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  • Häufig wache ich nachts auf,
    zerbreche mir den Kopf über ein
    schwieriges Problem und beschließe,
    es dem Papst zu unterbreiten.
    Dann werde ich ganz wach,
    und mir fällt ein, dass ich der Papst bin.

    Quelle: Papst Johannes XXIII im neuen Gea Katalog

  • Ich mag Gedichte meistens nicht,
    Weil sie so kurz sind.
    Mir fehlen viele Worte drin,
    Im Wortedschun-Geldicht.

    Ich mag jedoch die Menschen gerne,
    Die diese Dichte schreiben.
    Sie erzählen nämlich oft sehr gerne,
    die vielen Zwischenräume.

    Es geht um den Zusammenhang,
    Und diesem erst entrissen,
    Bleibt das Gedicht ein nacktes Ding.
    Verglichen mit des Schreibers Wissen.

    In vielen Worteschunkel-Dichten,
    Freut mich das Lesen nicht,
    Ich hör sie viel mehr gerne an,
    die so geschriebenen Geschichten. 

    Lösung der Aufgabe Nr. 67 aus: Kreatives Schreiben, 111 Übungen, Reclam. “Schreibe ein Motivationsgedicht”.

  • In der Schweiz ist gerade der 91-jährig der Schweizer Schriftsteller Gerhard Meier verstorben. Er habe sich, so sagte er selbst, nur an den “Dienstweg” gehalten, als er sich vom Provinzler zum Weltbürger entwickelte, schreibt sein Kollege Adolf Muschg. So haben interessante Dienstwege auszusehen, mit Verlaub. Eine der Stationen auf Meiers Dienstweg war die Position eines Lampendesigners. Erst mit 40 Jahren begann er zu schreiben, zunächst mit Gedichten, dann sein Hauptwerk: die Amrainer-Tetralogie. Einer seiner Romane ist fast ganz im Konjunktiv gehalten. Seine schönsten Texte habe er dem Wind anvertraut. Eine Würdigung des Schriftstellers brachte die NZZ in ihrer Ausgabe vom 23. Juni 2008 auf Seite 25. Ich weiß, das nützt nicht viel, wenn man sie wirklich lesen will, aber verglichen mit Online Würdigungen schlaffen diese weit ab.

    Link zu Wikipedia: Gerhard Meier

  • Da hat es doch einmal den Slogan “Die Polizei – dein Freund und Helfer” gegeben. Ist das noch aktuell? Ich meine, gilt das noch? Oder wurde der – wie die Schulmilch – irgendwann klammheimlich eingestellt?

  • In den Ausschlussbedingungen der österreichischen Ärzteflugambulanz wird festgehalten, in welchen Fällen bei Reisen kein Versicherungsschutz besteht. Neben Terrorgefahr und bakteriologische Kampfstoffe steigt die Versicherung auch bei Ereignissen aus, die infolge von Übermüdungs- und Erschöpfungszuständen eintreten. Also: nicht zu lange wegbleiben im Urlaub am Abend, und brav früh schlafen gehen – sonst kann man unangenehm erwachen.

  • Viele Fenster in unserer Gasse sind geöffnet, und Nachbarn schauen Fußball. Aber irgendwie ist die ganze Gasse nicht synchron. Wir schreien 5 Sekunden früher. Immer. Jetzt habe ich herausgefunden warum: wir haben Fernsehen über das Telekabel analog. Sie schauen digital. Scharfes Bild. Aber immer hinten. Hehe! Wenn’s drauf ankommt, schreien wir als erstes in der Gasse. Tipp: Abrüsten, liebe Nachbarn, für’s Endspiel!

  • Nicht nur SchülerInnen sollen die Bandbreite ihres Verhaltens kennen oder kennen lernen, sondern auch LehrerInnen. Daher eine längst fällige Formulierung eines Vorschlags für eine Verhaltensskala für LehrerInnen:

    Negativ

     

    Sie weisen zu Beginn der Stunde auf einen Missstand hin und beginnen den Unterricht, ohne den Stundenablauf im Groben zu skizzieren.

     

    Sie sagen missmutig „nein“, wenn etwas nicht geht und wirken persönlich gekränkt, weil Sie danach gefragt wurden.

     

    Sie gehen einen halben Tag nicht aufs Klo oder essen nichts, auch wenn Ihr Körper dringend nach dem einen oder dem anderen danach fordert. Tür- und Angelanfragen beantworten Sie missmutig und genervt, wenn keine Zeit für eine korrekte Entgegennahme besteht.

     

    In Gesprächen mit KollegInnen bezeichnen Sie SchülerInnen, die den Anforderungen des Schulalltags in der einen oder anderen Weise nicht entsprechen, als dumm, blöd, deppert oder auch vollkommen realitätsfremd.

     

    Sie ärgern sich, wenn SchülerInnen Fristen nicht einhalten, oder anderweitig durch Nichtorganisiertheit negativ auffallen, und lassen sich diese schlechte Laune so anmerken, dass man sie als Erziehungsmittel auffassen könnten.

     

    Sie versuchen, Probleme grundsätzlich durch ein „ja“ zu klären, um so SchülerInnen eine positive Erledigung durch Fristverlängerung zu ermöglichen, räumen ihr/ihm jedoch keine Verantwortung darüber ein, und so bleibt wieder alles bei Ihnen hängen – was Sie ärgert.

     

    Sie lassen sich in Gesprächen unterbrechen oder tadeln die/den unterbrechenden missmutig für den bloßen Versuch, das Gespräch zu unterbrechen.

     

    Sie werden durch die Anforderungen des Schulalltags von einer Situation zur anderen gehetzt, die Sie zu erfüllen suchen, Sie aber am Tagesende erkennen, dass dies nur unter größter Anstrengung möglich war.

     

    Sie versuchen Fehler entweder zu vertuschen, oder jemandem anderen zuzuschreiben. Keinesfalls informieren Sie Ihre/n Vorgesetzten über gröbere Geschichten und lernen statt dessen akribisch, so im Grauschatten des Erlaubten zu agieren, dass diese Missstände nicht weiter auffallen.

     

    Sie produzieren bei problematischen Elternanfragen grundsätzliche Aussagen, dass so etwas nicht gehe, und dass das Problem ausschließlich durch familieninterne Strategien gelöst werden können.

     

    Sie verwenden beim problembeladenen Elternkontakt reflexhaft eine der folgenden 14 Floskeln, die von www.learn-line.nrw.de so hübsch gesammelt wurden: 

    1. Das ist völlig ausgeschlossen.
    2. Das kann gar nicht stimmen.
    3. Da müssen Sie sich täuschen.
    4. Das gibt es bei uns nicht.
    5. Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.
    6. Das habe ich noch nie gehört.
    7. Das ist noch nie vorgekommen.
    8. Sie sind der / die Erste.
    9. Sie sind der / die Einzige.
    10. Da müssen Sie / Ihr Kind selber irgend etwas falsch gemacht haben.
    11. Sie sind / Ihr Kind ist da sicher besonders empfindlich.
    12. Vergessen Sie bitte nicht, dass wir eine gute Schule sind.
    13. Dafür haben wir zu viel Erfahrung im Umgang mit Kindern.
    14. Von den anderen Eltern der Klasse haben wir diese Beschwerde noch nie gehört.

     

    Sie gehen davon aus, das Kinder perfekte Wesen sein müssen, die jederzeit jeden Tag sonnig und gut gelaunt ihrem Wissensdrang nachgehen und ständig Lust an positiven Sozialkontakten haben.

     

    Sie verwenden Ihre Freizeit nur um sich bis zur Besinnungslosigkeit vorzubereiten. Ihr Gehalt geben Sie für alles andere aus, nur nicht für eine Coaching Stunde, die Ihnen hilft, den Schulalltag einigermaßen intakt über die Runden zu bringen.

     

    Neutral

    Sie sind anwesend und fallen weiter nicht auf. Weder positiv, noch negativ. Ein ganz normaler Tag in einer ganz normalen Schule.

    Positiv

    Sie begrüßen die Schüler mit einer kleinen Geschichte, was Sie heute schon Nettes erlebt haben und stellen dann den SchülerInnen vor, was Sie in dieser Stunde mit ihnen vorhaben. (Schülerrecht auf positive Aktivierung und Recht auf Einblick in die eigene nächste Zukunft, wenn sie von anderen – Ihnen – abhängt.)

    Sie entschuldigen sich, dass etwas nicht geht, wenn etwas nicht geht. (Schülerrecht auf freundliche Mitteilung unbequemer Tatsachen.)

     

    Sie benützen die Pause, um Ihre persönlichen Grundbedürfnisse zu befriedigen und verweisen Tür- und Angelanfragen mit einem freundlichen Hinweis auf Ihre Sprechstunde oder auf einen besseren konkreten Zeitpunkt. (Lehrerrecht auf Toilettenbesuch und rechtzeitige Nahrungsaufnahme.)

     

    Sie verwenden auch in internen Gesprächen korrekte Bezeichnungen für SchülerInnen, die den Anforderungen des Schulalltags in der einen oder anderen Weise nicht entsprechen. (Menschenrechte auf Würde und Nichtperfektsein.)

     

    Sie weisen SchülerInnen ernst auf Nichteinhaltung organisatorischer Fristen oder unpassende Strategien zur Bewältigung des Schulalltags hin und setzen einen konkreten messbaren Nachtermin, der zu einer konstruktiven Klärung der Problemstellung wenigstens von Ihrer Seite beitragen kann. (SchülerInnenrecht auf Schulung in organisatorischen Belangen.)

    Sie verwenden das Wort „nein“ in einem ernsthaften Kontext und haben kein wie immer geartetes schlechtes Gewissen, wenn dadurch dem/der SchülerIn Verantwortung übertragen wird, die sie/er vielleicht nicht nützt. (SchülerInnenrecht auf ein klares „nein“ und Selbstverantwortung.)

    Sie lassen sich in einem Gespräch nicht unterbrechen und weisen gegebenenfalls freundlich auf diese Tatsache hin. (SchülerInnenrecht auf Uninformiertheit.)

    Sie führen eine Liste persönlicher Prioritäten und kennen konstruktive Mechanismen und Strategien, wenn die Umstände so gelagert sind, dass diese Prioritäten nicht erfüllt werden können. (Menschenrecht auf Gestaltung ihrer/seiner Prioritäten.)

    Sie geben frank und frei Ihre Fehler zu, nennen diese Herausforderungen und versuchen keinen besseren Schein zu erwecken, als Sie selbst ausstrahlen können. Bei gröberen Geschichten wenden Sie sich auch an Ihren Vorgesetzten bzw. weisen sie/ihn auf täglich praktizierte Missstände hin, an die sich schon alle gewöhnt haben. (Menschenrecht auf Fehler.)

    Sie denken bei Elternkontakt als erstes daran, dass das betroffene Kind das Wichtigste ist, was diese Eltern haben. Danach formulieren Sie Ihre Sicht der Problemstellung und bieten dem Familiensystem unzählige Möglichkeiten, die Sache gemeinsam in den Griff zu bekommen. (Familienrecht auf Integrität und Intaktbleibenheit.)

    Sie erklären nicht jede Problemsituation mit Ihrer Unzulänglichkeit und verfallen andererseits nicht in das Extrem, diese Unzulänglichkeit der/dem anderen zuzuschreiben. (LehrerInnenrecht auf Teilung der Verantwortung.)

    Sie gehen davon aus, das Kinder keine perfekten Wesen sein müssen, die auch teilweise betrübt, besorgt, zornig und missmutig sind und ihrem Wissensdrang nicht nachgehen wollen und auch einmal keine Lust an positiven Sozialkontakten haben. Konstruktive Kritik an solchem Verhalten kennen Sie eine ganze Menge aus dem ff. (SchülerInnenrecht auf professionelle Erziehung.)

    Sie verwenden Ihre Freizeit nicht nur um sich bis zur Besinnungslosigkeit vorzubereiten, sondern auch um sich wohlzufühlen, sich zu entspannen, nette Sachen zu machen, zu Schlafen und dann und wann eine Coaching-Stunde auch aus dem eigenen Gehalt zu bezahlen. (LehrerInnenpflicht auf Sicherung der eigenen Ressourcen.)

  • Video Podcast, das wollte ich mit diesem Film mal ausprobieren.

    Hier meine Anleitung, wie man einen kleinen unspektakulären Film macht…
    1. Inhalt vor Technik. Thema wählen und ein paar Tage nur im Kopf durchdenken ohne technische Beschränkung.
    2. Apple Laptop mit eingebauter Kamera besitzen… (Apple macht glücklich; die schauen immer darauf, dass die Einzelkomponenten  Video, Fotos, Film, Dokumente zueinander passen) – oder die Windows Alternativen kennen.
    3. Also: Ich will Tafellöschen zeigen. Ablauf klar.
    4. Apple Laptop hinstellen, alle Lichter aufdrehen, Quicktime starten und Aufnahmetaste drücken.
    5. Aufnehmen. Zwei Einstellungen unter anderen Blickwinkeln aufnehmen – nicht mehr, das Wenige bringt die Abwechslung.
    6. iMovie öffnen, die Files vom Desktop reinziehen. Erinnern: schnell & schmutzig soll es werden. Nicht an Vorgesetzte denken, eher an den Lustfaktor.
    7. Arrangieren, Tracks teilen, Übergänge gestalten – weniger ist schon wieder mehr.
    8. Tonspur: im Apple Laptop die Audiodateien nach Musik durchwühlen, reinziehen in das Arrangement.
    9. Erzählerspur aufnehmen – ohne Manuskript, einfach erzählen, was man sagen will.
    10. Blödsinn aus der Audiospur rausschneiden, Audiovolume anpassen.
    11. Exportieren, rauf auf Youtube.
    Summe: 3 Stunden rasches Arbeiten.
    Update: Das Nachfolgevideo ist hier
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Lothar Bodingbauer ist österreichischer Radiojournalist, Abendschullehrer und freier Podcaster.

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Text: Zum Hintergrund (2014)

Fotos sind auch auf Instagram: lobodingbauer