Tessa hilft uns, Japan zu verstehen. Sie betreibt einen Japan-Blog, um oft gleiche Fragen wohlstrukturiert und genau zu beantworten. Sie lebt in Tokio und ist eine wertvolle Brücke in ein Land, von dem wir viel kennen – von dem wir das meiste aber nicht kennen, weil wir keinen Zugang haben. Weder über die Schrift, die wir nicht kennen, noch über das Leben selbst, das in Japan anders abläuft als in Europa.
Wir sprechen aus Anlass der geplanten Radiosendung über die japanische Kunst des Formens: Origami, Bonsai, Ikebana, Shibari. Tessa hilft uns, einen ersten Schritt ins Land und zu den Menschen dort zu machen.
Bergen City Marathon. Am 28. April 2018 bin ich in Norwegen etwas mehr als 42 km gelaufen, in ungefähr 4 Stunden. Es war fein, es war schön, es war machbar. Hier ist die Geschichte dazu.
Insgesamt hat die Vorbereitung dazu 9 Jahre gedauert. Das erscheint ein wenig viel, ist aber leicht erklärt: Systematisch zu laufen habe ich vor 9 Jahren begonnen, als die Ärztin bei der Gesundenuntersuchung sagte, sie könne mir das einfach verschreiben, wie ein Rezept. Bis dahin habe ich gerne Sport gemacht, aber eben nicht systematisch.
Ich habe Runkeeper verwendet, eine App am iPhone, die die Läufe aufzeichnet. Schnell habe ich entdeckt, dass es Trainingspläne gibt, die in meinem Sinne waren. Ich wollte nicht zu schnell zu viel laufen, um mich nicht zu verletzen. Der gewählte Trainingsplan war ein Marathon in 3 Monaten, Zielzeit 4 Stunden. Es war damit klar, wie viel ich wann laufen sollte.
Den ersten Lauf habe ich am 20. Juli 2009 getrackt.
Da dachte ich mir, wenn es gut geht, werde ich einen Marathon laufen. Aus dem einen Trainingsplan sind dann 5 oder 6 geworden, weil der Sommer dazwischen kam, oder eine Reise. Oder der Winter. Letztlich bin ich immer schön und regelmäßig gelaufen. Die Distanzen wurden länger, die Zeiten sicherer. Anfangs war ich ziemlich schlapp, dann nicht mehr so. Zeit war nie ein Thema, die langen Läufe am Wochenende zur Entspannung mit vielen Podcasts im Player, also sehr entspannt.
Gut organisiert. Die Anmeldung ist einfach.
Dann habe ich vom Bergen City Marathon gehört. Als Student war ich einmal dort, es war sehr schön. Läufe von vielen Menschen haben mich nie interessiert, aber das wäre doch auszuhalten, kühles Klima, nette Umgebung, nicht allzu viele Leute. Und dann war es so weit – eine Anmeldung war nicht aufzuhalten. Schon im November des Vorjahres habe ich mich angemeldet, 6 Monate vorher. Startnummer 123. Damit war die Gewissheit da, dass der kommende Trainingsplan auch mit einem Marathon enden würde.
Ermunternde Faktoren:
Im September des Vorjahres habe ich von @informatomStrava kennengelernt, sowie den Podcast “Die drei Schweinehunde”, zur Aufnahme der Episode 2 wurde ich eingeladen. Dort habe ich zum ersten mal vom Bergen City Marathon erzählt. Strava ermöglicht eine schöne Vernetzung zu Bekannten, die auch irgendwas trainieren. Die “Kudos”, die man vergibt, sind tatsächlich aufbauend. Immer wieder auch verschiedene Laufpodcasts gehört, nicht viel, aber man kriegt ein bisschen Stimmung mit, und Themen, wie Streakrunning (Running Talk RP086). Wesentlich wichtige POdcastepisode kam auch vom “Alltäglichen Podcast – Triathlon“.
Laufschuhe erst von Laufschuh Toni in Wien und dann von RunFitFun in Frauenkirchen waren ideal, weil passende Schuhe wirklich wichtig sind, und Menschen, mit denen man darüber spricht.
Podcasts hören auf langen Strecken. Oft zufällig ausgewählte kurze Episoden, oft eine vier-Stunden-Episode von Freakshow, ich war viel mit Menschen unterwegs, die erzählt und geredet haben. Da ist man nicht alleine, und erholt sich gleichzeitig vom Alltag, weil man nicht Auskunft geben muss dabei. Keine Fragen beantworten. Nur hören und laufen.
Die Stadt erlaufen, das Umland. Mit dem Railjet zum Flughafen fahren, und dann wieder zurück. Das ist schön, besonders auch zu unterschiedlichen Tages- und Wochenzeiten, bei unterschiedlichem Wetter. An das Ende der Donauinsel. Nach einem Interview in Graz noch 19 km die Mur runter, und 19 wieder rauf.
Die eigenen Stärken und Grenzen kennen lernen. Nicht als Hindernis, sondern als Grenze, an die man sich annähern kann, die man erweitern kann. Das erste mal 2 Stunden am Stück laufen. Das erste mal 38 km laufen. Die psychologischen Faktoren kennenlernen, besonders auch die guten. Die schlechten sind meist nur aufgefallen, dass sie einen geplanten Lauf verhindert haben – zu kalt, zu müde, zu wäh. Ist man erst unterwegs, geht es eigentlich nur gut. Und die physiologischen Faktoren waren interessant. Die Erschöpfung in den ersten Jahren nach den kurzen Läufen. Das Ende nach 1,5 Stunden Lauf. Aber dann auch ersten nach 2,5 Stunden zu spüren, dass das gut funktioniert. Den Hunger danach, oder nicht gleich danach. Nach 3,5 Stunden. Das Ende der Energie nach 35 km. Wenn man zu schnell weggelaufen ist. Die bessere Einteilung der Ressourcen. Oft durch Gespräche mit anderen, die sich auskennen.
Keine Extratouren. Ich habe immer nur Wasser getrunken, vielleicht ein bisschen was gegessen, minimal, aber Energiegels nur 1 mal ausprobiert. Ich wollte langsamer werden, oder aufhören können, wenn die Energie weg war, ich wollte diese Ränder nicht durch Extras ausdehnen. Das funktioniert bei mir ganz gut. Nachher erzählt mir mein Körper immer, was er braucht. Da muss ich nur zuhören. Ich glaube, dass das passt. Beim Marathon dann alles wie immer machen, keine Extratouren. Das hat geklappt.
Die Kinder und der Hund. Waren sie mit dabei – die Kinder manchmal mit den Rädern – war es lustig, und immer habe ich meine Trainingsziele zurückgestellt, und bin nicht ganz so schnell gelaufen wie geplant, nicht ganz soweit. Sie haben Support gespielt. Oft sind wir auch stehen geblieben. Das passte gut, das gehört alles zusammen. Der Hund kam in den letzten 4 Jahren dazu, auch seine Strecken wurden immer länger, die er mitlief. Auch mit einem Freund am Wochenende. Variationen, vor allem auch sozial, waren wichtige Faktoren.
Ehrgeiz. Schon irgendwie, im Vorantreiben des Trainingsplans. Aber weniger in der Geschwindigkeit. In der Schule wurde wenig auf meine Bedürfnisse gehört, so wollte ich eher selbst jetzt auf meine Bedürfnisse hören, und das ging gut.
Beim Osteopathen war ich einige Male, mit ihm habe ich in den letzten Wochen vor dem Marathon noch feine Dinge meines Körpers kennen gelernt. Innere Kartierungen. Bewegungen, leichte/starke Änderungen, Sichtweisen, Besprechungsweisen. Erinnerungen, die sich der Körper gemerkt hat. Das hat insgesamt sehr viel bedeutet für mich.
Geholfen hat noch in der Feinabstimmung der letzten Wochen diese Liste an 15 Fehlern von Andreas Butz. Die habe ich alle nicht gemacht, und die Ernährung auch beachtet.
Dann war es soweit. Zwei Tage vorher mit der AUA nach Bergen, die Family mit dabei – sie liefen 5 km. Donnerstag Anreise nach Oslo, mit dem Zug 7 Stunden nach Bergen über das norwegische Festland, Freitag Eingewöhnung, etwas spazieren. Samstag Lauf – mit Aufwärmen. Das erste mal die Stimmung eines gemeinsamen Laufes kennen zu lernen, war extrem fein. Bisher bin ich ja immer alleine oder zu zweit in der Au gelaufen, vielleicht mit dem Hund – viele Leute waren mir zu viel.
Der Lauf dann: zwei Runden. In der zweiten Runde startete der Halbmarathon, mit denen man dann auf den Berg hinauf gezogen wurde. Langsamer Beginn, wie geplant, langsamer Lauf am Anstieg. Freundlich die anfeuernden Menschen: “Heia, heia”. Erstaunlich, wie das trägt. Ich bin ohne Uhr gelaufen, weil ich keine Lust hatte, mir Stress zu machen. Am Ende waren es 4 Stunden und 40 Sekunden. Da war ich dann stolz, weil ich wusste, aber eben nur vermutete, dass meine Zeit ungefähr 4 Stunden wären. Gesichert war das vorher aber alles nicht.
Strategie war: Die ersten 10 km langsam, dann Renntempo bis km 35, dann eher schneller werden. Wenn bergauf, dann extra langsam, und wenn bergab, dann ein bisschen anziehen, aber nicht zu schnell.
Klogehen. Ja. Dreimal. Weil ich viel getrunken habe. Ab 20 km bei jeder Labestation 1 Becher Wasser. Ab km 30 immer wieder auch mal ein isotonisches Getränk. Wasser von einem kleinen Kind wieder. Die in die Hände gedrückte Rippe Schokolade habe ich nicht gegessen, die habe ich eingesteckt.
Beim Lauf reichte die Energie problemlos bis zu geplanten Schwelle bei km 35, ab dann sagte ich mir immer wieder “die Reserven sind geöffnet” – was mich zum Ziel getragen hat. Schöner Einlauf in die Altstadt, Menschen, Jubel, Freundlichkeit. Die letzten zweihundert Meter extra aufrecht. Weil es ging. Weil es war.
Beim Lauf habe ich keine Kopfhörer getragen, ich wollte die Umgebung hören. Nett war, dass ich der Aussendung der Veranstalter auch erwähnt war, dass ein Marathon auch Spaß machen soll, und sich zum Beispiel anfeuernde Kinder auch mal über ein High Five freuen. Das war sympathisch.
Das iPhone hat mit der offiziellen Renn-App zusätzlich mitgeschrieben, was individuelle Rennfotos möglich macht, und der eigene “Runkeeper” auch. 2-3 mal habe ich die Stimme aus der Bauchtasche gehört 9:05 Minuten pro Meile, da wusste ich, dass die Zeit in meiner geplanten Zeit ist. Auch nach der ersten Runde war der Halbmarathon dann bei 1 Stunde 59, da wusste ich, das wird schon passen.
Interessant war die superprofessionelle Zeitmessung mit RFID-Chip in der Startnummer. Die war gar nicht so leicht zu befestigen – an der langärmligen Jacke oder am T-Shirt? Wie würde sich das Wetter entwickeln? 9 Grad, Sonne, Wolken, leichter Regen. Nach dem Ziel eine Medaille, Wasser, zwei Zimtschnecken. Und Sonne gleich darauf.
Ingesamt: Es hat gewaltig viel Spaß gemacht. Großartige Strecke, super organisiert, wunderbare Stimmung. Ich war stolz. Und bin es jetzt noch jeden Moment.
Wie es weitergeht? 1 Woche Pause zur Erholung. Die war echt gut. Und dann nach Belieben. Jetzt bin ich mal zufrieden.
Wir machen uns im Gespräch auf die Suche nach der Bedeutung des Fastens im Islam – vor dem heiligen Monat Ramadan, der 2018 Mitte Mai beginnt. Welche Auswirkungen kann das Fasten auf Schülerinnen und Schüler haben? Es sprechen Ednan Aslan, Ranja Ebrahim, Ahmed Al Shafey und Lothar Bodingbauer. Interviewgast: Gottfried Ellmauer, Schulleiter am BRGORG15, Wien.
Eine Sendung über Japanische Gestaltungskunst steht ins Haus. Und begleitend: eine Serie dazu als Podcast-Episoden. Ein Land kennenlernen. Prozesse, die es auch nach Europa geschafft haben: Origami, Ikebana, Bonsai und Shibari. Vor dem Start der Aufnahmen sprechen Thomas Gasser und Lothar Bodingbauer, wie sie die Geschichte anlegen möchten.
Ankündigung – ORF Radio Österreich 1 / Moment am Sonntag / 10.06.2018: Japanisch in Form bringen: Ikebana. Bonsai. Origami. Shibari. Die subtilen Künste aus Japan, durch Veränderung neue Formen entstehen zu lassen. – Einige Prozesse haben es von Japan nach Europa geschafft, die weitgehend jeder kennt. Ikebana, die Kunst des Blumensteckens, Bonsai, die Kunst des Bäumekleinhaltens, Origami, die Kunst des Papierfaltens, und Shibari, die erotische Kunst des Verschnürens. Sie haben mit Dingen (bzw. Menschen) zu tun, aber vor allem mit dem Formen von Dingen (bzw. von Menschen). Nicht das Endprodukt sondern der Vorgang des Veränderns, des Formens und Verstehens steht dabei im Zentrum. Eine Sendung über Formen, Philosophie und Veränderung japanischer Gestaltungskunst. Gestaltung: Lothar Bodingbauer, Thomas Gasser
Am Wiener Schwarzenbergplatz ist aus 400 Büschen ein Labyrinth entstanden. Tina Zickler hat alles organisiert und auf die Beine / in die Töpfe gestellt. Im Unterschied zum Irrgarten ist es beim Labyrinth leicht, die Mitte zu finden. Schwierig aber dennoch für die Menschen, die es begehen, ihnen geht oft alles zu langsam. Wer es schafft, findet eine halbe Nusschale – als Keramik – mit einem Spiegel darin. Von der Keramikkünstlerin Marie Janssen. Und Musik von Flora St. Loup.
“Das Europäische Kulturerbejahr 2018 ist Anlass für diese Outdoor-Ausstellung „Sharing Heritage: Labyrinths in Europe“, die vom 14. April bis 3. Juni 2018 auf dem Schwarzenbergplatz in Wien gezeigt wird.”
Bunte Stimmen und Klänge am Bahnsteig der Hauptstadt der Südböhmischen Region, České Budějovice. Das Beitragsfoto ist im Bahnhof selbst entstanden, die Bahnhofsbuchhandlung. Die Aufnahme stammt vom Bahnsteig. Es ist Samstag Mittag, es ist viel Betrieb.
Eine der schönsten Mischungen von Klängen und Geräuschen sind Bahnhofsansagen. Meist beginnen sie mit einer charakteristischen Melodie. Geübte Bahnreisende kennen sie vielleicht auswendig. Die Melodie von Budapet Keleti vielleicht, oder jene der Pariser Bahnhöfe. Oft sind sie mit Erinnerungen verbunden, weil man am Bahnhof auf jemanden gewartet hat. Und dann kommt die charakteristische Ansage. Was kommt zuerst? In welchen Sprachen? Bahnhofsansagen laden im besten Fall zu Beziehungen ein. Wer sie später hört, wird sich daran erinnern. Ich bin bei dieser Aufnahme zu meinen Eltern aufs Land gefahren, wo mich meine Kinder auch erwartet haben.
Wir schauen mit Aram Ghadimi die Völker durch und sprechen über seinen Weg zur Bioimkerei. So bekommen wir eine Vorstellung, worauf man bei der Durchsicht schaut – und wir erfahren seinen Hintergrund: in wenigen Jahren vom Bienen-Hobby mit dem Ziel “Erwerb”.
Link: https://www.organicbees.at und im Bezug zum “Biohof Nr. 5”: http://wein.nummer5.at
Der Korrespondentbericht kommt von Chris Bloch aus Dänemark. Er hat eine Schilfrohrbeute entwickelt.
Ameisen sind – wie unsere Honigbienen – soziale Wesen. Auch in der imkerlichen Arbeit treffen wir sie immer wieder. In dieser Ausgabe erzählt der Ameisenforscher Patrick Krapf über seine Arbeit. Er ist Ökologe an der Universität Innsbruck.
Der Korrespondentenbericht kommt von David Junker aus Schwarzach in Bayern. Er hat eine Schilfrohrbeute entwickelt und erzählt, was bei ihm am Bienenstand gerade los ist.