Vorarlberg Museum: Römer in der Zukunft

Vorarlberg Museum: Römer in der Zukunft

Wenn die Texte einer historischen Ausstellung in der Zeitform „Zukunft“ geschrieben wurden, bedeutet das: als Besucher:in bin ich beim Lesen unmittelbar zurückgeworfen in die Gegenwart von damals und von dort aus blicke nach vorne. Wie sich das alles entwickeln wird.

 

 

Für etwa 300 Jahre wird die Region um den Bodensee Teil des riesigen Römischen Reiches sein. Das Imperium Romanum. 15 Jahre vor dem Jahr 0 wird das römische Heer das Rheintal erobern. Es ist bereits spärlich von Menschen besiedelt, von Kelten. Verschiedene Lebensarten werden aufeinandertreffen, unterschiedliche Kulturen und Religionen. Verschiedene Sprachen! Was sich verändern wird? Manches werden wir nicht mehr herausfinden. Es wird nur wenige schriftliche Quellen geben, die von Römern verfasst wurden. Archäolog:innen werden die ausgegrabenen Dinge vergleichen – von hier, von dort, von anderswo. Sie stellen fest: So könnte es gewesen sein.

 

 

Vorarlberg Museum, Weltstatt oder so. Brigantium im 1. Jhd. n. Chr.
Kuratorin: Lisa Noggler, Textredaktion: Lothar Bodingbauer

n! Sprüche für 24 Wochen

Der Friede meiner Freude ist die Hoffnung deiner Vielfalt.
Der Friede seiner Freude wird die Vielfalt ihrer Hoffnung.
Der Friede seiner Hoffnung war die Freude unserer Vielfalt.
Der Friede eurer Hoffnung ist die Vielfalt ihrer Freude.
Der Friede meiner Vielfalt wird die Freude deiner Hoffnung.
Der Friede ihrer Vielfalt war die Hoffnung seiner Freude.
 
Die Freude meines Friedens sei die Hoffnung deiner Vielfalt.
Die Freude seines Friedens werde die Vielfalt ihrer Hoffnung.
Die Freude seiner Hoffnung wäre der Frieden unserer Vielfalt.
Die Freude eurer Hoffnung sei die Vielfalt ihres Friedens.
Die Freude meiner Vielfalt werde der Frieden deiner Hoffnung.
Die Freude ihrer Vielfalt wäre die Hoffnung seines Friedens.
 
Die Hoffnung meines Friedens ist die Freude deiner Vielfalt.
Die Hoffnung seines Vielfalt wird die Struktur ihrer Freude.
Die Hoffnung seiner Freude war der Frieden unserer Vielfalt.
Die Hoffnung eurer Freude ist die Vielfalt ihres Friedens.
Die Hoffnung meiner Vielfalt wird der Frieden deiner Freude.
Die Hoffnung ihrer Vielfalt war die Freude seines Friedens.
 
Die Vielfalt meines Friedens sei die Freude deiner Hoffnung.
Die Vielfalt seines Friedens werde die Hoffnung ihrer Freude.
Die Vielfalt seiner Freude wäre der Frieden unserer Hoffnung.
Die Vielfalt eurer Freude sei die Hoffnung ihres Friedens.
Die Vielfalt meiner Hoffnung werde der Frieden deiner Freude.
Die Vielfalt ihrer Hoffnung wäre die Freude seines Friedens.

 

(Mit Zaun funktioniert es nicht.)

Hörerlebnis: Stille + Podcast

Ich habe mein „lokales Hörmaximum“ gefunden, das bessere Ergebnisse als Noice Cancelling bringt. Und zwar eine Kombination aus angepassten Schallschutz Ohrenstöpsel für 65€ und Knochenschallkopfhörer für 120$.

Die Knochenschallkopfhörer habe ich schon seit zwei Jahren, die legen zur Umgebung einfach eine (Podcast-)Stimme drauf, wie wenn jemand neben einem hergeht und mit einem spricht. Radfahren möglich, man hört sonst alles.

Aber wenn ich das „Alles“ mit den Ohrenstöpseln wegmache, dann spricht jemand ruhig zu mir.

Ein Traum. Stille! Mit diesen unglaublich weichen Ohrenstöpsel im Schlafwagen, beim Busfahren und vor allem auch im Bett neben der Strasse. Und dann, wenn man Lust hat, einen Podcast auf die Stille addieren.

Ahhhhhh!

Links:

1) Ohrenstöpsel SleepLine via Neuroth
2) Knochenschall AfterShocks

Familienentscheidung in 5 Schritten: Gegen einen Job in Guatemala

Familienentscheidung in 5 Schritten: Gegen einen Job in Guatemala

Wer das Angebot hat, für zwei Jahre an der Österreichischen Schule in Guatemala zu unterrichten, muss zunächst alle Familienmitglieder befragen. Jede:r könnte mit – in Form eines Auslandsschuljahres, oder in Form eines Karenzjahres für die mitreisende Partnerin. Aber jeder muss zustimmen, denn die Kinder sind zu alt, um sie einfach einzupacken, und zu klein, um sie alleine in Österreich zu lassen. Wir haben uns gemeinsam entschieden – zuhause zu bleiben. Wie wir zu dieser Entscheidung gekommen sind, und warum alle damit zufrieden sind, das beschreibe ich hier. (mehr …)

WordPress Widgets verschwunden?

WordPress Widgets verschwunden?

Wenn einmal die Widgets der WordPress-Seite verschwinden: einfach auf ein anderes Theme umschalten und dann wieder auf das originale Theme zurückschalten. Dann sind alle Widgets wieder da.

Aspekte der Stimmbildung

Handout / Klick: Download (PDF)

Die Stimme ist ein Instrument. Bei täglichem Üben (10 min) sind erste Erfolge nach sechs Wochen unüberhörbar. Stimmbildung hat Auswirkungen auf die Kommunikation mit anderen Menschen. Es zahlt sich aus.

Was aus Entfernung einfach als „Stimme“ ankommt, besteht in Wirklichkeit aus dem Zusammenwirken mehrerer Aspekte. Jeder Aspekt ist separat trainierbar. 

1. Zeitraum beanspruchen. Inhalt braucht Zeit. Pausen. Stille. Ausatmen. Einatmen. Pausen zwischen Sätzen, zwischen Aufzählungen: Langsamkeit und Ruhe. Zeitraum hat mit Selbstbewusstsein zu tun. Mit dem Ertragen einer Wirkung.

2. Die Aussprache. Die „gemäßigte Hochlautung“ ist die Aussprache geschulter Sprecher:innen. Es ist weniger das perfekt „r“ oder „s“ sondern die Richtige Länge und Geschlossenheit/Offenheit der Selbstlaute a-e-i-o-u. Das Training sollte hier nur mit Lehrer:in erfolgen. Übungen dazu täglich.

3. Agogische Aufbereitung der Sätze. Das kommt zusätzlich und schafft besser erkennbare Sinnzusammenhänge. “Sprich einmal laut und einmal leise, einmal langsam, einmal schnell, einmal hoch und einmal tief” – das ist ein Aspekt davon, Pausen innerhalb von Sätzen (und der Fluss der Sprache darin) ein anderer. Achtung: Nur wenige Kommas zeigen Sprechpausen an.

4. Die Resonanz. „Die Sonne „tööööönnnnn“. Das hat etwas mit Frequenz und Zeitraum zu tun, mit Energie.

5. Zu Beginn: Erst ausatmen, dann einatmen. Und dann: Pausen – kann man üben.

6. Das Gegenüber. Kann im Theater in der hintersten Ecke sitzen – dort will man seine Stimme hinschicken. Das kann man lernen und zahlt sich aus. Präsenz.

7. Der Stimmsitz. Mit welcher Frequenz spreche ich meine Gegenüber an. Eher tiefer wäre besser, gemeint ist aber: eher mehr Frequenzen. Öffnen. Meist nach unten hin. Das muss man herausfinden.

8. Inhalt und Klang. Wie bei Büchern oder Zeitungen, die (diskursive) gute Inhalte nicht mit unpassenden Schriftsätzen drucken, wird auch die Stimme mit den Inhalten in Verbindung gebracht. Wir werden üben, den Eindruck zu beschreiben.

9. Die Grenze. Profi-Sprecher:innen haben ihre Stimme zum Beruf gemacht. Professionelle Aufträge sollten auch von ihnen gemacht werden. Das zu erkennen, ist auch ein wichtiger Aspekt für Nicht-Profis.

10. Die Authentizität. Man ist, wie man spricht. Und in jedem Moment spricht man so, wie man ist. Die gebildete Stimme kann wie eine Fremdsprache eingesetzt werden. Im normalen Gespräch ist das meist nicht notwendig. Das zu erkennen ist ein Teil der Stimmbildung.


Die 6 Häuser der Stimme

  1. Erzählen
  2. Miteinander sprechen
  3. Text lesen (Buch)
  4. Text lesen (Manuskript, geschrieben für gesprochene Sprache)
  5. Schauspiel, Drama
  6. Komik  / Cartoon

Möglichkeiten zur Reparatur …

Die eigene Einschätzung täuscht oft. Meistens hilft:

  1. Tiefer / nach unten offener
  2. Weniger auf und ab
  3. Härter, sachlicher
  4. Die Sprache in die Weite senden, wo jemand ist
  5. Nicht so intim / freundlich / nah ran
  6. Zeitraum beanspruchen
  7. Pausen

12 Tipps / Übungen

  1. Ausatmen vor dem Einatmen
  2. Unhörbar nachatmen
  3. Wasser dabei haben
  4. Mikrofondisziplin
  5. Nicht jeder Beistrich ist eine Pause
  6. Wörter ohne Information nicht betonen (davon/daher werden nie betont)
  7. R vorne: dedlängen-dedlängen-dedlängen-drängen
  8. CH vorne: durich-durich-durich-durch
  9. Klares kurzes Ei: land-land-land-leise (kurz)
  10. Resonanzübung: die Sonne tönt, singen:
    Major Ascending/Minor Descending –
    https://www.youtube.com/watch?v=n_cTfhvS3fg 
  11. Beim Gehen erzählen, was man sieht. Ohne Äh’s aber gerne mit kleinen Pausen.

  12. Hören. Zuhören.

Hörbeispiele

  1. Podcast: Karim in Auroville – Link
  2. Stimme von Emma Clark (London Underground) – Link

Manuskriptbeispiele

Kriterien der Beschreibung und Bewertung

  • Zielgruppenorientiert
  • Tempo, Tempovariationen
  • Rhythmus / binnen-Rhythmus
  • Emotionalität (Sprecher:in/Zuhörende)
  • Unterhaltend
  • Wortwahl
  • Betonung
  • Modulation / Tonhöhe / Melodie
  • Deutlichkeit der Aussprache
  • Authentizität / „normal klingen“
  • Persönlichkeit erkennbar
  • Gespräch – Manuskriptvortrag
  • Nähe – Distanz
  • Angenehm
  • Atmung / Nachatmen / Klicken
  • Umgebungsgeräusche
  • Pausen
  • Dialekt
  • Stil (Gespräch, Kinderbuch, Reportage) Tradition/Epoche
  • Sendung mit der Maus – Faktor
    (lieb/einfach/persönlich/nette Schulmeisterei/an die Hand/Erinnerung)
  • Rolle, Haltung
  • Nachvollziehbarkeit
  • Verlautbarungsfaktor
  • Wärme-Kälte / Guter Wille / positiv gestimmt
  • Druck in der Stimme / „pressen“
  • Präsenz / Skala 1 2 3
  • Ähm-Faktor
  • Eng – weit / Skala 1 2 3
  • Mag-ich – Koeffizient
  • Aversionsfaktor

20 mal Troubleshooting

20 Highlights | Troubleshooting 

  1. Richtig große Probleme hört man selbst im allgemeinen nicht.
  2. Komisches R bei Arbeit? Weglassen oder üben: Ale Ale Ale – Arbeit.
    So sitzt das r an der richtigen Stelle (vorne)
  3. Komisches R bei drängen? Üben: de-dlängen, de-dlängen, de-dlängen – drängen. So sitzt das r an der richtigen Stelle (vorne).
    Ebenso bei drei (de-dlei).
  4. Komisches Krachen bei durch? Üben: Dur-ich, Dur-ich, Dur-ich, und dann das i weg. Durch. So sitzt das ch an der richtigen Stelle (vorne).
  5. Der – dem – den. Das sollte passen! Alle E’s sind lange und geschlossen.
  6. Vokale: Lang oder kurz, offen oder geschlossen? Das kann man nicht immer vorhersagen und muss (einzeln) gelernt werden. Generelle Regeln sind kaum vorhanden. Das zahlt sich aus, denn sie machen 3/4 der Sprache.
  7. Vierzehn und vierzig mit r und kurzem I.
  8. Je emotioneller der Text, desto neutraler die Sprache.
  9. Beistriche zeigen an erster Stelle üblicherweise keine Pause an.
    Viele Leute, die Pausen machen, haben den Sinn im Satz nicht verstanden.
  10. Mikrofondisziplin heißt: Abstand und Winkel bleiben unverändert.
  11. Zwielaute sind selten so, wie man glaubt.
    EI, AI ist A-E kurz ausgesprochen. Leise? Land-Land-Land-Laese.
    EU ist O-E. Europa? O-E-ropa.
    AU ist A-O. Australien? A-O-stralien.
  12. Ein O wird zum U, wenn man den Unterkiefer sanft vorschiebt.
  13. Resonanzprobleme? Ning neng nang neng nain.
  14. Zuck fährt ab? Lange. Der Zug. Wir wünschen einen langen guten Tag.
  15. Nächst-nächstens, höchst-höchstens
  16. Kurze Wörter sind wichtig.
  17. Die Vorsilbe un- ist immer betont. Unangenehm, unglaublich, unschön
  18. Die Vorsilbe Er-, ver-, zer- sind nie betont. Erleben, erinnern, vernichten, zerstäuben. Zudem, zugute, zugrunde, zufrieden auch nicht
  19. Davon will ich etwas haben. Davon sonst nie betonen: Davon sollen wir mehr haben. Ebenso nicht betont die erste Silbe bei: Dazu, damit, dafür, darunter, darauf, dahinter, daran, darüber, davon, dabei.
  20. Bei den Endungen -en und -el fällt das e gänzlich weg, außer davor steht ein n oder ein m: Flaschen = flaschn; Säbel = Säbl.
  21. Tiefer sagen sie immer, wäre besser. Gemeint ist aber: mehr Resonanz, alle Frequenzen aktivieren, auch die Tiefen dazu.

Auf Punkt lesen

5-Minuten-Beitrag über Insektenökologie, hier das Ende:

… aber es gibt auch eine gute Nachricht. Wenn sich die Bedingungen verbessern, dann erholen sich gerade bei Insekten die Bestände sehr schnell. Und wer Honigbienen schützt, fördert in ihrem Windschatten auch alle anderen Insekten, die von den verbesserten Bedingungen profitieren.

Die Vorsilbe un- (immer betont) und um- (manchmal betont)

Aus Ungunst unachtsam und unlieb mit den Eroberern verhandeln.

Untreue Leute vereinen sich bei Unwettern und verunreinigen ihre Seele. Die Verhandlungen wurden zerredet und endeten unentschieden.

Das unliebenswürdige Ungeheuer zerfranst uns die Kleidung.

Der Erfolgreiche benahm sich unlieb, unanständig und unfreundlich. Ungebildet und zerknirscht verlassen diese verblödeten Schüler die Schule. Unzertrennliche Seelen erleben unendlich schöne Stunden. Untragbarer Unverstand blüht gern im Verborgenen. Unachtsamkeit verdient Erregung und Ergreifung.

Vor dem Umbau des Hauses müssen wir noch das Erdreich umgraben. Ich umbaue das umstrittene Haus mit unüberwindbarem Zaungeflecht. Wir umgehen beim Umgang unsere Sorgen und Verluste. Unter Umständen umstehen wir aus Protest das umkämpfte Lager. Du mußt diesen Beitrag umschreiben, weil du die Sache zu sehr umschrieben hast.

Podcast im Wirtshaus

Podcast im Wirtshaus

Unseren „Horch“-Podcast – haben wir erstmals im Wirtshaus mit 20 Leuten aufgenommen. Was muss ich wissen, um zeitgenössische Musik gerne zu haben? Elisabeth Haselberger aus Ulm hat ihre Flöten mitgebracht, ich den Klang der Sonne – und es war beim Haiderwirt in St. Veit ein wunderschöner Vormittag. Risiko? Keines. Schön wars.

Nachzuhören hier als Episode Horch 22

„Wir alle sind Armin Wolf“ – Trilologie

„Wir alle sind Armin Wolf“ – Trilologie

Workshop anlässlich der „Medientage Strobl 2019“, die Fachtagung für „Freie Medien und Bildungsarbeit“, Link zur Website.

Als „4. Macht im Staat“ bezeichnet wird Journalimus bezeichnet, und wenn es jemandem nicht daran gelegen ist, dass diese Macht existiert, wird er angegriffen. Oder seine besten Vertreter:innen. Als Anchorman der ZIB2 steht Armin Wolf und insgesamt der gesamte öffentlich-rechtliche Journalismus immer wieder ganz vorne. Lassen wir nicht ihm und dem öffentliche-rechtlichen Rundfunk die heißen Kartoffeln aus dem Rohr holen, „wir alle sind Armin Wolf“. Als Akteure – als Journalist:innen – aber auch als Medienkonsument:innen.

 

Wir-alle-sind-Armin-Wolf: Trilogie / Diskussion / Manifest
(Lothar Bodingbauer)

Kritischer Journalismus macht Populisten keine Freude. Eigentlich ist das doppelt gemoppelt. Man könnte auch nur „Journalismus“ dazu sagen. Journalismus ist kritisch. Wenn Armin Wolf als ZIB2-Anchorman ganz vorne an den glühenden Kohlen arbeitet und dabei angegriffen wird, dann passiert das stellvertretend ihm, wir schauen zu. Aber Armin Wolf, das sind wir alle.

  1. Bestandsaufnahme. Was ist Journalismus. Ganz genau? Wie funktioniert Meinungsbildung beim Publikum. Geht es um Glauben? Um Wahrheit? Welche Interessensgruppen gibt es, und warum sind wir wirklich alle Armin Wolf?
  2. Komplexität statt einfache Antworten. Was bedeutet kritisch denken ganz genau? Wer hat Vorteile? Wer hat die Nachteile?
  3. Glauben versus Wissen. Die „Marke Wissenschaft“ löst aus dem Gesamtkomplex „Universum“ jene Elemente, die messbar, wiederholbar, vorhersagbar und widerspruchsfrei sind. Was ist der Rest, und wie sollen wir damit umgehen? Es ist nicht die Suche nach der Wahrheit, sondern die Suche nach der besten Geschichte, die Wissenschaft stark macht. Ihre Stärke ist, vom „warum“ zum „wie“ zu kommen. Warum und wie? Das schauen wir uns an.

Als Endprodukt der Trilogie entsteht pro Teilnehmer:in ein Manifest (LINK), wie sie mit Journalismus, Komplexität, Glauben und Wissen umgehen möchten. Das nageln sie dann an eine Tür.

  • Mit wem reden? Ausgrenzen? Oder nicht? – Jan Böhmermann.
  • Umgang mit Komplexität.
  • Der andere Standpunkt.Meinung abgeben – Meinung machen.

(mehr …)

Sendungsbewusst

Sendungsbewusst

Drüben auf Sendegate wird gerade diskutiert, was „sendungsbewusstsein“ bedeuten kann. Das ist eine interessante Diskussion

 

Ich sehe Sendundungsbewusstsein vor allem auf der Seite des Gastes im Podcast. Ich verlange es sogar. Dabei rede ich eher von Wissenspodcasts, bei dem man jemanden besucht, der etwas Bestimmtes weiß. Ich möchte, dass diese Person erzählen möchte, und das Erzählte auch senden oder gesendet haben möchte. Keinesfalls möchte ich jemanden besuchen, der diese Verantwortung mir zuschieben möchte. Ich als Gatekeeper. Um dann auch noch herumzumäkeln, was alles nicht gesendet werden sollte aus dem Gespräch, und daher raus muss. Public Relations mit Message Control fallen daher alle raus bei mir als Gäste, eben weil diese Leute nicht sendungsbewusst sind. — Für mich selbst als Host hat das Wort „sendungsbewusst“ keine Bedeutung.

Improvisationsübungen zu zweit

Hinweis: Bei all diesen Spielen geht es mehr darum, das Reden im Fluss zu halten, als eine sinnvolle Geschichte zu bauen. Man baut mit seinem Partner einen Sprachfluss.

1. Wörterkette… Das ist eine Aufwärmübung. Es werden Wärter aneinandergereiht, die immer irgend etwas miteinander zu tun haben sollen. Solche Ketten heißen „Assoziationsketten“. Beispiel: Apfel–rund–Mond–Sterne–Nacht–Tag–24-gerade…

2. Und nicht nur das… A und B sagen abwechselnd einen Satz. Der neue Satz wird immer eingeleitet mit „…und nicht nur das, …“ Variationen: „… ja, und…“ bzw. „… ja, aber“.

3. Einen Satz zurück… A erzählt eine Geschichte, B schnippt dann und wann mit dem Finger (oder sagt „Ping“), A stoppt und geht einen Satz in der Geschichte zurück, wiederholt ihn mit einer Änderung und setzt fort.

4. Da fehlt was… A erzählt eine Geschichte und lässt dann und wann Pausen, in die B etwas einfügt. A kann die Pause auch einleiten mit „… und sagte: …“, B macht dann das Zitat.

5. Der fehlende Buchstabe… Ihr einigt euch auf einen Buchstaben, der in der Folge nicht vorkommen darf. (AEIOU sollen das aber nicht sein). A erzählt eine Geschichte, B schnippt mit dem Finger, wenn A ein Wort mit dem Buchstaben doch sagt. In diesem Fall wechseln die Rollen und die Geschichte geht weiter. (Sehr schwer!)

6. Geschichtenart ändern… A erzählt eine Geschichte, und B ruft dann und wann zu, welche Art diese Geschichte ein soll, aus welchem Genre (sprich: „Schau-re“). Beispiel für Genres: Märchen, Liebesgeschichte, Comedy, Phantasy, Dokumentation, Science Fiction (Zukunft), Krimi, Katastrophe, Horror, Kostüm/Geschichtliches, …

7. Doppelsprech… A und B erzählen gleichzeitig die selbe Geschichte, indem sie sich anschauen und gleichzeitig die selben Worte sprechen, die sie bilden.

8. Sätze mit 3 Wörtern… A und B erzählen abwechselnd eine Geschichte, jede:r einen Satz, der aber nur 3 Wörter haben darf. Variation: mit 2 Wörtern.

9. Das Beste / das Schlechteste… A erzählt eine Geschichte, in der alles großartig funktioniert. Alles ist das Beste, das Schönste, das Wunderbarste. Wenn B mit den Fingern schnippt, (oder „Bing“ sagt), wird die Geschichte mit umgedrehtem Vorzeichen fortgesetzt. Alles ist das Schlechteste, das Blödeste, alles geht schief.

10. Experteninterview… A ist ein Experte für irgendeine Sache, zum Beispiel, für das Ungarische Kistenholz. B stellt ihm wie in einer Pressekonferenz dazu völlig frei erfundene Fragen diesbezüglich, die A ebenso völlig frei erfunden beantwortet.

11. Von A bis Z… A und B erzählen abwechselnd eine Geschichte, jeder einen Satz, der mit den Buchstaben des Alphabetes abwechselnd beginnt.

12. Emotionen bitte… A erzählt eine Geschichte, B ruft ihm zu, mit welchen Gefühl er die Geschichte weitererzählen soll: grantig, fröhlich, traurig, aggressiv, gelangweilt, ängstlich, glücklich, tief deprimiert, scheu, aufgeregt, …

13. Emotionen noch einmal… A beginnt ein paar Sätze einer Geschichte zu erzählen, die anfangs aufgeregt voller Emotion sind, dann erklären, warum das so dramatisch ist, und die dann in einem ruhigen Satz enden. Das ist das Zeichen für B zu übernehmen, der völlig aufgeregt in einer Emotion übernimmt, dramatisch, dann erklärt, warum das so dramatisch ist, und wieder in einem ruhigen Satz endet, den A aufgeregt übernimmt, usw.

14. Ein Wort… A und B erzählen eine Geschichte, abwechselnd, jeder nur ein Wort. Es kommt wieder nicht so sehr darauf an, was der Inhalt der Geschichte ist, als dass gemeinsam ein Sprachfluss entsteht. Variation: Zwei Wörter

15. Kauderwelsch… A erklärt, wie man Eiernockerl macht. Allerdings in einer völlig unverständlichen Sprache, die absatzweise B ins Deutsche übersetzt. A darf dabei ruhig die Hände gebrauchen!

Quelle/Link: http://www.ImprovforEveryone.com by Fred Gleeck and Avish Parashar Youtube: Stichwort „improv exercise“

Gedanken zu Podcasts

Podcast ist „Zuhören am Lagerfeuer“: Wir sitzen dabei und hören einer Diskussion zu. Auch wenn wir nicht mitreden, sind wir am Feuer. Wir können die Distanz frei wählen.

Podcasts sind eine Art, die Wirklichkeit zu beschreiben, sie zu denken durch „Erreden“. Die eigentliche Frage ist: worüber lohnt es sich zu reden? Worüber lohnt es sich zu denken?

Möchten wir das Rauschen erhöhen? Das kann passieren. Es ist gar nicht so leicht, etwas Eigenständiges zu machen, was am Wasserfall bemerkt werden kann. Authentizität ist gut. Eine hohe Schlagzahl bringt auch Anfänger schnell in den Bereich guter Ergebnisse (ab Folge 10).

Bei Podcasts ist die Kommentarkultur höher, Hater hören nicht lange zu, und wenn jemand lange zuhört, hat er eine differenzierte Meinung (bekommen).

Podcasts finden im Kopfhörer statt, Radio im Lautsprecher. (Tim Pritlove)

Die Zielgruppe ist bei Podcasts reichlich egal. Ein Podcast spricht sich herum (man kann gar nicht verhindern, dass er gehört wird). Regelmäßigkeit hilft dabei.

Aus Podcastern werden keine Radioleute. Das ist eine Beobachtung.

Ähs schneiden? Beim Denken hören braucht bestimmte Ähs. Das schneiden wir beim Radio recht undifferenziert alles weg, man kann in den Sendungen den Menschen nicht mehr beim Denken zuhören, ein Wesenentlicher Teil der Sprache geht verloren. Das Vorlesen von Manuskripten ist nicht mehr denken/sprechen, sondern die Wiedergabe von Gedrucktem. Eine Katastrophe der Menschheit, wie ich meine.

Der Vertrauenslevel der Podcasthörer:innen ist höher, sie entschuldigen meine Fehler, weil sie mich kennen, übrigens wird auch Ironie hörbar, einordenbar. Weil mehr Zeit ist.

Gute Podcaster sind die gute Zuhörer. Sie können auch gut zusammenfassen, was wir gehört haben. Zwischendurch schadet das gar nicht.

Metatexte sind unsere Freunde. Kapitelmarken. Untertitel, Inhaltsbeschreibungen.

Hörer:innentreffen: Podcaster:innen, die das machen, bauen ihre Hörerschaft gut aus. Und ich kenne sehr viele, die routinemäßig ankündigen, wenn sie in einer Stadt sind, sie treffen sich in Restaurants, passenden Locations.

Podcast ist das „nächste“ Medium, sagt Tim Pritlove in seiner Keynote (Video hier) bei der #subscribe10 im März 2019 – und er meint damit das dem Ohr nächstengrenzende Medium. Weil Podcast eben mit Kopfhörern gehört werden.

Werbung macht nichts besser, sagen viele Podcaster, sie macht das Publikum zur Zielgruppe – teilt sie in Scheibchen, Glaubwürdigkeit leidet, der „Wert der Marke“ sinkt. Wer nicht für eine Zielgruppe sendet, ist überrascht, aus welchen Ecken Hörer:innen kommen. Das ist auch ein sonderbarer Widerspruch: Man macht das Ding für die Hörer, und mann macht es genau nicht für die Hörer – man lässt sie dabei sein.

Zweiter sonderbarer Widerspruch: Die Person des Podcasters ist egal, er ist stellvertretend der Gesprächspartner im Podcast, und gleichzeitig ist die Person wichtig, mit einer oft erlebten Asymmetrie der Bekanntheit. Man ist den Menschen sehr vertraut, denen man zuhört, aber eben einseitig vertraut, Podcaster berichten aber auch, dass ihnen die Hörer vertraut sind, für die sie ja diese Gespräche machen.

„Seit exzellent zueinander“ war der letzte Punkt bei der Eröffnung der Podcaster:innenkonferenz #subscribe10 (Link zum Programm).

Sprechen als Mittel zur Erkenntnis braucht Zeit.

Worüber lohnt es sich zu reden, finde ich noch einmal, das ist die eigentliche Frage.

Museumspodcasts

#subscribe10 | Workshop Museumuspodcasts |…hier zur Workshopdoku

Gespräche, die zugänglich sind. Bei denen man dabei sein kann. Wie damals am Lagerfeuer, als die Menschen noch in Kohorten umherzogen. Das, worüber sie reden, steht im Mittelpunkt. Die Wärme des Feuers. Und sie reden so lange, bis sie fertig sind.

Es geht bei Podcasts vorderhand nicht um Reichweite, sondern um die Zugänglichkeit des Gesprächs. Um die Möglichkeit, dabei zu sein. Die Länge der Sendung ist egal. Podcaster:innen sind in seltenen Fällen berühmt. Meinung ist Teil des Konzepts, und im Museumsumfeld wird durch einen Podcast kuratorische Arbeit hörbar gemacht.

In Podcasts finden Sie meistens Gespräche. Radiosendungen zeigen hingegen in aufwändig gestalteten Beiträgen die Welt, wie sie den Gestaltenden erscheint. Und das ist nicht der einzige Unterschied: Radio wird über Lautsprecher gehört, Podcasts über Kopfhörer. Radio ist geteilte Öffentlichkeit. Podcasts eher intim. Bei Radioaufnahmen wird ein Mikrofon hin- und her geschwenkt. Beim Podcast-Gespräch tragen alle Teilnehmer:innen Kopfhörer, an denen Mikrofone montiert sind, die der Kopfbewegung folgen. Jede:r kann zu jeder Zeit reden. Jeder kann den anderen gut hören.

Musik ist wegen GEMA-Gebühren selten dabei. „Verlautbarungen“ verschwinden wie das Geheul der Wölfe im Dunkel weit hinter dem Feuer. Sie machen Platz dem Detail, den weiten Augen, dem schweifenden Geist, und dem Wunsch etwas herauszufinden zu wollen. Im Kontakt, im Gespräch.

Sendungen heißen beim Podcast „Episoden“. Im Museum können sie via QR-Code den Ausstellungsobjekten hinzugefügt werden. Wer also ein Objekt sieht und Lust auf den Hintergrund hat, verfolgt bei Verfügbarkeit die Entstehung des Präsentierten als Podcastepisode über den bereitgestellten Link.

Blick in die Geschichte.

Die erste Podcastwelle entstand um das Jahr 2000. Audiofiles wurden via mp3 einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es war die Zeit der illegal geteilten Musikfiles. Die neuen mp3-Player lösten den Walkman und Discman ab. Parallel zu Internet-Blogs mit Texten und Bildern entstanden erste Audioblogs. Auch sie konnten über „RSS-Feeds“ abonniert werden, ohne jede Seite einzeln ansurfen zu müssen, um zu schauen, ob es etwas Neues gibt. Wann immer es eine neue Episode gibt, wird das zugehörige mp3-File automatisch heruntergeladen. Es wartet dann auf dem mobilen Endgerät, bis es der Benutzer zeitsouverän hören möchte. Einziges Problem der ersten Podcastwelle: der Klang. Viele der Aufnahmen hörten sich an, als ob sie auf dem Klo gemacht wurden. Die Stimmen waren nicht präsent, es hallte und schepperte. Aber man konnte senden, man konnte gehört werden.

Und dann kam Podcastwelle 2.

Ausgelöst durch Pioniere aus Deutschland, zuzuordnen dem Umkreis des „Chaos Computer Clubs“ – die „guten Hacker“. Sie geben Wissen über Podcastepisoden weiter. Die Episoden dauern gerne um die 1, 2, 3 Stunden. Oder 4. Wenn sich jemand mit dem Thema auskennt. Über das Ohr zum Beispiel – ein Experte für Cochleaimplantate. Oder über Kurdistan, Feminismus, das Bierbrauen, Pornographie oder die Chilli-Schote. Über Kakteen. Gespräche sind nun in Studioqulität zu hören und von Radiosendungen nur insofern zu unterscheiden, dass sie keine gebauten Beiträge oder Features sind. Und dass auch mal gelacht wird.

Auch die Rundfunkanstalten ziehen nach, die in Podcasts einen weiteren Ausspielkanal für ihre Sendungen haben. Öffentlich-rechtliche Radiostationen müssen diese Angebote üblicherweise „depublizieren“, nach einer bestimmten Zeit vom Netz nehmen. Freie Podcaster:innen nicht. Die Erfahrung zeigt: auch ältere Episoden werden noch gehört, wenn sie verfügbar sind.

Dann kam die Podcastwelle 3.

„Podlove“ entstand, ein digitales Plugin für das weitverbreitetes Content-Management-System „WordPress“, das viele Bloger:innen verwenden. Episoden können damit noch einen Tick einfacher veröffentlicht werden. Die Podcasts verlassen die Nerd-Ecke. Die Community trifft sich regelmäßig an unterschiedlichen Orten im deutschsprachigen Raum, um Erfahrungen zu tauschen. Oder digital auf www.sendegate.de. Österreichische Audioexperten entwickelten mit „Auphonic“ ein Onlineservice, das aufgenommenes Material akustisch optimiert. Mehrspuraufnahme sind mit „Ultraschall“ möglich, und über das Plugin „Studiolink“ können Mikrofone an mehreren Orten kostenlos via Internet in Studioqualität verbunden werden. Das Podcast-Equipment passt in ein Köfferchen.

Zunehmend werden auch „Podcastlabels“ gegründet, eigene Agenturen, die ausschließlich Podcasts produzieren.

Manche Podcaster:innen finanzieren mit Werbung ihre Episoden -obwohl, da sind sich viele einig, Werbung noch nie etwas besser gemacht hat. Andere Podcaster:innen arbeiten mit Produktplatzierung. Oft zahlen die Hörer:innen zusammen, und es gibt auch jene Podcasts, bei denen Auftraggeber Episoden kaufen, weil es ein Budget für Öffentlichkeitsarbeit gibt. Einige verkaufen Bücher, Vorträge Expertise und Kurse, aber die meisten podcasten als Hobby. Und das in guter Qualität – Garantie oder Aufsicht gibt es keine. Es braucht ein kritisches Ohr und auch die Erfahrung kuratierter Podcastverzeichnisse wie wissenschaftspodcasts.de, um „gut“ von „belanglos“ zu unterscheiden.

Wir sind jetzt in Podcastwelle 4.

Die Verlage und Zeitschriften und Zeitungen sind eingestiegen. Podcast wurde bekannter, weil auch Musikplattformen wie Spotify die Episoden anbieten. Wir schreiben das Jahr 2019. Jede:r, der etwas auf sich hält, macht einen Podcast. Auch die Museen begannen den Hörraum zu erobern.

Für Menschen beim Pendeln, im Auto, in der Werkstatt. Manche Podcasts sind einzigartig. Viele senden für die Nische, einige für die breite Masse. Ein Spielplatz für Experimente auch für Verlage, die die längste Zeit ihre Inhalte auf Papier gedruckt haben.

Andreas Sator etwa lernt als Standard-Journalist in „Erklär mir die Welt“ Alltägliches und Unbekanntes im Gespräch mit Expert:innen in einem eigenen Podcast kennen und Maria Wegenschimmel erforscht in ihrem „Wiener Sozial-Pod“ Hilfsangebote für Mitmenschen auf eigene Faust, sorgt dadurch für eine Vernetzung der Beteiligten untereinander.

Auch die Museen begannen den Hörraum zu erobern.

Interessant ist dabei, dass sich freie Podcaster:innen oft in ihren eigenen Produktionen einen unabhängigen Ruf erarbeiten. Einen Stil, eine Art, für die sie ihren Hörer:innen bekannt sind, und die dann von einem Auftraggeber gekauft wird. Zum Beispiel Holger Klein aus „WRINT“, der für einen Hornbach-Bauhaus-Podcast seine Art, Gespräche zu führen, mitbringt. Er spricht mit Abenteurern und Do-It-Yourself-Pionieren. Marketingabteilungen und Pressestellen müssen in solchen Projekten ebenso flexibel sein, wie die beteiligten Podcaster:innen, die bisher gewöhnt waren, alleine zu arbeiten. Müssen die Inhalte freigegeben werden? Wer entscheidet? Wer hört ab, wer hört mit? Wer repräsentiert und wer veröffentlicht, wo und wie?

Es gibt Abhängigkeiten, Überschneidungsflächen, Graubereiche, Bekanntheitsströme und die Eroberung neuer Terrains.

Und das Stadtgespräch?

Das „Stadtgespräch“ ist der Podcast des Technischen Museums Wien. Mittlerweile bei Folge 20 erschien die erste Episode Anfang 2017 im Zusammenhang mit der Ausstellung „Zukunft der Stadt“, weil Expert:innen verfügbar waren, die bereit waren, über ihre Inhalte ausführlicher zu reden. Der Lichtmeister von Wien – er kümmert sich um alle Lampen inklusive Ampeln. Die Logistikexpertin über die Zukunft der Lastenräder. Die Leute vom Stromverteiler, die dafür sorgen, dass Energie für alle zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stellt – eine Episode in Verbindung mit der Elektrizitätsausstellung On-Off. Mit der Ausstellung „Zukunft der Arbeit und Produktion“ erschienen Gespräche mit Roboteringenieuren, mit Soziologen, einer Expertin der Gewerkschaft, mit einer Datenwissenschaftlerin der VOEST. Die Gespräche immer ausführlich und immer mit vielen Details.

Und immer lang.

Im allgemeinen werden die Episoden der „Stadtgepräche“ nicht geschnitten. Es sind auch die Pausen zu hören. Das Denken. Das Atmen. Das Leben. Das Dazwischen, was in Kurzbeiträgen in Radio und Fernsehen meist wegfällt.

Eigene Gedanken werde sorgsam in die des Gegenübers geflochten. Beim „Stadtgespräch“ aus dem Technischen Museum sind oft sind die Kurator:innen der kommenden Ausstellung dabei. Ihre Fragestellungen werden hörbar, zugänglich, ihre Ansätze spürbar. So bekommt das Museum eine Stimme. Die Sicherheiten, die Zweifeln, das Nachfragen, das Explorieren. Wer Lust hat, hört zu. Wer nicht – nicht.

Podcast-Tipps und Beispiele aus anderen Museen.

Empfehlenswerte Podcasts sind – natürlich neben dem Stadtgespräch – die Referenzprodukte aus dem deutschsprachigen Raum: „CRE“, „Omega Tau“, „Forschergeist“. Vielleicht auch die „Bienengespräche“ aus Wien, wenn Sie sich für Natur interessieren. Es gibt den „Lila Podcast“ mit feministischen Inhalten. Ja, auch für Männer. Für Läufer:innen die „3-Schweinehunde“. Oder „Zeitsprung“, Geschichten aus der Geschichte. Alle sind einfach zu finden, einfach zu googeln. Das Sigmund-Freud-Museum in Wien hat einen Podcast, das Smithsonian Museum, das Archäologische Museum Hamburg. Über Ausstellungen erzählen der „Museumscast“, „Exponiert“, „Kunst und Horst“ und das „Kulturkapital“. Die Grenzen verschwimmen. Empfehlenswerter Startpunkt für Suchen ist auch das Podcastverzeichnis www.fyyd.de

Wenn Sie Ihren Lieblingspodcasts gefunden haben, drücken sie auf dessen Website auf den „Abonnieren“-Knopf und aktivieren dadurch eine App auf Ihrem Smartphone, den sogenannten „Podcatcher“. Er sammelt die neuen Episoden und speichert sie wie in einem Schatzkästchen bis zu jenem Zeitpunkt, an dem Sie bereit sind, zu hören. Es gibt eine Pausetaste. Und oft auch Kapitelmarken. Damit sie wieder zurückfinden, wo sie aufgehört haben zu hören, als Sie stoppen mussten, weil es ja auch noch die anderen Dinge im Leben gibt.

Lothar Bodingbauer, Radiojournalist und Podcaster der „Stadtgespräche“ aus dem Technischen Museum Wien

 

Beispiele für Podcasts aus Museen

Beispiele für Podcasts über Museen