Radio, Science, Education

Wien

  • Die Balance von Anforderungen, Zusammenarbeit und Sinnfindung am Arbeitsplatz.

    Meine Gesprächspartnerin hat im Untergrund gearbeitet, bei Papiermaschinen, mit der Müllabfuhr. Sie hat Alarm- und Leitzentralen mitgeplant.

    Licht und Schall, Arbeitsabläufe, Tische, Fließbänder und Sessel.

    Ergonomen kümmern sich um die Verbindungen, die Menschen mit ihrer Umgebung eingehen.

    Beim Arbeitsplatz dauert diese Verbindung lange, täglich, oft ein Arbeitsleben lang. Und ja, unter Umständen gibt es auch in einer Schule Fließbänder.

    Fehler können sich rächen, und wer aufnimmt, wie sich Menschen in ihrer Arbeitswelt bewegen, was sie erleben, und wie sie leiden, wird bald Verbesserungen entwickeln. Gerade in der Schule ist das für alle Beteiligten, für Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen, Schüler spürbar.

    Es gibt wirklich gute Arbeitsplätze. Die fallen aber im allgemeinen nicht einfach so vom Himmel. 3000 Ergonomen gibt es in Holland, und nur 10 in Österreich. Im Gespräch mit Esther Domburg, sie ist eine von ihnen und Expertin für Schnittstellen.

    Sie macht uns sensibel darauf, worauf man achten kann.

    Link: Esther Domburg, http://www.ergonomie.info

  • Österreichische Familien haben noch viele Verbindungen in die Zeit des 2. Weltkriegs. Es sind die Enkelkinder der Großväter, die im Krieg waren, die dieser Spur aktiv nachgehen können. Im Rahmen ihres Zivildienstes.

    Nach der Schule können junge Männer ihren Zivildienst nämlich auch im Ausland absolvieren.

    Als Gedenkdiener.

    Jörg Reitmaier und Lothar Bodingbauer sprechen über ihren Gedenkdienst, der sie in Geschichte und Kultur unbekannter Menschen geführt hat.

    Für Interessierte ist dieses Gespräch eine Möglichkeit, den Inhalt und Rahmen dieses österreichischen Zivilersatzdienstes kennen zu lernen, und Informationen über Zugang und Finanzierung zu erhalten.

    Gesprächspartner: Jörg Reitmaier, Verein Österreichischer Auslandsdienst

    Inhaltsübersicht und Links:

    Wehrmacht | Napola | Burg Strechau | Bund Deutscher Mädchen | Progpaganda | Mein Kampf | Anschluss | Braunau am Inn | Hitlerhaus | MauthausenAndreas Maislinger | Verein Österreichischer Auslandsdienst | Braunauer Zeitgeschichte-Tage | Egon Ranshofen-Wertheimer | Victory is not enough | Völkerbund | Carnegie Stiftung | Montreal Holocaust Memorial Center | Child Survivors Montreal | Enzyclopedie of the Holocaust | Virginia Holocaust Museum | KZ Auschwitz Birkenau | Jewish Remebrance Day | March of the Living | Freddie Knoller | Prato-Ebensee Städtepartnerschaft | Verein Gedenkdienst | Verein Niemals Vergessen | Eretz Israel | Chanukka | Haider in Montreal | FEDCJA Montreal | Hiroshima Peace Museum | John Rabe Haus Nanjing | La Gamba | Michael Schnitzler | Kindern eine Chance | Mittwochskonferenzen | Leonardo Da Vinci Programm der EU | Peter Launsky-Tieffenthal, Under Secretary General UNO | Shoah Foundation | Ban Ki-Moon | Außenministerium | Radiosendung über die Erfahrungen als Gedenkdiener in Montreal: Journal-Panorama (mp3, 30 min., ORF Österreich 1, 8.5.2000) | Radiosendung über Braunau am Inn, Hitlergeburtsstadt: Journal Panorama (mp3, 33 min., ORF Österreich 1, 9.5.1995)

  • Die aktuelle Ausgabe der Physikalischen Soiree beschäftigt sich mit Energiespeichern.

    Was kann man mit überschüssiger elektrischer Energie in Österreich tun.

    Karl Zach hat ausgerechnet, wie lange die Pumpspeicher noch reichen.

    Wir sprechen über den österreichischen Mix an Kraftwerksarten, die Aufteilung von Grund- und Spitzenlast, Entwicklung und Modellrechnung, Energiespeicherung in Pumpkraftwerken, alternative Methoden der Energiespeicherung, Politische Rahmen und die Vernetzung mit dem restlichen Europa.

    Gesprächspartner:

    Dipl.-Ing. Karl Anton Zach
    Energy Economics Group, TU Wien

    Links: Pressemitteilung der TU Wien | Publikation: “Abschätzung des zukünftigen Energiespeicherbedarfs in Österreich zur Integration variabler erneuerbarer Stromerzeugung” | Podcast Modellansatz: Pumpspeicher Modellierung

    Stichworte:  EU Projekt Store | Simulation | Erneuerbare Energie | Wasserkraft | Strommix | Erneuerbare Energie | Neue erneuerbare Energien | Windenergie | Photovoltaik | Biomasse | Kraftwerk Mellach | Grundlast | Spitzenlast | Modellierung | Green Scenario | Backup Kraftwerke | Netzfrequenz | Last | Regulator | Netzbetreiber | Industriekunden | Strompreis | Pumpspeicherkraftwerke | Netzfrequenz | Europäischer Netzregelverbund | Negative Strompreise | Gesamtwirtschaft | Demand Side Management | Speicher in Bergwerken | Batterien | Elektromobilität | Mühlbach | Verbrauchsverlauf | Smart Meter | Druckluftspeicher |Adiabate Druckluftspeicher | Power to Gas | Wirkungsgrad | Bürgersolaranlage | Regulatoren | Arbeitsbereich Energie

    Foto: Karl Zach

  • Schämen ist ein besonderes Gefühl. Man trägt das Herz am Ohr, heißt es in Japan, und nicht nur in der Schule ist es ein großes Thema.

    Was es mit dem Schämen auf sich hat, versuchen wir vor Ort herauszufinden: bei Experten und Erfahrenen.

    Der Puls wird schneller, die Hitzewelle erreicht vom Bauch her kommend das Gesicht. Man wird rot und schämt sich gleich noch einmal, weil das jeder in der Umgebung sieht. Der körperliche Ablauf beim Schämen ist klar, man kennt auch die Auslöser, doch wozu ist Schämen eigentlich gut? Wer braucht dieses unangenehme Gefühl, wovor soll es wen schützen? Wie soll es helfen, was zu entwickeln?

    “Lob und Tadel” – vor Ort.

    Patrick (Friseur) | Karl Grammer (Anthropologe) | Roman Jobstmann (Germanist) | Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Rahlgasse (Wien) | Maresa Gallauner (Projektentwicklerin) | Noriko und Thomas (Japan/Österreich) | Alena Baich (Schauspielerin) | Marion Luksch (Kinderschutzakademie) | Monika Lengauer (Caritas Wien)

    Diese Sendung wurde am 3.6.2010 im ORF Radioprogramm Österreich 1 ausgestrahlt.

  • Im Augenwinkel ein Augenblick. Gesehen in Vilnius, Litauen. Die Straßenmusik von dort gibt es drüben bei Atmos der Welt zu hören.

  • Straßenmusiker in Vilnius, Litauen. Etwas melancholisch. Schön zu hören. Aufgenommen nur kurze Zeit nach Beginn der Unabhängigkeit.

    Die Baltischen Staaten machten in den Jahren nach der Loslösung von der Sowjetunion einen Wandel durch. Überall war Aufbruchstimmung. Die Menschen erinnern sich drei Jahre nach Beginn der Unabhängigkeit noch an die Besetzung durch das Militär. Die Wirren. Die Sorgen. Die Hoffnung, wie sich alles entwickeln wird. Intellektuelle, die früher Dissidenten waren, übernehmen wichtige Rollen im Staatsgefüge. Dazwischen entwickelt sich das öffentliche Leben, Touristen aus Westeuropa kommen. Vielleicht hat es diese Straßenmusikanten immer schon gegeben, doch was sie heute spielen, höre auch ich.

  • Der Blick durch Linsen auf Menschen. Wie kann man das lernen?

    Man muss zunächst alles vergessen.

    Die berühmten Straßenbilder der schwarz-weiß Street-Fotografie, Magnum, Henri Cartier Bresson.

    Fotos von Luis Borges, Louis Armstrong in der Unterhose, spielende Kinder.

    Als sie nach ihrer Flucht nach Argentinien 1938 und später nach New York wieder 1955 zurück nach Österreich kam, war eines ihrer ersten Motive ein Rauchfangkehrer. Lisl Steiner ist Fotojournalistin, Autorin, Zeichnerin.

    Friedrich Gulda | Foto: Lisl Steiner | Bildarchiv Austria

    Ihre Fotos sind in der österreichischen Nationalbibliothek auch elektronisch verfügbar. Sie stellt immer wieder aus – in der Galerie Westlicht in Wien etwa, und sie besucht Wien regelmäßig, um Freunde zu treffen.

    Heute wird alles fotografiert. Ob erlaubt, oder nicht, erzählt Lisl. Facebook findet sie überbewertet.

    Lisl Steiner hat mit den ganz großen fotografiert, und sie hat ganz Große fotografiert. Am liebsten aber fotografiert sie arbeitende Männer.

    Wir sprechen mit ihr über Ihre ganz persönliche Sicht auf die Welt – ein Nachmittagsgespräch auch übers Lernen.

    Lisl Steiner wurde am 19.11.1927 in Wien geboren. 1938 emigrierte sie mit ihrer Familie nach Buenos Aires in Argentinien, wo sie 1941-44 Kunst studierte und gleichzeitig die Fernando Fader School of Decorative Arts besuchte. 1942-1950 nahm sie Privatunterricht in Malen und Zeichnen bei Ignazio Kaufmann. 1945-53 war Lisl Steiner in der argentinischen Filmindustrie tätig und Produktionsassistentin bei mehr als 50 Dokumentarfilmen. Seit 1953 arbeitet sie als Fotojournalistin in Argentinien, Europa und Nordamerika, veröffentlichte unter anderem in US-Magazinen wie Life, Time, Newsweek und The New York Times und schuf zahlreiche Fernseh-Produktionen für NBC und Public Television (PBS). Ab 1949 zeichnete und fotografierte Lisl Steiner zahlreiche Künstler und Prominente. 1959 begann das fotografische Großprojekt „Children of America“, das Aufnahmen aus 31 Ländern des amerikanischen Kontinents umfasst und bis heute andauert.1999 schenkte Lisl Steiner ihre Zeichnungen der ÖNB, 2004 ihren gesamten fotografischen Vorlass, der nach und nach in Wien einlangt. Sie lebt heute in New York und hat die amerikanische Staatsbürgerschaft. (Österreichische Nationalbibliothek)

    Links: Lisl Steiner | Bildarchiv Austria | Vimeo

  • Erster Monat.

    Die Idee ist entstanden, im Stadtgebiet von Wien am Rande eines Parks einige Bienenvölker zu halten. Einerseits gibt es hier schon Vorbilder – die Bienen auf der Wiener Oper, beim Zentralfriedhof, am Wilhelminenberg, die Imkerschule im Donaupark, andererseits sind Bienen als “Körper” schon sehr spannend.

    Die Herausforderung ist, Wissen, Erfahrung und rechtliche Aspekte unter einen Hut zu bringen, und dazu muss man das alles einmal lernen. Wie kann man das tun?

    Hier auf diesem Weblog werden die Erfahrungen gesammelt. Kommentare sind immer willkommen.

    Arbeitsschritte im November 2013

    1. Kontaktaufnahme mit dem Grundbesitzer
    2. Kontaktaufnahme mit einem Imker in NÖ
    3. Kontaktaufnahme mit dem Österreichischen Imkerbund
    4. Beantwortung der Frage “Geht das überhaupt?”
  • Indonesien ist ein Land der vielen Religionen. Sie teilen sich den “Luftraum”. Zum Beispiel in Bedugul, einer Region in der Mitte Balis, nicht nur im Zentrum der Insel, sondern auch in der Luft. Sie wurde scheinbar – von den Göttern – mitten in die tieffliegenden Wolken hineingebaut.

    Es ist immer wieder schön, wenn viele Menschen an einem Ort leben, und sich nicht nur den Ort am Boden, sondern auch den Luftraum teilen. Wenn es mehrere Religionen gibt, dann fällt das leichter auf. Gamelan Musik, Glocken, der Ruf des Muezzins. In der Erinnerung mischen sich zum Klang der Gegend auch die Gerüche. Und die seltsame Stimmung, wenn sich die tieffliegenden Wolken verzogen haben, und die Sonne auf den See leuchtet. Die bunten Farben der Vorbeiziehenden, der Rhythmus der Glocken. Das Grün überall. Und später dann auch die Vielzahl an krachenden und stinkenden Mopeds.

  • Ö1 MOMENT RANDNOTIZEN / Lothar Bodingbauer / 25. November 2013

    Löcher sind eine interessante Sache. Und es ist dabei nicht einmal klar, ob Löcher überhaupt zu den Sachen zählen. Denn ein Loch ist die Abwesenheit von etwas, und was nicht ist, kann keine Sache sein. Wie kann man aber dann darüber reden? – Die Sprache macht es einfach: Indem man ihm einen Namen gibt, dem Loch. Ab dann ist es da – obwohl eigentlich etwas weg ist.

    Ein kleiner Freund von mir, er heißt Gregori. Ging in die 2. Volksschulklasse gemeinsam mit meinem Sohn. Als Begleitperson gehe ich manchmal mit, wenn die Klasse zum Tennisplatz marschiert. Gregori erzählt gerne. Erzählt mir zum Beispiel den ganzen Weg zum Tennisplatz von so einem Loch. Er kommt aus Russland und hat einen entzückenden Akzent. Erzählt eine halbe Stunde lang mit größtem Vergnügen über das Loch. Das Loch in allen Facetten. Nie habe ich ein Loch so intensiv erlebt, wie durch das Zuhören von den Gedanken des kleinen Gregori. Weißt du, Lothar, sagte er, Drka heißt Loch. Aber Drtschka heißt „Kleines Loch“. Interessant. Drschtka. Das kleine Loch. Vielleicht hat er etwas andere Wörter dafür verwendet, ich kann ja nicht Russisch, aber, das habe ich mir gemerkt.

    Ein paar Monate später erzählt mir eine Frau in Russland, dass Drka das kleine Loch ist. Und Drtschka ein wirklich extrem kleines Loch. Für den kleinen Gregori war das kleine Loch schon ein großes Loch, und von seiner Warte aus, ist das nur zu verständlich. Und für kleine Kinder, die manche Dinge auch lieber „mit ohne Zimt“ zum Beispiel essen, ist das Loch „mit ohne was“ eben auch sehr interessant.

    Ist ein Loch nun die Abwesenheit von Etwas, oder ist es genau umgekehrt? Ist Wärme die Abwesenheit von Kälte? Oder ist Kälte die Abwesenheit von Wärme? Ist Frieden die Abwesenheit von Krieg? Oder Krieg die Abwesenheit von Frieden? Und ist die Dunkelheit die Abwesenheit von Helligkeit – oder Helligkeit die Abwesenheit von Dunkelheit? Ich würde gerne eine Art Lampe erfinden, die – wenn man sie einschaltet – den Raum dunkel macht. Ich würde diese Lampe dann „Dunkle“ nennen, und ich glaube, für dieses Gerät wär sicher Bedarf – weil man damit Dinge zum verschwinden bringen könnte.

    Verschwunden ist aber Gregori. Von einem Tag auf den anderen. War plötzlich nicht mehr in der Schule. Mein kleiner Freund Gregori. Weg. Mit seinen Gedanken, mit seinen Facetten. Die Kinder waren außer sich, wussten auch nicht genau was war, das einzige was mir mein Sohn erzählen konnte, ist, dass Gregori zurück nach Russland musste, weil seine Mutter nicht so gut Deutsch gekonnt hat. Das ist bei den Kindern hängen geblieben. Weil jemand nicht so gut Deutsch kann, verschwindet ein Kind.

    Es ist aber durchaus möglich, dass Gregori zurück nach Russland musste, weil seine Mutter eine gute Stelle an der Universität erhielt, oder für seinen Vater eine zeitlich befristete Stelle in Österreich endete. Wer weiß! Aber wenn bei den Kindern hängenbleibt, er musste zurück, weil seine Mutter nicht gut Deutsch konnte, ist das fatal für die Diskussion um die Sprache, um Integration. Um das Dazugehören. Wer nicht gut Deutsch kann, verschwindet.

    Ein Loch kann man übrigens kaufen. Das Nichts. Wer es nicht glaubt, ruft ein Baggerunternehmen an und erkundigt sich, was es kostet, so ein Loch im Garten. Da kann man sich reinsetzen und den Himmel anschauen, und weiter nachdenken, ob was da ist, oder ob wer fehlt.

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Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.

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Text: Zum Hintergrund (2014)

Fotos sind auch auf Instagram: lobodingbauer