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Wien

Radioproduktion

  • 217. Ferien

    Wort der Woche: Man merkt es an der Stimmung in den Straßen. Die Ferien kommen. (Moment / ORF Radio Österreich 1)



    MODERATION: Man merkt es an der Stimmung in den Straßen. Die Ferien kommen. „Ferien“. Österreich liegt mit 9 Wochen Sommerferien eher im unteren Mittelfeld, da gibt es Länder wie Finnland, Litauen, Spanien und Ungarn mit elf Wochen, sowie Estland, Malta, Portugal und Rumänien mit zwölf Wochen. Ja und in Irland, Island, Italien, Lettland und der Türkei dürfen sich Schüler gleich über 13 Wochen freuen. Ferien.

    SIGNATION: DAS WORT DER WOCHE

    Ferien. Das Wort klingt schon so, wie Ferien eben sind. Lange. Warm. Bedeutend. Mit einem langen Einzug, einer aufregenden Mitte, und einem spannenden Finale, das am Schluss, am N – mit etwas Neuem endet. „Ferien“. Das spürt der ganze Körper.

    OT 01: Erlösung. Erleichterung. Prägende Erlebnisse aus der Schulzeit, wo man entgegengelechzt hat der Ungebundenheit und dem Abfall der Pflichtungen.

    Hans Christian Luschützki ist Professor am Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien. Auch er kennt die Herkunft des guten Gefühls, das so ein Wort wie Ferien hervorruft.

    OT 02: Es hat nicht nur einen angenehmen Klang durch das R und das N, lauter sonore, klangvolle Laute, sondern das Schöne an dem Wort Ferien ist, dass es ein sogenanntes Plurale Tantum ist. – Es tritt nur in der Mehrzahl auf, und wenn man das vereinzeln möchte, dann muss man sagen, ein Ferienatag, oder ein Ferienwochenende. Aber Ferien ist immer Plural.

    Die Ferie alleine gibt es also nicht. Ferien, das ist das schöne, die kommen immer gleich im Pack.

    OT 03: Ferien kommt aus dem Lateinischen und im Lateinischen war es so, dass zwischen zwei Selbstlauten ein S einmal zu einem R geworden ist. Und daher kann man im Altlateinischen noch die Form FESIE lesen, in den Quellen, die da zu FERIE geworden ist.

    Wir fahren in die Fesien… Klingt nicht so gut. Aber ob Fesie oder Ferie: Wenn man die Worte am Schopf packt und an der Wurzel schaut, dann steht dort die Bedeutung „heilig“.

    OT 04 Die Feriae waren alos die Heiligen Tage, wo die Arbeit ruht, wo sakrale Handlungen ausgeführt werden und der gleichen.

    Das werden auch alle Schüler unterschreiben, wobei unter sakrale Handlungen für sie auch Fußballspielen, schwimmen, oder miteinander Zeit verbringen fällt. Das Wort „Fest“ liegt dabei gar nicht weit weg.

    OT 05 Im Wort Festus oder Festi ist ja im Lateinischen das S nicht zwischen zwei Vokalen gewesen und deshalb nicht zu R verschoben. Und so gibt es diese Alternation Ferie einerseits wegen der Lautstruktur und Festus, und Festum, andererseits, für eine bestimmte Festivität. Festivitas. Auch wieder ein lateinisches Wort.

    Ferien, die Zeit für’s Heilige. Später waren es dann im Gericht auch die verhandlungsfreien Tage. Dass wir heute auch die schulfreie Zeit damit bezeichnen, da hat sich in vielen Jahrhunderten doch einiges an Bedeutung gewandelt .

    OT 06 Ja, das ist eine allgemeine Tendenz der Profanierung von ursprünglich sakralen Einrichtungen. Denken Sie an die Entwicklung, die das Wochenende genommen hat, ausgehend vom Sonntag, der der Tag der heiligen Messe war, und des Hochamts. Jetzt beginnt schon Freitag Mittag das Wochenende, und man wünscht sich schönes Wochenende und nicht nur schönen Sonntag. Und so haben auch die Ferien ihre ursprünglich religiöse Bedeutung eingebüßt und sind profaniert werden, wie so vieles ander auch.

    — SCHNEIDEN MÖGLICH

    Profan, das bedeutet „vor dem Heiligen“.

    OT 07 Ja. Genau, das Fanum ist nämlich mit diesem Festum und Ferien Wurzel verwandt und das ist auch ein Lateinisches Nomen, das von dieser gleichen Wurzel abgeleitet ist.

    Schnell hört man auch die Unterschiede, je nachdem, wie sehr sich das Heilige von Früher noch gehalten hat.

    OT 08 Im Englischen Holidays, das sind die heiligen Tage. Das ist eigentlich genau der Sinn, den das Wort auch im LAteinischem gehabt hat.

    In anderen Ländern haben die Ferien natürlich andere Bezeichnungen. Zum Beispiel in Italien: Ferragosto – von Feriae Augusti, dem Festtag des Augustus.

    OT 09 Das ist im August dann der Beginn der Marienfeiertage, die Hitzeferien. Aber ansonsten heißen die Ferie italienisch ja Vacanze, auch französisch Vacane, Vacationes im Spanischen. Das kommt vom lateinischen Wort CAVUS, cavare, das hohl, leer bedeutet. Also, die Leeren Tagen. Das sind die, die frei von Verpflichtungen im Sinne ist das zu verstehehen. Man hat auch früher im Deutschen von Ostervakanz und der gleichen gesprochen und das ist aber veraltet.

    Auch in Russland haben die Ferien eine Beziehung zum Lateinischen, erzählt der Sprachwisseschahftler Hans Christian Luschützki.

    OT 10Im Russischen heißen die Sommerferien Kanikuli, und das geht auf das Lateinische Kanikulis zurück, die Dies Kanikulares, das waren die Hundstage, wo der Sirus, der Hundstern in der Sonne mit der Sonne zusammenkommt und besonders hell leuchtet, das hat sich im Russischen interessanterweise etabliert, als der Begriff für diese Hitzeferien, die Sommerferien.

    Im Griechischen wiederum ist mit den Ferien nicht die Hitze des Sommers oder die Heiligkeit der Tage gemeint, sondern die Zäsur.

    OT 10 Im Neugriechischen gibt es einen Ausdruck: Diakopes. Das ist auch Plural, die Ferien. Das heißt nur Unterbrechung.Von Diakopto: Durchschneiden, Unterbrechen. Das ist die Unterbrechung der Arbeits- bzw. Unterrichtszeit.

    Die Ferien selbst, das ganze Konzept der langen Sommerferien kommt aus dem Schulwesen. Kinder brauchen Pause. – Wer arbeitet hat Urlaub.

    — SCHNEIDEN MÖGLICH

    OT 11 Die Ferien hatten wohl auch sachliche Veranlassung, etwa nur etwa dass die Bauernkinder zuhause bei der Ernte helfen konnten. Es gibt ja auch Ernteferien heute noch in der Schweiz etwa gibt es im Herbst die Herbstferien, in Bayern. Die Osterferien waren eher sakral bedingt damit man dieses Ruhefest und die Weihnachtsferien die hohen Feste in der Familie gemeinsam feiern kann, weil früher viele Schüler Internatsschüler waren und dann nach Hause fahren konnten, das scheint wohl irgendwo im Schulsystem durch verschiedene Ursachen so etabliert zu haben.


    ABMOD
    
Ferien, das Wort der Woche, gestaltet von Lothar Bodingbauer.


     

    Filename: radio217_wow_ferien Beitrag


  • 218. Von Bienen und den Menschen

    Imkern in Österreich. Eine Sendung im Rahmen des ORF Schwerpunkts “Mutter Erde braucht dich!” zum Thema “Bienen”.

    Mit der Bedrohung der Honigbiene durch Umweltgifte und Monokulturen ist in den letzten Jahren bei vielen Menschen der Wunsch entstanden, sich mit Bienen zu beschäftigen. Die Imkerei hat wieder einen regen Zuspruch bekommen und bleibt nicht mehr den professionellen Imkern und Hobbyimkern im Pensionsalter vorbehalten. Wer sind die Menschen, und was fasziniert sie am „Bien“ – so wird ein gesamtes Volk, das aus bis zu 80.000 Teilnehmer/innen (Drohnen, Arbeitsbienen, Königin) besteht, genannt. Wie lernen sie die Imkerei, wie gehen sie mit Misserfolgen um, und ist wirklich Honig die Belohnung? Ein akustischer Rundflug mit Bienen und Menschen. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

    Audio: hier zu hören – im Podcast Bienengespräche

  • 216. Salzböden am Neusiedlersee

    Ein junges Gebiet mit angepasster Flora. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)

  • 215. Der saubere Zug

    Passagiere steigen gern in einen Zug ein, dem man nicht ansieht, wie lange er schon unterwegs ist. Züge werden auf dreierlei Arten gereinigt: nach jeder Fahrt, einmal am Tag und gründlich etwa alle zwei Monate. Daran sind viele Menschen beteiligt, die sich jedes Mal aufs Neue daranmachen, Kaugummis und Fettflecken zu entfernen oder die Spuren der Füße auf den Polstersesseln. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

  • 214. Trachtpflanzen

    Von Trachtquellen und Bienenweiden. Die Ökologin Katja Hintersteiner spricht über die Beziehung zwischen bestäubenden Insekten und den Blütenpflanzen einer Landschaft. (Vom Leben der Natur / ORF Radio Österreich 1)

  • 213a Aufgeräumt: Kabuff

    Vermutlich ist das das Datum dieses Beitrags Aufgeräumt wird mit Martin Strecha-Derkics.

    Filename: radio213a_mom_kabuff

  • 213. Breite Autos

    Ein Golf von heute ist um fast 20 cm breiter als das erste Modell 1974. Breitere Autos sind komfortabler und sicherer, brauchen aber mehr Platz – auf der Straße, beim Parken, in der Tiefgarage. Viele Wohnungen sind teurer, weil die Kosten für den Bau von Abstellplätzen eingerechnet sind. Kritiker fordern eine Trendumkehr, denn je mehr Platz Autos brauchen, desto weniger Platz hat der Mensch. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

  • 212. Beobachtungen

    Über die Sorge, am Bahndamm vergessen zu werden, und die Freude, es nicht geworden zu sein. (Moment / ORF Radio Österreich 1)

  • 211. Blizzard

    Wort der Woche: (Moment / ORF Radio Österreich 1)

     
    (Passwort notwendig)

  • 210. Beintastler

    Der Zoolge Günther Pass spricht über Urinsekten. 

    Link zur Sendung

    Beintastler sind Insekten, die keine Flügel haben und im Boden leben. Sie werden etwa 1 mm groß, und es gibt weltweit über 800 verschiedene Arten. 23 dieser Arten – so viele wie nirgendwo sonst an einer Stelle – kommen auf einer Wiese am Leopoldsberg in Wien vor.

    Die Forschung an diesen Insekten ist schwierig, da die Tiere außerhalb des Bodens nicht leben können. Dunkelheit, Feuchtigkeit, Kühle sind notwendige Lebensbedingungen. Entomologen (Insektenforscher) wissen deshalb auch noch nichts Genaues über die Fortpflanzungsmechanismen dieser Tiere.

    Somit kann die Kenntnis über die Fortpflanzung nichts zur Artbestimmung beitragen. Die Kenntnis der Art ist aber wichtig, um das jeweilige Tier im evolutionären Stammbaum einordnen zu können. Das genau möchte man aber auch mit den Beintastlern tun. Wo gehören sie hin, mit wem sind sie verwandt, und wann sind sie entstanden?

    Es gibt nun aber seit einiger Zeit neben der klassischen Weise, die morphologische Eigenschaften (das Aussehen) und die Kenntnis des Fortpflanzungsmechanismus verwendet, auch molekularbiologische Möglichkeiten, Arten zu bestimmen. Bei Beintastlern wurden Genetik und Morphologie kombiniert, die Ergebnisse stimmen somit sehr gut überein.

    Was Wissenschaftler daraus wissen, ist, dass Beintastler mit den Silberfischchen und Springschwänzen verwandt sind. Silberfischchen sind aus Bad oder Badewanne gut bekannt, und Springschwänze bemerkt man manchmal in Blumentöpfen als weiße, aufspringende Insekten. Diese beiden Gruppen gehören zu den Ur-Insekten, sind also sehr früh im Laufe der Evolution der Insekten entstanden und leben auch heute noch. Es gibt auch versteinerte Formen, die schon über 400 Millionen Jahre alt sind. Die enge Verwandtschaft mit diesen Tieren schreibt also auch den Beintastlern ein hohes Alter zu.

    INTERVIEWPARTNER:

    Univ.- Prof. Dr. Günther Pass
    Universität Wien
    Department für integrative Zoologie

    Günther Pass – Department of Integrative Zoology


    Teil 1: Filename: radio210_nat_beintastler_1 Flügellose Winzlinge

    Filename: radio210_nat_beintastler_1


    Teil 2: Filename: radio210_nat_beintastler_2 Vertreter der Gliederfüßer

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    Teil 3: Filename: radio210_nat_beintastler_3 Geheimnisvolle Fortpflanzung

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    Teil 4: Filename: radio210_nat_beintastler_4 Eine ganz besondere Wiese

    Filename: radio210_nat_beintastler_4


    Teil 5: Filename: radio210_nat_beintastler_5 Die Bestimmung des Stammbaums

    Filename: radio210_nat_beintastler_5