Radio, Science, Education

Wien

  • Reden übers Schenken: Was schenken wir, wenn wir etwas schenken? Wer für andere kocht, schenkt Ihnen in der Regel Zeit. Nämlich die, die er oder sie für das Zubereiten der Speisen benötigen. Was steckt hinter dem Begriff “Schenken”, der unter Menschen quasi selbstverständlich ist. Geht es um materielle Werte, um Aufmerksamkeit oder um Eigennutzen? Vier Gäste bekommen vier Gänge und nähern sich ausgehend vom Essen in einem Gespräch dem Thema. Gestaltung: Alois Schörghuber, Aufnahme: Lothar Bodingbauer (Moment / ORF Radio Österreich 1)

     
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  • Der Krüppelflügelvirus wird durch die Varroa Milbe übertragen. Wie Forschung auf molekularer Ebene mit Bienen funktioniert, besprechen wir in dieser Ausgabe mit Robert Paxton und Silvio Erler vom Institut für Molekulare Ökologie der Universität Halle.

    Link: Institut für Molekulare Ökologie der Martin-LutherUniversität Halle-Wittenberg

    Die Wissenschaftler des Instituts für Molekulare Ökologie arbeiten mit Robert Albrecht zusammen, er hat uns auch alle zusammengebracht. Robert ist Stadtimker von Leipzig und erzählt uns im Gespräch auch über seine Erfahrungen mit “Refubees”. Link: Stadtimkerei auf Facebook

    Korrespondent: Ingolf Hofmann, er hat die Monatsanweisungen 2017 im Österreichischen “Bienen Aktuell” geschrieben und ist Imker im Südost-Burgenland. Link: Garten Hofmann

  • Iris und Michael Podgorschek sind “podpod design”. Sie gestalten Raum mit Licht.

    Ohne Licht gibt es keine Architektur, keinen Raum. Iris und Michael Podgorschek erzählen über das Arbeiten mit Licht in Gassen, Häusern, an Fassaden, in Begegnungszonen, Korridoren, Straßen, Parks und Sälen.

    Link zu podpod Design: http://podpoddesign.at/
    Link zum Masterplan Licht, Wien 2016 (pdf): Teil 1 | Teil 2
    Link zur Leuchte (unten im Bild): Louis Poulsen Leuchte

    Fotos: Marie-Theres Gartner, Episodenbild: Lothar Bodingbauer

  • Wort der Woche: ()

     
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  • Wir besuchen Franz Kerschbaum. Er ist Astronom an der Universitätssternwarte der Universität Wien.

    Licht bringt Informationen. Über die Umgebung, die Stadt, den Himmel. Eine Universitätssternwarte im Stadtgebiet hat mit beiden Umständen zu tun. Astronomen würden dabei das Licht aus der Stadt lieber etwas dunkler halten. “Die Entwicklung der Wiener Universitätssternwarte ist eng mit der Entwicklung der Stadt verbunden”, erzählt Franz Kerschbaum, der uns auf eine Reise ins Universum aus Sicht der Astronomie mitnimmt. Fazit: Keine Angst vor Schwarzen Löchern!

    (Fotos: Marie-Theres Gartner, Episodenbild: Greg Rakozy on Unsplash)

  • (Foto: Schachzimmer an einem Gymnasium in Perm, Russland)

    Es gibt einige Situationen, an die man sich rückwirkend gerne erinnert. Man hat selbst etwas sehr gut gelernt. Warum? Es wurde gut gelehrt.

    1. Die Volksschullehrerin gab mir immer wieder Zetteln mit vielen Additionen großer Zahlen. Das machte mir Spaß, ich habe sie nach diesen Aufgaben gefragt, und sie machte sich auch die Mühe, die Ergebnisse zu kontrollieren.

    2. Im Geografieunterricht des Gymnasiums lernten wir über Russland und ich konnte meine Erfahrungen vom Radiohören auf der Kurzwelle mit einbringen. Ein Feature über das Störfischen an der Wolga in Astrachan – man hörte die Möwen kreischen und roch das Wasser – das brachte ich in den Unterricht mit und wir hörten es gemeinsam an. Anschließend fragte ich den russischen Konsul in Salzburg, ob er unsere Schule besuchen würde, was er mit einem Begleiter auch wirklich tat. Wir schenkten ihm Brot und fragten ihn, warum so viele Leute in der Sowjetunion Alkohol tränken.

    3. Im Seminar an der Universität erarbeitete der Didaktikprofessor aus Deutschland mit unserer Gruppe von vier Physikstudent/innen die Gesetze des Magnetpendels. Er führte uns einen Lernweg entlang, den wir selbst gingen, der von ihm stammte, und der das Arbeiten in der Gruppe als Stärke beinhaltete.

    4. Im anderen Seminar an der Universität stellte der andere Didaktikprofessor uns viele Fragen zur Physik vor, die wir in der Gruppe bearbeiten sollten. Die Fragen waren großartig, weil es erstmals nicht die Antworten waren, die das Bedeutsame daran waren. Hier sind die Fragen: PDF Fragen zur Physik

    5. Ein Lichtblick während der Studienzeit: das Didaktikseminar, gehalten von einem Waldorflehrer. Seine Sicht, und die “Waldorfsicht” auf die Natur war als Ergänzung wun-der-bar.

    6. Ohne Lehrer erinnere ich mich gerne an das Arbeiten mit Kakteen und Kakteensamen. Das Wissen eignete ich mir aus Bücher an, und durch die Arbeit selbst. Ich wurde ohne anwesenden Lehrer, sehr wohl aber durch Lehrer in Büchern, zum Experten. Das selbe passierte mit dem SHARP Taschenrechner 1402, der in Basic programmierbar war. Durch das Programmieren entdeckte ich den Maschinencode, die Ansteuerung der einzelnen Pixel durch den Binärcode und es war ein schönes Werkzeug zum Entdecken verborgener Logik.

    7. Während eines Sprachkurses in Cambridge erfuhrt ich, wie fein es ist, wenn eine Lehrerin individuell das Lernprogramm mit dir selbst abstimmt. Sie diagnostizierte in den ersten Tagen meinen Stand in Englisch, erforschte meine Interessen und gab mir dann ganz gezielt ein Buch und einige Kapitel daraus, die zu mir, meinem Können und meinen Interessen passten. Es war schön, von dort aus das Können weiter zu entwickeln. Weil es möglich war.

    8. Viele Dinge habe ich durch Vereinsabende gelernt: Der Fotoclub wurde von lokalen Männern und Frauen betrieben. Sie sahen sich gemeinsam Fotos an und besprachen sie. Einige Vereinsabende haben wir selbst gemacht, in dem wir Expert/innen eingeladen haben, über ein Thema aus der Natur zu sprechen.

    9. Im Volkshochschulkurs zum Radiojournalismus waren die Besten des Senders vertreten. Sie kriegten sich über Kleinigkeiten in die Haare, so sehr, dass sie sich anschrieen und einen roten Kopf bekamen. Über die Frage, ob man einen Interviewausschnitt im Mittagsjournal spielen soll, oder nicht, weil er schlecht aufgenommen war. Das gefiel mir. Die Expertise mit Emotion, angewendet ans Detail – vor großem Hintergrund. Und es waren keine Pädagogen, die das machten, aber Lehrer.

    10. Praxisfeld Radiojournalismus bei Roland Machatschke. Eine Vorlesung mit Übung, die ich gerne besuchte, weil er uns aus der damals wunderbaren Weltwoche ganzseitige Interviews gab, von Alexander Solschenizyn zum Beispiel. Ausschnitte daraus sollten wir zu Radiobeiträgen umarbeiten. Wir lernten zu erkennen, “was wichtig ist”. Die Hausübungen wurden korrigiert und mit Anmerkungen versehen. Zusätzlich haben wir viel gehört und besprochen – auf die Fragestellung hin “ob es Sinn ergibt, was wir da hören”.

    11. Hundeschule – neue Art: 10 Hunde, 10 Menschen, 10 Hunde-Menschen-Pärchen. Die Trainerin sagt, sie sieht sich den Zustand jedes Pärchens beim Kommen an. Dauert den Bruchteil einer Sekunde. Aber sie sieht den Zustand. Heterogene Gruppen, der Dackel ist neu mit seinem Mensch, der Windhund Paul kann schon alles. Belohnung, wenn der Dackel nur in die richtige Richtung schaut. Wenn etwas nicht klappt, wird das Niveau – für den Dackel – gesenkt. Und wieder erhöht. Hohes Niveau beim Windhund. Wer alles kann, bleibt weg und kommt dann weiter im Kurs 2 für Fortgeschrittene. Diagnostischer Blick der Trainerin ist unverzichtbar. Großartiges Lernen. (Hundezentrum Wien)

    12. Fragen können. Jemanden, der sich auskennt. Unerreicht. Meist umgesetzt in Radiosendungen und in Podcast-Episoden. Lehren, lernen als Vermittlung, Switchboard. Weitergeben. Idealzustand. In ein Event gegossen sind solche Erfahrungen zum Beispiel auf der Subscribe zu finden, wo Podcaster/innen alles austauschen, was sie können, kennen, wissen. Passiv geht auch: Hören von Radiosendungen, Hören von Podcasts. Einsam in Teilen, aber intensiv und sehr am Punkt. Und man kann mit Freunden auch gemeinsam hören, wenn man sich einen Ohrhörer teilt. Zum Beispiel diese CRE-Folge über Poststrukturalismus 2.

    13. Blogs, die von Menschen verfasst wurden, die sich in einem Gebiet gut auskennen, und die ihr Wissen teilen, meist prozesshaft. Der Vorgang wird dokumentiert, beschrieben. Was passiert, wie, wann. Das Teilen des Prozesses als schönes Lehren führt zu schönem Lernen.

    14. Vorlesungen, an die man an der Uni durch Zufall geriet. Zum Beispiel im Audimax eine Vorlesung über Strafrecht. Gehalten vom Besten. Keine Ahnung, wer das war, es muss der Beste gewesen sein. Es war eine Einführungsvorlesung, die unfassbar spannend und begeisternd war. Es ist eine gute Idee, Einführungsvorlesungen von den Besten halten zu lassen.

    15. Und zuletzt: schöne Fehler. Peinliche Misserfolge. Autsch. Schämen. Wieder aufrappeln. Immense Möglichkeiten. Der Einzelfall als Lehrer, auch wenn es meistens richtig wehtat.


     

    Klackerlaken bauen. Wenn die Kinder die Volksschule besuchen, wird man auch schnell selbst zum Lehrer. Experimentieren. Einmal pro Woche. Ohne Text. Ideen dazu habe ich hier gesammelt.

     

  • Stadtpsychologie ist das Thema dieser Stadtgespräche. Wir möchten sehen, wie sehr in der dunklen Jahreszeit die Wahrnehmung von Licht und Farben in der Nacht auf unser Leben wirkt.

    Im Gespräch mit der Stadtpsychologin Cornelia Ehmayer erfahren Marie-Theres Gartner und Lothar Bodingbauer, wie die Wirkung von Licht mit Gefühlen verbunden ist.

    Link: Cornelia Ehmayer, Stadtpsychologie; http://stadtpsychologie.at

    Fotos: Marie-Theres Gartner

  • Was haben Geografie und Wirtschaft miteinander zu tun? Viel. In der Schule werden beide Themengebiete immerhin in einem Fach unterrichtet – Geografie und Wirtschaftskunde.

    Viola Kessel unterrichtet Georafie und Wirtschaftskunde am Abendgymnasium Wien und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Wien, im Bereich Fachdidaktik Geografie und Wirtschaftskunde. Im Gespräch erzählt sie über die Verbindung von Geografie und Wirtschaft, die an Österreichs Schulen seit 55 Jahren besteht.

    [quote]Anlässlich des 55-Jahr-Jubiläums des Faches “Geographie und Wirtschaftskunde” hat am 27.11.2017 ein Symposium zur Zukunft der Wirtschaftlichen Allgemeinbildung in der OeNB stattgefunden. Die Plenumsbeiträge wurden gefilmt und finden sich auf Youtube (Links unten). Zur weiteren Information schicke ich das Programm mit. Außerdem stehe ich gerne für Nachfragen zur Verfügung.  [/quote] – Viola Kessel

    Links:

    1. Einführung, Begrüßung und Referat von Prof.Hedtke unter:
    2. Podiumsdiskussion unter :https://www.youtube.com/watch?v=icsrdL_j6Pk
  • Foto: Manuel Hempel

    Manuel Hempel hat aus Bergen beste Grüße geschickt, “hier hats schon ordentlich geschneit” (24. November 2017). Seinen Bericht über die Imkerei in Norwegen findet ihr hier in den Bienengesprächen #30.

  • Bienengespräche #31 am Sweet Spot aller Podcastlängen: 5 Stunden Kakteen, Besuch bei Kakteen-Haage, Gespräch über die älteste Kakteengärtnerei der Welt, Unterschiede zwischen Hobby und Beruf, Prozessdenken, Bienen im Glashaus und wie man mit einem Familienbetrieb auch durch die Zeit der DDR kommt. In 50 Kapiteln. Es gibt Kapitelmarken im Player.

    Ulrich Haage ist Kakteengärtner in Erfurt. Er erzählt über seinen Familienbetrieb und die historische Entwicklung der Gärtnerei seit 1685 und 325 Jahre Gärtnergeschichte der Familie Haage in Erfurt.

    Ulrichs Vorfahren – vor 10 Generationen – waren schon in Orangerien der Fürsten Kakteengärtner. Er erzählt auch über seine Annäherung an die eigene Übernahme des Familienbetriebes, der durch politische Umstände (DDR) auch immer wieder vor großen unternehmerischen Herausforderungen stand.

    Wir sprechen auch über das wissenschaftliche Arbeiten mit Kakteen, und wo Verbindungen zu Bienen sein könnten. Über die Faszination der mit Kakteen verbundenen Prozesse. Auch die Abgrenzung von Hobby zur Profi-Arbeit wird besprochen, und die besonderen Herausforderungen einer modernen Gärtnerei.

    Unten sind auch viele Bilder der besprochenen Themen.

    Link: http://www.kakteen-haage.de,

    Korrespondent: André Riehle, Riehle Honig (Neuhausen auf den Fildern, bei Stuttgart). Er erzählt über seine Standorte, die von der Pfalz bis hin zu den Edelkastanien im Elsass reichen. Link: http://www.riehlebiene.de

    Hörerreaktion: “Zu meiner eigenen Überraschung – dachte niemals, dass ich das zeitlich durchhalte – hab ich nun tatsächlich den ganzen Podcast über Kakteen abgehört. Dabei hab ich mit Kakteen gar nix am Hut”

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Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.

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Text: Zum Hintergrund (2014)

Fotos sind auch auf Instagram: lobodingbauer