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Sommer unter Ziegen

 

Diesen Sommer haben wir in Kanada auf einer Farm Erfahrungen gesammelt. Es gibt da ein Netzwerk: WWOOF, „Willing Workers On Organic Farms“ oder „World Wid Opportunities on Organic Farming“ – der Deal ist: Mitarbeit auf einem Biobauernhof, 5 Stunden an 5 Tagen, gegen Kost und Quartier. Letztlich werden Erfahrungen ausgetauscht, Geld spielt keine Rolle, es ist ein Geben und Nehmen. Wir waren auf der Haute Goat Farm: Debbie und Shain haben etwa 25 Ziegen, 7 Alpacas, eine Handvoll Pferde und 4 Hunde. Es gibt Ziegenyoga, und vor allem man kann „Shmurgeln“ – Zeit mit den Tieren verbringen. Erst bei den Alpacas, dann spazieren, und dann am Spielplatz der Ziegen. Kein Tier wird gegessen. Was für eine schöne Farm. Im Einzugsbereich von Toronto gibt es auch viele Menschen, die das interessiert. Im Detail haben wir das gemacht: Haute Goat WWOOF Manual.

Link: WWOOF Canada | Haute Goat Farm 

 

Gaspé Marathon

Gaspé Marathon

CBC Radio One berichtet immer wieder über die „Gaspé-Region“ im Osten Kanadas. Am 18. August 2018 gab es dort einen Marathon und damit eine gute Möglichkeit, die Region zu besuchen, wenn man eh schon in Kanada ist. 29 Teilnehmer/innen, klein und überschaubar, wunderbares Wetter, schöner Track. Link zur Seite von Gaspé-Marathon.

Foto: Gaspé Marathon

Reise nach Prien

Reise nach Prien

Wohin soll denn die Reise gehen, wird man gefragt, wenn man wo einsteigt, in ein Gefährt, in ein Mobil, bei dem man das Reiseziel bestimmen kann. Wohin soll denn die Reise gehen, als ob man wüsste, was ein gutes Ziel wäre, denn dazu müsste man ja schon einmal dort gewesen sein, um sich sicher zu sein, ja dorthin soll es gehen. Und oft ist man ja nicht alleine unterwegs. Man muss sich verständigen, die Wünsche koordinieren. Es ist unter allen bedenkbaren Umständen und Erfahrungen schwierig, sich innerhalb der Familie ein Reiseziel für die Ferien auszumachen. Besonders, wenn die Kinder 14, 15 Jahre alt sind.

Heuer haben wir eine Reise nach Prien gemacht. Und davon möchte ich erzählen. Wir gingen in Wien zum Hauptbahnhof. Dort haben wir uns mit dem Rücken zur großen Anzeigewand gestellt. Ausgemacht war: auf 1, 2, 3, würden wir uns umdrehen. Wir würden zu dem Meer fahren, das in der Richtung des Reiseziels des 3. Zugs liegt. Den ersten und den zweiten Zug würden wir ja nicht mehr erwischen. Aber den 3. Zug, den nehmen wir, und dieser fuhr auf 1, 2, 3 nach Zürich. So war die Richtung klar. Wir fahren ans Meer in Richtung Zürich. Also nach Frankreich. Wir fahren an den Atlantik.

Wohin soll denn die Reise gehen? Bordeaux. Wir machten uns aus, immer um 11 Uhr 30, auszusteigen, egal wo der Zug gerade ist, um dort Mittagessen zu gehen, und nach einer Pause wieder weiterzufahren. Bis 18 Uhr ungefähr, um egal wo, dort auszusteigen, wo der Zug grad hält – um dort zu nächtigen.

½ 12 war es in Salzburg. Nach dem Mittagessen dann weiter mit dem nächsten Zug in Richtung Meer. Es war ein langsamer Zug. Er fuhr nach Zell am See. Der See sah so verlockend aus, und wenn es keine Eile gibt, dann steigt man aus, und schwimmt ein Stück. Der nächste Zug, der fuhr nach Innsbruck, Zeit zum Schlafen. Stück für Stück und Zug um Zug, weiter Richtung Ozean. Basel, Mulhausen, Dijon, und so weiter und so weiter – nach 5 Tagen erreichten wir auf diese Art Bordeaux.

Das Schöne an dieser Art der Reise war, dass wir nie einen Zug versäumt haben, wir haben ja immer nur den nächsten genommen. Und während man bei großen Zielen schnell einmal auf Hauptverkehrsstrecken landet, sich in der Folge zwischen Hauptstädten zu schnell fortbewegt, sind wir auf dieser Reise auf diese Weise in Gegenden gekommen, an Stellen ausgestiegen, die wir vorher mit Sicherheit oft nicht einmal vom Namen kannten. Regionalzüge, Schiffe, Stopps und Strecken, die man selbst nie wählen würde. Wir haben erlebt, dass es wichtig war, sich den Schlafplatz wirklich nur im letzten Zug des Tages auszumachen. Das geht mit den digitalen Buchungsplattformen ja sehr leicht. Würde man schon am Vormittag das Abendziel fixieren, oder Gott behüte auch am Vortag, da wäre das Schicksal viel zu stark eingeschränkt, und die Eile beginnt – man muss ja den vorgesehenen Zug, die vorherbestimmte Stadt erreichen. Da fängt der Stress dann wirklich an. Es ist gar nicht leicht, mit all den Sicherheiten, die man sich erkaufen kann, dem Schicksal eine Chance geben, die Strecke zu gestalten.

Viele Grüße also aus Bordeaux. Wer weiß, wohin uns die nächste Reise treiben wird, ans nächste Meer, auf diese Art. Ich bin noch schuldig, warum es eine „Reise nach Prien“ war, obwohl wir nach Bordeaux gefahren sind. Prien, das ist kein Ort, sondern ein Name, der schon viele Jahre in meinem Kopf herumgetragen wird. Prien ist ein Mensch, der Herr Prien. Er ist oder war Bibliothekar in Wien. Ich selber habe ihn nie gekannt. Er hat diese Reiseform erfunden. Herr Prien hat vor 30 Jahren in der Bibliothek für Slawistik an der Universität Wien gearbeitet und einem Freund, der dort studiert hat, von dieser wunderbaren Form der Fortbewegung abseits der großen Reisekorridore erzählt. Der Freund hat es wiederum mir erzählt, und nach 30 Jahren war es dann soweit. Unser heuriges Reiseziel hat seinen Namen erhalten, ja eigentlich der Weg, die Reiseform nach Prien …

ORF Radio Ö1 – Moment/Randnotizen, 6. August 2018. Eine erste Fassung dieser Randnotizen wurde im Deutschlandfunk/Sonntagsspaziergang als „Akustische Ansichtskarte aus Bordeaux“ am 1. Juli 2018 ausgestrahlt.

Hörerreaktion: „Vielen Dank für die gestrigen Moment-Randnotizen.  Moment ist sehr oft ein Quell von Freude, Nachdenklichkeit, Innehalten, Neugier, und nicht zuletzt Schmunzeln. Ihr gestriger Beitrag ist ein Juwel in allen diesen Aspekten. Dieser Sommer ist leider schon verplant, aber nächstes Jahr werde ich sicher auch nach Prien fahren.“ – P.W.

 

Podcast-Techniksetup in 3 Schritten – Jede:r kann senden*

* in Radio-Studioqualität

Klick zum Vergrößern

Zur technischen Seite eines Podcasts in bester Qualität braucht es nicht viel. Jede:r kann senden. Jedes Element in meinem aktuellen mobilen Setup hat natürlich Alternativen. Aber kein Element an sich ist für den perfekten Klang verzichtbar.

Hier ist also „mein Goldstandard Setup“, das sich an Technik und Format an der deutschen Podcasterlandschaft im Umfeld von sendegate.de, metaebene.me, ultraschall.fm und auphonic.com orientiert. Bei Fragen helfen die Podcastpat:innen (via Podcasterei in Österreich) gerne weiter, und ich auch.

Aufnahme:

Jede Person bekommt ein eigenes Mikrofon. Für Gespräche sind Headsets die ideale Lösung, weil man sich gleichzeitig gut hört. Aufgenommen werden die Spuren getrennt digital. Wenn ich draußen unterwegs bin, habe ich manchmal eine Funkstrecke dabei. Üblicherweise sind die Zoom-Aufnahmgeräte passend (meines: Link zu Thomann), es geht aber fast jede beliebige Alternative. Das könnte auch ein Computer mit Audiointerface für zwei oder mehrere Eingänge – zB. von Focusrite (Link zu Thomann) – sein.

Die dargestellten Headsets Beyerdynamic DT297 (Link zu Thomann) sind das Herzstück des Goldstandards, und sie kosten je rund 300 Euro mit Kabel. Günstige Alternativen gibt es auch (HMC660 Diskussion), die aber nicht ganz trivial sind. Daher bleibe ich hier bei der „Alles-Sorglos-Investition“ – für mich hat sich die ausgezahlt.

Nachbearbeitung:

Am Computer kann man die einzelnen Spuren noch schneiden und mit Kapitelmarken versehen. Das geht sinnvollerweise mit Ultraschall – ein Softwarepaket, das die Audiosoftware „Reaper“ ergänzt, die man sich vorher installiert. Die fertigen Spuren werden exportiert und dann transferiert.

Upload:

Wer alles selbst machen möchte, lädt die Spuren hoch zu Auphonic, ein Online-Servidce, die sich um perfekten Klang, die Lautstärke und den fertigen Mix samt Export auf den Zielserver kümmert. Das ist dann üblicherweise eine WordPress Installation mit Podlove Podcast Publisher. Wie man so etwas in 3 Stunden  aufsetzt, habe ich hier beschrieben. Oder man schickt alles zu Podigee, die kümmern sich ums Publizieren. Natürlich können auch alle anderen denkbaren Audio- oder Videoplattormen mit dem fertigen Produkt beschickt werden.

Mein persönlicher Eindruck: Immer wieder tauchen Podcasts mit super Inhalten auf, die ihre Klangqualität nicht voll ausschöpfen. Meist verzichten sie auf Hedasets oder/und Auphonic.


Mit genau diesem Setup habe ich diese Episode 30 von „The Macher Report“ mit Titilaflora aufgenommen:


Zum Publizieren gibt es noch dieses Gespräch mit Stefan. Wir besprechen das Publizieren eines Podcasts, wenn man dabei alles selbst machen möchte, mit Worpdress und eigenem Hoster:


 

Disclaimer: Die Links zu Thomann sind Partnerlinks. Jede andere Bezugsquelle ist auch schön – in Österreich zum Beispiel die Klangfarbe in Wien.

Fakt oder Meinung?

Ich habe mir das näher angeschaut. Fakt oder Meinung?

Vielen Menschen fällt es schwer, Fakten von Meinung zu unterscheiden. Das ist aber wichtig. Besonders in Zeitung, Radio und Fernsehen sollten Fakten und Meinungen nicht vermischt werden. Wo ist da der Unterschied?

Fakt: Eine Tatsache. Etwas Messbares. Eine Beschreibung von einem Zustand. Eine Beschreibung von einem Prozess. Der Übermittelnde halt es für wahr. Es gibt eine objektive Begründung. Es kann überprüft/demonstriert/gezeigt werden. Ein Faktum ist also etwas Allgemeines. Oft erkennbar durch hat/ist/sind/können in der Einleitung, oder der Phrase „es ist bekannt, dass…“, allerdings nicht jede dieser Einleitung bringt dann ein Fakt. Wenn es als Fakt erkannt wird, meinen Menschen oft, dass das Fakt damit auch genau (richtig) ist. Wenn fälschlicherweise als Meinung bezeichnet, dann stimmen diese Menschen üblicherweise dieser Meinung nicht zu (s. Link). Englisch: factual statement.

Beispiel:

  • Die Banane ist gelb. Sie hat braune Punkte.
  • Viele Lokale sind rauchfrei.
  • Katzen können auf Bäume klettern.

Meinung: Eine Bewertung. Eine Einschätzung. Eine Interpretation. Eine Beschreibung von einem Gefühl. Eine Beschreibung von einer Stimmung. Der Übermittelnde halt sie für wahr. Die Begründung dazu ist aber nicht objektiv. Eine Meinung ist also etwas Persönliches. Oft erkennbar durch: sollen/müssen/dürfen in der Einleitung, oder Eigenschaftswörter (groß/bester/vernachlässigbar/immer), oder der Phrase „Meiner Meinung nach…“. Wenn sie als Meinung erkannt wird, wissen Menschen im allgemeinen, dass sie zustimmen können, aber nicht müssen (s. Link). Selbst Expertenmeinungen sind keine Fakten. Englisch: belief, opinion statement (Stellungnahme).

Beispiele:

  • Die Banane schmeckt ausgezeichnet. Sie ist reif.
  • Es sollte ein Rauchverbot in Lokalen geben.
  • Katzen müssen auf Bäume klettern.

Ist der Folgende Absatz Fakt oder Meinung?

Bevor man eine Meinung hat, braucht man idealerweise Fakten. Man sollte sich also erst ein Bildung von der Situation machen, bevor man eine Meinung dazu formuliert. Eine Meinung kann sich aber durchaus nur auf andere Meinungen stützen. Dann ist es halt keine eigene Meinung.

Weiterführender Link: http://www.journalism.org/2018/06/18/distinguishing-between-factual-and-opinion-statements-in-the-news/

Dazu zwei Interviews von CBC Radio One (As it Happens), in denen jeweils der andere Standpunkt eingenommen wird. Zwei 8 min. Interviews für jede Journalismusschulung. Link zur Zusammenstellung.

Weiterführende Fragen:

  1. Wer hat Interesse daran, dass Fakten von Meinungen beim Formulieren getrennt werden? Die Senderseite.
  2. Wer hat Interesse daran, dass Fakten von Meinungen beim Hören und Verstehen getrennt werden? Die Empfängerseite.
  3. Was bedeutet Glaubwürdigkeit?
  4. Was bedeutet „hinterfragen“ bzw. „kritisch denken“?

Der andere Standpunkt

Zwei mal ca. 8 Minuten Interview (Mitte Mai 2018). Die Fakten (CBC):

Israeli forces killed at least 60 Palestinians, most by gunfire, and injured more than 2,700 since Monday during protests near the border.

Interview 1 – mit der israelischen Seite

http://www.cbc.ca/radio/asithappens/as-it-happens-tuesday-edition-1.4663685/israel-s-deputy-minister-blames-hamas-for-gaza-violence-says-media-is-complicit-1.4663690

Interview 2 – mit der palästinensischen Seite

https://www.cbc.ca/radio/asithappens/as-it-happens-friday-full-episode-1.4669102/hamas-member-says-there-is-no-limit-for-sacrifice-when-protesting-israel-1.4669107

282. Japanisches Formen

282. Japanisches Formen

Noriko Mafune-Bachinger

Ein Podcast-küsst-Radio-Projekt

Ikebana, die Kunst des Blumensteckens; Bonsai, die Kunst des „Bäume-Kleinhaltens“; Origami, die Kunst des Papierfaltens; Shibari, die Kunst des erotischen Verschnürens: all diese Techniken haben mit der Lust am Formen zu tun. Nicht das Endprodukt steht im Focus der Könner, sondern der Vorgang des Veränderns und Verstehens. Es ist eine Philosophie. Gestaltung: Lothar Bodingbauer und Thomas Gasser. Die Podcast-Episoden dazu auf dieser Seite. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

Im Ziel: Bergen City Marathon 2018

Bergen City Marathon. Am 28. April 2018 bin ich in Norwegen etwas mehr als 42 km gelaufen, in ungefähr 4 Stunden. Es war fein, es war schön, es war machbar. Hier ist die Geschichte dazu.

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Horch 015 – Stimmen der Gegenwart

Horch 015 – Stimmen der Gegenwart

Elisabeth und ich sprechen in der neuen „Horch“-Ausgabe über die Stimme in der Neuen Musik. Es geht dabei nicht unbedingt um den Gesang, sondern auch um das gleichzeitige Singen und Produzieren von Klängen auf Musikinstrumenten. Horch! Der Podcast für Zeitgenössische Musik.

http://www.horch.xyz/h015/

Aktualisierungen

Datenschutzerklärungen möchten auf allen betreuten Websites mit WordPress-Instanzen ergänzt werden. Eine gute Gelegenheit, mal durchzuzählen. Plugins zu aktualisieren. Nachzudenken. Hier ist die aktuelle Liste:

  1. www.sprechkontakt.at
  2. www.bienenpodcast.at
  3. www.phyx.at
  4. www.tachingmethodsonline.com
  5. wien.abendgymnasium.at
  6. www.abendgymnasium.at
  7. www.horch.xyz
  8. www.ochzethaus.at
  9. www.slowscience.at
  10. www.beevienna.at
  11. ph5.sprechkontakt.at
  12. adw.sprechkontakt.at
  13. floh.sprechkontakt.at
  14. ceai.univie.ac.at
  15. sg.sprechkontakt.at
  16. lut.sprechkontakt.at
  17. kosmos.sprechkontakt.at
  18. schug.sprechkontakt.at
  19. tmr.sprechkontakt.at
  20. www.physikalischesoiree.at

Wir alle sind Armin Wolf

Gedanken eines Wissenschaftsjournalisten

Ich habe mich lange als Kind gefühlt, das dem ausgeliefert ist, was die Erwachsenen so vorhaben. Aber jetzt lebe ich schon 47 Jahre in Österreich und bin selbst erwachsen. Da kann man sich schon mal einen Reim machen und den möchte ich hier teilen: Mein Text zur Informations- und Reflexionsversorgung, vor allem auch am Land.

Wir leisten uns in Österreich ein paar Leute, die hart daran arbeiten, in ihrem Bereich ein hohes Niveau zu fahren, das auch international vergleichbar ist. Zwei von ihnen möchte ich hier – aus meiner Sicht – erwähnen:

1) Andreas Maislinger, Politologe, Gründer des Gedenkdienstes. Mehr als 1000 österreichische Jugendliche konnten dank seiner unentgeltlichen Arbeit im Ausland im Kontakt mit Überlebenden des Holocausts Erinnerungen aufarbeiten, die sonst in den österreichischen Familiensystemen (Täterseite) steckenbleiben würden. Ich weiß, wovon ich rede. Auch in dritter Generation gibt es genug zu tun.

2) Armin Wolf, Journalist, der ein News-Junkie ist und ständig über alles informiert ist, was abgeht. Der seine Messlatte von Journalismus dort reinrammt, wo sie hingehört. In eine Haltung, die Systeme demaskiert. Gute Vorbereitung, klare Benennung der Inhalte, kritische Fragen und eine Entschuldigungskultur bei Fehlern, die sagt „es tut mir leid“, statt „sollte ich jemanden gekränkt haben, dann tut es mir leid“.

Es gibt aber – und das wird oft vergessen – viele Menschen um diese zwei erwähnten Personen herum, die am Niveau ihrer Arbeit beteiligt sind. Die nicht ganz vorne stehen. Gemeinsam bilden sie „konstruktive Systeme“. Ich kenne Menschen und Umgebungen, die durch die Arbeit der beiden profitieren, weil sie geschützt, gefördert und verteidigt werden. Weil sie schlauer werden. Ermächtig werden. Sie be/dienen so gerade auch solche Menschen, die jene gewählt haben, die politisch anderer Meinung sind.

Es gab eine Zeit, da wir noch die selben Inhalte geteilt haben, weil es funktionierende Bezirkszeitungen gegeben hat, Ortsberichterstattung am Land, abseits von Werbung und PR. Sie haben eine Meinungslandschaft gebildet. Es gab sogar am Land Nachrichten, die alle – auch die Menschen in der Stadt – gesehen haben.

Gibt sie noch. Vom ORF. Von ARD und ZDF. Das Land lernt von der Stadt, und umgekehrt, weil ihre Programme im Idealfall das Land abbilden, und Informationen in die Stadt zurücktragen. Ressourcen sind notwendig, alle Bevölkerungsgruppen im Programm erfolgreich abzubilden.

Ohne Ressourcen? Da sorgen Algorithmen und Gratiszeitungen dafür, dass Aufmerksamkeit schamlos auf den übelsten Inhalten aufgebaut wird. Angst als Geschäftsmodell, um Geld damit zu verdienen, auf Kosten derer, die sie vorgeben, mit Informationen und Kontakten zu bedienen.

Ich bin Wissenschaftsjournalist. Podcaster für Bienen. Spreche mit Politiker/innen über Bildung. Ich mache Radiosendungen, zum Beispiel über Moose. Ich bin in meinem Bereich genau so kritisch und kompromisslos, gut vorbereitet und an den Zuhörer/innen orientiert, wie Armin Wolf es in seinen Interviews ist. Ich erkläre im Radio, was passiert, wenn Schnee entsteht, und diese Erklärung wird gut vorbereitet, getestet, überprüft. Ich berichte über „Neophytenbeauftragte“, die Pflanzen ausreißen, sorgsam, und mit viel Bedacht.

Die Versorgung mit kritischen Inhalten (Journalismus) und Prozessen (Gedenkdienst) ist ebenso wichtig, wie die Versorgung eines Landes mit Bildung oder Elektrizität.

Es gibt viele Journalist/innen in Österreich.

Wir alle arbeiten an Inhalten für die Bevölkerung. Wir stellen zusammen, prüfen, liefern. Unsere Produkte versorgen die Menschen mit Inhalten, die Schwächere schützen und Stärkere fordern. Wir hinterfragen als Grundbaustein unser Arbeit, ob das alles stimmen kann, wie wir, wie sie, wie Sie es sagen.

Maislinger und Wolf sollen keine Aushängeschilde sein. Entweder um sie anzuklagen, oder um sie zu loben. Ein Wort an jene, die ihre Arbeit gut finden: Niemand soll sich zurücklehnen, und sie zu sehr loben, weil er dann vergisst, dass er selbst so sein müsste.

Wir alle sind Maislinger und Wolf.

Link: http://www.wissenschaftspodcasts.de

Vorwissenschaftliche Arbeit (VWA)

Ein VWA-Manual wird entwickelt. Mit Adobe Indesign Unterstützung schön teilbar. Ziel ist: viel Lust zu eigener Forschung und wenige beschränkende Elemente.

Moose

Vom Leben der Natur ab 13.3.2018 – Moose. Mit Harald Zechmeister im Botanischen Garten in Wien.

Gute Nachrichten und wie man sich täuschen kann

Ein wenig durchatmen. Sich erholen. Auftauchen aus der Welt der schlechten Nachricht. Abtauchen in die schöne Welt des Mittagsschlafs. Das Telefon in den Flugmodus. Das selbe mit der schlauen Uhr. Man schläft ein, da rüttelt die Uhr. „Stehen Sie auf, um Ihr Stehziel zu erreichen“. Die Gesundheitseinstellung. Die Uhr merkt, dass man pro Tag meist zu viel sitzt und zu wenig steht. Danke. Falscher Moment. – Einige Tage später. Beginnender Mittagsschlaf. Flugmodus aktiviert. Gesundheitsmodus deaktiviert. Und was passiert? Man schläft ein, rüttelt die Uhr. „Eine Minute tief atmen“. Die Uhr merkt, wenn man pro Tag zu wenig tief atmet. Danke. Falscher Moment. – Die Sache mit dem Pulsalarm ist mir noch nicht passiert. Wenn das Herz aufhört zu schlagen, dann kann die Uhr Freunde rufen. Coole Sache. Fürs erste wird die Uhr dem Hund umgebunden. Der läuft viel herum – Laufziel. Steht mehr, als er sitzt. Stehziel. Hechelt wie wild – Atemziel. Alles erreicht. Und wenn er schläft – dann ist ihm alles wurscht.

Und es gibt die guten Nachrichten. Gleich nebenan, im Chinarestaurant. Zu Mittag ist dort die Hölle los. Hinz sitzt neben Kunz. Hinz spricht Englisch, Kunz arabisch. und das Gespräch am Nebentisch entzieht sich dem Verständnis. Kunz kommt mit einer Frau. Er spricht viel. Sie hört viel. Er ist erregt. Sie ruhig. Zwischen Hauptgang M8 und dem Glückskeks plötzlich aus seinem Mund ein deutscher Satz. „Es ist einfach schön, wenn jemand an einen denkt“. Weiter auf Arabisch. Er ist erregt. Sie ruhig. Und wieder: ein deutscher Satz: „Wir sind alle süchtig nach Freiheit“. – Man müsste Schriftsteller sein, um die Geschichte dazwischen zu erfinden.

Und die Kindheit ist voll von guten Nachrichten. An Lehrer kann man sich noch gut erinnern. Ein Gruß an dieser Stelle an die Frau Kaliauer, die extra Rechnungen aufgeschrieben hat, Additionen mit sechsstelligen Zahlen, weil man die gerne hatte. Und sie hat sich dann auch die extra Mühe gemacht, die Ergebnisse auch zu korrigieren. Ihr Mann war Polizist. Für uns ein bisschen gruselig. Aber doch eine gute Schule. Der Turnlehrer zwei Jahre später im Gymnasium war bei der SS, das war nicht gruselig, weil er freundlich war. Das Habt-Acht bei der Stirnreihe war witzig, das Ruht danach, rechtes Bein nach vor, befreiend. 1982. Er war wirklich ein netter Mensch – auch ihn möchte man grüßen. Und den Geografielehrer, der einem erlaubt hat, den russischen Konsul in die Schule einzuladen, um ihn zu fragen, wie das Leben so ist in der Sowjetunion. Es gibt viele schöne Lernerlebnisse, und fast alle sind vom Inhalt her zweitrangig gewesen, aber vom sozialen, emotionellen, erstranging. Wenn alles gut ging. Glück.

Der Busfahrer gestern im Burgenland zwischen Frauenkirchen und Neusiedl: alles nur dunkel, sagt er. In der Früh dunkel. In der Nacht dunkel. Immer nur dunkel, sagt er. Ein Blick aus dem Fenster – rechts blinken hunderte rote Lichter, die sich drehen, das müssen die Windräder sein – links eine weiße große Scheibe am Himmel, das ist der volle Mond. Dazwischen der Orion mit dem Leitstern, der Beteigeuze, ein Roter Überriese, 100-facher Durchmesser der Sonne, in den nächsten 100.000 Jahren könnte er zu einer Supernova explodieren. Dann wird es richtig hell. Wie ein zweiter Vollmond, ein gewaltiger Ausbruch – Unvermittelt: Die Erinnerung an den letzten Heurigen, im Jahr 2000, Heimaturlaub vom Zivildienst am Jüdischen Museum in Montreal. Mit Freunden zum Heurigen in Nussdorf. Im Garten wird hinter einer Hecke am Nebentisch gesungen: „Und dann gang i ans Peters Brünnele“. Schön, dachte man sich, es wird wieder gesungen. Nach dem Lied ein zackiges „Sieg Heil, Sieg Heil, Sieg Heil“. Im Jahr 2000. Wie beim Rütteln der Uhr wird man aus süßem Traum geweckt. „Es war nicht alles schlecht, was der Hitler gemacht hat“, wird einige Jahre später der jüdische Freund dem Großvater erzählen, der bei der Wehrmacht war, und mein Großvater wird antworten, es war aber auch nicht alles gut. Der eine verteidigt das, was der andere üblicherweise verteidigt, er hat Verständnis. Da ist etwas passiert, zwischen ein, zwei, drei Treffen mit dem Austausch von Erzählungen, Erlebnissen. Die beiden verstehen sich. Da wird es richtig hell.

Die Schnauze ist das Heiligtum vom Hund, sagt der Busfahrer dann, als das Gespräch zu den Bienen kommt, die jetzt bald wieder fliegen werden. Er hat Mitleid mit dem Hund, den die Bienen in die Schnauze gestochen haben. Alles was Fell ist, ist Bär, so glauben die Bienen zu wissen. Und alles was Bär ist, ist erfahrungsgemäß schlecht.

Jaja. Es zahlt sich schon aus, genauer hinzuschauen.

Randnotizen, 5. Februar 2018 / Moment
 Ö1 / Lothar Bodingbauer

In 3 Stunden und 30 Schritten einen Podcast aufsetzen

In 3 Stunden und 30 Schritten einen Podcast aufsetzen

Alexander von Humboldt: Kosmos

Da hatte ich diese Idee für einen Podcast. Diesen Wunsch.

Und wie ich diesen Podcast aufsetze, das beschreibe ich hier. Weil immer wieder jemand danach fragt, wie das geht, wie man einen Podcast macht.

So könnt ihr könnt euch dann vorstellen, wie das geht. Die angegebenen Zeiten beziehen sich immer auf „ich bin erfahren und weiß, wohin ich schauen muss, ich weiß, was ich tun muss“. Feinabstimung wird erst nachher folgen, hier ist ein funktionierendes, fertiges Setup. Es geht sich aus zwischen zwei Spaziergängen mit dem Hund.

Und: es geht auch schneller, ohne eigene Website. Zum Beispiel bei podigee.de oder libsyn.com

——— Den folgenden Inhalt haben wir auch in Stefans Podcastepisode dazu besprochen

———

  1. Der Anlass. Die Denkarbeit im Kopf. Ich möchte gerne viel laut lesen, um meine Radiosprache zu trainieren. Ich möchte herausfinden, woher unsere Fächer-Unterteilungen kommen: Geografie, Geschichte, Biologie, Physik, Chemie, etc. Ich möchte herausfinden, ob das heute noch notwendig ist. Früher musste man ja den Inhalt der Forschungsschiffe sortieren, die zurückgekommen sind. Heute hat man sie aber sortiert, und wir könnten uns auf die Prozesse konzentrieren. Wer steht im Mittelpunkt dieser Forschungsgeschichte? Die Humboldts. Wilhelm, der ist es nicht. (3 Bücher von Amazon schicken lassen, eher zäh.) Aber der Alexander ist es. Ich suche auf Gutenberg das Buch, das hier im Zentrum steht: Kosmos. Es besteht aus einigen Kapiteln, die ich laut lesen kann. Bingo. (Zeit: Einige Wochen/Monate, in der die Idee entsteht).
  2. Die Mikrofonarbeit. Der Start. Ich setze mich zum Schreibtisch und lese das erste Kapitel ins Studiomikrofon. Eine Seite. Die Titelseite. Das zweite Kapitel ist eine Einführung, schon einige Seiten. Das ist gut. Nach diesem Kapitel erzähle ich, worum es geht (nach dem Lesen weiß ich es ja). Und jetzt ist die Idee für einen Podcast konkret. Ich lese das Kapitel, erzähle nachher, worum es geht, stelle das vor das Kapitel und habe schöne Episoden. Worum wird es gehen. Dann wird gelesen. Im ersten Kapitel ist viel Platz für die Erklärung meiner Idee, plausibelmachen. (Zeit: 2 Stunden Aufnahme, mit Schneiden, Herstellen der ersten beiden WAV-Files; in die Zeit zur Einrichtung des Podcasts habe ich diese zwei Stunden nicht dazugezählt). Womit wurde aufgenommen? Einspuraufnahmen (auch diese) bei mir mit Hindenburg; Multitrack (mehre Personen) mit Ultraschall.
  3. Die Laptop-Arbeit. Der Podcast wird eingerichtet. Diese Arbeit könnte im Café stattfinden, oder am Sofa. Los geht es, jetzt wird der Podcast aufgesetzt.
  4. Erster Schritt: eine URL für die Website. Der Podcast braucht eine Internetseite, er muss gehostet werden. Eine Domain habe ich: sprechkontakt.at. Der neue Podcast soll auf der Subdomain kosmos.sprechkontakt.at sein. Subdomain, weil es nichts extra kostet. Die URL ist bei dieser Geschichte relativ egal. Man kann nebenbei Arte schauen.
  5. Im FTP Programm beim Provider einen neuen Ordner „kosmos“ einrichten (10 Sekunden)
  6. Die Subdomain über das Webinterface von 1&1 einrichten (30 Sekunden)
  7. Die Subdomain mit dem Ordner „kosmos“ verbinden, Domainverwendung Webspace. (10 Sekunden)
  8. In Kosmos mit FTP Programm einen Ordner „audio“ einrichten, dort werden die mp3-Files liegen. (10 Sekunden)
  9. Einen sicheren FTP Zugang zu diesem Ordner bei 1und1 anlegen, der wird gebraucht, damit später Auphonic die mp3 Files dorthin speichern kann. (30 Sekunden)
  10. Diesen sicheren Zugang gleich auf Auphonic als neuen Service eintragen, weil jetzt die Daten am Bildschirm sind. Für Nichtwissende: Auphonic ist ein Online Service, wir werden es brauchen, um unsere Roh-Audio-Files zu gut hörbare mp3 Files aufzubereiten. (30 Sekunden).
  11. WordPress einrichten. Download auf das Laptop Upload in das /kosmos Verzeichnis am via FTP Programm. Während der Upload läuft bei 1und1 eine neue MYSQL Datenbank anlegen und die Zugangsdaten in wp-config eintragen, die ebenfalls via FTP Programm auf den Server geladen wird. Dazu das downgeloadete wp-config-sample in BBEdit (Textprogramm) aufmachen, verändern (Datenbankname, Username, Servername, Passwort, „Salzfloskeln“, unter wp-confit abspeichern und via FTP auf den Server in das /kosmos Verzeichnis. (5 Minuten)
  12. Die Adresse https://kosmos.sprechkontakt.at aufrufen – zum ersten Mal – und den ersten Benutzer im WordPress anlegen. Nicht admin, sondern einen vernünftigen Namen. Die WordPress Installation wird somit abgeschlossen, ein Name soll vergeben werden. In diesem Fall. „Alexander von Humboldt: Kosmos“. (1 Minute). Zunächst wird einmal das Standard-Theme verwendet, es gibt noch keinen Grund, hier was zu ändern.
  13. Wir brauchen nun ein Episodenbild, 1400×1400 Pixel. Dazu habe ich ein Template meiner Sprechkontakt-Podcasts, das ich nützen werde. Ein Bild von Humboldt von Wikipedia, gemeinfrei, mit hoher Auflösung, seine Unterschrift (5 Minuten), im Bildbearbeitungsprogramm zu einem quadratischen Episodenbild zusammenbauen. (10 Minuten). Leitfarbe grün #86c351.
  14. Podlove Publisher installieren, als Plugin in WordPress. Er wird „neue Episoden“ anlegen lassen und sie verteilen – er wird einen sogenannten „Feed“ herstellen, der abonniert werden kann, und der an Podcast Verzeichnisse wie iTunes oder fyyd weitergegeben werden kann (1 Minute).
  15. Podlove Publisher einrichten: Aktivieren, Podcast Settings eingeben (Zuerst: Description: Name, Untertitel, Summary, Image-Cover-URL). (2 Minuten)
    Mit dem Buch „Kosmos“ stellt Alexander Humboldt die Grundlagen unserer wissenschaftlichen Fächer vor. Dieser Podcast macht sich auf die Spuren des Naturforschers, um die Grundlagen unserer Naturbildung zu erkunden.
  16. Weitere Metadaten: Media. „audio“ als Ordner eingeben, mit voller Adresse https://kosmos.sprechkontakt.at/audio/. Player: Podlove Web Player 4, Leitfarbe grün eingeben, automatisches Darstellen des Players ja, Lizenzselektor: Creative Commons 4, Verzeichnis Kategoerien. (alles zusammen in diesen Settings 10 Minuten)
  17. Podlove Publisher weiter einrichten: Episode Assets, das sind die Files. mp3, Podcast Cover, manuelle Eingabe der Kapitel. (30 Sekunden)
  18. Podlove Publisher weiter einrichten: Podcast Feed: alles schon da. Die Feedadresse ist: http://kosmos.sprechkontakt.at/feed/mp3/
    (10 Sekunden, kopieren)
  19. Podlove Publisher weiter einrichten: Module auswählen. Auphonic, Contributers, Flattr, Subscribe Button, fyyd, das sollte dabei sein. (1 min).
  20. Jetzt wird ein Auphonic Prduktion Preset eingerichtet, denn Podlove Publisher möchte sich gerne damit verbinden. Es soll eine einfache Produktion werden, kein Multitrack. mp3 Mono 112kbps, Episodenbild mit grünem Streifen, Metadaten ausfüllen, Abkürzung KOS festlegen, so werden die Episoden nummeriert, sftp auswählen, und eine Übertragung zu archive.org, die schon existiert und nicht mehr angelegt werden muss – dort werden alle Episoden für die Ewigkeit archiviert (5 min).
  21. Zurück zu Podlove Publisher, jetzt sind in den Settings die neuen Module dazugegkommen, die nun bearbeiten werden. Alles mal durchschauen (10 Minuten).
  22. Podlove Publisher: Expert Settings durcharbeiten. WordPress Impressum Seite erstellen. Eigentlich hier nichts weiter zu tun. (3 Minuten).
  23. Weiter in den WordPress Einstellungen. Untertitel: „Podcast zur Naturgeschichte“ in den General Settings, auch die Permalinks auf Post Name einstellen; Weiter im Erscheinungsbild, ein Headerbild ins Standardtheme, Podlove Subscribe Button in die Widget-Leiste. Standardtheme Twenty Seven ist soweit OK. (20 Minuten)
  24. Nun werden die ersten beiden Episoden publiziert, die vorbereitet wurden. Dazu jeweils eine neue Produktion anlegen in Auphonic, dann eine neue Episode anlegen in WordPress. Im wesentlichen immer Titel, Untertitel (Summary) und Inhalt eingeben, Kapitelmarken. Übernehmen der Meta- und Produktionsdaten in die WordPress Episode. Publizieren. (20 Minuten pro Episode)
  25. Episodenarchiv anlegen. Dazu eine neue WordPress Seite „Episoden“, vorher noch ein Podlove Template „meinarchiv“ anlegen, und den Shrotcode auf die Seite geben. Dann ins Menü von WordPress. Weil schon von anderem Podcast vorhanden, Dauer: 5 Minuten.
  26. Testen und korrigieren: 15 Minuten
  27. Podcast in iTunes eintragen: https://podcastsconnect.apple.com (5 min)
  28. Podcast in fyyd eintragen. (1 min)
  29. Das wärs. Der Podcast ist gestartet. Hier: https://kosmos.sprechkontakt.at
  30. Weitererzählen, Facebook auslassen, zahlt sich nicht aus.

Updates:

Am selben Tag hat noch iTunes einen Bestätigungslink geschickt. Jetzt ist der Podcast im Verzeichnis:
https://itunes.apple.com/at/podcast/alexander-von-humboldt-kosmos/id1340297820?l=en

Am nächsten Tag habe ich ein wenig in den Themes geschaut, irgendwo ist immer etwas, was in der Darstellung nicht passt, damit kann man jetzt ein wenig herumspielen. Aber das Wesentliche ist da, und ich freue mich auf die Aufnahme der nächsten Episode. Kann es kaum erwarten, wie wird diese Geschichte weitergehen?

PS: Zum Inhalt des Podcasts und der Kuh in diesem Beitragsbild. Es ist „die Kuh von Lombok“. Ich habe sie auf „meiner“ Forschungsreise fotografiert. Lombok ist die nächste Insel von Bali aus in Richtung Australien. Lombok liegt aber auf einer anderen Kontinentalplatte als Bali, und so gibt es dort andere Tiere und Pflanzen – zum Beispiel Kakteen, die plötzlich in der Landschaft zu finden sind. Das war meine Begegnung mit Wegeners Theorie der Verschiebung von Kontinentalplatten. Ein Kaktus fuhr auch zurück nach Wien – in einer Kiste „meiner Forschungsreise“. So ist dieser Alexander von Humboldt Podcast auch ein wenig eine Spurensuche in die eigene Sicht der Welt, der Forschung, und der Welt der Forschung.

Filmschau: Die Glasbläserin

So ruhig wird selten wo gesprochen. Die Armut lässt kein Geschrei zu. Ruhige Bilder. Viele Blicke. Die beiden Schwestern wurden als unabhängige, kritische Menschen erzogen. Als der Vater stirbt, müssen sie sich ihren Platz in der Dorfgemeinschaft erst erkämpfen. Alle rücken herum. Möchten sich nicht verändern, alle reagieren, manche agieren mit Gewalt. Tradition als Gerüst für ein hartes Leben. Dass dann genau diese Tradition eine zentrale heikle Situation zum Guten wendet, wird erkennbar, dass sich alle mit den neuen Gegebenheiten abfinden. Die zwei Schwestern haben ihren Platz erkämpft. Das Gleichgewicht wurde wieder gefunden. Und ja, es geht ums Glas.

Link: Die Glasbläserin (FAZ)

Filmschau: Meine schöne innere Sonne

Dass in französischen Filmen ggf. viel geredet wird, hätte man gewusst. Dass es nur am Rande damit zu tun haben wird, was man hören möchte, auch. Trotzdem überraschend: Juliette Binoche redete sich um Kopf und Kragen, um entweder eine innere Mitte zu finden, oder endlich einmal daraus herauszugehen. Schöner Höhepunkt war das Zwiegespräch – und das war dann wirklich eines, dem man folgen konnte – mit Gérard Depardieu, der durch seine Sicht der Dinge zum Schluss des Filmes Ordnung in die vielen Worte brachte. Als Wahrsager. Mit einem Lächeln Isabelles endete der Film.

Link: Meine schöne innere Sonne (FAZ)

Filmschau: Weit

Alleine gibt es keine Kraft. Kraft braucht ein Gegenüber. Im Weltall sind alle vernünftigen Kräfte Wechselwirkungen. Vorgänge, Austausch, Auseinandersetzung. Zwischen mindestens zwei Dingen, Menschen, Objekten. Es geht noch mehr, zumindest in der Physik wirkt alles auch auf alles. Dass das auch auf der Erde geht, haben Gwendolin und Patrick im Film gezeigt. Sie sind in jeder gezeigten Begegnung mit jemandem im Austausch. Wenn nicht, dann sind sie alleine und ruhen sich aus. Dass da jemand Dritter locker Platz hat, ist logisch. Und noch mehr, weil auch für Zuschauenden da auch noch Platz ist. So gesehen hat Reisen ganz viel Kraft. Schöne Reise, schöne Kräfte. Schöner Film über eine Reise um die Welt, die im Osten beginnt und im Westen endet.

Link: http://www.weitumdiewelt.de

Filmschau: Helle Nächte

Mit so wenig Aufregung einen Film machen. Nichts wird überdehnt. Keine Krise bis zum Ende dargestellt. Leichte Skizzen geben die Richtung vor. Vater und Sohn. Lernen sich erstmals kennen. Nachvollziehbar. Eine lange Fahrt entlang eines ansteigenden Bergweges, immer mehr dem Nebel entgegen, dem Höhepunkt. Ein Vermissen. Ein Verfolgen. Fertig. Mit dem Flugzeug zurück. Trotzdem nicht langweilig für 10 Leute im Kino. Guter Sound. Spielort: Norwegen.

Link: Wikipedia – Helle Nächte

Die Tastatur

Meine neue Tastatur hat wunderschöne Eigenschaften. Sie klappert. Sie hat richtige Hübe, das heißt sie legt einen weiten Weg zurück, bevor sie das Signal an den Computer für den richtigen Buchstaben auslöst. Die Tastatur wird über USB-Kabel mit dem Computer verbunden. Sie hat beim Mediamarkt 9,99 Euro gekostet. Das ist nicht viel. Ich habe sie gekauft, weil ich einen Raspberry-Pi Zero bestellt habe, der genau so eine Tastatur braucht. Jetzt aber hängt sie am Macbook. Kenner werden sie als Standard-Tastatur erkennen. Sie ist schwarz, hat neben den Haupttasten in der Mitte einen abgesetzten Ziffernblock rechts außen, dazwischen einige Tasten für unterschiedliche Positionen des Cursors samt Druck- und Bildschirmdrucktaste, in der oberen Leiste befinden sich 12 Funktionstasten, und in der linken oberen Ecke eine Escape-Taste. Ich weiß gar nicht mehr, was so eine Escape-Taste tut, und jetzt probiere ich sie au

15 mal gut gelehrt

15 mal gut gelehrt

(Foto: Schachzimmer an einem Gymnasium in Perm, Russland)

Es gibt einige Situationen, an die man sich rückwirkend gerne erinnert. Man hat selbst etwas sehr gut gelernt. Warum? Es wurde gut gelehrt.

1. Die Volksschullehrerin gab mir immer wieder Zetteln mit vielen Additionen großer Zahlen. Das machte mir Spaß, ich habe sie nach diesen Aufgaben gefragt, und sie machte sich auch die Mühe, die Ergebnisse zu kontrollieren.

2. Im Geografieunterricht des Gymnasiums lernten wir über Russland und ich konnte meine Erfahrungen vom Radiohören auf der Kurzwelle mit einbringen. Ein Feature über das Störfischen an der Wolga in Astrachan – man hörte die Möwen kreischen und roch das Wasser – das brachte ich in den Unterricht mit und wir hörten es gemeinsam an. Anschließend fragte ich den russischen Konsul in Salzburg, ob er unsere Schule besuchen würde, was er mit einem Begleiter auch wirklich tat. Wir schenkten ihm Brot und fragten ihn, warum so viele Leute in der Sowjetunion Alkohol tränken.

3. Im Seminar an der Universität erarbeitete der Didaktikprofessor aus Deutschland mit unserer Gruppe von vier Physikstudent/innen die Gesetze des Magnetpendels. Er führte uns einen Lernweg entlang, den wir selbst gingen, der von ihm stammte, und der das Arbeiten in der Gruppe als Stärke beinhaltete.

4. Im anderen Seminar an der Universität stellte der andere Didaktikprofessor uns viele Fragen zur Physik vor, die wir in der Gruppe bearbeiten sollten. Die Fragen waren großartig, weil es erstmals nicht die Antworten waren, die das Bedeutsame daran waren. Hier sind die Fragen: PDF Fragen zur Physik

5. Ein Lichtblick während der Studienzeit: das Didaktikseminar, gehalten von einem Waldorflehrer. Seine Sicht, und die „Waldorfsicht“ auf die Natur war als Ergänzung wun-der-bar.

6. Ohne Lehrer erinnere ich mich gerne an das Arbeiten mit Kakteen und Kakteensamen. Das Wissen eignete ich mir aus Bücher an, und durch die Arbeit selbst. Ich wurde ohne anwesenden Lehrer, sehr wohl aber durch Lehrer in Büchern, zum Experten. Das selbe passierte mit dem SHARP Taschenrechner 1402, der in Basic programmierbar war. Durch das Programmieren entdeckte ich den Maschinencode, die Ansteuerung der einzelnen Pixel durch den Binärcode und es war ein schönes Werkzeug zum Entdecken verborgener Logik.

7. Während eines Sprachkurses in Cambridge erfuhrt ich, wie fein es ist, wenn eine Lehrerin individuell das Lernprogramm mit dir selbst abstimmt. Sie diagnostizierte in den ersten Tagen meinen Stand in Englisch, erforschte meine Interessen und gab mir dann ganz gezielt ein Buch und einige Kapitel daraus, die zu mir, meinem Können und meinen Interessen passten. Es war schön, von dort aus das Können weiter zu entwickeln. Weil es möglich war.

8. Viele Dinge habe ich durch Vereinsabende gelernt: Der Fotoclub wurde von lokalen Männern und Frauen betrieben. Sie sahen sich gemeinsam Fotos an und besprachen sie. Einige Vereinsabende haben wir selbst gemacht, in dem wir Expert/innen eingeladen haben, über ein Thema aus der Natur zu sprechen.

9. Im Volkshochschulkurs zum Radiojournalismus waren die Besten des Senders vertreten. Sie kriegten sich über Kleinigkeiten in die Haare, so sehr, dass sie sich anschrieen und einen roten Kopf bekamen. Über die Frage, ob man einen Interviewausschnitt im Mittagsjournal spielen soll, oder nicht, weil er schlecht aufgenommen war. Das gefiel mir. Die Expertise mit Emotion, angewendet ans Detail – vor großem Hintergrund. Und es waren keine Pädagogen, die das machten, aber Lehrer.

10. Praxisfeld Radiojournalismus bei Roland Machatschke. Eine Vorlesung mit Übung, die ich gerne besuchte, weil er uns aus der damals wunderbaren Weltwoche ganzseitige Interviews gab, von Alexander Solschenizyn zum Beispiel. Ausschnitte daraus sollten wir zu Radiobeiträgen umarbeiten. Wir lernten zu erkennen, „was wichtig ist“. Die Hausübungen wurden korrigiert und mit Anmerkungen versehen. Zusätzlich haben wir viel gehört und besprochen – auf die Fragestellung hin „ob es Sinn ergibt, was wir da hören“.

11. Hundeschule – neue Art: 10 Hunde, 10 Menschen, 10 Hunde-Menschen-Pärchen. Die Trainerin sagt, sie sieht sich den Zustand jedes Pärchens beim Kommen an. Dauert den Bruchteil einer Sekunde. Aber sie sieht den Zustand. Heterogene Gruppen, der Dackel ist neu mit seinem Mensch, der Windhund Paul kann schon alles. Belohnung, wenn der Dackel nur in die richtige Richtung schaut. Wenn etwas nicht klappt, wird das Niveau – für den Dackel – gesenkt. Und wieder erhöht. Hohes Niveau beim Windhund. Wer alles kann, bleibt weg und kommt dann weiter im Kurs 2 für Fortgeschrittene. Diagnostischer Blick der Trainerin ist unverzichtbar. Großartiges Lernen. (Hundezentrum Wien)

12. Fragen können. Jemanden, der sich auskennt. Unerreicht. Meist umgesetzt in Radiosendungen und in Podcast-Episoden. Lehren, lernen als Vermittlung, Switchboard. Weitergeben. Idealzustand. In ein Event gegossen sind solche Erfahrungen zum Beispiel auf der Subscribe zu finden, wo Podcaster/innen alles austauschen, was sie können, kennen, wissen. Passiv geht auch: Hören von Radiosendungen, Hören von Podcasts. Einsam in Teilen, aber intensiv und sehr am Punkt. Und man kann mit Freunden auch gemeinsam hören, wenn man sich einen Ohrhörer teilt. Zum Beispiel diese CRE-Folge über Poststrukturalismus 2.

13. Blogs, die von Menschen verfasst wurden, die sich in einem Gebiet gut auskennen, und die ihr Wissen teilen, meist prozesshaft. Der Vorgang wird dokumentiert, beschrieben. Was passiert, wie, wann. Das Teilen des Prozesses als schönes Lehren führt zu schönem Lernen.

14. Vorlesungen, an die man an der Uni durch Zufall geriet. Zum Beispiel im Audimax eine Vorlesung über Strafrecht. Gehalten vom Besten. Keine Ahnung, wer das war, es muss der Beste gewesen sein. Es war eine Einführungsvorlesung, die unfassbar spannend und begeisternd war. Es ist eine gute Idee, Einführungsvorlesungen von den Besten halten zu lassen.

15. Und zuletzt: schöne Fehler. Peinliche Misserfolge. Autsch. Schämen. Wieder aufrappeln. Immense Möglichkeiten. Der Einzelfall als Lehrer, auch wenn es meistens richtig wehtat.


 

Klackerlaken bauen. Wenn die Kinder die Volksschule besuchen, wird man auch schnell selbst zum Lehrer. Experimentieren. Einmal pro Woche. Ohne Text. Ideen dazu habe ich hier gesammelt.

 

Naturwissenschaft im Radio

Es ist immer schön, wenn sich jemand am Ergebnis einer Arbeit freut. 58 Wochen habe ich bisher mit Wissenschaftler/innen für diese Hörfunkreihe gestaltet. Und gefreut hat sich Wolfgang Freitag am 1.10.2017 in der Tageszeitung „Die Presse“. Vom Leben der Natur kann man hier auch als Podcastfeed abonnieren.

Subscribe 9 – Podcaster/innen in MUC

Bitte, geht doch. Verständlichkeit ist eine Tugend der Könige.

Als Gast beim Bayerischen Rundfunk treffen sich im Oktober 2017 Podcaster/innen des deutschsprachigen Raums.

Zum Programm bitte hier entlang – die Folien meiner Konferenzbeiträge gibt es auch hier:

Workshop: Schreiben wie ein Hai. Texte, die wir gerne lesen. Die Präsentation hier als PDF File.

Eine der größten Katastrophen der Menschheit ist die Trennung der geschriebenen von der gesprochenen Sprache. – L. Bodingbauer

Workshop: Featurebau / Radiofeature. Die Präsentation hier als Webseite. Angesprochene Audiobeispiele sind hier, den Zugang bitte per Mail erfragen.

Talk mit Melanie Bartos zur Podcastlandschaft Österreich im Herbst 2017. Hier als HTML Seiten.

In der Wiener Kläranlage

Zoom F8, 2 Headsets, eine Sennheiser Funkstrecke. Perfekt alles funktioniert. Auphonic noch verboten, das Rauschen rauszurechnen. Batterien halten 3 Stunden. Den 125 min. Podcast darüber gibt es drüben im Stadtgespräch #7.

 

Foto: Marie-Theres Gartner[/caption]

Podcast Ausstattung für Ferngespräche

1. Aufgezeichnet wird auf einem Macbook. Klein, leicht. Mein einziger Rechner. Überall mitnehmbar, trägt nicht auf. Link zu Apple. Alternativ jedes beliebige Aufnahmeding.

2. Mein Ton kommt von einem DT-297 Beyerdynamic Headset. Perfekter Ton, Kabel extra mitbestellen. Ob 80 oder 250 Ohm? Egal. €235 plus Kabel €59€. Affiliate-Link zu Thomann. Alternativ wird auf Sendegate das Superlux HMD-660X diskutiert.

3. Die Verbindung zwischen Macbook und Headset macht ein kleines Focusrite Solo. Klein, Power kommt via USB. €111. Affiliate-Link zu Thomann.

4. Software: Installiert ist Reaper mit der Ultraschall-Erweiterung. Reaper ist ein Audioprogramm, Ultraschall die Erweiterung ins Podcast-Land. Zuerst das neueste Reaper hier downloaden, Lizenz 60$ discounted; dann Ultraschall drüberinstallieren. Ultraschall kommt mit der Studio-Link-Erweiterung, das die Einbindung von Gesprächspartner/innen an anderen Orten in Studioqualität möglich macht. Gibt es dort keine Reaper/Ultraschall Software, was normal ist, bittet man, dass die Standalone Software von Studio-Link installiert wird. Das geht einfach. Wird sie gestartet öffnet sich ein Browserfenster, eine ID wird angezeigt, die muss mir übermittelt werden, dann kann ich sie aufrufen und der Ton wird als Spur in Reaper aufgezeichnet. Achtung: die Gesprächspartner/innen müssen einen Kopfhörer verwenden, sonst wird der eigene Ton zeitverzögert ständig mitgeschickt.

5. Postproduction. Wie immer via Auophonic. Die Spuren werden getrennt hochgeladen, Auphonic kümmert sich um die saubere Bearbeitung in einem Multitrack-Projekt. Das Ergebnis wird an vordefinierten Plätzen hinterlegt. Link zu Auphonic.

Variation:

Oft ist am Focusrite mein AKG C214 Studiomikrofon angesteckt (Affiliate-Link zu Thomann). Dazu verwende ich einen superbequemen Beyerdynamic DT-770 Pro Kopfhörer ohne Mikrofon (Affiliate-Link zu Thomann) für 149€. Das AKG-Mikrofon verwende ich für Audioaufnahmen, bei denen ich einen Text einsprechen muss. Es eignet sich genauso auch für Podcast-Gespräche. Wo ist der Unterschied? Beim Headset kann ich mich frei bewegen, beim Studiomikrofon kann ich mich akustisch wegdrehen. De facto und rein praktisch ist es für den Podcast egal, für eine Textaufnahme nicht, da muss ich das AKG Mikro verwenden, sonst klingt es nicht nach Studio.

Via This Wachter noch dieser Link für alternative Setups: Transom


Musikhaus Thomann Linkpartner

Einen Sommerkurs zusammenstellen

Ich stelle gerade für Mathematik-Anfänger/innen einen Sommerkurs zusammen. Ziel: die Grundlagen, Kurs online auf Smartphone, gute Texte. Einfachstes Niveau. Sprachförderung. Zielgruppe: junge Erwachsene.

Link: Hier gehts zum Sommerkurs

Interessant dabei sind für mich folgende Punkte:

  1. Wie kann dieser Kurs schwellenlos zugänglich sein? Auf einer eigenen Website, nämlich meiner: http://www.phyx.at/. Moodle fällt durch Zugangsbeschränkungen aus. Meine Site läuft als WordPress Installation via 1&1 Host und hat erstaunlicherweise relativ viele Zugriffe. Das Theme heißt Extra und kommt von Elegant Themes. Als eigene Seite ist sie von Arbeitgebern/Auftraggebern unabhängig.
  2. Wie kann ich mathematische Symbole darstellen? Problemlos, WordPress kann Latex. Wie es geht, steht hier. Besser noch, hier.
  3. Grafik ist ein Thema, geht aber mit den vorhandenen üblichen Mitteln gut brauchbar nebenher. Video, Audio, Fotos ebenso. Camtasia schneiden, YouTubes Upload. Funktioniert. Uploads leider langsam am Land. Interessant wäre ein (grafisches) Kursdesign durch Profis oder Studierende der „Grafischen“. Das wäre eine wesentliche nächste Stufe.
  4. Ich liefere regelmäßig zwei Kapitel die Woche, Montag und Freitag. Das braucht eine hohe Disziplin, bringt aber einen schönen Arbeitsrhythmus, der sich herauskristallisiert. Schnell und regelmäßig ist besser als perfekt und nie. Das Programm ist in einer Liste hier veröffentlicht.
  5. Wie erfahren die Leute davon. Über die Schulhomepage. Über einen Newsletter, der kostenlos via Mailchimp läuft, über eine Facebook Seite „Mathe Grundlagen“ und über Posts auf der Abendgymnasium Facebook Seite, ursprünglich als Ankündigung, zunehmend aber als Rätsel und Aufgaben. Diese Soziale-Medien-Arbeit ist extrem interessant, braucht viel Erfahrung, die man hier auch sammeln kann. Ein Rätsel geposted? Leute kommentieren. Wer antwortet? Ich. Wie antwortet man? Freundlich. Als wa antwortet man? Als Person? Als Schule? Und was ist freundlich?
  6. Interessant sind Vorbilder: Master Class sind gegenwärtig High_End Kurs im Netz. Ich habe für rund 80€ den Kurs von Steve Martin gebucht und sehe, wie attraktiv Online Kurse im Netz laufen können. Und: Udemy. Dort habe ich Pepper Your Voice, Singen ohne Grenzen für 10€ gebucht. Diese Kurse sind sehr schön. Der britische Mathematiker/Mathematikjournalist Simon Singh hat ein Sommerprogramm laufen: Parallels. Sehr hübsch, kostenlos, Zielgruppe Kinder. Update: Simon und sein Techniker Philipp haben sich gemeldet, die Authentifizierung erfolgt über Google Firebase, den Code für die Klick-Strecken hat er auf Github bereitgestellt.
  7. Interessant ist die Sprache. Die Kurstexte sind schnell geschrieben, sind dann aber meist zu lang. Schnell und viel schreiben ist keine Kunst. Wenig und schön schreiben schon. Hier ist aber durch die hohe Schlagzahl der veröffentlichten Kapitel handwerkliche Verbesserung zu erwarten.
  8. Einige extrem wichtige Tipps für Sprache, die sich an Deutschlernende richtig, stehen in diesem Buch:“DaZ im Fachunterricht: Sprachbarrieren überwinden – Schüler erreichen und fördern“. Das hätte man sich so oft nicht gedacht. (Link zum Buch bei Amazon). Weitere Hilfe bekomme ich von Maria Fatoba, Lehrerin am Abendgymnasium. Beispiel: 10 Vögel sitzen am Zaun. Nein. Auf dem Zaun sitzen sie. Ein Podcast-Gespräch über ihre Arbeit gibt es hier zu hören.
  9. Wie viel kann man weglassen? Mathe ist oft überfrachtet. Wenn ich gedankenlos arbeite, wird das Niveau schnell zu kompliziert. Der Lehrplan für das 1. Semester ist erstaunlicherweise sehr schlank. Er unterstützt das „Weglassen“ durchaus. (Hier in der Version für Abendschulen)
  10. Wie baue ich den Kurs? Nett und alltagsnahe. Komplizierteres geht in die Erweiterungen.
  11. Wie lerne ich: Parallel hat sich ein Lese- und Youtubeverhalten entwickelt. Themen, die ich behandle, schaue ich mir gerne vorher an und notiere Ideen. Diese Notizen verwende ich dann nie, nur was davon in meinem Kopf bleibt, findet Eingang in den Kurs. Beispiel: Analysis von Tobias Hell, Uni Innsbruck.
  12. Was bringt das Ganze? Handwerklich ein Update, wie Kurse heute aussehen können. Es hat sich technologisch viel getan. Smartphones sind oft die einzigen elektronischen Geräte von Studierenden des Abendgymnasiums; gleichzeitig besteht Bedarf an Mathe-Wiederholungen.
  13. Was fehlt noch? Rückmeldungen, Verbesserung der Kapitel. Das wäre dann für eine zweite Welle geplant. Dadurch, dass der Kurs offen im Netz schwimmt, ist er zugänglich und sollte daher auch in einem Verbesserungsdruck stehen. Wie teile ich meine Erfahrungen?
  14. Fehlerkorrektur. Es gibt pro Kapitel viele kleine Fehler. Abstände. Unverständlichkeiten. Echte Fehler. Dem 14-jährigen Kind versprochen: 5€ pro Kapitel für Fehlersuche, gute Beschäftigung samt  Verdienst in den Ferien. Funktioniert nicht, das wird zu schnell gemacht (gehudelt). Besser: pro gefundenen Fehler 0,50€ – da ist es erstrebenswert, möglichst viele Fehler zu finden. (Und von meiner Seite aus möglichst wenige zu machen). Update: Kapitel 1 für 21€ korrigiert. Die Korrekturen einzuarbeiten, hat noch ein paar Stunden gedauert. Dafür ist es jetzt schön.
  15. Interessant ist nun auch, die Youtube Videos zu untertiteln. Und das nicht selbst zu tun, sondern eine Community darauf anzusetzen.

Update nach der Hälfte der Kapitel:

  1. Man wird gut im Code. In Darstellungsfragen. Dass ich Leerzeilen mit   im HTML/Wordpresscode erzwingen kann. Wie die Abfolge von Überschrift und Text und Latex-Formel gut aussieht. Ich sucht schnell nach Fotos in meiner Bibliothek. Sie sind wichtig.
  2. Die Frage ist, wie kann ich das tiefste Niveau ansteuern, mir der einfachsten Sprache, das aber für Menschen, die Jugendliches sind, oder älter, die aber noch nicht zu Deutsch können. Und das Ganze so, dass es auch für Deutschsprechende konzise ist. Es ist insgesamt eine Haltungsfrage, verständlich zu sein. Verständlichkeit, so hat mein Mathematikprofessor und begnadeter Skripten- und Lehrbuchautor Günter Malle gesagt, Verständlichkeit ist eine Tugend der Könige.
  3. Was ist die Geschichte? Das ist auch bei einem Mathematikkurs die zentrale Frage, die man sich bei jedem Kapitel stellen kann. Sollte.

In den Kursnewsletter kann man sich hier eintragen, wer möchte, bleibt so auf dem Laufenden, was „draußen“ ankommt.



Manifest. 12 mal „So muss Schule.“

  1. Transparenz: Planungen, Gedanken, Diskussionen sind zugänglich.
  2. Zusammenarbeit: Ergebnisse entstehen immer gemeinsam.
  3. Wollen: Die Grundlage des Lernens.
  4. Verantwortung: Jeder übernimmt seinen Teil.
  5. Sprache: Über das Tun reden. In drei Sprachen.
  6. Konflikte: Gehören dazu und bieten immer Möglichkeiten.
  7. Individualisierung: Lernen je nach Können und Wollen.
  8. Lehrplan: Sicherung der Schnittstellen.
  9. Kompetenzorientierung: Können gehört zum Wissen.
  10. Erlebnisse: An sie erinnern wir uns.
  11. Wertschätzung: Positive Bestärkung sichert jeden Lernweg.
  12. Wiederholungen, Routinen: Leitlinien für die Entwicklung.

Podcastepisoden einbetten

Funktioniert. Über Fyyd. Die Podcastsuchmaschine. Auf die Episode klicken, und unten „teilen“ anwählen, Embed Code kopieren und in einen Post einfügen.

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Vor der ersten Frage: Wie man sich technisch auf ein Radiointerview vorbereitet

NPR-Training hat einen kleinen, feinen Artikel geschrieben, was alles zu beachten ist, bevor man ein Radiointerview beginnt. Hier ist meine österreichische Version davon, basierend auf der Struktur des englischsprachigen Artikels von Rob Rosenthal.

Du kennst die/den Interviewpartner/in, hast einen Termin vereinbart, weißt, worüber du mit ihr/ihm sprechen möchtest.

Du schätzt die Heißheit ein. Geht es um ein „Sachkundethema“ (1), eine Expertiste (2), eine Einschätzung (3), eine Stellungnahme (4), eine kritische Position (5), eine umstrittene Person mit umstrittener Meinung (6).

Du schätzt die Verwertbarkeit der Antworten ein. Handwerker/in, Wissenschaftler/in, Mensch mit speziellen Kenntnissen (+++/easy), Menschen, die viele Konzepte schreiben (++/schwierig), Pressesprecher/innen (+/Risiko).

Du hast zumindest den Wikipedia-Artikel über das Thema gelesen. Du weißt, an welchen Aspekten des Themas dein/e Interviewpartner/in arbeitet.

Du schreibst dir einige Punkte auf, die du im Interview besprechen möchtest.

Du hast dein Mikrofon und Aufnahmegerät bereit, Fell-Windschutz für Außenaufnahmen dabei. Ersatzbatterien. Kopfhörer. Kleines Ersatzaufnahmegerät. Du probierst alles zuhause aus und packst es dann erst ein.

Bei der Hinfahrt überlegst du dir die erste Frage. Und die zweite Frage.

Ja, es ist manchmal gut, das Mikrofon schon vor der Ankunft einzuschalten. Man sollte das auch vorher ankündigen. Aber man kann schon mal das Läuten an der Tür und das anschließende Bellen des Hundes aufnehmen, das Surren des Türverschlusses, ohne vorher groß gefragt zu haben. Geräusche gehören zum Leben.

Nach dem Interview überlegst du, was davon einzigartig war. Das möchtest du in deiner Geschichte weitergeben. Das kann ein Aspekt des Inhalts sein, aber auch eine Erzählweise.

Bei Vielkonzeptschreiber/innen und PR-Profis rechne damit, oft „was heißt das konkret“ zu fragen. Oder die „habe ich Sie richtig verstanden – und dann das falsche Sagen“-Methode anzuwenden. Was dann als Antwort kommt, kannst du meist verwenden.

Nach Ankunft am Aufnahmeort ist es üblich und ratsam, ein wenig zu plaudern. Man kann dabei die Kabel einstecken. Je nach Zeit, Lust und Professionalität des Gegenübers wird man mehr oder weniger Smalltalk führen.

Jetzt musst du die Akustik beurteilen. It’s the law.

1. Du klatscht in die Hände. Wenn es knallt und hallt: schlecht. Raum wechseln.
2. Du schnalzt mit der Zunge. Wenn es knallt und hallt, schlecht. Position im Raum wechseln.
3. Rauscht etwas? Ausschalten. Darum bitten.
4. Andere – unvorhersehbaren – Geräusche sind genauso oft gut, so oft sie schlecht sein können. Eher im Moment entscheiden.

Ach ja, die Kopfhörer. Ja, es stimmt, wie NPR es formuliert. It’s the law. Du musst hören, was auf das Band kommt. Das Rumnörgeln am Mikrofon, das Knarren des Kabels, das Ploppen der P´s in den Antworten. Und genauso steht es im Gesetz, nie, absolut nie, die Pausetaste zu drücken. Aufnahme oder Stopp.

Sessel zur/zum Gesprächspartner/in rücken. Kein Tisch dazwischen.

Erste Frage: Sprechprobe. Bitte die/den Interviewpartner sich kurz vorzustellen. „Wenn Sie sich vielleicht kurz vorstellen könnten, wie Sie heißen, und was Sie machen“.

Du kannst dabei dein Aufnahmegerät einstellen, hast die Aussprache des Namens, weißt die Tätigkeit, und wenn es schön ist, kannst du es in deiner Radiogeschichte verwenden.

Jetzt hörst du dir das kurz an, was du aufgenommen hast. Um sicher zu sein, dass alles funktioniert.

Noch einmal: Aufnahme drücken. Jetzt kannst du selbst erzählen, was du bisher schon zum Thema gelernt hast. Wenn du das möchtest.

Und sonst findet jetzt das Interview statt. Was ins Mikrofon gesprochen wird, kann gesendet werden, außer es wurde vorher etwas anderes vereinbart, was üblicherweise nicht der Fall ist (erst ab Heißheit Stufe 5-6). Lehne es ab, den Beitrag vor Ausstrahlung zur Überprüfung anhören zu lassen. Das ist ablauftechnisch fast unmöglich. Wer zu einem Interview bereit ist, muss mit den Folgen leben. Außer es ist Bedingung für das Interview, und du möchtest nicht verzichten – ich würde dann aber eher auf das Interview verzichten, als diesen Einfluss zu gewähren.

Unterbrechungen im Interview durch andere kann man in die Geschichte einbauen, daher er nicht auf Stopp drücken, sondern weiterlaufen lassen.

Natürlich arbeitest du sauber, respektierst den Kontext, schneidest keinen Mist. Aber du bist den Hörer/innen verpflichtet, nicht den Interviewpartner/innen.

Im Idealfall machst du eine Geschichte, die die/der Interviewpartner/in auch im Kreise ihrer/seiner Familie hören kann, ohne das Gesicht zu verlieren – im Gegenteil.

Fast fertig. Zum Schluss nimmst du noch 1 Minute Pflichtatmo auf. Stille/Geräusche am Ort, mit den selben Einstellungen, mit der selben Mikrofonhaltung.

Schriften

Als Radiomacher bin ich immer interessiert an Geschichten. Erzählt werden sie meist von Menschen, oft aber auch von Gebäuden, von der Natur. Aber auch von der Schrift. Da kommt man nicht schnell drauf, aber mit ein bisschen Hilfe freundlicher Typographen eröffnet sich rasch eine Welt, die man längst geahnt hat. Wie viel Hintergrund in einer Schrift steckt. Vom Landstrich. Vom Denken. Von den Inhalten. Ich liebe es. Und in meinem Leben habe ich mir bisher vier Schriften gekauft: Carrosserie, FF Real, ocr-t und jüngst Marselis Serif. Weil ich mich gerne mit ihnen selbst die Geschichten erzähle, die ich schreibe. Auch wenn ich sie dann nur im Radio vorlese, und sie gar nicht zu sehen sind, wird man sie spüren.

Lothar Bodingbauer, 45, Radiojournalist, https://www.sprechkontakt.at

Audioschnitt

Nicht dass jemand auf die Idee kommt, dass das, was man im Radio hört, auch so gesagt wurde. Ich habe hier mal eine Editing-Session mit Hindenburg aufgenommen, damit man einen Eindruck bekommt, wie eine 10 Minuten Aufnahme „geputzt“ werden kann. Das ist in diesem Fall der erste Schritt, der zweite ist dann inhaltlich – das Stück wird auf 4:10 min. geschnitten. #vomlebendernatur . Bei anderen Interviewpartner/innen würde das unter Umständen anders herum gehen. Erst Inhalt, dann Feinschnitt. In diesem Fall hat die Interviewpartnerin so schön gesprochen, und man muss für den inhaltlichen Schnitt den Inhalt auch lernen, das geht ganz gut auch beim Feinschnitt.

Vorher:

Editing Prozess (Dauer rund 20 Minuten)

Nachher:

Handwerk Ausstellung im MAK

Tradiertes Können in der digitalen Welt. Museum für Angewandte Kunst, Wien; Gastukratorin Tina Zickler. Können und politische Dimension. Geschichte, Ausblick, trauen & träumen. Und Weitergabe des Wissens, das in der Generationenfolge auch zurückgeht. Insgesamt: Menschen, in Verbindung. Miteinander, und mit dem, was sie tun. Herrn Kyral getroffen, einen Kunstspengler, und die Schrift seiner Frau; und zwei begeisterte Ofenbauer/innen: Marie und Matthias. Gespräch mit Tina über die Ausstellung in Lobster und Tentakel 57.

 

Aufgeräumt

Besuch in der Cembalowerkstatt von Martin Pühringer in Haslach (Mühlviertel, OÖ). Zu hören am 1.1.2017 um 18:55 Uhr in der Rubrik

Besuch in der Cembalowerkstatt von Martin Pühringer in Haslach (Mühlviertel, OÖ). Zu hören am 1.1.2017 um 18:55 Uhr in der Rubrik „Aufgeräumt“ von „Moment am Sonntag“, ORF Radio Österreich 1.

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