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Wien

Gedanken

  • ZIB Protest, Weltuntergang und die Pflichten des Nachfragens

    Gestern haben die ZIB Redakteure ihr Manifest für unabhängige Berichterstattung veröffentlicht. Einen Film, der die Stimmen vieler beteiligte Redaktionsmitglieder zu einer einzigen Botschaft zusammensetzt, im Stil des großartigen Lip Dubs von Grand Rapid. Nicht ganz so optimistisch zwar, in jedem Fall aber: die Stimmung kommt rüber. Diese ORF Leute sind sauer.

    Interessant dabei ist weniger der Anlass, die politisch motivierte Postenbesetzung für den Büroleiter des Generalintendanten durch den Generalintendanten, sondern die bis zu diesem Moment abwesende Öffentlichkeit an dieser Geschichte. Wieder einmal sind wir draufgekommen, dass wir uns viele Jahre vorher schon dafür interessieren hätten müssen.

    Eine Parallele zum Weltuntergangsszenario 2008 drängt sich auf, das auftauchte, als der aufgerüstete Elementarteilchen-Beschleuniger am CERN mit ein paar Teraelektronenvolt mehr Energie wieder in Betrieb ging. Angeblich, so befürchtete plötzlich eine immer größer werdende Öffentlichkeit, könnten dort bei den Experimenten Schwarze Löcher entstehen, die erst Genf, dann die Schweiz, und dann die ganze Welt verschlingen.

    Wir wurden bitter daran erinnert, dass wir jahrelang den Wissenschaftern dort keine Fragen mehr gestellt haben, was genau sie eigentlich machen. Wir haben das Geld überwiesen und einfach nicht mehr nachgefragt. Und dann musste man glauben, was sie sagten.

    Jetzt beim Protest der ORF Redakteure ist es ähnlich. Wir haben jahrelang den Staatsfunk gefördert und betrieben, durch Gebühren, mangelndes Nachfragen und durch Uninteresse an den Mechanismen von Medien und Berichterstattung.

    Ein Medienjournal, wie es etwa der Deutschlandfunk als wichtiges Werkzeug des öffentlichen Nachfragens betreibt (Markt und Medien), fehlt bei uns in Österreich. Und jetzt sind wir überrascht, dass das Ungetüm seine weitreichenden Schatten ins Land wirft. Oder besser, wenn wir daran erinnert werden, dass es diese Schatten schon seit langem gibt.

    Ein Dank den ORF ZIB-Redakteuren, dass sie uns an die Pflicht des Nachfragens erinnern. 270.000 mal wurde das Protest-Video innerhalb 24 Stunden angesehen. Eine gute Medienberichterstattung wäre eine konstruktive Fortsetzung ihrer vielfältigen Stimme.

    *** Lothar Bodingbauer ist freier Mitarbeiter beim Hintergrundsender Österreich 1

  • 8 mal Post

    Magazine, Briefe, Kataloge… Vor dem Internet bin ich einmal pro Tag mit Freude zum Briefkasten gegangen, um nachzuschauen, was da gekommen ist. Heute kann ich das 8 mal tun.

    1. Briefkasten unten im Gang
    2. E-Mail Inbox
    3. Twitter
    4. Facebook
    5. Kommentare am Blog
    6. RSS Feeds im Reader
    7. Zite
    8. Flipboard

    8 mal Post. Und nach wie vor schaue ich gerne nach.

  • Der Name Jakob Ahrenberg

    Der Name Jakob Ahrenberg

    Zite ist ein online Magazin, das mich gerade fragte, ob ich nicht ein Profil anlegen möchte. So könne ich meine Interessen leicht speichern und auf allen Geräten zugänglich machen. Ja gerne, warum nicht. Als “echten” Namen gab ich für mein Profil Jakob Ahrenberg ein, das war der erste Name, der mir in den Sinn kam. Jakob Ahrenberg. Warum ist mir dieser Name eingefallen? Manchmal fällt mir auch der Name Hilde Spiel ein. “Wer um alle Welt ist Hilde Spiel…?”, aber dies Person gibt es wirklich. Was ist also mit Jakob Ahrenberg, habe ich den schon mal getroffen? Wikipedia gibt Auskunft. Es gibt tatsächlich einen Johan Jacob Ahrenberg, einen finnischen Architekten, der schon längst tot ist, und dem ich auch nie begegnet bin. Der Mann hat ein exisitierendes Profil in Wikipedia, ich hatte nie etwas mit ihm zu tun, habe nie etwas von ihm gehört, und trotzdem fällt er mir ein. Vielleicht habe ich halt wirklich schon mal gelebt, und manchmal, ganz selten, dringt was durch. Auf der anderen Seite bin ich schon manchmal mit Finnair geflogen und wer weiß, was die so in ihren Bordmagazinen hatten. Oder es gibt noch eine andere Erklärung.

  • Missverständnis

    Eine österreichische Partei setzt ein “unmissverständliches und klares Zeichen”, in dem sie einen Mitarbeiter aus Partei und Parlamentsclub ausschließt. Liebe Freunde der subtilen Kommunikation: Ihr könnt ein Zeichen setzen. Ob es missverständlich oder unklar ist, klar oder unmissverständlich, das beurteilen ich oder mein Kater, der schläft aber gerade.

  • Menü I

    Stresshäppchen

    Paniksuppe mit Mobnockerl

    Burnoutgulasch mit überlastetem Salat

    Fluchtkuchen

  • Frage

    Kann man eigentlich Löcher verkaufen, und wie packt man sie ein?

  • Sonderbare Bezüglichkeit

    • Einen Packen Packpapier in Packpapier einpacken.
    • Beim Essen gefressen werden.
    • Lehrende belehren.

    Sonst noch was?

  • Marketing hat funktioniert

    Da kaufte ich mir Handschuhe beim Eybl in der Pferdesportabteilung, dort waren sie im Angebot. Mit Pferden habe ich nichts am Hut, aber die Handschuhe brauche ich zum Radfahren, also doch: Drahtesel, halbwegs im Zielgebiet. Ich kaufte auf Kundenkarte.

    Drei Wochen später: von Eybl  für mich ein Pferdesportkatalog zugeschickt im Briefkasten, das Eybl-Marketing funktioniert, noch nie was haben sie mir bisher was für Pferde geschickt. Nur immer Laufen oder das andere Zeugs. Urspannend die Sachen für’s Reiten. Was es da alles gibt…

    • Huffett Glitzer: Das Huffett mit dem Glitzereffekt, zur täglichen Pflege geeignet, hält den Huf elastisch.
    • Glitzerspray: Ein glitzernder und glänzender Auftritt mit dem Glitzerspray, das Spray mit Glitzereffekt macht dich und dein Pferd zum Star.
    • Rider’s Magic. Das Power-Konzentrat für Volumen, Glanz und schnelle Kämmbarkeit.
    • Mähnenliquid. Wirksam gegen Schuppen, Mähnen- und Schweifscheuern.

    Letzteres werde ich gerne  mal ausprobieren. Oder auch mal eine Abschwitzdecke für mich. Und eine Longierpeitsche für die gegnerischen Radfahrer am Ring. Yiha!

  • Himmlisch

    Ich bezahle für meine private Rechtsschutzversicherung ungefähr gleich viel wie Kirchensteuer. Ob es da einen Zusammenhang gibt?

  • Verständnisfrage

    Man hört in einem Interview, dass viel zu wenig um Entschuldigung gebeten wird, sondern vermehrt nur ein “Tschuldigung” ausgesprochen wird. Das ist nicht allzu tragisch. Man weiß ja, was gemeint ist. Schwieriger ist, wenn in Lautsprecherdurchsagen öffentlicher Einrichtungen nach der Bekanntgabe von Problemen für unser Verständnis gedankt wird. “Wir bitten um Verständnis”, wäre hier wohl besser. Der Dank käme dann danach – sofern nicht der Fall eintritt, dass die Betroffenen sauer sind, und leider kein Verständnis haben. Denen aber gleich voraus zu danken ist schlechter als ein bloßes “Tschuldigung”.