Ich analysiere gerade Interviewformate. Nicht alle, aber ausgewählte. Und ausgewählte Personen.
hr-info / Interview (Als Interview)
CBC Radio One / As it happens (Als Sendung)
BBC Radio 4 / Today (Als Strategie)
Deutschlandradio Kultur / Das Interview (Als Setting)
ABC Radio National / Life Matters (Als Person: Natasha Mitchel)
Momentane Fragestellungen:
Wie verläuft die Grenze zwischen Gespräch und Interview?
Wie zeichnen sich Fragen ab?
Wie werden Antworten aufgegriffen?
Wie endet das Interview.
Was war die Geschichte.
Wie eindeutig ist der Unterschied zwischen Recherche- und Interviewfrage?
Ist der Inhalt, was man vom Interview weiter erzählt, planbar?
Es reicht. Ich gehe in den Boulevard. Künstler, Könner und Boulevard genau genommen. Drivetime talk. Drivetime talk. Gespräche mit Menschen, die etwas Besonderes tun. Die ganze Geschichte in 15 Minuten. Kein Gespräch, sondern ein Interview. Da hat wo wer eine gute Idee, da macht wer etwas Interessantes, da ist jemand dick in einer Sache drin. Wir erfahren, wie es dazu gekommen ist, und was das im Zusammenhang bedeutet.
Erich Hödl betreibt mit seiner Familie einen Bienenwachsverarbeitungsbetrieb in der Südoststeiermark, Wachs Hödl.
Ich habe ihn besucht und wir sprechen über seine “Wachsküche” und die Kunst und das Handwerk der Bienenwachsverarbeitung.
2017 werden es 50 Jahre sein, seit denen in seinem Betrieb Bienenwachs verarbeitet wird. 30 Jahre davon macht es Erich und seine Frau, und seit 10 Jahren sind die Kinder mit dabei.
Das Bienenwachs wird in Wasser gekocht. Während die Imker darauf warten können, ihr eigenes Wachs wieder zu holen. Die Presse ist der Zauber und das Geheimnis für die Ausbeute.
Hörerpost am Schluss der Bienengespräche: Werner Ranacher Graz mit Atmo aus dem Garten des ORF Landesstudio Steiermark – mit Bienen). Hier zum Hören und Genießen – gerade jetzt im Winter. Danke, Werner!
Gunar Lange betreut eine Schulimkerei in Leipzig, wir kennen ihn aus BG015. Er hat das Foto einer selbst gefertigten Schaubeute (gefertigt nach Vorbild hier) geschickt und zwei Links: Grafische Gestaltung von Etiketten und Varroabekämpfung durch kleinere Zellengrößen. Am besten selbst anschauen und sich ein Bild machen. Danke, Gunar!
“Die Schaubeute hat natürlich Deckel zum Verschließen. Auf der Bildern aus der Bauphase kannst du es besser sehen. Nur die Seite am Flugloch kann nicht geöffnet werden. Da stellt sich ja niemand zur Betrachtung hin :). Es gibt also 3 Fenster. Die Höhe ist größer als ein Dadant Brutraum (das ist in diesem Fall das Grundmaß). Das Volk soll ohne Eingriffe wachsen. Und ohne Honig zu ernten. Somit kommt auch kein Honigraum drauf. Es liegen oben nur Oberträger mit Anfangsstreifen drin. So sind bei Bedarf trotzdem Eingriffe zB zur Behandlung möglich. Von oben ist es eine normale Magazinbeute. Sollten die Waben zu sehr nach unten wachsen, werden wir einfach eine Flachzarge drunter stellen. Der Einblick sollte von schräg oben immer noch ausreichend sein.” – (Gunar)
Gerhard Hensler ist Astrophysiker an der Universität Wien.
Ich habe ihn gefragt, was er sieht, wenn er ohne Teleskop in den Himmel blickt.
Sieht er das selbe wie wir?
Hörtipp: Gerhard Hensler spricht ab 14. Dezember im Ö1 Radioprogramm “Vom Leben der Natur” 5 mal 5 Minuten über “Wolken im Weltall”. Das kann man live hören, hier auch über Web, oder als Ö1-Podcast “Vom Leben der Natur“.
Es ist immer wieder schön, mal als Zuhörer im Publikum zu sitzen, wenn man sonst immer eher für Zuhörer gestaltet und Sendungen macht.
1. Podiumsdiskussion: Die Archäologinnen Barbara Horejs und Sabine Ladstätter sprachen über Archäologie, Ausgrabungen und Funde in Ephesos (Türkei). Veranstaltet im Wiener Akzent-Theater in der Vortragsreihe “Am Puls” von PR&D mit Simultandolmetsch in Gebärdensprache, was beim Getreidemahlen eine nette Situation ergab, weil die Dolmetscherin das Verfahren zeigte, von dem die Archäologin sprach.
Pflanzen zeichnen für die Wissenschaft. Alois Wilfling über die Kunst der botanischen Illustration.
Es ist verwunderlich, dass sich im Zeitalter von Fotografie und Computer noch jemand findet, der sich in aller Ruhe und in vielen Stunden dem Zeichnen von Pflanzen widmet. Einerseits geht es dabei um einen künstlerischen Zugang, der besonders in Großbritannien auch von vielen Menschen als Hobby betrieben wird, andererseits stehen profunde wissenschaftliche Interessen dahinter, genaue Zeichnungen von Pflanzen für Bestimmungsbücher und botanische Fachartikel zur Verfügung zu haben.
Der Kopf des Illustrators macht dabei den Unterschied. Können Details weggelassen werden, oder sind sie wichtig? Wie können man verschiedene Stadien einer Pflanze an einem gezeichneten, real aber nicht existierenden Exemplar kombiniert werden?
Die Kunst der botanischen Illustration wurde auf englischen Forschungsreisen im viktorianischen Zeitalter entwickelt. Auch heute noch arbeiten in Kew Gardens – dem königlichen Botanischen Garten in London – die besten wissenschaftlichen Zeichner.
Form, Struktur, Farbe und Licht. Das sind die wesentlichen Aspekte einer botanischen Illustration.
Auch Österreicher gehörten immer schon zu den guten Pflanzenzeichnern, wenn auch ihr Aufgabengebiet mit dem Ende der Porzellanmanufakturen zurückgegangen ist und heute vor allem das wissenschaftliche Interesse im Vordergrund steht.
INTERVIEWPARTNER:
Mag. Alois Wilfling OIKOS – Institut für angewandte Ökologie & Grundlagenforschung und Gerichtssachverständiger A-8200 Gleisdorf
Zwei sehr nette Rückmeldung kam nach der Sendung über das Ö1-Hörerprotokoll:
[quote]Ich habe ihren Beitrag über die botanischen Zeichner und Miniaturmaler auf Ö1 in „vom Leben in der Natur“ gehört, bzw. von einigen lieben Freunden ans Herz gelegt bekommen. Ich bin Bildhauerin, Goldschmiedin und Zeichnerin und beschäftige mich mit Formen aus der Natur und insbesondere botanischen Details. Es ist unglaublich wie sehr dieser Beitrag mich berührt und mein Interesse geweckt hat. All diese Beobachtungen, und Erkenntnisse über das zeichnen von Pflanzen… Vielen Dank, dass Sie sich so ausführlich mit diesem, für mich, sehr besonderem Thema auseinander gesetzt haben. (A.S.)[/quote]
[quote]Sehr geehrter Herr Bodingbauer, bevor ich vergesse, sie zu loben und ihnen zu danken, lobe ich sie schnell und danke ihnen. Wieder so eine feine Folge. Ich habe Lust bekommen, den vertrockneten Blumenstrauß auf dem Schreibtisch zu zeichnen. Wie auch immer, seien sie bedankt für die Achtsamkeit, die sie vermitteln. Das ist wertvoll.[/quote]
Neben der Staatssprache Deutsch gibt es in Österreich sechs anerkannte Minderheitensprachen. Viele weitere Sprachen werden gesprochen, auch ohne in gesetzlichen Regelungen einen Sonderstatus zu besitzen. Sie werden aber durch die UNO Menschenrechtscharta garantiert. „Menschen dürfen aufgrund ihrer Sprache nicht diskriminiert werden“. Ob geschrieben oder ungeschrieben: Wer Sprachenrechte gewährt, übt Macht aus. Mit der zugebilligten Sprache werden Kultur und Identität der betroffenen Personen und Gruppierungen maßgeblich bestimmt. Migration verändert die Sprachlandschaft nun und die Machtverhältnisse müssen neu verhandelt werden. Laufende Auseinandersetzungen um „erlaubte Sprachen“ am Pausenhof einer Schule zeigen, wie der Umgang mit Sprache als wesentliches Mittel der Kommunikation die Gesellschaft im Innersten beschäftigt. „Recht auf Sprachen statt Deutsch als Pflicht. (Radiokolleg 2 / ORF Radio Österreich 1)
In Österreich werden pro Tag durchschnittlich 22 Hektar Boden verbaut, was einer Fläche von 30 Fußballfeldern entspricht. Knapp ein Fünftel dieser Fläche wird betoniert und asphaltiert. Die Inanspruchnahme von Grund und Boden wächst fünfmal so schnell wie Österreichs Bevölkerung. Flächen für den Ackerbau hingegen werden stetig kleiner und teurer. Ackerbauern und Viehbauern, die Bauwirtschaft, Betreiber von Biogasanlagen, Häuslbauer, Umweltschützer: sie alle kämpfen um Grund und Boden, und dieser Kampf wird immer härter.
Gestaltung: Marie-Claire Messinger, Lukas Tremetsberger und Lothar Bodingbauer (Moment / ORF Radio Österreich 1)
Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.