Sanktionen dienen dazu, unerwünschtes Verhalten zu bestrafen, und im Idealfall erwünschtes Verhalten hervorzurufen. Sie kennen das vielleicht vom Internetverbot für Jugendliche und Kinder. Wenn aus irgendeinem Grund ein ganzes Land vom Internet abgeklemmt werden soll, oder sich die Umstände des Datentransits durch dieses Land verändern, dann wird “umgeroutet”. Und das ist durchaus normal – so funktioniert das Internet.
Der erste Platz im Bienenstaat: Fünf Imker:innen sprechen über ihre Sicht auf die Bienenkönigin.
Eine Bienenkönigin der Honigbienen legt pro Tag 2000-3000 Eier im Volk. Ihr Leben lang, das um die 5 bis 7 Jahre dauern kann. Die Bienenkönigin wird auch “Weisel” genannt.
Sie entsteht aus einem Ei, aus dem eine Larve schlüpft, die mit “Gelee Royal” gefüttert wird, dem eiweiß- und nährstofreichen Königinnenfuttersaft, der von den Arbeiterbienen produziert wird. Einige Tage nach ihrem Schlupf fliegt die Königin aus, einmal nur, um von mehreren Drohnen – den männlichen Bienen – begattet zu werden. Sie kehrt danach in das Bienenvolk zurück, und bleibt dort bis zu ihrem Tod.
Stirbt die Königin im Volk, oder beschließt es, dass die Königin getauscht werden muss, besteht nur während einiger Tage dieses Zeitfenster der jungen Larven, die mit Gelee Royal gefüttert werden, um eine neue Königin “zu machen”. Kommt hier etwas dazwischen, ist das Volk “hoffnungslos weiselos”, es löst sich auf.
Ö1 / Moment – Leben heute – Wort der Woche – Zeitenwende
In seiner Regierungserklärung hat am Sonntag der Deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz von einer “Zeitenwende” gesprochen. Andere Politiker sagten das auch. Zeitungen schreiben es. Europa, ja die ganze Welt, stehe vor einer Zeitenwende.
Manuskript
Signation “Wort der Woche”
Physikalisch ist mit der Zeit ja alles klar. Sie läuft voran. Es gibt keine Umkehr. Keine Wende. Einzelne Zeitpunkte werden durch besondere Ereignisse markiert, und das war’s dann auch schon. Für die Historikerin, für den Historiker allerdings, gibt es ein Wort, die Zeitenwende.
OT 1
Das Wort „Zeitenwende“ wird in verschiedenen Kontexten verwendet. Da ist zum einen natürlich die Zeitenwende im Hinblick darauf, dass eine neue Zeitrechnung beginnt, also „vor Christus“, „nach Christus“, das bezeichnet man ja auch als Zeitenwende, oder dass dann Historiker im Nachhinein sagen, „das war ein epochaler Einschnitt“, und die Zeit davor unterscheidet sich qualitativ von der Zeit danach. Man spricht auch von Zeiten, wo sich die Ereignisse überschlagen, wo es eine Beschleunigung gibt, wo etwa in einer Woche so viel passiert wie sonst in einem Jahrzehnt. Und von dem unterscheiden muss man aber, dass Zeitgenossen selbst, dass Menschen, die ein bestimmte Ereignis erlebt haben, das selbst als eine Zeitenwende wahrgenommen haben, nicht erst dann Historiker Jahrhunderte später, sondern dass tatsächlich Zeitgenossinnen und Zeitgenossen eine solche Zeitenwende definieren.
Johannes Preiser-Kapeller, Umwelthistoriker und Byzanzexperte an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Als Historiker, sagt er, kann man erst aus einer gewissen zeitlichen Distanz rückblickend sagen, ob etwas wirklich eine Zeitenwende war.
OT 2
Zehn Jahre ist einmal ein Mindestabstand, auch als Zeitgenosse, wenn man das einigermaßen seriös einordnen möchte. Natürlich sprechen wir auch von Zeitenwenden, die dann Jahrhunderte später als solche definiert wurden. Etwa die Abfolge von Antike und Mittelalter. Das Mittelalter als Zeit haben erst Denker der Renaissance im 14., 15. Jahrhundert definiert, ganz am Ende der Periode, die sie als solche definiert haben. Da sprechen wir von Jahrhunderten, wo man dann solche Zeitenwenden definiert hat. Aber ansonsten muss man schon davon ausgehen, dass es einen Mindestabstand braucht, um überhaupt entscheiden zu können, welches Ereignis hat tatsächlich eine Veränderung herbeigeführt, die sich in der „longue durée“, wie es der große französische Historiker Fernand Braudel genannt hat, die in der langen Dauer eine Wirkung hat.
Auch der Wechsel vom Mittelalter zur Neuzeit. Das erscheint als ein Zeitpunkt, erstreckte sich aber über eine längere Zeit.
OT 3
Das merkt man auch daran, dass auch Historikerinnen und Historiker darüber gestritten haben, wann endet das Mittelalter, beginnt die Neuzeit. Da gibt es sogar Deutungen, die nicht nur vom 15. Jahrhundert ausgehen, da gibt es auch verschiedene Kandidaten, 1453 der Fall Konstantinopels, 1492 die Entdeckung Amerikas, aber zum Beispiel Jacques Le Goff, ein großer französischer Historiker hat für ein Mittelalter bis zum Jahr 1789 plädiert, bis zur französischen Revolution, weil er gesagt hat, erst dann hat sich diese alte Gesellschaftsordnung Europas, die da über 1000 Jahre Bestand hatte, so fundamental verändert.
Und wenn sich an solchen Zeitenwenden viel tut, wird auch viel wahrgenommen, sagt Johannes Preiser-Kapeller, es wird viel erzählt, berichtet, aufgeschrieben. Er nennt ein Beispiel: der Untergang des Römischen Reiches – in der Schule wird das mit dem Jahr 476 gelehrt, der große Einschnitt war aber bereits 410, als Rom von den Westgoten erobert wird.
OT 4
Das ist ein traumatisches Ereignis. Rom ist vorher 800 Jahre lang nie von Feinden besetzt worden. Die Hauptstadt des mächtigen Imperiums wird da jetzt geplündert. Und das wird wahrgenommen, hier hat sich etwas verändert. Und dann ist auf einmal das Sensorium da, vielleicht ist da eine große Krise des Imperiums dahinter und dann werden auch andere Ereignisse in diesen Interpretationsrahmen eingeordnet.
1989, der Fall der Berliner Mauer, 2001, die Terroranschläge vom 11. September. Das sind Zeitenwenden neueren Datums, die sofort den Interpretationsrahmen verändert haben.
OT 5
Der Kampf der Kulturen, die Herausforderung der amerikanischen Supermacht und so weiter. Das sind dann so verschiedene Narrative deswegen entstanden und Dinge dann in diesen Rahmen eingeordnet worden.
Auch geologische Zeitalter erleben ihre Zeitenwenden. Trias Jura, Kreide. Die Grenzen sind in den Ablagerungen sichtbar, und es wird ja derzeit auch diskutiert, ab welcher Zeit das menschliche Leben auf der Erde sich auch in den Ablagerungen wiederfindet. Bei allen Unsicherheiten, die mit Zeitenwenden und der Interpretation der Ereignisse verbunden sind, aus Japan gibt es ein Beispiel, wo Zeitenwenden ganz normaler Teil des Lebens sind, erzählt Johannes Preiser-Kapeller. Mit jedem „Tenno“, mit jedem neuen Kaiser, entsteht auch eine neue Zeitrechnung.
OT 6
Als 2019 Naruhito, der neue Tenno, inthronisiert wurde, wurde auch eine neue Periode definiert mit der Regierungsdevise Reiwa, das heißt, die Schöne Harmonie, und man rechnet jetzt, Jahr 1 von Reiwa, Jahr 2 von Reiwa, das ist eine neue Zeitrechnung, die unter dem neuen Tenno begonnen hat, so wie auch unter seinen Vorgängern. Das heißt, hier ist die Zeitenwende systemisch angelegt und wird dann jeweils aktiviert, wenn es zu einem solchen Wechsel kommt.
ABMODERATION
Zeitenwende, das Wort der Woche, gestaltet von Lothar Bodingbauer.
Der feine Duft der Pflanzen: Der Destillateur Felix Billiani spricht über ätherische Öle.
Ätherische Öle werden von Pflanzen produziert, um Freunde anzulocken und Feinde zu vertreiben. Der Duft dieser Öle polarisiert auch uns Menschen, wenn wir ihn riechen. Wir lieben einen Duft oder hassen ihn. Die Prägung entsteht in früher Kindheit, wenn Düfte mit Erlebnissen verbunden werden.
Die Öle bestehen aus verschiedenen Anteilen unterschiedlich großer Moleküle, die leicht flüchtig sind. Aus der jeweiligen Mischung entsteht der Duft, von denen die Destillateure auch jene riechen können, die am leichtflüchtigsten sind und schon beim Destillieren verschwinden.
Bei der Wasserdampfdestillation werden ätherische Öle in zweierlei Weise gewonnen: als Hydrolat mit wasserlöslichen Inhaltsstoffen, und als Öl selbst, das oben aufschwimmt und in einer sogenannten “Florentiner Flasche” von der Wasserphase getrennt werden kann.
Werkstoffinspirationen aus der Natur: Der Physiker und Materialwissenschafter Peter Fratzl spricht über Biomaterialien.
Biomaterialien sind Materialien „aus, für und durch die Natur“. Es sind jene Werkstoffe, aus denen Pflanzen und Lebewesen bestehen: Holz, Gras, Wolle, Haare, Panzer – aus Zellulose, Chitin und Proteinen. Es sind aber auch jene Werkstoffe, aus denen zum Beispiel Prothesen – für Lebewesen – bestehen, Keramik, Gold oder Platin. Und es sind Materialien, die von der Natur inspiriert sind: Oberflächen von Schmetterlingen, die schillernde Farben haben, die Oberfläche des Lotusblattes, das Wasser perfekt abperlen lässt, die Zähne von Tieren mit hohen mineralischen Anteilen.
Die Natur passt sich auf dem Weg der Evolution an die Umweltbedingungen an, ist nie perfekt, sondern immer nur so gut wie nötig, damit bei Änderungen der Umweltbedingungen noch immer genug Eigenschaften vorhanden sind, die anderswo hinpassen. Die Natur kann hervorragend mit limitierten Ressourcen auskommen.
Es gibt Biomaterialien, die zwar aus dem gleichen Material bestehen, aber durch ihre unterschiedliche Struktur ganz verschiedene Eigenschaften haben. Diese Materialien können aber auch Informationen verarbeiten. Sie leiten etwa Schwingungen gefiltert weiter, damit das Gehirn nicht überlastet wird, das sich sonst mit zu vielen – meist uninteressanten – Schwingungen beschäftigen müsste. Eine selektive Weiterleitung erfolgt durch die Wahl der passenden Materialien. Die falschen Schwingungen kommen gar nicht erst an.
Es ist lohnend, die Zusammenhänge zwischen der Struktur und den physikalischen Eigenschaften von biologischen und bioinspirierten Verbundwerkstoffen zu erforschen, um selbst effizientere und bessere technologische Werkstücke herstellen zu können.
GESPRÄCHSPARTNER:
Prof. DDr. Peter Fratzl
Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung
Podsdam
Hörer:innenreaktion
Diese Beiträge fand ich hochinteressant, aktuell sehr wichtig und gut vermittelt! Danke! Würde gerne noch mehr von diesem Wissenschaftler zu diesem Thema hören.
Teil 1: Klassiker Lotusblatt (Filename: radio362_nat_biomaterialien_1 mp3)
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Teil 2: Anpassung statt Optimierung (Filename: radio362_nat_biomaterialien_2 mp3)
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Teil 3: Holz und Spinnenseide (Filename: radio362_nat_biomaterialien_3 mp3)
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Teil 4: Zähne am Fließband (Filename: radio362_nat_biomaterialien_4 mp3)
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Teil 5: Vielfältige Lösungen (Filename: radio362_nat_biomaterialien_5 mp3)
Hallstatt im Salzkammergut ist eine kleine Gemeinde mit etwa 800 Einwohnern. Der Ort nimmt ganz wenig Platz ein am Ufer des Hallstättersees und wer mit der Bahn kommt, muss erst noch die Fähre zur anderen Seite des Sees hin zum Ort nehmen. Die meisten Häuser sind eng an den Berg gebaut und viele von ihnen sind nur über Treppen und enge Wege erreichbar. Trotz aller Enge gibt es zwei Kirchen in Hallstatt, die katholische und die evangelische, mit den jeweils zugehörigen Friedhöfen. Die Gebeine der Verstorbenen mussten immer schon nach einer angemessenen Zahl an Jahren den neuen Begrabenen Platz machen, wenn auch in den letzten Jahren und Jahrzehnten Feuerbestattungen häufiger werden. Ein fest angestellter Totengräber hätte in diesen Tagen nur wenig zu tun. Lothar Bodingbauer hat mit dem letzten „offiziellen” Totengräber in Hallstatt gesprochen – über das Leben, Sterben und Begrabenwerden im Salzkammergut.
Ö1 Moment – Leben heute am 30.08.2021: Randnotizen
Manuskript
Einmoderationsvorschlag: Lothar Bodingbauer hat sich nun Entgegnungen, Beleidigungen und Gefühle näher angesehen.
SIGNATION “Randnotizen”
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht mit den Emojis, mit diesen kleinen Symbolen, die man an Kurznachrichten anhängen kann, um seine Gefühle zu zeigen. Ich finde sie gut. Ich schreibe etwas, und kann dann noch in der Feinabstimmung ein wenig sagen, ob das Ganze ironisch gemeint war, mit einem zwinkernden Smiley. Oder ganz und gar freundlich und erfreut geschrieben von mir, mit einem lachenden Smiley. Es gibt Zielscheiben, damit weiß man, oder kann dann zeigen, dass man den Punkt getroffen haben möchte, oder es gibt vielleicht eine Medaille, usw. und so fort.
Warum finde ich das gut? Weil es einfach abgegangen ist, seine Gefühle zu zeigen, bei Nachrichten. Ich komme aus einer Familie, wo der Großvater Nationalsozialist war, und als Nazi hat er zumindest in meiner Erziehung nie Gefühle gezeigt, oder ausgesprochen, und deswegen finde ich es sehr wohltuend, wenn man es kann. Ich frage mich dann oft, wenn ich diese Hinterlassenschaften meines Großvaters sehe, diese Zettel, die er geschrieben hat, oder Tagebucheinträge, welche Smileys, oder welche Emojis hätte er verwendet. Was wären das für Gefühle gewesen, die zu diesen Inhalten, zu dieser Kriegszeit gepasst hätten. Und – ja, da fällt mir nichts dazu ein.
TRENNER
Aber: Es gibt ja vor den Emojis, vor den Smileys noch etwas anderes, und diese Elemente finden wir in unserer Sprache nach wie vor. Es sind die Entgegnungen. Wenn jemand etwas sagt. Dann antwortet man nicht unbedingt mit Inhalt, also weiteren Erzählungen, weiteren Beschreibungen, sondern man entgegnet oft mit einem Wort zum Beispiel. Einem Satz, einem kurzen. Der eigentlich nur eine Kontaktaufnahme ist und eigentlich ein gesprochenes Emoji.
Stell dir vor. Na geh. Bist du deppert. Wirklich? Echt? Nein, sowas. Oida. Was du nicht sagst. Ach so. Natürlich. Geil, cool, wie cool ist das denn, sicher, oh, wow, siehste. Eindeutig. Ich weiß genau, was du meinst.
Diese Entgegnungen kann man in jedem Gespräch hören, wenn man sich darauf konzentriert, und wer sie nicht hat, wirkt dumm.
Also ich zum Beispiel, in Spanisch. Ich lerne gerade Spanisch und habe diese Entgegnungen noch nicht drauf, und wenn sich die Leute unterhalten, dann schaue ich sie an, wenn sie was sagen, und kann eigentlich nichts darauf sagen. Das heißt, ich glaube, dass es wirklich günstig ist, diese Entgegnungen in einer Sprache wirklich schnell zu lernen. Und ich denke da an Schülerinnen und Schüler in einer Schule aus einer anderen Sprachherkunft kommen und ihre Lehrerinnen und Lehrer anschauen. Und sie wirken, ja, wenn sie diese Entgegnungen noch nicht gelernt haben … Sie wissen was ich meine. Und das ist ein Missverständnis. Eindeutig. Ich weiß genau, was du meinst.
TRENNER
Schimpfwörter, dafür gibt es eigentlich auch keine Emojis. Arschloch. Wie würde man das grafisch bebildern. Wir haben uns vor kurzem, mit Freunden, darüber unterhalten, warum eigentlich “du Sau” etwas Schlimmes ist. Und wir konnten es eigentlich vom Wesen her, vom Objekt, vom Schwein nicht ableiten. Oder eben beim Arschloch. Der Arsch, also ja, gut, die Sprache, der Hintern, und ein Loch. Beides für sich eigentlich nicht wirklich problematisch. Was wäre dann bei besagtem Schimpfwort schlecht? Am Abend ist es mir aber eingefallen. Es ist nicht das, was beschrieben wird, sondern das was vor sich geht, der Prozess. Was kommt denn durch das genannte Schimpfwort durch. Und wir sollten das nicht weiter ausführen. Aber das ist das Beleidigende an diesem Wort, der Prozess. Und der wird halt ignoriert. Den sieht man nicht bei einer Abbildung, bei einem Wort. Also diese Dinge, die passieren.
Und wenn wir in den letzten Jahren gelernt haben, mit Emojis, mit diesen grafischen Symbolen von Gefühlen umzugehen, wäre es dann noch interessant, das Mitgefühl auch zu beschreiben. Wenn man genau sucht in dieser Liste der grafischen Symbole, die bereits vorgeschlagen werden, gibt es bereits eins, das ist ein Smiley, und Arme, und diese Arme umarmen ein Herz. Man fühlt sich gedrückt. kein Zustand ein Prozess, ein Vorgang. Und Mitgefühl ist etwas, was wir ja in diesen Tagen wirklich brauchen. Also: fühlen Sie sich als Hörerinnen und Hörer hier mal gedrückt.
Elisabeth Koschier, Professorin für Pflanzenschutz, spricht diese Woche über die Thripse.
Thripse sind sehr kleine Insekten. Sie werden auch Fransenflügler genannt, Blasenfüße oder Gewitterfliegen. Weltweit sind 6000 Arten beschrieben. Viele ernähren sich von Pilzen oder Pflanzen, andere sind Räuber und ernähren sich von anderen Insekten.
Sie sind etwa 1 bis 3 mm groß, haben Flügeln mit Fransen, 6 Beinchen, einen ovalen Kopf mit Antennen. Ihre Mundwerkzeuge sind Stechborsten, die sie vorstoßen können, um Zellen auszusaugen. Aus den Eiern schlüpfen Larven, es gibt zwei Larvenstadien, danach zwei Ruhestadien, dazwischen häuten sie sich, und zu guter Letzt entsteht ein erwachsener Thrips. Das ganze dauert zwischen ein und vier Wochen. Sie leben zwischen 20 und 70 Tagen.
Thripse verstecken sich in Spalten und Nischen von Pflanzen, um sich vor Feinden zu schützen. Sie sind daher als Insektenart sehr unbekannt. Gut bekannt – und wenig geliebt – sind sie hingegen in der Landwirtschaft und der Zierpflanzenzucht. In Glashäusern und Monokulturen können sie großen Schaden anrichten.
Interviewpartnerin:
Ao.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.nat.techn.
Elisabeth Helene Koschier
Institut für Pflanzenschutz
Universität für Bodenkultur, Wien
Teil 1: Filename: radio358_thripse_1 Mit winzigen Flügeln durch die Luft
Teil 2: Filename: radio358_thripse_2 Vorbereitungen zum Fliegen
Teil 3: Filename: radio358_thripse_3 Herausforderungen im Gartenbau
Teil 4: Filename: radio358_thripse_4 Lebensraum Zimmerpflanze
Teil 5: Filename: radio358_thripse_5 Zuchtprogramm im Marmeladenglas
Der Meeresbiologe und Fotograf Robert Hofrichter spricht diese Woche über eine Gruppe von 115 Inseln im Indischen Ozean, von denen große Teile als Naturschutzgebiete gewidmet sind.
Die Republik Seychellen sind ein Land, das größtenteils aus Ozean besteht – dem westlichen Teil des Indischen Ozeans. Die vielen Inseln liegen auf einem Plateau im Osten Afrikas, die Wassertiefe beträgt auf diesem Plateau nur um die 50m.
Entstanden ist die Inselgruppe von rund 115 Inseln. Die Granitinseln waren ein Bruchstück von Gondwana, dem „südlichen Urkontinent“. Sie haben sich von Afrika, Madagaskar und Indien losgelöst. Tiere und Pflanzen haben sich auf den Inseln daher weitgehend unabhängig von anderen Weltgegenden entwickelt.
Weiße Sandstrände, verwitterte Granitblöcke und tropische Vegetation. Die Inseln entsprechen unserer Vorstellung von Paradies. Tatsächlich sind große Teile als Naturschutzgebiete definiert. Riesenschildkröten haben sich hier entwickelt.
Lothar Bodingbauer ist ein österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster. Er arbeitet auch als Science Lektor zu den Themen Farben, Wolken, Physik und Botanik. Lothar gestaltet Workshops zu Journalismus, Podcasting und Sprache sowie zu Naturwissenschaften und kooperativen Lernformen.
Auf diesen Seiten finden Sie Notizen und Ergebnisse, Erfahrungen und viele Fragen.