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Wien

Wissenschaft

  • 324. Der Waldrapp

    324. Der Waldrapp

    18. bis 22. Mai 2020

    Die letzte Möglichkeit, den Waldrapp in Österreich in freier Wildbahn zu sehen, war vor mehr als 300 Jahren. Der etwa krähengroße Vogel, schwarz, schillernd, kahl am Kopf, mit langem rotem Schnabel ist seither ausgestorben. Aber in Marokko gibt es eine Gruppe von 700 Individuen, denen es gut geht, wenn ihre Lebensbedingungen geschützt, geschätzt und gepflegt werden. Waldrappe leben gerne in Gruppen, sie sind äußerst sozial, durchaus scheu, sie lieben Wiesen und sind dann tatsächlich weniger im Wald zu finden, als in der Steppe. Wenn sie nass werden, werden sie zur Beute für Greifvögel, denn ihr Gefieder hat keine wasserabweisenden Fähigkeiten.

    In Österreich sind Waldrappe schon heute im Cumberland Tierpark in Grünau im Almtal zu beobachten. Eine wissenschaftliche Gruppe an der dort angesiedelten Konrad Lorenz Forschungsstelle – das “Waldrappteam” – erforscht ihre Lebensweise, ihr soziales Verhalten samt einer durchaus seltsam anmutenden Art, mit drei verschiedenen Arten von Lautäußerungen zu kommunizieren. Das “Huch” etwa – und es klingt bei Waldrappen genau so, wie man es schreibt, verwenden sie, wenn sie interessante Partner:innen treffen, aber auch wenn Gefahr droht. Hier gilt es also fein zu unterscheiden.

    Wer Waldrappe in Österreich wieder ansiedeln will, muss sich auch darum kümmern, dass sie im Winter verlässlich in den Süden fliegen. Da sie das nicht können, wenn sie aus Marokko stammen, muss man es ihnen lernen. Das Waldrappteam fliegt mit Leichtflugzeugen voraus, ruft “Waldies, kommt” und so geht es gemeinsam nach Italien – mit Pausen. Einmal die Route gelernt, können sie dann selbst zurückfliegen und den Kurs an zukünftige Generationen selbst weitergeben.

    Interviewpartnerin:

    Verena Pühringer-Sturmayr, MSc
    Konrad Lorenz Forschungsstelle
    Fischerau 11
    4645 Grünau im Almtal

    https://klf.univie.ac.at/de/forschung/modellarten/waldrappe/


    Foto: Verena Pühringer-Sturmayr

  • “Wir alle sind Armin Wolf” – Trilologie

    “Wir alle sind Armin Wolf” – Trilologie

    Workshop anlässlich der “Medientage Strobl 2019”, die Fachtagung für “Freie Medien und Bildungsarbeit”, Link zur Website.

    Als “4. Macht im Staat” bezeichnet wird Journalimus bezeichnet, und wenn es jemandem nicht daran gelegen ist, dass diese Macht existiert, wird er angegriffen. Oder seine besten Vertreter:innen. Als Anchorman der ZIB2 steht Armin Wolf und insgesamt der gesamte öffentlich-rechtliche Journalismus immer wieder ganz vorne. Lassen wir nicht ihm und dem öffentliche-rechtlichen Rundfunk die heißen Kartoffeln aus dem Rohr holen, “wir alle sind Armin Wolf”. Als Akteure – als Journalist:innen – aber auch als Medienkonsument:innen.

     

    Wir-alle-sind-Armin-Wolf: Trilogie / Diskussion / Manifest
    (Lothar Bodingbauer)

    Kritischer Journalismus macht Populisten keine Freude. Eigentlich ist das doppelt gemoppelt. Man könnte auch nur “Journalismus” dazu sagen. Journalismus ist kritisch. Wenn Armin Wolf als ZIB2-Anchorman ganz vorne an den glühenden Kohlen arbeitet und dabei angegriffen wird, dann passiert das stellvertretend ihm, wir schauen zu. Aber Armin Wolf, das sind wir alle.

    1. Bestandsaufnahme. Was ist Journalismus. Ganz genau? Wie funktioniert Meinungsbildung beim Publikum. Geht es um Glauben? Um Wahrheit? Welche Interessensgruppen gibt es, und warum sind wir wirklich alle Armin Wolf?
    2. Komplexität statt einfache Antworten. Was bedeutet kritisch denken ganz genau? Wer hat Vorteile? Wer hat die Nachteile?
    3. Glauben versus Wissen. Die “Marke Wissenschaft” löst aus dem Gesamtkomplex “Universum” jene Elemente, die messbar, wiederholbar, vorhersagbar und widerspruchsfrei sind. Was ist der Rest, und wie sollen wir damit umgehen? Es ist nicht die Suche nach der Wahrheit, sondern die Suche nach der besten Geschichte, die Wissenschaft stark macht. Ihre Stärke ist, vom “warum” zum “wie” zu kommen. Warum und wie? Das schauen wir uns an.

    Als Endprodukt der Trilogie entsteht pro Teilnehmer:in ein Manifest (LINK), wie sie mit Journalismus, Komplexität, Glauben und Wissen umgehen möchten. Das nageln sie dann an eine Tür.

    • Mit wem reden? Ausgrenzen? Oder nicht? – Jan Böhmermann.
    • Umgang mit Komplexität.
    • Der andere Standpunkt.Meinung abgeben – Meinung machen.

    (more…)

  • 295. Der Buchstabe X

    Der Joker unter den Zeichen: Wie das X als Zeichen für das Unbekannte in die Mathematik kam.

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  • 290. Diamanten auf dem Prüfstand

    Künstlich, natürlich, oder vielleicht sogar gefälscht? Die Mineralogin Vera Hammer spricht über die Echtheitsprüfung von Edelsteinen. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)

  • 288. Wie kam das Wasser auf die Erde?

    Der Astronom Rudolf Dvorak spricht über die mögliche Herkunft der wichtigsten Grundlage des Lebens. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)

  • 284. Gackern, scharren, Eierlegen

    Eine traditionsreiche Nutztierrasse. Die Biologin Irene Hochrathner über das Altsteirer Huhn.

    Link zum Programm

    Haushühner stammen aus dem chinesischen Raum, sie wurden bereits vor 4000 Jahren domestiziert. Sie kamen durch Phönizier, Griechen und Römer nach Europa. Bei uns haben sich in ländlichen Gebieten je nach Gegend individuelle Rassen weiterentwickelt, die zunehmend wiederentdeckt werden.

    Das Altsteirer Huhn, das Sulmtaler Huhn und das Nackthalshuhn sind drei österreichische Hühnerrassen, die als gefährdet gelten. Besonders das Altsteirer Huhn wird zunehmend in bäuerlichen Kleinbetrieben wiederentdeckt, da es als besonders stabile, wetterfeste und krankheitsresistente Rasse gilt. Es ist die Zweifachnutzung, für die die Tiere gehalten werden, für Eier und Fleisch gleichermaßen.

    Hybridrassen im Gegensatz dazu werden in der modernen Hühnerzucht spezialisiert gezüchtet: entweder als Mast- oder Legehennen. Im Vergleich zu Hybridhühnern legen die Altsteirer Hühner zwar weniger Eier, dafür aber bis ins hohe Alter.

    INTERVIEWPARTNERIN:

    Dr. Irene Hochrathner
    Spartenbetreuerin bei Arche-Austria (Verein zur Erhaltung seltener Nutztierrassen)
    COO Orchis


    Teil 1: Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_1 Asiatische Urahnen (mp3)

    Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_1


    Teil 2: Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_2 Eierlegen bis ins hohe Alter (mp3)

    Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_2


    Teil 3: Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_3 Ein Huhn wie aus dem Bilderbuch (mp3)

    Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_3


    Teil 4: Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_4 Schlafplätze und Hackordnung (mp3)

    Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_4


    Teil 5: Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_5 Wiederentdeckte Haltung (mp3)

    Filename: radio284_nat_altsteirerhuhn_5

  • Fakt oder Meinung?

    Ich habe mir das näher angeschaut. Fakt oder Meinung?

    Vielen Menschen fällt es schwer, Fakten von Meinung zu unterscheiden. Das ist aber wichtig. Besonders in Zeitung, Radio und Fernsehen sollten Fakten und Meinungen nicht vermischt werden. Wo ist da der Unterschied?

    Fakt: Eine Tatsache. Etwas Messbares. Eine Beschreibung von einem Zustand. Eine Beschreibung von einem Prozess. Der Übermittelnde halt es für wahr. Es gibt eine objektive Begründung. Es kann überprüft/demonstriert/gezeigt werden. Ein Faktum ist also etwas Allgemeines. Oft erkennbar durch hat/ist/sind/können in der Einleitung, oder der Phrase “es ist bekannt, dass…”, allerdings nicht jede dieser Einleitung bringt dann ein Fakt. Wenn es als Fakt erkannt wird, meinen Menschen oft, dass das Fakt damit auch genau (richtig) ist. Wenn fälschlicherweise als Meinung bezeichnet, dann stimmen diese Menschen üblicherweise dieser Meinung nicht zu (s. Link). Englisch: factual statement.

    Beispiel:

    • Die Banane ist gelb. Sie hat braune Punkte.
    • Viele Lokale sind rauchfrei.
    • Katzen können auf Bäume klettern.

    Meinung: Eine Bewertung. Eine Einschätzung. Eine Interpretation. Eine Beschreibung von einem Gefühl. Eine Beschreibung von einer Stimmung. Der Übermittelnde halt sie für wahr. Die Begründung dazu ist aber nicht objektiv. Eine Meinung ist also etwas Persönliches. Oft erkennbar durch: sollen/müssen/dürfen in der Einleitung, oder Eigenschaftswörter (groß/bester/vernachlässigbar/immer), oder der Phrase “Meiner Meinung nach…”. Wenn sie als Meinung erkannt wird, wissen Menschen im allgemeinen, dass sie zustimmen können, aber nicht müssen (s. Link). Selbst Expertenmeinungen sind keine Fakten. Englisch: belief, opinion statement (Stellungnahme).

    Beispiele:

    • Die Banane schmeckt ausgezeichnet. Sie ist reif.
    • Es sollte ein Rauchverbot in Lokalen geben.
    • Katzen müssen auf Bäume klettern.

    Ist der Folgende Absatz Fakt oder Meinung?

    Bevor man eine Meinung hat, braucht man idealerweise Fakten. Man sollte sich also erst ein Bildung von der Situation machen, bevor man eine Meinung dazu formuliert. Eine Meinung kann sich aber durchaus nur auf andere Meinungen stützen. Dann ist es halt keine eigene Meinung.

    Weiterführender Link: http://www.journalism.org/2018/06/18/distinguishing-between-factual-and-opinion-statements-in-the-news/

    https://twitter.com/LoBodingbauer/status/1008972857685274624

    Dazu zwei Interviews von CBC Radio One (As it Happens), in denen jeweils der andere Standpunkt eingenommen wird. Zwei 8 min. Interviews für jede Journalismusschulung. Link zur Zusammenstellung.

    Weiterführende Fragen:

    1. Wer hat Interesse daran, dass Fakten von Meinungen beim Formulieren getrennt werden? Die Senderseite.
    2. Wer hat Interesse daran, dass Fakten von Meinungen beim Hören und Verstehen getrennt werden? Die Empfängerseite.
    3. Was bedeutet Glaubwürdigkeit?
    4. Was bedeutet “hinterfragen” bzw. “kritisch denken”?
  • 278. Überlebenskünstler Moose

    Interview mit Harald Zechmeister vom Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien.
    Moose erkennt man an ihrer leuchtend grünen Farbe. Zumindest, wenn es feucht ist. Sie brauchen keine Wurzeln, um Nährstoffe aufzunehmen, sondern um sich am Boden, am Stein oder an Bäumen festzuhalten. Bryologen sind Moosforscher. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)

  • 276. Kälte

    Wort der Woche: Was bedeutet “kalt”? Besuch bei Michael Reissner im Labor für Tieftemperaturphysik der Technischen Universität Wien. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

     
    (Passwort notwendig)

  • 275. Urblüten

    Mit Jürg Schönenberger, Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)