Radio, Science, Education

Wien

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    Bücher zum Thema

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    1. Das österreichische Standardwerk zum Üben: das Sprechtechnikbuch von Vera Balser-Eberle
    2. Das bundesdeutsche Standardwerk: “Der kleine Hay”

     

     

     

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  • Geschafft. Alle Sprechkontakt-Podcasts auf einer Seite – als Sammelfeed und Einzelfeeds. Mit den notwendigen Weiterleitungen von den bisherigen Seiten. Möglich gemacht durch den Einsatz des Show-Features von Podlove-Publisher. Hier geht es zur Übersicht der rund 550 Episoden von rund 10 Podcasts: https://www.sprechkontakt.at/shows/

  • Martine war im Ulmer Stadthaus. Nun ja, es war eigentlich eine Matinée mit gehörigen Akzenten und vielen neuen Umständen. Was ist nun genau der Unterschied zwischen “Martine” als vermeintlicher Name und einer Matinée? Eine Frage des Zugangs? Elisabeth spricht mit Lothar über das Klangprojekt im Ulmer Stadthaus, bei dem Musikschüler:innen Ende April 2022 ein großes öffentliches Haus mit Lust zum Schwingen gebracht haben. Es war Teil eines größeren Projektes mit Neuer Musik im Ulmer Stadthaus. 

    “In diesem Frühjahr soll das Stadthaus wieder zum Klingen gebracht werden – einmal mehr eine Einladung an alle, die Faszination von zeitgenössischer Musik zu erfahren. Die Mischung aus Klassikern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und neuen Kompositionen zumeist junger, internationaler Komponist*innen, die herausragenden Künstler*innen des European Music Projects und die renommierten Solist*innen sind Garanten für außergewöhnliche Musikerlebnisse.” – Link: https://stadthaus.ulm.de/klanghaus-1

    Hinweis: Ein Gespräch darüber fand auch im Ulmer Radio “Free FM” / Lokaltermin #76 statt. Link:

  • Dieses Set kann man per Post verschicken: ein Yahama AG-03 Interface/Mischpult über USB an den Computer angebunden, Headset Beyerdynamic DT-297 dabei, Verbindung über Studiolink. Das Ganze kann mit der Post verschickt werden.

    Einstellungen:

    1. +48V Phantomspeisung ON / für Mikrofon
    2. Ausgangslevel auf “normal”, also 3/4
    3. Computerton möchte man hören, daher Regler auf Mitte (anpassbar)
    4. Kopfhörerlevel insgesamt (mit eigenem Ton), auf Mitte (anpassbar)
    5. ON natürlich – das ganze Ding eingeschaltet
    6. Mikrofoneingang mal auf Mitte (anpassbar)
    7. Effekt aus – sonst klingt’s nach Keller

    Wie klingt es? Zum Beispiel so. Aufnahme remote:


    Alternativ ist auch ein Focusrite Solo – sogar noch kleiner – möglich. (Foto als PDF)

    48V muss gedrückt sein, Direct Monitor gedrückt. Air eher nicht gedrückt.
  • Julia Neidhardt entwickelt und bewertet Empfehlungssysteme (Recommender Systems) an der Technischen Universität Wien. Sie leitet das “Christian Doppler Lab for Recommender Systems”

    Link: https://informatics.tuwien.ac.at/people/julia-neidhardt

    Im Gespräch erzählt sie, worauf es bei Empfehlungen in Netzwerken ankommt, und wie solche Empfehlungen fairer und diverser gemacht werden können. Dazu frage ich sie auch, was “fair” bedeutet.

    Link zur Presseaussendung: https://science.apa.at/power-search/7466417060965540518

    Link zum Manifest / Digital Humanism: https://dighum.ec.tuwien.ac.at/dighum-manifesto/

    Episodenbild: Katya Ross on Unsplash


    Buchtipp zum Thema:

    Digitaler Humanismus: Eine Ethik für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz, 2018 von Julian Nida-Rümelin und Nathalie Weidenfeld

  • Eine besonders schöne Radiosendung, die mit Sprache und Geräuschen eine ganze Welt entwickelt, ist diese: Eider Island by Falling Tree Productions. Es geht um Vögel und um Menschen auf einer Insel, und die Menschen, die dort leben.

    Link: Soundcloud – Ider Island

    Vorgestellt wurde diese Sendung im “How Sound Podcast”, einem englischsprachigen Podcast über das Radiomachen, in welcher Episode, weiß ich wieder: Folge 279. Empfehlenswert ist der Podcast für Radiomacher:innen überhaupt. Klar, auch für Podcaster:innen, obwohl es halt wirklich viel Arbeit ist, so mit Tönen zu gestalten.

  • Systemische Fragen helfen, bei Interviews andere Sichtweisen und Antworten hervorzurufen.

    PDF Script

  • Download: Handout (pdf)

    Die Stimme ist ein Instrument. Bei täglichem Üben (10 min) sind erste Erfolge nach sechs Wochen unüberhörbar. Stimmbildung hat Auswirkungen auf die Kommunikation mit anderen Menschen. Es zahlt sich aus.

    Link zum Online-Sprechtraining: https://www.sprechkontakt.at/training/

    Was aus Entfernung einfach als „Stimme“ ankommt, besteht in Wirklichkeit aus dem Zusammenwirken mehrerer Aspekte. Jeder Aspekt ist separat trainierbar. 

    1. Zeitraum beanspruchen. Inhalt braucht Zeit. Pausen. Stille. Ausatmen. Einatmen. Pausen zwischen Sätzen, zwischen Aufzählungen: Langsamkeit und Ruhe. Zeitraum hat mit Selbstbewusstsein zu tun. Mit dem Ertragen einer Wirkung.

    2. Die Aussprache. Die „gemäßigte Hochlautung“ ist die Aussprache geschulter Sprecher:innen. Es ist weniger das perfekt „r“ oder „s“ sondern die Richtige Länge und Geschlossenheit/Offenheit der Selbstlaute a-e-i-o-u. Das Training sollte hier nur mit Lehrer:in erfolgen. Übungen dazu täglich.

    3. Agogische Aufbereitung der Sätze. Das kommt zusätzlich und schafft besser erkennbare Sinnzusammenhänge. “Sprich einmal laut und einmal leise, einmal langsam, einmal schnell, einmal hoch und einmal tief” – das ist ein Aspekt davon, Pausen innerhalb von Sätzen (und der Fluss der Sprache darin) ein anderer. Achtung: Nur wenige Kommas zeigen Sprechpausen an.

    4. Die Resonanz. „Die Sonne „tööööönnnnn“. Das hat etwas mit Frequenz und Zeitraum zu tun, mit Energie.

    5. Zu Beginn: Erst ausatmen, dann einatmen. Und dann: Pausen – kann man üben.

    6. Das Gegenüber. Kann im Theater in der hintersten Ecke sitzen – dort will man seine Stimme hinschicken. Das kann man lernen und zahlt sich aus. Präsenz.

    7. Der Stimmsitz. Mit welcher Frequenz spreche ich meine Gegenüber an. Eher tiefer wäre besser, gemeint ist aber: eher mehr Frequenzen. Öffnen. Meist nach unten hin. Das muss man herausfinden.

    8. Inhalt und Klang. Wie bei Büchern oder Zeitungen, die (diskursive) gute Inhalte nicht mit unpassenden Schriftsätzen drucken, wird auch die Stimme mit den Inhalten in Verbindung gebracht. Wir werden üben, den Eindruck zu beschreiben.

    9. Die Grenze. Profi-Sprecher:innen haben ihre Stimme zum Beruf gemacht. Professionelle Aufträge sollten auch von ihnen gemacht werden. Das zu erkennen, ist auch ein wichtiger Aspekt für Nicht-Profis.

    10. Die Authentizität. Man ist, wie man spricht. Und in jedem Moment spricht man so, wie man ist. Die gebildete Stimme kann wie eine Fremdsprache eingesetzt werden. Im normalen Gespräch ist das meist nicht notwendig. Das zu erkennen ist ein Teil der Stimmbildung.

    Die 6 Häuser der Stimme

    1. Erzählen
    2. Miteinander sprechen
    3. Text lesen (Buch)
    4. Text lesen (Manuskript, geschrieben für gesprochene Sprache)
    5. Schauspiel, Drama
    6. Komik  / Cartoon

    Möglichkeiten zur Reparatur …

    Die eigene Einschätzung täuscht oft. Meistens hilft:

    1. Tiefer / nach unten offener
    2. Weniger auf und ab
    3. Härter, sachlicher
    4. Die Sprache in die Weite senden, wo jemand ist
    5. Nicht so intim / freundlich / nah ran
    6. Zeitraum beanspruchen
    7. Pausen

    12 Tipps / Übungen

    1. Ausatmen vor dem Einatmen
    2. Unhörbar nachatmen
    3. Wasser dabei haben
    4. Mikrofondisziplin
    5. Nicht jeder Beistrich ist eine Pause
    6. Wörter ohne Information nicht betonen (davon/daher werden nie betont)
    7. R vorne: dedlängen-dedlängen-dedlängen-drängen
    8. CH vorne: durich-durich-durich-durch
    9. Klares kurzes Ei: land-land-land-leise (kurz)
    10. Resonanzübung: die Sonne tönt, singen:
      Major Ascending/Minor Descending (YouTube Link dazu)
    11. Beim Gehen erzählen, was man sieht. Ohne Äh’s aber gerne mit kleinen Pausen.
    12. Hören. Zuhören.

    Hörbeispiele

    1. Podcast: Karim in Auroville – Link
    2. Stimme von Emma Clark (London Underground) – Link

    Manuskriptbeispiele

    Kriterien der Beschreibung und Bewertung

    • Zielgruppenorientiert
    • Tempo, Tempovariationen
    • Rhythmus / binnen-Rhythmus
    • Emotionalität (Sprecher:in/Zuhörende)
    • Unterhaltend
    • Wortwahl
    • Betonung
    • Modulation / Tonhöhe / Melodie
    • Deutlichkeit der Aussprache
    • Authentizität / „normal klingen“
    • Persönlichkeit erkennbar
    • Gespräch – Manuskriptvortrag
    • Nähe – Distanz
    • Angenehm
    • Atmung / Nachatmen / Klicken
    • Umgebungsgeräusche
    • Pausen
    • Dialekt
    • Stil (Gespräch, Kinderbuch, Reportage) Tradition/Epoche
    • Sendung mit der Maus – Faktor
      (lieb/einfach/persönlich/nette Schulmeisterei/an die Hand/Erinnerung)
    • Rolle, Haltung
    • Nachvollziehbarkeit
    • Verlautbarungsfaktor
    • Wärme-Kälte / Guter Wille / positiv gestimmt
    • Druck in der Stimme / „pressen“
    • Präsenz / Skala 1 2 3
    • Ähm-Faktor
    • Eng – weit / Skala 1 2 3
    • Mag-ich – Koeffizient
    • Aversionsfaktor

    20 mal Troubleshooting

    20 Highlights | Troubleshooting 

    1. Richtig große Probleme hört man selbst im allgemeinen nicht.
    2. Komisches R bei Arbeit? Weglassen oder üben: Ale Ale Ale – Arbeit.
      So sitzt das r an der richtigen Stelle (vorne)
    3. Komisches R bei drängen? Üben: de-dlängen, de-dlängen, de-dlängen – drängen. So sitzt das r an der richtigen Stelle (vorne).
      Ebenso bei drei (de-dlei).
    4. Komisches Krachen bei durch? Üben: Dur-ich, Dur-ich, Dur-ich, und dann das i weg. Durch. So sitzt das ch an der richtigen Stelle (vorne).
    5. Der – dem – den. Das sollte passen! Alle E’s sind lange und geschlossen.
    6. Vokale: Lang oder kurz, offen oder geschlossen? Das kann man nicht immer vorhersagen und muss (einzeln) gelernt werden. Generelle Regeln sind kaum vorhanden. Das zahlt sich aus, denn sie machen 3/4 der Sprache.
    7. Vierzehn und vierzig mit r und kurzem I.
    8. Je emotioneller der Text, desto neutraler die Sprache.
    9. Beistriche zeigen an erster Stelle üblicherweise keine Pause an.
      Viele Leute, die Pausen machen, haben den Sinn im Satz nicht verstanden.
    10. Mikrofondisziplin heißt: Abstand und Winkel bleiben unverändert.
    11. Zwielaute sind selten so, wie man glaubt.
      EI, AI ist A-E kurz ausgesprochen. Leise? Land-Land-Land-Laese.
      EU ist O-E. Europa? O-E-ropa.
      AU ist A-O. Australien? A-O-stralien.
    12. Ein O wird zum U, wenn man den Unterkiefer sanft vorschiebt.
    13. Resonanzprobleme? Ning neng nang neng nain.
    14. Zuck fährt ab? Lange. Der Zug. Wir wünschen einen langen guten Tag.
    15. Nächst-nächstens, höchst-höchstens
    16. Kurze Wörter sind wichtig.
    17. Die Vorsilbe un- ist immer betont. Unangenehm, unglaublich, unschön
    18. Die Vorsilbe Er-, ver-, zer- sind nie betont. Erleben, erinnern, vernichten, zerstäuben. Zudem, zugute, zugrunde, zufrieden auch nicht
    19. Davon will ich etwas haben. Davon sonst nie betonen: Davon sollen wir mehr haben. Ebenso nicht betont die erste Silbe bei: Dazu, damit, dafür, darunter, darauf, dahinter, daran, darüber, davon, dabei.
    20. Bei den Endungen -en und -el fällt das e gänzlich weg, außer davor steht ein n oder ein m: Flaschen = flaschn; Säbel = Säbl.
    21. Tiefer sagen sie immer, wäre besser. Gemeint ist aber: mehr Resonanz, alle Frequenzen aktivieren, auch die Tiefen dazu.

    Auf Punkt lesen

    5-Minuten-Beitrag über Insektenökologie, hier das Ende:

    … aber es gibt auch eine gute Nachricht. Wenn sich die Bedingungen verbessern, dann erholen sich gerade bei Insekten die Bestände sehr schnell. Und wer Honigbienen schützt, fördert in ihrem Windschatten auch alle anderen Insekten, die von den verbesserten Bedingungen profitieren.

    Die Vorsilbe un- (immer betont) und um- (manchmal betont)

    Aus Ungunst unachtsam und unlieb mit den Eroberern verhandeln.

    Untreue Leute vereinen sich bei Unwettern und verunreinigen ihre Seele. Die Verhandlungen wurden zerredet und endeten unentschieden.

    Das unliebenswürdige Ungeheuer zerfranst uns die Kleidung.

    Der Erfolgreiche benahm sich unlieb, unanständig und unfreundlich. Ungebildet und zerknirscht verlassen diese verblödeten Schüler die Schule. Unzertrennliche Seelen erleben unendlich schöne Stunden. Untragbarer Unverstand blüht gern im Verborgenen. Unachtsamkeit verdient Erregung und Ergreifung.

    Vor dem Umbau des Hauses müssen wir noch das Erdreich umgraben. Ich umbaue das umstrittene Haus mit unüberwindbarem Zaungeflecht. Wir umgehen beim Umgang unsere Sorgen und Verluste. Unter Umständen umstehen wir aus Protest das umkämpfte Lager. Du mußt diesen Beitrag umschreiben, weil du die Sache zu sehr umschrieben hast.

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Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.

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Text: Zum Hintergrund (2014)

Fotos sind auch auf Instagram: lobodingbauer