Radio, Science, Education

Wien

  • Buchbesprechung, Martin Apolin / Ecowin 2014 (Kontext / ORF Radio Österreich 1)

  • Illustration: Michael Kiffmann

    Das “freundliche didaktische Konzept” ist eine Marke wie “Ja! Natürlich.” Es besteht aus fünf Eckpunkten, die die Idee mit je 20% stützen.

    Diese Eckpunkte sind einerseits Merkmale wie die Auszeichnung von Nährwerten oder die Darstellung von ansprechenden Serviervorschlägen, andererseits auch die Vollständigkeit einer Dokumentation der Produktions- und Kühlkette sowie garantierte Schadstofffreiheit durch zertifizierte Biobetriebe.

    Ziel ist, nicht einfach nur zu tun, wie man glaubt, sondern vorher den Rahmen zu überlegen, in dem man es tut. Im eigenen Unterricht, in der Fachgruppe, als Schule. Das Folgende könnte man als Checkliste verstehen. Ein “Serviervorschlag”.

    1) Inhalt. Was wird unterrichtet. Beinhaltet auch die Zugänglichkeit des Inhalts, Schulübung, Hausübung, Quellen für Inhalte, Abwechslung, Antilangeweile, Sprache, Verständlichkeit.

    2) Form. Wie wird es unterrichtet und geprüft. Methoden und Methodenwechsel, die aus den Überthemen “Kompetenzorientierung”, “Kommunikation”, “Kreativität”, “Problemelösen”, und “Wissen und Fertigkeiten selbst konstruieren” folgen.

    3) Relevanz. Macht es Sinn, zur Schule zu gehen. Nicht die Bewertung der Leistung soll im Mittelpunkt stehen, sondern die Produktion von verwendbaren Ergebnissen. Verwendbar bedeutet: für andere verwendbar, für sich selbst, für die Schule. Motivation gehört auch hierher. Sie folgt aus der Relevanz.

    4) Verantwortung. Weiß jeder, was zu tun ist. Moderne Lernformen brauchen klare Strukturen und Erwartungen, die in schlanker und freundlicher Sprache vorher leicht kommunizier- und verhandelbar sein müssen. Kann sich der Lehrer immer mehr auf seine Kernkompetenzen “Zusammenhänge herstellen, Lernwege planen, Kompliziertes erklären” besinnen. Problemlösungsprozeduren sind einzuplanen und ebenfalls zu kommunizieren. Verantwortung muss gelernt werden, auch das ist im Konzept.

    5) Sozialer Spannungsbogen. Kann das didaktische Konzept Selbstbewußtsein und das Bewußtsein der Selbstwirksamkeit fördern. In welcher Gruppengrößen findet Lernen statt. Variationen von “alleine” bis “alle gemeinsam”. Das hilft Schülerinnen, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Stärken und Schwächen bilden einen förderungsklimatisch günstigen Spannungsbogen, bei der Sprache und eigenes Forschen wichtige Elemente sind.

    Lothar Bodingbauer koordiniert Mathematik am Abendgymnasium Wien und veranstaltet dort auch Workshops zu Ja! Natürlichwissenschaftlichen Themen.

    Link 1: 20 schöne Metakompetenzen für die Schule
    Link 2: Man muss auch die positiven Dinge bemerken: Flow in der Musik
    Link 3: Pädagogisches Konzept der Freien Evangelischen Schule Zürich

  • Bildschirmfoto 2014-01-14 um 11.54.16Vierkanthöfe sind im Mostviertel zu finden, “diese Häuser hat der Most gebaut”.

    Für eine Radiosendung über Höfe und ihre Menschen war ich im Mostviertel und habe mit Besitzern und Betreibern, mit Heimat- und Regionalforschern gesprochen.

    Der Beitrag darüber wird am 21. Jänner 2014 auf Österreich 1 (Moment Leben Heute, 14:40 Uhr) ausgestrahlt.

    Die Gespräche, die zu diese Sendung geführt haben, sind aber so interessant und vielfältig, dass ich sie hier als Gesamtes vorstelle.

    Ich spreche mit dem “Moar in der Hilm”, St Valentin, Robert Schafelner; Christiane Pfaffenlehner in St. Valentin, Karl Wagner vlg. “Wastlbauer” in Strengberg, seiner Mutter, dem Heimatforscher Heimo Cerny und dem Regionalforscher Martin Heintel.

  • Man muss auch positive Dinge bemerken, und nicht nur negative.

    Spielen, bis die Lippen blutig sind. Aber dabei im Glücksrausch sein.

    Manuela Marin ist Musikwissenschaftlerin und Grundlagenpsychologin.

    Sie untersucht das Glück beim Musizieren. Warum tut man etwas stundenlang.

    Das F-Wort: Flow. Entsteht in der Balance zwischen Fähigkeiten und Herausforderungen. Die Zeit steht still.

    Flow ist in der Musik mit emotionaler Intelligenz verbunden, hat Manuela Marin herausgefunden.

    Musik kommunziert ja nun besonders Emotionen. Daher ist der Flow in der Musik besonders gut bekannt. Häufiger bei Musikerinnen mit weniger Aufführungsangst, bei jenen, die weniger ichbezogen sind, neugieriger sind, am Leben interessiert, ausdauernder als andere, und vor allem bei intrinsisch motivierten Menschen.

    So gibt es auch einen Bezug zum Lernen und zur Schule.

    Manuela Marin spricht auch über den Vergleich von Wahrnehmung im visuellen und im auditiven Bereich. Was bedeutet subjektives Erleben?

    Gesprächspartnerin:
    Manuela Marin, Universität Wien

    Anlass für diese Sendung: Pressemitteilung “Musizieren wie im Rausch” der Uni Wien.
    Aufnahmedatum: 20. Dezember 2013
    Tee zur Sendung: Quelle des Glücks – Tee Jäger, Wien

    Wikipedia Stichworte: Flow | Emotionale Intelligenz | Motivation | Leistung | Mihály Csíkszentmihályi | autotelische Persönlichkeiten

  • Der Meeresbiologe Jürgen Herler spricht über Korallenriffe. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)

  • Der Mineraloge Ralf Tappert erforscht den Wandel der Erdatmosphäre in den letzten 300 Millionen Jahren.

    Link zum Programm

    Die Zusammensetzung der Erdatmosphäre bestimmt maßgeblich, wie sich Leben im Laufe der Erdgeschichte auf der Erdoberfläche entwickelt und entfaltet hat.

    Einerseits ist es der Sauerstoffgehalt, der für Tiere und Pflanzen eine wesentliche Randbedingung für den Stoffwechsel darstellt, andererseits ist es der Anteil an Kohlenstoffdioxid, der für den Wärmehaushalt der Erde mitverantwortlich ist.

    Die einzelnen Bestandteile und Teilnehmer des Gefüges “Atmosphäre-Biosphäre” sind dabei durch eine Vielzahl an Wechselwirkungen miteinander verbunden, die von Wissenschaftern untersucht werden.

    Glaubte man ursprünglich, nur der hoher Sauerstoffanteil führe zum verstärkten Größenwachstum von Tieren, zeigen neuere Forschungsergebnisse, dass der höhere Sauerstoffanteil über Erosionsprozesse auch mehr Kohlenstoffdioxid freisetzt, dessen Kohlenstoffanteil wiederum zu mehr Pflanzenwachstum und möglicherweise dadurch besserem Nahrungsangebot für Tiere führt. Mehr Kohlenstoffdioxid bedeutet aber wiederum höhere Temperaturen und in weiterer Folge wieder sinkende Sauerstoffanteile. Das Resultat dieser variierbaren Mengenanteile sind Warm- und Eiszeiten in zyklischer Abfolge, die zusätzlich mit geophysikalischen Phänomenen wie die sich ändernde Schrägstellung der Erdachse in Verbindung stehen.

    Informationen über den Zustand der Atmosphäre finden die Forscher – Paläoklimatologen – für die jüngere Vergangenheit durch die Analyse von Eisbohrkernen. Die Luftblasen darin stammen aus der Atmosphäre genau zu jener Zeit, in der sie eingeschlossen wurden. Möchte man aber weiter in der Erdgeschichte zurückgehen, gibt es kein Eis mehr, das aus dieser Zeit stammt.

    Bernstein springt ein, ein “natürliches Plastik”. Die Harze von Bernstein sind langkettige, vernetzte Kohlenstoffmoleküle, organisches Material, das sehr haltbar ist. Nicht etwa eigeschlossene Luft oder Insekten werden von den Klimatologen und Mineralogen analysiert, sondern die Zusammensetzung seiner Kohlenstoffe. Das Verhältnis der Isotope – Kohlenstoffarten – C-12 und C-13 gibt Aufschluss über den Zustand der Atmosphäre zu jener Zeit, als das Harz für den Bernstein gebildet wurde. Auch die Menge an Sauerstoff ist daraus ableitbar, und diese Menge war im Laufe der Erdgeschichte wieder sehr gering, nur etwa 10 bis 15% im Vergleich von 21% heute.

    Insgesamt denken und forschen Paläoklimatologen in sehr großen Zeiträumen: Sie überblicken durch die Wahl und die Entwicklung ihrer direkten und indirekten Beobachtungsmethoden Millionen von Jahren, was auch Informationen über eine mögliche Zukunft der Erde und ihrer Atmosphäre liefert.

    INTERVIEWPARTNER:

    Dr. Ralf Tappert
    Universität Innsbruck
    Fakultät für Geo- und Atmosphärenwissenschaften

    UBIK Mineralogie


    Teil 1 : Filename: radio181_nat_atmosphaere_1 Stickstoff und Sauerstoff

    Filename: radio181_nat_atmosphaere_1


    Teil 2 : Filename: radio181_nat_atmosphaere_2 Indirekte Methoden

    Filename: radio181_nat_atmosphaere_2


    Teil 3 : Filename: radio181_nat_atmosphaere_3 Die Analyse eines Harzes

    Filename: radio181_nat_atmosphaere_3


    Teil 4 : Filename: radio181_nat_atmosphaere_4 Geringe Sauerstoffanteile

    Filename: radio181_nat_atmosphaere_4


    Teil 5 : Filename: radio181_nat_atmosphaere_5 Veränderbare Lebensgrundlagen

    Filename: radio181_nat_atmosphaere_5


  • Wort der Woche: (Moment / ORF Radio Österreich 1)

     
    (Passwort notwendig)

  • Ebola breitet sich immer weiter in Afrika aus. Seit Februar sind bereits fast 900 Menschen in den betroffenen afrikanischen Ländern gestorben. Mittlerweile wächst aber auch im Rest der Welt die Nervosität. Vor allem über Social Media wird auch die Angst wie eine Epidemie verbreitet.

    Filename: radio180_wow_epidemie mp3) (Genaues Sendetatum unbekannt)

    Filename: radio180_wow_epidemie

  • Wort der Woche: (Moment / ORF Radio Österreich 1)

     
    (Passwort notwendig)

  • Zweiter Monat.

    Die Informationsbeschaffung läuft. Einerseits durch Kontaktaufnahme mit richtigen Menschen, andererseits durch das Lesen von aktuellen Zeitungsartikeln über Stadtimkerei, dann durch Erfahrungsberichte im Internet, Kennenlernen von Websiten mit Imkereibedarf.

    Ganz wichtig: Youtube als Kanal für Videos über Imkerei und die Bücher in der Familienbibliothek, da innerhalb der Familie am Land auch schon Imkerei betrieben wurde. Update: Twitter ist auch eine Idee.

    Das brachte die Kontaktaufnahme mit Menschen:

    1. Grundbesitzer: Er wird die Möglichkeit kostenlos bereitstellen, Bienenvölker aufzustellen. Er braucht dazu den Nachweis einer Haftpflichversicherung – die es über die Mitgliedschaft beim Imkerbund automatisch gibt – und den rechtlichen Nachweis, dass es entweder keine Genehmigung braucht, Bienenvölker am geplanten Standort aufzustellen, oder dass es rechtlich erlaubt ist, das zu tun. Beides findet man leicht im “Gesetz über die Haltung und die Zucht von Bienen” – ein Landesgesetz, hier für Wien. Man sieht schon sehr deutlich, dass der Haltung hier wenig entgegensteht.
    2. Imker in Niederösterreich: Er erzählt über Bienenhaltung allgemein und schickt ein Exemplar der Monatszeitschrift für Imker vorbei, die einen Überblick gibt, was so die Themen sind, die Imker beschäftigen: Monatsablauf – was ist zu tun, Krankheiten, Politik, Verkauf.
    3. Imkerbund Österreich – es gibt eine Landesverband für Bienenzucht in Wien, hier findet man Kurse, Vereinsabende – es gibt verschiedene Gruppen im Stadtgebiet, da muss man sich eine aussuchen, um dort vorbeizuschauen. Dort wird auch aktiv Jungimkerei gefördert. Mal sehen, wie sich das zeitlich ausgeht. Immer wieder wird von allen Seiten betont, dass ein “Imkervater” wichtig ist, der immer wieder mal vorbeischaut, und den man Fragen stellen kann.
    4. Die Anfrage „gibt es Imker hier?“ bei Twitter brachte zwei freundliche Kontaktaufnahmen – eine aus Wien, und eine aus Schleswig Holstein. Here we go.

    Diese Zeitungsartikel über Bienen in Wien sind interessant:

    1. Sterben wie die Bienen (Die Presse)
    2. Honig für unser Land (Die Presse)
    3. Bienensterben – Imker legen sich mit den Landwirten an (Die Presse)
    4. Imkerschule – die Invasion der Bienenzüchter (Die Presse)
    5. Insektizide – Nervengift liegt in der Luft (Die Presse)
    6. Bienen auf der Secession (Der Standard)
    7. Bienen auf der Wiener Oper (Der Standard)
    8. Wiener Bienen und Honig (wien.info)

    Gute Youtube Videos:

    1. BeeTV84 filmt und dokumentiert seinen Einstieg. Sehr entspannt und gleichzeitig fokussiert, und sehr am Ball. Spannend dazu sind auch die Kommentare. Link zur ersten Folge, die weiteren findet man dort.
    2. Einen Bienenschwarm einfangen
    3. Eine Zarge zusammenbauen

    Gelesene Bücher:

    1. Ertragreich imkern. Franz Lampeitl. Verlag Eugen Ulmer, 1987. Killerbuch. Richtet sich an das äußere Ende der Amateurimker an der Grenze zur Berufsimkerei. Gute Informationen auch über Grundlagen, turnt aber eher ab, wenn man kein Haus mit Gewerbehütte hat, wo man die Imkerei betreiben kann. Also eine Nummer zu groß, aber die Informationen sind gut.
    2. Der Wochenend-Imker. Karl Weiß. Ehrenwirth Verlag München, 1980. Perfekte Schuhgröße. Alle Infos kompetent aus erster Hand, gute Grafiken, was man tun muss, wenn bestimmte Situationen eintreten. Auf dieses Buch wird man zurückgreifen können, wenn es soweit ist.
    3. Ratschläge für den Bienenfreund. Claus Zeiler. Neumann Verlag,1992. Geht mit seinen 304 Ratschlägen schon in Richtung “Großer Katechismus”, ist aber sicher praktischer als dieser.

    Ein paar wichtige Begriffe scheint es zu geben: Weisel, Beute, Zander, Zarge, Reizfütterung, Drohne, Schwärmen, Milbe, Pollen, Nektar, Ableger, Tracht, und ja, natürlich Schleudern und Honig.

    Kursangebot in der Umgebung:

    1. Wiener Imker – Kurse aber eher ausgebucht
    2. Landwirtschaftsschule Warth – mit Kursen etwa auch in Mistelbach
    3. Polycollege Wien

    Es sieht mal so aus, als ob man das lernen könnte. Weiter geht es mit Büchern und Kursen und die Kontaktaufnahme zu den lokalen Imkern. Ein Volk bringt 2 bis 14 Stunden Arbeit im Jahr und keinen bis 40 kg Honig. Ob drei oder zehn Völker macht angeblich arbeitsmäßig nicht den großen Unterschied. Nett scheint es bis auf Rückschläge, die es scheinbar auch gibt, zu sein. Zumindest einmal erlernbar.

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Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.

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Text: Zum Hintergrund (2014)

Fotos sind auch auf Instagram: lobodingbauer