Fensterglas ist echt das schrägste Material. Licht soll durch, der Rest (Staub, Lärm, Wärme) nicht. Das Bild soll nicht verzerrt werden, wenn man hinaus- oder hineinschaut. Die Farben sollen gleich bleiben. Und sicher soll es sein. Die Römer haben die ersten Fenstergläser hergestellt, in europäischen Klöstern wurden für Kirchenfenster flache Stellen aus Glasblasen verwendet, im 17. Jahrhundert wurden in Venedig und später in England das “Crown-Glass-Verfahren” und das “Cylinder-Glass-Verfahren” entwickelt, ab dem 19. Jahrhundert wurde weltweit gewalzt. Bis hierher waren die Gläser oft uneben und trüb. 1959 wurde in den USA (Pilkington, UK) das Floatglasverfahren erfunden, das modernes, klares Fensterglas ermöglicht. Die Eigenschaften sind exakt gestaltbar: Wärmeleitfähigkeit, Schalldämmung, Lichttransmission, Elastizität, Biegezugfestigkeit, Splitterverhalten – und Größe. (Lothar Bodingbauer)

Lothar Bodingbauer ist ein österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster. Er arbeitet als Science Lektor zu den Themen Farben, Wolken, Physik und Botanik und gestaltet Workshops zu Journalismus, Podcasting und Sprache sowie zu Naturwissenschaften und kooperativen Lernformen.
Auf diesen Seiten finden Sie Notizen und Ergebnisse, Erfahrungen manche Antworten, aber vor allem viele Fragen.
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