Es ist keine Kunst, in der Ruhezone der Eisenbahn etwas zum Aufregen zu finden. Steigt einer ein. Setzt sich fast hin und fragt: “ist da frei?”. “Grüß Gott, bitte gerne.” Lektion erteilt. Man grüßt. Kontaktaufnahme. Anfänger. Sein Telefon läutet nach 2 Minuten. Maximal laut, und der Klingelton das Scheppern eines Weckers. Kurzes Gespräch. Nach weiteren zwei Minuten noch ein Anruf. “Könnten Sie das auf lautlos stellen, das geht einen ja in den Bauch”. “Ja”. Konziliantes Gegenüber. Er sucht keinen Streit. Und verabschiedet sich nach einer halben Stunde in St. Pölten mit einem freundlichen “Auf Wiedersehen”.
Eisenbahn
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ADW020 Bahnhof České Budějovice
Bunte Stimmen und Klänge am Bahnsteig der Hauptstadt der Südböhmischen Region, České Budějovice. Das Beitragsfoto ist im Bahnhof selbst entstanden, die Bahnhofsbuchhandlung. Die Aufnahme stammt vom Bahnsteig. Es ist Samstag Mittag, es ist viel Betrieb.Eine der schönsten Mischungen von Klängen und Geräuschen sind Bahnhofsansagen. Meist beginnen sie mit einer charakteristischen Melodie. Geübte Bahnreisende kennen sie vielleicht auswendig. Die Melodie von Budapet Keleti vielleicht, oder jene der Pariser Bahnhöfe. Oft sind sie mit Erinnerungen verbunden, weil man am Bahnhof auf jemanden gewartet hat. Und dann kommt die charakteristische Ansage. Was kommt zuerst? In welchen Sprachen? Bahnhofsansagen laden im besten Fall zu Beziehungen ein. Wer sie später hört, wird sich daran erinnern. Ich bin bei dieser Aufnahme zu meinen Eltern aufs Land gefahren, wo mich meine Kinder auch erwartet haben.
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LUT037 Bad Ischler Bahn
Die Bad Ischler Bahn verband Salzburg mit Bad Ischl im Salzkammergut von 1893 bis 1957.Werner Schleritzko hat diese Bahn “erlernt” – er hat erforscht und recherchiert, was es zu dieser Bahn an Wissen gibt.
Im Gespräch erzählt er über die Wirtschafts- und Betriebsgeschichte dieser Schmalspurbahn, und wir erfahren viel über Eisenbahnbetreiber, Eisenbahnfreunde, und die
Herausforderungen, den “historischen Schatten” einer heute eingestellten und ehemals wunderschön verlaufenden Bahnlinie herauszufinden.Werner hat mit diesem Wissen dann ein Buch geschrieben.
Link zum Wikipedia Artikel
Link zum Buch von Werner Schleritzko: Mythos Ischler Bahn -

ADW015 Zug in Stainach-Irdning
Eine Nachtfahrt zwischen Leoben und Salzburg. Der Intercityzug ist schlecht beleuchtet, und dann und wann erzählt eine Stimme vom nächsten Halt. Zum Beispiel vor dieser Station: Stainach-Irdning. Als Bahnknotenpunkt ist dieser Ort in Österreich bekannt wie Attnang-Puchheim oder Neumarkt-Kallham.Wer am späten Abend an einem Wochenende in einem Intercity irgendwo zwischen Leoben und Salzburg fährt, wird sich schnell einmal ein wenig einsam fühlen. Es ist kaum jemand im Zug. Die Sonne ist schon lange untergegangen. Eigentlich ist nichts zu tun. Dann und wann huscht die Schaffnerin im Gang vorbei – und dann und wann kündigt sie den nächsten Halt an. Ein Gesang ist ihre Ankündigung der nächsten Zukunft. Eine Begegnung. Für wie viele Menschen wohl hier in diesem Zug?
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ADW013 Flåmsbahn
Eisenbahnfahrt in Norwegen. Mit schönen Kurven und Tacktack.The Flåm Railway is a scence railway in Norway. It runs from the mountain station at Myrdal on the Bergen Railway, down to Flåm station nestled in the innermost corner of the Aurlandfjord.
Die Schienen der Eisenbahnen sind ja mittlerweile überall so verbunden, dass es keine Lücken mehr gibt. Folglich gleiten die Räder der Bahn über die Schienen, ohne einen Rhythmus zu verursachen. Wer genau diesen Rhythmus aber gerne hat, weil er das Gefühl des Bahnfahrens vermittelt, findet (oder fand) ihn an einer Bahnstrecke auf dem Weg nach Bergen. Da gibt es in Myrdal eine Stichbahn hinunter nach Flåm, und auf dieser Strecke erzählt das Tack-Tack der Eisenbahn über die Geschwindigkeit, die Kurven. Was die Erinnerung ergänzt ist die Aussicht und die Reisebegleitung, die man zu dieser Zeit so sehr geliebt hat.
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ADW003 Klapperanzeige Paris
Bahnverbindungen werden am Gare du Nord in Paris immer noch am Klapperboard angezeigt. Im Gegensatz zu Monitoren ist das akustisch äußerst hübsch. So ein Board musste einmal ungeahnte Vorteile gehabt haben. Heute erscheint es aber logisch, dass die mechanische Bewegung der Farbplättchen der Anzeige von Zügen auf Monitoren unterliegt. Was wohl der richtige Name dafür ist?Monitore als Anzeigetafeln sind bequem für die Betreiber. Aber so richtig toll sind klappernde Anzeigetafeln, die die Verbindungen der Züge am Bahnhof anzeigen. Die sich verändern, die Rattern, neu gestalten, alles zeigen. Was für ein Leben. Und gerne wartet man am Bahnhof lange auf den nächsten Zug. Eine meiner schönsten Aufnahmen und Reisezustände.
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PHS163 Sprache der Eisenbahn
Die Eisenbahn wurde von Ingenieuren entwickelt. Von Experten. Sie verwenden ihre Fachsprache, wenn sie über die Eisenbahn und ihren Betrieb reden.
Verwendet wird die Eisenbahn aber von allen Menschen. Sie verwenden ihre Alltagssprache, wenn sie über die Eisenbahn und ihren Betrieb reden. Es geht um die Verbindung dieser Sprachen in dieser Sendung. Es geht um die Sprache der Eisenbahn.
Und wenn Sie nach dem Beitrag noch Lust haben, zuzuhören: ein Gespräch mit dem Eisenbahnhistoriker Alfred Horn haben wir in Gösing an der Mariazellerbahn aufgenommen.
Ein Buch möchten wir Ihnen auch vorstellen:
Quantenfische. Die Stringtheorie und die Suche nach der Weltformel von Dieter Lüst. Der Autor ist Leiter des Arnold Sommerfeld Instituts für Physik an der Ludwig Maximilans Universität München und Direktor am Max Planck Institut für Physik in München. Um die Stringtheorie zu erklären, greift Dieter Lüst in diesem Buch auf das Modell des Lebens von Fischen in einen Teich zurück. Die Quantenfische. Und der Quantenfischteich, in dem sie leben, ist nur eine unter vielen Möglichkeiten. Eines Tages fassen die Fische den Plan, ihren Teich zu verlassen, nicht zuletzt um die eigene Fischart vor dem Aussterben zu bewahren. Der aktuelle Stand des Wissens, zusammengefasst, mit einem sympathischen Modell beschrieben und verständlich dargestellt. Erschienen im C.H. Beck Verlag München.
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Verkehrsfragen der NZZ
Aus der NZZ: Zehn Fragen an den öffentlichen Verkehr
1. Weshalb werden die seitlichen Liniennummer- und Zielanzeigen bei den S-Bahn-Zügen immer kleiner?
2. Weshalb erwidert die Dame am Bahnschalter das Begehren «Ich möchte nach London» mit einem ungläubigen Blick und der Frage «Mit dem Zug?»
3. Weshalb ist in den IC-Doppelstockwagen und -Neigezügen der SBB ein Arm zu heben, damit sich die automatische Abteiltüre auch tatsächlich öffnet?
4. Weshalb können zwar Sitzplätze, nicht aber Billette für internationale Züge länger als drei Monate im Voraus gebucht werden?
5. Weshalb müssen Busse ausschliesslich stufenlose Eingänge, dahinter aber zahllose Schwellen haben?
6. Weshalb werden die Billettautomaten immer grösser, wo doch die Rechner offensichtlich immer kleiner werden?
7. Weshalb kommt es immer wieder vor, dass das Schweizer Zugpersonal in verspäteten Zügen nicht erwähnt, welche Anschlüsse gewahrt werden und welche nicht?
8. Weshalb müssen Trams und Busse des Nahverkehrs, mit denen man nur Kurzstrecken zurücklegt, klimatisiert sein, zumal doch durch Fenster, die sich öffnen liessen, während der Fahrt mit Wind zu rechnen wäre?
9. Weshalb muss man, um mit den SBB zu telefonieren, eine zusätzliche Gebühr bezahlen, wo doch sonst Beratungsgespräche gratis sind?
10. Wofür steht in der Schweiz bei den S-Bahnen das S, zumal auch auf dem Land und im französischen und italienischen Sprachraum?
Quelle: NZZ vom 15.10.2009
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Nach Venedig ist's nicht lustig
Da fährt man in so einem Depressivenzug in der Früh von Wien Süd in Richtung Venedig. Die Leut’ hängen rum, saufen und verschütten Bier im Speisewagen in aller Früh, den Kellner schmeißt’s und ein Mr. Allknow erklärt den Umliegenden die Welt. Im Abteil lehnen alle in einem Eck und irgendwie könnten wir da ein wenig Heiteres vertragen. Aber bloß keinen Animator.

