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Wien

Eisenbahn

  • ADW003 Klapperanzeige Paris

    ADW003 Klapperanzeige Paris

    Bahnverbindungen werden am Gare du Nord in Paris immer noch am Klapperboard angezeigt. Im Gegensatz zu Monitoren ist das akustisch äußerst hübsch. So ein Board musste einmal ungeahnte Vorteile gehabt haben. Heute erscheint es aber logisch, dass die mechanische Bewegung der Farbplättchen der Anzeige von Zügen auf Monitoren unterliegt. Was wohl der richtige Name dafür ist?

    Monitore als Anzeigetafeln sind bequem für die Betreiber. Aber so richtig toll sind klappernde Anzeigetafeln, die die Verbindungen der Züge am Bahnhof anzeigen. Die sich verändern, die Rattern, neu gestalten, alles zeigen. Was für ein Leben. Und gerne wartet man am Bahnhof lange auf den nächsten Zug. Eine meiner schönsten Aufnahmen und Reisezustände.

  • 122. Westbahn

    Seit Dezember 2011 fährt nun eine weitere Eisenbahngesellschaft zwischen Wien und Salzburg. Das soll den Kunden freuen – gelächelt wird, wie nie zu vor auf dieser Strecke, die Westbahn heißt, gleich wie der Firmenname dieses neuen Konkurrenten der guten alten wohlbekannten ÖBB. Ohne Zweifel: Westbahn ist das Wort der Woche.

    Filename: radio122_wow_westbahn

    Manuskript

    Seit Sonntag fährt nun eine weitere Eisenbahngesellschaft zwischen Wien und Salzburg. Das soll den Kunden freuen – gelächelt wird, wie nie zu vor auf dieser Strecke, die Westbahn heißt, gleich wie der Firmenname dieses neuen Konkurrenten der guten alten wohlbekannten ÖBB. Ohne Zweifel: Westbahnist das Wort der Woche.

    Die Westbahn, das ist die Bahnstrecke von Wien nach Linz und Salzburg. Mit Verbindungen weiter nach München und Innsbruck. Und diese Bahn war weitgehend unbedeutend in der Zeit, in der sie gebaut wurde.

    Die Hauptachsen des Verkehrs liefen nämlich nicht von Osten nach Westen, sondern von Norden nach Süden. Wir befinden uns im österreichischen Kaiserreich. Wirtschaftsraum Tschechoslowakei, Anschlusshafen Triest. Das war die Nordbahn – die allererste Eisenbahnlinie der Monarchie.

    Wir schreiben das Jahr 1851. Ein Staatsvertrag mit Bayern hält nun auch den Bau einer Eisenbahnstrecke von Wien in den Westen fest. Der Wiener Großhändler und Bergbauunternehmer Herman Dietrich Lindheim erhält den Zuschlag für den Bau einer Privatbahn von Wien in den Westen. Der Eisenbahnhistoriker Alfred Horn:

    Es kam zur Entwicklung verschiedenster Trassenvarianten, die sowohl links als auch rechts der Donau verlaufen wären. Erstmals schaltete sich das Militär massiv in Trassenstudien ein und verlangte ultimativ, dass die Strecke von Wien nach Linz in einem Abstand, der nicht mehr im Einflussbereich auch schwerster Geschütze von der linken Seite der Donau stand, auszuführen wäre. Die ursprüngliche Trasse entlang des rechten Donauufers, wie sie heute die Franz-Josefs-Bahn nach Tulln einnimmt, schied dadurch aus, und musste auf Kosten einer sehr ungünstigen Linienführung durch die Berge des Wienerwaldes vorgenommen werden.

    Erst nach dem 1. Weltkrieg steigt die Bedeutung der Bahnstrecke der Westbahn mit dem Verschwinden der Nord-Süd-Achse. – Krieg und Zerstörung entlang der Strecke dann im 2. Weltkrieg.

    Die Geschwindigkeitserhöhung: unmittelbar nach dem Krieg war man froh, dass man überhaupt wieder fahren konnte, dann hat man zögernd auf 90 km erhöht, auf 100, auf 120, dann mit den neuen Triebwagen auf 140. Und mit Beschaffung neuer Lokomotiven dann auf 160, und jetzt letztendlich auf 200.

    Die Westbahn wird seit 1901 durchgehend zweigleisig befahren, seit 1952 ist sie vollständig elektrifiziert. Heute wird sie in weiten Teilen vierspurig betrieben, Spitzengeschwindigkeiten bei Testfahrten sind im Gebiet Ybbs und Pöchlarn auch schon mit 305 km/h möglich. Neubaustrecken und Tunnelanlagen beschleunigen den Verkehr weiter: doch viel wird man nicht erreichen, die Geschwindigkeitsprofile gleichen einem Sägeblatt: schnell, langsam, schnell. Wer wirklich schnell fahren will, der muss schnell bleiben – so einfach ist das – und das geht eben besser in Frankreich als bei uns im kleinräumigen Österreich, durch den Wienerwald, durch schmales Tal und wechselhafte Landschaft.

    Aber sicherer ist sie geworden, die Westbahn. Heute wird zunehmend mit ETCS gefahren, dem europäischen modernen Zugsicherungssystem. Die Westbahn ist heute wichtiger Teil des TEN-Netzes Paris-Wien-Bratislava und Budapest, Teil also des Infrastrukturnetzes der Europäischen Union, das neben Autobahn und Eisenbahn auch das Energie- und Kommunikationsnetz beinhaltet.

    Nach Abschluss aller Ausbaumaßnahmen, soll letztendlich das 1-2-3-Schema verwirklicht sein. Eine Stunde nach Linz, zwei nach Salzburg, und drei nach Innsbruck und München.

    Mit welcher Kompanie man in Zukunft auch fahren will, die Westbahnstrecke bringt einen durch einen guten Teil Österreichs, bei Gesprächen mit Mitreisenden, vielleicht einem guten Buch. Sehr oft ein schöner Ausblick, und wer genau schaut: Auch heute sind noch vereinzelt Grenzsteine mit den Initialen K.E.B. zu finden. K.E.B, Erinnerungen an die ehemalige „Kaiserin Elisabeth Bahn“.

  • PHS163 Sprache der Eisenbahn

    PHS163 Sprache der Eisenbahn

    Die Eisenbahn wurde von Ingenieuren entwickelt. Von Experten. Sie verwenden ihre Fachsprache, wenn sie über die Eisenbahn und ihren Betrieb reden. 

    Verwendet wird die Eisenbahn aber von allen Menschen. Sie verwenden ihre Alltagssprache, wenn sie über die Eisenbahn und ihren Betrieb reden. Es geht um die Verbindung dieser Sprachen in dieser Sendung. Es geht um die Sprache der Eisenbahn.

    Und wenn Sie nach dem Beitrag noch Lust haben, zuzuhören: ein Gespräch mit dem Eisenbahnhistoriker Alfred Horn haben wir in Gösing an der Mariazellerbahn aufgenommen.

    Ein Buch möchten wir Ihnen auch vorstellen:

    Quantenfische. Die Stringtheorie und die Suche nach der Weltformel von Dieter Lüst. Der Autor ist Leiter des Arnold Sommerfeld Instituts für Physik an der Ludwig Maximilans Universität München und Direktor am Max Planck Institut für Physik in München. Um die Stringtheorie zu erklären, greift Dieter Lüst in diesem Buch auf das Modell des Lebens von Fischen in einen Teich zurück. Die Quantenfische. Und der Quantenfischteich, in dem sie leben, ist nur eine unter vielen Möglichkeiten. Eines Tages fassen die Fische den Plan, ihren Teich zu verlassen, nicht zuletzt um die eigene Fischart vor dem Aussterben zu bewahren. Der aktuelle Stand des Wissens, zusammengefasst, mit einem sympathischen Modell beschrieben und verständlich dargestellt. Erschienen im C.H. Beck Verlag München.

  • 119. Die Sprache der Bahn

    119. Die Sprache der Bahn

    Vom Schaffner zum Zugbegleiter: Ob Weichenstellung, Schlusslicht, oder das Licht am Ende des Tunnels. Die Eisenbahn ist eng mit der Sprache unseres Alltags verwoben. Ist das auch umgekehrt? Wie kommt der Alltag zur Bahn? Und wer weiß genau, ob man jetzt richtig ein “Ticket”, eine “Fahrkarte”, oder einen “Fahrausweis” verlangt? Wer formuliert die Durchsagen am Bahnsteig, welche Rolle spielt modernes Marketing und wie hat sich die Sprache der Bahn im Laufe der Zeit verändert? Eine Sendung über Sprache und Begriffe des österreichischen Bahnalltags.

    Filename: radio119_mom_bahnsprache

  • Verkehrsfragen der NZZ

    Aus der NZZ: Zehn Fragen an den öffentlichen Verkehr

    1. Weshalb werden die seitlichen Liniennummer- und Zielanzeigen bei den S-Bahn-Zügen immer kleiner?

    2. Weshalb erwidert die Dame am Bahnschalter das Begehren «Ich möchte nach London» mit einem ungläubigen Blick und der Frage «Mit dem Zug?»

    3. Weshalb ist in den IC-Doppelstockwagen und -Neigezügen der SBB ein Arm zu heben, damit sich die automatische Abteiltüre auch tatsächlich öffnet?

    4. Weshalb können zwar Sitzplätze, nicht aber Billette für internationale Züge länger als drei Monate im Voraus gebucht werden?

    5. Weshalb müssen Busse ausschliesslich stufenlose Eingänge, dahinter aber zahllose Schwellen haben?

    6. Weshalb werden die Billettautomaten immer grösser, wo doch die Rechner offensichtlich immer kleiner werden?

    7. Weshalb kommt es immer wieder vor, dass das Schweizer Zugpersonal in verspäteten Zügen nicht erwähnt, welche Anschlüsse gewahrt werden und welche nicht?

    8. Weshalb müssen Trams und Busse des Nahverkehrs, mit denen man nur Kurzstrecken zurücklegt, klimatisiert sein, zumal doch durch Fenster, die sich öffnen liessen, während der Fahrt mit Wind zu rechnen wäre?

    9. Weshalb muss man, um mit den SBB zu telefonieren, eine zusätzliche Gebühr bezahlen, wo doch sonst Beratungsgespräche gratis sind?

    10. Wofür steht in der Schweiz bei den S-Bahnen das S, zumal auch auf dem Land und im französischen und italienischen Sprachraum?

    Quelle: NZZ vom 15.10.2009

  • Nach Venedig ist's nicht lustig

    Da fährt man in so einem Depressivenzug in der Früh von Wien Süd in Richtung Venedig. Die Leut’ hängen rum, saufen und verschütten Bier im Speisewagen in aller Früh, den Kellner schmeißt’s und ein Mr. Allknow erklärt den Umliegenden die Welt. Im Abteil lehnen alle in einem Eck und irgendwie könnten wir da ein wenig Heiteres vertragen. Aber bloß keinen Animator.

  • Biotope

    Neulich im Zug eine Situation, die den noblen Herrn gegenüber eigentlich zum Auszucken bringen hätte müssen. Hätte müssen, denn er las ein Buch, war friedlich, still, vergnügt. Der Titel des Buches begann mit “feucht”. Die Farbe des Einbands: rosa. Nähere Informationen im Magazin Format. Genauere Recherche brachte Folgendes: Ein Feuchtgebiet ist ein Gebiet, das im Übergangsbereich von trockenen zu dauerhaft feuchten Ökosystemen liegt. Flora und Fauna sind an den ganzjährigen Überschuss von Wasser angepasst. Aber interessant ist der Link zum Qualitätsradio: Link zum DeutschlandRadio. Das lesen also die Herrschaften, sind entspannt, und man freut sich, es ist Literatur.

  • Erinnern Sie sich?

      / Österreichs Städte haben Zeit für Sie

    Werbeplakate aus der Eisenbahn der 70er Jahre. Fahren auch heute noch auf manchen Strecken mit.

      / Österreichs Städte haben Zeit für Sie

    Ähem. Und das zugehörige Klo in diesem Waggon – befahren im Jahr 2007 – sieht immer noch so aus wie damals. Der leicht süßliche Geruch wird sich vielleicht auch auf Distanz in Erinnerung rufen?

      / Österreichs Städte haben Zeit für Sie

    Link: Radiobeitrag zum Trockenseifenspender