• Die Sommersendung der Physikalischen Soiree, diesmal mit zwei Beiträgen.

    1) Passwörter. Ohne PINS, PUKS und eine Heerschar elektronischer Passwörter funktioniert in unserem Leben gar nichts mehr. Manche haben ein System, wie sie erstellt und gemerkt werden, andere schreiben alles auf. Ganz sicher ist sich aber keiner über die Sicherheit, die dadurch gewonnen wird oder verloren geht. Ein Beitrag über Passwörter, ihre Eigenschaften, und Strategien sie sich zu merken.

    2) Gehen. Translation. Langsam. Ohne große Beschleunigung. Zeit zur Ruhe und zum Denken. Jeder Mensch kennt eine Distanz, ab der er lieber nicht mehr zu Fuß geht, und lieber auf ein Verkehrsmittel umsteigt, das ihn trägt. Es gibt aber auch jene Menschen, die gerne auch große Entfernungen zu Fuß zurücklegen, und das meist völlig freiwillig. Ob aus sportlichen Gründen, oder aus Notwendigkeit – wir begleiten vier dieser Menschen auf einem ihrer Wege und zeichnen ihre Gedanken zum Thema “Gehen” auf.

  • Der amerikanische Journalist Walter Lippmann riet Journalisten stets dazu, Distanz zu den Mächtigen zu wahren. Es gebe kein höheres Gesetz im Journalismus, als die Wahrheit zu sagen und den Teufel zu beschämen. (FAZ, 2011, July 14)

  • Eine österreichische Partei setzt ein “unmissverständliches und klares Zeichen”, in dem sie einen Mitarbeiter aus Partei und Parlamentsclub ausschließt. Liebe Freunde der subtilen Kommunikation: Ihr könnt ein Zeichen setzen. Ob es missverständlich oder unklar ist, klar oder unmissverständlich, das beurteilen ich oder mein Kater, der schläft aber gerade.

  • Ich bin gerade in Batam. Batam ist dort, wo vor kurzem mal eine Qantas Düsenteil runtergefallen ist. Das hat sich sehr schnell herumgesprochen. Was, Koffer? Ein Flugzeug ist abgestürzt? Es war dann doch nur ein Bus, der Koffer ausgeladen hat. So ähnlich wie dieser hübsche Bus hier.

    Auf der Insel Belakang Padang. Es hatte vor einer Woche den ersten Tag geöffnet: “My Café”. Das Café liegt auf einem doch recht entlegenen Teil einer Nebeninsel von Batam, die man durch ein schmales Boot erreichen kann, und dann nach rechts hinten eine halbe Stunde spazieren, bis übers Meer.  Zur Sicherheit die Koordinate dieser netten Menschen:  Google Maps.

    Das Motorrad hier wiederum hat schon länger keinen Gast mehr gesehen. Es steht ein wenig vergilbt da, und wartet auf eine mitleidige Hand, einen Schwamm, Seife, Wasser und viel Schaum.

    Die Hälfte Zeit des Tages ist Nacht. Das ist für mich etwas ungewöhnlich, weil wir im Sommer ja gewöhnt sind, nach Einbruch der Dunkelheit um 10 oder 11 dann irgendwann auch einmal schlafen zu gehen – zumindest unter der Woche. Aber hier fällt die Sonne um 19 Uhr ins Meer, dann ist es finster. Hier gehen wir nicht ins Bett, sondern steigen auf die Motorräder und fahren wo hin.

    Ach ja, um 4 beginnt der Muezzin zu singen und der Müll zu brennen. Das ist etwas ungewöhnlich. Die Kinder hier aber unterscheiden sich durch nichts von den anderen Kindern dieser Welt. Sie stecken sich, wenn sie klein sind, die ganze Hand in den Mund, um sie von Schokolade sauber zu kriegen, und gehen, wenn sie größer sind, zur Schule.

    Die meisten Rätsel lösen sich meist gut auf, wenn man sich dann irgendwann ein bisschen besser auskennt. In welche Richtung das Bemo fährt und was es kostet. Warum es so angenehm warm ist und immer wieder so gut riecht, warum man einfach über die Straße gehen kann ohne zu Tode gefahren wird. Top 1 der bleibenden Rätsel allerdings sind die Fragen, warum die Menschen so freundlich sind, warum die Zeit so schnell vergeht, und was die Steine bedeuten, die nebenan auf den Telegrafendrähten hängen. Irgendwelche Ideen?

  • Scandium, Samarium, Europium – und 14 weitere chemische Elemente.

    Die “Metalle der Seltenen Erden” sind wertvolle Rohstoffe, die in der Natur gar nicht so selten vorkommen. Sie werden in hohem Maße in industriellen Produkten verwendet, die mit Licht, Optik oder Magnetismus zu tun haben: Brillen, Festplatten, Hochleistungsmagnete für Windkraftanlagen. Ca. 20 kg Seltene Erden befinden sich etwa in einem modernen Hybridauto – ein Auto, das mit elektrischem Antrieb und Benzin- oder Dieselantrieb gleichermaßen betrieben wird.

    Selten sind nicht unbedingt die 17 verschiedenen “Metalle der Seltenen Erden”, selten sind nur die Lagerstätten, in denen diese Elemente angereichert genug vorkommen: in einer Konzentration ab 2%.

    99% der Weltproduktion findet in China statt, und dieses Land hat einen Exportstopp verhängt – aber nur für die Rohmaterialien. Die daraus gefertigen Produkte werden sehr wohl am Weltmarkt verkauft. Es wird noch einige Jahre dauern, bis auch Lagerstätten in anderen Teilen der Welt technisch erschlossen sind und den handelspolitisch verursachten Engpass abfedern.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer. Die Interviews wurden in der Ö1 Sendereihe “Vom Leben der Natur” im Februar 2011 erstausgestrahlt.

    INTERVIEWPARTNER:

    Univ.-Prof. DI Dr. Wolfgang Linert
    TU Wien, Institut für Angewandte Synthesechemie

    Univ.-Prof. DI Dr. Gerfried Hilscher
    TU Wien, Institut für Festkörperphysik

    Univ.- Prof. Dr. Leopold Weber
    Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend

    Aktueller Link: Seltene Erden am Ozeanboden

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    Die Antwort von Nikon – auf Anfrage, was denn da passiert ist, ist geradeaus heraus:

     

    Lieber Lothar,

    bei diesem Wettbewerb geht es darum, eine Anzeige für Nikon zu gestalten, die realistisch ist.

    Hier sollte man sich die Frage stellen, ob Nikon wirklich mit dieser Anzeige werben könnte.

    Wir entfernen jegliche Art von Abbildung der Konkurrenz, egal ob die Abbildung zu unserem Gunsten ist oder nicht, da eine solche Anzeige nicht dem Sinn des Wettbewerbs entspricht.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dein Nikon Team

  • Link zur Nikon-Seite

  • Ausflug in die Welt der Biologie. Statt über “Seltene Erden” (die Physik und Chemie derselben kommen in der nächsten Ausgabe) erzählen wir Ihnen in diesem Monat mehr über “Seltene Vögel”. Eine Exkursion – die Physikalische Soiree außerhalb der eigenen Grenzen.

    Blaukehlchen sind Zugvögel, die in geringer Zahl auch in Österreich den Sommer über leben. Die bekannteste Unterart ist das rotsternige Blaukehlchen. Das Männchen hat eine schillernd blaue Kehle mit einem roten Fleck darin. Aufgrund seiner versteckten, heimlichen Lebensweise ist das rotsternige Blaukehlchen kaum zu sehen. Ob es deswegen erst 1975 in Österreich entdeckt wurde, oder ob es vorher auf seinem Vogelzug bei uns nicht Halt machte, ist noch unbekannt.

    Rotsternige Blaukehlchen sind begabte Stimmenimitatoren – balzende Männchen ahmen den Gesang anderer Vogelarten nach. Aber auch die Umgebung wird mit einbezogen: beispielsweise Fahrradklingeln oder Baustellenlärm.

    Das rotsternige Blaukehlchen steht in Österreich unter strengem Naturschutz. Es ist eine sogenannte “flagship species”: Das Auftreten von Blaukehlchen erleichtert den Schutz des umgebenden Lebensraumes, wovon sämtliche andere Tiere und Pflanzen der Region profitieren.

    Zu Gast: Ingrid Kohl, wissenschaftliche Mitarbeit im Wildnisgebiet Dürrenstein.

    Links: www.blaukehlchen.at, www.wildnisgebiet.at

Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.

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