Radio, Science, Education

Wien

Gedanken

  • Sätze, die selten genannt werden

    Er hat ihm nicht nur Sand in die Augen gestreut.
    Schraube bitte eine neue Glühbirne raus.
    Dreh den Fernseher um!
    Geh mir in den Weg!

    Wir müssen Ihnen also diese Missverständnisse in den Weg räumen.
    Sie trank so sanft.

    Könnten Sie bitte etwas schneller sprechen?
    Ich verstehe Sie zu stark.

    Gleich häufig genannt:

    Der Deckel passt nicht!
    Der Deckel passt fast!
    Der Deckel passt!

  • Illusionenza

    Ich bin in eine Illusion getreten.
    Sie lässt wieder ihre lllusionen zum Fenster raushängen.
    Die gröbsten Illusionen hat er leider noch vor sich.
    Zuviel Illusionade getrunken.
    Er hat die ganze Zeit Illusionetten gemampft.
    Oh, was sind Sie von Beruf? Illusionatiker. Illusiopath?
    Ach, ich dachte er sei Illusionateur.
    Eine illusionistische Haltung wäre nun absolutiv verfehlt.
    Da liegt ein Illusionasmus vor.
    Illusiotrop, wasserdicht, in alle Richtungen.
    Der Arme, er illusioniert wieder.
    Da müssen wir noch einmal drüberillusionieren.
    Gib noch etwas Illusionat rein!
    Diese Angelegenheit erfordert eine sofortige Illusionative.
    Sie hat sich wiederholt illusioniert.
    Die Sache geht leider in die nächste Illusionanz.
    Ach ist der Kleine süß… Ja, er heißt Illusius!
    Machen Sie sich hier mal lieber Illusionen.
    Wir sind hier von einer illusionistischen Umzäunung umgeben. Nicht zu überwinden.
    Ja, sie muss endlich ihre Illusionen unter Kontrolle kriegen.
    An der dritten Illusion rechts abbiegen. Nein, Sie müssen erst über die anderen beiden Illusionen drüber und dann rechts.

    … illusionierend, illusioniert, illusioniebig, illusionistisch, illusioniv, illusionativ, illusionesk, illusionod, illusionarisch, illusional, illusiotiv, illusionamisch, illusionastisch. Illusionell! Das Illusionat, neoillusionistisch. Illusionale. Illusionengler & Illusioniker. Illusionator. Illusionateur. Illusionationszeit. Illusionatik. Illusionation. Illusiopädie. Illusionismus, llusionasmus; Illusionen. Illusion. Genug.

    Und Achtung: Zwischen … und … liegt ein toter Greifvogel auf der linken Spur. Fahren Sie bitte vorsichtig. (Bayern 3 Verkehrsdienst) – Um ihm nicht weiter zu schaden.

  • Und wieder neue Namen für die Züge

    Auch auf der letzten Fahrt mit der Bahn beeindruckende Namen von Schnellzügen im Fahrplan gesehen. Neben Dauerbrennern wie EC Transalpin stammen folgende Lichter der Namensgebung aus dem aktuellen Fahrplan:

    • IC easybank
    • EC Urlaub am Bauernhof (kennen wir schon, ist sympathisch)
    • IC auslandssemester-info.at
    • EC Industrieland Österreich (das ist aber wirklich schön)
    • IC Die Kurzentren Österreichs
    • EC SUPERFUND (ja, großgeschrieben)
    • IC EurothermenResorts (ja, zusammengeschrieben)
    • EC LA REDOUTE – Modetrends (ja, gemischt geschrieben)
    • IC Alpentransitbörse (Killer!)
    • EC Samariterbund (vergleichsweise zahm)
    • IC Linz 09 Kulturhauptstadtstadt Europas (musste kommen)
    • IC ALPENKONVENTION (oder ALPENKONVEKTION, ich weiß nicht mehr genau)

    und

    • IC Österreichischer Städtebund (OK)

    Danke vorerst für diese Auswahl. Diese Züge fahren alle irgendwie auf der Westbahn herum. Man möchte noch folgende Namen vorschlagen, sollten einmal welche gebraucht werden:

    • IC Wurzelspitzenresektion
    • EC Panikattacken 2009
    • EC Geriatrische Chance
    • IC Bacteria Coli
    • IC Zwangsausgleich
    • EC Innerer Rückzug
    • IC Nagende Eifersucht
    • EC Binomialkoeffizient (oder auch EC Lehrsatz des Pythagoras)
    • EC Klamm&Heimlich
    • IC Langsame Fahrt
    • EC Schlafender Hund
    • IC rotten.com
    • IC Oh Du Mein Held
    • IC Ctrl-Alt-Del

    und

    • IC IC IC oder eventuell IC Eurocity-Intercity

    Um weitere Anregungen wird gebeten. Vielleicht leisten wir uns mal einen Schnellzugnamen für ein Jahr. Ich wär für EC Rambazamba. Oder IC El Karacho (siehe Kluge Etymologisches Wörterbuch 24. Auflage). Mal schauen, was das kostet.

  • Aufgabe

    Bringen Sie die folgenden Begriffe in die richtige Reihenfolge:

    Grotesk, absurd, kafkaesk, perfid, frugal.

  • 1 Diplomarbeit Psychologie

    So was würde man mir nichts dir nichts zusammenkriegen, wenn man das Revier-, Platz- und Sichtwegverteilungsverhalten von Männern, Frauen und Kindern im Kindertheater mit freier Platzwahl analysiert.

  • Phänomene

    Jeder, der noch nie eine Hansi Hinterseer Show im Fernsehen gesehen hat, sollte das schleunigst tun.
    Korrigiere.

    Bemerkenswert dann die Nebenkandidaten für die Wahl 2008 in der ZIB 2, endlich Harald Lesch im ZDF als Wissenschaftsvermittler mit einem Hauch zuviel des Lieds für die Forschung, ein Beitrag über Beschneidung männlicher Kinder anhand einer Zeremonie und neu mit lokaler Hypnose Narkose, und ein fescher Club 2 zu Image und Wirklichkeit im Wahlkampf, anfänglich mit Glaubensbekenntnissen, aber so schön, wie Rudolf Nagiller spricht, so mag man ihn verstehen.

    Das war der Fernsehabend, seit langem wieder einer. Reicht dann eine Weile wieder.

  • Lebensdatenproblematik

    Wenn es eine Maschine gäbe, die jede Sekunde eines Lebens aufschreiben würde. Was würde sie nützen? Da man zum Lesen etwas länger braucht, als zum Erleben, könnte niemand diese Sammlung an Lebensdaten lesen, da er dazu länger leben müsste, als der, dessen Leben er liest. Das ist die Problematik der Chronisten. Sie zeichnen daher nicht alles, sondern nur manches auf. Die Problematik liegt in der Reduzierung. Üblicherweise schreiben Chronisten das auf, was bemerkenswerter ist als das tägliche Tun. Man könnte aber auch einmal als Chronist jede zweite Handlung aufschreiben, oder nur Tätigkeiten, die sich nach links wenden, oder nur welche, die sich nach oben erstrecken, die etwas verbessern (das tun sie sogar), aber auch vielleicht nur jene, die etwas verschlechtern. Vielleicht nur die zukunftsweisenden, oder nur jene, die sich auf die Vergangenheit beziehen; oder jene, die an etwas Geschehenes erinnern lassen – oder eben jene, die man lieber vergessen möchte. Das aufzuzeichnen wäre eine große Kunst.

  • 4 Netzwerke besser als 1?

    Da hört man im Qualitätsradio, dass 4 soziale Netzwerke besser wären als eines, dass man da glücklicher sei. Das ist möglicherweise nicht so zu vereinfachen. Es braucht mehr Zeit, 4 Netzwerke zu pflegen, wenn man davon ausgeht, dass mit der Tätigkeit in Netzwerken auch Verpflichtungen einhergehen. Weniger Zeit könnte aber eventuell mit etwas weniger Glück einhergehen.

  • Viel wurde erfunden …

    … viel wurde erdacht. Aber kein Loch im Küchenboden, wo man die Sachen reinkehren kann.

  • 30 Minuten auf Bahnsteig 3

    Umsteigen in St. Valentin und eine halbe Stunde Zeit am Bahnsteig 3 bringen Erlebnisse und Gedanken zu Tage, für die man nur “danke” sagen kann.

    “Willkommen in St. Valentin”. Das ist sehr höflich von Chris Lohner, die im sicheren Wien sitzt, und die auch St. Valentin ihre Stimme leiht. St. Valentin ist in diesem Fall nur Bahnsteig drei, und das Willkommen erübrigt sich zwischen Beton und vier Gleispaaren vorne, und vier hinten. Wer hier herkommt, muss hier umsteigen, besuchen will er niemanden.

    Schön die Güterzüge und eine Befürchtung, die sich nicht bewahrheitete: einer mit gesägten Brettern von rechts nach links, und einer mit Baumstämmen von links nach rechts. Hätten beide geschnittene Bretter gefahren, wäre das beunruhigend. So aber hatte alles seine Ordnung. Das Sägewerk ist rechts.

    Zweideutig eine Szene, die Chris Lohner gleichzeitig auf Bahnsteig drei und vier spielte. Sie sprach zur selben Zeit verschiedene Ansagen auf beiden Bahnsteigen, schwer zu verstehen, da zwischen Bahnsteig drei und vier nicht wirklich viel Distanz liegt. Eine Ansage kündigte ca. das Kommen eines Zuges an, und die andere drohte das Gehen eines anderen an.

    Zwei mal eine “wichtige Durchsage” von einer knorrigen Mänerstimme für Reisende nach Wien, die 10 Minuten Verspätung des IC ankündigte. “Duchsage” hätte gereicht, wirklich wichtig ist, wenn man ohnehin etwas ängstlich am Bahnsteig sitzt und mit dem Schlimmsten rechnet, ein sich abzeichnender Schienenersatzverkehr. Wohltuend der Verzicht des Bahnmeisters auf die auszusprechende Floskel “Die Österreichischen Bundesbahnen sind stets um die Pünktlichkeit ihrer Züge bemüht”. Ist ja kein Problem, Verspätung darf sein, kommt vor, ist ja schwierig so ein Netzwerk zu betreiben, aber sie schönzureden macht dem sorgenvollen Reisenden keinen Spaß, auch wenn sich die Marketingabteilung das vermutlich noch so wünscht.

    “Stand clear”. Das war der wie im großen Fernsehkino gesprochene Abschlusswunsch ohne Möglichkeit zum Widerspruch, sozusagen die akustische Klammer von Chris Lohner, als dann der Zug nach Wien angekündigt wurde. Der letzte Wunsch aus St. Valentin: sauber zu stehen.

    Im Zug eine herrliche Fahrt mit einem Clown, einer Klimaexpertin und zwei netten Töchtern. Die 6. Person im Abteil wurde vergrault. Der Nahrungsmitteltrolleyfahrer bot Kaffe “mit oder ohne Gas” an.