Nie das, was man hört. Schlecht: “Es ist Nacht, die Hunde bellen. Sanft rauscht der Wind.” – Die Hunde hört man ja bellen. Den Wind kann man schon erwähnen, weil der nicht so eindeutig nach Wind klingt.
Nie das, was man nicht geschafft hat. Angenommen man macht eine Sendung über den Straßenmeister, und ärgert sich, dass man nicht um 7 Uhr Früh da war, als alle Mitarbeiter noch da waren, und die Ausgabe der Tagesarbeit war. Jetzt sind alle weg, und irgendwie könnte das langweilig werden, wenn nur der Straßenmeister spricht, der als einziger im Büro ist. Schlecht: “Alle sind weg, nur noch der Straßenmeister ist da.” (Der Hörer denkt sich: wäre doch der Gestalter früher gekommen, muss ich DAS jetzt hören?). Besser: “Alle sind weg. Es ist ruhig in der Straßenmeisterei. Endlich ist Zeit zu reden.” – Da freut sich der Hörer gleich mit, und ist froh, dass er den Trubel nicht aushalten muss.
Schöne klare Sätze. Redundanz vor Varianz. Also: Wörter wiederholen ist besser, als sie zu variieren. Schlecht: “Bundeskanzler, Bundeskanzleramt, Ballhausplatz”, sondern lieber drei mal “der Bundeskanzler”. Schlecht: “Sonne, Zentralgestirn, Mutterstern”, besser: drei mal Sonne. Eine Banalität ergibt sich erst, wenn der restliche Text nichts taugt, sonst ist es eher wohltuend, weil jedes Mal denken “Aha, Zentralgestirn = Sonne” kostet den Hörer 3 Sekunden, die er abgelenkt ist, in denen er dem Verlauf der Sendung nicht folgen kann. Das bedeutet auch: nach schwierigen Wörtern einige Sekunden leichten Inhalt bringen.
Der gute erste Satz. Wenn der nicht gut war, braucht es schon einen zweiten, der den ersten korrigiert. Und das wäre doch schade, denn sonst könnte man schon einen zweiten guten Satz weiter spinnen.
Unbedingt das Manuskript zwischendurch laut lesen. Wir schreiben für’s Gehört werden, nicht für das Gelesen werden.
Verzicht auf Ironie, Sarkasmus, Zynismus und andere Stilelemente. Die sind normalerweise durch den Text nicht hörbar.
Eher lässt man nichts unausgesprochen. Anders formuliert: was gehört werden soll, wird ausformuliert.
Die Form: Wie sieht ein Manuskript aus?
Es gibt wahrscheinlich so viele Manuskriptformen, wie es Gestalter gibt. Man schreibt ein Manuskript einfach so, dass man sich auskennt, wenn man es liest. Wenn es ein Unbeteiligter liest.
Ein Manuskript ist natürlich mehr als der bloße Text, den man vor dem Mikro vorliest. Es beinhaltet Regieanweisweisungen ebenso wie die zu spielenden Originaltöne (OTs) und Geräusche (Atmos). Hier ist ein Beispiel für ein Manuskript. Die Sendung dazu kann man hier hören.
Gibt es noch ein paar Tipps für die Beitragsgestaltung?
Ja. Erste Ideen für Umsetzungen sind das was sie sind: erste Ideen. Die zweiten und dritten Ideen sind dann interessant.
Beispiel: Beitrag spielt in der Schule. Ich bräuchte ein Geräusch, das nach Schule klingt. Erste Idee: Schulklingel. Weg damit. Zweit und dritte Idee? Her damit.
Eine Übersicht als PDF gibt es hier.Wie macht man Radio? Oder Podcasts?
Freundlich sein, sich etwas erzählen lassen, zuhören, nachfragen, aufmuntern.
Interviews – Aufnahmearten
Es gibt zwei Arten von Interviews für Radiosendungen und zwei Arten von Radiosendungen: Livesendungen und Sendungen mit vorab gestalteten Beiträgen. Rechercheinterviews sind Gespräche, die man als Journalist führt, um Informationen zum Thema der Sendung erhalten, von der Person, mit der man diese Gespräche führt.
Frage: Wie welche Farbe hat Ihr neuer Esel? Antwort: Weiß!
Keinesfalls findet so etwas innerhalb einer Livesendung statt, der Hörer würde den Fragenden für nicht sehr schlau erachten. Hier hätte man besser vorher recherchiert, dass der neue Esel weiß ist, und kann die Frage darauf aufbauen.
Frage: Ihr neuer Esel ist weiß. Grau war nicht gut genug?
In Livesendungen kommt man vielleicht auch in die Situation, etwas besser vorher recherchiert zu haben, man hat es aber nicht gemacht. Da gibt es einen Trick, zum Beispiel, wenn man nicht weiß, dass der neue Esel weiß ist.
Frage: Welche Farbe hat der neue Esel für Sie?
Die meisten Interviews wird man aber aufzeichnen, um Teile (OT’s / Originaltöne) daraus in gebauten Beiträgen zu verwenden. Hier gibt es sehr wohl die Möglichkeit, schon das Rechercheinterview mit Mikrofon und Aufnahmegerät zu führen – wenn das dem Interviewpartner recht ist. Manche Leute sagen, “ach nehmen wir doch einfach auf, Sie nehmen eh nur das, was Ihnen passt”.
Das ist schon richtig und meist geht das auch gut. Aber schnell hat meine eine halbe Stunde Gespräch aufgenommen und die Bearbeitungszeit danach wächst fast exponentiell mit der aufgenommenen Aufnahmezeit. Die Aufnahme muss durchgehört und transkribiert oder exzerpiert werden, die richtigen Stellen müssen identifiziert und herausgeschnitten werden. Vorteil ist aber, dass man alle Informationen auf Band hat, und auch sehr wirklichkeitsnahe Aussagen hat, die nicht sehr konstruiert sind. Ein weiterer Nachteil, dass die Interviewpartner auch ermüden – für die ist das doch auch anstrengend.
Besser ist wahrscheinlich, das Recherchegespräch ohne Mikrofon zu führen, Einzel- und Besonderheiten in einem Notizbuch zu notieren, und danach jene Punkte zu identifizieren, die nur der Interviewpartner so gesagt haben kann – und kein anderer. Man formuliert zu diesen vielleicht drei Punkten drei schöne Fragen und nimmt nur diese Antworten auf. Die Interviews dauern in diesem Fall nur 10 Minuten, sind kompakt, leicht zu bearbeiten und der Qualität tut das keinen Abbruch – im Gegenteil.
Beispiel für ein Rechercheinterview mit Mikrofon: Gespräch mit dem Regisseur Markus Kupferblum, für die Sendung “der Schrei auf der Bühne”. Das Interview hier ist leicht auf Versprecher geschnitten, es erzählt so viel über das Theater, dass es auch schön in voller Länge hörbar ist. Link: Lob und Tadel #008
Interviews – Inhalte
Zur Sicherheit: hier ist von Interviews für nicht tagesaktuelle Sendungen die Rede. Für Hintergrundgeschichten, für das Feuilleton, für Features, für Reisesendungen, gebaute Beiträge und gebaute Reportagen.
Alles kann man fragen, die eigenen Fragen schneidet man ohnehin raus. Blöde Zwischenfragen helfen oft: “Hä?” oder “Das verstehe ich leider nicht”, etc.
Ist eine Zwischenfrage schön gestellt und passt sie gut dazu, bleibt sie drinnen.
“Was bedeutet das konkret?” ist eine der wichtigsten Nachfragen auf zu allgemeine oder abstrakte Antworten.
“Erzählen Sie mir doch mehr darüber!” ist eine der wichtigsten Aufforderungen zum Weiterreden, wenn der Interviewpartner (zu) kurz antwortet.
Wenn man nach wiederholtem Nachfragen keine klare Antwort erhält, kann man sagen: “Habe ich Sie richtig verstanden, dass … ” – und dann sagt man genau das Falsche. Was dann als Reaktion kommt, kann man sicher verwenden.
Man kann das Mikrofon durchaus schon früher einschalten. Zum Beispiel, wenn man an der Haustüre anläutet und durch das Stiegenhaus nach oben geht, und an der Wohnungstür “Hallo” sagt. Das geht dann in Richtung Originaltonfeature, ist oft nett, man muss aber aufpassen, dass es auch nett klingt, Grund hat und nicht beliebig ist.
Soviel ich weiß, ist die Anwesenheit eines Mikrofons implizit mit einer Einwilligung zum Gesendetwerden verbunden – bis zu dem Moment, in dem der Interviewpartner das weitere Aufnehmen bzw. Verwenden verbietet. Nachträglich kann er das auch nicht widerrufen. Einzige Möglichkeit, für ihn nicht gehört zu werden, ist still zu sein. Sonst kann man wenigstens noch “Ich sage dazu gar nichts, und Sie dürfen das auch nicht verwenden” verwenden. Man wird allerdings bei “freundlichen” Interviews immer dem Gegenüber die Möglichkeit geben, etwas noch einmal zu formulieren, bzw. auch die nachträgliche Bitte, das so nicht im Radio zu spielen erfüllen. Man gewinnt hier auch beim Hörer nichts, wenn man hier zu platt vorgeht. Die meisten Menschen haben auch keine Erfahrung mit Medien, und wir führen niemanden vor. Anders ist das allerdings bei trainierten Interviewpartner, die partout nichts sagen wollen, aber eben doch reden wollen. Hier sind wir schon etwas schonungsloser – allerdings nur, wenn der Hörer etwas davon hat. Siehe nächster Punkt.
Nie persönliche Kränkungen in irgend einer Weise auf Sendung bringen.
Nonverbales Nachfragen bzw. Bestätigen. Alles was der Interviewende an bestätigendem “Mhm” gleichzeitig sagt, kann nicht rausgeschnitten werden. Im Fernsehen ist das der nickende Interviewende. Also: Mund halten. Nicken – im Radio geht das eben. Oder ganz entsetzt oder nachfragend schauen, wenn etwas gesagt wird, was man gerne noch erklärt hätte.
Still zu sein, nachdem man den ersten Antwortschwall erhalten hat. Nichts sagen, ist auch ein gutes handwerkliches Mittel, mehr als nur die erste Reaktion zu erhalten. Nicht nachfragen. Ermunternd anschauen, warten was kommt. Nachdenken braucht Zeit, und diese Zeit wollen wir doch geben.
Eine Frage die man stellt, braucht normalerweise keine möglichen Antworten, die man selbst als Auswahlmöglichkeiten formuliert. Also: Frage stellen und warten. Gut: “Wie geht es Ihnen jetzt zuhause in Wien nach dieser langen Reise?” Eher schlecht: “Wie geht es Ihnen jetzt zuhause in Wien nach dieser langen Reise? Sind Sie traurig, dass Sie wieder da sind, oder eh ganz froh, dass blablabla.”
Interviews auf der Straße sind am besten durch die Frage selbst einzuleiten: “Ich arbeite an einer Sendung über den Mund und würde Sie gerne fragen, ob Sie mit Ihren Lippen zufrieden sind?” ist erfahrungsgemäß besser als: “Entschuldigen Sie bitte, hätten Sie kurz Zeit für ein Interview?”
Interviews – Risikogruppen
Wir sind uns ja einig, dass Interviews geführt werden, damit die Menschen über ihr Tun erzählen und oft dieses Tun auch reflektieren. Das gelingt bei Bildhauern, Handwerkern, Tierpflegern, Leute, die etwas Besonderes tun oder können meist immer gut.
Es gibt aber bestimmte Berufsgruppen, für die “Reflektieren” bedeutet, in eine artifizielle Sprache zu fallen, in ihre Berufssprache, in Nebelbegriffe, härter formuliert, in “Bullshit”. Manchmal aus Absicht, oft aus Angst, etwas Falsches zu sagen, meist aber aus dem internen Stil, in diesem Berufsbereich so miteinander reden (zu müssen).
Mitarbeiter von NGOs und Lobbyingorganisationen. Sie haben oft so eine Konzeptsprache drauf, die schwer im Radio verwendbar ist. Das Problem “zu schielen” wird dann schnell zur “komplizierten Sehsituation”, die jemand hat; man bittet nicht um Hilfe, sondern man bittet jemanden “bei diesem Prozess zu begleiten”. Auch das “gegenderte” Reden bringt im Radio nichts. ReporterInnen: Das Binnen-I hört man ja nicht, und wenn man in einem Satz drei mal beide Geschlechtsversionen hat, kann man diesen Satz nicht mehr hören. Es gibt Alternativen, die man meist durch Nachdenken herausfindet und ja, gerne auch nur die weibliche Form.
Marketing. Pressestellen. Es geht hier darum, die strategischen Begriffe in die Medien zu bringen. Wenn irgendwann einmal dann doch ein Gespräch entsteht, und es wird ein strategischer Begriff vergessen, wird er gnadenlos nachgeschoben. Alle Eventualitäten werden bedacht. Damit man nur nicht jemanden ausschließt, damit man nur nicht kritisierter wird. Die Interviews werden dadurch meist unbrauchbar. Schade. Es wäre schön, wenn Berater den Leuten beibringen würden, dass sie für längere Radiosendungen verständliche Reflexions- und Kommunikationssprache brauchen. Aber irgendwie ist es auch klar: für Fernsehen und Extremkurzradiobeiträge müssen die Aussagen in 20 Sekunden zusammengefasst werden. Da geht’s nur mit Schlagworten – die dann eben bei längeren Sendungen zu Hülsen werden.
Man selbst. Es ist nicht zu verhindern, dass man irgendwann glaubt, dass man “weiß, wie es geht” oder sich selbst im Weg steht. Dann ist Zeit, wieder ein paar Sendungen von ganz wo anders anzuhören. Zum Beispiel von der BBC – Medical Matters. Dort treten immer wieder die Reporter selbst sehr hör- und spürbar auf – wahrscheinlich hochinsziniert und vorbereitet, aber eben professionell.
Die deutschsprachigen Radiosendungen fremder Länder auf Kurzwelle waren immer auch eine Inspiration für neue Vokabel und Ideen. Über die Jahre hat sich das Ganze ins Internet verlagert, die Programme haben sich gewandelt. Was geblieben ist sind Themenbereiche mancher Sender.
“Hervorragende Gestalten des albanischen Volkes” stellt Radio Tirana in deutscher Sprache jeden Dienstag vor.
Über “Geschenke von Freunden” berichtet der deutschsprachige Dienst von Radio Pjöngjang (Nordkorea) in seinem Programm.
Über das “wunderbare und mutige Volk Weißrusslands” berichtet in deutscher Sprache das Programm “Belarus von A bis Z”.
Über die Eröffnung einer Schmetterling-Ausstellung im kasachischen Pawlodar berichtet die Stimme Russlands auf Deutsch.
Energiesparlampen sollen Glühbirnen ersetzen, weil diese einen sehr geringen Wirkungsgrad haben, was das Licht betrifft. Das rief aber eine Gruppe von Ingenieuren auf den Plan, denen das ein Dorn im Auge ist.
Der Ingenieur als Aktionist. Der Heat-Ball, eine Wärmelampe mit hohem Wirkungsgrad wurde konzipiert. Ein Gespräch mit dem Ingenieur Siegfried Rotthäuser über “seine” Hitzelampe mit 95 % Wirkungsgrad, die allerdings noch ein wenig leuchtet. Vorgestellt im Dokumentarfilm “Bulb Fiction”. – Link: http://heatball.de/
Buchtipp: Michael Müller – Ideenfindung, Problemelösen, Innovation. Das Entwickeln und Optimieren von Produkten, Systemen und Strategien. Publicis Verlag – Großartiges Buch für alle Leute, denen “strategisch denken” bislang suspekt ist. Viele schöne Beispiele und wohlformulierte Denkfiguren.
Buchtipp: Michael Esfeld – Einführung in die Naturphilosophie. 2. Auflage. WBG (Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt). – Kompakte und verständliche Darstellung philosophischer Fragestellungen, denen man im bloßen Durcharbeiten des inhaltlichen Kanons der Naturwissenschaften nie begegnen würde.
Fly-Goodbye Gun. Fliegen einsaugen mit Physik. Damit Schießen endlich zum Vergnügen wird. Auch für die Fliege, die in einem Röhrchen gesammelt, danach mit der beigelegten Lupe betrachtet, und anschließend in Nachbars Garten ausgesetzt wird. Mit Testfliegen zum Üben. – Link zur Fly-Goodbye Page
Vorlesung: Von der Schaukel zum Wissen über die Drehung der Welt
Jeder Mensch kann schaukeln und sich über das hin- und herpendeln einfach nur erfreuen. Ob es auch jemanden gibt, der mit einem schwingenden Pendel die Zukunft vorhersagen kann? Das wäre aber eigentlich gar nicht notwendig, denn wer genau hinschaut und mit schwingenden Dingen mutig vieles ausprobiert, dem flüstert die Natur sehr viel über sich und die Welt ins Ohr. Was das ist, lernen wir in der Vorlesung kennen, die uns vom berühmten Foucaultschen Pendel zur Drehung der Erde führt und einen Versuch zeigt, der zeigen wird, ob man den Naturgesetzen wirklich trauen kann.
Was ein Orangenverkäufer über Kugeln wissen muss: Kugeln stapeln. Zwei Kugeln aufeinander stellen? Unmöglich. Ein kleiner Ring hilft dabei. Es geht aber, wenn man vier Kugeln hat. Mindestens vier Orangen braucht also der Orangenverkäufer, um sie aufeinander stapeln zu können. Wenn er mehr hat, umso besser. Wie man Kugeln stapeln kann, schauen wir uns in diesem Workshop an – mit möglichst wenig Kugeln wollen wir möglichst hoch kommen und lernen dabei das Prinzip der „dichtesten Kugelpackung“ kennen, das besonders für Chemiker und Physiker interessant ist, und Leute, die Runde Dinge in eckigen Kisten verschicken wollen. Ein spannender Nachmittag für 20 Kinder und 1000 Kugeln.
Was uns Pendel von der Zukunft verraten können: Kann man mit einem schwingenden Pendel die Zukunft vorhersagen? Das ist kinderleicht, denn dass die Naturgesetze funktionieren, werden wir in diesem Workshop herausfinden. Du experimentierst mit Schnur und Pendel und versuchst herauszufinden, wie ein Pendel funktioniert. Wovon hängt die Schwingung eines Pendels ab? Im abschließenden Experiment zeigst du dann, wenn du magst, dass das stimmen muss, was du herausgefunden hast. Deine Nase wird nämlich ganz bleiben, auch wenn es bei dieser spektakulären Vorführung gar nicht danach aussehen wird. Ein schönes Experimentierprogramm für einen ganzen Nachmittag.
Storytelling
Fabulieren, fantasieren,… Ein Workshop für eigene Geschichten und Ideen, die wir auf Tonband aufnehmen und so unseren Freunden über Internet zugänglich machen können. Mit Sprechübungen für all jene, die gerne und viel tratschen.
Sisyphos und seine unbekannter Bruder
Eine Geschichte von Energie und schweren, schnellen Steinen… Die Geschichte vom Sisyphos. Eine Sage, in der es physikalisch um Energie geht. Um die Energieerhaltung. Um die goldene Regel der Mechanik. Eine Vorlesung, bei der auch Sisyphos‘ unbekannter Bruder vorkommt und bei der auch ein Experiment mit einer schwingenden Kugel zeigt, dass man sich auf die Naturgesetze ziemlich gut verlassen kann.
Interviews und Klangbilder
Mehrere Reportergruppen begleiten mit dem Mikrofon die Aktivitäten der Menschen und gestalten Interviews und Reportagen, die rasch geschnitten auf einem Weblog zur dokumentarischen und journalistischen Begleitung bereitgestellt werden. Wir üben, wie man Interviews macht, werden uns dabei auf Ton und Inhalt konzentrieren und lernen, wie man diese Inhalte auf einem Weblog schnell und interessant bereitstellen kann.
Aus dem Programmheft der Kinderuni Steyr
Lothar Bodingbauer ist Radiojournalist. Ständig ist er mit Mikrofon und Aufnahmegerät unterwegs, um spannende Sendungen zu machen. Gut zuhören zu können ist für ihn die wichtigste Voraussetzung für seinen Beruf. Denn wer seinen Ohren traut, dem erschließt sich eine völlig neue Welt.
Sokratischer Dialog
Wir gestalten ein kleines Hörspiel mit dem Gespräch zweier Menschen. Jener, der sich auskennt, stellt die Fragen und gemeinsam erarbeiten sie den Inhalt des zu lernenden Gebietes.
Die Sommersendung der Physikalischen Soiree, diesmal mit zwei Beiträgen.
1) Passwörter. Ohne PINS, PUKS und eine Heerschar elektronischer Passwörter funktioniert in unserem Leben gar nichts mehr. Manche haben ein System, wie sie erstellt und gemerkt werden, andere schreiben alles auf. Ganz sicher ist sich aber keiner über die Sicherheit, die dadurch gewonnen wird oder verloren geht. Ein Beitrag über Passwörter, ihre Eigenschaften, und Strategien sie sich zu merken.
2) Gehen. Translation. Langsam. Ohne große Beschleunigung. Zeit zur Ruhe und zum Denken. Jeder Mensch kennt eine Distanz, ab der er lieber nicht mehr zu Fuß geht, und lieber auf ein Verkehrsmittel umsteigt, das ihn trägt. Es gibt aber auch jene Menschen, die gerne auch große Entfernungen zu Fuß zurücklegen, und das meist völlig freiwillig. Ob aus sportlichen Gründen, oder aus Notwendigkeit – wir begleiten vier dieser Menschen auf einem ihrer Wege und zeichnen ihre Gedanken zum Thema “Gehen” auf.
Der amerikanische Journalist Walter Lippmann riet Journalisten stets dazu, Distanz zu den Mächtigen zu wahren. Es gebe kein höheres Gesetz im Journalismus, als die Wahrheit zu sagen und den Teufel zu beschämen. (FAZ, 2011, July 14)
Eine österreichische Partei setzt ein “unmissverständliches und klares Zeichen”, in dem sie einen Mitarbeiter aus Partei und Parlamentsclub ausschließt. Liebe Freunde der subtilen Kommunikation: Ihr könnt ein Zeichen setzen. Ob es missverständlich oder unklar ist, klar oder unmissverständlich, das beurteilen ich oder mein Kater, der schläft aber gerade.
Ich bin gerade in Batam. Batam ist dort, wo vor kurzem mal eine Qantas Düsenteil runtergefallen ist. Das hat sich sehr schnell herumgesprochen. Was, Koffer? Ein Flugzeug ist abgestürzt? Es war dann doch nur ein Bus, der Koffer ausgeladen hat. So ähnlich wie dieser hübsche Bus hier.
Auf der Insel Belakang Padang. Es hatte vor einer Woche den ersten Tag geöffnet: “My Café”. Das Café liegt auf einem doch recht entlegenen Teil einer Nebeninsel von Batam, die man durch ein schmales Boot erreichen kann, und dann nach rechts hinten eine halbe Stunde spazieren, bis übers Meer. Zur Sicherheit die Koordinate dieser netten Menschen: Google Maps.
Das Motorrad hier wiederum hat schon länger keinen Gast mehr gesehen. Es steht ein wenig vergilbt da, und wartet auf eine mitleidige Hand, einen Schwamm, Seife, Wasser und viel Schaum.
Die Hälfte Zeit des Tages ist Nacht. Das ist für mich etwas ungewöhnlich, weil wir im Sommer ja gewöhnt sind, nach Einbruch der Dunkelheit um 10 oder 11 dann irgendwann auch einmal schlafen zu gehen – zumindest unter der Woche. Aber hier fällt die Sonne um 19 Uhr ins Meer, dann ist es finster. Hier gehen wir nicht ins Bett, sondern steigen auf die Motorräder und fahren wo hin.
Ach ja, um 4 beginnt der Muezzin zu singen und der Müll zu brennen. Das ist etwas ungewöhnlich. Die Kinder hier aber unterscheiden sich durch nichts von den anderen Kindern dieser Welt. Sie stecken sich, wenn sie klein sind, die ganze Hand in den Mund, um sie von Schokolade sauber zu kriegen, und gehen, wenn sie größer sind, zur Schule.
Die meisten Rätsel lösen sich meist gut auf, wenn man sich dann irgendwann ein bisschen besser auskennt. In welche Richtung das Bemo fährt und was es kostet. Warum es so angenehm warm ist und immer wieder so gut riecht, warum man einfach über die Straße gehen kann ohne zu Tode gefahren wird. Top 1 der bleibenden Rätsel allerdings sind die Fragen, warum die Menschen so freundlich sind, warum die Zeit so schnell vergeht, und was die Steine bedeuten, die nebenan auf den Telegrafendrähten hängen. Irgendwelche Ideen?
Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.