Radio, Science, Education

Wien

Lothar Bodingbauer

  • Noch ein Auge

    Noch ein Auge

    Nachdem unser Hund in einer Schlägerei ein Auge verloren hat, trifft man immer wieder Menschen unterwegs, die das bedauern.

    “Halbblind”, sagt der ältere Herr mit Hörgerät, nachdem er den Hund wohl zwanzig Sekunden angesehen hat.

    “Ist das Glas halbvoll oder halbleer?”, frage ich ihn.

    Er denkt weitere zwanzig Sekunden nach.

    “Halbleer”, sagt er nachdenklich, und setzt seinen Weg fort.

    Bei uns werden die Entscheidungen im Haushalt nach dem Fünfaugenprinzip getroffen. Und manchmal drückt einer noch ein Auge zu.

  • Gehört

    Mann mit Hund sieht unseren Hund auf drei Beinen dahinhunkeln. „Aha das ist der Hund mit dem Tick.“ „Nein, das ist just lazy-walk.“ „Aha, ich hab gar nicht gewusst dass das normal ist.“ #charming

  • Unangekündigte Wiederholungen im Schulbetrieb

    Marco hat geschrieben: “Seit einem Schulhalbjahr sind in Rheinland-Pfalz unangekündigte Überprüfungen verboten. Wir finden das super. Es gab jedoch in der Lehrerschaft teils einen großen Aufschrei der Entrüstung. Wir werden in der nächsten Woche eine Episode von Schule im Gespräch zu diesem Thema drehen und auf dieses Halbjahr ohne unangekündigte Hausaufgabenüberprüfungen zurückblicken. Da wir die Rückmeldung auf breite Füße stellen wollen, bitten wir über unsere Kanäle um Einschätzungen und Statements zu diesem Thema.”

    https://bildung.rlp.de/studienseminar/studienseminare/realschulen-plus/trier

    Ich habe angekündigte Wiederholungen bei den eigenen Kindern auch selbst erlebt. Mein Kommentar dazu ist hier:

    Unangekündigte Wiederholungen sind meiner Meinung nach ein Marketingproblem – und ein neuropsychologisches Problem: Das macht enormen Stress bei den Schüler:innen, und wer unter Stress Mathematik lernt, speichert das im Fluchtgedächtnis, möchte flüchten. Unangekündigte Wiederholungen sind daher auch schlecht als schönes Produkt “verkaufbar”, das wäre Feedbackkultur sehr wohl. Aber vielleicht der Hauptgrund: unangekündigte Weiderholungen scheinen eine Lösung zu sein auf ein Problem, das man anders lösen kann/muss. Was will man eigentlich erreichen damit? Es könnte sein, dass Versäumnisse der Schule/Lehrer:innen damit korrigiert werden solle, auf Schüler:innenseite. Und das wäre schade. So gesehen: lieber nicht.

  • An der Haltstelle

    Eine Stadtbushaltestelle mit Plakatwerbung, unter anderem für die Haus Bau Messe Wien. Drei Personen warten: eine in Rot, eine in Schwarz und eine mit einem großen Rucksack. Im Hintergrund stehen eine Bank und ein beiges Gebäude.
    Eine Stadtbushaltestelle mit drei wartenden Personen, eine weitere Person geht vorbei. Plakate werben für “Phantom der Oper“ und „Maria Theresia“ und “Haus Bau Messe”. Die Haltestelle befindet sich vor einem beigen Gebäude mit vergitterten Fenstern, rechts davon steht eine Bank. Foto: LB
  • Klimaticket Gassi führen: Sopron

    Der vordere Zugteil fährt nach Eisenstadt. Wer am Bahnsteig steht und in Richtung Eisenstadt schaut, wird den vorderen Zugteil leicht erkennen. Wenn der Zug aber dann nach hinten losfährt, weil über Meidling und Ebreichsdorf eine schöne Schleife gedreht wird, ist vorne hinten. Und man kommt nach Sopron. Auch recht.

  • Im Radio (416): Biologische Landwirtschaft

    Im Radio (416): Biologische Landwirtschaft

    Im “Open Space” zu Gast: Sabine Seidel, die neue Professorin für Biologische Landwirtschaft an der Boku Wien.

    Bereits als Teenager entschied sich die gebürtige Deutsche bewusst für den Kauf von Bio-Lebensmitteln und interessierte sich für gesunde Ernährung, Biodiversität und Tierwohl. In ihrer Antrittsvorlesung stellte Sabine Seidel das Konzept der planetaren Belastbarkeitsgrenzen der Erde vor und demonstrierte, wie eng dieses mit der Landwirtschaftlichen Produktion verknüpft ist. Auch im Gespräch mit den “Dimensionen” erklärt sie, welchen Beitrag die Biologische Landwirtschaft leisten kann, um ein nachhaltiges Agrar- und Ernährungssystem zu entwickeln und zu gestalten. Und Sabine Seidel verrät, warum die Beschäftigung mit diesen Themen glücklich macht.

    Moderation: Lothar Bodingbauer

    Link zur Sendung

  • Im Radio (415): Textilforschung in Vorarlberg

    Im Radio (415): Textilforschung in Vorarlberg

    Die Universität Innsbruck betreibt in Dornbirn das Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik. Zwanzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen an Fasern und Geweben, an Grenzflächen, an Materialien aus nachhaltigen Quellen. Die Anwendungen gehen über die Bekleidungsbranche hinaus, sie betreffen wiederaufladbaren Batterien, Verbundmaterialien und sogar Lebensmittel. Das Institut befindet sich nicht zufällig in Vorarlberg. Das Bundesland hat eine lange Textiltradition, in der das Wissen und die Erfahrung von Menschen aus der ganzen Welt verwoben sind. – Ein Institutsbesuch.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Link zur SendungLink zur Podcastepisode 260 (Physikalische Soiree)

  • Im Radio (414): Grenzen im Weltall

    Im Radio (414): Grenzen im Weltall

    Link: https://oe1.orf.at/programm/20260112#819338/Grenzen-in-der-Unendlichkeit

    Die Astronomin Ruth Grützbauch spricht über die Lichtgeschwindigkeit im Weltall, die wie ein Faden zwischen Raum und Zeit wirkt, das Ende des Beobachtbaren im Weltall, den Anfang des Universums, die Besonderheiten der Naturkonstanten, die Zeit, und was passiert, wenn ein Stern endet.

    Eine Schwelle im Universum stellt ein Gleichgewicht dar. Wenn zum Beispiel der Einfluss der Sonne mit dem Einfluss des interstellaren Raums im Gleichgewicht steht – also dort, wo sich die Teilchendichten angleichen – dann spricht man von einer Übergangszone. Dort befindet sich die Grenze unseres Sonnensystems. Genau genommen handelt es sich aber eher um eine Schwelle: Denn es geht weiter, bis man irgendwann, in etwa 4,2 bis 4,5 Lichtjahren Entfernung, beim nächsten Stern ankommt – bei Proxima Centauri.

    Eine klare Grenze hingegen ist die Lichtgeschwindigkeit. Nichts kann sich schneller als das Licht im Vakuum ausbreiten – weder Materie noch Information. Diese Grenze ist unabhängig vom Beobachter und stellt eine fundamentale Schranke in unserem Universum dar.

    Warum das so ist, möchte die Astronomie nur ungern beantworten, auch wenn die Frage nach dem “Warum” häufig gestellt wird. Beobachtungen werden in Modelle übersetzt, die beschreiben, wie sich Naturphänomene verhalten. Diese Modelle können das “Warum” manchmal andeuten, liefern aber vor allem überprüfbare Aussagen über das “Wie”.

    Wer beim Blick ins Große dann ins Kleine schaut, kommt am Ende eines Sternes nicht vorbei. Am Ende der Lebenszeit eines Sterns halten sich Strahlungsdruck und Gravitationskraft nicht mehr die Waage: Der nukleare Brennstoff ist aufgebraucht, und die Gravitation gewinnt die Oberhand. Der Stern kollabiert. Je nach Masse endet dieser Prozess als Weißer Zwerg oder – bei besonders großer Masse – als Schwarzes Loch. Der sogenannte Schwarzschildradius bezeichnet dann jene Grenze um ein Schwarzes Loch, ab der nichts mehr entkommen kann, nicht einmal Licht. Jenseits dieses Punktes verlieren unsere bekannten physikalischen Beschreibungen ihre Gültigkeit – zumindest nach heutigem Kenntnisstand.

    Gestaltung: Lothar Bodingbauer

    Service

    Gesprächspartnerin:
    Dr.in Ruth Grützbauch
    Astronomin und Wissenschaftsvermittlerin
    Initiatorin und Leiterin des Projekts “Public Space/Pop-Up-Planetarium”

    Das mobile Planetarium