Martine war im Ulmer Stadthaus. Nun ja, es war eigentlich eine Matinée mit gehörigen Akzenten und vielen neuen Umständen. Was ist nun genau der Unterschied zwischen “Martine” als vermeintlicher Name und einer Matinée? Eine Frage des Zugangs? Elisabeth spricht mit Lothar über das Klangprojekt im Ulmer Stadthaus, bei dem Musikschüler:innen Ende April 2022 ein großes öffentliches Haus mit Lust zum Schwingen gebracht haben. Es war Teil eines größeren Projektes mit Neuer Musik im Ulmer Stadthaus.
“In diesem Frühjahr soll das Stadthaus wieder zum Klingen gebracht werden – einmal mehr eine Einladung an alle, die Faszination von zeitgenössischer Musik zu erfahren. Die Mischung aus Klassikern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und neuen Kompositionen zumeist junger, internationaler Komponist*innen, die herausragenden Künstler*innen des European Music Projects und die renommierten Solist*innen sind Garanten für außergewöhnliche Musikerlebnisse.” – Link: https://stadthaus.ulm.de/klanghaus-1
Hinweis: Ein Gespräch darüber fand auch im Ulmer Radio “Free FM” / Lokaltermin #76 statt. Link:
…Für den 1947 in Palermo geborenen Komponisten Salvatore Sciarrino gehören die Stille und ihr Grenzgebiet zu den expressivsten und potentesten musikalischen Mitteln,…Vorgestellt von Barbara Eckle | 01.07.2012
“Quaderno di strada” – Notizbuch der Straße – nennt Salvatore Sciarrino einen 2003 entstandenen Liedzyklus. Fragmente aus Briefen von Rilke stehen hier neben Zeitungs- und Graffititexten. Aus diesen Fundstücken formte Sciarrino ein Liederbuch in einer ganz eigenen Sprache: Zu einer gestenreichen Stimmführung tritt ein Panoptikum subtiler, fast körperloser Instrumentalklänge. Das Resultat ist eine Musik, die zwischen Klang und Geräusch oszilliert.
horch!
Quaderno di strada: No. 1, Se non ora, quando? · Sylvain Cambreling · Otto Katzameier · Klangforum Wien · Salvatore Sciarrino
Salvatore Sciarrino: Quaderno di strada
℗ 2006 KAIROS; Released on: 2006-07-01
Sciarrino: L’Opera per Flauto Dolce
Tosiya Suzuki 2006
Horch! Morte Tamburo
Horch! Come Vengono Prodotti Gli Incantesimi?
Horch!
Canzona Di Ringraziamento
Alte Musik in der neuen Musik
Studien zur Rezeption der Musik um 1600 bei Salvatore Sciarrino und Klaus Huber
Lovorka Ivanković Betreuer: Univ. Prof. Dr. phil. Christian Utz September 2013
Masterarbeit der Studienrichtung Musiktheorie (V 066 702) Am Institut für Komposition, Musiktheorie, Musikgeschichte und Dirigieren Kunstuniversität Graz
Musikalisches Arbeiten am Computer und im gleichen Raum => Musikalisches Arbeiten am Computer in virtuellen Räumen => Musikalisches Arbeiten am Computer regional => Musikalisches Arbeiten am Computer global =>
Gibt es Rahmenbedingungen die unterschiedliche Arbeitsweisen verstärken und verschiedene ästhetisch musikalischen Outputs provozieren?
Erfahrungen der EMU zum ausschließlichem online Format und der Arbeit als Live-Gruppe.
Ausblicke – Wünsche – Träume für die EMU und die Experimentelle Musik generell.
Erinnerung von Elisabeth an einen Abend im Rahmen des Symposion zum 30jährigen Bestehen der EMU Ulm.
Und wie steht der Komponist Holliger zu Interpretationen seiner Werke durch andere Künstler? Ist es schwer, die eigenen «Kinder» in die Welt zu entlassen?
Das ist etwas, was ich immer noch lernen muss. Ich drehe fast durch, wenn ich zuhören muss, wie meine eigene Musik aufgeführt wird, ohne dass ich dabei etwas tun kann. Ich bin es so gewohnt, immer aktiv mitzuwirken. Wenn man mir die Möglichkeit gibt, versuche ich natürlich, den Aufführenden vorher ein wenig zu vermitteln, wie ich mir das Ganze vorgestellt habe. Aber das ist nicht sakrosankt. Musik ist ja nichts Absolutes, das irgendwie bloss abgerufen werden muss; sie klingt ja erst über die Seele des Interpreten, und jede Interpretenseele ist einzigartig. Auch das Unterbewusstsein jedes Interpreten ist einzigartig; seine Vergangenheit, seine Schulung. Und das muss ja auch mitklingen dürfen. Das ist eigentlich etwas sehr Schönes – trotzdem ist es nicht ganz leicht für jemanden, der so eng mit der Interpretation verwachsen ist. Und manchmal kann ich es einfach nicht lassen: Ich durfte kürzlich für eine CD meine ganz frühe Oboensonate von 1956 aufnehmen. Es gibt schon vier Einspielungen des Stückes, aber ich dachte mir, jetzt mache ich es doch einmal selber…..
Horch!
Bohuslav Martinu’s Fantasia for theremin, oboe, string quartet and piano 1945
aus Meditation (1975) für Altblockflöte Solo von Ryohei Hirose (1930-2008) -Live!
seit den 1970iger Jahren auch Kompositionen für Europäische Instrumente
davor vor allem Musik mit traditionellen Japanischen Instrumenten, engagiert sich für die Shakuhachi
Tomato Sauvage – Waterbowls
Born and raised in Yokohama, Japan, Sauvage moved to Paris in 2003 after studying jazz piano in New York. Through listening to Alice Coltrane and Terry Riley, she became interested in Indian music and studied improvisation of Hindustani music. In 2006, she attended a concert of Aanayampatti Ganesan, a virtuoso of Jalatharangam – the traditional Carnatic music instrument with water-filled porcelain bowls. Fascinated by the simplicity of its device and sonority, Sauvage immediately started to hit China bowls with chopsticks in her kitchen. Soon her desire of immersing herself in the water engendered the idea of using an underwater microphone and led to the birth of the electro-aquatic instrument.
Afrika
Stella Bambisai Zimbabwe’s Queen of mbira music
Chiweshe Shiri – experimentelle traditionelle Afrikanische Musik
…Mexikanische Musik ist stark beeinflusst von afrikanischer Musik und häufig mit indigener und europäischer Musik vermischt. Die Verwendung komplexer Rhythmen und Mikrotonalität ist für viele Erscheinungsformen in der mexikanischen Musik kennzeichnend. Mitunter werden indigene und handgefertigte Instrumente verwendet, die in Deutschland nicht zu finden sind. Dazu gehören zum Beispiel verschiedene Schlaginstrumente wie Huehuetl, Ayoyotes, Teponaztli sowie verschiedene Arten von Ocarinas…
Der Artikel erschien im Oktober 2017 in der con moto, Ausgabe 2017/2018.
Lothar Bodingbauer – Radiomacher, Podcaster, Pädagoge und Imker in Wien, Elisabeth Haselberger – Blockflötistin, Podcasterin, Instrumentalpädagogin in Ulm und als Gast Teresa Doblinger – Klarinettistin, Tänzerin, Hörsturm Festivalleiterin.
Wieso sollen gerade wir Drei uns über Neue Musik aus der Nähe unterhalten?
Wie beeinflussen Aufenthaltsorte und Produktionsstätten, internationaler Austausch das Musikschaffen? Was hat ein regionales Publikum davon?
Rückbesinnung auf einheimische Ensembles und Künstler – Coronapandemie fördert und fordert diese Entwicklung auch bei den großen Musikveranstaltern.
Hoamatloand – gibt es nachhaltige regionale Prägungen bei Musikern und Komponisten?
Gemeinsamer Nenner von Teresa, Lothar und Elisabeth – Heimatland Innviertel
Wann, Wo,Wie und Warum kam die Idee eines Festivals für Zeitgenössische Musik und Performance auf? Warum in Ried im Innkreis, O.Ö., Innviertel und wie kam es zur Umsetzung?
Episoden-Foto: Ein Wandbild in Lima (Peru), das sowohl ein Nilpferd, zwei Personen an einem Kaffeetisch als auch einen Totenkopf darstellt. Von Tabea Huth – selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, Link
Ergänzendes Hören ist eng an das analytische Hören gekoppelt…wird besonders bei beeinträchtigter oder spezialisierter Kommunikation aktiviert…
Analytisches Hören bezieht sich in erster Linie auf Kompositionstechniken bzw. Kompositionsprinzipien (und natürlich in der Musik nach 1900 auf entsprechende Interpretations- und Improvisationsaspekte) wie Instrumentierung, Tonhöhe, -dauer, Takt, Form, Dynamik oder Tempo
…Denn wer sich mit einem Werk zeitgenössischen Komponierens auseinandersetzt, der wird nur dann verstehen, was er hört, wenn er die Frage beantworten kann, warum das, was erklingt, so und nicht anders gestaltet ist.
Allerdings findet das Formerkennen bei Neuer Musik unter erschwerten Bedingungen statt.…Nochmal Beethoven: Hätte er die Sonatensatz mit einfachem Akkordmaterial gefüllt oder hätte er die Sonatensatzform ohne Rücksicht auf Verluste in Stücke gehauen, so wäre er nicht das Genie, das er ist und dem es eben gelang, die tradierte musikalische Form von innen heraus mit einer Notwendigkeit zu überschreiben, die dem aufmerksamen und gebildeten Zuhörer nicht entgehen kann. Er komponierte, und sein Komponieren war zugleich ein Kommentar auf die Tradition und ihre Fortschreibung.
…In unserem Gehirn verarbeitet ein Nervennetzwerk alle möglichen Sinneseindrücke. Töne und damit auch Musik werden im auditiven Kortex, dem Hörzentrum, verarbeitet. Verschiedene Musikmuster, Rhythmen, Klangfolgen werden katalogisiert. Wenn wir dann ein bereits katalogisiertes Muster noch einmal hören, setzt unser Gehirn eine entsprechende Menge Dopamin frei. Im Grunde ist diese chemische Reaktion der eigentliche Grund, wieso wir Musik so sehr lieben und wieso wir so emotional werden, denn Dopamin löst in uns eine sehr starke Reaktion und Gefühle aus…
Je unbekannter ein Song ist, desto anstrengender ist es für uns, ein neues Muster zu katalogisieren …
Andererseits kann es aber deinen Horizont immens erweitern, wenn du dein Gehirn einmal herausforderst und es zwingst, sich für dich ungewohnte, experimentelle und neue Musik anzuhören. Darauf macht auch Musikjournalist Jeremy D. Larson in einem Beitrag für das Onlinemagazin „Pitchfork“ aufmerksam. Denn dadurch trainierst du es, auch wenn es erst mal anstrengender ist, als die favorisierte Playlist beim Streamingdienst deiner Wahl zu hören. …
…Die intensive Beschäftigung mit Neuer Musik ist für Studierende mit Hauptfach Komposition und Musiktheorie ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. In diesem Modul wird das hörende Verstehen komplexer musikalischer Zusammenhänge sowie die differenzierte Wahrnehmung von Musik unterschiedlicher kompositionstechnischer und ästhetischer Richtungen aus dem 20. und 21. Jahrhundert geschult. Aufbauend auf die in der Gehörbildung entwickelten Fähigkeiten des strukturellen Hörens (Entwicklung der inneren Hörvorstellung, Hörkontrolle und -korrektur) werden größere musikalische Kontexte wie formale, kompositionstechnische und instrumentatorische Prozesse in Werken der Neuen Musik höranalytisch untersucht und ihre strukturellen und ästhetischen Wesensmerkmale kritisch reflektiert.
Im Gespräch mit Iris Lichtinger (Augsburg), Kuratorin, Musikerin – über Lust und Liebe zur neuen Musik.
https://www.irislichtinger.com/
Nie wieder Neue Musik? „Ist da etwas dran?“ frage ich ich mich, Euch, ins Publikum hinein. Es wird widerlegt werden…Horch! 030
Auch außerhalb der Gesprächsrunde interessant zu erfahren und nachzustöbern:
QuerKlang. Experimentelles Komponieren in der Schule
Die Schülerinnen und Schüler erleben sich selbst als KomponistInnen, die – außerhalb des Kriteriums von “schöner” und “hässlicher” Musik – musikalische Prozesse erfinden, beurteilen, modifizieren und schließlich gemeinsam öffentlich aufführen.