Ich freue mich schon, wenn man wieder reisen kann. Dann werde ich herumfahren und mich wieder mit allen versöhnen.
Tagebuch
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Klimaticket Gassi führen: Nationalpark Thayatal
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in TagebuchDas Klimaticket Gassi führen! Wien 10:50
Hardegg 12:30
Thaya
Retz 17:00
Wien 18:40
Podcastbegleitung: Thea Dorn / Alles gesagt (Die Zeit)













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Reisebericht, Reisejournalismus, Reden über die Reise
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Es lässt sich immer auf eine Frage herunterbrechen: „Worüber lohnt es sich zu reden?“. Die Antwort auf diese Frage bestimmt, was ein guter Reisebericht ist. Was guter Reisejournalismus ist. Ob das, was über die Reise erzählt wird, spannend, packend, fesselnd, wirklich ist.
Ein gutes Beispiel findet sich überraschend nahe. 4 Bücher. Jemand hat eine vierbändige Gesamtausgabe von Graham Greenes Werken in die Ecke eines Lehrerzimmers einer Schule gestellt. Dort wo sich Druckerpatronen und Overheadfolien sammeln, altes Zeug, dort wo niemals etwas wegkommt, ich bin Lehrer dieser Schule. Man nimmt den ersten Band über die Ferien mit, um Graham Greene eine Chance zu geben. Eine Geschichte über die Reise eines Pfarrers durch den Dschungel Südamerikas. Eine Geschichte voll Hitze, Schmutz, Jammern und Niedertracht. Man nimmt es so hin. Aber spannend wird es, als man in einem anderen Buch des großartigen Reiseschriftsellers Paul Theroux eine Geschichte über Graham Greene liest. Er beschreibt dessen kurzen Aufenthalt in Südamerika, den er nach zwei Wochen mit Fieber abbrechen musste, sein Leben voller Widersprüche. Seine Abscheu vor Langeweile.
Nicht nur ist Paul Theroux ein Reiseschriftsteller, der vor allem die schwierigen Seiten einer Reise bemerkt und notiert, es ist der Zufall, der diese Kette an Beobachtungen aneinanderreiht. Eine Verbindung zu Bruce Chatwin, der wohl eine Tradition der Reiseschriftstellerei begründet hat, und der anfangs Freund dann Feind von Paul Theroux war.
Zu einer Spur, zu einer Spurensuche und zum Thema von Gedanken wird es, wenn in diese Landschaft nun auch das Lehrerzimmer eingebaut wird. Von wem stammt diese Gesamtausgabe? Gedruckt wurde sie vermutlich in den 1960-er oder 1970-er Jahren. Intakt mit Schutzumschlag, leicht eingerissen, ein wenig vergilbt. Wer stellt die Gesamtausgabe von Graham Greene sorgsam dorthin, wo sich nur altes Schulzeug ansammelt, das sich niemand traut, wegzuwerfen. Eine Lehrerin? Ein Lehrer? Vielleicht kurz vor der Pensionierung? Warum? Hat er oder sie das Werk gelesen? Den ersten Band? Die Geschichte aus dem Dschungel? Und hat diese Person die selbe Mühe gespürt, über die Plage der Reise und der politischen Umstände der Region zu lesen? Wie vermischen sich diese Welten? Überlappen sie sich, verlaufen sie parallel? Sind sie identisch?
Das, worüber man redet, ist nicht planbar. Es ist immer etwa, was sich vor Ort mit den Beteiligten, die man oft suchen muss, entwickelt. Es ist der Staub, der herumliegt, die Risse im Umschlag. Der wichtige Blick zum Konflikt. Zur Reibung der überlappenden Ränder. Das Beschreiben genau dieser Landschaft. Bereinigt um lose Enden und Dinge, die sich im Nichts wieder verlaufen. Zusammengestellt zu einer Geschichte. Die in meinem beschriebenen Fall dort beginnt, wo ich Paul Theroux das erste Mal entdeckte: Im „alten Patagonien-Express“, im Buch, das ich zuerst von ihm entdeckte. Die Geschichte hält im Lehrerzimmer kurz inne. Und geht in Therauxs Beschreibung vom Leben Graham Greenes wieder weiter. Sie endet in einem neuen Blick auf die vier Bücher. Und der Frage, von wem sie wohl sind.
Links: Theroux über Greene in „Figuren in der Landschaft“, Hoffmann und Campe
https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Theroux
https://de.wikipedia.org/wiki/Bruce_Chatwin
https://de.wikipedia.org/wiki/Graham_GreeneFoto: Berlin BVG Straßenbahn M1 / Dezember 2021 / Lothar Bodingbauer
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Zur Pandemie
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in TagebuchZwei Jahre leben wir nun mit Corona. Viel wurde erforscht, entwickelt und geredet. Folgendes lässt sich sagen:
- Die Krankheit ist schlimmer als die Impfung.
- Die Pandemie ist keine Privatsache.
- Wissenschaft und Glauben sind fein zu unterscheiden.
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363. Ätherische Öle
Der feine Duft der Pflanzen: Der Destillateur Felix Billiani spricht über ätherische Öle.
Ätherische Öle werden von Pflanzen produziert, um Freunde anzulocken und Feinde zu vertreiben. Der Duft dieser Öle polarisiert auch uns Menschen, wenn wir ihn riechen. Wir lieben einen Duft oder hassen ihn. Die Prägung entsteht in früher Kindheit, wenn Düfte mit Erlebnissen verbunden werden.
Die Öle bestehen aus verschiedenen Anteilen unterschiedlich großer Moleküle, die leicht flüchtig sind. Aus der jeweiligen Mischung entsteht der Duft, von denen die Destillateure auch jene riechen können, die am leichtflüchtigsten sind und schon beim Destillieren verschwinden.
Bei der Wasserdampfdestillation werden ätherische Öle in zweierlei Weise gewonnen: als Hydrolat mit wasserlöslichen Inhaltsstoffen, und als Öl selbst, das oben aufschwimmt und in einer sogenannten “Florentiner Flasche” von der Wasserphase getrennt werden kann.Hören: Folge 1 | Folge 2 | Folge 3 | Folge 4 | Folge 5
GESPRÄCHSPARTNER:
DI Felix Billiani
Kesselwerk – Ätherische Öle erleben
A-3163 Rohrbach a.d. Gölsen -

Nachtzug
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in TagebuchAber mal ehrlich. Ich finde Schlafzüge auch super, aber zeig mir einen, in dem man nicht in Zellen reist, die einem Gefängnis gleichen. Oder einem Aquarium. Ich weiß nicht. Besser ist, und das ist mir lieber, am Tage zu reisen, Mittags in einem Städtchen auszusteigen und in einem guten Restaurant zu Mittag zu essen, am Nachmittag nach einem Spaziergang am fremden Orte wieder einen Zug zu ersteigern, um am Abend dort auszusteigen, wo eine Kleinstadt ist, um dort gepflegt zu nächtigen. Das Frühstück am gedecktem Tisch, bevor es wieder weiter geht. So dauert die Fahrt nach Paris vielleicht drei Tage, aber menschliche drei Tage, und man kommt ausgeruht und erholt am Zielort an.
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Lebenskäse
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in TagebuchAlltagsbeobachtung: Ein Vater kommt Samstag Mittag mit seinen zwei kleinen Kindern am Laufrad aus dem Spar. Packt eine Leberkässemmerl aus, atmet durch, beißt zuerst hinein (wie im Flugzeug: Sauerstoffmasken zuerst die Erwachsenen selbst aufsetzen), dann beißen die beiden Kinder hinein. Der Vater sagt zu allen Beteiligten und zum Beobachter: “Ahh, deswegen leben wir.”
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Leinen aus Finnland und Österreich
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in TagebuchWer sich an Frottee gewöhnt hat, ist bei Abtrocknen nur schwer davon wieder wegzukriegen. Geht aber durchaus: mit Leinen.
https://www.lapuankankurit.fi Gewebt in Finnland. Schöne Sachen. Aber auch aus Österreich: https://www.vieboeck.at



