Warum das Übertragen einer Stimme in eine andere Sprache verführerisch nett wäre, aber fett gruselig ist, kann man derzeit in zwei bemerkenswert gut gemachten Podcastepisoden hören.
Podcasting
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Podcast Metakram besprechen
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Ich höre gerade mit Interesse dieses Gespräch mit Maria Lorenz-Bokelberg, die in Deutschland Podcasts produziert. Viele spannende Meta-Inhalte und besonders bemerkenswert aus meiner Sicht die fehlende Verbindung zur Sendegate-Community. Es gibt da wirklich parallele Universen ohne Querverbindungen. Das ist für mich aber auch die Stärke der Podcasterei – dass es verschiedene Zentren gibt, aus denen sie sich entwickelt.
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Gefühlt gefüllt
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Michael Fälbl und Lothar Bodingbauer unterhalten sich, wie und wann Podcasts in Österreich entstanden sind.
Link zur Folge 25 von Erinnerungslücken | Erinnerungslücken abonnieren
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Remote-Aufnahme in Studioqualität
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Dieses Set kann man per Post verschicken: ein Yahama AG-03 Interface/Mischpult über USB an den Computer angebunden, Headset Beyerdynamic DT-297 dabei, Verbindung über Studiolink. Das Ganze kann mit der Post verschickt werden.
Einstellungen:
- +48V Phantomspeisung ON / für Mikrofon
- Ausgangslevel auf “normal”, also 3/4
- Computerton möchte man hören, daher Regler auf Mitte (anpassbar)
- Kopfhörerlevel insgesamt (mit eigenem Ton), auf Mitte (anpassbar)
- ON natürlich – das ganze Ding eingeschaltet
- Mikrofoneingang mal auf Mitte (anpassbar)
- Effekt aus – sonst klingt’s nach Keller
Wie klingt es? Zum Beispiel so. Aufnahme remote:
Alternativ ist auch ein Focusrite Solo – sogar noch kleiner – möglich. (Foto als PDF)

48V muss gedrückt sein, Direct Monitor gedrückt. Air eher nicht gedrückt. -
Aspekte der Stimmbildung
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in Podcasting
Download: Handout (pdf) Die Stimme ist ein Instrument. Bei täglichem Üben (10 min) sind erste Erfolge nach sechs Wochen unüberhörbar. Stimmbildung hat Auswirkungen auf die Kommunikation mit anderen Menschen. Es zahlt sich aus.
Link zum Online-Sprechtraining: https://www.sprechkontakt.at/training/
Was aus Entfernung einfach als „Stimme“ ankommt, besteht in Wirklichkeit aus dem Zusammenwirken mehrerer Aspekte. Jeder Aspekt ist separat trainierbar.
1. Zeitraum beanspruchen. Inhalt braucht Zeit. Pausen. Stille. Ausatmen. Einatmen. Pausen zwischen Sätzen, zwischen Aufzählungen: Langsamkeit und Ruhe. Zeitraum hat mit Selbstbewusstsein zu tun. Mit dem Ertragen einer Wirkung.
2. Die Aussprache. Die „gemäßigte Hochlautung“ ist die Aussprache geschulter Sprecher:innen. Es ist weniger das perfekt „r“ oder „s“ sondern die Richtige Länge und Geschlossenheit/Offenheit der Selbstlaute a-e-i-o-u. Das Training sollte hier nur mit Lehrer:in erfolgen. Übungen dazu täglich.
3. Agogische Aufbereitung der Sätze. Das kommt zusätzlich und schafft besser erkennbare Sinnzusammenhänge. “Sprich einmal laut und einmal leise, einmal langsam, einmal schnell, einmal hoch und einmal tief” – das ist ein Aspekt davon, Pausen innerhalb von Sätzen (und der Fluss der Sprache darin) ein anderer. Achtung: Nur wenige Kommas zeigen Sprechpausen an.
4. Die Resonanz. „Die Sonne „tööööönnnnn“. Das hat etwas mit Frequenz und Zeitraum zu tun, mit Energie.
5. Zu Beginn: Erst ausatmen, dann einatmen. Und dann: Pausen – kann man üben.
6. Das Gegenüber. Kann im Theater in der hintersten Ecke sitzen – dort will man seine Stimme hinschicken. Das kann man lernen und zahlt sich aus. Präsenz.
7. Der Stimmsitz. Mit welcher Frequenz spreche ich meine Gegenüber an. Eher tiefer wäre besser, gemeint ist aber: eher mehr Frequenzen. Öffnen. Meist nach unten hin. Das muss man herausfinden.
8. Inhalt und Klang. Wie bei Büchern oder Zeitungen, die (diskursive) gute Inhalte nicht mit unpassenden Schriftsätzen drucken, wird auch die Stimme mit den Inhalten in Verbindung gebracht. Wir werden üben, den Eindruck zu beschreiben.
9. Die Grenze. Profi-Sprecher:innen haben ihre Stimme zum Beruf gemacht. Professionelle Aufträge sollten auch von ihnen gemacht werden. Das zu erkennen, ist auch ein wichtiger Aspekt für Nicht-Profis.
10. Die Authentizität. Man ist, wie man spricht. Und in jedem Moment spricht man so, wie man ist. Die gebildete Stimme kann wie eine Fremdsprache eingesetzt werden. Im normalen Gespräch ist das meist nicht notwendig. Das zu erkennen ist ein Teil der Stimmbildung.
Die 6 Häuser der Stimme
- Erzählen
- Miteinander sprechen
- Text lesen (Buch)
- Text lesen (Manuskript, geschrieben für gesprochene Sprache)
- Schauspiel, Drama
- Komik / Cartoon
Möglichkeiten zur Reparatur …
Die eigene Einschätzung täuscht oft. Meistens hilft:
- Tiefer / nach unten offener
- Weniger auf und ab
- Härter, sachlicher
- Die Sprache in die Weite senden, wo jemand ist
- Nicht so intim / freundlich / nah ran
- Zeitraum beanspruchen
- Pausen
12 Tipps / Übungen
- Ausatmen vor dem Einatmen
- Unhörbar nachatmen
- Wasser dabei haben
- Mikrofondisziplin
- Nicht jeder Beistrich ist eine Pause
- Wörter ohne Information nicht betonen (davon/daher werden nie betont)
- R vorne: dedlängen-dedlängen-dedlängen-drängen
- CH vorne: durich-durich-durich-durch
- Klares kurzes Ei: land-land-land-leise (kurz)
- Resonanzübung: die Sonne tönt, singen:
Major Ascending/Minor Descending (YouTube Link dazu) - Beim Gehen erzählen, was man sieht. Ohne Äh’s aber gerne mit kleinen Pausen.
- Hören. Zuhören.
Hörbeispiele
Manuskriptbeispiele
Kriterien der Beschreibung und Bewertung
- Zielgruppenorientiert
- Tempo, Tempovariationen
- Rhythmus / binnen-Rhythmus
- Emotionalität (Sprecher:in/Zuhörende)
- Unterhaltend
- Wortwahl
- Betonung
- Modulation / Tonhöhe / Melodie
- Deutlichkeit der Aussprache
- Authentizität / „normal klingen“
- Persönlichkeit erkennbar
- Gespräch – Manuskriptvortrag
- Nähe – Distanz
- Angenehm
- Atmung / Nachatmen / Klicken
- Umgebungsgeräusche
- Pausen
- Dialekt
- Stil (Gespräch, Kinderbuch, Reportage) Tradition/Epoche
- Sendung mit der Maus – Faktor
(lieb/einfach/persönlich/nette Schulmeisterei/an die Hand/Erinnerung) - Rolle, Haltung
- Nachvollziehbarkeit
- Verlautbarungsfaktor
- Wärme-Kälte / Guter Wille / positiv gestimmt
- Druck in der Stimme / „pressen“
- Präsenz / Skala 1 2 3
- Ähm-Faktor
- Eng – weit / Skala 1 2 3
- Mag-ich – Koeffizient
- Aversionsfaktor
20 mal Troubleshooting
20 Highlights | Troubleshooting
- Richtig große Probleme hört man selbst im allgemeinen nicht.
- Komisches R bei Arbeit? Weglassen oder üben: Ale Ale Ale – Arbeit.
So sitzt das r an der richtigen Stelle (vorne) - Komisches R bei drängen? Üben: de-dlängen, de-dlängen, de-dlängen – drängen. So sitzt das r an der richtigen Stelle (vorne).
Ebenso bei drei (de-dlei). - Komisches Krachen bei durch? Üben: Dur-ich, Dur-ich, Dur-ich, und dann das i weg. Durch. So sitzt das ch an der richtigen Stelle (vorne).
- Der – dem – den. Das sollte passen! Alle E’s sind lange und geschlossen.
- Vokale: Lang oder kurz, offen oder geschlossen? Das kann man nicht immer vorhersagen und muss (einzeln) gelernt werden. Generelle Regeln sind kaum vorhanden. Das zahlt sich aus, denn sie machen 3/4 der Sprache.
- Vierzehn und vierzig mit r und kurzem I.
- Je emotioneller der Text, desto neutraler die Sprache.
- Beistriche zeigen an erster Stelle üblicherweise keine Pause an.
Viele Leute, die Pausen machen, haben den Sinn im Satz nicht verstanden. - Mikrofondisziplin heißt: Abstand und Winkel bleiben unverändert.
- Zwielaute sind selten so, wie man glaubt.
EI, AI ist A-E kurz ausgesprochen. Leise? Land-Land-Land-Laese.
EU ist O-E. Europa? O-E-ropa.
AU ist A-O. Australien? A-O-stralien. - Ein O wird zum U, wenn man den Unterkiefer sanft vorschiebt.
- Resonanzprobleme? Ning neng nang neng nain.
- Zuck fährt ab? Lange. Der Zug. Wir wünschen einen langen guten Tag.
- Nächst-nächstens, höchst-höchstens
- Kurze Wörter sind wichtig.
- Die Vorsilbe un- ist immer betont. Unangenehm, unglaublich, unschön
- Die Vorsilbe Er-, ver-, zer- sind nie betont. Erleben, erinnern, vernichten, zerstäuben. Zudem, zugute, zugrunde, zufrieden auch nicht
- Davon will ich etwas haben. Davon sonst nie betonen: Davon sollen wir mehr haben. Ebenso nicht betont die erste Silbe bei: Dazu, damit, dafür, darunter, darauf, dahinter, daran, darüber, davon, dabei.
- Bei den Endungen -en und -el fällt das e gänzlich weg, außer davor steht ein n oder ein m: Flaschen = flaschn; Säbel = Säbl.
- Tiefer sagen sie immer, wäre besser. Gemeint ist aber: mehr Resonanz, alle Frequenzen aktivieren, auch die Tiefen dazu.
Auf Punkt lesen
5-Minuten-Beitrag über Insektenökologie, hier das Ende:
… aber es gibt auch eine gute Nachricht. Wenn sich die Bedingungen verbessern, dann erholen sich gerade bei Insekten die Bestände sehr schnell. Und wer Honigbienen schützt, fördert in ihrem Windschatten auch alle anderen Insekten, die von den verbesserten Bedingungen profitieren.
Die Vorsilbe un- (immer betont) und um- (manchmal betont)
Aus Ungunst unachtsam und unlieb mit den Eroberern verhandeln.
Untreue Leute vereinen sich bei Unwettern und verunreinigen ihre Seele. Die Verhandlungen wurden zerredet und endeten unentschieden.
Das unliebenswürdige Ungeheuer zerfranst uns die Kleidung.
Der Erfolgreiche benahm sich unlieb, unanständig und unfreundlich. Ungebildet und zerknirscht verlassen diese verblödeten Schüler die Schule. Unzertrennliche Seelen erleben unendlich schöne Stunden. Untragbarer Unverstand blüht gern im Verborgenen. Unachtsamkeit verdient Erregung und Ergreifung.
Vor dem Umbau des Hauses müssen wir noch das Erdreich umgraben. Ich umbaue das umstrittene Haus mit unüberwindbarem Zaungeflecht. Wir umgehen beim Umgang unsere Sorgen und Verluste. Unter Umständen umstehen wir aus Protest das umkämpfte Lager. Du mußt diesen Beitrag umschreiben, weil du die Sache zu sehr umschrieben hast.
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Wie funktioniert Podlove?
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in PodcastingDie Shortcodes – und was man alles aus seinen Episoden auf der Website darstellen kann. Das hat hier Jörn Schaar ganz wunderbar in allen Details dargestellt: https://joernschaar.de/
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Nach der Frage einfach mal still sein
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… und wieder einmal habe ich nach der Frage den Mund nicht gehalten und wieder irgendwelche Optionen angeboten.
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Beim Schneiden kommt das einfach weg.
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Besser wäre es, gleich beim Aufnehmen nach der Frage einfach still zu sein. Gelingt mir immer öfter, aber lange nicht immer.
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4 Komplexitätsstufen einer Podcastproduktion
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Wenn jemand gerne einen Podcast hätte, muss man ein Angebot legen. Das ist schwierig, wenn die Beteiligten noch nicht wissen, was genau sie haben möchten. Ich habe mich hingesetzt, und vier Levels definiert, die unterschiedliche Preise haben. Diese Levels kann der Auftraggeber auch mischen, besonders in der Entwicklungsphase von Episode 1 bis 10.
S (Preis: 25% einer XL Folge)
„Small“: Vorhandenes Interview, Schnitt „mit Hand“ vorne & hinten, ggf. weitere Schnitte nach Vorgabe, Ähs; Audiobearbeitung und mp3- Bereitstellung.M (Preis: 50% einer XL Folge)
„Medium“: Vorhandenes Interview, intelligenter Schnitt „mit Hirn“ (journalistisch) auf vorgegebene Ziellänge, ggf. nach Vorgabe, Ähs; Audiobearbeitung und mp3-Bereitstellung.L (Preis: 75% einer XL Folge)
„Large“: Vorhandene Interviews, intelligenter Schnitt „mit Gestaltung“ (journalistisch/ dramaturgisch) auf vorgegebene Ziellänge, Ähs; ggf. Zwischentexte, „Audioplüsch“ (Akzente), Audiobearbeitung und mp3-Bereitstellung.XL (Preis: 100% einer XL Folge)
„X-Large“: Umsetzung eines Themas, ggf. Interviewführung; Schnitt und Mischung (journalistisch/dramaturgisch) auf vorgegebene Ziellänge, Ähs; ggf. Geräusche/Musikbrücken, Zwischentexte, Moderation/Präsentation, Audiobearbeitung und mp3-Bereitstellung.
