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Wien

  • Link: https://oe1.orf.at/programm/20260112#819338/Grenzen-in-der-Unendlichkeit

    Die Astronomin Ruth Grützbauch spricht über die Lichtgeschwindigkeit im Weltall, die wie ein Faden zwischen Raum und Zeit wirkt, das Ende des Beobachtbaren im Weltall, den Anfang des Universums, die Besonderheiten der Naturkonstanten, die Zeit, und was passiert, wenn ein Stern endet.

    Eine Schwelle im Universum stellt ein Gleichgewicht dar. Wenn zum Beispiel der Einfluss der Sonne mit dem Einfluss des interstellaren Raums im Gleichgewicht steht – also dort, wo sich die Teilchendichten angleichen – dann spricht man von einer Übergangszone. Dort befindet sich die Grenze unseres Sonnensystems. Genau genommen handelt es sich aber eher um eine Schwelle: Denn es geht weiter, bis man irgendwann, in etwa 4,2 bis 4,5 Lichtjahren Entfernung, beim nächsten Stern ankommt – bei Proxima Centauri.

    Eine klare Grenze hingegen ist die Lichtgeschwindigkeit. Nichts kann sich schneller als das Licht im Vakuum ausbreiten – weder Materie noch Information. Diese Grenze ist unabhängig vom Beobachter und stellt eine fundamentale Schranke in unserem Universum dar.

    Warum das so ist, möchte die Astronomie nur ungern beantworten, auch wenn die Frage nach dem “Warum” häufig gestellt wird. Beobachtungen werden in Modelle übersetzt, die beschreiben, wie sich Naturphänomene verhalten. Diese Modelle können das “Warum” manchmal andeuten, liefern aber vor allem überprüfbare Aussagen über das “Wie”.

    Wer beim Blick ins Große dann ins Kleine schaut, kommt am Ende eines Sternes nicht vorbei. Am Ende der Lebenszeit eines Sterns halten sich Strahlungsdruck und Gravitationskraft nicht mehr die Waage: Der nukleare Brennstoff ist aufgebraucht, und die Gravitation gewinnt die Oberhand. Der Stern kollabiert. Je nach Masse endet dieser Prozess als Weißer Zwerg oder – bei besonders großer Masse – als Schwarzes Loch. Der sogenannte Schwarzschildradius bezeichnet dann jene Grenze um ein Schwarzes Loch, ab der nichts mehr entkommen kann, nicht einmal Licht. Jenseits dieses Punktes verlieren unsere bekannten physikalischen Beschreibungen ihre Gültigkeit – zumindest nach heutigem Kenntnisstand.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Service

    Gesprächspartnerin:
    Dr.in Ruth Grützbauch
    Astronomin und Wissenschaftsvermittlerin
    Initiatorin und Leiterin des Projekts “Public Space/Pop-Up-Planetarium”

    Das mobile Planetarium

  • Zu Gast: Raimund Kast – Kulturmanagement Kulturbüro

    In der Episode 049 des Podcasts „Horch“ diskutieren Elisabeth, Lothar und Raimund Kast über das Überwinden von Genregrenzen in der Musik. Raimund, dessen Verein kürzlich den Applaus Award 2025 erhielt, berichtet über die Geschichte und Ziele seiner Organisation, die zeitgenössische Musik und Jazz nach Ulm bringen möchte. Die Diskussion beleuchtet die Fusion unterschiedlicher Musikstile und die Verwendung experimenteller Instrumentaltechniken. Ein zentrales Thema ist die Herausforderung, jüngere Menschen für zeitgenössische Musik zu gewinnen. Die Teilnehmer betonen die Wichtigkeit von Kontext und Erzählungen über Künstler, um das Publikum emotional zu erreichen. Auch die GEMA-Reform wird angesprochen, wobei die bestehende Trennung zwischen U- und E-Musik als hindernisreich erachtet wird. Abschließend wird die gesellschaftliche Relevanz von Kunst und Musik hervorgehoben sowie der Wunsch, weiterhin neue Wege für den kulturellen Austausch zu beschreiten.

    • Ernste Musik und oder Unterhaltungsmusik?
    • Unterhaltende Ernste Musik?
    • Ernsthafte Unterhaltungsmusik?

    https://taz.de/Darum-will-die-Gema-die-Unterscheidung-zwischen-E–und-U-Musik-abschaffen/!6081451/

    https://www.musikrat.de/media/magazin/jenseits-von-u-und-e-die-vielfalt-aller-genres-sollte-gefoerdert-werden

    https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_u/Unterhaltungsmusik.xml


    Episodenbild: Foto von Harman Singh auf Unsplash

  • Der Teilchenphysiker Emmerich Kneringer spricht über die Bedeutung der Höhenstrahlung für die Wissenschaft. – Am Innsbrucker Hafelekar befindet sich auf rund 2.300 m Seehöhe ein historisches Observatorium für die sogenannte Höhenstrahlung: die Victor-Franz-Hess-Messstation. Die Höhe ist bedeutsam, weil man ursprünglich glaubte, dass der Ursprung der gemessenen Strahlung am Boden liege – also in radioaktiven Elementen im Erdreich – die mit steigender Höhe abnehmen müsste. Das Gegenteil war der Fall. Der österreichische Physiker Victor Franz Hess erforschte die Strahlung mit einem Ballon und erkannte, dass die Herkunft der Strahlung außerhalb der Erde liegt. In Innsbruck wurde ein Observatorium errichtet, um diese Strahlung zu messen. Für die Entdeckung der sogenannten Höhenstrahlung erhielt Hess im Jahr 1936 gemeinsam mit Carl David Anderson – dem Entdecker des Positrons – den Nobelpreis für Physik für jene Arbeiten, die 1912 in Wien zur Entdeckung der kosmischen Strahlung geführt hatten. Victor Franz Hess musste danach in die USA emigrieren, weil er den Nationalsozialismus nicht unterstützte. Heute ist das Victor-Franz-Hess-Observatorium ein Museum, das auch von Touristinnen und Touristen besucht werden kann.

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  • Zu Gast im OPEN SPACE am Donnerstag: der Biochemiker Michael Zumstein. – Sie stecken in Wasch- und Reinigungsmitteln, in Duschgels und Haarshampoos oder in Farben und Lacken: wasserlösliche Polymere. Weltweit werden davon 1 Million Tonnen pro Jahr produziert. Nach der Anwendung dieser Produkte gelangen die enthaltenen wasserlöslichen Polymere ins Abwasser, was deren Wiederverwertung verhindert. Umso wichtiger ist die Erforschung der chemischen und mikrobilogischen Prozesse. Genau das findet am neu gegründeten “Christian Doppler Labor für Biologischen Abbau von Wasserlöslichen Polymeren am Zentrum für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaften” der Universität Wien statt. Dessen Leiter, der Biochemiker Michael Zumstein, spricht über seine Forschungsarbeit.

  • Vorschlag oder Anweisung? Wunsch oder Wirklichkeit? In Episode H048 geht es um die Frage, wie Musik klingen soll und welche Rolle erklärende Worte, Spielanweisungen und außermusikalische Hinweise für die Interpretation spielen. Elisabeth und Lothar sprechen darüber, wie Komponist:innen ihre Vorstellungen vermitteln und wie Interpret:innen mit diesen Informationen arbeiten. Dazu hört man ein Interview mit den vier jungen Blockflötistinnen Luzie, Lena, Vincent und Helena, die sich auf „Jugend musiziert“ in der Kategorie Neue Musik vorbereiten und das Werk »Überlagerung zur Orientierung von zwei halben Ebenen« von Jakob Lerch uraufführen werden. Außerdem geht es um Wege zum klanglichen Erlebnis in Alexander Moosbruggers »Agréments A (Atem-Affekte)« sowie um Stockhausens »Tierkreis«, die zwölf Melodien der Sternzeichen.

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  • Zu Gast bei Hans-Eckhard Leitl in Weiherhammer. Er ist Betriebsleiter in der Flachglas (Floatglas) Produktion des Pilkington Werkes (Nippon Sheet Glass). Er gibt uns im Gespräch einen tiefen Einblick in die Produktion – und nach dem Gespräch machen wir einen Rundgang im Werk.

    Ausschnitte aus diesem Gespräch sind am 18.11.2025 in der ORF Österreich 1 Sendung “Dimensionen” zu hören, 19:05–19:30 Uhr. Link zur Sendung: Fenster in die Zukunft – Vom Zauber flachen Glases

  • Ich spreche mit Friedrich Idam in Hallstatt. über kulturhistorische, kulturelle und ästhetische Aspekte des Bauens mit Glas, und über die Eigenschaften von Fenstern. Fritz ist Bauhistoriker und Spezialist auch für Bauphysik und Podcaster von “Simple Smart Buildings” und “Welterbe Hallstatt”.

    Ausschnitte aus diesem Gespräch sind am 18.11.2025 in der ORF Österreich 1 Sendung “Dimensionen” zu hören, 19:05–19:30 Uhr. Link zur Sendung: Fenster in die Zukunft – Vom Zauber flachen Glases

    Bio: Holzbildhauer, Totengräber in Hallstatt, Architekturstudium mit dem Schwerpunkt Denkmalpflege an der TU Wien, Doktoratsstudium im Bereich der Industriearchäologie, ständiges Mitglied des Denkmalbeirates beim Bundesdenkmalamgerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Denkmalpflege und Bauphysik für historische Baukonstruktionen, ehemaliges Mitglied der ICOMOS Österreich Monitoring Group, Zuständigkeitsbereich für die UNESCO Welterbestätte “Historisches Zentrum der Stadt Salzburg“, Mitglied des ÖNORM-ASI Komitees 255 „Konservierung von beweglichem und unbeweglichem Kulturgut“. Neben einer freiberuflichen Tätigkeit in den Bereichen architektonische Baudenkmalpflege und Bauphysik Lehrtätigkeit an der Donauuniversität Krems und der TU-Wien.

    Link zur Website: https://www.idam.at

  • Die Wiederansiedelung gefährdeter Pflanzen in Österreich.

    1. Die Talprachtnelke (Kärnten)
    2. Schachblume und Steinbrech (Wien)
    3. Ackerwildkräuter (Wien)
    4. Der Lungenenzian (Salzburg)
    5. Alpenkräuter (Tirol)

    Die “Rote Liste gefährdeter Pflanzen, Moose, Algen” weist in Österreich 1.274 Arten auf: 66 Arten sind österreichweit ausgestorben bzw. verschollen, 235 Arten sind vom Aussterben bedroht, dazu kommen weitere 973 Arten, die in geringerem oder auch in unbekanntem Ausmaß gefährdet sind. 

    Die Botanischen Gärten der Bundesländer spielen derzeit eine besondere Rolle im Schutz dieser Pflanzen. Sie vermehren rund 50 der gefährdeten Arten an ihren Standorten, um sie anschließend wieder auf geeigneten Flächen anzusiedeln.

    Die Botanischen Gärten greifen dabei auf das Wissen ihrer Gärtner:innen zurück, wie Pflanzen aus genehmigten Wildsammlungen aufzuziehen sind, damit sie zum passenden Zeitpunkt in möglichst großer Menge zur Verfügung stehen. Die Wissenschaftler:innen der beteiligten Einrichtungen sind Spezialist:innen in ihren Bundesländern – weit weg sollen die Pflanzen nämlich nicht von ihren ursprünglichen Standorten umziehen müssen. Es gilt die genetischen Eigenheiten der Pflanzen einer Region zu bewahren, und gleichzeitig bei der Wiederansiedlung weit genug von bedrohten Flächen abzurücken.

    Ackerwildkräuter etwa haben als Kulturfolger den Acker für sich entdeckt; auch Wiesen, Hänge und Sümpfe weisen besondere Bedingungen für viele Pflanzenarten auf, die es zu verstehen gilt.

    Das Projekt wird vom Biodiversitätsfonds und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und NextGenerationEU gefördert. 

    Link: Projekt Gefährdete Pflanzenarten Österreichs

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  • Jens Schneider ist Glasbauingenieur und Rektor der Technischen Universität Wien. Ich habe mit ihm über Flachglas im Bau gesprochen. Wir diskutieren den Einsatz von Glas in der Architektur, einschließlich physikalischer Eigenschaften, Sicherheitsaspekte und der Balance zwischen Qualität, Energieverbrauch und Recycling. Wo und wie Glas bricht, kann schon gut untersucht werden.

    Ausschnitte aus diesem Gespräch sind am 18.11.2025 in der ORF Österreich 1 Sendung “Dimensionen” zu hören, 19:05–19:30 Uhr. Link zur Sendung: Fenster in die Zukunft – Vom Zauber flachen Glases

    Link: Jens Schneider | Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Jens_Schneider_(Bauingenieur)

  • 60 Jahre Volksmusikforschung in Wien: Im Oktober 2025 feiert das Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie der Universität für Musik und Darstellende Kunst feiert 60 Jahre Forschung, künstlerische Praxis, Lehre und gesellschaftspolitisches Engagement. Die Beschäftigung mit der Bedeutung von Volksmusik hat es auch schon vorher gegeben, als Institut war es ab 1965 möglich, Teil einer internationalen Forschungslandschaft zu werden, die sich mit den musikalischen Traditionen von Menschen, die gemeinsam Musik abseits der Konzertsäle machen, beschäftigt. Neben der Musik selbst ist immer auch das Soziale bedeutsam: wie leben Menschen in Minderheiten, in Mehrheiten, in Fluchtumständen miteinander, und wie wirkt sich das auf ihre Musik aus. Ein Gespräch mit Institutsleiter Marko Kölbl. (Lothar Bodingbauer)

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Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.

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Text: Zum Hintergrund (2014)

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