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  • LUT060 Botanik, Menschen, Innviertel

    LUT060 Botanik, Menschen, Innviertel

    Michael Hohla hat ein Buch über das Innviertel geschrieben. Über Pflanzen und Landschaft einer ganzen Region. Über die Menschen.

    “Das Innviertel – Landschaft und Pflanzen”.

    Michael ist Botaniker. Er sammelt und bestimmt Pflanzen, analysiert deren Lebens­be­din­gun­gen und untersucht die Prozesse, die mit ihnen in Verbindung stehen. Seine Artikel erscheinen oft im ÖKO-L und beschäftigen sich mit dem “Lebensraum Fuge”, den Bächen des Innviertels, mit Pflanzen an Bahngleisen, an Stauseen, immer ist ein besonderer Blick, eine besondere Sicht der Rahmen für die Texte – und die Bilder.

    Michael Hohla, Foto: priv.

    Im Gespräch erzählt er über seine Arbeit als Lehrer und Botaniker, und seine Idee, einen ganzen Landstrich zu erforschen: das Innviertel.

    Link zur Homepage | Einladung zur Buchpräsentation am 12. und 18. Mai 2017 in Ried und Braunau, sowie am 8. Juni 2017 in Sigharting (Anmeldung erbeten)

    Der schönste Hühnerstall im Innviertel steht in Kopfing. Auch darüber sprechen wir in dieser Episode.
  • 239. Bachvaritionen

    239. Bachvaritionen

    Mit dem Botaniker Michael Hohla geht’s zu fünf Bächen in Oberösterreich: in Schärding, Lohnsburg, Pischlsdorf, Mining und Obernberg. Die daraus entstandenen Radiobeiträge werden von 12. bis 16. September 2016 unter dem Titel “Bachvariationen” im ORF Radioprogramm Österreich 1 ausgestrahlt. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1 ab 12.09.2016 08:55 Uhr)

    Teil 1: Filename: radio239_bach_1 Der naturbelassene Bach am Rande der Stadt
    Teil 2: Filename: radio239_bach_2 Der schattige Quellbach inmitten des Waldes
    Teil 3: Filename: radio239_bach_3 Der mäandrierende Wiesenbach in bäuerlicher Kulturlandschaft
    Teil 4: Filename: radio239_bach_4 Zerstörung durch intensiv genutzte Felder
    Teil 5: Filename: radio239_bach_5 Eine gelungene Synthese

    Pressetext

    Bäche sind Fließgewässer, die uns Menschen besonders gut zugänglich sind. Während man als Kind meist am Bach bald alleine oder mit anderen spielen durfte, musste man sich vor Flüssen fern halten. Zugänglich wurden Steine, Wasserpflanzen, Tiere, die Strömung, Tiefen und Lacken. Der “Lebensraum Bach” bezieht immer auch Menschen mit ein. Heute müssen viele Bäche die Zuflüsse aus Siedlungen und landschaftlich genutzten Räumen verkraften. Hat sich einerseits die Wasserqualität in den letzten Jahrzehnten durch den Bau von Kläranlagen in den Gemeinden und durch strenge Auflagen für die Industrie entlang der Gewässer stark gebessert, ist die Zufuhr von Nährstoffen und belastenden Chemikalien aus landwirtschaftlich genutzten Flächen durchaus ein Problem. Umgekehrt können bei Hochwasser Bäche auch zum Problem für die Nutzer der umliegenden Landschaft werden. Viele Pflanzen sind an magere – nährstoffarme – Umstände angepasst. Stehen durch Kunstdünger und Gülle Nährstoffe im Überfluss zur Verfügung, können sich einige Arten ausbreiten, viele weitere verschwinden. Für Wissenschaftler sind Bäche ein weites Untersuchungsgebiet. Botaniker etwa beschäftigen sich dabei einerseits mit Wasserpflanzen, andererseits mit den Pflanzen entlang der Gewässer und der Dynamik, die zum Beispiel Hochwasser in das System einbringen. Der Botaniker Michael Hohla hat den Zustand der Bäche im Innviertel untersucht. Er führt uns zu Bächen im Innviertel, die fünf verschiedene Typen von Bächen als Zubringer zum unteren Inn darstellen. INTERVIEWPARTNER: Prof. Michael Hohla A- 4982 Obernberg
  • 144. Der Sauwald

    144. Der Sauwald

    Erst mit zwei Wochen Verspätung konnte der kaiserliche Bote den Eintritt Österreichs in den ersten Weltkrieg in die dichten Stellen dieses Waldes bringen. Mit der Zeit wurde es leichter mit der Erreichbarkeit, aber auch heute noch ist der Sauwald an der Donau auf der österreichischen Seite vor Passau ein wildes Stück Land. Nur selten verirren sich Touristen in diese schöne Gegend, in dessen bäuerlichen Orten noch bis bis vor kurzem ganz gern des Sonntags nach der Kirche zum blanken Zeitvertreib gerauft wurde. (Sonntagsspaziergang / Deutschlandfunk)

    Link zur Sendung (Nachhören): https://www.deutschlandfunk.de/ein-wildes-stueck-land-100.html

    Link zum Audiofile (mp3): https://www.sprechkontakt.at/audio/radio_144_sauwald_beitrag_remix.mp3

    Link zum Trailerfile 1: https://www.sprechkontakt.at/audio/radio144_sauwald_trailer_1_ schopf.mp3

    Link zum Trailerfile 2: https://www.sprechkontakt.at/audio/radio144_sauwald_trailer_2.mp3

    Link zu Informationen zur Raaber Kellergröppe (PDF) (Quelle: unbekannt)

    Viechtenstein

    Wollsackverwitterung

    Ein wildes Stück Land

    Manuskript

    In der Gegend von Passau hat sich die Donau den Weg durch den uralten Granit der Böhmischen Masse gebahnt. Der Großteil des Granits befindet sich nördlich der Donau. Ein bisschen was davon aber auch südlich von ihr, auf österreichischer Seite. „Sauwald“ heißt das waldreiche und hügelige Gebiet. Nur selten verirren sich Touristen dorthin, wo bis vor nicht allzu langer Zeit des Sonntags nach der Kirche noch zum Zeitvertreib gerauft wurde.

    02.09.2012

    SONNTAGSSPAZIERGANG:  SAUWALD (13:07 min)

    MODERATIONSVORSCHLAG

    Wenn sich ein Fluss einen Weg bahnt, dann teilt er immer eine Landschaft. So ist das auch in der Gegend von Passau in Bayern, an der Grenze zu Österreich. Die Donau hat sich hier an einer Bruchstelle den Weg durch den uralten Granit der Böhmischen Masse gebahnt. Der Großteil des Granits befindet sich nördlich der Donau. Ein bisschen was davon aber auch südlich von ihr, auf österreichischer Seite, oberhalb der Flüsse Inn und Donau. 

    Das Gebiet heißt Sauwald, ist waldreich und hügelig, und so groß etwa wie das Stadtgebiet von Hamburg. 

    Nur selten verirren sich Touristen dorthin, wo bis vor nicht allzu langer Zeit des Sonntags nach der Kirche noch zum Zeitvertreib gerauft wurde. Das hat mein Kollege Lothar Bodingbauer mit schreckgeweiteten Augen in Erfahrung gebracht, den wir jetzt auf eine kleine Rundreise dorthin begleiten.

    BEITRAG MANUSKRIPT

    Es gibt Hinweise darauf, dass man als Fremder im Sauwald nie ankommen kann, denn wenn man sich dem Gebiet nähert, und fragt, “bin ich schon da”, sagen die Leute dort gerne “nein”, “weiter da oben” sagen sie, und sie sagen “weiter dahinten”. Das setzt sich so fort, bis der Suchende lange Zeit niemanden mehr trifft, dann plötzlich an der Donau steht, den Passauer Dom sieht und erkennen muss: im Sauwald bin ich gerade gewesen.

    Er muss es daher mit einem Trick versuchen und fragt die Menschen dort nach ihrer Sprache, am besten einen Schübel Kinder. Er bittet sie zu zählen (OT Kinder: 1, 2, 3und wenn es sich so anhört, dann weiß er, ja, jetzt bin ich wirklich da:

    OT Kinder – 4, 5, …, 15

    Sprachlich ist unüberhörbar Bayern nahe.

    OT Kinder – Wir im Sauwald haben einen Dialekt, wir gehören zum Bayrischen Dialektkreis dazu. Am Anfang verstehst du es sicher schwer, aber mit der Zeit gewöhnst du dich daran.

    ATMO – Eisenbahn im engen Tal

    Hier in Wernstein und Neuburg, nur noch einige Kilometer vor Passau, wird es eng für den Inn, kurz vor seiner Mündung in die Donau. Straße, Fluss und Bahn teilen sich das enge Tal. – Wer den Kopf hebt, sieht die vielen Flugzeuge von und nach Deutschland, und wer sich umdreht und über kleine eingeschnittene Bachschluchten hinweg bergan geht, der erreicht nach einigen Stunden Wanderung den höchsten Punkt des Sauwalds.

    OT Reportage – Ich bin am Haugstein, 895m Seehöhe in einem Fichtenwald, durchzogen von Buchen, einige Schritte weiter noch, und dann bin ich oben an der höchsten Stelle. Kein Gipfelkreuz sondern unzählige Granitblöcke, verwittert und zerfurcht, eine hohe Waldlichtung mit einer Buche ganz im Mittelpunkt eines Kultplatzes, so sieht es aus, von Granitsteinen, die wie von einem Riesen hingeworfen, hier herumliegen.

    Angeblich war der Wald hier an manchen Stellen so dicht, dass der Kaiserliche Bote erst mit zwei Wochen Verzögerung den Eintritt Österreichs in den ersten Weltkrieg bekanntgeben konnte. Wer heute hier wandert, wird aber schnell bemerken, dass der Wald sich wandelt, dass er vielseitig ist, sich immer wieder ändert, und das auf kleinem Raum. 23 verschiedene Waldarten haben unermüdliche Alleszähler hier gezählt. Vom Eichen- und Birkenvorwald, der von den Einheimischen auch „Hoad“ genannt wird, zu Tannen-, Föhren-, Fichtenwäldern,  Waldmeister-Ahorn-Buchen-Mischwäldern, Moorwäldern, Schlucht und Hangwäldern bis hin zu Schwarzerlen-Ufer-Auwäldern.

    OT Stefanie Haidinger – Es ist der Wald, der dir Schutz gibt. 

    Sagt Stefanie Haidinger, eine Pensionistin aus Viechtenstein, eine der 30 Gemeinden der Gegend mit etwa 700 Einwohnern. 

    OT Stefanie Haidinger – Es gibt verschiedene Wälder. Und der Sauwald ist ein freundlicher Wald.

    Als Kinder sind sie mit dem Postbus um die Wette gelaufen, der Postbus von der Donau herauf schnaufend und langsam fahrend über Serpentinen, die Kinder durch den Wald auf direkter Linie. Gewonnen haben die Kinder meistens, bergan. Und bergab mit dem Schlitten im Winter haben sie immer gewonnen.

    OT Stefanie Haidinger – Du hast irgendwie das Gefühl in dem Wald, da ist etwas um dich herum, das beschützt dich. Also der Wald hinter dir gibt dir Schutz und nach vorne hast du das Gefühl. Hurra, mir gehört die ganze Welt.

    …die ringsherum zu Füßen liegt, denn immer wieder sieht man durch lichte Stellen weit hinab ins Umland. Der Blick ins Innviertel….

    OT Stefanie Haidinger – und der Blick nach Bayern.

    OT Gabi Bernauer – Ja ich denke, dass man da einfach wandern geht …

    … sagt Gabi Bernauer, die auch hier wohnt.

    OT Gabi Bernauer – Es ist im Viechtenstein genauso, wenn man raufgeht zum Jagabild. Oder da in Wernstein, wenn man hinunterschaut. Da gibt es schon so Stellen, wo Blicke frei werden, wo man wirklich die Burg Wernstein, die Burg Neuburg, die Innenge bei Schärding, wo man das wirklich schön sieht. Wenn man dort hinkommt, dort kommt man wirklich nur mit dem Fahrrad oder zu Fuß hin, und da kann man es dann bewusst wahrnehmen, wie schön es da ist. 

    Gabi Bernauer betreut mit ihrem Mann das einstige Wohnhaus und Museum von Alfred Kubin in Zwickledt bei Wernstein.

    ATMO Glocken, OT Gabi Bernauer – Kubinhaus Zwickledt, es steht an der Tür

    Alfred Kubin war ein österreichischer Künstler, der ab 1906 hier gelebt und gearbeitet hat. Kubin war Zeichner, er illustrierte Bücher, hat auch Horrorzeichnungen gemacht für Bücher von Edgar Allan Poe. Kubin war Mitglied der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ in München, und er war damit Wegbereiter der modernen Kunst des 20. Jahrhunderts. Auch Wasiliy Kandinski gehörte dieser Gruppe an. Die künstlerische Moderne – und das mitten im Sauwald. Schloss Zwickledt in Wernstein am Inn war während der Weltkriege jahrzehntelanger Wohnsitz des Ehepaares Kubin. Der Künstler schätzte den Sauwald wegen der Ruhe. Selbst eher nervös und immer wieder in Sorgen verwickelt, liebte er den Garten und die Gegend rund ums Haus.

    OT Gabi Bernauer – So ein schöner Garten! – Ja, der Garten ist so belassen wie zu Kubins Zeiten. Früher war es ein Gemüsegarten, der ist aber dann umfunktioniert worden in einen Ziergarten und so ist es jetzt ein gewachsener, wirklich schöner alter Garten.

    Ein Bauerngarten, mit allen Farben, so scheint es, die es gibt in dieser Welt. Kubins Zeichnungen hingegen sind meist schwarzweiß. Angst hatte der Künstler oft, wenn er bei seinen ausgedehnten Spaziergängen länger wo ausblieb, beim Kartenspielen zum Beispiel, in den umliegenden Wirtshäusern. Karl Bernauer führt durch das Kubinhaus.

    OT Karl Bernauer – Da hängt Kubin, ich sag das einfach einmal so. Wenn er draußen einmal unterwegs war, und er ist viel zu Fuß gegangen, dann hat er fast immer diesen Wetterfleck getragen. So haben ihn die Leute gesehen und kennengelernt. Er ist oft nach Wernstein gegangen zur Eisenbahn, man kann nach Passau und Linz fahren. Wenn es einmal später geworden ist, dann war es oft so, dass der Franz, der jetzige Bauer, der damals ein kleiner Bub war, mit Kubin mitgehen hat müssen, denn wenn es dämmrig war, hat er sich nicht mehr so wohlgefühlt, wenn er alleine heimgehen musste. Der hat ihn dann heimgebracht und ihn nach Zwickledt zum Hausherrn begleitet.

    … und der kleine Bauernbub ging dann seinerseits alleine durch den dunklen Wald nach Hause. Aber Bauernbuben haben keine Angst vorm Wald, sondern Respekt, sagt einige Kilometer weiter in Kopfing, dort wo der Sauwald am dichtesten ist, der “große Bauernbub” Hans Schopf.

    OT Hans Schopf – Das ist einfach der Unterschied von Tag und Nacht. Und es heißt nicht umsonst, der Wald hat tausend Augen. Die hat er auch in der Nacht. Und Geräusche noch viel mehr. Wir sind halt das gewöhnt als Bewohner von da, da sehr viel Wald ist und dass man immer wieder durch den Wald gehen muss. Ich weiß es als Kind noch, wenn wir bei der Musik dabei waren, nach der Musikprobe ist man zu Fuß zum Teil heimgegangen, immer durch den Wald gehen müssen, da hätte ich mir nie was gedacht. Das war halt so.

    Hans Schopf hat in der Sauwaldgemeinde Kopfing einen Baumkronenweg errichtet. Besucher können durch seinen Wald auf hölzernen Brücken durch die Kronen der Bäume gehen, und ihnen dabei in die Augen schauen, wie er sagt. – In die Augen schauten sich die Männer der Region bis vor kurzem auch ganz gerne, und zwar besonders fest, wenn gerauft wurde.

    OT Hans Schopf – Wir haben sogar für’s Raufen ein eigenes Gesetz gehabt. Da hat es ein eigenes Landesgesetz gehabt, dass die Kopfinger nur die Hälfte an der Zeit verurteilt wurden, als andere. Weil das war bei uns so überbracht, dass die Kopfinger das so geregelt haben. Das war halt einmal so. Das ist Vergangenheit. Das Raufen hat sich dann aufgehört, ist auch kein System. Aber dass wir ein wenig härter sind, ein wenig rauer in der Mentalität, aber ich sage immer, im Herzen dann doch sehr, sehr weich sind.

    In sogenannten Zechen waren die Menschen früher hier organisiert, kulturell. Brauchtum, Volkstanz und dort und da auch eine Kegelbahn. Das gesellige Beisammensein wird auch heute hochgehalten. Mostverkosten, Traktoren zeigen. Wie zum Beispiel den hier, einen alten „Lanz Pampa“ – aus Argentinien.

    OT Bauernbub – Jetzt muss ich einmal die Heizlampe aufheizen, dass der Glühkopf einmal warm ist, und dann muss ich warten, bis der Glühkopf glüht, dann kann ich ihn anwerfen. – Ein bisschen weggehen, nicht dass er zu brennen beginnt. – Nein, da kann nichts passieren.

    ATMO Traktor startet

    Jetzt läuft er. Der Jungbauer lacht, holt sich ein hübsches Mädchen im Dirndlkleid und fährt mit ihr ganz stolz davon.

    ATMO Autoradio

    Ich fahre auch weiter, ein schöner Sonntag, im Autoradio aus dem nur kilometerentfernten Deutschland: der “Sonnstagsspaziergang” eine Reisesendung, die Lust macht aufs Verreisen, zum Beispiel nach Ferrara. 

    Ferrara.  Mein Kollege kann hier aus dem Vollen schöpfen. Leben und Kultur auf jeden Meter dieser Stadt. Ich aber fahre durch eine fast menschenleere Landschaft. Die Geschichte präsentiert sich hier, so scheint es, vorwiegend als Verwitterung. Links ein aufgelassener Schilift, wegen der wenigen Touristen zahlt sich der Betrieb im Winter nicht aus. Überwachsene Granitblöcke, die in den Feldern und im Wald liegen. Wollsackverwitterung heißt das, wenn das Wetter den Granit über Jahrtausende an Rissen zerfurcht, und die Blöcke dann aussehen, wie aufgestapelte Leinensäcke mit Wolle. In den Feldern wurden diese “Blockhalden” meist weggeräumt, aber in den Wäldern sind noch viele zu sehen. Die Landschaft prägen neben den vielen Waldteilen ebenso viele bunte Wiesen, wogende graue Kornfelder und kleine bäuerliche Siedlungen. Die Gehöfte wurden an den Hängen errichtet, kaum einmal auf flachem Grund, denn dieser ist kostbar. Ein Mosaik auch das Klima. Vom Warmen Hügel her kommend taucht man oft hinab und hinein in einen Kaltluftsee. 

    Erfrischend kühl ist es im Sommer auch in der Erde selbst. Ich bin im verabredet mit Hilde Ganglmaier, im Ort Raab. In der “Kellergröppe”. 

    OT Hilde Ganglmaier – Sie sind den ersten Teil der Kellergröppe schon gegangen.

    Gröppe ist ein altes Wort und bezeichnet einen vom Wasser ausgespülten Graben, einen schattigen mittelalterlichen Hohlweg, und in der Kellergröppe in Raab wurden links und rechts in die Wände des Hohlweges 26 Keller in den Sand gegraben, oft 70 Meter tief in den Hang hinein.

    OT Hilde Ganglmaier – Die großen Keller werden auch heute noch genutzt von den Baumschulen im Winter zum Pflanzen einlagern. Weil die Temperatur konstant 9 Grad Sommer wie Winter ist. Und wenn Sie wollen, das ist mein eigener Keller, Sie können reinschauen, das ist ein Haushaltskeller, da können wir reinschauen, dürfen Sie sich nicht schrecken, es ist finster (ATMO). Vorsicht! Sie sehen, das ist ein typischer Haushaltskeller. Man lagert Äpfel, ich habe einen Kren herinnen, und die Äpfel können Sie kosten, die kann man noch essen. Ich suche Ihnen einen schönen aus.

    Und wirklich, der Apfel schmeckt gut, vom letzten Herbst den Winter hinüber gerettet, und das ohne Strom. In den großen Kellern wurde auch, als es noch drei  Brauereien im Ort gab, Bier gelagert. Ein begeisterter Biertrinker war damals auch Franz Stelzhammer, Dichter und Schöpfer der oberösterreichischen Heimathymne. Ihm wird heute hier gedacht.

    OT Hilde Ganglmeier – Der war ja Wanderer, war früher immer zu Fuß gewesen, und ist ganz viel nach Raab gekommen, weil ihm das Raaber Bier so geschmeckt hat. Da hat er so ein liebes Gedichtl geschrieben.- (Räuspert sich). Aber jetzt frisch voran, übers Viechtstein und Fran, wo es das beste Bier oh gad. Z’Raab halt dich staad. Raaber Bier, Raaber Bier, bist wie ein Graberstier. Haust um dich, schlagst um dich. Sakaratie. – Die Kellergröppe, jede Jahreszeit hat ihren Reiz. Jetzt ist es wunderschön, wenn es grün ansticht. Wunderschön im Frühling, im Winter wenn es hereinschneibt ist es wunderschön. Im Sommer ist es sehr kühlend, und im Herbst ist die Laubfärbung das Besondere, das Ganze Flair vom Herbst kommt dann zum Vorschein.

    OT Kinder – … 16, 17, 18, 19, 20

    Zurück in der Schule, bei den zählenden Kindern. Sie haben hier ausreichend Platz zum Spielen und zum Aufwachsen. Wenn sie aber eine höhere Schule besuchen möchten, müssen sie weg aus ihrer Heimat, sagt ihre Lehrerin, die aber selbst nach Jahren im Ausland mit ihrer Familie wieder zurückgekommen ist.

    OT Lehrerin – In unserem Bekanntenkreis sind viele, die wirklich wo anders studiert haben, etwas gesehen haben von der Welt. Und wieder zurückgekommen sind. Das zeichnet eine Gegend aus, dass nicht nur die Leute abwandern, sondern dass auch wieder Leute zurückkommen. (Lacht)

    Und ein Geheimnis müssen wir noch lüften, sagt der Heimatkundelehrer: warum der Sauwald Sauwald heißt.

    OT Lehrer – Der Name Sauwald leitet sich ab vom Passauer Wald, und nicht wie viele meinen würden, von den vielen Wildschweinen, von den Wildsauen. Also: Passauer Wald, Sauwald. Daher kommt der Name.

    Hintergrund: Wie ist es zu diesem Beitrag gekommen? Ausflug nach Kopfing, zum schönsten Hühnerstall der Welt, über dem Innviertel. Besuch in der Hauptschule Esternberg bei den Kindern, die ein Dialektprojekt gemacht haben. Für Rudi Radiohund. Ausflug nach Raab, Wanderung auf den Haugstein, Besuch bei Feuerwehrfest mit Traktorenschau.

    Link: Haugstein (Wikipedia)

  • 063. Kinder im Sauwald 2

    Was es bedeutet, Dialekt zu reden. Besuch im Sauwald im Innviertel.

  • 062. Kinder im Sauwald 1

    Was ist der Sauwald? Besuch in einer Schule in Esternberg.

  • 051. Dialektstunde

    Am Land wurde immer schon versucht, die Mundart aus der Schule zu drängen. “Red schön”, hatte es geheißen. Trendumkehr nun: In der Musikhauptschule St. Martin im Innkreis lernen die Schüler die charmanten Feinheiten und verbalen Schärfen ihres Dialektes kennen, mit einem Mundartdichter der Region. Ein Lokalaugenschein.

    (more…)
  • 006. Braunau am Inn

    006. Braunau am Inn

    Foto: Lothar Bodingbauer, Braunau 2016

    Programmtext

    Eine Kleinstadt auf der Suche nach der Normalität: Adolf Hitler wurde in Braunau am Inn geboren. Wie es die Braunauer selbst heute mit diesem sensiblen Thema halten, darum geht es in dieser Sendung. Für die einen ist es unerwünschtes Erbe, sie wollen nicht mehr darüber reden. Für die anderen ist Braunau der ideale Ort für eine historische Psychotherapie. Braunau am Inn. Eine Kleinstadt auf der Suche nach der Normalität.

    URL: https://www.sprechkontakt.at/audio/radio006_braunau.mp3


    Trailer

    MITTAGSJOURNAL – Programmankündigung Journal-Panorama Braunau

    Die fünfzig-Jahre Jubiläen häufen sich dieser Tage in Österreich und Deutschland.

    Kommenden Sonntag vor fünfzig Jahren, am 30. April 1945, hat Adolf Hitler im Führerbunker in Berlin sein Leben beendet.

    Dieses Leben mußte auch irgendwo beginnen, Adolf Hitler wurde in Braunau am Inn geboren.

    Wie es die Braunauer selbst heute mit diesem sensiblen Thema halten, darum geht es im heutigen Journal-Panorama.

    Für die einen ist es unerwünschtes Erbe, sie wollen nicht mehr darüber reden. Für die anderen ist Braunau der ideale Ort für  eine historische Psychotherapie.

    Braunau am Inn. Eine Kleinstadt auf der Suche nach der Normalität. Heute Abend im Journal-Panorama, um ca. 18.20 im Programm Österreich 1.


    Manuskript

    BRAUNAU – Eine Kleinstadt auf der Suche nach der Normalität

    April 95, ORF Radio Österreich 1: Journal-Panorama, 30 Minuten

    Lothar Bodingbauer / Manuskript ohne letzte Korrekturen


    C ATMO Radfahrer + Reportagetext

    Viele Besucher erreichen Braunau auf dem Innradweg. Natur und Kultur an der Grenze zwischen Hüben und Drüben. Den verschwitzten Radlfahrer erwartet hier unter der Innbrücke eine Informationstafel. Sie erzählt vom Flair urbanen Lebens, vom Fluidum einer in Jahrhunderten gewachsenen Handelsstadt. Dem Innviertler an sich wird Arbeitsfleiß zugesprochen, und eine starke Heimatbindung, die durch eine geradezu barocke Lebensfreude ergänzt werde. Vom unglücklichen Buchhändler Johann Philipp Palm ist die Rede, der 1806 von den Franzosen erschossen worden ist, vom 100m hohen Stefansturm, von den Stadtmauern, von der freiwilligen Feuerwehr, von der Glockengießerei. Aber ist hier nicht auch… Wird hier nicht etwas verschwiegen?

    A SPRECHERTEXT SPRECHER A

    Als glückliche Bestimmung gilt es mir heute, daß das Schicksal mir zum Geburtsort gerade Braunau am Inn zuwies, liegt doch dieses Städtchen an der Grenze jener zwei deutschen Staaten, deren Wiedervereinigung mindestens uns jüngeren als eine mit allen Mitteln durchzuführende Lebensaufgabe erscheint.

    B TEXT

    Adolf Hitler – mein Kampf

    A OT Bahnhof

    Bahnhof Braunau am Inn, Bahnhof Braunau am Inn. Nächster Anschluß: Triebwagenregionalzug nach Wels, Planabfahrt 15.31 vom Bahnsteig 2

    Braunau – oder kenn´ ich das Wort nur, weil dort der Hitler geboren ist? Wahrscheinlich von dem.

    C ATMO Innplätschern (in den letzten Satz)

    B TEXT

    Der Zufall wollte es, daß 17.000 Braunauer Bürger heute mit einem historischen Erbe leben, das nur wenige, aber doch einige erfreut. Am 20. April des Jahres 1889 wurde in ihrer Stadt Adolf Hitler geboren, und dafür ist der Name Braunau in aller Welt bekannt.

    —ATMO weg im letzten Satz

    A OT Mix

    Adolf was born there – haha

    Das mußten wir gut genug lernen in der Schule

    Braunau – das liegt doch irgendwo an der Grenze, oder?

    Ja, weil wir haben das früher oft genug gehört, wo er geboren ist, und das hat man sich gemerkt, und früher war unser Gedächtnis noch in Ordnung, darum weiß ich´s. Es zieht mich nichts dahin.

    Naja, das ist immer so a eigene Sache, die was man heute, sagen wir, irgendwie schon, ich meine, nicht unbedingt vergessen, aber net das ganze wieder aufzeichnen.

    +++ATMO Innplätschern hoch

    B TEXT

    Von der Sorge um die Vergangenheit abgesehen, gibt es in Braunau ganz andere Probleme. Die wirtschaftliche Situation ist mit der Krise der Aluschmiede AMAG nicht gerade gut, und dem Bau einer Sondermüllverbrennungsanlage kann die Bevölkerung absolut nichts abgewinnen.

    Kultur- und Tagespolitik haben anscheinend nichts miteinander zu tun, für Wolfgang Simböck jedoch ist der einschlägige Ruf Braunaus mit der wirtschaftlichen Entwicklung verbunden. Das hat der mittlerweile verstorbene Politiker in einem Interview kurz vor seinem Tod so formuliert.

    —ATMO endgültig weg

    A OT Simböck

    Denn Konzerne, in zunehmenden Maß internationale Konzerne, auch amerikanisch dominierte Konzerne werden, wenn sie sich ansiedeln, das Image betrachten. Sie müssen ihre Ware auch verkaufen, am Briefpapier steht der Standort Braunau, und deswegen müssen wir darauf achten, daß das ein guter Name ist, ein klangvoller Name. Und das ist unsere einzige Chance, diesem Namen einen guten Klang zu geben, wenn wir uns der Vergangenheit stellen, und was Positives daraus machen.

    C ATMO Straße/Glocken

    B TEXT

    Begeben wir uns nun auf einen Braunauer Stadtspaziergang. Stadtbewohner und Gäste promenieren gemeinsam des Sonntags zwischen Straßencafés und geparkten Automobilen. Bunt sind die Fassaden der Bürgerhäuser – eine richtige Innstadt. 

    A SPRECHERTEXT SPRECHER B

    Die Straßen sind so sauber, als hätte man sie mit einem Shampoo gewaschen. Die Sonne scheint warm, die Kinder sprechen munter durcheinander, und die Erwachsenen lächeln. Es ist ein rührendes Bild.

    B OT Besucher —ATMO leise

    Ja, wir machen hier nur eine ganz kurze Stippvisite, wir sind in Bad Füssing, zur Kur, und machen dort einen Ausflug hier rum. Wir wollen erstmal hier kucken, wo das Geburtshaus ist, verstehen Sie, das wollen Sie gerne hören, das wollen Sie wissen, ne?

    A SPRECHERTEXT SPRECHER B +++ATMO lauter

    Und plötzlich schießt ein Gedanke durch den Kopf. Kann es denn wirklich sein, daß in diesem Paradies, wo Ruhe und Wohlstand herrschen, daß in dieser Stadt Hitler geboren wurde? Ist er wirklich diese Straßen entlang gegangen? Und hat hier die besorgte Mutter den kleinen Adolf hier an die Hand genommen? Ging er in diese Schule? Saß er wirklich auf dieser Parkbank? Großer Gott, was das Leben doch für Absurditäten bringt!

    B TEXT

    So schreibt Ilja Levitas über seinen Besuch in Braunau, er ist Vorsitzender des Zentralrates der Juden in der Ukraine.

    Wir durchschreiten das Salzburger Tor und gelangen in die sogenannte Salzburger Vorstadt, wo es auf der linken Seite ein unscheinbares gelbes Haus mit der Aufschrift “Volksbücherei Braunau gibt”.

    A OT Besucher —ATMO leise

    Ist der da geboren, in dem Haus, ich denke, ich hätte mal ein kleines Haus gesehen in der Zeitung, aber das ist ein großes Haus!

    Wir haben gefragt, prompte Antwort, ein jeder hat uns gesagt, da ist es. Da haben wir gefragt … warum nicht abgerissen? Na ja, es fällt ja so zusammen, habe ich gesehen.

    B TEXT +++ATMO lauter

    Die Braunauer selbst sind mit den Gegebenheiten vertraut. Oft wird man gefragt, wo das ominöse Haus zu finden sei.

    A OT Mix —ATMO leiser

    Äh, weil ma heut a Eis holn gehen, und da weiß ich genau, ein paar Schritte weiter, da ist das Hitlerhaus, und da steht der Stein davor. Da ist a Schrift drauf – Was steht da drauf? – Des weiß ich net.

    I bin schon gefragt worden auch – ich sags ihnen halt, wos ist, und halte mich möglichst draus, weg wieder.

    bin jetzt 36 Jahre da, und bin des öfteren gefragt worden, wo das Hitlerhaus ist, ich sags den Leuten, wer sichs gerne anschauen will, der soll sichs anschauen.

    B OT Kotanko +++ATMO lauter

    Als eingesessener Braunauer kenne ich seit vielen Jahren die mehr oder weniger versteckte Frage von Gästen, wo ist das haus. Nun, diese Frage kann eindeutig beantwortet dahingehend beantwortet werden: Das Haus steht hinter dem Mahnstein.

    A MUSIK Avo Pärt

    B TEXT +++ATMO lauter

    “Für Frieden, Freiheit und Demokratie. Nie wieder Faschismus. Millionen Tote mahnen”. Das ist die Aufschrift auf dem Stein, Granit aus Mauthausen. Will jemand das Haus fotografieren, ist das Mahnmal mit dabei. Das ist durchaus beabsichtigt, gesteht Bürgermeister Gerhard Skiba.

    A OT Bürgermeister

    Es gibt zig Leute, die das Haus anschauen, die sollen in dieser Verbindung mit dem Anschauen mit dem Mahnstein und der eingearbeiteten Aussage konfrontiert werden.

    B SPRECHERTEXT SPRECHER B

    Hier hat der kleine Schicklgruber wohl über seinen Büchern gesessen? Nichts in dieser Stadt erinnert daran, daß hier dieser Unmensch, der den Menschen so viel Leid und Schmerz zugefügt hat, zur Welt gekommen ist. Man spricht hier nicht gerne über ihn Und nichts erinnert daran.

    A OT Mix —ATMO leiser

    I tät sagen, ein Andenken brauchens ihm nicht gerade machen.

    Die sollen a Museum einimachen und a Ruh ist. Das kann man doch eh nicht leugnen, die Zeit war. Unten sollens a Restaurant einimachn, oben die Ausstellungen, und dann hat Braunau eine enorme Einnahmequelle. Dann brauchen die Leiter nicht mehr lange zu fragen, dann wissens, dort ist es.

    — ATMO im nachfolgenden Text verplätschern lassen

    B TEXT

    Der Politologe Andreas Maislinger, als Einheimischer mit den Besonderheiten der Stadt und seiner Bürger vertraut, sieht eine andere Zukunft: Das Hitlerhaus soll weggerissen und etwas Neues gebaut werden.

    A OT Maislinger

    Obwohl dieser Vorschlag aus Israel gekommen ist, sehe ich schon die Schlagzeilen in der ganzen Welt: Braunau entledigt sich der Geschichte. Braunau will das Hitlererbe weghaben, will etwas leugnen. Das heißt, Braunau kommt von diesem Image nicht weg. Aber trotzdem. Wenn man das international absichert und breit diskutiert, das Haus ist Baufällig, es muß renoviert werden. Aber warum soll man gerade dieses Haus renovieren, also weg damit.

    B TEXT

    Fragen wir eine Amerikanerin, die die Altstadt interessiert, und die sie genau unter die Lupe nimmt. Wünscht sie sich mehr Informationen über Adolf Hitler hier in Braunau?

    A OT Amerikanerin

    ÜBERSETZUNG

    Nein, nicht unbedingt. Ich glaube, daß sich die Leute hier irgendwie dafür Schämen, unglücklicherweise hat Hitler dieser Stadt einen schlechten Ruf gebracht. Er ist einfach hier geboren, das ist alles. Es gibt genug Informationen überall auf der Welt, über das, was mit Hitler war, und was er getan hat.

    B TEXT

    Es gibt in Braunau eine Handvoll Leute, die sich bemühen, dem rechtslastigen Ruf der Stadt und seiner Bürger entgegenzuwirken. Aber nicht allen Braunauern ist das ein Anliegen. Das zeigt sich an einem anderen Haus der Altstadt, nur ein paar Schritte vom Hitlerhaus entfernt. Anläßlich einer Fassadenrenovierung erschien dort ein Spruch, in dreißig Zentimeter hohen braunen Lettern, der heute zweifelhafte Assoziationen weckt und die Gemüter erhitzt.

    A OT Besucher + Simböck

    Am deutschen Wesen soll die Welt genesen – wo steht denn das? Was hat das für einen Sinn und Bedeutung? Was hat das mit Österreich zu tun? Ihr seid Österreicher und wir sind Deutsche, das ist der Unterschied.

    B TEXT

    Die Besucher aus Deutschland sind irritiert. Der verstorbene Kulturstadtrat Wolfgang Simböck fand die Aufschrift provozierend.

    A OT Simböck ACHTUNG Pegel zu hoch

    Diese Provokation, die meiner Meinung nach eine sehr arge ist, wenn man nämlich bedenkt, wo die Aufschrift herkommt, daß es Leute gibt, die ihre Angehörigen verloren haben, die von dieser Art des deutschen Wesens höchst beleidigt sein müßten, das ist ganz schlimm.

    B TEXT

    Auf der Suche nach der Bedeutung dieses Spruches, erzählt uns Hausbesitzer Ludwig Seidl, daß der Spruch nicht mißzuverstehen wäre, weil es ja kein politischer sei:

    A OT Hausbesitzer + Simböck

    Es trifft ja eigentlich … in dem Sinn soll es ja ein Genesenswunsch sein, und nicht eine politische Bestimmung, so wie das jetzt von den Medien in Verbindung gebracht wird. Es heißt ja, am Deutschen Wesen soll die Welt genesen, man erinnert sich an die Aufbauzeit nach dem Weltkrieg, und nachdem die Deutschen wirklich etwas hervorragendes geleistet haben, sollte das als Genesungswunsch ursprünglich auch verstanden worden sein, aber weil man heute schon Schwierigkeit hat, wenn man das Wort Deutsch oder Deutschtum in den Mund nimmt, verurteilen das halt viele.

    – Dieser Hausbesitzer ist also eindeutig deutschnationalen Kreisen zuzuordnen, das bestreitet er zwar, aber ich weiß, daß er beim Österreichischen Turnerbund engagiert ist, also für mich ist die Sache ziemlich eindeutig.

    B TEXT

    Der sinnige Spruch wurde schon 1920 an der Fassade angebracht. Er ist im Laufe der Zeit bis zur Unkenntlichkeit verwittert. Glaubte man ursprünglich den Verfasser als Theodor Körner zu identifizieren, ist sich nun das Bundesdenkmalamt sicher, den Urheber in Emanuel Geibel zu finden. In seinem 1861 verfaßten Gedicht “Deutschlands Beruf” lautet die letzte Strophe:

    A SPRECHERTEXT SPRECHER A

    Macht und Freiheit, Recht und Sitte,

    Klarer Geist und scharfer Hieb,

    Zügeln dann aus starker Mitte

    Jeder Selbstsucht wilden Trieb.

    Und es mag am deutschen Wesen

    einmal noch die Welt genesen.

    B TEXT

    Emanuel Geibel schrieb im Vorfeld des deutsch-französischen Krieges von 18640 eine Reihe patriotischer Gedichte und begegnete der aufkommenden Kriegsbegeisterung mit antifranzösischen Untertönen. Rechtliche Möglichkeiten, den Hausbesitzer zum “Überweisseln” anzuhalten, gibt es nicht, das mußte auch Bürgermeister Gerhard Skiba erfahren. Wolfgang Simböck fand auch, daß im Stadtamt selbst Fehler gemacht wurden.

    A OT Simböck

    Noch dazu kommt, daß ein äußerst unglücklicher, um nicht zu sagen verbrecherisch blöder Beamter der Stadtgemeinde nichts daran gefunden hat, als ihm der Spruch vorgelegt wurde, und gefunden hat, das sei in Ordnung, diesen Spruch so anzubringen, der sich irgendwie nur darum gekümmert hat, ob die Schrift auch ordentlich Frakturschrift sei, und Altstadtgerecht, und inhaltlich nichts daran gefunden hat. Meiner Meinung war das wirklich kriminell dumm.

    B TEXT

    Die Braunauer selbst sind geteilter Meinung, Gesetz den Fall, man macht sich darüber Gedanken.

    A OT Mix

    I was net, ob des draufghört oder net, sollen andere entscheiden, das ist meine Meinung.

    Ja des is in Hausbesitzer sei Sach, und sunst geht des überhaupt neamt nix an.

    Meiner Meinung nach, hinpassen tuts auf keinen Fall, weil in der Zeit samma nimma, wo des war.

    Die Welt genesen, die hätts notwendig, daß die Welt genest, weil die ganze Welt eine Kloake ist – Durchs Deutsche Wesen? – Das einzige Wesen, das ich auf der Welt betrachte, ist der Mensch.

    B TEXT

    Sehen die einen eine Diskussion zu diesem Thema als unumgänglich an, glauben die anderen eher an eine Verschwörung.

    A OT Mix

    Ja von den Sozialisten gibts Probleme. Aber der Spruch ist schon weit älter, als es die Sozialisten überhaupt gibt. Sollen die Sozialisten erst einmal Geschichte lernen, dann wissens, was gemeint ist.

    Und des is mei Meinung, daß die, die künstlich a böses Blut machen, die das künstlich aufputschen, böses Blut machen, oder von zur Zeit bestehenden Problemen ablenken.

    B TEXT

    Und überhaupt:

    A OT Mann

    Des is schon lang vorher gewesen, und warum sollen wir unsere Geschichte ändern, die schon lange vor Hitler gewesen ist. Mir san mir und des is immer scho gewesen, wurscht wer da auf die Welt gekommen ist oder nicht.

    LIED: Oberösterreich – bist so sche – bist so rein – liabs schens Oberösterreich, dir bleib i treu.

    B TEXT

    Inzwischen ist es in Braunau wieder ruhig geworden. 

    A OT Mann

    Na ja, es gäbe viel zu erzählen, gäbe viel zu erzählen.

    C ATMO Stadt

    B TEXT

    Die Fassade des renovierten Altstadthauses hält die Spuren der Kontroverse fest: Neben dem in brauner Farbe gehaltenen Spruch selbst, zieren große, schwarze Farbklexe, Hammer und Sichel die Fassade. Haus- und Spruchbesitzer Ludwig Seidl:

    A OT Hausbesitzer

    Jetzt ist es eigentlich relativ ruhig, es ist immer noch ein kleiner Teil, der möchte, daß des runter kommt, was genau passiert, kann man noch nicht sagen. Also wenn wirklich die breite Bevölkerung der Meinung wäre, es sollte der Spruch herunter, dann würde ich ihn wieder herunter geben.

    B TEXT

    Das normale Leben in Braunau unterscheidet sich wahrscheinlich nur unwesentlich von dem anderer Kleinstädte in sensiblen wirtschaftlichen Regionen. Nur, Adolf Hitler wurde eben in Braunau geboren. Wie man mit diesem Erbe umgehen soll, ob es vielleicht gescheiter wäre, das Ganze als einen Fauxpas des lieben Gottes zu sehen, und nicht mehr darüber zu reden, darüber besteht keine Einigung. —ATMO weg

    Ein Versuch, die Vergangenheit in den Griff zu bekommen, sind die Braunauer Zeitgeschichte Tage, die seit drei Jahren immer im September über die Bühne gehen. In Diskussionsforen und Vorträgen werden Fragen nach dem richtigen Umgang mit dem sensiblen Erbe behandelt. Der Politologe Andreas Maislinger ist der wissenschaftliche Leiter der Braunauer Zeitgeschichte Tage.

    A OT Maislinger

    Das Thema der 4. Zeitgeschichte Tage vom 22. – 24. September 1995 ist der Fall Jägerstätter. Titel der Tagung ist “Notwendiger Verrat”. Für viele, die Mehrheit, ist Franz Jägerstätter ein Vaterlandsverräter, wie es auf den Kriegerdenkmälern steht. Hat seine Familie verraten.

    Zum ersten Mal wird auf einer Breiten Basis über Jägerstätter diskutiert, es hat noch keine Debatte über Jägerstätter gegeben. Mit breiter Basis meine ich auch die Braunauer Bevölkerung, Bauern, aus St. Radegund und Wissenschaftler aus Israel, Deutschland und den USA. Das ist ja das reizvolle an den Braunauer Zeitgeschichtetagen, daß einfache Wissenschaftler mit normalen Leuten reden.

    B TEXT

    Fritz Muliar soll kommen, der Salzburger Weihbischof Andreas Laun, Fundis und Realos, Total-Verweigerer und Bundesheeroffiziere. 

    Franz Mittermaier, Lehrer an der Handelsakademie und Freiheitlicher Vizebürgermeister sieht die Aktivitäten der deklarierten Verdrängungsgegner anders:

    A OT Mittermayer

    Ein Großteil der Bevölkerung ist diesen Sachen von Anfang etwas distanziert gegenübergestanden, weil man den Eindruck gehabt hat, daß mit diesen Zeitgeschichtetagen die linke Szene, die sehr aktiv ist, Politik machen will, sozusagen Politik der Umerziehung der Braunauer durch verordnete Vergangenheitsbewältigung, und dafür gibt es in Braunau wenig Verständnis, vor allem deswegen, weil wir die Erfahrung gemacht haben, nicht nur in Braunau, daß solche Aktionen der Vergangenheitsbewältigung ja doch immer wieder gerade dann, wenn sie von der linken Seit inszeniert werden, in irgendwelchen Schuldzuweisungen enden, und diese Sache lehnen wir eigentlich ab, weil wie ich schon gesagt habe, wir in Braunau nicht der Meinung sind, daß uns oder unserer Stadt eine besondere Schuld an den Ereignissen vor 50 Jahren treffen würde.

    B TEXT

    Die einen legen die Wunden der Vergangenheit offen, andere wollen sie endlich schließen. Es ist im Grunde die gleiche Problematik wie beim Tauziehen. Man zieht am selben Strang, aber nicht in die gleiche Richtung. Noch einmal Franz Mittermayer:

    A OT Mittermayer

    Und wenn der Bürgermeister sagt, und da komme ich auf das, ja das ganze ist eine Werbung für Braunau, da sind wir auch anderer Meinungen wir glauben, daß man mit diesen schrecklichen Ereignissen von damals keine Werbung betreiben sollte. Und wenn Sie fragen, was haben wir dem entgegenzusetzen, nun wir glauben, daß es vielleicht wichtiger ist, sich hier in Braunau mit der Gegenwart zu beschäftigen, mit den Problemen der Wirtschaft, der jungen Leute usw, damit ist es, glaube ich leichter möglich, die jetzige Demokratie zu festigen, und damit können wir besser sicherstellen, daß es zu so unheilvollen Entwicklungen wie das vor 50 60 70 Jahren geschehen ist, nicht mehr kommt. Und ich glaube, die Leute in unserer Stadt möchten lieber in die Zukunft schauen, weil dort die Probleme liegen. Na, wir haben uns bis jetzt zurückgehalten, wir haben uns distanziert von diesen Aktivitäten und das werden wir von den Freiheitlichen auch weiterhin tun.

    B TEXT

    Dem Evangelischen Pfarrer Peter Unterrainer sind die Vorwürfe der Freiheitlichen vertraut. Er ist Mitglied des Personenkomitees für Jägerstätter.

    A OT Unterrainer

    Es ist von seiten der Freiheitlichen Partei der Vorwurf gekommen, wir wollen mit Jägerstätter eine Konfrontation aufbauen mit der Kriegsgeneration hin, dieser Vorwurf war schon eine Bösartigkeit an sich und war natürlich taktisch auf die Kriegsgeneration ausgerichtet, die ja alles auf Verdrängung ansetzt, und hat schon eine breite Wirkung gezeigt hier in Braunau, sodaß zu den Veranstaltungen nur vereinzelt Menschen aus dieser Generation gekommen sind. Aber was wir wollen ist die Versöhnung mit der Kriegsgeneration, und die Versöhnung der Kriegsgeneration mit sich selbst.

    B TEXT

    Warum kann den dieser Jägerstätter die Menschen so polarisieren?

    A OT Unterrainer

    Dieser Jägerstätter hat nichts anderes gemacht, als…

    B TEXT

    In Braunau begegnen wir dem Phänomen, daß die politische Rechte schon weit auf der linken Seite beginnen kann. Als im Stadtparlament über den Vorschlag abgestimmt wurde, zu Ehren Franz Jägerstätters einen Brunnen zu errichten und eine Straße zu benennen, stellte sich auch die sozialdemokratische Partei gegen des eigenen Bürgermeisters Vorschlag. Punschkrapferlsozialismus nennt Pfarrer Unterrainer diesen Vorgang. Außen rosa, innen braun. Zuwenig Information, meint Bürgermeister Gerhard Skiba.

    A OT Skiba

    Es ist meiner Meinung nach, und das muß ich auch eingestehen, sicherlich zu wenig Aufklärungsarbeit betrieben worden. Einfach nur zu sagen, das ist eine gute Absicht, und wir möchten das machen, und wir können damit einen guten Dienst für Braunau zustande bringen, das ist offensichtlich zu wenig.

    B OT Mix

    Ich finde, daß dieser Jägerstätter durchaus eine umstrittene Person ist, er hat mit dem System, das damals geherrscht hat, eine Konsequenz an den Tag gelegt, ich finde das gehört gewürdigt.

    Braunau hat mit Jägerstätter nichts zu tun. Der Jägerstätter hat eh alles genau kennt, der weiß eh, was mit ihm los war. Alles schad ums Geld. Der hat ja nichts gut gemacht, der hat sich nur aus Dummheit um Kopf und Kragen gebracht, mehr ist dazu nicht zu sagen, haha.

    C ATMO Schule

    A TEXT

    Für Florian Kotanko, liegt die Problematik noch nicht bei den Akten. Er ist Lehrer am Gymnasium und Mitglied des Personenkomitees für Jägerstätter. 

    B OT Kotanko

    Das Personenkomitee wird nicht lockerlassen, sondern wir werden versuchen, Überzeugungsarbeit zu leisten, daß die Erinnerung an Franz Jägerstätter nicht ein Denkmal gegen jemanden ist, sondern ein Denkmal für jemanden ist. Es werden dadurch, daß man ein Denkmal für jemanden baut, ja nicht alle anderen abqualifiziert.

    —ATMO weg im nächsten Satz

    A TEXT

    Und was macht die Braunauer Jugend. Gibt es eine linke Szene, gibt es rechte Umtriebe?

    B OT Mix

    Warn amoi a paar Hooligans da, aber das hat sich schnell verlaufen.

    Ja die han überall

    Da gibts eher a linksradikale Szene, habe ich das Gefühl.

    (Jugendlicher) Geht mi nix an, i bin ka rechter und a ka linker. Pfft. geht mi nix an der ganze Schaas. Solln tun was meng.

    A TEXT

    Tatsächlich gibt es in Braunau keine eindeutig politisch zuordenbare Jugendszene. Abgesehen von Herumgröhlern, die im Rausch Parolen brüllen. Die eigentliche, intellektuelle rechte Szene befindet sich in der Nachbarstadt Ried, meinen einige Braunauer. Gelegentliche rechte Auftritte gibt es trotzdem. Auch Haus- und Spruchbesitzer Ludwig Seidl hat Beobachtungen gamacht.

    B OT Seidl

    Habe ich eigentlich noch nicht mitbekommen, auch wenn sich die rechten Jugendliche, wobei das eine gewisse Randerscheinung ist, in Braunau vor dem Hitlerhaus treffen; vor meinem Haus habe ich das gottseidank noch nicht bemerkt, und ich möchte es auch nicht.

    A TEXT

    Es tut sich für Jugendliche eigentlich nichts besonderes in Braunau.

    B OT Jugendlicher

    Schau es fangt schon beim Fortgehen an, die Möglichkeiten sind sehr begrenzt, Du mußt 30 bis 60 km fahren, damit du was machen kannst. Freizeitmöglichkeitn, das Jugendzentrum war nicht schlecht, gehen aber immer dieselben rein. So ist Braunau eher Scheißdreck, echt. Haha, stimma tuts.

    C ATMO Gedenkdienstaktion

    A TEXT

    Es dauerte eine Weile, bis die Beschäftigung mit der belastenden Vergangenheit in Braunau normal wurde. Das Repertoire der Freudschen Abwehrmechanismen funktioniert auch im Innviertel ganz gut. Mittlerweile sehen die meisten der Braunauer die Aktionen der “Erinnerer” nicht mehr als einen Angriff auf die eigene Psyche. Immer wieder finden Aktionen statt, die sich mit der Aufarbeitung der Geschichte befassen. Wie beispielsweise vom Projekt Gedenkdienst, einer Einrichtung, der es österreichischen Zivildienstleistenden ermöglicht, sich mit der nationalsozialistischen Zeit und dem Holocaust auseinanderzusetzen. 

    B OT Passantin

    Mindestens drei Millionen Juden gehen zu Lasten der an den Verbrechen beteiligten Österreicher. Simon Wiesenthal – ist der Jude? (Heiterer Ausruf:) Möchts Euch jetzt in die österreichische Politik einmischen, ja ihr gehörts jetzt auch zu uns, die EGler. Jetzt haben die Österreicher nichts mehr zu sagen, Hahaha, jetzt gehts euch dran.

    A TEXT

    Jene Personengruppe, die die unrühmliche Vergangenheit dokumentieren will, ist sich aber noch nicht einig was genau dokumentiert werden soll. Den österreichischen Widerstand oder die österreichische Mittätersschaft. Der Politologe Dr. Andreas Maislinger bringt jedenfalls seine Aktionen gerne nach Braunau.

    —ATMO weg

    B OT Maislinger

    Ich gehe davon aus, daß es genau der richtige Ort ist, um auf eine Tatsache hinzuweisen, daß Österreicher an einem besonderen Ausmaß an der Vernichtung der Europäischen Juden beteiligt waren. Daß man genau diese Tatsache dokumentiert. Und sonst nichts. Keinen österreichischen Widerstand, der wurde schon zu Genüge, ich meine immer mehr übertrieben dokumentiert, durch das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. Ich möchte, daß in Braunau diese Seite aufgezeigt wird.

    A OT Frau

    Na, dieses Braunau, kommt ganz unschuldig dazu?! Hmhm. (Nachdenklich) Wir können ja nichts dafür. Ich bin trotzdem hier noch gerne.

    B OT Bürgermeister

    Für mich ist wichtig, daß soviel wie möglich Leute Einkommen, Lebensbedingungen haben, die dazu führen daß sie zufrieden leben können. Unzufriedenheit, Neid, Ärger und Zorn und was immer daraus entsteht, wenn man mit der eigenen Lebenssituation nicht zufrieden sein kann, das ist der Nährboden für viele solcher Entwicklungen.

    A OT Simböck

    Ganz wichtig ist es, daß die Leute die Möglichkeit haben, Kultur selbst zu machen.

    C ATMO Clubhaus

    B TEXT

    Wir beenden unseren Stadtspaziergang in Bahnhofsnähe und hören durch die offenen Fenster eines kleinen Clubhauses die Verwirklichung des Wunsches, Kultur selbst zumachen.

    —ATMO weg

    A OT Liederkranz Probe

    Wir sind die Chorgemeinschaft Liederkranz Braunau. Wir bestehen aus ungefähr 40 Mitgliedern und kommen jede Woche zusammen, um zu proben. Unser Programm ist eigentlich sehr vielfältig. Wir pflegen unter anderem das österreichische Volkslied als Teil unseres Repertoires, und das ist nicht als Patriotismus oder Nationalismus gedacht, sondern rein als Teil unseres Liedgutes. Wir sind politisch nicht aktiv. Wir sind eine Chorvereinigung, wir singen aus Freud am Singen, und das ist alles.

    B Musik “Hörst Du das Lied der Berge?”

    ENDE