Sie können kostenlos abonniert werden und erweitern das Radiohören über alle Grenzen hinweg beträchtlich. Technisch wird jede neue Folge heruntergeladen, sobald sie verfügbar ist. Mit einem Klick markiert man sich in iTunes oder Instacast die interessanten Themen und stellt sich so eine individuelle Hörliste zusammen. Oft kommen Podcasts von etablierten Rundfunkanstalten, zunehmend aber von unabhängigen Produzenten. Meine Favoriten werden hier vorgestellt.
Ich analysiere gerade Interviewformate. Nicht alle, aber ausgewählte. Und ausgewählte Personen.
hr-info / Interview (Als Interview)
CBC Radio One / As it happens (Als Sendung)
BBC Radio 4 / Today (Als Strategie)
Deutschlandradio Kultur / Das Interview (Als Setting)
ABC Radio National / Life Matters (Als Person: Natasha Mitchel)
Momentane Fragestellungen:
Wie verläuft die Grenze zwischen Gespräch und Interview?
Wie zeichnen sich Fragen ab?
Wie werden Antworten aufgegriffen?
Wie endet das Interview.
Was war die Geschichte.
Wie eindeutig ist der Unterschied zwischen Recherche- und Interviewfrage?
Ist der Inhalt, was man vom Interview weiter erzählt, planbar?
Es reicht. Ich gehe in den Boulevard. Künstler, Könner und Boulevard genau genommen. Drivetime talk. Drivetime talk. Gespräche mit Menschen, die etwas Besonderes tun. Die ganze Geschichte in 15 Minuten. Kein Gespräch, sondern ein Interview. Da hat wo wer eine gute Idee, da macht wer etwas Interessantes, da ist jemand dick in einer Sache drin. Wir erfahren, wie es dazu gekommen ist, und was das im Zusammenhang bedeutet.
Es ist immer wieder schön, mal als Zuhörer im Publikum zu sitzen, wenn man sonst immer eher für Zuhörer gestaltet und Sendungen macht.
1. Podiumsdiskussion: Die Archäologinnen Barbara Horejs und Sabine Ladstätter sprachen über Archäologie, Ausgrabungen und Funde in Ephesos (Türkei). Veranstaltet im Wiener Akzent-Theater in der Vortragsreihe “Am Puls” von PR&D mit Simultandolmetsch in Gebärdensprache, was beim Getreidemahlen eine nette Situation ergab, weil die Dolmetscherin das Verfahren zeigte, von dem die Archäologin sprach.
Neben der Staatssprache Deutsch gibt es in Österreich sechs anerkannte Minderheitensprachen. Viele weitere Sprachen werden gesprochen, auch ohne in gesetzlichen Regelungen einen Sonderstatus zu besitzen. Sie werden aber durch die UNO Menschenrechtscharta garantiert. „Menschen dürfen aufgrund ihrer Sprache nicht diskriminiert werden“. Ob geschrieben oder ungeschrieben: Wer Sprachenrechte gewährt, übt Macht aus. Mit der zugebilligten Sprache werden Kultur und Identität der betroffenen Personen und Gruppierungen maßgeblich bestimmt. Migration verändert die Sprachlandschaft nun und die Machtverhältnisse müssen neu verhandelt werden. Laufende Auseinandersetzungen um „erlaubte Sprachen“ am Pausenhof einer Schule zeigen, wie der Umgang mit Sprache als wesentliches Mittel der Kommunikation die Gesellschaft im Innersten beschäftigt. „Recht auf Sprachen statt Deutsch als Pflicht. (Radiokolleg 2 / ORF Radio Österreich 1)
Pflanzen zeichnen für die Wissenschaft. Alois Wilfling über die Kunst der botanischen Illustration.
Es ist verwunderlich, dass sich im Zeitalter von Fotografie und Computer noch jemand findet, der sich in aller Ruhe und in vielen Stunden dem Zeichnen von Pflanzen widmet. Einerseits geht es dabei um einen künstlerischen Zugang, der besonders in Großbritannien auch von vielen Menschen als Hobby betrieben wird, andererseits stehen profunde wissenschaftliche Interessen dahinter, genaue Zeichnungen von Pflanzen für Bestimmungsbücher und botanische Fachartikel zur Verfügung zu haben.
Der Kopf des Illustrators macht dabei den Unterschied. Können Details weggelassen werden, oder sind sie wichtig? Wie können man verschiedene Stadien einer Pflanze an einem gezeichneten, real aber nicht existierenden Exemplar kombiniert werden?
Die Kunst der botanischen Illustration wurde auf englischen Forschungsreisen im viktorianischen Zeitalter entwickelt. Auch heute noch arbeiten in Kew Gardens – dem königlichen Botanischen Garten in London – die besten wissenschaftlichen Zeichner.
Form, Struktur, Farbe und Licht. Das sind die wesentlichen Aspekte einer botanischen Illustration.
Auch Österreicher gehörten immer schon zu den guten Pflanzenzeichnern, wenn auch ihr Aufgabengebiet mit dem Ende der Porzellanmanufakturen zurückgegangen ist und heute vor allem das wissenschaftliche Interesse im Vordergrund steht.
INTERVIEWPARTNER:
Mag. Alois Wilfling OIKOS – Institut für angewandte Ökologie & Grundlagenforschung und Gerichtssachverständiger A-8200 Gleisdorf
Zwei sehr nette Rückmeldung kam nach der Sendung über das Ö1-Hörerprotokoll:
[quote]Ich habe ihren Beitrag über die botanischen Zeichner und Miniaturmaler auf Ö1 in „vom Leben in der Natur“ gehört, bzw. von einigen lieben Freunden ans Herz gelegt bekommen. Ich bin Bildhauerin, Goldschmiedin und Zeichnerin und beschäftige mich mit Formen aus der Natur und insbesondere botanischen Details. Es ist unglaublich wie sehr dieser Beitrag mich berührt und mein Interesse geweckt hat. All diese Beobachtungen, und Erkenntnisse über das zeichnen von Pflanzen… Vielen Dank, dass Sie sich so ausführlich mit diesem, für mich, sehr besonderem Thema auseinander gesetzt haben. (A.S.)[/quote]
[quote]Sehr geehrter Herr Bodingbauer, bevor ich vergesse, sie zu loben und ihnen zu danken, lobe ich sie schnell und danke ihnen. Wieder so eine feine Folge. Ich habe Lust bekommen, den vertrockneten Blumenstrauß auf dem Schreibtisch zu zeichnen. Wie auch immer, seien sie bedankt für die Achtsamkeit, die sie vermitteln. Das ist wertvoll.[/quote]
In Österreich werden pro Tag durchschnittlich 22 Hektar Boden verbaut, was einer Fläche von 30 Fußballfeldern entspricht. Knapp ein Fünftel dieser Fläche wird betoniert und asphaltiert. Die Inanspruchnahme von Grund und Boden wächst fünfmal so schnell wie Österreichs Bevölkerung. Flächen für den Ackerbau hingegen werden stetig kleiner und teurer. Ackerbauern und Viehbauern, die Bauwirtschaft, Betreiber von Biogasanlagen, Häuslbauer, Umweltschützer: sie alle kämpfen um Grund und Boden, und dieser Kampf wird immer härter.
Gestaltung: Marie-Claire Messinger, Lukas Tremetsberger und Lothar Bodingbauer (Moment / ORF Radio Österreich 1)