Radio, Science, Education

Wien

Lothar Bodingbauer

  • Klimaticket Gassi führen: Nationalpark Thayatal

    Klimaticket Gassi führen: Nationalpark Thayatal

    Das Klimaticket Gassi führen! Wien 10:50 🚂🚍Hardegg 12:30🐟Thaya 🚶Retz 17:00 🚂 Wien 18:40 🛁
  • 12 Tipps für den eigenen Reisebericht

    12 Tipps für den eigenen Reisebericht

    Was ich bei Reiseberichten gerne habe, ist:

    1) Eine Spur, die erkennbar verfolgt wird. Und wie verfolgt man eine Spur? Man startet bei etwas, das man bemerkt. Und dann geht’s los. Man trifft Menschen und hört ihre Geschichten. Man blickt in die Vergangenheit und entdeckt ihre Spuren in der Gegenwart.

    Beispiel: Der Katalog des Lebens, Carl von Linné, Radiosendung, aufgenommen in Uppsala, Schweden: https://www.sprechkontakt.at/phs151/

    2) Was bemerkt man? Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit dem Bekannten. Es wahrscheinlich unmöglich, vielleicht sogar unsinnig, einen Ort beim ersten Mal zu portraitieren – außer man hat Zeit. Was immer geht, sind Blicke. Die man bemerkt, die man beschreibt.

    3) Nichts ist belangloser, als das, was an einem Ort „geboten“ wird.

    4) Wenn etwas in besonders schönem Licht erscheinen soll, ist der Schmutz an den Rändern genauer unter die Lupe zu nehmen.

    5) Manchmal bringen einen beim Aufnehmen die Fragen nicht weiter. Dann kann man es durchaus mit einer Feststellung probieren. Oder mit einem Ausdruck der Verwunderung. Der Bitte um Hilfe.

    6) Die An- und Abreisen miteinzubeziehen ist je nach Umstand möglich, unvermeidlich, völlig irrelevant oder für den Beginn oder den Abschluss der Geschichte lebensnotwendig.

    7) Im Radio erzählen wir eigene Geschichten, wir erzählen die Geschichten der anderen, und wir erzählen die Geschichten einer völlig leblosen Welt: die der Geräusche. Verkehrslärm ist zu vermeiden. Was vor Ort aufgenommen wird, das zählt. Es gibt so viele interessante Geräusche. Sie werden aber erst dann verständlich, wenn sie mit Gefühlen zum Leben erweckt werden.
    Meine schönsten Beispiele: https://www.sprechkontakt.at/atmosderwelt/

    8) Wir hören gerne jemandem zu, der von seinen Träumen spricht. Sollte niemand von seinen Träumen sprechen, hilft es, die Frage nach diesen Träumen als letzte Frage im Interview zu stellen.

    9) Public Relations sind keine Träume.

    10) „Ich“ oder „wir“ ist möglich, aber schwierig. „Wir“ kann man erst nehmen, wenn jedem klar ist, wer das ist. Und „ich“ kann man erst nehmen, wenn man als Gestalter interessant ist. Vorderhand also nie, aber es gibt Ausnahmen: „ich“ als Persona muss etabliert sein oder werden.

    11) Scheitern hörbar, lesbar, spürbar zu machen, ist eine ehrenwerte Aufgabe und es kann böse enden. Es verrät viel über die/den, der berichtet. Und deswegen kommt es ganz darauf an. Sprich (zumindest im Radio) nicht über das, was letztlich nicht gelungen ist. Aber: einen Erfolg werden die Hörer:innen erst dann gestatten, wenn man zuvor ehrlich und nachvollziehbar gescheitert ist.

    12) Worüber lohnt es sich zu reden? Zu schreiben? Wenn ich für mich schreibe: alles lohnt sich. Wenn ich für andere schreibe, dann sollte ich schlüssig die Relevanz nachweisen, zeigen, dass es sich lohnt, die Geschichte zu hören. Das funktioniert immer. Man dreht den Blickwinkel und wendet ihn. Man zoomt hinein, oder hinaus. Man hört Stimmen oder blendet sie aus. Die Relevanz muss für jede Geschichte neu verhandelt werden.

    Extra: Es gibt in jeder Sprache die wunderbaren Wortgruppen. Für etwas, was ist (Dinge). Für etwas was passiert (Prozesse). Für die Vergangenheit und die Zukunft. Für Möglichkeiten und Bedingungen (Modalverben). Das alles spannt einen ganzen Raum für Neues auf.

    Lothar Bodingbauer ist Reise- und Wissenschaftsjournalist. https://www.sprechkontakt.at/

    *** Lothar Bodingbauer, Radiojournalist mit Schwerpunkt Reisen, Wissenschaft, Leben. Homebase: dort wo sein MacBook ist. Kontakt: lothar@sprechkontakt.at

  • Reisebericht, Reisejournalismus, Reden über die Reise

    Reisebericht, Reisejournalismus, Reden über die Reise

    Es lässt sich immer auf eine Frage herunterbrechen: „Worüber lohnt es sich zu reden?“. Die Antwort auf diese Frage bestimmt, was ein guter Reisebericht ist. Was guter Reisejournalismus ist. Ob das, was über die Reise erzählt wird, spannend, packend, fesselnd, wirklich ist.

    Ein gutes Beispiel findet sich überraschend nahe. 4 Bücher. Jemand hat eine vierbändige Gesamtausgabe von Graham Greenes Werken in die Ecke eines Lehrerzimmers einer Schule gestellt. Dort wo sich Druckerpatronen und Overheadfolien sammeln, altes Zeug, dort wo niemals etwas wegkommt, ich bin Lehrer dieser Schule. Man nimmt den ersten Band über die Ferien mit, um Graham Greene eine Chance zu geben. Eine Geschichte über die Reise eines Pfarrers durch den Dschungel Südamerikas. Eine Geschichte voll Hitze, Schmutz, Jammern und Niedertracht. Man nimmt es so hin. Aber spannend wird es, als man in einem anderen Buch des großartigen Reiseschriftsellers Paul Theroux eine Geschichte über Graham Greene liest. Er beschreibt dessen kurzen Aufenthalt in Südamerika, den er nach zwei Wochen mit Fieber abbrechen musste, sein Leben voller Widersprüche. Seine Abscheu vor Langeweile.

    Nicht nur ist Paul Theroux ein Reiseschriftsteller, der vor allem die schwierigen Seiten einer Reise bemerkt und notiert, es ist der Zufall, der diese Kette an Beobachtungen aneinanderreiht. Eine Verbindung zu Bruce Chatwin, der wohl eine Tradition der Reiseschriftstellerei begründet hat, und der anfangs Freund dann Feind von Paul Theroux war.

    Zu einer Spur, zu einer Spurensuche und zum Thema von Gedanken wird es, wenn in diese Landschaft nun auch das Lehrerzimmer eingebaut wird. Von wem stammt diese Gesamtausgabe? Gedruckt wurde sie vermutlich in den 1960-er oder 1970-er Jahren. Intakt mit Schutzumschlag, leicht eingerissen, ein wenig vergilbt. Wer stellt die Gesamtausgabe von Graham Greene sorgsam dorthin, wo sich nur altes Schulzeug ansammelt, das sich niemand traut, wegzuwerfen. Eine Lehrerin? Ein Lehrer? Vielleicht kurz vor der Pensionierung? Warum? Hat er oder sie das Werk gelesen? Den ersten Band? Die Geschichte aus dem Dschungel? Und hat diese Person die selbe Mühe gespürt, über die Plage der Reise und der politischen Umstände der Region zu lesen? Wie vermischen sich diese Welten? Überlappen sie sich, verlaufen sie parallel? Sind sie identisch?

    Das, worüber man redet, ist nicht planbar. Es ist immer etwa, was sich vor Ort mit den Beteiligten, die man oft suchen muss, entwickelt. Es ist der Staub, der herumliegt, die Risse im Umschlag. Der wichtige Blick zum Konflikt. Zur Reibung der überlappenden Ränder. Das Beschreiben genau dieser Landschaft. Bereinigt um lose Enden und Dinge, die sich im Nichts wieder verlaufen. Zusammengestellt zu einer Geschichte. Die in meinem beschriebenen Fall dort beginnt, wo ich Paul Theroux das erste Mal entdeckte: Im „alten Patagonien-Express“, im Buch, das ich zuerst von ihm entdeckte. Die Geschichte hält im Lehrerzimmer kurz inne. Und geht in Therauxs Beschreibung vom Leben Graham Greenes wieder weiter. Sie endet in einem neuen Blick auf die vier Bücher. Und der Frage, von wem sie wohl sind.

    Links: Theroux über Greene in „Figuren in der Landschaft“, Hoffmann und Campe

    https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Theroux
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bruce_Chatwin
    https://de.wikipedia.org/wiki/Graham_Greene

    Foto: Berlin BVG Straßenbahn M1 / Dezember 2021 / Lothar Bodingbauer

  • 364. Gedanke zum Verreisen

    364. Gedanke zum Verreisen

    Über die Geschwindigkeit im Nachtzug und die Klapperanzeige am Pariser Gare du Nord.

  • Zur Pandemie

    Zwei Jahre leben wir nun mit Corona. Viel wurde erforscht, entwickelt und geredet. Folgendes lässt sich sagen:

    1. Die Krankheit ist schlimmer als die Impfung.
    2. Die Pandemie ist keine Privatsache.
    3. Wissenschaft und Glauben sind fein zu unterscheiden.
  • WWW012 Best of 2021

    Ein Jahr voller Geschichten geht zu Ende. Wir sprechen über unsere Highlights des Wald wirkt Wunder-Jahres. 

    Mehr Info: https://www.austria.info/de/erholung/wald/podcast-corner-wald

    ▬ Wald wirkt Wunder – über Moos, Muße und Müßiggang wird von Ulli Cecerle-Uitz, Kathrin Löffel und Lothar Bodingbauer produziert.

    ▬ Über Urlaub in Österreich Den getriebenen Geist zum Ruhepol in der Natur schicken: Wald, Wiesen, Seen und alpine Landschaften wirken schließlich magisch auf unser Seelenleben. Wie schön, dass Österreich reichlich davon zu bieten hat. Das Leben spüren, geht hier ganz einfach. #feelaustria

    ▬ Social Media ► Facebook: https://www.facebook.com/feelaustriaAT​ ► Instagram: https://www.instagram.com/visitaustria/​ ► Pinterest: https://www.pinterest.com/austriatravel/​ ► YouTube: https://www.youtube.com/c/austria ► Website: https://www.austria.info/de

    Link zur Episode auf Podigee | Link zur Episode auf Sprechkontakt

  • 4 Komplexitätsstufen einer Podcastproduktion

    Wenn jemand gerne einen Podcast hätte, muss man ein Angebot legen. Das ist schwierig, wenn die Beteiligten noch nicht wissen, was genau sie haben möchten. Ich habe mich hingesetzt, und vier Levels definiert, die unterschiedliche Preise haben. Diese Levels kann der Auftraggeber auch mischen, besonders in der Entwicklungsphase von Episode 1 bis 10.

    S (Preis: 25% einer XL Folge)
    „Small“: Vorhandenes Interview, Schnitt „mit Hand“ vorne & hinten, ggf. weitere Schnitte nach Vorgabe, Ähs; Audiobearbeitung und mp3- Bereitstellung.

    M (Preis: 50% einer XL Folge)
    „Medium“: Vorhandenes Interview, intelligenter Schnitt „mit Hirn“ (journalistisch) auf vorgegebene Ziellänge, ggf. nach Vorgabe, Ähs; Audiobearbeitung und mp3-Bereitstellung.

    L (Preis: 75% einer XL Folge)
    „Large“: Vorhandene Interviews, intelligenter Schnitt „mit Gestaltung“ (journalistisch/ dramaturgisch) auf vorgegebene Ziellänge, Ähs; ggf. Zwischentexte, „Audioplüsch“ (Akzente), Audiobearbeitung und mp3-Bereitstellung.

    XL (Preis: 100% einer XL Folge)
    „X-Large“: Umsetzung eines Themas, ggf. Interviewführung; Schnitt und Mischung (journalistisch/dramaturgisch) auf vorgegebene Ziellänge, Ähs; ggf. Geräusche/Musikbrücken, Zwischentexte, Moderation/Präsentation, Audiobearbeitung und mp3-Bereitstellung.

  • WWW011 Die Manager*innen des Waldes

    Interview mit Sandra Tuider, Forstwirtschaftsmeisterin, Lukas Löffler, Jäger, und Margarete Klingler, Goldschmiedin und Jägerin

    Mehr Info: https://www.austria.info/de/erholung/wald/podcast-corner-wald

    ▬ Wald wirkt Wunder – über Moos, Muße und Müßiggang wird von Ulli Cecerle-Uitz, Kathrin Löffel und Lothar Bodingbauer produziert.

    ▬ Über Urlaub in Österreich Den getriebenen Geist zum Ruhepol in der Natur schicken: Wald, Wiesen, Seen und alpine Landschaften wirken schließlich magisch auf unser Seelenleben. Wie schön, dass Österreich reichlich davon zu bieten hat. Das Leben spüren, geht hier ganz einfach. #feelaustria

    ▬ Social Media ► Facebook: https://www.facebook.com/feelaustriaAT​ ► Instagram: https://www.instagram.com/visitaustria/​ ► Pinterest: https://www.pinterest.com/austriatravel/​ ► YouTube: https://www.youtube.com/c/austria ► Website: https://www.austria.info/de

    Link zur Episode auf Podigee | Link zur Episode auf Sprechkontakt

  • 363. Ätherische Öle

    363. Ätherische Öle

    Link zum Programm

    Der feine Duft der Pflanzen: Der Destillateur Felix Billiani spricht über ätherische Öle.

    Ätherische Öle werden von Pflanzen produziert, um Freunde anzulocken und Feinde zu vertreiben. Der Duft dieser Öle polarisiert auch uns Menschen, wenn wir ihn riechen. Wir lieben einen Duft oder hassen ihn. Die Prägung entsteht in früher Kindheit, wenn Düfte mit Erlebnissen verbunden werden.

    Die Öle bestehen aus verschiedenen Anteilen unterschiedlich großer Moleküle, die leicht flüchtig sind. Aus der jeweiligen Mischung entsteht der Duft, von denen die Destillateure auch jene riechen können, die am leichtflüchtigsten sind und schon beim Destillieren verschwinden.

    Bei der Wasserdampfdestillation werden ätherische Öle in zweierlei Weise gewonnen: als Hydrolat mit wasserlöslichen Inhaltsstoffen, und als Öl selbst, das oben aufschwimmt und in einer sogenannten “Florentiner Flasche” von der Wasserphase getrennt werden kann.

    Hören: Folge 1 | Folge 2 | Folge 3 | Folge 4 | Folge 5


    GESPRÄCHSPARTNER:
    DI Felix Billiani
    Kesselwerk – Ätherische Öle erleben
    A-3163 Rohrbach a.d. Gölsen