In ihrem Kommentar zur Zukunft der Schule vom 19. August sitzt die Autorin bereits in der Überschrift “Weg mit dieser Schule” dem Trugschluss auf, dass Schule die Gesellschaft verändert. Es ist genau umgekehrt. Die Gesellschaft verändert die Schule, und wenn sich nichts ändert, ist die Mehrheit der Gesellschaft offenbar mit diesem Schulsystem sehr einverstanden. “Zerschlagt das Schulsystem” ist daher eher als Ruf nach einer gesellschaftlichen Revolution zu sehen, als einer revolutionären Neugestaltung des Schulsystems. Und warum auch nicht. Für die Zeit nach einer derartigen Revolution schlage ich vor: Schule ohne Ferien – weil Schule ein Ort ist, an dem es immer was zu lernen gibt. Wer genug gelernt hat, bleibt eine Zeitlang weg. Schule mit Lehrer:innen, die ihren Arbeitstag dort verbringen und mit dem Lehrplan im Hintergrund Tages- Wochen- und Monatskurse anbieten, an denen die Schüler:innen nach Lust und Interesse teilnehmen. Auf unterschiedlichen Niveaus, immer mit Sprachförderung. So können alle – und das schlägt die Autorin des Kommentars auch vor – gemeinsam zur Schule gehen. Fächer würden sich Themen unterordnen. Noten kann es da keine geben, sie würden bestehende Verhältnisse zementieren, es würde geschummelt werden. Feedback von vorbildlichen Lehrer:innen würde die Noten ersetzen. Schulen, die auch als Wohnräume gestaltet sind, würden es allen Beteiligten erleichtern, gerne dort zu sein. Das zu erreichen ginge nun auch ohne die im Kommentar vorgeschlagene Notbremse. Im bestehenden Schulsystem haben engagierte Teams sehr wohl sehr viel Gestaltungs- und Entwicklungsspielraum.
Lothar Bodingbauer ist Wissensvermittler via Radio, Podcast und Unterricht, er unterrichtet Physik und Mathematik am Abendgymnasium Wien. https://www.sprechkontakt.at
Education
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Schule anders? Kommentar zum Kommentar
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in Education -
150+ Themen für die Schule
Wir brauchen keine neuen Schulfächer, sondern neue Herausforderungen. #SchulChallenge
- 4 Arten von Wahrheit erkennen
- Gewaltfreie Kommunikation anwenden
- Zwei Dinge auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede vergleichen
- Eine Nachricht entschlüsseln
- Blumenzwiebeln pflanzen
- Die universale Erklärung der Menschenrechte kennen
- Über das Nichts sprechen
- Mund-Nasenschutze unterscheiden
- 1 dickes und 1 dünnes Brett bohren
- Eis machen
- Die Argumente für Evolution kennen
- Das kleine 1×1 auswendig wissen
- Eine Stärke weiter entwickeln
- Eine Schwäche umschiffen
- Eine Paradoxie analysieren
- Das Binnen-I passend aussprechen
- Ein Buch lesen
- Die Zellteilung beschreiben
- Alle Fluchtwege im Schulhaus kontrollieren
- Schuhe auf zwei Arten binden
- Zirbenöl riechen
- Haltbarkeit von Joghurt testen
- Einige Hühner füttern
- Ein Baby halten/unterhalten
- Den menschgemachten Treibhauseffekt begreifen
- Witz – Ironie – Sarkasmus – Zynismus unterscheiden
- Mit einem SUV durch die Wiener Innenstadt fahren
- Jemanden eine Zeitlang bei sich aufnehmen
- Eine Prüfung abnehmen
- Eine Beichte abnehmen
- Einen Hashtag richtig einsetzen
- Jemandem grundlos helfen
- Etwas ohne Grund ablehnen
- Versuchen in ein anderes Land ohne Pass einzureisen
- Die Konsequenzen von Gotteslästerung kennen
- Drei Sorgen passend abwenden
- Ein Problem – am Papier – eskalieren
- Einen Vogel mit der Hand aufziehen, der aus dem Nest gefallen ist: https://twitter.com/waldraeubers/status/1405453920382689281?s=21
- Etwas im richtigen Moment loslassen
- Fleisch grillen
- Mit dem Fahrrad ans Meer fahren
- Die Milchstraße sehen
- Einen Stall ausräumen und frisch machen, die Tiere hin- und weg bringen
- Eine Sternschnuppe abwarten
- Die Hecke schneiden
- Eine chinesische Teezeremonie (Gung Fu) selbst durchführen
- Einen Geschirrspüler perfekt einräumen
- Den Begriff „Othering“ verstehen
- Die Inhaltsstoffe von Leberkäse aufzählen
- Mit der Eisenbahn nach nach Schruns-Tschguns fahren
- Den Wert von Stahlbeton erkennen
- Verschiedene Schalter und Ventile zeichnen
- Eine Reise stornieren
- Fünf Straßenverkehrsregeln beherrschen
- Jemanden bitten, dass man sie/ihn fotografieren darf
- Gefahren für Demokratie aufzählen
- Propaganda beschreiben können
- Das Prinzip „Sonne im Mittelpunkt – und nicht die Erde“ verstehen
- Verstehen, dass sich zwei parallele Geraden im Unendlichen schneiden
- Jemanden bei der Geburt begleiten
- Ein Schloss knacken
- Den Begriff „Information“ definieren
- Ungefähr die Entfernung von St. Pölten, Amerika, Australien und vom Mond kennen
- Modellorganismen kennen (Fadenwurm, Fruchtfliege, Kolibakterium)
- Vegane Ernährung durchführen
- Den Quintenzirkel verstehen
- Impfungen cool finden
- Ein Mobile bauen
- Ein Bild in Rot malen
- Ein Projekt am 3D-Drucker durchführen
- Einen Haufen Äste zerhacken und zu Bündeln packen („Wied machen“)
- Sich um etwas bewerben
- Einen Konflikt beschreiben
- Einen Wunsch äußern
- Fragen stellen, wenn keiner eine stellt
- Einen Tag ohne Handy leben
- Eine Zeitlang auf einer chinesischen Tee-Farm arbeiten
- Jemanden trösten
- Einen Hund trainieren
- Mit 100 Dingen eine Woche lang leben
- Einen Monat ohne Verkehrsmittel verbringen
- Eine blinde Person begleiten
- Eine taube Person begleiten
- Eine Geschichte mit Happyend erfinden
- Über einen Fluss schwimmen
- Eine fremde Sprache lernen
- Alle Meinungen zu einem Thema herauszufinden versuchen
- Ein ZIB2-Interview vorbereiten
- Mit eine:r Zeitzeug:in reden
- Einen Vorgang in einer Skizze darstellen
- Einen Computer zerlegen
- Die Exponentialfunktion erkennen
- Änderungen quantifizieren können
- Jemandem dienen
- Ein Geheimnis hüten
- Eine Prüfung bestehen
- Einen Traum deuten
- Jemanden retten
- Die Phasen der Entwicklung Kakteen aus Samen mitzeichnen
- Jemanden verteidigen
- Jemanden verurteilen
- Sich ohne Wenn und Aber entschuldigen
- Jemandem vergeben
- Spaghetti Bolognese kochen
- Alpaccas richtig streicheln
- Einen Bahnübergang überqueren
- Eine Ausstellung entwerfen
- Einen Liebesbrief schreiben
- Eine verbogene Verkehrstafel geradebiegen
- Einen Knopf schön annähen
- Das Klo putzen
- Die Küche perfekt aufräumen
- Einen Tag in der Begegnungszone Herrengasse verbringen
- Apfelstrudel backen
- Kontakt zu einem Feind aufnehmen
- Einer Schnecke 5 Minuten zusehen
- Ein Auto umparken
- Argumente für und gegen das Veröffentlichen einer „österreichischen Islamkarte“ finden
- Atmen
- Ein Stück für einen Clown entwerfen
- Um Hilfe bitten
- Ein Gedicht übersetzen
- Feedback und Kritik entgegennehmen
- Einen Preis verhandeln
- Die Modalverben richtig unterscheiden
- Mit einem Rollstuhl durch Wien fahren
- Um Geld betteln
- Suppe für Obdachlose kochen
- Zwei Tage schweigen
- Kontakt zu eine:m Tourist:in aus Japan aufnehmen
- Alle 9 Landeshauptstädte an einem Tag besuchen
- Die Früchte eines Baums verwerten
- Eine Fläche desinfizieren
- Maiglöckchen von Bärlauch unterscheiden
- Barfuß durch Schlamm waten
- Eine Seite Text auf einen Absatz kürzen
- Ein kleines Dach decken
- Einen Zug nur knapp versäumen
- Ein Gespräch beginnen
- Ein Gespräch beenden
- Eine Schachtel falten
- Die wesentlichen Aussagen von Thomas Piketty „Kapital“ kennen
- Das Ende von Titanic ändern
- Die Phasen der Trauer von Elisabeth Kübler-Ross kennen
- Das Binär- und Dezimalsystem verstehen
- Ein Antistress-Seminar besuchen
- Altpapier, Plastik und Altglas richtig entsorgen
- In einem Fahrradschlauch das Loch finden
- Eine große Schachtel Schrauben sortieren
- Ein fremdes Passwort herausfinden
- Flucht von Suche unterscheiden können
- Seinen Computer neu aufsetzen können
- Mit einer Person des gleichen Geschlechts Hand in Hand gehen
- Den Satz „Satire darf alles“ verteidigen
- Einen Podcast starten
- Die Grundkräfte des Universums verstehen
- Mehrere Formen von Gerechtigkeit kennen (Wikipedia)
Fehlt was?
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“Neue Autorität”: Gewählte Macht im Blumenbeet
Ellbogenarbeit, Bullying. Ist nicht cool. Nur mit Regeln kann dem Einhalt geboten werden. Mit Autorität, die sich nicht vom Schulhof zurückgezogen hat, um ihn jenen zu überlassen, die Regeln mit Körperkraft und reiner Macht bestimmen. Autorität, die sich um alle kümmert. Nach gemeinsam ausgehandelten Regeln. Das braucht Worte, und nicht Kraft.
Buchtipp: “Neue Autorität” heißt ein Konzept, das von Haim Omer in einem Buch vorgestellt hat, und das ich ganz bemerkenswert fand. Sichtbar zu sein, zu sagen “wir sind hier, damit alle lernen können”, anstatt sich zurückzuziehen, das fand ich passend.
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Wie geht das mit der VWA
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in EducationDie Vorwissenschaftliche Arbeit (VWA) ist Teil der Österreichischen Reifeprüfung. Damit das ein bisschen netter wird, habe ich auf meiner Physikseite drüben ein paar flotte Sachen zusammengetragen. Bitte hier entlang: https://www.phyx.at/vwa/
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Wikipedia und Schule im Jahr 2020
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in EducationIch höre immer wieder mal von Schüler:innen, dass sie in der Schule von Wikipedia gewarnt werden. Besonders im Bereich der Vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) als Teil der österreichischen Reifeprüfung sollen Schüler:innen mit Quellen von Wissen kompetent umgehen. Wikipedia ist böse. Oder zumindest nicht offen und zugegeben verwendbar.
Es scheint so, dass Positionen von Lehrer:innen aus der ersten Zeit von Wikipedia stammen und aktualisiert werden können. Hilfreich ist dazu, selbst einen Wikipedia-Artikel zu schreiben, oder auch nur zu bearbeiten, um die aktuellen Mechanismen kennenzulernen, um zu sehen, dass nicht “irgendetwas” in die Enzyklopädie aufgenommen wird. Klar, es muss nicht alles stimmen, was in der Wikipedia steht. Aber: es kann eben nicht jeder alles schreiben. Hat ein Autor keinen Ruf erarbeitet, müssen seine Änderungen oder Artikel erst “gesichtet” werden. Jede Behauptung in einem Wikipedia-Artikel braucht einen Beleg – sonst wird es im Artikel gekennzeichnet. Gelöscht wird da durchaus schnell. Es gibt umfassende Diskussionen über die Relevanz von Artikeln – alles hinter den Kulissen und sichtbar für jene, die selbst mitschreiben.
Natürlich wird eine tiefergehende Beschäftigung mit dem Thema nicht im Überblicksartikel bleiben und vielleicht zu den Quellen des Wikipedia-Artikels, der Belege, führen. Aber als Angabe der Basisliteratur zu wohl allen denkbaren Themen ist der Wikipedia-Artikel meines Erachtens sehr gut geeignet. Er gibt einen Überblick, wurde von mehreren Menschen verfasst, wird ständig aktualisiert, und die Mechanismen der Inhaltserstellungen sind transparent. Selbstverständlich sollte man den zugehörigen Wikipedia-Artikel zum Thema vor der Einreichung einer VWA gelesen haben, des Überblicks wegen – und somit ist es in Ordnung für mich, ihn auch als Basisliteratur anzugeben.
[quote]Das, was Wikipedia von Lehrer:innen vorgeworfen wird, offen zu sein, um es als Argument zu verwenden, Wikipedia nicht zu verwenden, könnte heute im Jahr 2020 eigentlich umgekehrt gehandhabt werden. Gerade weil sie offen ist, und die Vorgänge dahinter transparent sind, sollte sie verwendet werden. Das ist bei anderen enzyklopädischen Standardwerken nicht unbedingt der Fall. Fehler wird es auch dort geben, nur sind die Vorgänge dahinter nicht transparent. — Lothar Bodingbauer, VWA-Betreuung am Abendgymnasium Wien.[/quote]
Übrigens: wenn es sich um Lehrbuchwissen handelt, brauchen Quellen nicht angegeben zu werden. Man muss also nicht immer und unbedingt dazusagen, dass man sein Wissen aus der Wikipedia hat. Empfehlenswert ist in jedem Fall, vor allem Lesen sich über ein Thema selbst Gedanken zu machen, was man weiß, was man erwartet, um dann genauer nachzulesen. Und selbstverständlich sollte man den Wikipedia-Artikel zu jedem Thema gelesen haben, mit dem man sich irgendwo im (halb-)öffentlichen Raum beschäftigt, bevor man loslegt.
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Gedanken zum Mathematikunterricht
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in EducationVerbesserungen in Mathematik
Dieser Text entstand durch ein Anonymes PAD, an dem alle mitschreiben konnten, die wollten.
Beobachtungen:
- Schularbeiten und Ergebnisse:
- Oft ist die Stoffangabe unklar. Was soll gelernt werden, was soll gekonnt werden.
- Die Anzahl an Nicht genügend bei den Schularbeiten ist riesig.
- Unterricht vor Ort:
- Unterricht beschränkt sich oft auf das Vorrechnen von Beispielen.
- Fragend-entwickelnder Unterricht funktioniert bei den “neuen Beispielen” nicht mehr als Standardmethode.
- Lehrer wissen auch oft nicht, wo sie anfangen sollen.
- Anwesenheiten (Schule für junge Erwachsene): oft kommt jemand nur jedes zweite Mal. Das geht nicht.
- Viele Schüler:innen wollen nicht reden.
- Viele Schüler:innen können nicht reden.
- Lernen:
- Schlechte Schüler wissen nicht, wo sie anfangen sollen.
- Viele SuS fangen oft sehr spät/kurzfristig zum Lernen an.
- Einige SuS lernen nicht, sondern lesen nur oberflächlich ohne zu reflektieren.
Vorschläge:
- Klare Listen für jedes Semester, was man können muss. Mit Übungsbeispielen aus den Büchern. (Anmerkung: <– dazu gibt es doch den Lehrplan und die Kompetenzen <– Antwort: Wir können jeden Punkt daraus so zur Schularbeit geben, dass ihn niemand beantworten kann, und es ist aus Sicht der Studierenden sehr oft unklar, wo sie anfangen sollen, nachzulernen, auf welcher Ebene; „grün unterlegte Beispiele“ aus Büchern helfen, aber wenn dann trotzdem etwas anderes kommt, gibt es Probleme. Ich muss mich als Lehrer verlässlich & vorhersagbar daran halten)
- Onlinekurse leicht zugänglich, wie der für 1. Semester mit Sprachtraining: https://www.phyx.at/mathematik/m1/
- Maßnahmen, dass Schüler:innen selbst die Lehrer:innenrolle übernehmen.
- Mathe-Partys. Mathe Clubs. Auch die Guten brauchen Motivation. Gibt es Erfahrungen?
- Erfolgsgeschichten ein, zwei mal pro Semester, vorgestellt
- Meine eigenen “Versuche” im Unterricht (BHS):
- Wöchentlich wird durch kleine schriftliche Wiederholungen (eine Aufgabe) das zuvor Gelernte “abgeprüft” und somit bekommen die SuS Rückmeldung, was sie z.B. falsch verstanden haben.
- Die SuS müssen selbst über besprochene Stoffgebiete Zusammenfassungen schreiben (klassische Zusammenfassung, Mindmap, Video drehen, Folder, selber Fragen erstellen (Kahoot)…)
- SuS viel selber rechnen lassen, ev. eine Musterlösung bereit stellen (geht mit Aufgabenpool recht gut) –> SuS haben dann die Möglichkeit, nicht vor allen anderen Leuten, sondern die Lerperson persönlich Fragen zu stellen
- Lernvideos einsetzen, bzw. “Flipped Classroom” – falls möglich
Erste Hilfe:
- Fragen an Studierende: Was ist das Problem?
- Wie teilst du dir deine Lernzeit ein?
- Wie gehst du vor, wenn du nicht mehr weiter weißt?
- Mehoden besprechen, wie Hilfe geholt werden kann. Mit welchen Sätzen.
- Worte- und Vokabeltraining. Es ist gar nicht klar, ob nicht jemand das Wort “Gelände” mit “Geländer” verwechselt.
Weitere Gedanken:
- Was tun, mit Leuten, die nichts können?
- Die Studierenden lernen zu wenig.
- Sie können mit Fehlern nicht adäquat umgehen.
- Sie haben ihre Unterlagen nicht geordnet.
- Positive Bestärkung wirkt immer noch am besten.
- Rückmeldungen über Lernerfolg / Misserfolge werden oft fatalistisch gesehen.
- Stress ist unfassbar kontraproduktiv in Mathe – aber viele beginnen nicht zu lernen ohne Stress.
- Verantwortungen sind zu trennen: wer muss wofür Verantwortung übernehmen?
- Wir müssen mehr voneinander wissen, es geht nicht mehr, dass wir isoliert unser Ding machen.
- Wenn von 20 Handystunden pro Woche nur 5 Stunden zur Mathematik wandern, wäre das Problem gelöst.
- Es gibt viele Insel-Initiativen. Was fehlt, sind große Stimmungen und Trends. Fairs/Konferenzen zum Austausch.
- Viele Maßnahmen führen dazu, dass die Lehrer immer besser werden, nicht die Schüler.
- Alles ist unüberschaubar.
- Schnittstellen Abendschule – Tagesschulen. Wer kommt wann warum.
Guter Link: Simon Singh, Parallel
- Schularbeiten und Ergebnisse:
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Kommentar zur neuen Mathematikmatura
“Es ist ein Problem der Kommunikation.”
Gedanken zur Reifeprüfung Mathematik
Die zentrale Reifeprüfung in Mathematik hat inhaltlich keine Probleme. Die Beispiele sind schön, passend, interessant und im Schwierigkeitsgrad angemessen. Die schlechten Ergebnisse zeigen Eines: wie gut die Kommunikation nicht funktioniert. Bisher konnte jedes Probleme durch passende Angaben gelöst werden. Das ist nun nicht mehr so.
Das Problem der schlechten Leistungen der neuen Reifeprüfung in Mathematik wird überstürzt auf die fehlende sprachliche Kompetenz der Schüler:innen geschoben. Das greift zu kurz.
Die gesamte schlechte Kommunikation fliegt auf.
1) Innerhalb der Fachgruppe. Wie gut reden die Lehrer:innen miteinander.
2) Innerhalb den Schüler:innen. Wie gut reden die Schüler:innen miteinander.
3) Zwischen Lehrer:innen und Schüler:innen.
4) Zwischen Eltern und Schüler:innen.
5) Zwischen Bifie und Lehrer:innen, zwischen Schulaufsicht und Lehrer:innen, zwischen Direktion und Lehrer:innen.
Ich wiederhole: bisher wurden Probleme auf allen fünf Ebenen in Mathematik gelöst, in dem die zur Gesamtsituation passenden Angaben gegeben wurden.
Die Beispiele der zentralen Reifeprüfung können nun nur gelöst werden, wenn deren Inhalte von den Schüler:innen verstanden wurden. Das geht nicht mehr alleine (“ich lerne das zuhause”), das geht durch Kommunikation (“wir reden über Mathematik”). Können Lehrer:innen genügend Gesprächssituationen im Unterricht schaffen? Können Sie diese Situationen plausibel machen? Können Sie Schwächen im kommunikativen Bereich verbessern?
Wollen die Schüler:innen mit Lehrer:innen über die Inhalte sprechen? Wollen sie miteinander reden, um offene Fragen und ihr Lernen zu diskutieren? Wie gelingt es den Eltern, mit ihren Kindern über Mathematik zu reden. Können sie es überhaupt? Wie lange tun sie es schon – die Oberstufe dauert 4 Jahre. Kommunikation kann nicht im letzten Moment gelernt werden.
Lehrer:innen weisen schon in der 5. Klasse die Schuld den Schüler:innen zu, sie müssten besser, mehr lernen. Das greift zu kurz.
Es geht um den problematischen Umgang mit Modalverben in Österreich: Können die Schüler:innen reden? Verstehen sie die Sprache? Worüber wollen sie reden? Verstehen sie den Sinn des Redens? Worüber dürfen sie reden? Sind Fehler diskutierbar, Teil der Kultur, oder führen sie zu Minus, Punktabzug, schlechtem Image und Noten? Wie müssen sie reden? Und ja, wie müssten sie es tun.
Es geht um Autoritätsgläubigkeit, Hörigkeit, Unterdrückung, Gewalt. Das fliegt auf, bei der Mathematikmatura. Weil sie vollständiges Denken, vollständige Menschen braucht. Jene Leute, die diese Art der Matura in Österreich eingeführt haben, haben Großes geleistet. Aber jetzt wird durch die schlechten Ergebnisse sichtbar, was wir alles nicht haben:
Wir verstehen die Gestaltung von Prozessen noch zu wenig, wir denken noch immer in Zuständen. Leistung wird als Zustand gedacht. Leistung ist ein Prozess, Kommunikation ist ein Prozess.
Die folgenden fünf Vorschläge sind im wesentlichen: Verbesserung der Kommunikation.
Vorschlag 1: Achtsamkeit als Thema.
1) Wie sprechen die Ebenen miteinander.
2) Wozu sprechen sie miteinander.
3) Wie können Schüler:innen einen wertschätzenden Umgang in ihrer Kommunikation mit sich selbst beim Mathelernen entwickeln.
Vorschlag 2: Förderung der Kommunikation.
Sie findet zwischen Menschen statt, um sie zu verbinden. Was können Lehrer:innen dazu beitragen? Wie verständlich ist das Bifie, das Ministerium, der Schulrat? Es braucht hier Experten der Wissensvermittlung. Profis. Warmherzige Menschen.
Vorschlag 3: Verbesserung der Bildungssprache.
“Typ 1”-Aufgaben und “Typ 2″-Aufgaben sind schreckliche Wörter. Das Können, das Wissen; können, wissen. Die Frage, fragen. Das sind schöne Wörter. Damit können wir arbeiten. Es braucht hier Experten der Sprachgestaltung. Profis. Warmherzige Menschen.
Vorschlag 4: Konzentration auf Prozesse.
Sprechkontakte schaffen. Sprechgelegenheiten schaffen. Die gesprochene Sprache der geschriebenen Sprache mehr Gewicht geben. Dem Zuhören. Dem Entwickeln. Bei Geschriebenem entwickelt sich nichts. Geschriebenes diente in Österreich zu oft der Verlautbarung. Beim Reden passiert das Gute.
Vorschlag 5: Tafeln abmontieren. Dann können Lehrer:innen nicht mehr vorne stehen und predigen. Individualisierung. Die neuronalen Netze können die Schüler:innen im Bereich der Mathematik nur durch Selbsttätigkeit knüpfen. Sonst: alles was Spaß macht. Podcasten etwa. (Aus dem Abendgymnasium z.B. das „Schulgespräch”: http://schug.sprechkontakt.at)
Zeit gibt es genug. Inhaltlich ist mathematisch alles möglich, die Inhalte sind zeitgemäß. Die Verbesserung steckt im “wie”. Im “miteinander”.
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Ich müsste meine Gedanken eigentlich im Gespräch erzählt haben, weil ich auch mein Gegenüber hören wollte.
(Lothar Bodingbauer, Abendgymnasium Wien, https://www.sprechkontakt.at)
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#reifeprüfung #mathematik #schule #kommentar
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Fakt oder Meinung?
Sehr viele Konsumenten verlangen, dass Medien Fakten & Meinung klarer trennen.
Aber nur 1/4 der Amerikaner kann 5 simple Fakten von Meinungen unterscheiden. Ziemlich ernüchternde Studie: https://t.co/OTGANB9v6u— Armin Wolf (@ArminWolf) June 19, 2018
Ich habe mir das näher angeschaut. Fakt oder Meinung?
Vielen Menschen fällt es schwer, Fakten von Meinung zu unterscheiden. Das ist aber wichtig. Besonders in Zeitung, Radio und Fernsehen sollten Fakten und Meinungen nicht vermischt werden. Wo ist da der Unterschied?
Fakt: Eine Tatsache. Etwas Messbares. Eine Beschreibung von einem Zustand. Eine Beschreibung von einem Prozess. Der Übermittelnde halt es für wahr. Es gibt eine objektive Begründung. Es kann überprüft/demonstriert/gezeigt werden. Ein Faktum ist also etwas Allgemeines. Oft erkennbar durch hat/ist/sind/können in der Einleitung, oder der Phrase “es ist bekannt, dass…”, allerdings nicht jede dieser Einleitung bringt dann ein Fakt. Wenn es als Fakt erkannt wird, meinen Menschen oft, dass das Fakt damit auch genau (richtig) ist. Wenn fälschlicherweise als Meinung bezeichnet, dann stimmen diese Menschen üblicherweise dieser Meinung nicht zu (s. Link). Englisch: factual statement.
Beispiel:
- Die Banane ist gelb. Sie hat braune Punkte.
- Viele Lokale sind rauchfrei.
- Katzen können auf Bäume klettern.
Meinung: Eine Bewertung. Eine Einschätzung. Eine Interpretation. Eine Beschreibung von einem Gefühl. Eine Beschreibung von einer Stimmung. Der Übermittelnde halt sie für wahr. Die Begründung dazu ist aber nicht objektiv. Eine Meinung ist also etwas Persönliches. Oft erkennbar durch: sollen/müssen/dürfen in der Einleitung, oder Eigenschaftswörter (groß/bester/vernachlässigbar/immer), oder der Phrase “Meiner Meinung nach…”. Wenn sie als Meinung erkannt wird, wissen Menschen im allgemeinen, dass sie zustimmen können, aber nicht müssen (s. Link). Selbst Expertenmeinungen sind keine Fakten. Englisch: belief, opinion statement (Stellungnahme).
Beispiele:
- Die Banane schmeckt ausgezeichnet. Sie ist reif.
- Es sollte ein Rauchverbot in Lokalen geben.
- Katzen müssen auf Bäume klettern.
Ist der Folgende Absatz Fakt oder Meinung?
Bevor man eine Meinung hat, braucht man idealerweise Fakten. Man sollte sich also erst ein Bildung von der Situation machen, bevor man eine Meinung dazu formuliert. Eine Meinung kann sich aber durchaus nur auf andere Meinungen stützen. Dann ist es halt keine eigene Meinung.
Weiterführender Link: http://www.journalism.org/2018/06/18/distinguishing-between-factual-and-opinion-statements-in-the-news/
https://twitter.com/LoBodingbauer/status/1008972857685274624
Dazu zwei Interviews von CBC Radio One (As it Happens), in denen jeweils der andere Standpunkt eingenommen wird. Zwei 8 min. Interviews für jede Journalismusschulung. Link zur Zusammenstellung.
Weiterführende Fragen:
- Wer hat Interesse daran, dass Fakten von Meinungen beim Formulieren getrennt werden? Die Senderseite.
- Wer hat Interesse daran, dass Fakten von Meinungen beim Hören und Verstehen getrennt werden? Die Empfängerseite.
- Was bedeutet Glaubwürdigkeit?
- Was bedeutet “hinterfragen” bzw. “kritisch denken”?
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Vorwissenschaftliche Arbeit (VWA)
Ein VWA-Manual wird entwickelt. Mit Adobe Indesign Unterstützung schön teilbar. Ziel ist: viel Lust zu eigener Forschung und wenige beschränkende Elemente.
