Radio, Science, Education

Wien

Tagebuch

  • George Orwell’s advice about style

    1. Never use a metaphor, simile or other figure of speech which you are used to seeing in print (see metaphors).
    2. Never use a long word where a short one will do (see short words).
    3. If it is possible to cut out a word, always cut it out (see unnecessary words).
    4. Never use the passive where you can use the active (see grammar and syntax).
    5. Never use a foreign phrase, a scientific word or a jargon word if you can think of an everyday English equivalent.
    6. Break any of these rules sooner than say anything outright barbarous.

    Quelle: The Economist Style Guide

  • Gender

    Gendern kann man sprachlich üben. Es gibt wenig fertige Lösungen, das Thema ist in Bewegung, und es ist genug Platz für persönliche Gestaltung. Dieses Thema diskutieren und probieren wir auch in den FJUM Sprechtechnikkursen. Hier sind einige Übungssätze.

    Vorschlag:

    • Männliche (herkömmliche Version)
    • zwei Geschlechter (beide Formen)
    • Betonung verschieben (Lokführer – innen) – hörbar oder nicht wirklich wahrnehmbar bis auf die andere Betonung

    1. Die Schüler:innen werden eingeladen, zum Abschlussfest zu kommen.

    2. Zu Beginn waren noch viele Rechtsanwält:innen am Verfahren beteiligt.

    3. Teeverkäufer:innen lernen in Seminaren den Geschmack von Tee zu unterscheiden.

    4. Die ÖBB werden bald viele Lokführer:innen zusätzlich beschäftigen.

    5. Ärzt:innen müssen sich als Selbständige normalerweise selbst versichern.

    6. Dieser Konzertzyklus lädt Pianist:innen aus aller Welt nach Wien ein.

    7. Die Läufer:innen haben beim letzten Marathon Spitzenergebnisse erzielt.

    8. Abfüllmaschinen können nur von befugten Bediener:innen gesteuert werden.

    9. Die Rechte von Arbeiter:innen werden von Arbeitnehmer:innenvertreter:innen wahrgenommen. / Die Rechte von Arbeiter:innen werden von Arbeitsrechtsvertreter:innen wahrgenommen.

    10. Es gibt einen eklatanten Mangel an Priester:innen in Österreich.

    Hörtipp:

    Der Tag (Deutschlandfunk, 13.11.2020) – Gendern im Radio – Muss das sein?

  • First light (“First sigh”)

    First light (“First sigh”)

    [zoomsounds_player config=”default” source=”https://www.sprechkontakt.at/wp-content/uploads/2021/04/firstlight

    Das neue Mikrofon ist Klangfarbe, Österreich oder Thomann (Affiliate Link)

  • Erinnerung an Theodor Duenbostl 1946–2017

    Theo war mein Betreuungslehrer im Schulpraktikum nach dem Studium. Ein Experimentiermeister erster Klasse. Ich habe Schüler:innen gesehen, die im Schulbuch, das er gemeinsam mit Thomas Brezina geschrieben hat, in der Pause freiwillig gelesen haben. Er hat gewusst, wie man Physik vermittelt. Mit Begeisterung. Das Neue hat ihn immer interessiert. Thx!

  • Interessen

    Seilbahnchefs, Wirtschaftskammerpräsidenten. Interessensvertreter:innen sorgen für die Interessen ihrer Gruppe. Das kann für sich genommen nicht schlecht sein. Für das Gesamtbild sind Journalist:innen zuständig. Spannend wird es, wenn politische Entscheidungsträger:innen dazukommen. Sie beziehen ihre Entscheidungsgrundlagen von Expert:innen, aber eben auch von Interessensvertreter:innen – die haben sie ja gewählt. Wir kommen zur Forderung “Macht braucht Kontrolle”. Dann funktioniert das Ganze auch in kritischeren Situationen.

    Hörtipp: Bauern und Interessensvertretungen #65

  • “Neue Autorität”: Gewählte Macht im Blumenbeet

    Ellbogenarbeit, Bullying. Ist nicht cool. Nur mit Regeln kann dem Einhalt geboten werden. Mit Autorität, die sich nicht vom Schulhof zurückgezogen hat, um ihn jenen zu überlassen, die Regeln mit Körperkraft und reiner Macht bestimmen. Autorität, die sich um alle kümmert. Nach gemeinsam ausgehandelten Regeln. Das braucht Worte, und nicht Kraft.

    Buchtipp: “Neue Autorität” heißt ein Konzept, das von Haim Omer in einem Buch vorgestellt hat, und das ich ganz bemerkenswert fand. Sichtbar zu sein, zu sagen “wir sind hier, damit alle lernen können”, anstatt sich zurückzuziehen, das fand ich passend.

  • Rassismus

    Aggression definieren Verkerkehrspsychologen als einen emotionalen Zustand, bei dem man in Kauf nimmt oder beabsichtigt, dass das Gegenüber davon negativ betroffen wird. Bei Rassismus ist es vermutlich ähnlich. Es ist eine Geschichte zu bemerken, dass die XXX. ein Volk sind, die in der Straßenbahn durch lautes Reden auffallen, es ist eine andere Sache – nämlich  – wenn Angehörige dieses Volkes, erkennbar durch ihren Namen, am Wohnungsmarkt keine Wohnung bekommen, mit dem Hintergrund, dass sie so laut reden. Das ist struktureller Rassismus und muss durch Gesetze, Überwachung und soziale Maßnahmen kontrolliert werden. Dass das Ganze zusätzlich auf einem Fehlschluss beruht – die leisen angehörigen der betroffenen Gruppe hört man in der Straßenbahn nicht – ist eine völlig andere Geschichte.

    Link: Reich durch Radeln, Wut auf Rädern (Podcastepisode)

  • Abschiebung

    Wenn sich mehrere Ebenen vermischen, die jede für sich genommen eine ziemlich klare Aussage haben, ergibt sich ein Dilemma. Jede:r der Beteiligten argumentiert korrekt. Am Ende des Tages bleibt aber etwas übrig. Das mag für die einen das Recht sein, für die anderen die Richtigkeit eines Prozesses, und hoffentlich für die meisten die Menschlichkeit. Kinder abzuschieben, die hier ihren Lebensmittelpunkt haben? Mitten in der Nacht? Vor den Augen ihrer Mitschüler:innen? Mit Hunden und vermummten Polizisten? Das tut man nicht.

  • Clubhouse

    Menschen, die einander treffen, um miteinander zu reden. Audio only. Das ist doch schön. Der negative Rest ist hoffentlich Detail: Datenschutz, Vermischung bestehender Ebenen und Regeln, Ungewohntes. Aber in Zeiten von Isolation und Behauptung ist die Metaebene zu bekannten Themen wichtig und interessant gepflegt zu diskutieren. Und darum geht es. Also gut.

    Update August 2022: Clubhouse spielt keine Rolle mehr, zumindest in meinem Leben, ich habe es vor kurzem vom Smartphone gelöscht. War es schlecht? Nein, die erlebten Diskussionen waren toll und erinnerungswürdig. Über die Situation mit Corona, Impfungen, über die Regierung, mit regierungsteiligten oder regierungsnahen Personen.

  • Geschäftsmodell

    2-Euro Münzen, die für 3 Euro verkauft werden.
    Auslage beim Münzen- und Briefmarkenhändler in der Karlsplatzpassage