Radio, Science, Education

Wien

  • ORF Radio Österreich 1 – Moment Leben heute, Randnotizen / 14.10.2019
    Lothar Bodingbauer über die Verwendung von Büchern.

     

    SIGNATION

     

    Ich muss Ihnen jetzt etwas erzählen, aber Sie müssen mir versprechen, dass Sie nicht lachen. Ja?

     

    Es war vor einer Woche, ich kenne mich ganz gut aus in Mathematik, und eine ungefähr 17-jährige Schülerin hat mich gebeten, ihr beim Mathematiklernen zu helfen. So etwas macht man doch gerne, wenn man gut ist in Mathematik, und natürlich hat man ein bisschen den Wunsch, nicht nur die Antworten auf Fragen zu geben, sondern auch ein bisschen was von seiner Erfahrung weiterzugeben, wie man schwierige Dinge lernt, wie man sein Wissen vervollständigt, wenn etwas davon noch fehlt.

     

    “Was sind denn statistische Kennzahlen”, fragte die Schülerin, zum Beispiel der Mittelwert, aber wer weiß, was es da noch alles gibt. “Schau doch mal im Mathematikbuch nach”, sagte ich. Das Mädchen nahm da Buch in die Hand, und wog es ein bisschen wie unschlüssig hin und her. Es öffnete das Buch und sah dabei ein wenig verloren aus. “Weißt du”, sagte ich, “da gibt es ganz hinten eine Liste mit wichtigen Wörtern, die im Buch vorkommen, der Index, da schauen wir jetzt einfach nach”. Und tatsächlich, unter “Statistische Kennzahlen”, und unter “Kennzahlen, Komma, statistische” standen beide Male die gleichen Seitennummern, nämlich 31. Das Gesicht des Mädchens erhellte sich. Es schlug die Seite auf und fand dort gleich auch die Überschrift: “Statistische Kennzahlen”.

     

    Das hat der jungen Frau gefallen. Sie fand auf dieser Seite dann alles, den Modus, den Mittelwert, den Median und die Standardabweichung. All das, was sie im Unterricht bereits irgendwann gehört hat. Und dann, ich wollte die Chance nützen, sagte ich ihr, “es hilft oft, wenn man sich in diesem Kapitel ein wenig umschaut, was es sonst noch alles gibt. Blättere doch mal nach vor.“ Sie schaute ein wenig unschlüssig und wog das Buch in den Händen. Blätterte ein wenig herum. “Vorne ist links”, sagte ich, “das Buch ist nach aufsteigenden Seitenzahlen geordnet.” Und schon war sie vorne beim Anfang des Kapitels. Sie stellte fest, dass es neben “statistische Kennzahlen” auch noch ganz andere Überschriften gibt, und ich sagte ihr, das das Herumblättern ganz praktisch wäre, weil man dann einen Überblick bekäme, was es sonst noch alles gibt. Beim nächsten Mal würde man sich dann besser zurechtfinden.

     

    Das Gesicht der Schülerin erhellte sich weiter. “Und schau, ganz vorne im Buch, da gibt es ein Inhaltsverzeichnis”, sagte ich. Sie schaute gleich nach und sah dort auf wenigen Zentimetern alle Überschriften untereinander, denen sie durch das Blättern im Buch begegnet war. Sie war hin und weg. *Das* hätte ihr noch niemand gezeigt. Das Konzept „Buch“ gefiel ihr. *Das* hätte ihr noch niemand gezeigt.

     

    TRENNER

     

    Jetzt kann man sagen, blöd gelaufen, ich hatte es mit jemandem zu tun, der gar keine Ahnung hat. Aber so einfach lässt sich die Sache nicht vom Tisch wischen, denn: “Computer – was ist die Fläche Österreichs?” Die Antwort kommt vom Smartphone, ganz ohne Buch.

     

    OT “Österreich ist 83 879 Quadratkilometer groß”

     

    Und, ist nicht Wikipedia ganz ohne Seitennummern geschrieben, mit Hyperlinks, und wenn man liest, schiebt man die Seite am Bildschirm mit dem Finger nach oben. Wikipedia, oder überhaupt, das Internet, kennt keine Seitennummern, warum soll man dann wissen wollen, wo vorne ist im Internet?

     

    Der Tag mit dieser Schülerin hat mein Leben in zwei Hälften geteilt. Wie Christi Geburt unsere Zeitrechnung. In eine Zeit vorher, und eine Zeit nachher. Wir leben jetzt etwa im Jahr 5 “nach der Verwendung von Büchern”. Wir haben es jetzt offenbar mit Menschen zu tun, die Bücher nur mehr vom Hörensagen kennen. Sie werden von Lehrerinnen und Lehrern begleitet, die das – so wie ich – oder vermutlich auch Sie – noch nicht vollständig erfasst haben. Die vergessen, den Schülerinnen, den Schülern, die Funktionsweise eines Buches zu erklären, wenn sie es zum Beispiel als Schulbücher austeilen. Und das Rührende an der ganzen Geschichte ist, wie viel Wohlwollen das Mädchen dieser Idee eines Buches entgegengebracht hat. Das Mädchen war hin und weg vom Mathebuch, das ihr noch niemand erklärt hat. Und ich hoffe, Sie haben bei der ganzen Geschichte jetzt weder gelacht – noch geweint. Computer, erzähl einen Witz!

     

    OT „Welches ist das älteste Musikinstrument? Das Akkordeon, es hat die meisten Falten“.

     

    1. Jeder siebente Maler lobt seinen für ihn wertvollen Bart. 
    2. Am Ende werden die Bären aus dem Wald oben forttraben. 
    3. Dir zu lieb zeige ich Interesse an deiner Fabrik im Osten. 
    4. Der Sud muß noch sieden, bis das Abendessen fertig ist. 
    5. Die dumme Ziege zog die rußigen Russenstiefel ohne Grund an.  
    6. Obwohl es kalt wird, arbeitet Emmerich nicht mit.
    7. Miese Uhren. 
    8. Bei einer Wirtin wundermild, da war ich gestern zu Gast. 
    9. Hinz und Kunz sind von dummen Kindern umringt.
    10. Kratzer zuziehen.  
    11. Mit Wiedergeburt vierzig Leben haben.
    12. Die Adern der Eber und Igel.  
    13. Die zarte Magd zog mit dem Kaufmann über Land.
    14. Wir lieben Anna.  
    15. Der Erzberg erbringt auch viel Ballast an den Tag.
    16. Im rechten Winkel. 
    17. Die Esel haben Striemen – wir werden sie hegen, pflegen und laben.
    18. Hanna und Horst wiegen wieder viel zu viel.
    19. Halt die Klappe!
    20. Der Suchdienst ist dem Tier auf der Spur.
    21. Du dienst gut. 
    22. Der Schienenweg der Nebenlinie ist verrostet.
    23. Bittere Butter. 
    24. Es geschieht denen recht.
    25. Stilvolles Stillleben mit Stielbrille. 
    26. Egon dichtet sieben sehr verstiegene Verse.
    27. Mit Schilf bedeckt. 
    28. Zur Zimmerstunde, um dreiundzwanzig Uhr, mußt du mich besuchen.
    29. Mit diesen Friedensbedingungen sind die Russen nun zufrieden.
    30. Dumme Kinder – liebe Kinder.
    31. Mit gutem Grund vermiest.
    32. Die Unterrichtsstunde hatte große Wirkung aber keinen Nutzen. 
    33. Du mußt den Mist vor das Ministerium kippen. 
    34. Buren mit Bieren. 
    35. Wupp dich, hupp, geschwind, geschwind, wirkt bei Kindern Wunder. 
    36. Nur diese alte Ruine liegt am Ufer.
    37. Vom See aus sieht man das Heer der Menschen mit ihren Fahnen. 
    38. Sehen sie bitte hier her, hier liegt die blutigrote Tierspur. 
    39. Schwarze Messen mindern stille Sitten. 
    40. Vierzehn Knappen knacken und essen echte runde Walnüsse. 
    41. Hast du das Rebhuhn ohne Fehltritt in die Stadt gebracht?
    42. Der Lebensretter wittert jenseits der Ache seine Chance. 
    43. Merseburger Verse leben im Gehirn der Kindermagd. 
    44. Wilhelm Tell ist ein großes Drama von Friedrich Schiller. 
    45. Daß dies nicht Mädchen sind, sieht man am Gang.
    46. Hans legt eine falsche, listige Fährte in den Sand. 
    47. Walter Fink liebt Griechenland des Lichtes wegen.
  • Beekeeping-Talks of the “Wiener Bienenfachtagung 2019” – English Original, recorded Oct. 5th, 2019, in Vienna, Austria

    (Link to German translations/Episode 49)

    • Part 1: How a swarm chooses its future home site
    • Part 2: Natural strategies of the bee colony to survive
    • Part 3: The bee colony as a honey factory

    Bee talks. Information and conversations about bees, bee colonies, nature, honey and beekeeping. For beginners and professionals. From Vienna, Austria.

    “Dr. Thomas D. Seeley is the Horace White Professor in Biology at Cornell University. He is based in the Department of Neurobiology and Behavior, where he teaches courses on animal behavior and does research on the behavior and social life of honey bees. His work is summarized in three books: Honeybee Ecology (1985), The Wisdom of the Hive (1995), and Honeybee Democracy (2010).”  – Cornell University.

    Links: 

    Wiener Bienenfachtagung 2019, Imkerschule Wien:

    Thomas D. Seeley (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Dyer_Seeley

    Thomas D. Seeley (Cornell University): https://nbb.cornell.edu/thomas-seeley 

    Department für Neurobiologie und Verhalten an der Cornell University: https://nbb.cornell.edu 

    Wissenschaftliche Arbeiten von Thomas D. Seeley (Researchgate):

    Wissenschaftliche Arbeiten von Thomas D. Seeley bis 2016 (Cornell University):

    Thomas D. Seeley auf Google Scholar:
    https://scholar.google.com/citations?user=LXqBqrYAAAAJ&hl=de&oi=ao

    Wissenschaftliche Arbeiten von Thomas D. Seeley auf Plos One, (frei zugänglich):
    https://journals.plos.org/plosone/search?q=thomas+seeley&filterJournals=PLoSONE

    Thomas D. Seeley in Episode 19 des “Beekeeping Today”-Podcasts, 02/2019:
    http://beekeepingtodaypodcast.com/dr-tom-d-seeley-honey-bees-in-the-wild-019

    Thomas D. Seeley in Episode 16 des “Yale University Podcast Network”, 05/2019:
    http://yalepodcasts.blubrry.net/2019/05/13/ep-16-thomas-seeley-on-the-lives-of-bees/

    Links to Thomas Seeley’s Books:

    *** Englisch ***

    Honeybee Democracy (Hauptwerk, 2010)

    Honeybees make decisions collectively–and democratically. Every year, faced with the life-or-death problem of choosing and traveling to a new home, honeybees stake everything on a process that includes collective fact-finding, vigorous debate, and consensus building. In fact, as world-renowned animal behaviorist Thomas Seeley reveals, these incredible insects have much to teach us when it comes to collective wisdom and effective decision making. A remarkable and richly illustrated account of scientific discovery, Honeybee Democracy brings together, for the first time, decades of Seeley’s pioneering research to tell the amazing story of house hunting and democratic debate among the honeybees.

    In the late spring and early summer, as a bee colony becomes overcrowded, a third of the hive stays behind and rears a new queen, while a swarm of thousands departs with the old queen to produce a daughter colony. Seeley describes how these bees evaluate potential nest sites, advertise their discoveries to one another, engage in open deliberation, choose a final site, and navigate together–as a swirling cloud of bees–to their new home. Seeley investigates how evolution has honed the decision-making methods of honeybees over millions of years, and he considers similarities between the ways that bee swarms and primate brains process information. He concludes that what works well for bees can also work well for people: any decision-making group should consist of individuals with shared interests and mutual respect, a leader’s influence should be minimized, debate should be relied upon, diverse solutions should be sought, and the majority should be counted on for a dependable resolution.

    An impressive exploration of animal behavior, Honeybee Democracy shows that decision-making groups, whether honeybee or human, can be smarter than even the smartest individuals in them.

    Lives of Bees: The Untold Story of the Honey Bee in the Wild (2019)

    Humans have kept honey bees in hives for millennia, yet only in recent decades have biologists begun to investigate how these industrious insects live in the wild. The Lives of Bees is Thomas Seeley’s captivating story of what scientists are learning about the behavior, social life, and survival strategies of honey bees living outside the beekeeper’s hive—and how wild honey bees may hold the key to reversing the alarming die-off of the planet’s managed honey bee populations.

    Seeley, a world authority on honey bees, sheds light on why wild honey bees are still thriving while those living in managed colonies are in crisis. Drawing on the latest science as well as insights from his own pioneering fieldwork, he describes in extraordinary detail how honey bees live in nature and shows how this differs significantly from their lives under the management of beekeepers. Seeley presents an entirely new approach to beekeeping—Darwinian Beekeeping—which enables honey bees to use the toolkit of survival skills their species has acquired over the past thirty million years, and to evolve solutions to the new challenges they face today. He shows beekeepers how to use the principles of natural selection to guide their practices, and he offers a new vision of how beekeeping can better align with the natural habits of honey bees.

    Engagingly written and deeply personal, The Lives of Bees reveals how we can become better custodians of honey bees and make use of their resources in ways that enrich their lives as well as our own.

    Honeybee Ecology – A Study of Adaptation in Social Life (Hauptwerk, 1985)

    The book presents honeybees as a model system for investigating advanced social life among insects from an evolutionary perspective. Originally published in 1985. The Princeton Legacy Library uses the latest print-on-demand technology to again make available previously out-of-print books from the distinguished backlist of Princeton University Press. These paperback editions preserve the original texts of these important books while presenting them in durable paperback editions. The goal of the Princeton Legacy Library is to vastly increase access to the rich scholarly heritage found in the thousands of books published by Princeton University Press since its founding in 1905.

    Following the Wild Bees –  The Craft and Science of Bee Hunting (2019)

    Following the Wild Bees” is a delightful foray into the pastime of bee hunting, an exhilarating outdoor activity that used to be practiced widely but which few people know about today. Weaving informative discussions of bee biology with colorful anecdotes, personal insights, and beautiful photos, Thomas Seeley describes the history and science behind this lost pastime and how anyone can do it. The bee hunter’s reward is a thrilling encounter with nature that challenges mind and body while also giving insights into the remarkable behavior of honey bees living in the wild. Whether you’re a bee enthusiast or just curious about the natural world, this book is the ideal companion for newcomers to bee hunting and a rare treat for armchair naturalists.

    The Wisdom of the Hive – The Social Physiology of Honey Bee Colonies (Hauptwerk, 1995)

    This book is about the inner workings of one of nature’s most complex animal societies: the honey bee colony. It describes and illustrates the results of more than fifteen years of elegant experimental studies conducted by the author. In his investigations, Thomas Seeley has sought the answer to the question of how a colony of bees is organized to gather its resources. The results of his research–including studies of the shaking signal, tremble dance, and waggle dance, and other, more subtle means by which information is exchanged among bees–offer the clearest, most detailed picture available of how a highly integrated animal society works. By showing how several thousand bees function together as an integrated whole to collect the nectar, pollen, and water that sustain the life of the hive, Seeley sheds light on one of the central puzzles of biology: how units at one level of organization can work together to form a higher-level entity.

    In explaining why a hive is organized the way it is, Seeley draws on the literature of molecular biology, cell biology, animal and human sociology, economics, and operations research. He compares the honey bee colony to other functionally organized groups: multicellular organisms, colonies of marine invertebrates, and human societies. All highly cooperative groups share basic problems: of allocating their members among tasks so that more urgent needs are met before less urgent ones, and of coordinating individual actions into a coherent whole. By comparing such systems in different species, Seeley argues, we can deepen our understanding of the mechanisms that make close cooperation a reality.

  • Vorträge der Wiener Bienenfachtagung 2019, aufgenommen am 5. Oktober 2019 – Simultandolmetschung vom Englischen ins Deutsche. (Link to Episode in English)

    • Teil 1: Wie ein Schwarm sein neues Zuhause findet
    • Teil 2: Die natürlichen Strategien eines Volkes zu überleben
    • Teil 3: Das Bienenvolk als Honigfabrik

    Thomas D. Seeley ist Verhaltensbiologe, Imker und Universitätsprofessor an der Cornell University (Itacah, New York). Sein Forschungsschwerpunkt: Wie finden Bienen ein neues Zuhause. Wie kommen sie zu einer Entscheidung? Bienendemokratie. So heißt auch sein Buch. Die Wiener Imkerschule hat Thomas D. Seeley zur Bienenfachtagung 2019 eingeladen. Er erzählt aus seiner Forschung. In Deutsch (Simultanübersetzung, Bienengespräch #49) und Englisch (Original, Bienengespräch #50). 

    Besonderen Dank an Albert Schittenhelm von der Wiener Imkerschule, der diesen Vortrag organisiert hat und sich darum gekümmert hat, dass wir im Bienenpodcast diese Vorträge zugänglich machen dürfen. Großer Dank auch an Thomas D. Seeley, der der Veröffentlichung zugestimmt hat.

    Die Veranstaltung fand im Wiener Raiffeisenforum mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union statt.

    Links: 

    Wiener Bienenfachtagung 2019, Imkerschule Wien:

    Thomas D. Seeley (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Dyer_Seeley

    Thomas D. Seeley (Cornell University): https://nbb.cornell.edu/thomas-seeley 

    Department für Neurobiologie und Verhalten an der Cornell University: https://nbb.cornell.edu 

    Wissenschaftliche Arbeiten von Thomas D. Seeley (Researchgate):

    Wissenschaftliche Arbeiten von Thomas D. Seeley bis 2016 (Cornell University):

    Thomas D. Seeley auf Google Scholar:
    https://scholar.google.com/citations?user=LXqBqrYAAAAJ&hl=de&oi=ao

    Wissenschaftliche Arbeiten von Thomas D. Seeley auf Plos One, (frei zugänglich):
    https://journals.plos.org/plosone/search?q=thomas+seeley&filterJournals=PLoSONE

    Thomas D. Seeley in Episode 19 des “Beekeeping Today”-Podcasts, 02/2019:
    http://beekeepingtodaypodcast.com/dr-tom-d-seeley-honey-bees-in-the-wild-019

    Thomas D. Seeley in Episode 16 des “Yale University Podcast Network”, 05/2019:
    http://yalepodcasts.blubrry.net/2019/05/13/ep-16-thomas-seeley-on-the-lives-of-bees/

    Thomas Seeleys Bücher:

    *** Deutsch ***

    Bienendemokratie – Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können (2015)

    Die Bienenkönigin ist keine absolute Herrscherin. Im Gegenteil: Bienen entscheiden alle gemeinsam als Schwarm, sie erforschen kollektiv einen Sachverhalt und debattieren lebhaft, um letztlich einen Konsens zu finden.

    Honigbienen – Im Mikrokosmos des Bienenstocks (2012)

    Jeder von uns kann in der Natur beobachten, wie Bienen an Blüten Nektar sammeln, und wir wissen natürlich auch, daß sie diesen anschließend in köstlichen Honig verwandeln. Doch schon bei der Frage nach dem Wie stoßen wir meist an unsere Grenzen. Thomas D. Seeley führt uns in seinen spannenden Ausführung vor Augen, wie dies alles funktioniert und stellt die streng geordnete soziale Organisation der Bienenvölker vor, die einem florierenden Wirtschaftsunternehmen gar nicht unähnlich ist. Mit Staunen und Faszination lernt man die Erfindungen der Natur zu bewundern, durch die tausend von Bienen in eine Einheit eingebunden werden, deren Fähigkeit die einer einzelnen Biene weit übersteigt. – Prof. Bert Hölldobler über die amerikanische Originalausgabe.

    Auf der Spur der wilden Bienen (2017)

    In seinem neuen Buch ›Auf der Spur der wilden Bienen‹ beschreibt der renommierte Bienen-Experte Thomas D. Seeley, wie sich der Mensch über Jahrtausende auf die Spuren wilder Bienen machte, um ihren Honig zu erbeuten. Erst die Erfindung der Bienenstöcke machte diese Jagd überflüssig. Doch zunehmend mehr Menschen schätzen diese traditionsreiche Beschäftigung, die großes Geschick erfordert und Einblick in das Leben der Bienen ermöglicht, ohne ihnen Schaden zuzufügen. In seinem neuen, reich bebilderten Buch erzählt Seeley von der aufregenden Jagd nach Honig, gibt Tipps und erklärt liebevoll die Hintergründe dieser alten Kulturtechnik. Entstanden ist sowohl eine anekdotenreiche Kulturgeschichte der Biene als auch ein Leitfaden der Zeidlerei – geschrieben mit großem Charme von einem, der seine Bienen wahrhaftig kennt und liebt.

    *** Englisch ***

    Honeybee Democracy (Hauptwerk, 2010)

    Honeybees make decisions collectively–and democratically. Every year, faced with the life-or-death problem of choosing and traveling to a new home, honeybees stake everything on a process that includes collective fact-finding, vigorous debate, and consensus building. In fact, as world-renowned animal behaviorist Thomas Seeley reveals, these incredible insects have much to teach us when it comes to collective wisdom and effective decision making. A remarkable and richly illustrated account of scientific discovery, Honeybee Democracy brings together, for the first time, decades of Seeley’s pioneering research to tell the amazing story of house hunting and democratic debate among the honeybees.

    In the late spring and early summer, as a bee colony becomes overcrowded, a third of the hive stays behind and rears a new queen, while a swarm of thousands departs with the old queen to produce a daughter colony. Seeley describes how these bees evaluate potential nest sites, advertise their discoveries to one another, engage in open deliberation, choose a final site, and navigate together–as a swirling cloud of bees–to their new home. Seeley investigates how evolution has honed the decision-making methods of honeybees over millions of years, and he considers similarities between the ways that bee swarms and primate brains process information. He concludes that what works well for bees can also work well for people: any decision-making group should consist of individuals with shared interests and mutual respect, a leader’s influence should be minimized, debate should be relied upon, diverse solutions should be sought, and the majority should be counted on for a dependable resolution.

    An impressive exploration of animal behavior, Honeybee Democracy shows that decision-making groups, whether honeybee or human, can be smarter than even the smartest individuals in them.

    Lives of Bees: The Untold Story of the Honey Bee in the Wild (2019)

    Humans have kept honey bees in hives for millennia, yet only in recent decades have biologists begun to investigate how these industrious insects live in the wild. The Lives of Bees is Thomas Seeley’s captivating story of what scientists are learning about the behavior, social life, and survival strategies of honey bees living outside the beekeeper’s hive—and how wild honey bees may hold the key to reversing the alarming die-off of the planet’s managed honey bee populations.

    Seeley, a world authority on honey bees, sheds light on why wild honey bees are still thriving while those living in managed colonies are in crisis. Drawing on the latest science as well as insights from his own pioneering fieldwork, he describes in extraordinary detail how honey bees live in nature and shows how this differs significantly from their lives under the management of beekeepers. Seeley presents an entirely new approach to beekeeping—Darwinian Beekeeping—which enables honey bees to use the toolkit of survival skills their species has acquired over the past thirty million years, and to evolve solutions to the new challenges they face today. He shows beekeepers how to use the principles of natural selection to guide their practices, and he offers a new vision of how beekeeping can better align with the natural habits of honey bees.

    Engagingly written and deeply personal, The Lives of Bees reveals how we can become better custodians of honey bees and make use of their resources in ways that enrich their lives as well as our own.

    Honeybee Ecology – A Study of Adaptation in Social Life (Hauptwerk, 1985)

    The book presents honeybees as a model system for investigating advanced social life among insects from an evolutionary perspective. Originally published in 1985. The Princeton Legacy Library uses the latest print-on-demand technology to again make available previously out-of-print books from the distinguished backlist of Princeton University Press. These paperback editions preserve the original texts of these important books while presenting them in durable paperback editions. The goal of the Princeton Legacy Library is to vastly increase access to the rich scholarly heritage found in the thousands of books published by Princeton University Press since its founding in 1905.

    Following the Wild Bees –  The Craft and Science of Bee Hunting (2019), €10,98

    Following the Wild Bees” is a delightful foray into the pastime of bee hunting, an exhilarating outdoor activity that used to be practiced widely but which few people know about today. Weaving informative discussions of bee biology with colorful anecdotes, personal insights, and beautiful photos, Thomas Seeley describes the history and science behind this lost pastime and how anyone can do it. The bee hunter’s reward is a thrilling encounter with nature that challenges mind and body while also giving insights into the remarkable behavior of honey bees living in the wild. Whether you’re a bee enthusiast or just curious about the natural world, this book is the ideal companion for newcomers to bee hunting and a rare treat for armchair naturalists.

    The Wisdom of the Hive – The Social Physiology of Honey Bee Colonies (Hauptwerk, 1995)

    This book is about the inner workings of one of nature’s most complex animal societies: the honey bee colony. It describes and illustrates the results of more than fifteen years of elegant experimental studies conducted by the author. In his investigations, Thomas Seeley has sought the answer to the question of how a colony of bees is organized to gather its resources. The results of his research–including studies of the shaking signal, tremble dance, and waggle dance, and other, more subtle means by which information is exchanged among bees–offer the clearest, most detailed picture available of how a highly integrated animal society works. By showing how several thousand bees function together as an integrated whole to collect the nectar, pollen, and water that sustain the life of the hive, Seeley sheds light on one of the central puzzles of biology: how units at one level of organization can work together to form a higher-level entity.

    In explaining why a hive is organized the way it is, Seeley draws on the literature of molecular biology, cell biology, animal and human sociology, economics, and operations research. He compares the honey bee colony to other functionally organized groups: multicellular organisms, colonies of marine invertebrates, and human societies. All highly cooperative groups share basic problems: of allocating their members among tasks so that more urgent needs are met before less urgent ones, and of coordinating individual actions into a coherent whole. By comparing such systems in different species, Seeley argues, we can deepen our understanding of the mechanisms that make close cooperation a reality.


    Weil du gerade da bist…

    Die Bienengespräche sind frei in allen Inhalten, weil sie keine Förderungen erhalten. Was aber gut funktioniert sind Hörer:innen-Beiträge für Zugfahrkarten und Reisekosten. So gibt es immer wieder auch die besten Inhalte von unterwegs. Unterstützen ist ganz einfach. Hier steht, wie es geht…

    1. Vor dem Weggang wird der Weggenosse den Weg kennen. 
    2. Sie sang gern, während sich das Brautpaar den Ring gab. 
    3. Wir müssen aus der Sackgasse wegkommen und die Bergkuppe finden.
    4. Dieser Dreckkerl ist Chemiker und hat kein Rückgrat bewiesen. 
    5. Das Zweiggeschäft in Luxemburg handelt mit Trinkgläsern und Stückkäse. 
    6. Wir haben den Krieg gewonnen und uns dabei das Genick gebrochen. 
    7. Die Truggestalt, ein Cherub, will mir einen Wink geben. 
    8. Das Schiff, mit Stückgut beladen, lag, dank der Nixe, günstig im Wind. 
    9. Du mußt einen Dreh kennen, um diese Saugkraft aufzubringen. 
    10. Nach der Spukgeschichte mit den Berggeistern, hörte man Dankgebete.
    11. Durch Weggeld und Taggeld wuchs das Bankguthaben des Chirurgen. 
    12. Zu deinem Sacklaufen in Sachsen, müssen wir einen neuen Sack kaufen. 
    13. Vor dem Bankkrach in China hatte ich noch meinen Ertrag gekannt. 
    14. Mein Blickkegel schließt deinen Rockkragen im Taxi mit ein.
    15. Der Guckkasten lag gut und bestand zum größten Teil aus Druckglas.  
    16. Nach meiner Rückkehr werde ich das Geschäft in Auftrag geben.
    17. Der bucklige Zwerg Gregor, aus der gottvergessenen Gegend des Großglockners, gilt längst als das glücklichste Geschöpf der Gegend. Als Gregor als grüner Junge anfängt, kleinere Knaben zu quälen und mit dem knotigen Krückstock grün und gelb zu prügeln, gibt das seinem gutmütigen, übrigens sehr vermöglichen Onkel und Großgrundbesitzer Gelegenheit, vergnügt und gutgelaunt Gregor auf den Buckel zu klopfen und dem siegreichen Quäler kostspieligen Kleinkram zu schenken. Als der greise Onkel krank und gelähmt in der Klinik liegt, schenkt er das ganze Geld und Gut dem buckligen Gregor. Kaum ist der Onkel im dunklen Grab, beginnt Gregor mit dem Grundbesitz im Rücken Grundstücke zu kaufen und zu verkaufen. In kurzer Zeit entwickelt er sich zum gewiegten Grundstücksmakler. Die Gründe verkauft er mit gut versteckten Klauseln an kleine Käufer, die durch den Kauf in Abhängigkeit geraten und die Grundstücke bedingungslos zurückzugeben gezwungen sind. Gregor gelingt manch großer Gewinn. Gnadenlos zwingt er sogar gewiegte Gegner auf die Knie und bringt den gesamten Grundstückverkauf unter seine Kontrolle. Dank dickem Geldbeutel geht dem geschickten Buckelzwerg eine elegante Großgrundbesitzerin ins Garn, wird seine Gattin und schenkt ihm gutgewachsene Kinder. Als ungekrönter Maklerkönig gibt er, umgeben von Gattin und Kindern, glänzende Gastgelage und empfängt zu seinem größten Vergnügen heruntergekommene Adelige, unterlegene Gegner und um hängige Konkurse bangende Geschäftskonkurrenten. Glücklich und entzückt im Gewoge der Gäste trinkt er Glas um Glas und singt Gesänge und Klänge aus der Jugendzeit am Großglockner.
  • Aufnahme von 1992: Glocken aus dem finnischen Kloster “Uusi Valamo”. Gehört noch vor dem Einstieg ins Radiohandwerk. Gewidmet dem Radiolehrer Manfred Steinhuber. Im Kloster kann man für Kost und Quartier arbeiten.

    [zoomsounds_player config=”default” source=”https://www.sprechkontakt.at/audiofiles/finnische_glocken

    Update: Aufnahme von 2019: Die Melodie hat sich die Jahre über gewandelt. Sie wird nach Auskunft der Mönche im Gedächtnis weitergegeben, wenn ein anderer Mönch spielt, prägt er sie nach seinen Vorstellungen. Angeblich gibt es auch einen italienischen Glockenspiellehrer, der 2019 kommen hätte sollen, der aber nicht gekommen ist. Das Foto stammt auch aus diesem Jahr.

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    Link: Uusi Valamo

  • Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1 / 30.09.2019 – 4.10.2019

    Auf der Suche nach Raritäten.

    Barbara Knickmann vom Botanischen Garten der Universität Wien sammelt Samen von wildwachsenden Pflanzenarten.

    Teil 1: Lebensraum Straßenrand
    Teil 2: Eine verwilderte Wiese
    Teil 3: Sammeln und schützen
    Teil 4: Wettlauf mit Tieren
    Teil 5: Ein Gefühl für die Landschaft

     

    Pflanzensamen sind Zeitkapseln. Sie können die Zeit überdauern. Gekühlt gelagert bleiben sie – je nach Art – mehr oder weniger lange keimfähig. Bis etwa auf die leichten Samen von Weiden, die nur sehr kurz haltbar sind, weil sie in freier Natur normalerweise in feuchter Umgebung rasch keimen.

    Wissenschaftliche Sammlungsausflüge werden genau geplant. Einerseits gibt es genaue Ideen, welche Pflanzen “besammelt” werden sollen, andererseits sind Genehmigungen einzuholen und Naturschutzaspekte zu bedenken. Allgemein werden nur maximal 20% der Samen einer Pflanzengruppe entfernt.

    Die Samen werden innerhalb der wissenschaftlich arbeitenden botanischen Institute weltweit mit Hilfe von jährlich erstellten Samenkatalogen getauscht. Sie werden für Schausammlungen in botanischen Gärten benötigt, für wissenschaftliche Fragestellungen, die gerade bearbeitet werden, und in der Ausbildung bieten Jungpflanzen – aus Samen gezogen – Einblick in frühe Entwicklungsstadien der jeweiligen Pflanze. Neben den Samen der Pflanzen wird auch das Wissen darüber gesammelt und in den Datenbanken festgehalten. Sammlungsausflüge ermöglichen es den Beteiligten darüberhinaus, die Pflanze auch außerhalb eines Botanischen Gartens “im Feld” zu sehen.

    Pflanzensamen aus Österreich werden auch zur “Millenium Seed Bank” nach London geschickt, wo sie gekühlt lange Zeit als Botanisches Welterbe gesammelt und aufbewahrt werden.

    Bis 31. Oktober ist im Botanischen Garten der Universität Wien die Ausstellung “Forscher, Sammler, Pflanzenjäger” zu sehen.

    “Unterwegs mit Humboldt & Co.” – mit Pflanzensammlern, die in die entlegensten Winkel der Erde vordrangen.

    Interviewpartnerin:

    Dipl.-Ing. Barbara Knickmann
    Core Facility Botanischer Garten Wien
    Rennweg 14/2
    1030 Wien

    Links:

    Botanischer Garten Wien

    Millenium Seed Bank

  • Beachte:

    K: Orchester, Chaos, Chronik, Chrom, Chur, Chor, Chöre. 
    KW:
    Qualm, Quantum, Quader, Quelle, quer, Quitte, Quirl. 
    KS:
    Wechsel, Achse, Sachsen, sechs, Echse, Drechsler; Hexe, Nixe, Taxi, Xylophon, Mexiko, Xaver, Xerxes.

    Wichtige Ausnahmen:

    1. Ohne K
      Nächst – nächstens; höchst – höchstens
    2. Ohne K bei 2. Pers. EZ
      Sprichst, fluchst, brauchst, lachst, fauchst, rauchst.
      Wenn also das „s“ nicht mit dem vorangegangenen „ch“, sondern mit dem nachfolgendem „t“ verbunden ist: „chst“ 
    3. Ohne K beim Genetiv-s:
      des Teich-s, er roch-s, des Dach-s
    4. Ohne K bei der Verbindung zweier Wörter
      Buch-stabe!
    1. Wir haben noch keine Kunde von dem kranken Kinde! 
    2. Ein Quantum an Kakaosäcken war schuld an dem Chaos. 
    3. Auf Weg und Steg kann man die quecksilbrigen Kinderchöre hören. 
    4. Red’ keinen Quark, ich flieg’ doch weg, du Querkopf!
    5. Christen bewahren ihre Reliquien.
    6. Xerxes war ein Feigling. 
    7. An der Grenze des Königreichs, an der Quelle, stehen Quittenbäume. 
    8. Das Orchester in der Kleinkinderklinik spielte, daß es qualmte. 
    9. Auf Steinquadern klopften sie Skat.
    10. Kunst kommt von Können.
    11. Der Chor aus Chur sang immer um eine Quinte zu hoch. 
    12. Aus dem Laich von Lachs und Hecht werden Lächschen und Hechtchen. 
    13. In diesen Kuchenteig kommen höchstens sechs Eier hinein. 
    14. Nächstens kommen wir nach Sachsen, um eure Weichseln zu kosten. 
    15. Luchs, Dachs, Fuchs und Ochsen wachten des Nachts. 
    16. Sechs Hexen aus Sachsen ziehen flugs nach Xanten. 
    17. An der quirlenden Quelle saßen sechs nackte, freche Schnecken. 
    18. Quiekende Dachse quälen nächtelang knochige Knechte. 
    19. Hechte und Huchen, Füchse und Dachse, schleichende Luchse, wechseln hin, wechseln her, nächtens um spärliche Beute. 
    20. Freche Füchse, schleichende Dachse, Lurche und Ochsen, nächtlicher Spuk um den ächzenden Knecht.
  • In den Bergen wandern die Kälte-angepassten Pflanzen und Tiere in höhere Regionen, um den steigenden Temperaturen auszuweichen. Unklar ist aber, ob Gebirgspflanzen schnell genug sind, um mit dem Klimawandel Schritt zu halten. Ein Team von ÖkologInnen der Universität Wien und der Schweizer WSL (Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft) um Sabine Rumpf und Stefan Dullinger hat diese Frage in den Alpen untersucht und herausgefunden, dass die Natur mit “Verspätung” reagiert – sowohl beim Aussterben von Populationen an inzwischen zu warmen Standorten als auch beim Besiedeln ehemals zu kalter.

    Foto: Sabine Rumpf | Link zum Bericht

    Korrespondent: Stefan Mandl, Österreichischer Erwerbsimkerbund – er erzählt vom Apimondia Kongress, der 2019 in Montreal stattgefunden hat.

    Links: Apimondia | Programm als PDF | Österreichische Erwerbsimkerbund

    Vorschau: Wiener Bienenfachtagung 2019, “Bienenbiologe” Thomas Seeley in Wien. Link zum Programm – die nächste Ausgabe der Bienengespräche erscheint bereits am 6. Oktober mit englisch- und deutschsprachigen Aufnahmen der Vorträge.

  • Beachte: Kritik – Kritiker; Politik – Politiker, Musik – Musiker; Zeremonie – Zeremonie. Stiel – Stil – Stillleben. 

    1. Wegen der Siegerliste gingt ihr bis hierhin.
    2. Ich sieche dahin.
    3. Siebenundsiebzig widerliche Fliegen.
    4. Wir singen wieder mit Widerwillen.
    5. Die Sippe der Diebe.
    6. Voll Liebe hing er an ihren Lippen.
    7. Wir stiegen auf den First.
    8. Liebevoll, doch erbittert Wirsing bieten.
    9. Die vier Mieter mit wirren Sitten.
    10. Der Widder stieß zum vierten Mal zu.
    11. Vierundvierzig Dielenbretter.
    12. Sie gingen wieder zum Riff hin.
    13. Ich rief siebzehn Mal.
    14. Der Hirsch wittert, daß wir Birnen und Bienen ziehen.
    15. In der Mitte, im Licht, schwirrten wieder vierzig Libellen.
    16. Lisa und Christian gingen wieder hin, weil sie diese Politik liebten.
    17. Mitten in der Mittagsstille war ihnen der Sieg gewiß.
    18. Hier, Isar und Inn fließen zur Donau hin.
    19. Lieschen liebte Lilien.
    20. Er identifizierte sich mit ihrer Idee, lieber zu stricken als zu spielen.
    21. Die biedere Kritik des Kritikers aus Schwyz war wieder wider sein Spielen.
    22. Finnen lieben Rentiere.
    23. Vierzehn Rinder gehen wieder die Wiese hinunter.
    24. Mitten im Juni mit dem Schiff nach Sizilien fliehen.
    25. Der Wirt wird mir einen viertel Liter Wein bringen.
    26. Die Biene biß mich, als ich mich im Bistum niederließ.
    27. Widerwillig stieg der dicke, riesige Ringer in den Ring.
    28. Wieviel bietet der miese Fabrikstil dem Kritiker?
    29. Wie will Wilfried Wilhelmine wieder friedlich stimmen?
    30. Die dicke Fliege schießt im Zimmer hierhin und dorthin.
    31. Wir fingen die flinken Wiesel zwischen glitzernden Kieseln.
    32. Bis wir vierzig sind, sind wir ziemlich sicher ziemliche Kinder.
    33. Der Stil des Kritikers.
    34. Jeder vierte Politiker war Portier.
    35. Bis wir die immerhin siebenundsiebzig winzigen Bienchen wieder erwischen, die im Zimmer hierhin und dorthin und überallhin schwirren,
      wird sich sicherlich viel Frischmilch über den Tisch ergießen.
    36. Spitzfindig ist die Liebe! Sie nimmt nicht minder blindlings;
      wie sie sich listig ziert, wirkt sie mit Witz nicht minder.
      Ihr tiefes Inn’res liebt nicht, will sich nicht irren,
      wird sie mit ihrer Liebe sich schließlich nicht verwirren?
    37. Wie sie friedlich, sinnig blickt, innig mild sich still vertieft;
      Sinnenlieb’, die nie ersprießlich, wird sie sittig immer fliehn.
      Sinnend, lieblich liegt sie, die so still die Himmel minnt.
      Ihr Beginnen ist verdrießlich, bringt ihr Himmelslicht, nicht Frieden.
    38. Ist dies Idyll hier nicht des Friedens Bild,
      erblick ich’s, wie? – in diesem Lichte wieder?
      Im Innern klingt’s wie frische Kinderlieder –
      wie innig wirkt’s, wie tief, wie himmelsmild!
      Nicht irdisch winkt hier wirres Sinngebilde –
      hier find’ ich sie, die himmlischen Gefilde.
    39. Immer find’ ich dich in tiefem Sinnen;
      sinnst der Pflicht nach, die dich zu mir trieb?
      Doch ich will dich nimmer so gewinnen,
      sieh, erzwingen läßt sich nicht die Lieb’.
      Kannst du dich nicht liebend mir verbinden,
      will verzichten lieber ich auf dich.
      Will ein andrer dir die Myrthe winden,
      still verschließ ich meine Lieb’ in mich.
    40. Friedrich Wiener, ein lieber Milchmann im Industrieviertel, war entschieden empfindlich gegen Pfiffe. Wenn wir Kinder irgendein Lied pfiffen, schimpfte Friedrich wie wild vor sich hin, bis wir hingingen und mit Absicht pfiffen. Wir konnten ihn dahin bringen, hinter uns herzuspringen; der dicke Friedrich lief bis er schwitzte und bis ihm der Atem ausging. Wir Kinder kicherten und pfiffen ihn aus. Schließlich verfielen wir auf den Witz, mit schrillen Pfiffen vermischt, das Liedlein ‘Friedrich ist liederlich’ zu singen. Wir gingen hinter ihm her und pfiffen wie wild, wenn Friedrich mit der Milch die Stiegen hinaufging. Bis der erbitterte Friedrich mitten im Winter dem zierlichen Kind eines Industriellen den Milchkessel ins Gesicht schmiß – und ihn daraufhin das Milchgeschäft entließ. Dies billigten wir Kinder nicht. Sie entrissen uns mit Friedrich unser Lieblingsspiel.

    ANMERKUNG Kurze Wörter sind wichtig: aus – auf – sie


    Musik: https://freesound.org/people/digifishmusic/sounds/55238/

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Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.

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Text: Zum Hintergrund (2014)

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