Radio, Science, Education

Wien

  • Permalink zu dieser Episode: https://www.sprechkontakt.at/bg079

    Sigi Tatschl ist Spezialist für seltene Obstsorten in Zusammenhang mit Permakultur. Er ist auch Sozialarbeiter und Psychotherapeut, und entwickelt gemeinsam mit Gemeinden “essbare Landschaften”. Mit Obstsorten, die oft unbekannt sind. Im Gespräch stellt er uns die Themenlandschaft vor. Wir sprechen bei einem Hofrundgang bei ihm zuhause auch im Detail über Schisandra, Granatapfel, Ölweide, Chinesische Dattel, Kaki. Sein Buch heißt “555 Obstsorten für den Permakulturgarten und -balkon”.

    Links: https://sigi-tatschl.at und zum Buch 555 Obstsorten für den Permakulturgarten und -balkon (Löwenzahn Verlag, Falter Buchversand)

    Im Korrespondententeil erzählt Marco Ringel aus Trier über den eben erfolgten ersten Teil der Honigernte. Er stellt uns auch eine Stockkarte vor, die er mit einem Freund entwickelt hat. Wir sprechen über Pläne und Hörtipps – er selbst ist auch in der Lehrer:innenausbildung tätig und hat einen Podcast “Schule aktuell”.

    Link: http://marco-ringel.de und https://www.stock-karte.de

    Hörtipps:

    1. CRE 225: Permakultur
    2. Jung & Naiv 571: Moorforschung
    3. Schule im Gespräch

    Photo by Tobias Wilden on Unsplash

    1. Wenn du einen Konflikt erlebst, mische dich nicht ein, oder versuche ihn gar zu lösen, sondern lehne dich zurück und beobachte.
    2. Gehe die Hauptstraße hin, aber hinter den Häusern zurück.
    3. Wenn jemand sagt, alle sind einer ganz bestimmten Meinung, finde die Person, die anders denkt.
    4. Schau auch ein bisschen auf die Bücher im Regal, besonders jene, die herumliegen, die gerade benützt und gelesen werden.
  • Kein Phänomen wird so misshandelt wie die Wahrheit. Sie wird ans Licht gezerrt, veröffentlicht, gebeutelt, sie wird geknetet. Jede:r sucht sie. Viele glauben sie zu haben. Journalismus allerdings ist die Suche “nach dem anderen Standpunkt”. Und Wissenschaft die “Annäherung an das Beweisbare”. Von blanker Wahrheit ist da keine Spur. Das schauen wir uns an. An vielen Beispielen und an eigenen Ideen.

  • Gute Texte. Man soll sie lesen können. Wenn man müde ist, und schlapp schon vor dem letzten Bild noch im Museum steht.

    Gute Texte braucht es auch bei schriftlichen Arbeiten. Bei Angaben. Abgaben. Es sind die Klein- und Gebrauchstexte, mit denen wir das Publikum gewinnen können. In welcher Form steht wo das Verb? Beschäftigen wir uns mit einem Zustand, mit dem Prozess?

    Im Workshop lernen wir unsere Texte einfach mal “besser” zu machen. Eine “Wahrnehmung der Bedeutung” ändern wir möglicherweise zu “ich nehme wahr, was es bedeutet”.

    Wir werden genau diese Wahrnehmungsfähigkeiten auch trainieren: Worauf schauen wir beim Lesen? Und dann: worauf schauen wir beim Schreiben.

  • Jede:r kann reden. Beim Podcasten ist alles frei. Beim Radio gibt es aber je nach Sender/Sendung/Format besondere Anforderungen. “So!” soll die Stimme, “so!” die Erzählung klingen. Obwohl es oft auch anders geht: Gelesene Manuskripte könnten vielleicht im Vorfeld eher für’s Erzählen geschrieben worden sein, als im Sprechtraining so gelesen, dass es “nicht gelesen” klingt.

    Aber auch beim Podcasten möchte man gut verstanden werden. Da gibt es schon ein paar Punkte, die einem selbst nicht auffallen, besonders wenn sie wichtig sind. Unhörbar nachatmen? Hetzen? Eigenheiten die uns ablenken? Das muss nicht sein.

    Im Sprechtraining-Workshop geht es um das Finden der eigenen Stimme im Gewusel der anderen. Im Gewusel der Anforderungen.

    Die Aussprache ist wichtig. Wir trainieren erst die Vokale, dann den Rest. Die Pausen sind genau so wichtig. Wir trainieren die Pausen, und überlesen erstmals Beistriche, die überlesen werden müssen, um den Sinn des Satzes zu verstehen. Dann der Zeitraum, der zu beanspruchen wäre. Und die Resonanz, die man findet.

    Nach sechs Wochen sind die ersten Änderungen – positiv – zu merken. Dann hat das Gelernte nämlich auch den Körper erreicht.

  • Wir erzählen einander Geschichten. Was passiert ist. Was vielleicht passieren wird.

    Im Workshop “Storytelling” entwickeln wir Geschichten. Ausgehend von der Frage: “Worüber lohnt es sich zu reden?” finden wir Themen bei einem “doppelseitigen” Spaziergang, bei dem wir erst vor die Kulissen, und dann hinter die Kulissen schauen. Im gemeinsamen Gespräch werden wir jene Punkte identifizieren, die zu berichten spannend sind.

    Obwohl es einige Leitlinien gibt, was eine gute Geschichte ist, und wie sie vermittelt wird, steht in meinem Workshop zum Storytelling der Prozess der gemeinsamen Erarbeitung im Mittelpunkt.

    Wirkungsvolle Strategien lernen wir im “reverse engineering” einer guten Radiogeschichte kennen. Und: Storytelling beinhaltet immer die/den Erzähler:in, es gibt keine fertigen Rezepte die einzigartig sind. Es gibt nichts zu kopieren.

    Wer eine Geschichte vorschlägt, die es sich lohnen soll, zu machen, wird zum Vorstellen folgende drei Punkte vorbereiten:

    1. Ich mache eine Geschichte über …
    2. Es geht darin um …
    3. Und das Besondere daran ist …
  • Es ist keine Kunst, in der Ruhezone der Eisenbahn etwas zum Aufregen zu finden. Steigt einer ein. Setzt sich fast hin und fragt: “ist da frei?”. “Grüß Gott, bitte gerne.” Lektion erteilt. Man grüßt. Kontaktaufnahme. Anfänger. Sein Telefon läutet nach 2 Minuten. Maximal laut, und der Klingelton das Scheppern eines Weckers. Kurzes Gespräch. Nach weiteren zwei Minuten noch ein Anruf. “Könnten Sie das auf lautlos stellen, das geht einen ja in den Bauch”. “Ja”. Konziliantes Gegenüber. Er sucht keinen Streit. Und verabschiedet sich nach einer halben Stunde in St. Pölten mit einem freundlichen “Auf Wiedersehen”.

  • Link: https://www.deutschlandfunk.de/die-singende-lokomotive-dlf-246fcbda-100.html

    Link zum Audiofile: https://www.sprechkontakt.at/audio/radio_376a_lokomotive.mp3

  • Die Shortcodes – und was man alles aus seinen Episoden auf der Website darstellen kann. Das hat hier Jörn Schaar ganz wunderbar in allen Details dargestellt: https://joernschaar.de/

  • Wenn man die folgenden drei Fragen gut beantworten kann, dann läuft’s

    1. Ich mache eine Geschichte über …
    2. Es geht dabei um …
    3. Und das Besondere dabei ist …

    Quelle: Out on the Wire: The Storytelling Secrets of the New Masters of Radio Taschenbuch – Illustriert, 25. August 2015
    Englisch Ausgabe von Jessica Abel

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Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.

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Text: Zum Hintergrund (2014)

Fotos sind auch auf Instagram: lobodingbauer