n! Sprüche für 24 Wochen
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Journalismus ist Handwerk und Podcast ist eine Haltung. Beim Podcast möchte man Inhalte vielleicht weniger veröffentlichen, im Sinne hoher Zuhörer:innenzahlen, sondern eher “zugänglich machen”. Wie beim Lagerfeuer, um das man sitzt, bei dem sich jemand über ein bestimmtes Thema unterhält und man dabei zuhören kann. Besonders die Natur eignet sich als Thema für Podcasts, weil es gerade hier viele Menschen gibt, die über einen Teil daraus sehr gut Bescheid wissen. Man spricht in beliebiger Länge miteinander, bis das Thema entweder fertig geredet, oder argumentativ, diskursiv umkreist wurde. So entstehen Geschichten, im Fall der Natur “Naturgeschichten”.
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Lothar Bodingbauer unterrichtet Mathematik und Physik am Abendgymnasium in Wien, ist Radiojournalist und Imker und macht Podcasts zu den Themen Bienen und Physik. Er sagt über sich selbst, dass er Freude an Tönen, Gesprächen und Geräuschen hat.
https://www.mediathek.at/meine-mediathek-curated-by/lothar-bodingbauer/

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ORF Radio Österreich 1 / Vom Leben der Natur, 25. bis 29. November 2019
Arbeitstitel: Trompeten, Krusten, Schuppen, Bärte
Der Botaniker Roman Türk spricht über die Flechten.
Teil 1: Erfolgreiche Lebensgemeinschaft
Teil 2: Nahrung in extremer Gegend
Teil 3: Lebensraum Antarktis
Teil 4: Umfassende Verbeitung
Teil 5: Geänderte Bedingungen
Flechten sind Pilze. Carl von Linné bezeichnete sie als das “Pöbelvolk im Pflanzenreich”. Die längste Zeit war das unklar. Sie sind auch heute noch aus der sinnlichen Wahrnehmung meist ausgeschlossen. Wir übersehen sie. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Doppelnatur der Flechten bekannt – die Lebensgemeinschaft von Pilz und Alge.
Die Algen sorgen für die Photosynthese, die Pilze für Halt, Struktur und Vermehrung. Welche interaktiven Prozesse spielen sich zwischen Alge und Pilz ab?
Wo sich höhere Pflanzen nicht entwickeln können, fallen sie auf. In großen Höhen, bei großer Kälte – aber auch bei großer Hitze. Sie halten extreme klimatische Bedingungen gut aus. Was vielen Arten aber schadet, sind erhöhte Stickstoffeinträge aus der Luft. Sie sterben ab, oder werden durch andere Arten verdrängt, die genau diese höheren Stickstoffeinträge lieben.
Interviewpartner:
DR. ROMAN TÜRK, UNIV.-PROF. (I.R.)
Lektor und freier wissenschaftlicher Mitarbeiter
Universität Salzburg, Fachbereich Biowissenschaften
Hellbrunnerstr. 34
5020 Salzburg
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Meisterstück: Porzellanschale von Michaela Dinges, Keramikerin
ORF Österreich 1 – Moment Leben heute, 21. November 2019
SIGNATION
Farbe
Weiß
Oberfläche
Glänzend
Gewicht
Leicht
Form
Für meine Wahrnehmung gleichmäßig
Kunst oder Handwerk?
Es ist Kunsthandwerk
Im Atelier von Michaela Dinges stapeln sich massive Gipsblöcke und zarte Porzellanschalen. Sie ist Keramikerin, um die 40, und sie lebt und arbeitet in Wien. Ihr Meisterstück ist eine Schale.
Die begleitet mich seit nunmehr sechs Jahren und ist immer noch in Verwendung – ist die falsche Bezeichnung – sondern ich produziere sie nach wie vor in ihrer Urform. Ich habe sie nie verbessern wollen oder anders machen und die ist mir mehr oder weniger passiert.
Genau genommen ist also das Meisterstück von Michaela Dinges nicht die Schale selbst, sondern die Gipsform dieser Schale, deren Porzellanabguss, der erste davon, vor ihr steht.
Es ist eine handtellergroße Schale in Form einer Zuckermelone. Da sieht man an der Außenseite die Beschaffenheit, beziehungsweise die Struktur dieser Melone.
Fein unterteilt, gerippt, symmetrisch angelegte Sektoren …
Ja, so ein bisschen wie ein Seestern. – Es ist rau kann man sagen, in dem Fall besonders, weil die ist außen nicht glasiert. Mittlerweile glasiere ich sie innen und außen. Und mir gefallt sie so besser, aber wenn man sie nur innen glasiert, kann es passieren, dass sie sich beim Brand verzieht.
Was bei dieser Form und dieser Schale aber durchaus beabsichtig ist. Denn anders als eine Honigmelone kullert die Porzellanschale in Form einer Honigmelone dann nicht am Tisch herum. Das Runde hat sich beim Trocknen und Brennen ein wenig gesetzt.
Ein bisschen hängt sie, und das macht für sie irgendwie diese interessante Form aus. Was kann ich mit dieser Schale machen? Ich kann super Sachen für den Aperitif reingeben, ich kann sie als Suppenschale verwenden. Man kann sicher auch einen Tee draus trinken. Man kann Dessert darin servieren. Und es ist auf Grund dessen so klein, weil Porzellan als Material an sich beim Brand einen Schwund von 18% hat.
An der Akademie für bildende Künste in Wien hat Michaela Dinges das Arbeiten mit Keramik gelernt, hat dieses Wissen dann lange nicht verwendet und vor sechs Jahren wieder begonnen, herauszufinden, was es mit den Feinheiten des Porzellans genau auf sich hat, wie man gute Formen baut.
Wenn irgend etwas, man nennt das in der keramischen Sprache, wenn etwas untergriffig ist, dann bekomme ich es nicht aus der Form raus.
Anders als das Arbeiten mit Ton, der fest ist, wird Porzellan als Flüssigkeit angerührt.
Flüssigkeit in der Konsistenz ähnlich wie Palatschinkenteig, das ist so ein bisschen eine sämige Masse. Und Porzellan wird gegossen. Du gießt sie in diverse Formen, die du aus Gips anfertigst, rein und der Gips macht nichts anderes, als dass er dieser Porzellanmasse das Wasser entzieht. Das geht relativ schnell, und das Resultat ist, dass sie auf der Innenseite der Gipsform eine festere Schicht bildet. Und wenn ich befinde, dass die Schicht dick genug ist, dann leere ich die restliche Masse wieder aus.
Drei Millimeter etwa ist die Zieldicke. Das dauert dann nicht lange.
Ein, zwei Minuten, das ist ein sehr schnelles Material, es gibt andere, die brauchen länger, aber mir liegt das sogenannte 400Cin-CL. Das ist die Bezeichnung. Das ist relativ flink und sehr weiß.
Einige Stunden warten, bis der Abguss trocken wird, Kleinigkeiten ausbessern, weiter trocknen lassen, brennen und glasieren. Die Schale vor Michaela Dinges ist keine bloße Kopie einer Frucht, der Honigmelone. Sie ist anders.
Ich will ja da eine gewisse Veränderung haben. Es ist ein bisschen rau, es hat eine kühle Haptik, es ist ein bisschen steril weiß. Es geht so ein bisschen in diese Ästhetik rein von etwas Stylischem.
In den letzten Jahren sind weiter Porzellan-Früchte dazugekommen, die Michaela Dinges aus der Urschale, dem Meisterstück entwickelt hat: Zitrone, Quitte, Granatapfel …
Orange, Apfel, Birne, Avocado… Ich liebe es, Fitzelarbeiten zu machen, wo andere sagen, dass du das überhaupt siehst. Wenn ich Porzellan mache, oder wenn ich an meinen Sachen arbeite, ist in Windeseile dieses Gefühl da, wo es mir gut geht. Es macht mir immer Spaß, ich liebe es.
Beachte: Gelübde, gebürtig, Idyll, Libyen, Zylinder, Mystik, Büste, Blücher, Satyr, Onyx, Beryll.

Ernst Brandl ist Rechtsanwalt und Imker. Er erzählt über seine Erfahrungen mit dem Gesetz rund um die Bienen – und die Menschen rund um Gesetz und Bienen. Er hat ein Buch dazu geschrieben, das im Dezember im Manz Verlag erscheint: “Recht für Imker”. Link zum Buch und zu Ernst Brandl
Korrespondent: Manuel Hempel, Bergen (Norwegen) mit einem Jahresrückblick 2019. Link zu Vindfloy
Link zum angesprochenen Beekeeping-Today-Podcast mit Apimondia Rückblick: Episode S2E06
(Episodenfoto by niu niu on Unsplash)
Beachte: Plüsch, über, für, düster, irrtümlich, Typ, Duisburg

Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.
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Text: Zum Hintergrund (2014)
Fotos sind auch auf Instagram: lobodingbauer

