Schneiden oder nicht? Man soll beim Radio-OT dann schneiden, wenn der Punkt gemacht wurde. Es gibt oft Nachsätze, die etwas ergänzen, was eigentlich schon gesagt wurde. Wir schneiden es weg.
Beispiel ohne Anhängsel, auf den Punkt geschnitten
Beispiel mit Anhängsel, hier kommt noch ein unnötiger Satz
Lothar Bodingbauer unterrichtet Mathematik und Physik am Abendgymnasium in Wien, ist Radiojournalist und Imker und macht Podcasts zu den Themen Bienen und Physik. Er sagt über sich selbst, dass er Freude an Tönen, Gesprächen und Geräuschen hat.
Es gibt auch weitere aktuelle Podcasts zum Thema Bienen. Stand: Oktober 2019
Kiwimana | New Zealand | iTunes | Feed
“Established in 2009. If you want to learn about beekeeping this is the show for you. It’s been described by many as fun and informative. Hosts Gary and Margaret from New Zealand share tips, interviews and news about beekeeping. We discuss ways to bee more successful with your bees, get a sweet honey crop and keep your bees healthy.”
“The podcast for the latest beekeeping news, information and entertainment for today’s beekeeper. Hosts Jeff Ott and Bee Culture’s Editor-in-Chief, Kim Flottum bring you interviews and commentary helping you become a more informed and knowledgeable beekeeper.”
“What happens when you take a professional Fishing Guide, pair him with a Master Beekeeper, and throw in some Texas Red Headed Mutt Honeybees? Well, we are about to find out!”
The Contrary Beekeepers Show | iTunes
“Join us as we journey into beekeeping while we learn to be the change, one hive at a time.”
“The Beehive Jive podcast is hosted by two beekeeping friends: Tracey and Paul. Keeping honey bees in South London they regularly chat about their adventures juggling bees. It seemed like a good idea to record them and a podcast was born.”
“Terry Oxford is an urban rooftop beekeeper in downtown San Francisco, California. A graduate of UC Berkeley, Terry is a long time activist and environmentalist. Terry’s focus is natural, sustainable beekeeping and her goal is strong and healthy bees that require little human intervention and no chemical interference. Her desire is to expose the use of, and assist in banning systemic poisons (neonicotinoids, fungicides and herbicides.) in ornamental trees and plants at nurseries.”
“Sustainable stewardship of our environment to preserve our life requires caring for our pollinators. We can successfully share small spaces together if we take care of each other.”
Aufnahme von 1992: Glocken aus dem finnischen Kloster “Uusi Valamo”. Gehört noch vor dem Einstieg ins Radiohandwerk. Gewidmet dem Radiolehrer Manfred Steinhuber. Im Kloster kann man für Kost und Quartier arbeiten.
Update: Aufnahme von 2019: Die Melodie hat sich die Jahre über gewandelt. Sie wird nach Auskunft der Mönche im Gedächtnis weitergegeben, wenn ein anderer Mönch spielt, prägt er sie nach seinen Vorstellungen. Angeblich gibt es auch einen italienischen Glockenspiellehrer, der 2019 kommen hätte sollen, der aber nicht gekommen ist. Das Foto stammt auch aus diesem Jahr.
Ein “Podcast küsst Radio“-Projekt von Lothar Bodingbauer, Mitarbeit: Ingrid Rachbauer
Am 14. Juli 2019 wird im ORF Österreich 1 Radioprogramm eine 45-minütige Sendung ausgestrahlt.
Blumen, Hahnentritt, Punkte, Bauernkaros: Die komplexe Welt der Stoffmuster
Es ist eine ganze Industrie – die Musterindustrie – die sich mit der grafischen Gestaltung von Stoffmustern beschäftigt. Ob Karo, Fischgrät, Hahnentritt, Glencheck oder Nadelstreif – die Klassiker sind bekannt. Der Hunger des Marktes nach immer neuen Formen und Ideen ist groß. Viele traditionelle Muster haben sich aus der Art der Webtechnik ergeben. Drucke erweitern diese Möglichkeiten und in zunehmendem Maße sind auch individuelle Muster von Kundinnen und Kunden gestaltbar.
LUT087: Thomas Lassenberger (Oberst, Bundesheer Brunn/Gebirge)
LUT088: Maria Huber (Trachten/Dirndl, Heimatwerk Linz)
Es hat viel Spaß gemacht, mit allen Beteiligten zu reden. Vielen Dank für die Beschreibungen, Einblicke und Gedanken. Rückmeldungen? feedback@sprechkontakt.at
Wer das Angebot hat, für zwei Jahre an der Österreichischen Schule in Guatemala zu unterrichten, muss zunächst alle Familienmitglieder befragen. Jede:r könnte mit – in Form eines Auslandsschuljahres, oder in Form eines Karenzjahres für die mitreisende Partnerin. Aber jeder muss zustimmen, denn die Kinder sind zu alt, um sie einfach einzupacken, und zu klein, um sie alleine in Österreich zu lassen. Wir haben uns gemeinsam entschieden – zuhause zu bleiben. Wie wir zu dieser Entscheidung gekommen sind, und warum alle damit zufrieden sind, das beschreibe ich hier.
Aus zeitlichen Gründen hat sich die Bewerbung mit anschließender Bestätigung der Entsendung und die Entscheidung der Familie überlappt. Wir haben also nicht vor der Bewerbung entschieden. Das hatte für den Arbeitgeber Nachteile, es wurde aber im Bewerbungsgespräch von mir ausdrücklich angesprochen.
Wir wussten also: den Job gibt es. Und jetzt müssen wir herausfinden, ob “wir” ihn annehmen. Technisch sind mitreisende Kinder und Partner absolut willkommen, gerade an einer österreichischen Schule ist alles mit der Bildungsschiene in Österreich kombinierbar für die Kinder.
Wir haben den Informations- und Diskussionsprozess von der eigentlichen Entscheidung getrennt. Es war also klar, dass niemand an irgend einem Punkt eine Entscheidung trifft, bevor wir nicht gemeinsam am Entscheidungstisch sitzen.
Schritt 1: Entscheidungs-Matrix
Was spricht für oder gegen “gehen”, was spricht für oder gegen “bleiben”. Jeder der vier Beteiligten schreibt auf eine bestimmte Post-it Farbe die Argumente und positioniert sie im jeweiligen Quadranten. Besonders wichtige Punkte können mit einem extra Klebesymbol (Pferd, Blume, Stern, etc.) gekennzeichnet werden. Interessant war für die Kinder, dass ein Argument für das Gehen nicht unbedingt ein Argument gegen das Bleiben war. Alle vier Felder brauchen eigene Gedanken. Dieser Schritt hat sehr gut funktioniert, das Plakat wurde an die Zimmertür gehängt.
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Wir haben danach immer wieder im Raum miteinander gesprochen und konnten auf die Tür verweisen. Was man sieht ist, dass es bei niemandem nur Nachteile gibt, dass es bei niemandem nur Vorteile gibt, dass sich das Verhältnis der Vor- zu Nachteilen bei allen vier Personen stark unterscheidet. Die Sache würde also komplex werden.
Schritt 2: Weitere Informationen
Ein zweitägiges Seminar folgte und es kamen Informationen aus dem Ministerium, was Bezahlung und weitere Modalitäten betrifft. Und es folgten Gespräche mit einer Lehrerin der Schule, die bei diesem Seminar dabei war und beim Abendessen auch für Fragen der Familie zur Verfügung stand. Schwierig war, alle Familienmitglieder an diesen Tisch zu bekommen, weil sonst eigentlich eine Vorentscheidung getroffen worden wäre, wenn man diese besonders wertvollen Informationen nicht abholt oder erfragt.
Schritt 3: Bauchgefühl
Es war keine Eindeutigkeit bzw. Einstimmigkeit vorhanden. Zu sehr waren die Beweggründe, Wünsche, Sorgen, Hintergründe unterschiedlich, verwoben, vermischt und verwischt. Gespräche mit dem größeren Familienkreis brachten zusätzliche Informationen für Zwischen- oder Teillösungen. Einer von uns könnte beginnen, nach dem ersten Jahr könnte man nachkommen. Eine Ferienreise würde das Gebiet zeigen, man würde besser wissen, wofür- oder wogegen man entscheidet. Aus alldem entwickelte sich aber kein gemeinsamer eindeutiger Trend.
Schritt 4: Aufschlüsselung der Entscheidungsarten
Chefentscheidung: Geht nicht, da die beiden Erwachsenen keine klare Chefrolle beanspruchen, sondern recht fluid und austauschbar diese Rolle ausüben.
Mehrheitsentscheidung: Geht nicht, da es scheinbar 2:2 stand.
Eindampfen der Möglichkeiten: Kann gemacht werden, wenn viele verschiedene Möglichkeiten vorliegen, die man gruppieren und sortieren kann. War aber nicht, denn es gab nur eine Entscheidung: das Angebot anzunehmen, oder nicht. Die Zusage musste bis Schulende (innerhalb 14 Tagen) erfolgen.
So gesehen war an dieser Stelle eine Patt-Situation, die eigentlich ein “nein” als einzige Möglichkeit zuließ. Das hätte aber zumindest zwei von vier Personen frustriert. Die eine Gruppe hätte der jeweils anderen Gruppe die Schuld geben können, später vielleicht, eine positive Lebensentscheidung verhindert zu haben.
Das wollten wir nicht, daher eine vierte Art der Entscheidung, die aus dem Gebiet der Soziokratie kommt.
Es ist die Suche nach den inakzeptablen Szenarien: Es geht darum, dass jede:r eine Position formuliert, die für sie oder ihn definitiv nicht möglich ist. Dafür brauchten wir eine gute Stunde Zeit. Es war inhaltlich gut machbar, weil wir bereits alle möglichen Punkte kannten. Neu war die Art zu denken: Was möchte ich nicht, dass eintritt, auf keinen Fall. Trotz aller Zwischen- und Mischlösungen, was sollte nicht sein. Diese Position konnte jede:r formulieren (Schritt 1), und jede:r am Tisch hörte diese Formulierungen. Daraufhin (Schritt 2) formulierte jede:r Szenarien, die trotz der vier verschiedenen “no-go´s” möglich wären.
Und da war es dann klar: das einzige Szenario, das alle vier klaren Negativ-Positionen wertschätzt (acknowledged), war, das Angebot des Ministeriums nicht anzunehmen, nach Guatemala zu gehen.
Interessant dabei war, dass die Sache auf einer höheren Ebene Widersprüche gezeigt hat. Wer die “PM-Logikrätsel” kennt, weiß, dass es erst durch die Kombinationen von Elementen Umstände und Informationen gibt, die neuartige Erkenntnisse zu lassen. So war das auch bei uns. Durch die Formulierung eines bestimmten “no-go´s” musste ein anderes “no-go” geändert werden, was eine Verkettung zutage brachte, die zu Beginn nicht einsehbar war. Wenn man dann die Positionen beider Personen berücksichtigt, war das letzte mögliche “wir gehen nach Guatemala” Szenario nicht mehr im Rennen, und als einzige Möglichkeit blieb “nicht annehmen” über.
Wir verblieben an diesem Abend, dass wir mit der Entscheidung noch bis zum nächsten Tag warten würden, falls noch jemandem etwas einfällt.
Schritt 5: Die Entscheidung
Am nächsten Tag kamen wir am Küchentisch zusammen, besprachen die Möglichkeiten, eine Entscheidung zu treffen: Chef, Mehrheit, Eindampfen und die “Suche nach dem inakzeptablen Szenario”. Wir stimmten dafür, unsere Entscheidung nach dieser vierten Methode zu treffen. Somit haben wir nicht abgestimmt, ob wir nach Guatemala gehen oder nicht, sondern wir haben abgestimmt, wie wir entscheiden. Das war sehr spannend zu sehen.
Der Vorteil dieser Entscheidungsart war für uns sehr wichtig:
Niemand ist “schuld” an der getroffenen Entscheidung. Sie konnte nur gemeinsam entstehen. Wir können einander nicht zuschreiben, Grund für die Entscheidung zu sein. Das nimmt die Verantwortung von allen Schultern, besonders auch später in einigen Jahren.
Jed:r einzelne hätte eine „für-Guatemala“-Entscheidung ermöglichen können, indem auf die jeweilige “no-go”-Position verzichtet worden wäre. Da aber im Mittelpunkt unseres Wunsches war, diese vier Positionen zu respektieren und einzuhalten, war dies keine mögliche Option. Warum? Wir kennen Menschen, die durch Umstände, denen sie ausgesetzt waren, durch Entscheidungen, an denen sie nicht mitarbeiten durften, ein Leben lang betroffen sind.
Und wie ist es bei Euch? Habt ihr auch Erfahrungen mit komlexen Entscheidungen gemacht? Mail an lothar@sprechkontakt.at
Epilog: Der Schuldirektor hat sehr verständnisvoll reagiert und die Einladung ausgesprochen, sich wieder zu bewerben, wenn die Stelle in dieser Fächerkombination neu ausgeschrieben wird und sich die familiäre Situation geändert hat.
Dank an Ingrid/Linda/Alexandra für die Entscheidungsmatrix, Dank an Gottfried für das Erzählen der Methode der Soziokratie, Dank an alle Beteiligten für die Geduld.
Update 2022: Über das Mindset beim Entscheiden spricht die Psychologin Agnes Justen-Horsten in Folge 98 von Nicolaus Kreutters Auswanderer-Podcast.
Wenn einmal die Widgets der WordPress-Seite verschwinden: einfach auf ein anderes Theme umschalten und dann wieder auf das originale Theme zurückschalten. Dann sind alle Widgets wieder da.