Radio, Science, Education

Wien

Radioproduktion

  • 209. Aufgeräumt

    Das Handschuhfach im Auto

    Filename: radio209_mom_handschuhfach

  • 208. Götterdämmerung

    Wort der Woche: (Moment / ORF Radio Österreich 1)

     
    (Passwort notwendig)

  • 207. Vom Ende der Klaviere

    Die meisten Klaviere können repariert und wieder verkauft werden, wenn sie ihre Besitzer nicht mehr brauchen oder nicht mehr haben wollen. Außer sie sind zu alt, zu defekt, zu zerstört durch zu viele Motten, zu viel Feuchtigkeit, schlimme Temperaturschwankungen oder zu wenig Pflege. Für diese hoffnungslosen Fälle ist Schluss mit Tönen und Musik – solche Klaviere werden zerlegt. Was von ihren über 5000 Einzelteilen nicht mehr verwertbar ist, wird entsorgt. Doch bis dahin gibt es noch viele überraschende Verwendungsmöglichkeiten. Ein Besuch bei einem professionellen Klavierentsorger. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

  • 206. Cockpit

    Wort der Woche: Von der Grube für Hahnenkämpfe zur gläsernen Steuerzentrale in Flugzeugen. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

     
    (Passwort notwendig)

  • 205. Schriftsätze im öffentlichen Raum

    Die wahrnehmbare Identität eines Landes wird maßgeblich durch die Schriftzeichen geprägt, die für Ortsbezeichnungen verwendet werden. Mit oder ohne Serifen, moderne Schrift oder Antiqua, die zeitlose Helvetica oder Gothic. Jedes Land hat seine eigene Tradition die oft auch durch Macht und Herrschaft geprägt wurde. So war es in Frankreich nur dem König vorbehalten, eigene Schriftsätze zu führen, was sich bis heute in der Verwendung von Fonts in Zeitungen dort niederschlägt. Wir schauen uns die Schriftsätze im öffentlichen Raum näher an und machen uns auf die Spuren jener, die diese Identität gestalten. (Moment / ORF Radio Österreich 1)


    Link zu Fotos / Tern

  • 204. Treffpunkt Hundezone

    Ohne Beißkorb und Leine ist der Stadthund kaum unterwegs. Außer er darf in der Hundezone oder einem Hundeauslaufgebiet herumtollen. Frauchen oder Herrchen sind auf alle Fälle dabei. So entsteht, je nach Gegend, ein spezielles Soziotop – mit subtilen Regeln und manchen Zwischenfällen. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

  • 203. Sezession

    5000 ethnische Gruppen gibt es weltweit, Nationalitäten, Nationen. Die Anzahl jener, die sich innerhalb ihres Staates in Konflikten befindet, ist groß. Ob Ost-Timor, Quebec, Katalonien, die Krim. Auch in Schottland demnächst abgestimmt, ob das Land vom Vereinigten Königreich unabhängig werden kann. Unabhängigkeitsbestrebungen bestimmen also immer wieder die internationale Poltik. Unabhängigkeit – und Abspaltung. Die Sezession.

    Filename: radio203_wow_sezession

    Manuskript (ohne letzte Änderungen) SIGNATION „Das Wort der Woche“.

    Die Sezession. Das Wort kommt von lateinisch secessio, Abspaltung, Abseitsgehen, Trennung, und da ist durchaus auch die künstlerische Sezession gemeint, in der sich Künstler von der bisherigen Tradition getrennt haben, und eine neue geschaffen haben, bei der Wiener Sezession den Jugendstil – das war um 1900.

    Sezessionen bei Staaten aber entstehen zu allermeist bei ethnischen Konflikten. Manche Politikwissenschaftler sehen aber genau das als Mythos an. Nicht die Ethnien verursachen – sagen sie – Konflikte, sondern die vorherige Zerstörung des sozialen Netzwerkes. Da gehören dann auch die ökonomischen Faktoren dazu – wer profitiert wovon – zum Beispiel vom Öl an der Küste Schottlands.

    Die Gründe für Sezession liegen vorderhand im Staat selbst, eine Sezession ist daher zunächst auch nicht ansteckend, sagen Politikwissenschaftler. Wenn es aber einmal innerhalb eines Staates zu Sezessionsbewegungen gekommen ist, breitet sich das Phänomen rasch aus, auch außerhalb. So fürchtet zum Beispiel die UNO immer auch ein „spill over“, ein Überschwappen auf andere Regionen, wenn ein abtrünniger Teilstaat eines Landes zu früh international anerkannt wird.

    Andere Konfliktgegenden lernen daraus.

    Man muss sich ja überhaupt wundern, warum ein Staat überhaupt zusammenhält, aber wenn dieser Zusammenhalt nicht mehr gegeben ist, braucht es für den wirklichen Start einer Sezession folgende Bedingungen:

    Die Unzufriedenheit einer Gruppe, eine gemeinsame Identität,  und vorangegangene Überlegungen, eine politische Aktion zu starten. Weitere Zutaten sind dann der Glaube, dass der Nutzen der Sezession größer ist als die Kosten, der Erfolg wahrscheinlicher, als man früher glaubte, und dass einige Schlüsselstaaten der Sezession weniger feindlich gestimmt sind als früher.

    Einkommensunterschiede, Sozialleistungen, der Fluss von Arbeitskräften und Kapital. All das sind Faktoren, die bei Sezessionen eine Rolle spielen. In die eine oder auch in die andere Richtung – denn es profitieren wirtschaftlich starke Regionen durchaus auch von der Anwesenheit wirtschaftlich schwacher Regionen.

    — KÜRZEN MÖGLICH

    Es gibt hier übrigens eine Parallele zu Ehescheidungen. Im früheren Scheidungsrecht mussten beide Partner einer Trennung zustimmen, im modernen Scheidungsrecht darf nun durchaus ein Partner die Trennung verlagen, bekommt sie aber erst nach einer bestimmten Zeit oder mit Auflagen und Verpflichtungen, die vom Richter festgesetzt werden. Der stärkere Partner hat nämlich über die Jahre hin Verantwortung übernommen, an die sich der Schwächere mit Recht gewöhnen durfte.

    Eine plötzliche Trennung wäre daher fatal, und das ist bei Staaten nicht anders. Und

    — KÜRZEN ENDE

    … es gibt bei aller Ökonomie und abseits von Recht und Verfassung auch bei Sezessionen vor allem auch eine moralische Komponente, mit der sich die Sezessionsphilosophie beschäftigt, die Sezessionsethik.

    Im Schottischen Beispiel könnten bei einer Abspaltung nämlich durchaus den Bewohnern des restlichen Königreichs Nachteile entstehen, die Bewohner eines Staatsgebietes planen ihr Leben auch meist unter der Annahme, dass dieses Gebiet weiter bestehen bleibt, da könnten also Lebenspläne durchkreuzt werden. Und sie verlieren auch Souveränität, zu der eben gehört, dass sie zum Beispiel die Einkommensstuer in Schottland mitbestimmen können.

    Je nach Sezessionstheorie wird einer Gruppe die Abspaltung moralisch gestattet, wenn ihr Unrecht widerfahren ist, oder, schwächer, wenn sie eine Nation bildet, oder noch schwächer, wenn eine Mehrheit bloß der Meinung ist, eine Abspaltung wäre das Beste.

    Je nach Theorie, nach Philosophie, nach ethischer Auffassung wäre eben dann eine Abspaltung Schottlands in Ordnung – oder auch nicht, die, und das ist anzunehmen, friedlich verlaufen würde. Und diese Vielschichtigkeit zeigt, wie entwickelt unser Gefüge an Staaten, Grenzen und Ordnungen eigentlich ist. Sezessionen sind, so sagen manche Politikphilosophen, Sezessionen sind eine Büchse der Pandora, und die Frage ist, ob sie halb voll ist oder halb leer.

  • 202. Maut

    Wort der Woche: (Moment / ORF Radio Österreich 1)

     
    (Passwort notwendig)

  • 201. Worte des Torfstechens

    201. Worte des Torfstechens

    Tarsdorf ist eine kleine Innviertler Gemeinde in der Nähe eines Moores. Die älteren Menschen des Dorfes können sich noch gut an das Torfstechen erinnern, bei dem durch harte Arbeit Brennmaterial für den Winter gewonnen wurde. Mit einem Mundartdichter und Verwandten, die selbst noch im Moor gearbeitet haben, machten sich die Volksschüler auf die Suche nach den Worten, die beim Torfstechen verwendet wurden. Es entstanden Geschichten, die durch den Komponisten des Ortes vertont wurden, und es entstand so ein Gemeinschaftsprojekt, in dem alle Beteiligten zusammenhalfen, die Kinder des Ortes mit seiner Geschichte in Verbindung zu bringen.

    Trailer

    Filename: https://www.sprechkontakt.at/audio/radio201_tarsdorf_trailer


    Link: Moment – Leben heute / ORF Radio Österreich 1 am 18. August 2014

    Beitrag/Sendung

    Filename: https://www.sprechkontakt.at/audio/radio201_tarsdorf_mom


    Beitrag ohne Moderation (mp3, bessere Qualität)

    Filename: https://www.sprechkontakt.at/audio/radio201_tarsdorf_beitrag


    MANUSKRIPT 

    Worte des Torfstechens (Lothar Bodingbauer)
    Moment, 18. August 2014, 09:30 min

    Pressetext:

    Tarsdorf ist eine kleine Innviertler Gemeinde in der Nähe eines Moores. Die älteren Menschen des Dorfes können sich noch gut an das Torfstechen erinnern, bei dem durch harte Arbeit Brennmaterial für den Winter gewonnen wurde. Mit einem Mundartdichter und Verwandten, die selbst noch im Moor gearbeitet haben, machten sich die Volksschüler auf die Suche nach den Worten, die beim Torfstechen verwendet wurden. Es entstanden Geschichten, die durch den Komponisten des Ortes vertont wurden – ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem alle Beteiligten zusammenhalfen, die Kinder des Ortes mit dessen Geschichte in Verbindung zu bringen.

    SIGNATION

    OT 01 – Teaser 1

    Man hat schon ein bisschen Angst, wenn man auf so einem unsicheren Boden steht. Dort blodert der Boden, dort sogizt beim Geh, dort wachst nix, dort bliat nix, dort g’rat nix.

    Vom Leben und Arbeiten am Moor

    OT 02 – Teaser 2

    Also wenn man am Tag geht, dann ist es schon eher friedlich, aber wenn man in der Nacht geht, dann nicht gar so. – Wir sind da direkt im Alpenvorland, eigentlich im Innviertel.– Der Boden, wenn du so springst, der geht voll nieder, das ist wie ein Trampolin – Das Moorgebiet ist offiziell eingetragen, da ist es das Filzmoos, und bei den Leuten ist es „der Fiz“.

    Die Eiszeit hat die Lanschaft in Tarsdorf bei Salzburg geformt, hat die Berge und Täler glattgeschliffen und die Hügel weich gemacht. Weich, wie die Worte des Dialekts der Gegend, der keine harten Konsonanten kennt. Ganz oben in Tarsdorf, in der Nähe von Fucking, gleich neben Hucking, da hat sich das Wasser in einer Grube gehalten. Und auch das Wasser ist weich, es ist Moorwasser, mit dem man gut Brot backen kann, versichern die Bauern. Im laufe des letzten Jahres haben sich die Menschen der Region getroffen, um die Worte des Moores den Kindern des Dorfes beizubringen. Ein Mundartdichter wurde herbeigezogen, der mit ihnen Geschichten geschrieben hat, ein Komponist, der sie vertont hat. Ein Blick zu den Wurzeln des Dorfes ist entstanden, im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Wurzeln waren es, die den Torfstechern im Weg standen, wenn sie Brennmaterial gewinnen wollten. Fizgrampei heißen diese Wurzeln, Fiz von Filz, von Moor, und Grampei, weil es verflixte Wesen sind. Und Fizgrampei heißt auch das Dorf- und Schulprojekt, das um diese Wurzeln herum entstanden ist. Lothar Bodingbauer hat sich umgehört.

    OT 03 – Alter Mann, Lied, Kind

    Na ja Moor, dass man versinkt. Ausspruch war oft, „dich holts Filzgrampei“. Wenn man zu den Kindern so was gesagt hat, dann hat es oft geheißen, „dich holts Filzgrampei“.  Das sind so alte Wurzeln, die mit den Latschen versunken sind. Und wenn sie Filz gestochen haben, dann sind sie rausgekommen, und das war ein Hindernis. – Musik – I geh an Fiz. Auf amoi geht’s dahin. Ich wird allweil kleiner. Grad der Kopf schaut no aussa. Jetzt geht’s wirklich dahin. Das Fizgrampei ziagt mi einei. Hiaz bin ia a Fizgrampei. – Musik.

    Jabadabada Moosberln, jabadabada Mooswohl. – Und dann kommt noch der Sonnentau. – Genau, in drei verschiedenen Ausdrücken. Der Hergotslöffel, Fliegenfallen, und Wiedertot.

    Josef Esterbauer ist der Kapellmeister von Tarsdorf. Er bespricht mit dem Mundartdichter Hans Kumpfmüller aus Obernberg am Inn die Vertonung der Kindergedichte, die um die Worte des Moores herum entstanden sind.

    OT 04 Kumpfmüller

    Ich habe insgesamt 24 Ausdrücke nur für den Sonnentau gefunden.

    Der Sonnentau, eine Pflanze im Moor, die mit ihren klebrigen Tropfen auf den Stängeln Insekten fängt. Jeder, der hier wohnt kennt diese Pflanze, und es ist mit ihren Bezeichnungen fast ein bisschen so, wie bei den angeblich 20 verschiedenen Worten der Inuits für „Schnee“.

    0T 05 Kumpfmüller

    Es geht einmal mit der Feststellung an, dass da nichts ist, dass da nichts wächst, dass da nichts gerät.

    … weil der Himmelvater die Drainagerohre im Moor, im Fiz, vergessen hat. Die Entwässerung, und so ist das Gebiet zu nichts nutze, könnte man glauben.

    OT 06 Kumpfmüller, Esterbauer

    Drum wachsen grad diese Mundartkräutlein da. – Der Fiz ist früher schon eine gewisse Wertschöpfung gewsen, vom Brennmaterial, vom Heizmaterial – Und plötzlich kommt wer und sagt, da wachsenja die tollen Pflanzen – Musik – dann hat das Pflanzl einen lateinischen Namen – Musik – und dann ist es was wert. – Und dann kimmt man drauf, da hat der Himmelvater gottseidank gottseidank auf die Drainageröhrl vergessen. – Da hat der Himmelvater (singt) – und dann singen die Kinder ganz alleine – gottseidank – hat der Himmelvagter auf’d Drainageröhrl vergessen. – Musik.

    Sobald es ein ordentliches Wort für etwas gibt, ist es was wert, sagt man. Und wenn es so gar ganze Geschichten sind, die entstehen, dann erst recht. Die Kinder besuchten im letzten Jahr immer wieder das Moor und schauten den alten Menschen beim Torfstechen zu, die darüber redeteten, mit Worten, die fast schon vergessen waren.

    OT 07 Kind

    I bin a wenig spazieren gegangen, auf einmal bin ich über eine Wurzel gestolpert. Da habe ich eine Schatzkarte gesehen, da habe ich zum Suchen angefangen, und a Schatzkisten gefunden. Und, woast was drin war: a Vasen.

    Wasen sind hier nicht die Blumenvasen, sind auch nicht die Woosn, die Grasnaben, die über die Fahrbahn wachsen, Wasn sind die Torfziegel, die mit dem Stecheisen aus dem Boden gestochen werden, und die dann aufghäuselt werden, aufgehäuselt, luftig aufgebaut, zum Trocknen.

    Das schauen wir uns jetzt an, direkt im Fiz – also im Filz, also im Moor.

    ATMO 08 Hund, dann Traktor

    Der Hofhund freut sich, der fährt auch mit auf der Ladefläche hinten, gemeinsam mit den Bauern, die das Torfstechen von früher her noch kennen und noch können.

    Sie ist meine Nachbarin, Friedl Hedwig, ich heiße Mathilde, ich gehöre zu dem Mann mit dem Hut, Esterbauer ist der Schreibname und Heiss ist der Hausnahme. Und er ist der Schmied, und bei ihr ist es beim Staudinger, mir sind da hübsch beinander.

    (über Atmo)

    Beinander in einer Streusiedlung am Moor. Getrennte Bauernhäuser, aber doch  mit ihrem Leben und mit ihrer Arbeit gemeinsam. Bis in die 70-er Jahre wurde hier noch Torf gestochen.

    OT 09 Alte Leute über das Torfstechen

    Torfstechen war aber immer auch eine starke körperliche Arbeit, immer noch leichter allerdings, als mit den alten Sägen Brennholz zu schneiden. Mit der Wasntragn, einer Karre, wurden dann die Wasn, die Dorfziegel gesammelt, und das hat der Komponist Ruprecht Huber für das Moor-und Torfstech-Mundartdorfprojekt vertont.

    OT 10 Wasntragen Musik

    Beim Wasentragen muss man die Wasn zu der Wasntragen tragen. Aber die mit am Hirn, die werden die Tragn zu den Wasen hinführen.

    Die Musikstücke wurden vom Kirchenchor und den Kindern vertont. Und jedes der Kinder durfte eine Seite in einem Buch schreiben, erzählt Christina Eberharter, die Volksschuldirektorin.

    OT 11 Christine Eberharter

    Ich glaube, dass das ganze Projekt zu einem guten Selbstwertgefühl unserer Schüler beigetragen hat. – Gedicht – Es gibt für die Mundart keine Rechtschreibregeln.

    Weil man die Mundart so schreiben darf, wie man will, sagt der Mundartdichter Hans Kumpfmüller.

     OT Kumpfmüller / Eberharter

    Man hat beim Schreiben hat völlige Narrenfreiheit, beim Inhalt net, der soll schon passen. – Gedicht – Das tollste für mich war das, dass sie mit der Freiheit was anfangen haben können.

    Bei einem Dorffest im Juli wurden die Ergebnisse des Tarsdorfer Torfstech-Wort-und Musik-Dorfprojektes vorgestellt. Und alle machten mit. Die Alten, die Jungen, und der Komponist Rupert Huber, der die Texte vertont hat, er freut sich, denn für ihn waren die Geschichten rund ums Torfstechen eine Möglichkeit, nach Jahren im Ausland wieder mit seiner Heimat in Verbindung zu treten.

    OT 12 Komponist (darunter beginntend Musik)

    Auch mit den Leuten.  Da singen dann im Kirchenchor singt eine alte Dirn mit vom Bauernhof von meinem Großvater, der Zimmermann, der meinem Vater einen Dachstuhl gemacht hat, singt mit eine Hörgerät mit. Man trifft Leute in einem anderen Kontext. Dann geht man ins Wirthaus und trifft wieder Leute von früher. Das ist wahnsinnig gut aufgegangen, man hat es nicht zu hoffen gewagt. – Musik – Wegbeschreibung.


    Hinweis: Diese Sendung wurde auch für Folge 25 von Lobster und Tentakel aufbereitet.

  • 200. Zeugen der Urzeit im Fluss

    Viktor Filzwieser sammelt Kieselsteine aus der Ybbs, schleift und poliert sie und legt so versteinerte Tiere frei. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)

    Programmtext

    Die Ybbs ist ein Fluss in Niederösterreich, der aus den Kalkalpen Wasser und Geröll in das Voralpenland transportiert. Das Wasser ist im Oberlauf glasklar und an den Rändern und Schotterinseln zeigt sich eine vorherrschende Farbe: grau. Es ist das Grau des Kalksteins.

    Ein genauerer Blick zeigt jedoch eine verblüffende Vielfalt an Farben und Mustern in vielen Steinen, die durch die Bewegung des Wassers schon sehr rundgeschliffen sind. Besonders, wenn die Steine nass sind, wird diese Farbenpracht sichtbar.

    Es sind aber nicht nur die Farben, die Sammler der Gegend faszinieren, sondern auch die Muster, die etwa von versteinerten ausgestorbenen Ammoniten, Kopffüßern, stammen, oder von versteinerten Seelilien. Seelilien sind Tiere und gehören zu den Stachelhäutern.

    Da aber Ammoniten und Seelilien ausschließlich in Meeren vorgekommen sind, sind die Steine der Ybbs somit auch ein Blick in die Vergangenheit. Vor rund 200 Millionen Jahren befand sich hier die Tethys, ein Urmeer, das mit der Gebirgsbildung der Alpen verschwand.


    Teil 1: Farben und Muster


    Teil 2: Unterschiedliche Bearbeitungsmethoden


    Teil 3: Ein Blick in die Vergangenheit


    Teil 4: Die richtige Auswahl


    Teil 5: Jedes Stück erzählt eine Geschichte


    Aufnahme: 5. Juli 2014