404. Schnegel

404. Schnegel

Nackte Schnecken mit versteckter Schale: Der Biologe Robert Nordsieck spricht über die Schnegel.

Teil 1: Ein besonderes Land-Weichtier

Teil 2: Erkenne den Schneck!

Teil 3: Schwarz oder gemustert – die Oberfläche macht den Unterschied

Teil 4: Mitarbeit im Garten

Teil 5: Schneckenforschung über mehrere Generationen

Der Schnegel ist eine Nacktschnecke, die in Österreich vor allem durch den Schwarzen Schnegel (Limax cinereoniger) und den Tigerschnegel (Limax maximus) vertreten ist. Der Schnegel unterscheidet sich von den Wegschnecken – die ebenfalls als Nacktschnecken ohne Gehäuse unterwegs sind – durch seine schlankere Form, einen Kiel am hinteren Körperdrittel sowie die Lage des Atemlochs im hinteren Teil des Mantelschildes.

Der Schwarze Schnegel kann über 20 cm lang werden und ist an einem weißen Streifen am Kiel sowie einer schwarz-weiß gestreiften Fußsohle erkennbar. Der Tigerschnegel erreicht etwa 15 cm, trägt ein typisches Flecken- oder Streifenmuster und kommt häufig in Gärten und Komposthaufen vor.

Schnegel ernähren sich überwiegend von Pilzen und abgestorbenem organischen Material, können aber auch räuberisch Schneckeneier oder andere Schnecken fressen. Damit tragen sie zum Nährstoffkreislauf im Boden bei und spielen eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht.

Allgemein sind alle Schnecken Weichtiere und stellen mit rund 85.000 bis 100.000 Arten die größte Klasse dieses Stammes dar. Schnecken können im Wasser und an Land vorkommen. Die Wissenschaft der Weichtiere wird “Malakologie” genannt.

Gestaltung: Lothar Bodingbauer
Gesprächspartner:
Der Biologe und Geograph Robert Nordsieck
Die faszinierende Welt der Schnegel

Weichtiere

Das Buch “Einheimische Schnecken: In der Natur, im Garten und zu Hause” von Robert Nordsieck und Martina Eleveld ist im Verlag “Natur und Tier” erschienen.

Link: https://oe1.orf.at/programm/20250915#807228/Nackte-Schnecken-mit-versteckter-Schale

403. Die Küstenlinie

403. Die Küstenlinie

Unendlich oder doch nicht? Eine Erklärung. 3 min.

Sendung: Beach Politics – Wem gehört der Strand? (Diagonal/ORF Österreich 1, 13.09.2025): Der Saum zwischen Wasser und Land ist begehrt. Hier tobt der Kampf zwischen den Elementen, zwischen öffentlich und privat, Erholungssuchenden und Immobilienentwicklern. Diagonal erkundet Ufer, Strand und Küste. Gestaltung: Nicole Dietrich

401. Die Schlögener Schlinge

401. Die Schlögener Schlinge

Wissenschaft im Fluss

Die Donau macht in Oberösterreich, auf halbem Weg zwischen Linz und Passau, bei Schlögen auf fünf Kilometern zwei 180°-Kehren. Diese sogenannte „Schlögener Schlinge“ ist entstanden, als die Donau das harte Gestein der Böhmischen Masse nicht durchschneiden konnte. Wissenschaftlich ist diese Besonderheit des Donautals mit seinen umgebenden, 250 m hohen Hängen für viele Disziplinen ein spannender Bereich. In der Kurve entstehen typische Strömungsphänomene im Flusswasser: Erosions- und Sedimentationszonen, spiralförmige Sekundärströmungen, das Wasser wird an der Außenseite beschleunigt und an der Innenseite gebremst. Die Schlögener Schlinge ist ein schönes Beispiel für Flussdynamik, Talbildung, Geologie und Landschaftsformung. Flora und Fauna sind vielfältig. Es ist ein Gebiet hoher Biodiversität, die auch mit Citizen-Science-Projekten untersucht wird. (Lothar Bodingbauer)

Voraussichtlicher Sendetermin: September 2025

(more…)
400. Pfingstrosen

400. Pfingstrosen

Besuch beim Pfingstrosengärtner Michael Miely im Hausruckviertel.

Pfingstrosen sind mehrjährige und robuste Pflanzen, deren Blüten eine große Farbvielfalt aufweisen. Ihre Blätter glänzen. Die klassische Pfingstrose wird 70–90 cm hoch. Durch Zucht können die Blütenformen stark variieren: von einfach über halbgefüllt bis zu dicht gefüllt.

(more…)
397.  Original Braunvieh

397. Original Braunvieh

Ausflug nach Vorarlberg – zu Kuno Staudacher. Er züchtet das “Original Braunvieh”, eine alte Rinderrasse der Region.

Sendung: Ab 07.07.2025 “Vom Leben der Natur”, ORF Radio Österreich 1

Das Braunvieh entstand aus verschiedenen sogenannten „Landschlägen“ – regionalen Varianten aus Vorarlberg, der Schweiz,  dem Tiroler Oberland, Südtirol sowie aus dem bayerischen und württembergischen Allgäu. Im 19. Jahrhundert bemühte man sich, diese unterschiedlichen Schläge zu einer einheitlichen Rasse zusammenzuführen. In Vorarlberg wurde diese neue Rasse als „Montafoner Braunvieh“ bekannt – benannt nach dem damals verbreitetsten regionalen Typ.

Bis 2012 war es noch erlaubt, einzelne Tiere mit ursprünglicher Genetik aus der Schweiz in die Zucht einzubringen. Ab Ende der 1960er-Jahre wurde zudem tiefgefrorener Samen von Brown-Swiss-Stieren aus den USA importiert. Viele dieser Tiere stammten ursprünglich vom Schweizer Braunvieh ab, das etwa 130 Jahre zuvor nach Amerika exportiert worden war. In den USA waren diese Tiere allerdings gezielt auf Hochleistung gezüchtet worden. Mit dem Import des Spermas hielten daher auch amerikanische Zuchtmerkmale Einzug in den österreichischen Braunviehbestand – oft mit einem genetischen Anteil von 25 % bis 50 % Brown Swiss.

Wenn man heute von „Braunvieh“ spricht, ist damit zumeist dieses leistungsorientierte, amerikanisch geprägte Brown Swiss gemeint. Die ursprüngliche Rasse, wie sie im Alpenraum über Jahrhunderte gehalten wurde, wird daher als „Original Braunvieh“ bezeichnet.

Das Original Braunvieh ist eine klassische Zweinutzungsrasse – geeignet sowohl für Milch- als auch für Fleischproduktion. Die Tiere sind vergleichsweise klein, was sie besonders weidetauglich für steile Almflächen macht: Sie sind leichtfüßig, robust und können das vorhandene Grundfutter gut verwerten. Das durchschnittliche Gewicht liegt bei etwa 550 Kilogramm. Vom Wesen her gelten sie als sanft, ruhig und ausgeglichen – Eigenschaften, die auch die Arbeit mit ihnen erleichtern.

Gesprächspartner:

Kuno Staudacher ist Landwirt und ehemaliger Spartenbetreuer vom Braunviehzuchtverband in der Arche-Austria in Bildstein, Vorarlberg

  1. Gene zwischen Bergen, Tälern, Ozeanen
  2. Klein, sympathisch und geländegängig
  3. Hörner, Blicke und das Leben miteinander
  4. Gene, die erhalten und verändert werden
  5. Eine Kuh, auf die man stolz ist

Interviewpartner: Hugo Staudacher (Bilderberg, Vorarlberg)
Instagram: https://www.instagram.com/kuno.st/

399. Petržalka

399. Petržalka

Petržalka ist ein Stadtteil von Bratislava, getrennt von der Hauptstadt der Slowakei durch die Donau, verbunden durch Straßenbahnlinien, Buslinien und drei Brücken. Das frühere Dorf in den Donauauen wurde in den 1960er-Jahren von einer Industriezone mit niedrigen Häusern in eine sozialistische Großsiedlung mit hohen Plattenbauten umgewandelt. Die Transformation in die Gegenwart erscheint dem Besucher geglückt. Heute präsentiert sich der Stadtteil als bunt, modern, grün und sozial durchmischt. Kulturprojekte erinnern an die Vergangenheit und versuchen die Bewohner:innen des Stadtteils zur Zusammenarbeit zu ermutigen. (Lothar Bodingbauer)

Link zur Sendung: Diagonal am 24.06.2025, Österreich 1: Suburbia

Filename: radio_399_petrzalka

398. Urwälder des Baltikums

398. Urwälder des Baltikums

Die Wälder Estlands: Die Landschaftsökologin Anneli Palo spricht über eine alte Kulturlandschaft im Baltikum.

Estland als nördlichstes Land im Baltikum ist geprägt von einer Mischung aus Nadel- und Laubbäumen sowie einer flachen Landschaft mit einer mittleren Höhe von 50 Metern über dem Meeresspiegel. Neben Wäldern gibt es vermoorte Gebiete, Sandböden und Kalksteingebiete.

Mehr als die Hälfte des Landes ist bewaldet, wobei etwa 30 % der Wälder als kontinuierlich gewachsene Naturwälder gelten. Die Landnutzung hat sich über Jahrhunderte verändert: Während die Landwirtschaft früher vor allem auf fruchtbaren Böden konzentriert war, wurden im 20. Jahrhundert durch zunehmende Technisierung auch andere Gebiete erschlossen.

Rund 20 % der estnischen Wälder stehen heute unter Naturschutz. In geschützten Gebieten wird darauf geachtet, dass der Wald eine vielfältige Struktur aufweist, darunter unterschiedliche Baumhöhen, Sträucher und Totholz. Bestimmte Arten, wie Flechten oder seltene Käfer dienen als Indikatoren für naturnahe Waldgebiete.

Die Jahreszeiten bringen unterschiedliche Veränderungen in der Wahrnehmung des Waldes mit sich. Während der Winter geruchsarm ist, sind im Herbst feuchte, erdige Aromen von Pilzen und Laub zu spüren. Der Sommer zeichnet sich durch Blütenduft aus, während im Frühling die ersten Blüten und frischen Farben dominieren.

Wälder spielen eine wichtige Rolle im Leben der Estinnen und Esten. Sie sammeln Pilze und Beeren und viele besitzen kleine Waldstücke oder Sommerhäuser in der Natur, die ihnen als Rückzugsorte dienen. Estlands Gesetzgebung ermöglicht den freien Zugang zu nicht eingezäunten Naturflächen.

Gestaltung: Lothar Bodingbauer

Sendung: 17.03.2025 – 21.03.2025, ORF Radio Österreich 1

Foto: Anneli Palo

Link zur Sendung

Gesprächspartnerin:
Die Landschaftsökologin Anneli Palo, PhD
Link: https://ut.ee/en/employee/anneli-palo
Department of Geography
Universität Tartu
Estland


 

Teil 1: Bunt gemischte Baumarten in flachen Regionen. Filename: radio_398_1

Teil 2: Die Geschichte der Landnutzung. Filename: radio_398_2

Teil 3: Ökologische Kartierung. Filename: radio_398_3

Teil 4: Sinnliches Erlebnis der Jahreszeiten. Filename: radio_398_4

Teil 5: Rückzugsort in der Natur. Filename: radio_398_5

395. Rotte, Schwarm und Rudel

395. Rotte, Schwarm und Rudel

Sozial lebende Tiere bleiben länger zusammen als es für die reine Fortpflanzung – das Aufwachsen der Jungen – notwendig wäre. Viele dieser Tiergruppen haben eigene Namen: Bei Vögeln und Fischen ist es der Schwarm, Schafe und Kühe leben in der Herde, bei Gänsen ist es die Schar, Wölfe und Hunde leben im Rudel und bei Wildschweinen ist es die Rotte, ein Verband, der von erfahrenen Weibchen angeführt wird.

Es sind vor allem die sozial lebenden Tierarten, die vom Menschen domestiziert wurden, Hasen als Beispiel für nicht domestizierte Tiere sind Fluchttiere, die nicht in Verbänden leben, die über die reine Fortpflanzung hinausgehen.

Die Vorteile des Zusammenlebens liegen auf der Hand: Die Chance, gefressen zu werden, sinkt mit der Anzahl der Individuen, ein Fressfeind kann verwirrt werden, weil sich die Gruppe unerwartet bewegt oder aufteilt. Es kann auch selbst besser gejagt werden. Es gibt auch physikalische Vorteile, zum Beispiel beim Vogelflug, wenn die V-Formation den Luftwiderstand für alle, die nicht an der Spitze fliegen, verringert. Warum es aber Individuen gibt, die als “Leader” die Führung übernehmen, ist Gegenstand der Verhaltensforschung.

Gestaltung: Lothar Bodingbauer

Teil 1: 10.02.2025. Der Wildbiologe Klaus Hackländer spricht über die Gemeinschaft der Wildschweine. Filename: radio_395_gruppe_1

Teil 2: 11.02.2025. Der Imkermeister Marian Aschenbrenner erzählt von den Honigbienen. Filename: radio_395_gruppe_1

Teil 3: 12.02.2025. Die Biologin Didone Frigerio erzählt von Graugänsen in der Gruppe. Filename: radio_395_gruppe_3

Teil’ 4: 13.02.2025. Die Tiertrainerin Lina Oberließen über das Wolfsrudel. Filename: radio_395_gruppe_4

Teil 5: 14.02.2025. Der Verhaltensforscher und Biologe Kurt Kotrschal spricht über das artübergreifende Zusammenleben. Filename: radio_395_gruppe_5


Links:

1. Klaus Hackländer, Univ.Prof. Dipl.-Biol. Dr.rer.nat., Leiter vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, Universität für Bodenkultur in Wien, https://boku.ac.at/personen/person/63763DC327656602

2. Marian Aschenbrenner, Gründer und Obmann des Vereins Bienenzentrum, http://www.biezen.at

3. Dr.in Didone Frigerio, Stv. Leiterin der Konrad Lorenz Forschungsstelle, https://klf.univie.ac.at/de/team/

4. Dr.in Lina Oberließen, Wissenschaftskoordinatorin vom Wolfforschungszentrum der Veterinärmedizinischen Universität Wien, https://www.wolfscience.at/de/unser-team/unsere-menschen/lina-oberliessen/

5. ao. Univ.-Prof. i.R. Mag. Dr. Kurt Kotrschal, https://ufind.univie.ac.at/de/person.html?id=2793

 

 

394. Archäen – Extremökologie

Mikroorganismen sind Lebewesen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Dazu zählen Einzeller, Bakterien und Archaeen, die zu den einfachsten Lebensformen gehören und früh in der Evolution entstanden sind. Diese Organismen sind weniger als ein Millionstel Meter groß und besitzen keinen Zellkern. Ihre Struktur besteht aus einer einfachen Zellhülle, die alle lebensnotwendigen Komponenten enthält.

Nach heutigem Verständnis entstanden Archaeen gleichzeitig mit Bakterien, vermutlich früh nach der Entstehung der Erde. Sie kommen in extremen Lebensräumen vor, wie etwa in heißen Quellen, stark salzhaltigen Umgebungen oder an Orten mit hohem Druck. Ihre Überlebensstrategien und Anpassungsmechanismen sind Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Ziel ist, ihre Funktionsweise zu verstehen und mögliche Anwendungen, etwa in der Biotechnologie, zu identifizieren.

Thermophile Mikroorganismen leben in Umgebungen mit sehr hohen Temperaturen, wie etwa in heißen Quellen oder hydrothermalen Tiefseequellen. Diese Organismen haben hitzebeständige Enzyme entwickelt, die auch bei Temperaturen von über 100 Grad Celsius funktionsfähig bleiben. Halophile Mikroorganismen wiederum hingegen kommen in stark salzhaltigen Umgebungen vor. Auch sie haben evolutionäre Mechanismen zur Anpassung entwickelt.

Die extremophilen Lebensformen erlauben, Erkenntnisse für die Grundlagenforschung und für praktische Anwendungen zu gewinnen, sie ermöglichen Aufschlüsse auf die ersten Lebensformen, die vor mehr als zwei Milliarden Jahren auf der Erde entstanden sind.

Gestaltung: Lothar Bodingbauer

Sendung: 27.01.2025 – 31.01.2025 Österreich 1 Radio / 08:55 Uhr – 09:00 Uhr

Service

Gesprächspartnerin:
Univ.-Prof.in Dr.in Christa Schleper
Department für Funktionelle und Evolutionäre Ökologie
Leiterin der Arbeitsgruppe Archaea-Ökologie und Evolution
Universität Wien
1030 Wien, Djerassiplatz 1
https://archaea.univie.ac.at/team/schleper/


 

Teil 1: Die Grenze des Möglichen. Filename: radio_394_archaeen_1

Teil 2: Kochende Tümpel. Filename: radio_394_archaeen_2

Teil 3: Salziges Wasser. Filename: radio_394_archaeen_3

Teil 4: Die Gründe zum Überleben. Filename: radio_394_archaeen_4

Teil 5: Kontrollierte Bedingungen – Besuch im Labor. Filename: radio_394_archaeen_5

Link zur Sendung: https://oe1.orf.at/programm/20250127/782770/Archaeen-1