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Wien

  • Wieder einmal wurde ein neues hochkomplexes Computer-Virus entdeckt. Die Flame-getaufte Schad-Software habe tausende Rechner vorwiegend im Nahen Osten befallen und sei seit fünf Jahren aktiv, teilte eine auf Antivirenprogramme spezialisierte Firma mit. Sollte das stimmen, wäre Flame eine der größten bisher entdeckten Cyberwaffen. Ein Programmcode, geschrieben von bisher unbekannten Auftraggebern für einen Cyberangriff auf Unternehmen Schulen im Iran, Israel in den Palästinensergebieten im Sudan und Syrien. Cyberangriff ist das Wort der Woche.

    Kurzfassung: Ein neues komplexes Computervirus namens Flame wurde entdeckt. Es soll seit fünf Jahren aktiv sein und vor allem im Nahen Osten Computer infiziert haben – möglicherweise als Cyberwaffe im Auftrag unbekannter Akteure.

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  • Ohne Auto in Wien, aber mit Smartphone. Da wird die Stadtmobilität mittlerweile wirklich interessant – und macht auch wirklich Spaß.

    1) Kostenlos: Zu Fuß gehen

    2) Kostenlos: Fahrrad: Citybike. Das Smartphone zeigt, wo die nächsten Räder stehen. Das Angebot wurde stark ausgebaut. Eigener Standard-Fahrradbesitz ist letztlich unnötig. Das Citybike ist gut genug. Unsere 2 Kinderräder haben’s gerade geflattert. Rennrad ist leicht, darf in die Wohnung.

    3) Von A nach B: Wiener Linien. Wenn ich nicht lenken möchte oder große Strecken zurücklegen will. Smartphone (Qando, Mobile Ticket): 2,50 Euro. Der reguläre Ticketpreis im Automaten: 2 Euro. Hey, Leute, soll ich in Zukunft wirklich noch ein Packerl Fahrkarten bei mir führen?

    4) Von A nach B, typischer Weg: rund 6 Euro mit car2go: Smartphone (car2go) zeigt, wo das nächste Auto steht. Es ist wirklich immer eines da. Und die Parklücke kann nicht zu klein sein, passt das Ding noch rein.

    5) Von A nach B, typischer Weg, mit mehreren Personen: rund 12 Euro mit dem Taxi. Smartphone (mytaxi) holt es.

    Passt also alles.

    Alles? Nur die Wiener Linien machen noch nicht bei dem Gesamtkonzept mit, das Smartphone zur Drehscheibe der Stadtmobilität zu machen. Sie argumentieren via Twitter, man kann mit 2 Euro 50 dafür 90 Minuten fahren – im Gegensatz zur 2-Eurofahrkarte. Man sähe es als ein Zusatzangebot. Und es gäbe ja noch die Jahreskarte. Zwei Argumente, die für mich nicht nachvollziehbar sind.  Jahreskarte macht mir wie jedes Kundenbindungsprogramm keinen Spaß. Und entweder man macht das Smartphone gemeinsam mit der Wiener Linien App zur Drehscheibe, oder man lässt es bleiben. Derzeit werde ich durch die Benutzung noch “bestraft”, wenn ich so, im Mix mit den andren Methoden, zur Arbeit fahre.

    Podcast-Tipp:  SWR2 Aula. Dieter Spath zu Stadtmobilität mit Smartphones. (Leiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart). “Vernetzt, flexibel und ökologisch: arbeiten in der Stadt von morgen.”

    Links: Citybike, Wiener Linien, car2go, mytaxi

    Langgestrecktes Nadelöhr Argentinierstraße:
    Fahrradfahrer sind meist zu schnell, der Weg zu eng.

  • Lego hat mit seiner Erweiterung auf automatische Waffen den Einzug des Martialischen ins Kinderzimmer geschafft. Es sind damit viele neue Kombinationen möglich, wie hier der neue Krankenwagen mit fetter Verteidigung. Wir werden dann zuhause bald über die Genfer Kriegskonvention sprechen.

  • Die lauteste Gefühlsäußerung: In Musik und auf der Bühne wird es manchmal richtig laut. Der Höhepunkt einer Gefühlsregung kulminiert dann oft im Schrei – und der ist zielsicher zu setzen. Wer schon als Kind viel geschrien hat und dafür auch oft ermahnt wurde, darf das nun zielsicher und bezahlt vor vielen Menschen tun. Da aber alles nur gespielt ist, entsteht auch der Schrei nicht zufällig sondern absichtlich, genau und hoffentlich zur rechten Zeit. Regisseure, Sänger und Sprechbildner erzählen ihre Sicht vom Schrei.

  • Foto: Psst

    Im Leben allgemein und bei Verschwörungsmythen im Besonderen gibt es vier zu unterscheidende Wahrheiten:

    1. Meine Wahrheit
    2. Deine Wahrheit
    3. “Die Wahrheit”
    4. Das, was wirklich war

    Mehr dazu in diesem interessanten Podcast über Verschwörungstheorien. Die Leute von “Alternativlos” zählen nicht einfach welche auf, sondern analysieren den Hintergrund und bringen viele spannende Aspekte ins Ohr.

    Link: http://alternativlos.org/23/

  • Meine erste Radiosendung war ein Beitrag für die Reisesendung Ambiente im ORF Programm Österreich 1. Mittlerweile sind schon viele Jahre vergangen und ich frage mich nach wie vor, was eigentlich genau in einer Reisesendung sein soll, und was nicht. Regeln habe ich keine, aber Gedanken schon.

    1) Kein Beitrag über eine Stadt fängt mit einer Verkehrs-Atmo an. Es kracht genug. Verbrennungsmotoren haben als kennzeichnendes Geräusch nichts verloren.

    2) Was ist ihr schönster Platz in dieser Gegend? Das ist keine gute Frage an einen Bewohner. Besser: Welche Stellen haben Sie in dieser Gegend gerne? Der Hörer soll entscheiden, ob das die schönsten Plätze sind. Oft ist wenig Zeit für Recherchen, mit der Frage nach dem Besten/Schnellsten/Großartigsten kommt nichts Gescheites raus. Das hört man nicht, aber man spürt es beim Hören.

    3) Nicht einen Reiseleiter aufnehmen. Bei einem Rundgang mit anderen Touristen. Nicht. Nie.

    4) In einem Museum kann man ruhig mit Mitarbeitern sprechen, über ihre Arbeit, ihren Zugang. Man erfährt dann oft etwas über den Inhalt des Museums. Es ist aber nicht so nett, den Inhalt des Museums vom Mitarbeiter zu erfahren. Das kann man als Tourist nach dem Hören der Sendung aus Lust am Reisen selber tun.

    5) Es hilft schon, nicht beim ersten Mal an einem Ort eine Sendung darüber zu machen, sondern erst einmal ohne Mikrofon einfach nur Augen und Ohren offen zu halten, um zu “spüren”, was die Gegend ausmacht.

    6) Kein “wir” oder “ich”. Warum sollte sich der Hörer für “uns” oder “mich” interessieren?

    Link: WRINT – Holger Klein spricht mit Frau Diener von der FAZ über Reisejournalismus

  • Wäre es doch so wie beim Mond, dass nach dem Zunehmen mit Sicherheit ein Abnehmen erfolgt. Über die Jahre hinweg ist es jedoch anders und zumeist so: die Menschen legen konsequent an „Jahresringen“ zu. Ihr Umfang wächst gleich einem Baum. Nicht das zunehmende Alter ist die Ursache, sondern das Aufsummieren von Fehlern im Lebensstil. Zu viel Nahrung bei gleichzeitig sinkender Bewegungsleistung. Ein Dilemma? Nicht unbedingt, es gibt durchaus alternative Konzepte, die mit etwas Konsequenz und Änderung im Lebensstil nachhaltig die menschlichen Jahresringe, wenn überhaupt, nur langsam wachsen lassen. Lothar Bodingbauer hat Menschen zughört, die von Berufs wegen oder wegen “persönlicher Betroffenheit” davon zu erzählen wissen. Ein Beitrag im Rahmen des ORF Programmschwerpunktes “Bewusst Gesund – Österreich speckt ab”.

    Filename: radio138_mom_jahresringe

  • Trockentäler und Kältepole. Der Meteorologe Reinhold Steinacker erzählt über die Kleinräumigkeit des Klimas und des Wettergeschehens in Österreich.

    Durch die besondere Lage inmitten Europas großer Klimazonen ändert sich das österreichische Klima und das Wettergeschehen rasch auch über geringe geografische Distanzen. Die Alpen verhindern zusätzlich, dass großräumig Luftmassen ausgetauscht werden, die weite Gebiete gleichermaßen überstreichen würden.

    Das österreichische Klima und Wettergeschehen ist an Kleinräumigkeit kaum zu übertreffen. Rekordtemperaturen gibt es dazu ebenfalls, zumindest was tiefe Temperaturen betrifft: In Dolinen wurden bis zu -50° Celsius gemessen.

    Verblüffend ist auch, dass es in den österreichischen Alpen Täler gibt, die sehr trocken sind. Normalerweise würde es bei einem Gebirge immer kühler und feuchter werden, da die Täler aber den Gebirgsblock einschneiden, haben sich die Wolken schon vorher außen abgeregnet.

    Die Wetteraufzeichnungen haben sich stark verbessert, die Stationen wurden automatisiert und durch das engere Netz sind das österreichische Klima und das Wetter auch besser erklärbar. Vorhersagen auf lange Sicht sind nach wie vor schwierig.

    INTERVIEWPARTNER:

    Univ.-Prof. Dr. Reinhold Steinacker
    Universität Wien
    Institut für Meteorologie und Geophysik
    Althanstraße 14
    1090 Wien

    BUCHTIPP: Voigt, Hans-Heinrich
    Abriss der Astronomie
    6. wesentlich überarbeitete und erweiterte Auflage

    Wissen in Stichworten – alles, was man zum Thema braucht. Gut zu lesen, umfassender Überblick. Scharfe Details. Zusammengestellt von Profis: Die neue Auflage des bekannten und populären Standardwerks “Abriss der Astronomie”, aktualisiert mit den neuesten Themen und Erkenntnissen der Astrophysik. Extrasolare Planeten, Kosmologie, Dunkle Materie. Auch für Physiklehrer und Amateurastronomen hervorragend geeignet.

    Man wird schon viel über die vorgestellten Bereiche gelesen und gehört haben, daher den Abriss als Ergänzung und zum Vervollständigen verwenden. Erstaunlich, wie gut und leicht man den stichwortartigen Stil lesen kann. Die Zusammenstellungen durch Berufsastronomen in diesem Buch sind umfassend, spannend, und mit nachgewiesener Expertise ausgewählt. Die Physikalische Soiree empfiehlt.

    Aus dem Inhalt: Sphärische Astronomie, Sternpositionen, Astrometrie | Das Planetensystem | Die Sonne | Astronomische Beobachtungen | Zustandsgrößen der Sterne | Sternatmosphären | Sternaufbau und Sternentwicklung | Veränderliche und pekuliare Sterne | Doppelsterne | Sternhaufen | Das Milchstraßensystem oder die Galaxis | Außergalaktische Systeme | Aktive Kerne von Galaxien | Astronomie im Gammastrahlen-Bereich | Das Universum | Physikalische Prozesse | Geschichte der Astronomie

    Link zum Buch beim Wiley-VCH Verlag

  • Durchsicht und Nachvollziehbarkeit. Es spricht: Renée Schroeder.

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  • Wort der Woche: Die Situation, wenn man nur das eine oder das andere wählen kann.

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Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.

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Text: Zum Hintergrund (2014)

Fotos sind auch auf Instagram: lobodingbauer