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Wien

  • Wieder einmal in den Fernseher geschaut. Folgendes gesehen:

    • Nach einem erschütternden Bericht über die Bergwerkskatastrophe von Lassing: übergangslos grinsend einmoderiert ein Beitrag über die PEZ Manderl. Tragisch. (ORF 2: Thema)
    • Nach einem bemerkenswerten Beitrag über Ernährungsgewohnheiten Werbung für eben diese: Fette Leberwurst, Chips, Autos (gut, dass passt nicht in die Reihe) und Sekt. (RTL II: Welt der Wunder – Schlachtfeld Ernährung)
    • Armin Wolf ohne Brille. (ORF 2: ZIB2)
    • Wir sind Kaiser: bemerkenswerte und ausgesprochen witzige Satire über eine Neuauflage von Monarchie in Österreich. Derzeit täglich um 21: 00 in Bayern Alpha. Sehr & sehr empfehlenswert.
  • Es ist einigermaßen schwierig, guten Unterricht in unterschiedlichen Schulen und Klassen vergleichbar zu machen. Zu viele Faktoren, die sich nicht so einfach in Zahlen gießen lassen, haben große Bedeutung. Bekanntestes Beispiel: die Persönlichkeit des Lehrerers spielt die anerkanntermaßen größte Rolle für guten Unterricht.

    Ein ähnliches Problem haben Netzwerkbetreuer von EDV-Netzen, wenn sie die Sicherheit ihres Netzes gegen Angriffe von außen in Zahlen bringen sollen. Zu viele oft unbekannte Faktoren haben einen – meist unbekannt großen – Einfluss. Es ist nun interessant zu sehen, welche zusammenfassende Empfehlungen die Fachzeitschrift IX aus dem deutschen Heise-Verlag in der Ausgabe 07/2008 zum Thema Sicherheit in Netzen gibt:

    Zur Überprüfung der Effektivität von Maßnahmen und Wirtschaftlichkeit von Investitionen bedarf es in aller Regel belastbarer Kennzahlen- die aber bei abstrakten, kaum messbaren Größen wie “Sicherheit” nur schwer zu erhalten sind.

    Die bisherigen Ansätze zur Messbarkeit von IT-Sicherheit in verschiedenen Standards sind relativ oberflächlich und untechnisch – erfüllen aber gelegentlich dennoch ihren Zweck.

    Da das Thema Kennzahlen für die IT-Sicherheit noch in den Kinderschuhen steckt, kann man hier durchaus kreativ sein und ungewöhnliche Zahlen und Größen – beispielsweise das Schwachstellenmanagement – erfolgreich zur Beurteilung und Verbesserung von Prozessen heranziehen.

    Was auch immer das Schwachstellenmanagement ist. Dass IT-Experten zur Kreativität aufrufen, wenn das bestehende Regelwerk zu unkonkret ist, ist interessant. Dieser Ansatz könnte auch für Bildungsvermittlungsexperten eine Anregung sein.

  • Häufig wache ich nachts auf,
    zerbreche mir den Kopf über ein
    schwieriges Problem und beschließe,
    es dem Papst zu unterbreiten.
    Dann werde ich ganz wach,
    und mir fällt ein, dass ich der Papst bin.

    Quelle: Papst Johannes XXIII im neuen Gea Katalog

  • Ich mag Gedichte meistens nicht,
    Weil sie so kurz sind.
    Mir fehlen viele Worte drin,
    Im Wortedschun-Geldicht.

    Ich mag jedoch die Menschen gerne,
    Die diese Dichte schreiben.
    Sie erzählen nämlich oft sehr gerne,
    die vielen Zwischenräume.

    Es geht um den Zusammenhang,
    Und diesem erst entrissen,
    Bleibt das Gedicht ein nacktes Ding.
    Verglichen mit des Schreibers Wissen.

    In vielen Worteschunkel-Dichten,
    Freut mich das Lesen nicht,
    Ich hör sie viel mehr gerne an,
    die so geschriebenen Geschichten. 

    Lösung der Aufgabe Nr. 67 aus: Kreatives Schreiben, 111 Übungen, Reclam. “Schreibe ein Motivationsgedicht”.

  • In der Schweiz ist gerade der 91-jährig der Schweizer Schriftsteller Gerhard Meier verstorben. Er habe sich, so sagte er selbst, nur an den “Dienstweg” gehalten, als er sich vom Provinzler zum Weltbürger entwickelte, schreibt sein Kollege Adolf Muschg. So haben interessante Dienstwege auszusehen, mit Verlaub. Eine der Stationen auf Meiers Dienstweg war die Position eines Lampendesigners. Erst mit 40 Jahren begann er zu schreiben, zunächst mit Gedichten, dann sein Hauptwerk: die Amrainer-Tetralogie. Einer seiner Romane ist fast ganz im Konjunktiv gehalten. Seine schönsten Texte habe er dem Wind anvertraut. Eine Würdigung des Schriftstellers brachte die NZZ in ihrer Ausgabe vom 23. Juni 2008 auf Seite 25. Ich weiß, das nützt nicht viel, wenn man sie wirklich lesen will, aber verglichen mit Online Würdigungen schlaffen diese weit ab.

    Link zu Wikipedia: Gerhard Meier

  • Da hat es doch einmal den Slogan “Die Polizei – dein Freund und Helfer” gegeben. Ist das noch aktuell? Ich meine, gilt das noch? Oder wurde der – wie die Schulmilch – irgendwann klammheimlich eingestellt?

  • In den Ausschlussbedingungen der österreichischen Ärzteflugambulanz wird festgehalten, in welchen Fällen bei Reisen kein Versicherungsschutz besteht. Neben Terrorgefahr und bakteriologische Kampfstoffe steigt die Versicherung auch bei Ereignissen aus, die infolge von Übermüdungs- und Erschöpfungszuständen eintreten. Also: nicht zu lange wegbleiben im Urlaub am Abend, und brav früh schlafen gehen – sonst kann man unangenehm erwachen.

  • Viele Fenster in unserer Gasse sind geöffnet, und Nachbarn schauen Fußball. Aber irgendwie ist die ganze Gasse nicht synchron. Wir schreien 5 Sekunden früher. Immer. Jetzt habe ich herausgefunden warum: wir haben Fernsehen über das Telekabel analog. Sie schauen digital. Scharfes Bild. Aber immer hinten. Hehe! Wenn’s drauf ankommt, schreien wir als erstes in der Gasse. Tipp: Abrüsten, liebe Nachbarn, für’s Endspiel!

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Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.

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Text: Zum Hintergrund (2014)

Fotos sind auch auf Instagram: lobodingbauer