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Wien

Österreich 1

  • 399.  Original Braunvieh

    399. Original Braunvieh

    Ausflug nach Vorarlberg – zu Kuno Staudacher. Er züchtet das “Original Braunvieh”, eine alte Rinderrasse der Region.

    Sendung: Ab 07.07.2025 “Vom Leben der Natur”, ORF Radio Österreich 1

    Das Braunvieh entstand aus verschiedenen sogenannten „Landschlägen“ – regionalen Varianten aus Vorarlberg, der Schweiz,  dem Tiroler Oberland, Südtirol sowie aus dem bayerischen und württembergischen Allgäu. Im 19. Jahrhundert bemühte man sich, diese unterschiedlichen Schläge zu einer einheitlichen Rasse zusammenzuführen. In Vorarlberg wurde diese neue Rasse als „Montafoner Braunvieh“ bekannt – benannt nach dem damals verbreitetsten regionalen Typ.

    Bis 2012 war es noch erlaubt, einzelne Tiere mit ursprünglicher Genetik aus der Schweiz in die Zucht einzubringen. Ab Ende der 1960er-Jahre wurde zudem tiefgefrorener Samen von Brown-Swiss-Stieren aus den USA importiert. Viele dieser Tiere stammten ursprünglich vom Schweizer Braunvieh ab, das etwa 130 Jahre zuvor nach Amerika exportiert worden war. In den USA waren diese Tiere allerdings gezielt auf Hochleistung gezüchtet worden. Mit dem Import des Spermas hielten daher auch amerikanische Zuchtmerkmale Einzug in den österreichischen Braunviehbestand – oft mit einem genetischen Anteil von 25 % bis 50 % Brown Swiss.

    Wenn man heute von „Braunvieh“ spricht, ist damit zumeist dieses leistungsorientierte, amerikanisch geprägte Brown Swiss gemeint. Die ursprüngliche Rasse, wie sie im Alpenraum über Jahrhunderte gehalten wurde, wird daher als „Original Braunvieh“ bezeichnet.

    Das Original Braunvieh ist eine klassische Zweinutzungsrasse – geeignet sowohl für Milch- als auch für Fleischproduktion. Die Tiere sind vergleichsweise klein, was sie besonders weidetauglich für steile Almflächen macht: Sie sind leichtfüßig, robust und können das vorhandene Grundfutter gut verwerten. Das durchschnittliche Gewicht liegt bei etwa 550 Kilogramm. Vom Wesen her gelten sie als sanft, ruhig und ausgeglichen – Eigenschaften, die auch die Arbeit mit ihnen erleichtern.

    Gesprächspartner:

    Kuno Staudacher ist Landwirt und ehemaliger Spartenbetreuer vom Braunviehzuchtverband in der Arche-Austria in Bildstein, Vorarlberg

    1. Gene zwischen Bergen, Tälern, Ozeanen
    2. Klein, sympathisch und geländegängig
    3. Hörner, Blicke und das Leben miteinander
    4. Gene, die erhalten und verändert werden
    5. Eine Kuh, auf die man stolz ist

    Interviewpartner: Hugo Staudacher (Bilderberg, Vorarlberg)
    Instagram: https://www.instagram.com/kuno.st/

  • 398. Zum Verwechseln ähnlich

    398. Zum Verwechseln ähnlich

    Der Ausdruck “Falsche Freunde” bezieht sich auf Wörter, die in mehreren Sprachen ähnlich klingen, aber eine unterschiedliche und unerwartete Bedeutung haben. Auf die Natur übertragen, sind Falsche Freunde Arten, die oft verwechselt werden, weil sie sich optisch ähnlich sind, obwohl sie doch ganz anders sind.

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  • 397. Petržalka

    397. Petržalka

    Petržalka ist ein Stadtteil von Bratislava, getrennt von der Hauptstadt der Slowakei durch die Donau, verbunden durch Straßenbahnlinien, Buslinien und drei Brücken. Das frühere Dorf in den Donauauen wurde in den 1960er-Jahren von einer Industriezone mit niedrigen Häusern in eine sozialistische Großsiedlung mit hohen Plattenbauten umgewandelt. Die Transformation in die Gegenwart erscheint dem Besucher geglückt. Heute präsentiert sich der Stadtteil als bunt, modern, grün und sozial durchmischt. Kulturprojekte erinnern an die Vergangenheit und versuchen die Bewohner:innen des Stadtteils zur Zusammenarbeit zu ermutigen. (Lothar Bodingbauer)

    Link zur Sendung: Diagonal am 24.06.2025, Österreich 1: Suburbia

    Filename: radio_399_petrzalka

  • 396. Urwälder des Baltikums

    396. Urwälder des Baltikums

    Die Wälder Estlands: Die Landschaftsökologin Anneli Palo spricht über eine alte Kulturlandschaft im Baltikum.

    Estland als nördlichstes Land im Baltikum ist geprägt von einer Mischung aus Nadel- und Laubbäumen sowie einer flachen Landschaft mit einer mittleren Höhe von 50 Metern über dem Meeresspiegel. Neben Wäldern gibt es vermoorte Gebiete, Sandböden und Kalksteingebiete.

    Mehr als die Hälfte des Landes ist bewaldet, wobei etwa 30 % der Wälder als kontinuierlich gewachsene Naturwälder gelten. Die Landnutzung hat sich über Jahrhunderte verändert: Während die Landwirtschaft früher vor allem auf fruchtbaren Böden konzentriert war, wurden im 20. Jahrhundert durch zunehmende Technisierung auch andere Gebiete erschlossen.

    Rund 20 % der estnischen Wälder stehen heute unter Naturschutz. In geschützten Gebieten wird darauf geachtet, dass der Wald eine vielfältige Struktur aufweist, darunter unterschiedliche Baumhöhen, Sträucher und Totholz. Bestimmte Arten, wie Flechten oder seltene Käfer dienen als Indikatoren für naturnahe Waldgebiete.

    Die Jahreszeiten bringen unterschiedliche Veränderungen in der Wahrnehmung des Waldes mit sich. Während der Winter geruchsarm ist, sind im Herbst feuchte, erdige Aromen von Pilzen und Laub zu spüren. Der Sommer zeichnet sich durch Blütenduft aus, während im Frühling die ersten Blüten und frischen Farben dominieren.

    Wälder spielen eine wichtige Rolle im Leben der Estinnen und Esten. Sie sammeln Pilze und Beeren und viele besitzen kleine Waldstücke oder Sommerhäuser in der Natur, die ihnen als Rückzugsorte dienen. Estlands Gesetzgebung ermöglicht den freien Zugang zu nicht eingezäunten Naturflächen.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Sendung: 17.03.2025 – 21.03.2025, ORF Radio Österreich 1

    Foto: Anneli Palo

    Link zur Sendung

    Gesprächspartnerin:
    Die Landschaftsökologin Anneli Palo, PhD
    Link: https://ut.ee/en/employee/anneli-palo
    Department of Geography
    Universität Tartu
    Estland


     

    Teil 1: Bunt gemischte Baumarten in flachen Regionen. Filename: radio_398_1

    Teil 2: Die Geschichte der Landnutzung. Filename: radio_398_2

    Teil 3: Ökologische Kartierung. Filename: radio_398_3

    Teil 4: Sinnliches Erlebnis der Jahreszeiten. Filename: radio_398_4

    Teil 5: Rückzugsort in der Natur. Filename: radio_398_5

  • 395. Rotte, Schwarm und Rudel

    395. Rotte, Schwarm und Rudel

    Sozial lebende Tiere bleiben länger zusammen als es für die reine Fortpflanzung – das Aufwachsen der Jungen – notwendig wäre. Viele dieser Tiergruppen haben eigene Namen: Bei Vögeln und Fischen ist es der Schwarm, Schafe und Kühe leben in der Herde, bei Gänsen ist es die Schar, Wölfe und Hunde leben im Rudel und bei Wildschweinen ist es die Rotte, ein Verband, der von erfahrenen Weibchen angeführt wird.

    Es sind vor allem die sozial lebenden Tierarten, die vom Menschen domestiziert wurden, Hasen als Beispiel für nicht domestizierte Tiere sind Fluchttiere, die nicht in Verbänden leben, die über die reine Fortpflanzung hinausgehen.

    Die Vorteile des Zusammenlebens liegen auf der Hand: Die Chance, gefressen zu werden, sinkt mit der Anzahl der Individuen, ein Fressfeind kann verwirrt werden, weil sich die Gruppe unerwartet bewegt oder aufteilt. Es kann auch selbst besser gejagt werden. Es gibt auch physikalische Vorteile, zum Beispiel beim Vogelflug, wenn die V-Formation den Luftwiderstand für alle, die nicht an der Spitze fliegen, verringert. Warum es aber Individuen gibt, die als “Leader” die Führung übernehmen, ist Gegenstand der Verhaltensforschung.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Teil 1: 10.02.2025. Der Wildbiologe Klaus Hackländer spricht über die Gemeinschaft der Wildschweine. Filename: radio_395_gruppe_1

    Teil 2: 11.02.2025. Der Imkermeister Marian Aschenbrenner erzählt von den Honigbienen. Filename: radio_395_gruppe_1

    Teil 3: 12.02.2025. Die Biologin Didone Frigerio erzählt von Graugänsen in der Gruppe. Filename: radio_395_gruppe_3

    Teil’ 4: 13.02.2025. Die Tiertrainerin Lina Oberließen über das Wolfsrudel. Filename: radio_395_gruppe_4

    Teil 5: 14.02.2025. Der Verhaltensforscher und Biologe Kurt Kotrschal spricht über das artübergreifende Zusammenleben. Filename: radio_395_gruppe_5


    Links:

    1. Klaus Hackländer, Univ.Prof. Dipl.-Biol. Dr.rer.nat., Leiter vom Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, Universität für Bodenkultur in Wien, https://boku.ac.at/personen/person/63763DC327656602

    2. Marian Aschenbrenner, Gründer und Obmann des Vereins Bienenzentrum, http://www.biezen.at

    3. Dr.in Didone Frigerio, Stv. Leiterin der Konrad Lorenz Forschungsstelle, https://klf.univie.ac.at/de/team/

    4. Dr.in Lina Oberließen, Wissenschaftskoordinatorin vom Wolfforschungszentrum der Veterinärmedizinischen Universität Wien, https://www.wolfscience.at/de/unser-team/unsere-menschen/lina-oberliessen/

    5. ao. Univ.-Prof. i.R. Mag. Dr. Kurt Kotrschal, https://ufind.univie.ac.at/de/person.html?id=2793

     

     

  • 394. Archäen – Extremökologie

    Mikroorganismen sind Lebewesen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Dazu zählen Einzeller, Bakterien und Archaeen, die zu den einfachsten Lebensformen gehören und früh in der Evolution entstanden sind. Diese Organismen sind weniger als ein Millionstel Meter groß und besitzen keinen Zellkern. Ihre Struktur besteht aus einer einfachen Zellhülle, die alle lebensnotwendigen Komponenten enthält.

    Nach heutigem Verständnis entstanden Archaeen gleichzeitig mit Bakterien, vermutlich früh nach der Entstehung der Erde. Sie kommen in extremen Lebensräumen vor, wie etwa in heißen Quellen, stark salzhaltigen Umgebungen oder an Orten mit hohem Druck. Ihre Überlebensstrategien und Anpassungsmechanismen sind Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Ziel ist, ihre Funktionsweise zu verstehen und mögliche Anwendungen, etwa in der Biotechnologie, zu identifizieren.

    Thermophile Mikroorganismen leben in Umgebungen mit sehr hohen Temperaturen, wie etwa in heißen Quellen oder hydrothermalen Tiefseequellen. Diese Organismen haben hitzebeständige Enzyme entwickelt, die auch bei Temperaturen von über 100 Grad Celsius funktionsfähig bleiben. Halophile Mikroorganismen wiederum hingegen kommen in stark salzhaltigen Umgebungen vor. Auch sie haben evolutionäre Mechanismen zur Anpassung entwickelt.

    Die extremophilen Lebensformen erlauben, Erkenntnisse für die Grundlagenforschung und für praktische Anwendungen zu gewinnen, sie ermöglichen Aufschlüsse auf die ersten Lebensformen, die vor mehr als zwei Milliarden Jahren auf der Erde entstanden sind.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Sendung: 27.01.2025 – 31.01.2025 Österreich 1 Radio / 08:55 Uhr – 09:00 Uhr

    Service

    Gesprächspartnerin:
    Univ.-Prof.in Dr.in Christa Schleper
    Department für Funktionelle und Evolutionäre Ökologie
    Leiterin der Arbeitsgruppe Archaea-Ökologie und Evolution
    Universität Wien
    1030 Wien, Djerassiplatz 1
    https://archaea.univie.ac.at/team/schleper/


     

    Teil 1: Die Grenze des Möglichen. Filename: radio_394_archaeen_1

    Teil 2: Kochende Tümpel. Filename: radio_394_archaeen_2

    Teil 3: Salziges Wasser. Filename: radio_394_archaeen_3

    Teil 4: Die Gründe zum Überleben. Filename: radio_394_archaeen_4

    Teil 5: Kontrollierte Bedingungen – Besuch im Labor. Filename: radio_394_archaeen_5

    Link zur Sendung: https://oe1.orf.at/programm/20250127/782770/Archaeen-1

  • 393. Lungenfisch

    Der Genetiker Manfred Schartl vom Forschungsinstitut für Limnologie in Mondsee spricht über den Lungenfisch.

    13. –17. Jänner 2025, 08:55 Uhr

     

    Lungenfische sind eine sehr alte Gruppe von Fischen, die sowohl im Wasser als auch an Land leben können. Sie verfügen über eine Lunge, ein Merkmal, das bei den meisten anderen Fischen nicht vorkommt. Diese Lunge hat sich unabhängig von den Kiemen entwickelt und stammt entwicklungsgeschichtlich von der Schwimmblase ab. Sie ermöglicht das Atmen in sauerstoffarmen Gewässern und sogar an Land.

    Lungenfische sind auf drei Kontinenten verbreitet: Australien, Afrika und Südamerika. Die heute noch existierenden Arten gehören zu drei Hauptlinien, die sich vor etwa 300 bis 400 Millionen Jahren während der Kontinentaldrift des ehemaligen Gondwanalands voneinander trennten. Historisch gab es eine Vielzahl von Lungenfischarten, die meisten sind jedoch ausgestorben.

    Die heute afrikanischen und südamerikanischen Arten können Trockenzeiten überstehen, indem sie sich in den Schlamm eingraben und eine schützende Hülle bilden, bis Regen wieder Wasserlebensräume schafft.

    Ein weiteres bedeutendes Merkmal der Lungenfische sind ihre Flossen, die Ähnlichkeiten mit den Vorläufern von Gliedmaßen der Landwirbeltiere aufweisen. Das macht sie zu einem bedeutenden Studienobjekt in der Evolutionsbiologie. Lungenfische gelten sie als die nächsten lebenden Verwandten der Landwirbeltiere.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Service
    Gesprächspartner:
    Prof. Dr. Manfred Schartl
    Forschungsinstitut für Limnologie, Mondsee
    Universität Innsbruck
    Mondseestrasse 9
    A-5310 Mondsee

     


    Teil 1: Heimisch auf drei Kontinenten. Filename: radio_393_lungenfisch_1

    Teil 2: Die gesamte Erbinformation im größten Genom aller Tiere. Filename: radio_393_lungenfisch_2

    Teil 3: Sprunghafte Gene. Filename: radio_393_lungenfisch_3

    Teil 4: Unsere Vorfahren im Wasser. Filename: radio_393_lungenfisch_4

    Teil 5: Der Pfad zur High-End Forschung. Filename: radio_393_lungenfisch_5

  • 392. Foraminiferen

    392. Foraminiferen

    ORF Radio Österreich 1 ab 2. Dezember 2024 | 08:55–09:00 Uhr Montag-Freitag “Vom Leben der Natur”

    Einzeller mit harter Schale

    Die Paläontologin Petra Heinz spricht über Foraminiferen. Zu Beginn beschreibt die Expertin, dass die Organismen aussehen wie Kugeln und Spiralen. Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Foto: Heterostegina depressa in Kultur (copyright Petra Heinz)

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  • 391. Vulkan Ätna

    391. Vulkan Ätna

    Der Vulkanologe Boris Behncke spricht über das sinnliche Erleben des Ätna in Sizilien. Zum Auftakt der Serie dreht sich Alles ums Hören. Gestaltung: Lothar Bodingbauer.

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  • 390. Hohlraumbotanik

    390. Hohlraumbotanik

    Pflanzen an der Grenze zwischen Licht und Schatten. Der Innviertler Botaniker Michael Hohla spricht diese Woche über Grünes Leben in Schächten, Röhren und Gewölben. Gestaltung: Lothar Bodingbauer.

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