Radio, Science, Education

Wien

  • Gelesen wird das Manuskript im Studio.
    • Nie das, was man hört. Schlecht: “Es ist Nacht, die Hunde bellen. Sanft rauscht der Wind.” – Die Hunde hört man ja bellen. Den Wind kann man schon erwähnen, weil der nicht so eindeutig nach Wind klingt.
    • Nie das, was man nicht geschafft hat. Angenommen man macht eine Sendung über den Straßenmeister, und ärgert sich, dass man nicht um 7 Uhr Früh da war, als alle Mitarbeiter noch da waren, und die Ausgabe der Tagesarbeit war. Jetzt sind alle weg, und irgendwie könnte das langweilig werden, wenn nur der Straßenmeister spricht, der als einziger im Büro ist. Schlecht: “Alle sind weg, nur noch der Straßenmeister ist da.” (Der Hörer denkt sich: wäre doch der Gestalter früher gekommen, muss ich DAS jetzt hören?). Besser: “Alle sind weg. Es ist ruhig in der Straßenmeisterei. Endlich ist Zeit zu reden.” – Da freut sich der Hörer gleich mit, und ist froh, dass er den Trubel nicht aushalten muss.
    • Schöne klare Sätze. Redundanz vor Varianz. Also: Wörter wiederholen ist besser, als sie zu variieren. Schlecht: “Bundeskanzler, Bundeskanzleramt, Ballhausplatz”, sondern lieber drei mal “der Bundeskanzler”. Schlecht: “Sonne, Zentralgestirn, Mutterstern”, besser: drei mal Sonne. Eine Banalität ergibt sich erst, wenn der restliche Text nichts taugt, sonst ist es eher wohltuend, weil jedes Mal denken “Aha, Zentralgestirn = Sonne” kostet den Hörer 3 Sekunden, die er abgelenkt ist, in denen er dem Verlauf der Sendung nicht folgen kann. Das bedeutet auch: nach schwierigen Wörtern einige Sekunden leichten Inhalt bringen.
    • Der gute erste Satz. Wenn der nicht gut war, braucht es schon einen zweiten, der den ersten korrigiert. Und das wäre doch schade, denn sonst könnte man schon einen zweiten guten Satz weiter spinnen.
    • Unbedingt das Manuskript zwischendurch laut lesen. Wir schreiben für’s Gehört werden, nicht für das Gelesen werden.
    • Verzicht auf Ironie, Sarkasmus, Zynismus und andere Stilelemente. Die sind normalerweise durch den Text nicht hörbar.
    • Eher lässt man nichts unausgesprochen. Anders formuliert: was gehört werden soll, wird ausformuliert.

    Die Form: Wie sieht ein Manuskript aus?

    Es gibt wahrscheinlich so viele Manuskriptformen, wie es Gestalter gibt. Man schreibt ein Manuskript einfach so, dass man sich auskennt, wenn man es liest. Wenn es ein Unbeteiligter liest.

    Ein Manuskript ist natürlich mehr als der bloße Text, den man vor dem Mikro vorliest. Es beinhaltet Regieanweisweisungen ebenso wie die zu spielenden Originaltöne (OTs) und Geräusche (Atmos). Hier ist ein Beispiel für ein Manuskript. Die Sendung dazu kann man hier hören.

    Fehlt noch ein Ton?

    Den kann man sich hier kostenlos ausborgen. www.freesound.org

    Einige meiner schönen Atmos sind dort zu finden: www.freesound.org/people/vollkornbrot

    Gibt es noch ein paar Tipps für die Beitragsgestaltung?

    Ja. Erste Ideen für Umsetzungen sind das was sie sind: erste Ideen. Die zweiten und dritten Ideen sind dann interessant.

    Beispiel: Beitrag spielt in der Schule. Ich bräuchte ein Geräusch, das nach Schule klingt. Erste Idee: Schulklingel. Weg damit. Zweit und dritte Idee? Her damit.

  • Eine Übersaicht gibt es hier.
    Eine Übersicht als PDF gibt es hier.
    Wie macht man Radio? Oder Podcasts?

    Freundlich sein, sich etwas erzählen lassen, zuhören, nachfragen, aufmuntern.

    Interviews – Aufnahmearten

    Es gibt zwei Arten von Interviews für Radiosendungen und zwei Arten von Radiosendungen: Livesendungen und Sendungen mit vorab gestalteten Beiträgen. Rechercheinterviews sind Gespräche, die man als Journalist führt, um Informationen zum Thema der Sendung erhalten, von der Person, mit der man diese Gespräche führt.

    Frage: Wie welche Farbe hat Ihr neuer Esel? Antwort: Weiß!

    Keinesfalls findet so etwas innerhalb einer Livesendung statt, der Hörer würde den Fragenden für nicht sehr schlau erachten. Hier hätte man besser vorher recherchiert, dass der neue Esel weiß ist, und kann die Frage darauf aufbauen.

    Frage: Ihr neuer Esel ist weiß. Grau war nicht gut genug?

    In Livesendungen kommt man vielleicht auch in die Situation, etwas besser vorher recherchiert zu haben, man hat es aber nicht gemacht. Da gibt es einen Trick, zum Beispiel, wenn man nicht weiß, dass der neue Esel weiß ist.

    Frage: Welche Farbe hat der neue Esel für Sie?

    Die meisten Interviews wird man aber aufzeichnen, um Teile (OT’s / Originaltöne) daraus in gebauten Beiträgen zu verwenden. Hier gibt es sehr wohl die Möglichkeit, schon das Rechercheinterview mit Mikrofon und Aufnahmegerät zu führen – wenn das dem Interviewpartner recht ist. Manche Leute sagen, “ach nehmen wir doch einfach auf, Sie nehmen eh nur das, was Ihnen passt”.

    Das ist schon richtig und meist geht das auch gut. Aber schnell hat meine eine halbe Stunde Gespräch aufgenommen und die Bearbeitungszeit danach wächst fast exponentiell mit der aufgenommenen Aufnahmezeit. Die Aufnahme muss durchgehört und transkribiert oder exzerpiert werden, die richtigen Stellen müssen identifiziert und herausgeschnitten werden. Vorteil ist aber, dass man alle Informationen auf Band hat, und auch sehr wirklichkeitsnahe Aussagen hat, die nicht sehr konstruiert sind. Ein weiterer Nachteil, dass die Interviewpartner auch ermüden – für die ist das doch auch anstrengend.

    Besser ist wahrscheinlich, das Recherchegespräch ohne Mikrofon zu führen, Einzel- und Besonderheiten in einem Notizbuch zu notieren, und danach jene Punkte zu identifizieren, die nur der Interviewpartner so gesagt haben kann – und kein anderer. Man formuliert zu diesen vielleicht drei Punkten drei schöne Fragen und nimmt nur diese Antworten auf. Die Interviews dauern in diesem Fall nur 10 Minuten, sind kompakt, leicht zu bearbeiten und der Qualität tut das keinen Abbruch – im Gegenteil.

    Beispiel für ein Rechercheinterview mit Mikrofon: Gespräch mit dem Regisseur Markus Kupferblum, für die Sendung “der Schrei auf der Bühne”. Das Interview hier ist leicht auf Versprecher geschnitten, es erzählt so viel über das Theater, dass es auch schön in voller Länge hörbar ist. Link: Lob und Tadel #008

    Interviews – Inhalte

    Zur Sicherheit: hier ist von Interviews für nicht tagesaktuelle Sendungen die Rede. Für Hintergrundgeschichten, für das Feuilleton, für Features, für Reisesendungen, gebaute Beiträge und gebaute Reportagen.

    • Alles kann man fragen, die eigenen Fragen schneidet man ohnehin raus. Blöde Zwischenfragen helfen oft: “Hä?” oder  “Das verstehe ich leider nicht”, etc.
    • Ist eine Zwischenfrage schön gestellt und passt sie gut dazu, bleibt sie drinnen.
    • “Was bedeutet das konkret?” ist eine der wichtigsten Nachfragen auf zu allgemeine oder abstrakte Antworten.
    • “Erzählen Sie mir doch mehr darüber!” ist eine der wichtigsten Aufforderungen zum Weiterreden, wenn der Interviewpartner (zu) kurz antwortet.
    • Wenn man nach wiederholtem Nachfragen keine klare Antwort erhält, kann man sagen: “Habe ich Sie richtig verstanden, dass … ” – und dann sagt man genau das Falsche. Was dann als Reaktion kommt, kann man sicher verwenden.
    • Man kann das Mikrofon durchaus schon früher einschalten. Zum Beispiel, wenn man an der Haustüre anläutet und durch das Stiegenhaus nach oben geht, und an der Wohnungstür “Hallo” sagt. Das geht dann in Richtung Originaltonfeature, ist oft nett, man muss aber aufpassen, dass es auch nett klingt, Grund hat und nicht beliebig ist.
    • Soviel ich weiß, ist die Anwesenheit eines Mikrofons implizit mit einer Einwilligung zum Gesendetwerden verbunden – bis zu dem Moment, in dem der Interviewpartner das weitere Aufnehmen bzw. Verwenden verbietet. Nachträglich kann er das auch nicht widerrufen. Einzige Möglichkeit, für ihn nicht gehört zu werden, ist still zu sein. Sonst kann man wenigstens noch “Ich sage dazu gar nichts, und Sie dürfen das auch nicht verwenden” verwenden. Man wird allerdings bei “freundlichen” Interviews immer dem Gegenüber die Möglichkeit geben, etwas noch einmal zu formulieren, bzw. auch die nachträgliche Bitte, das so nicht im Radio zu spielen erfüllen. Man gewinnt hier auch beim Hörer nichts, wenn man hier zu platt vorgeht. Die meisten Menschen haben auch keine Erfahrung mit Medien, und wir führen niemanden vor. Anders ist das allerdings bei trainierten Interviewpartner, die partout nichts sagen wollen, aber eben doch reden wollen. Hier sind wir schon etwas schonungsloser – allerdings nur, wenn der Hörer etwas davon hat. Siehe nächster Punkt.
    • Nie persönliche Kränkungen in irgend einer Weise auf Sendung bringen.
    • Nonverbales Nachfragen bzw. Bestätigen. Alles was der Interviewende an bestätigendem “Mhm” gleichzeitig sagt, kann nicht rausgeschnitten werden. Im Fernsehen ist das der nickende Interviewende. Also: Mund halten. Nicken – im Radio geht das eben. Oder ganz entsetzt oder nachfragend schauen, wenn etwas gesagt wird, was man gerne noch erklärt hätte.
    • Still zu sein, nachdem man den ersten Antwortschwall erhalten hat. Nichts sagen, ist auch ein gutes handwerkliches Mittel, mehr als nur die erste Reaktion zu erhalten. Nicht nachfragen. Ermunternd anschauen, warten was kommt. Nachdenken braucht Zeit, und diese Zeit wollen wir doch geben.
    • Eine Frage die man stellt, braucht normalerweise keine möglichen Antworten, die man selbst als Auswahlmöglichkeiten formuliert. Also: Frage stellen und warten. Gut: “Wie geht es Ihnen jetzt zuhause in Wien nach dieser langen Reise?” Eher schlecht: “Wie geht es Ihnen jetzt zuhause in Wien nach dieser langen Reise? Sind Sie traurig, dass Sie wieder da sind, oder eh ganz froh, dass blablabla.”
    • Interviews auf der Straße sind am besten durch die Frage selbst einzuleiten: “Ich arbeite an einer Sendung über den Mund und würde Sie gerne fragen, ob Sie mit Ihren Lippen zufrieden sind?” ist erfahrungsgemäß besser als: “Entschuldigen Sie bitte, hätten Sie kurz Zeit für ein Interview?”

    Interviews – Risikogruppen

    Wir sind uns ja einig, dass Interviews geführt werden, damit die Menschen über ihr Tun erzählen und oft dieses Tun auch reflektieren. Das gelingt bei Bildhauern, Handwerkern, Tierpflegern, Leute, die etwas Besonderes tun oder können meist immer gut.

    Es gibt aber bestimmte Berufsgruppen, für die “Reflektieren” bedeutet, in eine artifizielle Sprache zu fallen, in ihre Berufssprache, in Nebelbegriffe, härter formuliert, in “Bullshit”. Manchmal aus Absicht, oft aus Angst, etwas Falsches zu sagen, meist aber aus dem internen Stil, in diesem Berufsbereich so miteinander reden (zu müssen).

    • Mitarbeiter von NGOs und Lobbyingorganisationen. Sie haben oft so eine Konzeptsprache drauf, die schwer im Radio verwendbar ist. Das Problem “zu schielen” wird dann schnell zur “komplizierten Sehsituation”, die jemand hat; man bittet nicht um Hilfe, sondern man bittet jemanden “bei diesem Prozess zu begleiten”. Auch das “gegenderte” Reden bringt im Radio nichts. ReporterInnen: Das Binnen-I hört man ja nicht, und wenn man in einem Satz drei mal beide Geschlechtsversionen hat, kann man diesen Satz nicht mehr hören. Es gibt Alternativen, die man meist durch Nachdenken herausfindet und ja, gerne auch nur die weibliche Form.
    • Marketing. Pressestellen. Es geht hier darum, die strategischen Begriffe in die Medien zu bringen. Wenn irgendwann einmal dann doch ein Gespräch entsteht, und es wird ein strategischer Begriff vergessen, wird er gnadenlos nachgeschoben. Alle Eventualitäten werden bedacht. Damit man nur nicht jemanden ausschließt, damit man nur nicht kritisierter wird. Die Interviews werden dadurch meist unbrauchbar. Schade. Es wäre schön, wenn Berater den Leuten beibringen würden, dass sie für längere Radiosendungen verständliche Reflexions- und Kommunikationssprache brauchen. Aber irgendwie ist es auch klar: für Fernsehen und Extremkurzradiobeiträge müssen die Aussagen in 20 Sekunden zusammengefasst werden. Da geht’s nur mit Schlagworten – die dann eben bei längeren Sendungen zu Hülsen werden.
    • Man selbst. Es ist nicht zu verhindern, dass man irgendwann glaubt, dass man “weiß, wie es geht” oder sich selbst im Weg steht. Dann ist Zeit, wieder ein paar Sendungen von ganz wo anders anzuhören. Zum Beispiel von der BBC – Medical Matters. Dort treten immer wieder die Reporter selbst sehr hör- und spürbar auf – wahrscheinlich hochinsziniert und vorbereitet, aber eben professionell.

    Und bei Podcasts ist alles ein bisschen anders.

  • Die deutschsprachigen Radiosendungen fremder Länder auf Kurzwelle waren immer auch eine Inspiration für neue Vokabel und Ideen. Über die Jahre hat sich das Ganze ins Internet verlagert, die Programme haben sich gewandelt. Was geblieben ist sind Themenbereiche mancher Sender.

    1. “Hervorragende Gestalten des albanischen Volkes” stellt Radio Tirana in deutscher Sprache jeden Dienstag vor.
    2. Über “Geschenke von Freunden” berichtet der deutschsprachige Dienst von Radio Pjöngjang (Nordkorea) in seinem Programm.
    3. Über das “wunderbare und mutige Volk Weißrusslands” berichtet in deutscher Sprache das Programm “Belarus von A bis Z”.
    4. Über die Eröffnung einer Schmetterling-Ausstellung im kasachischen Pawlodar berichtet die Stimme Russlands auf Deutsch.
  • Vom Schaffner zum Zugbegleiter: Ob Weichenstellung, Schlusslicht, oder das Licht am Ende des Tunnels. Die Eisenbahn ist eng mit der Sprache unseres Alltags verwoben. Ist das auch umgekehrt? Wie kommt der Alltag zur Bahn? Und wer weiß genau, ob man jetzt richtig ein “Ticket”, eine “Fahrkarte”, oder einen “Fahrausweis” verlangt? Wer formuliert die Durchsagen am Bahnsteig, welche Rolle spielt modernes Marketing und wie hat sich die Sprache der Bahn im Laufe der Zeit verändert? Eine Sendung über Sprache und Begriffe des österreichischen Bahnalltags.

    Filename: radio119_mom_bahnsprache

  • Der Nationalparkdirektor Kurt Kirchberger und der Nationalparkbetreuer Alois Gangl sprechen über den Einsatz von weißen Eseln der ehemaligen k. u. k. Monarchie als wertvolle Mitglieder der Bewirtschaftung einer alten Kulturlandschaft im Nationalpark Neusiedleersee-Seewinkel.

  • Das Wort der Woche. Gehaltsverhandlung, Wirtschaftswachstum, Zunahme und Abnahme. Alles wird in Prozent angegeben, oder doch in Prozentpunkten – und wo ist der Unterschied?

    Filename: radio117_wow_prozent

  • Energiesparlampen sollen Glühbirnen ersetzen, weil diese einen sehr geringen Wirkungsgrad haben, was das Licht betrifft. Das rief aber eine Gruppe von Ingenieuren auf den Plan, denen das ein Dorn im Auge ist.

    Der Ingenieur als Aktionist. Der Heat-Ball, eine Wärmelampe mit hohem Wirkungsgrad wurde konzipiert. Ein Gespräch mit  dem Ingenieur Siegfried Rotthäuser über “seine” Hitzelampe mit 95 % Wirkungsgrad, die allerdings noch ein wenig leuchtet. Vorgestellt im Dokumentarfilm “Bulb Fiction”. – Link: http://heatball.de/

    Buchtipp: Michael Müller – Ideenfindung, Problemelösen, Innovation. Das Entwickeln und Optimieren von Produkten, Systemen und Strategien. Publicis Verlag – Großartiges Buch für alle Leute, denen “strategisch denken” bislang suspekt ist. Viele schöne Beispiele und wohlformulierte Denkfiguren.

    Buchtipp: Michael Esfeld – Einführung in die Naturphilosophie. 2. Auflage. WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt). – Kompakte und verständliche Darstellung philosophischer Fragestellungen, denen man im bloßen Durcharbeiten des inhaltlichen Kanons der Naturwissenschaften nie begegnen würde.

    Fly-Goodbye Gun. Fliegen einsaugen mit Physik. Damit Schießen endlich zum Vergnügen wird. Auch für die Fliege, die in einem Röhrchen gesammelt, danach mit der beigelegten Lupe betrachtet, und anschließend in Nachbars Garten ausgesetzt wird. Mit Testfliegen zum Üben. – Link zur Fly-Goodbye Page

  • Der Händedruck umrahmt unsere sozialen Begegnungen. Er eröffnet die Kontaktaufnahme und beendet die Verabschiedung. Er begleitet wichtige Vereinbarungen. Er spielt eine Rolle bei der Verbreitung ansteckender Krankheiten. Ob kalt oder weich, hart oder herzlich, feucht oder zögerlich, er gibt auch Auskunft über den Charakter, und manchmal – zum Beispiel beim “Golden Handshake” – auch über Status und Stellung.

    Filename: radio116_mom_haendeschuetteln

    Manuskript

    HÄNDESCHÜTTELN

    Moment – Leben Heute

    Donnerstag, 06. Oktober 2011, 14:40 Uhr Moderation und Redaktion: Bernhard Fellinger

    Hände drücken, Hände schütteln.
    Der Händedruck umrahmt unsere sozialen Begegnungen. Er eröffnet die Kontaktaufnahme und beendet die Verabschiedung. Er begleitet wichtige Vereinbarungen. Er spielt eine Rolle bei der Verbreitung ansteckender Krankheiten. Ob kalt oder weich, hart oder herzlich, feucht oder zögerlich, er gibt auch Auskunft über den Charakter, und manchmal – zum Beispiel beim “Golden Handshake” – auch über Status und Stellung.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    MANUSKRIPT
    CD 01 / OT 00:07 Kupferblum/Regisseur (trailer)

    Moderationsvorschlag
    Politiker können an falschen Händedrucken scheitern, der Händedruck entscheidet oft, ob die Kontaktaufnahmen mit Fremden gut gelingt, selten wird er auch verweigert, und manchmal kommt er überraschend.

    CD 02 / OT 00:11 Kupferblum/Regisseur (trailer_2)

    Moderationsvorschlag
    Der Händedruck umrahmt unsere sozialen Begegnungen. Er eröffnet die Kontaktaufnahme und beendet die Verabschiedung. Er begleitet wichtige Vereinbarungen. Er spielt eine Rolle bei der Verbreitung ansteckender Krankheiten. Ob kalt oder weich, hart oder herzlich, feucht oder zögerlich, er gibt auch Auskunft über den Charakter, und manchmal – zum Beispiel beim “Golden Handshake” – auch über Status und Stellung. Lothar Bodingbauer hat mit Menschen gesprochen, die dem Händeschütteln nahe stehen.

    ———- BEITRAG ——————-

    THEMA: Politik – Foto Klammer auf

    CD 03 / OT 00:05 Cremer/Pressefotograf (cremer_00)

    Mathias Cremer ist Pressefotograf bei der Tageszeitung “Der Standard”. CD 04 / OT 00:45 Cremer/Pressefotograf (cremer_0)

    Nur bei historischen Begegnungen ist das Händeschütteln für den Pressefotografen interessant, etwa bei einer Begegnung der Außenminister Schulz und Schewardnadse 1986 in Wien, bei dem es ein offizielles Händeschütteln gab, als Beginn der Abrüstung zwischen USA und Sowjetunion.

    Das Händeschütteln hat sehr viel mit Nähe zu tun, aber auch sehr viel mit Distanz, sehr viel mit Erfolg, sehr viel mit Misserfolg. Wir spüren einfach schon sehr viel von dem, dessen Hände wir drücken.

    Es gibt ja auch Geheimzeichen von bestimmten Geheimbünden, die auch über Händedrucke funktionieren. Man kann das ja auch kodieren, man hat unglaublich viele Möglichkeiten einander die Hände zu geben.

    Nach einem wirklich langem Händeschütteln dann die Flecken zu zeigen, die beide haben, ist auch ganz witzig.

    Einem Handeschüttelbild einen gewissen Charme zu verleihen ist eine schwierige Aufgabe. Und ein Foto, das mir gut gefallen hat, da war der Dalai Lama in Wien. Da gab es einen Händeschütteltermin. Und da genügt es oft, mit reduzierten Mitteln es darzustellen. Den Waldheim habe ich geblitzt, ist relativ schnell auf den Dalai Lama zugegangen. War noch nicht im Bild, Schlagschatten war schon zu sehen. War ein Handschüttelbild, war wunderbar, weil da hat es einen gewissen Charme.

    CD 05 / OT 00:27 Cremer/Pressefotograf (cremer_2)

    Tatsächlich versucht man andere Fotos als das Händeschütteln zu machen; Erinnerung an die Fotografie der 70er Jahre. Langeweileimpuls. Wer eine Zeitung anschaut und sieht ein Händeschüttelfoto, ist nicht animiert, die Geschichte weiterzulesen, OK alles in Ordnung, passt.

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    Händeschütteln.oo3 05.10.11 09:48:39

    HÄNDESCHÜTTELN

    CD 05 / OT 00:27 Cremer/Pressefotograf (cremer_2)

    Tatsächlich versucht man andere Fotos als das Händeschütteln zu machen; Erinnerung an die Fotografie der 70er Jahre. Langeweileimpuls. Wer eine Zeitung anschaut und sieht ein Händeschüttelfoto, ist nicht animiert, die Geschichte weiterzulesen, OK alles in Ordnung, passt.

    THEMA: Auskunft über Person

    CD 06 / OT 00:18 Schuller/Blinder (sandor_1)

    Sandor Schüler führt als Blinder durch die Ausstellung “Dialog im Dunkeln”, die in vollkommener Dunkelheit Sehenden das zeigt, was für Blinde Alltag ist. Keine Information durch Licht.

    CD 07 / OT 00:28 Schuller/Blinder (sandor_2)

    … und da muss man eben nehmen, was man kriegt, sagt Sandor. CD 08 / OT 00:27 Schuller/Blinder (sandor_3)

    THEMA: Regie

    Schauplatzwechsel. Wir gehen ins Theater.
    CD 09 / OT (00:08) Kupferblum/Regisseur: Händeschütteln (kupfer_1)

    Markus Kupferblum ist Regisseur und Schauspiellehrer. Er zeigt mit seiner Regieassistentin Katharina List, wie sehr im Theater der Händedruck gestaltbar ist. Erst zu schütteln, und dann zu grüßen, ist ungewohnt.

    CD 10 / OT (00:32) Kupferblum/Regisseur (kupfer_2)

    Diese Geschichten als Kunstprodukt darzustellen, ist Aufgabe des Theaters. CD 11 / OT (00:32) Kupferblum/Regisseur (kupfer_3)

    Ganz zu Beginn lernt man das bei Markus Kupferblum, der auch im Wiener Reinhard- Seminar Schauspieler ausbildet.

    CD 12 / OT (00:12) Kupferblum/Regisseur (kupfer_4)

    Also bei mir immer im ersten Semester. Das gehört Sud en Grundlagen, wo man lernt, die Körpergrenzen kennenzulernen, wo man lernt körperliche Dinge zu gestalten.

    Also ich persönlich nehme die Hände gerne, weil da kann man die Stimmung ableiten. Erstens, dass Sie ein ausgeglichner Mensch sind, dass Sie viel händisch arbeiten, und dass Sie einen natürlichen Zugang zu Menschen haben.

    Der erste Eindruck ist immer stark geprägt. Dass der Händedruck von den Menschen von den zwischenmenschlichen Beziehungen vieles verrät. Für mich besteht nur die Möglichkeit über die Hände diesen Eindruck zu bekommen. Kann sich noch verändern. Natürlich kommt noch die Stimme dazu, aber der Händedruck ist ihr erster Blick.

    Also es gibt Leute, da kriegen Sie vier Finger so hingereicht, und das auch nur ziemlich unwillig. Hier ist alles aber nimm nichts. Das ist ein komisches Gefühl. Werde unsicher, weil ich nicht weiß, wie soll ich mich nähern. Es gibt die natürlichen leute, die sagen OK, hier Pfötchen, und damit kann man was anfangen.

    Also jetzt werden wir einander die Hände geben, und erst dann uns begrüßen. – Grüß Gott. Guten Abend – Und jetzt werden wir uns die Hände geben und uns gleichzeitig begrüßen. Und jetzt geben wir uns zuerst die Hände, und dann begrüßen wir uns. – Grüß Gott / Guten Abend.

    Ja, es ist ungewohnt, und es gewinnt plötzlich eine Bedeutung, die es gar nicht hätte. Verlegenheit, und irgend etwas schwingt mit. Es gibt auch die Möglichkeit, die Hände zu geben und ich lasse nicht mehr los. Gesellschaftlich konventioneller Test. Man ist auf sicherem Terrain aber man testet Grenzen aus. Ganze Liebesgeschichten haben so begonnen, im Idealfall.

    Die Theaterleute müssen das herstellen können, analysieren vorher, hassen, Konkurrenten, egal, kann über Händedruck manifestiert werden, können sehen, wie sich Situation abspielt, als Schauspieler sind wir trainiert, dass wir sie spielen kann. Eine Schauspieltechnik, nicht nur davon ab, wie man die Hand gibt, sondern auch wann man die Hand gibt.

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    Händeschütteln.oo3

    05.10.11 09:48:39

    HÄNDESCHÜTTELN

    CD 12 / OT (00:12) Kupferblum/Regisseur (kupfer_4)

    Also bei mir immer im ersten Semester. Das gehört Sud en Grundlagen, wo man lernt, die Körpergrenzen kennenzulernen, wo man lernt körperliche Dinge zu gestalten.

    Händeschütteln ist eine Möglichkeit, die Grenzen der Körper zweier Menschen zu überschreiten, sie zu verbinden.

    CD 13 / OT (00:15) Kupferblum/Regisseur (kupfer_5)

    THEMA: Ritual, Herkunft Start

    DIGAS ATMO Metzger (szabo_atmo) [Ausblenden im zweiten Metzger OT] CD 14 / OT 00:06 Szabo/Metzger (szabo_1)

    Dieser Handschlag, also das Händeschütteln in dem Fall, stammt ja von den Germanen ab …

    Besuch beim Metzger Friedrich Szabo. Er hat am Wiener Lebendviehmarkt das Händeschütteln gelernt.

    CD 15 / OT 00:49 Szabo/Metzger (szabo_2)

    THEMA: Handel, Ritual Fortsetzung

    Das Händeschütteln als als Abschluss eines Geschäftes. Heute funktioniert das auch bei Metzger Szabo automatisch – über Fax, e-Mail oder die Unterschrift. Ob es auch gültig wäre, sich bei Verträgen weiterhin “nur” die Hände zu schütteln, erklärt Heinz Peter Schinzel, er ist Richter am Wiener Handelsgericht.

    CD 16 / OT 00:36 Schinzel/Richter

    ATMO DIGAS: Glocken Heiligenkreuz in den letzten Satz

    Pater Johannes Paul vom Stift Heiligenkreuz erzählt, dass das Händeschütteln neben dem Friedensgruß und dem Kontakt des Pfarrers zur Gemeinde, auch im Stift eine wirtschaftliche Bedeutung hat.

    CD 17 / OT 01:06 Pater/Heiligenkreuz

    Ob die Hände nun geschüttelt werden, oder nicht, die Bedeutung bleibt immer die gleiche. Vertrauen.

    CD 18 / OT (00:50) Molcho/Körpersprache (molcho_1) || beginnt mit Atom in den letzten Satz ziehen ab “Bedeutung”

    Einmal schütteln, abgemacht. …

    Ganz genau. Der Händedruck überschreitet die Körpergrenze. Er ist eine intime Berührung, er kann sehr zärtlich sein, oder ich kann dem Geschäftspartner signalisieren, ich werde ihn sicher nie mehr kontaktieren.

    Bei den Germanen haben sie sich als Begrüßung gegenseitig an die Hoden gegriffen, Vertrauensbeweis. Er hätte mit einem kleinen Druck die Nachfolger zerstören können. Später in den Handschlag übergangen, Händedruck. Ich selber kenne vom Viehmarkt. Der Vorschlag, geht die Hand nach vorne, der Preis den ich vorschlage. Dann sagt der andere den Vorschlag, wenn sich die zwei Hände treffen ist das der Handschlag, dann ist dieser Preis gültig, das ist die Handschlagqualität.

    Na ja, notwendig ist es eigentlich nicht für Handel -und Unternehmensricht, es gibt im wesentlichen mündliche und schriftliche Verträge, und beide sind an sich gleich wirksam. Ist aber so etwas wie eine gesellschaftliche Gepflogenheit, einen mündlichen Vertrag mit Handschlag zu bestätigen. Es ist aber auch ein mündlicher Vertrag ohne diesen Handschlag rechtsgültig.

    Wir als Mönche legen profess ab, schlichter Ritus, gefaltene Hände in die Hände des Abtes, in die Hände des Bischofs hineinlegen. Ritus stammt von Lehnswesen. Mittelalter Lehensgeber übergeben mit Symbol Fahnen oder Standarten. Der Lehensnehmer hat seine hÄnde in die Hände des Lehensgebers gelegt, Gehorsams- und Verantwortungsverhältnis. Hineingebunden, in Hände dessen, bei uns ähnlich. Hineingebunden in Hände Christus und an Gott.

    NACH 1. SATZ: Text über Atom: Samy Molcho, Spezialist für Körpersprache

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    CD 18 / OT (00:50) Molcho/Körpersprache (molcho 1) || beginnt mit Atom in den letzten

    Händeschütteln.oo3

    05.10.11 09:48:39

    Satz ziehen ab “Bedeutung”

    HÄNDESCHÜTTELN

    NACH 1. SATZ: Text über Atom: Samy Molcho, Spezialist für Körpersprache

    OT weiter

    Der Händedruck, sagt Samy Molcho, ist eine Abwandlung des Winkens mit der rechten Hand, das zeigt, das diese Hand waffenfrei ist.

    CD 19 / OT (00:50) Molcho/Körpersprache (molcho_2)

    Anders in Gegenden, wo wallende Gewänder getragen wurden. Hier musste man die Waffenfreiheit des Gegenübers durch Umarmung herausfinden.

    CD 20 / OT (00:51) Molcho/Körpersprache (molcho_3)

    Selbst in Europa gibt es Unterschiede.
    CD 21 / OT (00:30) Molcho/Kultursache Anglo Sachsen (Molcho_4)

    THEMA: Gesundheit, Zahl

    Wenn sich viele Menschen treffen, steigt schnell die Zahl der möglichen Kontakte beim Händeschütteln. Bei 10 Personen ergibt das immerhin 45 mögliche Wege für das Übertragen von Bakterien. Und Viren.

    CD 22 / OT (00:07) Karnthaler/Gesundheit (karnthaler_0)

    Sagt die Expertin für Infektionskrankheiten, Ursula Karnthaler. CD 23 OT (00:50) Karnthaler/Gesundheit (karnthaler_1)

    Und so, trotz aller Risken …

    THEMA: Diversität

    CD 24 OT (00:02) Grammer/Anthropologe (grammer_0)

    Der Gruß ist ein Ritual, ja …

    Karl Grammer, er ist Anthropologe, Verhaltensforscher. CD 25 OT (00:25) Grammer (grammer_1)

    _

    Hier kommen wir zur alten Sitte von Kaff geben. Kaff geben ist eine jüdische Ausdruck von der Vertrag früher bei Pferdehändler Hand als Schlag, und damit war das als Verrttag unterschrieben. Verlassen,d ass Abmachung gilt, mehr streng bei Rabbi, weil macht der Gemeinschaft mehr als das Gesetz von einem Richter. || ATMO bleibt, darüber Text

    Bei Männer annullieren Attackieren, weil Kampfhand. Schütteln Kampfhand, übertragen wie stark ich bin, mein Griff, bis heute in D-Lädner, Mann nicht stark schätzt man nicht. Altrom Hädnegeben Hand bis unterer Arm bei Muskel gepackt. Stärkster Muskel bei Schwertführung. Konnte schätzen ist stark oder nicht. // Atom bleibt, darüber TEXT

    Wenn ein Orientaler, nicht Hand geschüttelt. Europäer eng, Waffen sichtbar, Linkshänder. Umarmung bei Orient Checupu verbirgt er etwas unter Kleid oder nicht. Heute Orientale gibt Deutsche Hand, drückt nicht, Hand sensibel und weich. Inder und Japaner drücken nicht die Hand. // Atom bleibt, darüber TEXT

    Zum Beispiel AngloSachsen, irritiert, Mauer, Angelsachsen offener Winkel, niemand blockiert, Japaner geben nicht die Hand, wenn sind die Finger gerade, greift nicht die andere Person, nimmt ihn in Griff. Dort anderes Prinzip. Die Gruppe entscheidet, und nicht die Einzelperson. // Atom im folgenden Text wegziehen.

    Würde sagen es ist nicht daramtisch aber es ist bedeutend die Kontakte, die wir täglich über die Hände tätigen.

    Nicht dramatisch aber bedeutend, weil sie zeigen, wie oft wir Gelegenheit haben, Menschen die Hand zu geben, die keine sauberen Hände haben. Ich habe s Abe rin der Hand … über diue Haupt nicht direkt, nur wenn Kontakt mit Schleimhäute. Ich habe es in der Hand, kann mir meine Hände waschen, nach Hause komme, Ärmel huste, nicht in die Hände, die ich dann dem nächsten zur Begrüßung reiche.

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    Händeschütteln.oo3

    Karl Grammer, er ist Anthropologe, Verhaltensforscher.

    05.10.11 09:48:39

    HÄNDESCHÜTTELN

    CD 25 OT (00:25) Grammer (grammer_1)

    Ähnliche Rituale gibt es auch für Glückwünsche, für Ehrungen, für die Verabschiedung. CD 26 OT (00:45) Grammer/Händeschütteln (grammer_2)

    Durch einen herzliche, freundlichen Händedruck, zum Beispiel. CD 27 OT (00:17) Grammer (grammer_3)

    CD 28 OT (00:12) Achaleke (achaleke_0)

    … erzählt Beatrix Achaleke. Sie forscht über kulturelle Vielseitigkeit. Sie stammt aus Kamerun.

    CD 29 OT 00:48 Achaleke (achaleke_1)

    Abschließend ein Besuch in der Tanzschule Elmayer. Herr Elmayer, würde es Sie stören, wenn ich Ihnen zur Begrüßung um den Hals falle?

    THEMA: Etikette, Klammer zu

    CD 30 OT (00:03) Elmayer/Benehmen (elmayer_1)

    Dann doch besser ein freundlicher Händedruck. Ich muss dazu warten, denn beim Händedruck ist wie es beim Kartenspiel. Der höher stehende sticht. Spricht: streckt die Hand aus, wenn er oder sie will.

    CD 31 OT (00:38) Elmayer/Benehmen (elmayer_2)

    Der Händedruck, sagt Thomas Schäfer Elmayer auch, ist etwas Intimes. CD 32 OT 00:40 Elmayer/Benehmen (elmayer_3)

    Es ist dabei durchaus erlaubt, sich mit Notlügen zu helfen, wenn man einmal nicht Händeschütteln kann: weil man nasse Finger hat, Schnupfen, oder sonst etwas erlebt hat, was man seinem Gegenüber besser nicht in die Hände lägen möchte. Wichtig ist aber der Augenkontakt, wenn man die Hände drückt.

    Dieses Ritual ist nochvariabel, typisch für europäischen Bereich, andere Kulturen . dieses Rítual immer das gleiche macht: es ist eine Bestätigung einer Beziehung.

    Bestätigt bestehende Beziehung dadurch. Verabschiedung, Abbrechen, Kopf wegdrehen, Rituale beim Telefon fällt scher, dauert lange, Begrüßungen fehlen, ncitsprachliche Geschichten. Begrüßung Phasen unverbindlich, man kann darüber was sagen, ohne dass man was sagen muss.

    Sie können aber auch einen machen, den anderen zeigen, dass er ihnen gar nichts bedeutet. Sie haben durch Gruß die Möglichkeit etwas zu sagen, wenn es durch Sprache ausgedrückt wäre, beleidigend wäre.

    Wenn ich in meinem Dorf jemanden älteren die Hand schüttle, würde man denken, sie ist zu lange in Europa geblieben…

    Es ist dort vor Ort Tradition, dass man sich ander begrüßt … Frauen, Männer, soziale Rang König, anders, klatscht dreimal in die Hände, Knick, Formen dort, erwarte auch von jedem, dass man sich vorher erkundigt, genauso wie ich in Europa Hand schüttle, wir haben viel davon, wenn wir Interesse haben, Gebräuche nicht abwerten, wenn wir sie nicht verstehen.

    Das wäre bei uns eher unüblich, weil wir einander viel zu wenig kennen. Also eine Umarmung ist eher etwas unter sehr guten Freunden.

    Zunächst einmal Rang höher, Ältere, Dame, Vorgesetzte, andere Hand ergreifen, nicht zu lasch aber auch nicht zu fest drücken, keine generelle Regel, wer ist das Gegenüber, kleines Kind anders als Bodybuilder. Da muss man sich natürlich auch der Situation entsprechend verhalten.

    Ja und es ändert auch tatsächlich der Händedruck das Verhältnis zwischen zwei Personen. Buffet, andere Verbindung als wenn man Hand gegeben hat, vorgestellt. Händedruck überbrückt Kluft, oft auch im Geschäftsleben bedeutend, dass man es schafft, einen Händedruck von wichtigen Personen zu bekommen.

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    Händeschütteln.oo3 Es ist dabei durchaus erlaubt, sich mit Notlügen zu helfen, wenn man einmal nicht 05.10.11 09:48:39 Augenkontakt, wenn man die Hände drückt.

    CD 33 OT (01:30) Elmayer/Benehmen (elmayer_4)

    ——– BEITRAG ENDE ————-

    Abmoderation

    Der Händedruck. Entstanden als Versicherung über das Fehlen einer Waffe beim Gegenüber ist er heute ein universales, sinnliches und im Idealfall ein ehrliches Mittel des zwischenmenschlichen Kontakts. Ein Beitrag war das von Lothar Bodingbauer.

  • Der Biologe Gerhard Herndl erforscht einzellige Lebewesen im Meer. Im Meer sind Mikroorganismen ein wichtiger Bestandteil der Biomasse, der lebenden Materie und damit des Nahrungsnetzes. Für das darauf aufbauende Leben sind diese Mikroorganismen von großer Bedeutung, aber auch für die großen Stoffkreisläufe dieser Erde: Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff.

  • Why the obsession with our kids’ happiness may be dooming them to unhappy adulthoods. A therapist and mother reports.

    The Atlantic Magazine

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Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.

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Text: Zum Hintergrund (2014)

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