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Wien

Tagebuch

  • “Wir alle sind Armin Wolf” – Trilologie

    “Wir alle sind Armin Wolf” – Trilologie

    Workshop anlässlich der “Medientage Strobl 2019”, die Fachtagung für “Freie Medien und Bildungsarbeit”, Link zur Website.

    Als “4. Macht im Staat” bezeichnet wird Journalimus bezeichnet, und wenn es jemandem nicht daran gelegen ist, dass diese Macht existiert, wird er angegriffen. Oder seine besten Vertreter:innen. Als Anchorman der ZIB2 steht Armin Wolf und insgesamt der gesamte öffentlich-rechtliche Journalismus immer wieder ganz vorne. Lassen wir nicht ihm und dem öffentliche-rechtlichen Rundfunk die heißen Kartoffeln aus dem Rohr holen, “wir alle sind Armin Wolf”. Als Akteure – als Journalist:innen – aber auch als Medienkonsument:innen.

     

    Wir-alle-sind-Armin-Wolf: Trilogie / Diskussion / Manifest
    (Lothar Bodingbauer)

    Kritischer Journalismus macht Populisten keine Freude. Eigentlich ist das doppelt gemoppelt. Man könnte auch nur “Journalismus” dazu sagen. Journalismus ist kritisch. Wenn Armin Wolf als ZIB2-Anchorman ganz vorne an den glühenden Kohlen arbeitet und dabei angegriffen wird, dann passiert das stellvertretend ihm, wir schauen zu. Aber Armin Wolf, das sind wir alle.

    1. Bestandsaufnahme. Was ist Journalismus. Ganz genau? Wie funktioniert Meinungsbildung beim Publikum. Geht es um Glauben? Um Wahrheit? Welche Interessensgruppen gibt es, und warum sind wir wirklich alle Armin Wolf?
    2. Komplexität statt einfache Antworten. Was bedeutet kritisch denken ganz genau? Wer hat Vorteile? Wer hat die Nachteile?
    3. Glauben versus Wissen. Die “Marke Wissenschaft” löst aus dem Gesamtkomplex “Universum” jene Elemente, die messbar, wiederholbar, vorhersagbar und widerspruchsfrei sind. Was ist der Rest, und wie sollen wir damit umgehen? Es ist nicht die Suche nach der Wahrheit, sondern die Suche nach der besten Geschichte, die Wissenschaft stark macht. Ihre Stärke ist, vom “warum” zum “wie” zu kommen. Warum und wie? Das schauen wir uns an.

    Als Endprodukt der Trilogie entsteht pro Teilnehmer:in ein Manifest (LINK), wie sie mit Journalismus, Komplexität, Glauben und Wissen umgehen möchten. Das nageln sie dann an eine Tür.

    • Mit wem reden? Ausgrenzen? Oder nicht? – Jan Böhmermann.
    • Umgang mit Komplexität.
    • Der andere Standpunkt.Meinung abgeben – Meinung machen.

    (more…)

  • Sendungsbewusst

    Sendungsbewusst

    Drüben auf Sendegate wird gerade diskutiert, was „sendungsbewusstsein“ bedeuten kann. Das ist eine interessante Diskussion

     

    [quote]Ich sehe Sendundungsbewusstsein vor allem auf der Seite des Gastes im Podcast. Ich verlange es sogar. Dabei rede ich eher von Wissenspodcasts, bei dem man jemanden besucht, der etwas Bestimmtes weiß. Ich möchte, dass diese Person erzählen möchte, und das Erzählte auch senden oder gesendet haben möchte. Keinesfalls möchte ich jemanden besuchen, der diese Verantwortung mir zuschieben möchte. Ich als Gatekeeper. Um dann auch noch herumzumäkeln, was alles nicht gesendet werden sollte aus dem Gespräch, und daher raus muss. Public Relations mit Message Control fallen daher alle raus bei mir als Gäste, eben weil diese Leute nicht sendungsbewusst sind. — Für mich selbst als Host hat das Wort „sendungsbewusst“ keine Bedeutung.[/quote]

  • Alles drin, was der Reporter braucht
  • Geschnetzeltes nach Holgi

    Geschnetzeltes: Aus Holgis kleine Kochschule, WR275

    Pfanne heiß, bisschen Öl in Pfanne halber TL
    Bleistiftdick. Rosa heiß, Fleisch raus
    Runterschalten, wieder Öl.
    Zwiebel, Champignons, braten, bis glasig.
    Weinbrand drauf. Sahne drauf. Soßenbinder. Abbinden. Pfanne ausschalten. Fleisch rein mit allem. Salzen, umrühren, stehenlassen.

    Gemüse in Pfanne, rein in WOK, hohe Hitze anbraten, rühren, schwenken.
    Schnell garen: Wasserdampf … 1/2 Sojasauce, 1/2 Sherry
    Nudeln dazu.

    Mit Huhn

    Hühnchenbrust
    Bleistiftdick. 30 min Marinieren: 1/2 Salz, 1 Eiweiß, 1/2 Speisestärke pro Person
    Scharf anbraten, durchrühren, hohe Hitze

  • Kommentar zur neuen Mathematikmatura

    “Es ist ein Problem der Kommunikation.”

    Gedanken zur Reifeprüfung Mathematik

    Die zentrale Reifeprüfung in Mathematik hat inhaltlich keine Probleme. Die Beispiele sind schön, passend, interessant und im Schwierigkeitsgrad angemessen. Die schlechten Ergebnisse zeigen Eines: wie gut die Kommunikation nicht funktioniert. Bisher konnte jedes Probleme durch passende Angaben gelöst werden. Das ist nun nicht mehr so.

    Das Problem der schlechten Leistungen der neuen Reifeprüfung in Mathematik wird überstürzt auf die fehlende sprachliche Kompetenz der Schüler:innen geschoben. Das greift zu kurz.

    Die gesamte schlechte Kommunikation fliegt auf.

    1) Innerhalb der Fachgruppe. Wie gut reden die Lehrer:innen miteinander.

    2) Innerhalb den Schüler:innen. Wie gut reden die Schüler:innen miteinander.

    3) Zwischen Lehrer:innen und Schüler:innen.

    4) Zwischen Eltern und Schüler:innen.

    5) Zwischen Bifie und Lehrer:innen, zwischen Schulaufsicht und Lehrer:innen, zwischen Direktion und Lehrer:innen.

    Ich wiederhole: bisher wurden Probleme auf allen fünf Ebenen in Mathematik gelöst, in dem die zur Gesamtsituation passenden Angaben gegeben wurden.

    Die Beispiele der zentralen Reifeprüfung können nun nur gelöst werden, wenn deren Inhalte von den Schüler:innen verstanden wurden. Das geht nicht mehr alleine (“ich lerne das zuhause”), das geht durch Kommunikation (“wir reden über Mathematik”). Können Lehrer:innen genügend Gesprächssituationen im Unterricht schaffen? Können Sie diese Situationen plausibel machen? Können Sie Schwächen im kommunikativen Bereich verbessern?

    Wollen die Schüler:innen mit Lehrer:innen über die Inhalte sprechen? Wollen sie miteinander reden, um offene Fragen und ihr Lernen zu diskutieren? Wie gelingt es den Eltern, mit ihren Kindern über Mathematik zu reden. Können sie es überhaupt? Wie lange tun sie es schon – die Oberstufe dauert 4 Jahre. Kommunikation kann nicht im letzten Moment gelernt werden.

    Lehrer:innen weisen schon in der 5. Klasse die Schuld den Schüler:innen zu, sie müssten besser, mehr lernen. Das greift zu kurz.

    Es geht um den problematischen Umgang mit Modalverben in Österreich: Können die Schüler:innen reden? Verstehen sie die Sprache? Worüber wollen sie reden? Verstehen sie den Sinn des Redens? Worüber dürfen sie reden? Sind Fehler diskutierbar, Teil der Kultur, oder führen sie zu Minus, Punktabzug, schlechtem Image und Noten? Wie müssen sie reden? Und ja, wie müssten sie es tun.

    Es geht um Autoritätsgläubigkeit, Hörigkeit, Unterdrückung, Gewalt. Das fliegt auf, bei der Mathematikmatura. Weil sie vollständiges Denken, vollständige Menschen braucht. Jene Leute, die diese Art der Matura in Österreich eingeführt haben, haben Großes geleistet. Aber jetzt wird durch die schlechten Ergebnisse sichtbar, was wir alles nicht haben:

    Wir verstehen die Gestaltung von Prozessen noch zu wenig, wir denken noch immer in Zuständen. Leistung wird als Zustand gedacht. Leistung ist ein Prozess, Kommunikation ist ein Prozess.

    Die folgenden fünf Vorschläge sind im wesentlichen: Verbesserung der Kommunikation.

    Vorschlag 1: Achtsamkeit als Thema.

    1) Wie sprechen die Ebenen miteinander.

    2) Wozu sprechen sie miteinander.

    3) Wie können Schüler:innen einen wertschätzenden Umgang in ihrer Kommunikation mit sich selbst beim Mathelernen entwickeln.

    Vorschlag 2: Förderung der Kommunikation.

    Sie findet zwischen Menschen statt, um sie zu verbinden. Was können Lehrer:innen dazu beitragen? Wie verständlich ist das Bifie, das Ministerium, der Schulrat? Es braucht hier Experten der Wissensvermittlung. Profis. Warmherzige Menschen.

    Vorschlag 3: Verbesserung der Bildungssprache.

    “Typ 1”-Aufgaben und “Typ 2″-Aufgaben sind schreckliche Wörter. Das Können, das Wissen; können, wissen. Die Frage, fragen. Das sind schöne Wörter. Damit können wir arbeiten. Es braucht hier Experten der Sprachgestaltung. Profis. Warmherzige Menschen.

    Vorschlag 4: Konzentration auf Prozesse.

    Sprechkontakte schaffen. Sprechgelegenheiten schaffen. Die gesprochene Sprache der geschriebenen Sprache mehr Gewicht geben. Dem Zuhören. Dem Entwickeln. Bei Geschriebenem entwickelt sich nichts. Geschriebenes diente in Österreich zu oft der Verlautbarung. Beim Reden passiert das Gute.

    Vorschlag 5: Tafeln abmontieren. Dann können Lehrer:innen nicht mehr vorne stehen und predigen. Individualisierung. Die neuronalen Netze können die Schüler:innen im Bereich der Mathematik nur durch Selbsttätigkeit knüpfen. Sonst: alles was Spaß macht. Podcasten etwa. (Aus dem Abendgymnasium z.B. das „Schulgespräch”: http://schug.sprechkontakt.at)

    Zeit gibt es genug. Inhaltlich ist mathematisch alles möglich, die Inhalte sind zeitgemäß. Die Verbesserung steckt im “wie”. Im “miteinander”.

    Ich müsste meine Gedanken eigentlich im Gespräch erzählt haben, weil ich auch mein Gegenüber hören wollte.

    (Lothar Bodingbauer, Abendgymnasium Wien, https://www.sprechkontakt.at)

    #reifeprüfung #mathematik #schule #kommentar

  • Erkenntnis

    Ich darf da mal was weitererzählen, was ich in Gesprächen mit Wissenschaftler:innen immer wieder gehört habe.

  • Bildung | Weiterbildung | Podcast

    Angebot: Workshop | Expertise

    1. Audioarbeit: Aufnahme, Inhalt, Gestaltung, Dramaturgie, Stories
    2. Podcast: Aufnahme, Konzepte, Nachbearbeitung, Charme und Chancen: Podcasting für interne Weiterbildung
    3. Studiotechnik: Mikrofone, Mischung, Klangraum, Podcast-Setup (Gold Standard)

    Lothar Bodingbauer: 25 Jahre Radiojournalist für ORF Österreich 1 und Deutschlandfunk, Podcaster der ersten Stunde, FJUM-Vortragender, WINFRA Infrastrukturjournalismus-Preis, Sexl-Physikdidaktik-Preisträger, Workshops. Link zu allen Radiosendungen, Podcastlabel Sprechkontakt: Physikalische Soiree | Bienengespräche | Lobster und Tentakel | Stadtgespräch (Technisches Museum Wien); Vortrag: Podcast küsst Radio | Österreich Werbung: Wald wirkt Wunder

    Kontakt: lothar@sprechkontakt, Tel. +43 699 190 39 196

  • Mundartgedicht

    Mundartgedicht

    in an bienenvoigg
    do ged srechd
    ned von voigg aus
    do ged sunrechd
    vo da könegen aus
    drum is
    a so a
    oawazbiene
    mit da demograddie
    a ned wiaggle blogd
    es gang owa a ned
    des muasma a song
    schdoida amoi via
    wia do
    a schdichwoi
    ausgang
    Hans Kumpfmüller, Obernberg am Inn (Innviertel, Oberösterreich)
  • Aufgeschrieben

    Es gibt Sprache, die ist weit und rund. Doch manche springt und stolpert, Stück. Für Stück.