Radio, Science, Education

Wien

Wissenschaft

  • 210. Beintastler

    Der Zoolge Günther Pass spricht über Urinsekten. 

    Link zur Sendung

    Beintastler sind Insekten, die keine Flügel haben und im Boden leben. Sie werden etwa 1 mm groß, und es gibt weltweit über 800 verschiedene Arten. 23 dieser Arten – so viele wie nirgendwo sonst an einer Stelle – kommen auf einer Wiese am Leopoldsberg in Wien vor.

    Die Forschung an diesen Insekten ist schwierig, da die Tiere außerhalb des Bodens nicht leben können. Dunkelheit, Feuchtigkeit, Kühle sind notwendige Lebensbedingungen. Entomologen (Insektenforscher) wissen deshalb auch noch nichts Genaues über die Fortpflanzungsmechanismen dieser Tiere.

    Somit kann die Kenntnis über die Fortpflanzung nichts zur Artbestimmung beitragen. Die Kenntnis der Art ist aber wichtig, um das jeweilige Tier im evolutionären Stammbaum einordnen zu können. Das genau möchte man aber auch mit den Beintastlern tun. Wo gehören sie hin, mit wem sind sie verwandt, und wann sind sie entstanden?

    Es gibt nun aber seit einiger Zeit neben der klassischen Weise, die morphologische Eigenschaften (das Aussehen) und die Kenntnis des Fortpflanzungsmechanismus verwendet, auch molekularbiologische Möglichkeiten, Arten zu bestimmen. Bei Beintastlern wurden Genetik und Morphologie kombiniert, die Ergebnisse stimmen somit sehr gut überein.

    Was Wissenschaftler daraus wissen, ist, dass Beintastler mit den Silberfischchen und Springschwänzen verwandt sind. Silberfischchen sind aus Bad oder Badewanne gut bekannt, und Springschwänze bemerkt man manchmal in Blumentöpfen als weiße, aufspringende Insekten. Diese beiden Gruppen gehören zu den Ur-Insekten, sind also sehr früh im Laufe der Evolution der Insekten entstanden und leben auch heute noch. Es gibt auch versteinerte Formen, die schon über 400 Millionen Jahre alt sind. Die enge Verwandtschaft mit diesen Tieren schreibt also auch den Beintastlern ein hohes Alter zu.

    INTERVIEWPARTNER:

    Univ.- Prof. Dr. Günther Pass
    Universität Wien
    Department für integrative Zoologie

    Günther Pass – Department of Integrative Zoology


    Teil 1: Filename: radio210_nat_beintastler_1 Flügellose Winzlinge

    Filename: radio210_nat_beintastler_1


    Teil 2: Filename: radio210_nat_beintastler_2 Vertreter der Gliederfüßer

    Filename: radio210_nat_beintastler_2


    Teil 3: Filename: radio210_nat_beintastler_3 Geheimnisvolle Fortpflanzung

    Filename: radio210_nat_beintastler_3


    Teil 4: Filename: radio210_nat_beintastler_4 Eine ganz besondere Wiese

    Filename: radio210_nat_beintastler_4


    Teil 5: Filename: radio210_nat_beintastler_5 Die Bestimmung des Stammbaums

    Filename: radio210_nat_beintastler_5

  • LUT031 Zwischen den Kulturen

    lut031Besuch im Interkulturellen Zentrum in Wien, bei Tine Gamper.

    Wir sprechen über das Gemeinsame und Trennende verschiedener Kulturen und beginnen dabei in Südtirol.

    Tine stellt im Gespräch die Arbeit des Interkulturelle Zentrums vor.

    Tine_Gamper_IZ_2014_2
    Tine Gamper

    Wir “grüßen Gott”, streifen Blasmusik, Berge und Wirtshaus und schauen uns auch das Transkulturalität näher an.

    Gesprächspartnerin: Tine Gamper, Interkulturelles Zentrum, Wien.

  • LUT030 Eyes wide shopped

    Große Augen beim Einkauf.

    Menschen, die impulshaft einkaufen, bekommen geweitete Pupillen dabei.

    Das hat Benjam Serfas untersucht, in einer Arbeit am Institut für Sozialpsychologie und Konsumentenverhaltensforschung. Im Gespräch erfahren wir viel, wie die Forschung eines jungen Wissenschaftlers funktioniert.

    Weg durch Studium und Mitarbeit | Projektmitarbeit | Literaturstudium | Themen finden | Zeitbudget | Überleben an der Uni | Wissenschaftliche Fragen

    Link zur Pressemitteilung, die Anlass für dieses Gespräch war.

    Hörtipp: Episode 45 der Podcastreihe “Modellansatz” beschäftigt sich ebenso mit dem Thema “Kaufverhalten”. Gudrun Thäter spricht mit Kristina Cindric, die von mathematischer Seite her Analysen erstellt, und Modelle entwirft. Es geht dabei um Aspekte des Kaufzeitpunkts, der Produktwahl und der Kaufmenge, um im Wettbewerb einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu erhalten.

  • LUT028 Islam und Schule

    “Männer interpretieren das heilige Buch.”

    Wie erleben junge muslimische Studierende die Diskussionsfreudigkeit im Literaturunterricht der Schule an Themen die sie in ihrem bisherigen Leben noch nicht gekannt haben?

    Einige stehen auf, wenn es um kontroversielle Themen geht. Sie stehen auf und verlassen die Klasse. Eine Diskussion findet dann nicht statt.

    Selbstmord, Verfluchen, Sexualität: gängige Themen des Literaturunterrichts eines Gymnasiums können in Diskussionen durchaus verweigert werden. Aus religiösen Gründen.

    Wie kann dann Bildung funktionieren, Schule?

    Welche Rolle hat die Theologie in den Lernlandschaften einer modernen Gesellschaft? Wo sind Gemeinsamkeiten und wo leben junge Menschen innerhalb dieser Gesellschaft in einer eigenen abgeschlossenen Welt?

    “Glaube an einen Gott – Gerechtigkeit und Verantwortung. Das sind die drei Säulen des Islam. Der Rest ist eine persönliche Beziehung.” – Ein Gespräch über Islam in der Schule mit dem Wiener Religionspädagogen Ednan Aslan vom Institut für Islamische Religionspädagogik und Islamische Studien der Universität Wien.

    Europäischer Islam ist für Prof. Aslan eine Religion, der bestehende Widersprüche klärt. Er erfordert eine differenzierte Betrachtung der heiligen Bücher. Religion kann dann Entlastung sein.

    Ein Gespräch zum Thema “Islam und Schule” zu einer Zeit, in der gerade das Islamgesetz in Österreich neu gestaltet wird.

    Gesprächspartner: Univ.-Prof. Dr. phil. Ednan Aslan, Universität Wien

    Link:

  • PHS194 Was ist eine Epidemie?

    Risiko, Ausbreitung, Ansteckung

    Die Ausbreitung einer Epidemie hat ja viel mit Netzwerken zu tun.

    Das soll aber gar nicht Thema dieser Episode sein.

    Vielmehr geht es darum, einfach einmal die Bedeutung des Wortes “Epidemie” zu klären.

    Wir sprechen dabei auch über die Arbeit eines Epidemiologen in Wien.

    Zu Gast bei Dr. Gerald Haidinger, Epidemiologe, Leiter der Abteilung für Epidemiologie des Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien

    Ausschnitte aus diesem Gespräch wurden am 6. August 2014 im ORF Radioprogramm Österreich 1 gesendet – Moment Leben Heute, “Wort der Woche”.

    Buchtipp: Defining Prevention Science, Sloboda, Zili, Petras, Hanno (Eds.), Springer Verlag 2014

  • 200. Zeugen der Urzeit im Fluss

    Viktor Filzwieser sammelt Kieselsteine aus der Ybbs, schleift und poliert sie und legt so versteinerte Tiere frei. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)

    Programmtext

    Die Ybbs ist ein Fluss in Niederösterreich, der aus den Kalkalpen Wasser und Geröll in das Voralpenland transportiert. Das Wasser ist im Oberlauf glasklar und an den Rändern und Schotterinseln zeigt sich eine vorherrschende Farbe: grau. Es ist das Grau des Kalksteins.

    Ein genauerer Blick zeigt jedoch eine verblüffende Vielfalt an Farben und Mustern in vielen Steinen, die durch die Bewegung des Wassers schon sehr rundgeschliffen sind. Besonders, wenn die Steine nass sind, wird diese Farbenpracht sichtbar.

    Es sind aber nicht nur die Farben, die Sammler der Gegend faszinieren, sondern auch die Muster, die etwa von versteinerten ausgestorbenen Ammoniten, Kopffüßern, stammen, oder von versteinerten Seelilien. Seelilien sind Tiere und gehören zu den Stachelhäutern.

    Da aber Ammoniten und Seelilien ausschließlich in Meeren vorgekommen sind, sind die Steine der Ybbs somit auch ein Blick in die Vergangenheit. Vor rund 200 Millionen Jahren befand sich hier die Tethys, ein Urmeer, das mit der Gebirgsbildung der Alpen verschwand.


    Teil 1: Farben und Muster


    Teil 2: Unterschiedliche Bearbeitungsmethoden


    Teil 3: Ein Blick in die Vergangenheit


    Teil 4: Die richtige Auswahl


    Teil 5: Jedes Stück erzählt eine Geschichte


    Aufnahme: 5. Juli 2014

  • 198. Pflanzen an Verkehrswegen

    198. Pflanzen an Verkehrswegen

    Der Botaniker Michael Hohla spricht über die Vegetation an Orten des Transits. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)

    Programmtext

    Ruderalflächen sind für Botaniker spannende Gebiete. Es ist die Dynamik der Besiedelung, die an solchen Stellen sichtbar wird, an Gebieten, in denen die Erde aus irgendeinem Grund einmal brach gelegen ist.

    Besondere Ruderalflächen sind jene, die an Transitstrecken liegen. Ob an Eisenbahnen, Autobahnen, Bundes- oder Wasserstraßen. Pflanzen können sich an diesen Linien durch viele Mechanismen besonders gut ausbreiten. Eine neue Pflanzenart kommt über die Hauptverkehrslinien ins Land, über die Nebenverkehrslinien besiedelt sie dann auch das Umland.

    Einerseits sind es die Samen, die durch die Fahrzeuge oft von weither herangebracht werden, andererseits ist es der Fahrtwind der vorbeibrausenden Fahrzeuge, der die Samen von bestehenden Pflanzen weiter verteilt. Meist werden die Streifen entlang der Linien regelmäßig gemäht, was zusätzlich eine Verschleppung der Samen durch Mähfahrzeuge möglich macht.

    Es sind aber auch die Standorte selbst, die eine spezielle Herausforderung an die Pflanzen stellen. Es bleiben jene, die zu den Bedingungen passen: heiße Ränder, die – wie bei Autobahnen – stark salzhaltige Böden aufweisen, oder die – an Bahnanlagen – regelmäßig durch Herbizide von Bewuchs befreit werden.

    Standorte an Verkehrswegen sind oft auch geschützte Bereiche, in denen sich durchaus seltene Arten mit sehr speziellen Ansprüchen gut entwickeln können. Besonders gut sieht man das auch an Plätzen mit Pflasterung. Es ist die “Gunst der Fuge”, die an den Stellen zwischen den Steinen einen besonderen Lebensraum für sehr kleine Pflanzen schafft.

    INTERVIEWPARTNER:

    Prof. Michael Hohla, Botaniker
    Konsulent der OÖ. Landesregierung
    Obernberg am Inn

    Persönlicher Botanik-Weblog


    Teil 1: Filename: radio198_transitstrecken_1 Gräser am Bahnhof


    Teil 2: Filename: radio198_transitstrecken_2 Autobahn und Rastplatz


    Teil 3: Filename: radio198_transitstrecken_3 Vorkommen entlang der Bundeststraße


    Teil 4: Filename: radio198_transitstrecken_4 Die “Trittgesellschaft” eines Marktplatzes


    Teil 5: Filename: radio198_transitstrecken_5 Neubürger am Hafen (mp3)


    Aufnahmedatum: 04.07.2014

  • PHS191 Physik des Fußballs

    Der Fußball hat durch Form und Material ganz besondere physikalische Eigenschaften. Wer könnte das besser beschreiben, als der Fußballspiel-Erklärprofi Metin Tolan. Ein Gespräch über den Ball, die Kurve, den Zufall und das Wasser.

    Gesprächspartner: Metin Tolan, Experimentalphysiker an der Technischen Universität Dortmund

    Das Gespräch führt Alois Schörghuber. Auszüge daraus wurden am 8. Juni in der Sendreihe “Moment am Sonntag” ausgestrahlt: “Als der Ball noch eine “Seele” hatte.
    Eine kleine Kulturgeschichte des Spielgerätes Fußball.”

    Links: Metin Tolan | SWR2 Aula über Physik des Fußballspielens

  • BG002 Licht der Sonne

    “Wie kommt eigentlich die Energie der Sonne in die Zellen von Lebewesen?”

    Die Grundlagen des Lebens erfahren wir, während wir auf unsere Ableger, die Bienen, warten. Es ist nämlich äußert aufwendig, in der Unordnung des Lebens so komplexe Maschinen wie Lebewesen zu betreiben.

    Ob Bienen, Menschen, Tiger, Kühe, Pflanzen. Was auch immer. Sie sind aus einfachen Lebensformen entstanden – sagt die Wissenschaft – die gelernt haben, Sonnenlicht aufzunehmen.

    Die Energie in das Innere der Zelle zu bringen, ist dabei ein große Herausforderung. Wenn das nur über die Oberfläche geschieht, ist schnell Schluss mit dem Wachstum, weil das zu versorgende Volumen schneller steigt, als die Oberfläche beim Größerwerden. Es wurden zu diesem Zweck andere Lebewesen “geschluckt”, es entstand eine Symbiose.

    Mitochondrien heißen die Zellkraftwerke, die es auch heute in unseren Zellen gibt. Eine weitere Herausforderung in der Entstehung des Lebens ist, mit dem eigentlich giftigen Sauerstoff zurechtkommen. Lösung war übrigens dafür die Erfindug der Atmung.

    Gottfried Schatz ist Gast dieses Bienengespräches. Dieser Teil wurde im ORF Österreich 1 Radioprogramm “Vom Leben der Natur” erstausgestrahlt.

    Gottfried Schatz ist einer jener Wissenschaftler, die das Erbmaterial in diesen Mitochondrien entdeckt haben. Es wird nur über die Mütter weitergegeben, und so kann man die Abstammung des modernen Menschen auf wenige Urmütter in Afrika zurückführen. Thema des Gespräches sind aber die Grundlagen, wie geht das mit der Energie, die von der Sonne kommt, und nutzbar gemacht wird.

    Zwei Korrespondentenberichte kommen Anke Schneider aus Itzehoe (Norddeutschland) und Bernhard Wulz aus Hohenems (Vorarlberg). Sie erzählen, wie es bei ihren Bienenständen gerade aussieht. Gleich zu Beginn dieser Episode berichtet wieder Reinhard Fritsch von Beelux und Moderator des Forums von Bienenaktuell, was derzeit im Forum los ist.

    Links: Forum: Zulassung Varroamittel | BeeLux | Gottfried Schatz | WP: Mitochondrium | WP: Atmung | WP: Chlorophyll | WP: Die sieben Töchter Evas |  Imkerverein Itzehoe | Bienenzuchtverein Hohenems

  • 196. Bart

    Eine Stimme und besonders ein Gesicht macht diese Tage Furore in Europa: Conchita Wurst. Gewinner, oder auch Gewinnerin des Eurovision Song Contest 2014. Mann, Frau, Kunst, und das Spielen mit den Grenzen, den Definitionen und Erwartungen. Wir Menschen beziehen viele Informationen aus dem Gesicht des Gegenübers, und wenn es dann dort trotz weiblichen Aussehens einen Bart gibt, sorgt das für Irritationen.

    Filename: radio196_wow_bart mp3)

    Filename: radio196_wow_bart