Radio, Science, Education

Wien

Gespräch

  • Im Radio (408): Rätselhafte Quanten

    Quantenphysik vermitteln: Die UNESCO hat das Jahr 2025 zum „Internationalen Jahr der Quantenwissenschaft und Quantentechnologien“ ausgerufen. 57 Länder beteiligen sich an diesem Quantenjahr.  Vom 6. bis 10. Oktober 2025 haben Schulen in Innsbruck, Linz, Wien und deren näheren Umgebung die Möglichkeit, Workshops teilzunehmen. Im Mittelpunkt steht eine interaktive Escape Challenge, die Quantenphänomene spielerisch vermittelt – und zwar direkt im Klassenzimmer. Lothar Bodingbauer spricht mit den Organisatorinnen, den Innsbrucker Quantenphysikerinnen Lea Trenkwalder und Andrea López-Incera.

  • H040 Musikalische Miniaturen und Monsterlängen

    H040 Musikalische Miniaturen und Monsterlängen

    John Cage

    Längstes Musikstück der Welt erlebt Klangwechsel

    Das auf 639 Jahre angelegte, längste Musikstück der Welt hat am Samstag an der John-Cage-Orgel in Halberstadt einen der seltenen Klangwechsel erlebt. Es war der sechste in der Geschichte der im Jahr 2001 begonnenen Aufführung des Stücks “ORGAN2/ASLSP”.

    https://www.tagesspiegel.de/kultur/pop/john-cage-laengstes-musikstueck-der-welt-erlebt-klangwechsel/1273972.html

    https://www.aslsp.org/das-projekt.html

    Werkeinführung

    Morton Feldmans 2. Streichquartett (1983) ist das längste in der Geschichte der Gattung. Es ist leise, die Änderungen sind minimal, einzelne Muster werden wiederholt. Manche Zuhörer meinen, die Musik werde allmählich Teil des Environments, andere haben das Gefühl, die Zeit werde aufgehoben, man werde konfrontiert mit dem Problem des Erinnerns und des Vergessens.

    Der amerikanische Komponist Christian Wulff, ein Weggefährte Feldmans, ist der Meinung, das Zweite Streichquartett – wie des Komponisten andere ungewöhnlich lange Werke – seien (auch) eine Provokation gegen Musikinstitutionen. Diese Stücke könnten in keiner konventionellen Konzertsituation untergebracht werden. Sie forderten solche Situationen heraus und indirekt auch die Gesellschaftsordnung sie vertreten. Wulff schreibt, die Musik sei eine aggressive Provokation, ohne dass der Klang aggressiv wäre – er sei im Gegenteil von betörender Schönheit. Die extreme Länge stelle das Konzentrationsvermögen der Hörer vor einem Test; als Ergebnis könnte es eine Verwandlung erfahren.

    Bálint Varga

    https://www.universaledition.com/string-quartet-nr.-2-fuer-streichquartett-feldman-morton-ue17650

    Hans-Martin Linde (geb. 1930) ist nicht nur einer der bekanntesten Blockflöteninterpreten des 20. Jahrhunderts, er bereichert auch die zeitgenössische Blockflötenliteratur um bedeutsame Werke für Konzert und Unterricht. Die “14 Miniaturen” für Sopranblockflöte solo eignen sich besonders als behutsame Einführung in die Neue Musik. Die vielfältigen Charakterstücke im leichten Schwierigkeitsgrad eignen sich auch hervorragend als Originalwerke für Wettbewerbe wie “Jugend musiziert”.

    https://www.schott-music.com/de/14-miniaturen-noc321888.html

    https://annegretmayerlindenberg.com

    Wie entstehen die Kompositionen?

    Die Kompositionen entstehen auf unterschiedliche Weise: manchmal aus einer konkreten musikalischen und/oder strukturellen Idee heraus, manchmal aus der Beschäftigung mit einem bestimmten Instrument, zum Teil sehr spontan, zum Teil konzeptuell entwickelt. Oft haben sie einen Bezug zu dem, womit ich mich sonst gerade musikalisch beschäftige. Allen gemeinsam ist, dass sie unter einer Minute lang und für ein Soloinstrument sind.

    https://georgnussbaumer.com/objects/

    georg nussbaumer  micr(O)peraS

    Die micr(O)peras sind eine Serie (multiples) von ‚Zündholzschachteln‘, die jeweils Materialien und/oder Instruktionen für DIY Performances oder Installationen beinhalten, die sich auf einen Aspekt  einer berühmten Oper beziehen.

    micr(O)peras können alleine, privat, auf kleinstem oder im öffentlichen Raum aufgeführt werden — heimlich, vor keinem oder kleinem Publikum oder als simultane Aufführung mehrerer micr(O)peras. Musikalische Fähigkeiten sind dafür nicht erforderlich. 
    Beim Erwerb einer micr(O)pera sind ihr Titel und die Oper, auf die Bezug genommen wird bekannt, der Inhalt der Schachtel bleibt bis zum Öffnen unbekannt. 

    Opern zwischen Überaschungsei und Glückskeks.

    https://aiaia.at/micropera/

    https://popkultur.de/erklaert-warum-sind-songs-3-bis-5-minuten-lang/

    …Erste Vinyl-Platten, bis in die 1950er-Jahre hinein, hatten einen Durchmesser von 10 Zoll und drehten sich mit 78 Umdrehungen pro Minute. Die Musik, die so eine Platte fasste, dauerte etwa 3–4 Minuten.…Je kürzer ein Song war, desto mehr Werbung konnte ein Radiosender zwischendurch platzieren. Tantiemen konnten damals ab einer Länge von 3 Minuten geltend gemacht werden. …Bei mehreren kurzen Liedern fiel also auch mehr Honorar für die Künstler an.3 – 5 Minuten sind eine gute Zeit, um klare Statements durch einen Text und die Musik zu setzen, ohne langweilig zu werden. …

  • Systemische Fragen

    Systemische Fragen helfen, bei Interviews andere Sichtweisen und Antworten hervorzurufen.

    PDF Script

  • LUT014 Kurt Scholz

    LUT014 Kurt Scholz

    Von Freiräumen, Bildung  und Ehrgeiz

    Gespräch mit Kurt Scholz.

    Über das Lernen, das Lesen, Autoritäten und die Bienen. Über Menschen, Ideale und den persönlichen Zugang.

    Kurt Scholz war Wiener Stadtschulratspräsident und damit Chef von über 20.000 Lehrern.

    Heute leitet er den Zukunftsfonds Österreich und schreibt als Kolumnist für Die Presse.

  • PHS187 Physik des Abnehmens

    PHS187 Physik des Abnehmens

    Die Energiebilanz muss negativ sein. So einfach ist Abnehmen.

    Der Physiker Martin Apolin erklärt das in seinem Buch: “Mach das – die ultimative Physik des Abnehmens”.

    Im Gespräch er viel davon, wie Physiker der Welt begegnen: mit Abschätzungen und Überschlagsrechnungen.

    Gesprächspartner: Martin Apolin

    Link zum Buch: Ecowin

    Ein Ausschnitt aus diesem Gespräch wurde im ORF Radio Österreich 1 Sachbuchsendung Kontext vom 17. Jänner 2014 gesendet.

  • PHS183 Technorama Winterthur

    PHS183 Technorama Winterthur

    Alles angreifen. Mit dem Konzept des Science Centers gibt es im Technorama Winterthur 500 Exponate, an denen die Besucher Phänomene selbst erleben können. Die Physikalische Soiree auf Reisen.

    Früher war es ein technisches Museum, wie es in vielen Städten gibt. Ausstellungsstücke, die, wie der Name schon sagt, vor die Besucher hingestellt werden. Nicht angreifen.

    Mit dem Konzept der Science Center, das unter Frank Oppenheimer in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts in San Francisco im Exploratorium entstand, wurde das neu renovierte technische Museum in Winterthur völlig neu definiert.

    Das Phänomen steht im Mittelpunkt, es kann an 500 Stationen von den Besuchern erfahren werden. Die Didaktik steht im Mittelpunkt, der Prozess. Begeistert sind nicht nur die jungen Besucher und ihre Eltern, die schon mit der Sendung mit der Maus aufgewachsen sind, sondern auch ältere Menschen, die nun erstmals auch selbst in einem Museum im Mittelpunkt stehen.

    Selbstbestimmt, schrittweise und individuell lernen.

    Video: Zwei Kinder spüren Magnetismus im Technorama. Ab 1:55 sieht man gut, dass die Feldstärke außerhalb der direkten Verbindung nur noch schwach ist. Die Kinder haben das gespürt, weil sie keine weiteren Metallplättchen nach oben stapeln konnten. Auf diese Erfahrungen können im Physikunterricht die Lehrenden das Feldkonzept aufbauen.

    Die konsequente Realisierung des Science Centers in Winterthur, so schreibt der frühere Stiftungsratspräsident André Voillant, hat unter folgenden Vorgaben zu erfolgen: Die Rechnung ist ausgeglichen zu führen, das Haus ist schuldenfrei zu halten und alle Investitionen sind im gleichen Jahr voll abzuschreiben. Mit Erfolg. Seit 26 Jahren werden schwarze Zahlen geschrieben.

    Gesprächspartner: Marco Miranda und Manuela Moor, Technorama Winterthur

    Tipp: Übernachtung in Winterthur im Depot 195

    Ö1 Campus Radio am 2. September 2013, 20:30–21:00 Uhr
    Die Physikalische Soiree Podcast #183 ab 26. August 2013

  • PHS182 Metaphysik

    PHS182 Metaphysik

    “Wahrheit hält nicht länger als ein Fisch”. Ein Gespräch mit dem Erziehungswissenschaftler Franz Riffert über die Verbindung von Physik, Metaphysik, Erziehung und Wissenschaft. Mit Kirschen als Verlockung und einem Mähdrescher, der zum Schluss kurz mal aufdringlich wurde.

    Der amerikanische Physiker Richard Feynman hat in seinen berühmten Vorlesungen zur Physik auch über die angrenzenden Wissenschafts-Disziplinen gesprochen: Biologie, Chemie, alles Wissenschaften, aber “die Psychologie, das ist keine Wissenschaft”, sagte er. “Psychologie ist bestenfalls ein medizinischer Prozess und vielleicht eher eine Geisterbeschwörung.” Und der Anteil der Pychologie, der sich mit den neuronalen Netzten beschäftigt, das gilt auch nicht als Wissenschaft, weil das “Gedächtnisding”, wie er es nennt, das kann leider nicht auf direktem Weg analysiert werden. “Wenn wir herausfinden können, wie ein Hund funktioniert, wären wir schon ziemlich weit fortgeschritten. Hunde sind leichter zu verstehen als Menschen, aber niemand weiß bis jetzt, wie ein Hund funktioniert”. Also überall wo Leben dabei ist, und wenn es um das Bewusstsein geht, da werden die Physiker unlocker.

    Gast: A.Univ.-Prof. MMag. Dr. Franz Riffert
    Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Salzburg

    Ö1 Campus Radio am 5. August 2013, 20:30–21:00 Uhr
    Die Physikalische Soiree Podcast #182 ab 31. Juli 2013

    Erziehungswissenschaft | Richard Feynman | Psychologie | Metaphysik | Mario Bunge | Metaebene | Renés Descartes | Mechanizismus | Leib-Seele Problem | Gott | David Hume | Charles Darwin | Bewusstsein | Werte | Wissenschaft | Technik | Psychotherapie | Neugierde | Verhalten | Lernen | Experiment | Forschung | Subliminale Prozesse | Neuropsychologie | Prozessphilosophie | Alfred N. Whitehead | Elinor Ostrom | Teilnehmende Beobachtungen | Evaluierung | Empowerment | Summerhill | Platon | Sokrates | Mäeutik | Rousseau | Skinner | Behaviorismus | NLP | Hypnose | Weihen und Segnen | Fehler | Freiheit | Würde | Kreationismus | Exegese | Kreativität | “Friedensbezirk” Braunau | Prozess | Heraklit | Actual Entity | Assimilation | Ethik | Mem | Ludwig Wittgenstein | Ludwig von Bertalanffy | David Chalmers | Jean Piaget | Feldtheorie | Baum des Lebens | Kurt Fischer | Objektpermanenz | Sensomotorik | Manfred Spitzer | Symbol | Egozentrismus | Modus ponens | Schlussfolgerung | Mathematik | Twenty Questions | Akinator | Locked-in Syndrom | Weisheit | Learning Circle | Sozialpädagogik | Validation | Geragogik | Gestaltpsychologie | Teaching-to-the-test | High-stakes Testing | No Child Left Behind Act

  • PHS165 Quieetsch

    PHS165 Quieetsch

    Warum das Quietschen der Tafelkreide nervt. Musikwissenschaftliche Untersuchungen an einem entsetzlichen Phänomen.

    Grauenhafte Geräusche. Das Kratzen von Fingernägeln auf der Tafel, das Quietschen der Kreide bevor sie abbricht. Zu Gast ist heute jemand, der an der Universität Wien untersucht, warum diese Geräusche so unangenehm klingen: der Musikwissenschaftler Christoph Reuter. Er erzählt, wie genau die Geräusche beschaffen sein müssen, damit sie nerven. Er gibt einen spannenden Einblick in seine Forschung und erzählt dabei verständlich über Resonanz, Maskierung, Tonalität und die vielen Eigenschaften von Geräuschen.

    Hintergrund:

    1) Pressemitteilung und Anlass zur Sendung

    2) Das Gerät, mit dem die physiologischen Körperfunktionen mitgeloggt wurden, ist das Nexus-10 von MindMedia (Weiterverarbeitung via Biotrace+, Excel und SPSS)

    3) Das Programm, mit dem die Stimuli bearbeitet wurden, ist “Jaco Visual Editor” von Herbert Griebel (Wien)

    4) Die Studie selbst ist ein Gemeinschaftsprojekt mit Michael Oehler von der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation Köln

    5) Link zur Website Bad Vibes, die Suche nach dem grässlichsten Geräusch

    6) Link zum Kurzbeitrag im Deutschlandfunk und DRadio Wissen

    7) Eine nette Hörerreaktion haben wir erhalten: von der Perfektion, eine Tafelkreide so richtig zum Quietschen zu bringen, schreibt Karl-Ludwig Bath, und wir dürfen freundlicherweise seine Zusammenfassung hier veröffentlichen: Kreidequietschen

  • PHS164 Super-KEKB und Belle-II

    PHS164 Super-KEKB und Belle-II

    Nicht nur am Schweizer CERN gibt es einen Teilchenbeschleuniger mit österreichischer Beteiligung, sondern auch in Japan. Precision-Physics lautet das Schlagwort.

    Vorige Woche erfolgte der Startschuss für ein Upgrade des KEKB Beschleunigers in Tsukuba, in Japan, der damit zum Super-KEKB Beschleuniger in den kommenden drei Jahren umgebaut wird. Die physikalische Auswirkung der Daten erfolgt durch das Belle-II Experiment, dessen Siliziumdetektor von den Hochenergiephysikern des Hephy gebaut und betrieben wird.

    In dieser Sendung hören Sie ein Gespräch mit Christoph Schwanda, vom Hephy, über die kommende Arbeit und die Forschung in Japan.

    Buchtipp: Spiel, Physik und Spaß. Christian Ucke, H. Joachim Schlichting. Wiley-VCH. Hübsches Buch über Funktionsweise und Hintergrund von “physikalischem Spielzeug” – Physik zum Mitdenken und Nachmachen.