu Kuno Staudacher. Er züchtet das “Original Braunvieh”, eine alte Rinderrasse der Region.

    Sendung: Ab 07.07.2025 “Vom Leben der Natur”, ORF Radio Österreich 1

    Das Braunvieh entstand aus verschiedenen sogenannten „Landschlägen“ – regionalen Varianten aus Vorarlberg, der Schweiz,  dem Tiroler Oberland, Südtirol sowie aus dem bayerischen und württembergischen Allgäu. Im 19. Jahrhundert bemühte man sich, diese unterschiedlichen Schläge zu einer einheitlichen Rasse zusammenzuführen. In Vorarlberg wurde diese neue Rasse als „Montafoner Braunvieh“ bekannt – benannt nach dem damals verbreitetsten regionalen Typ.

    Bis 2012 war es noch erlaubt, einzelne Tiere mit ursprünglicher Genetik aus der Schweiz in die Zucht einzubringen. Ab Ende der 1960er-Jahre wurde zudem tiefgefrorener Samen von Brown-Swiss-Stieren aus den USA importiert. Viele dieser Tiere stammten ursprünglich vom Schweizer Braunvieh ab, das etwa 130 Jahre zuvor nach Amerika exportiert worden war. In den USA waren diese Tiere allerdings gezielt auf Hochleistung gezüchtet worden. Mit dem Import des Spermas hielten daher auch amerikanische Zuchtmerkmale Einzug in den österreichischen Braunviehbestand – oft mit einem genetischen Anteil von 25 % bis 50 % Brown Swiss.

    Wenn man heute von „Braunvieh“ spricht, ist damit zumeist dieses leistungsorientierte, amerikanisch geprägte Brown Swiss gemeint. Die ursprüngliche Rasse, wie sie im Alpenraum über Jahrhunderte gehalten wurde, wird daher als „Original Braunvieh“ bezeichnet.

    Das Original Braunvieh ist eine klassische Zweinutzungsrasse – geeignet sowohl für Milch- als auch für Fleischproduktion. Die Tiere sind vergleichsweise klein, was sie besonders weidetauglich für steile Almflächen macht: Sie sind leichtfüßig, robust und können das vorhandene Grundfutter gut verwerten. Das durchschnittliche Gewicht liegt bei etwa 550 Kilogramm. Vom Wesen her gelten sie als sanft, ruhig und ausgeglichen – Eigenschaften, die auch die Arbeit mit ihnen erleichtern.

    Gesprächspartner:

    Kuno Staudacher ist Landwirt und ehemaliger Spartenbetreuer vom Braunviehzuchtverband in der Arche-Austria in Bildstein, Vorarlberg

    1. Gene zwischen Bergen, Tälern, Ozeanen
    2. Klein, sympathisch und geländegängig
    3. Hörner, Blicke und das Leben miteinander
    4. Gene, die erhalten und verändert werden
    5. Eine Kuh, auf die man stolz ist

    Interviewpartner: Hugo Staudacher (Bilderberg, Vorarlberg)
    Instagram: https://www.instagram.com/kuno.st/

  • 398. Zum Verwechseln ähnlich

    398. Zum Verwechseln ähnlich

    Der Ausdruck “Falsche Freunde” bezieht sich auf Wörter, die in mehreren Sprachen ähnlich klingen, aber eine unterschiedliche und unerwartete Bedeutung haben. Auf die Natur übertragen, sind Falsche Freunde Arten, die oft verwechselt werden, weil sie sich optisch ähnlich sind, obwohl sie doch ganz anders sind.

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  • 396. Urwälder des Baltikums

    396. Urwälder des Baltikums

    Die Wälder Estlands: Die Landschaftsökologin Anneli Palo spricht über eine alte Kulturlandschaft im Baltikum.

    Estland als nördlichstes Land im Baltikum ist geprägt von einer Mischung aus Nadel- und Laubbäumen sowie einer flachen Landschaft mit einer mittleren Höhe von 50 Metern über dem Meeresspiegel. Neben Wäldern gibt es vermoorte Gebiete, Sandböden und Kalksteingebiete.

    Mehr als die Hälfte des Landes ist bewaldet, wobei etwa 30 % der Wälder als kontinuierlich gewachsene Naturwälder gelten. Die Landnutzung hat sich über Jahrhunderte verändert: Während die Landwirtschaft früher vor allem auf fruchtbaren Böden konzentriert war, wurden im 20. Jahrhundert durch zunehmende Technisierung auch andere Gebiete erschlossen.

    Rund 20 % der estnischen Wälder stehen heute unter Naturschutz. In geschützten Gebieten wird darauf geachtet, dass der Wald eine vielfältige Struktur aufweist, darunter unterschiedliche Baumhöhen, Sträucher und Totholz. Bestimmte Arten, wie Flechten oder seltene Käfer dienen als Indikatoren für naturnahe Waldgebiete.

    Die Jahreszeiten bringen unterschiedliche Veränderungen in der Wahrnehmung des Waldes mit sich. Während der Winter geruchsarm ist, sind im Herbst feuchte, erdige Aromen von Pilzen und Laub zu spüren. Der Sommer zeichnet sich durch Blütenduft aus, während im Frühling die ersten Blüten und frischen Farben dominieren.

    Wälder spielen eine wichtige Rolle im Leben der Estinnen und Esten. Sie sammeln Pilze und Beeren und viele besitzen kleine Waldstücke oder Sommerhäuser in der Natur, die ihnen als Rückzugsorte dienen. Estlands Gesetzgebung ermöglicht den freien Zugang zu nicht eingezäunten Naturflächen.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Sendung: 17.03.2025 – 21.03.2025, ORF Radio Österreich 1

    Foto: Anneli Palo

    Link zur Sendung

    Gesprächspartnerin:
    Die Landschaftsökologin Anneli Palo, PhD
    Link: https://ut.ee/en/employee/anneli-palo
    Department of Geography
    Universität Tartu
    Estland


     

    Teil 1: Bunt gemischte Baumarten in flachen Regionen. Filename: radio_398_1

    Teil 2: Die Geschichte der Landnutzung. Filename: radio_398_2

    Teil 3: Ökologische Kartierung. Filename: radio_398_3

    Teil 4: Sinnliches Erlebnis der Jahreszeiten. Filename: radio_398_4

    Teil 5: Rückzugsort in der Natur. Filename: radio_398_5

  • 395. Rotte, Schwarm und Rudel

    395. Rotte, Schwarm und Rudel

    Sozial lebende Tiere bleiben länger zusammen als es für die reine Fortpflanzung – das Aufwachsen der Jungen – notwendig wäre. Viele dieser Tiergruppen haben eigene Namen: Bei Vögeln und Fischen ist es der Schwarm, Schafe und Kühe leben in der Herde, bei Gänsen ist es die Schar, Wölfe und Hunde leben im Rudel und bei Wildschweinen ist es die Rotte, ein Verband, der von erfahrenen Weibchen angeführt wird.

    Es sind vor allem die sozial lebenden Tierarten, die vom Menschen domestiziert wurden, Hasen als Beispiel für nicht domestizierte Tiere sind Fluchttiere, die nicht in Verbänden leben, die über die reine Fortpflanzung hinausgehen.

    Die Vorteile des Zusammenlebens liegen auf der Hand: Die Chance, gefressen zu werden, sinkt mit der Anzahl der Individuen, ein Fressfeind kann verwirrt werden, weil sich die Gruppe unerwartet bewegt oder aufteilt. Es kann auch selbst besser gejagt werden. Es gibt auch physikalische Vorteile, zum Beispiel beim Vogelflug, wenn die V-Formation den Luftwiderstand für alle, die nicht an der Spitze fliegen, verringert. Warum es aber Individuen gibt, die als “Leader” die Führung übernehmen, ist Gegenstand der Verhaltensforschung.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Teil 1: 10.02.2025. Der Wildbiologe Klaus Hackländer spricht über die Gemeinschaft der Wildschweine. Filename: radio_395_gruppe_1

    Teil 2: 11.02.2025. Der Imkermeister Marian Aschenbrenner erzählt von den Honigbienen. Filename: radio_395_gruppe_1

    Teil 3: 12.02.2025. Die Biologin Didone Frigerio erzählt von Graugänsen in der Gruppe. Filename: radio_395_gruppe_3

    Teil’ 4: 13.02.2025. Die Tiertrainerin Lina Oberließen über das Wolfsrudel. Filename: radio_395_gruppe_4

    Teil 5: 14.02.2025. Der Verhaltensforscher und Biologe Kurt Kotrschal spricht über das artübergreifende Zusammenleben. Filename: radio_395_gruppe_5


    Links:

    1. Klaus Hackländer, Univ.Prof. Dipl.-Biol. Dr.rer.nat., Leiter vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, Universität für Bodenkultur in Wien, https://boku.ac.at/personen/person/63763DC327656602

    2. Marian Aschenbrenner, Gründer und Obmann des Vereins Bienenzentrum, http://www.biezen.at

    3. Dr.in Didone Frigerio, Stv. Leiterin der Konrad Lorenz Forschungsstelle, https://klf.univie.ac.at/de/team/

    4. Dr.in Lina Oberließen, Wissenschaftskoordinatorin vom Wolfforschungszentrum der Veterinärmedizinischen Universität Wien, https://www.wolfscience.at/de/unser-team/unsere-menschen/lina-oberliessen/

    5. ao. Univ.-Prof. i.R. Mag. Dr. Kurt Kotrschal, https://ufind.univie.ac.at/de/person.html?id=2793

     

     

  • 394. Archäen – Extremökologie

    Mikroorganismen sind Lebewesen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Dazu zählen Einzeller, Bakterien und Archaeen, die zu den einfachsten Lebensformen gehören und früh in der Evolution entstanden sind. Diese Organismen sind weniger als ein Millionstel Meter groß und besitzen keinen Zellkern. Ihre Struktur besteht aus einer einfachen Zellhülle, die alle lebensnotwendigen Komponenten enthält.

    Nach heutigem Verständnis entstanden Archaeen gleichzeitig mit Bakterien, vermutlich früh nach der Entstehung der Erde. Sie kommen in extremen Lebensräumen vor, wie etwa in heißen Quellen, stark salzhaltigen Umgebungen oder an Orten mit hohem Druck. Ihre Überlebensstrategien und Anpassungsmechanismen sind Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Ziel ist, ihre Funktionsweise zu verstehen und mögliche Anwendungen, etwa in der Biotechnologie, zu identifizieren.

    Thermophile Mikroorganismen leben in Umgebungen mit sehr hohen Temperaturen, wie etwa in heißen Quellen oder hydrothermalen Tiefseequellen. Diese Organismen haben hitzebeständige Enzyme entwickelt, die auch bei Temperaturen von über 100 Grad Celsius funktionsfähig bleiben. Halophile Mikroorganismen wiederum hingegen kommen in stark salzhaltigen Umgebungen vor. Auch sie haben evolutionäre Mechanismen zur Anpassung entwickelt.

    Die extremophilen Lebensformen erlauben, Erkenntnisse für die Grundlagenforschung und für praktische Anwendungen zu gewinnen, sie ermöglichen Aufschlüsse auf die ersten Lebensformen, die vor mehr als zwei Milliarden Jahren auf der Erde entstanden sind.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Sendung: 27.01.2025 – 31.01.2025 Österreich 1 Radio / 08:55 Uhr – 09:00 Uhr

    Service

    Gesprächspartnerin:
    Univ.-Prof.in Dr.in Christa Schleper
    Department für Funktionelle und Evolutionäre Ökologie
    Leiterin der Arbeitsgruppe Archaea-Ökologie und Evolution
    Universität Wien
    1030 Wien, Djerassiplatz 1
    https://archaea.univie.ac.at/team/schleper/


     

    Teil 1: Die Grenze des Möglichen. Filename: radio_394_archaeen_1

    Teil 2: Kochende Tümpel. Filename: radio_394_archaeen_2

    Teil 3: Salziges Wasser. Filename: radio_394_archaeen_3

    Teil 4: Die Gründe zum Überleben. Filename: radio_394_archaeen_4

    Teil 5: Kontrollierte Bedingungen – Besuch im Labor. Filename: radio_394_archaeen_5

    Link zur Sendung: https://oe1.orf.at/programm/20250127/782770/Archaeen-1