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  • ADW008 Spieluhr Klaipeda

    ADW008 Spieluhr Klaipeda

    Litauen, Baltikum, Kurische Nehrung. Einige Museen erzählen über die Geschichte – in der übrigens auch Ännchen von Tharau eine Rolle spielt. Sie hat einem berühmten Lied ihren Namen geliehen. Ob es diese Spieluhr in einem der Museen Klaipedas noch gibt?

    Es gibt ein kleines Museum irgendwo in Litauen, in Kleipeda. Mit schönen Parkettböden und erlesenen antiken Gegenständen. Darunter eine Uhr. Eine Spieluhr. Sie spielt dieses Lied. Wie oft sie das getan hat, weiß ich nicht. Ich bin mir aber sicher, dass es Menschen gibt, die diese Melodie lieben. Die sie gebaut, komponiert, die Uhr repariert haben. Die sie öfter schon gehört haben, als ich. Zweimal nämlich. Beim ersten Mal erkannt – beim Zweiten Mal für eine Radiosendung aufgenommen. Und jetzt ist sie da, die Melodie, und bleibt.

  • LUT002 Christian Schreger

    LUT002 Christian Schreger

    Volksschullehrer im Portrait

    “Wenn du nichts machen kannst, dann kannst du alles machen.”

    Eigene Vorstellungen hat er schon, der Herr Lehrer. Schulbücher passen da nicht gut dazu, und Deutsch als einzige Unterrichtssprache auch nicht. Die Freinet-Pädagogik aber schon, in der Kinder dazu angeleitet werden, selbst die Druckerpresse anzuwerfen.

    Im Gespräch mit Christian Schreger erfährt man viel über seine ganz besondere Art, mit Kindern zu arbeiten.

    Christian Schreger | Sozialer Brennpunkt | Muttersprache | Jugoslawienkriege | Spracherwerb | Sprachförderung | Leseförderung | Freinet-Pädagogik | Schulbücher | Schulpflicht | Mehrstufenklasse | Unterrichtsplanung | Lehrplan | Konservatismus | Digitales Tagebuch | Tier der Woche | Kleine Bücher | Brigitta Busch | Die Presse Bildung | Welt ABC | Becken | Diskriminieren | Sprache | Transsibirische Eisenbahn | Freitagskochen

    Alle Hintergrundartikel sind in diesem “Lob und Tadel 002” – Reader zusammengefasst.

    Aufnahmedatum: 25.09.2013, online seit 27.09.2013.

  • ADW007 Der Kreisel

    ADW007 Der Kreisel

    Reine Nervenfrage dieses Geräusch. Man spürt, wie es sich entwickelt, kann aber noch nicht genau sagen, wie es endet. Der Kreisel – aus dem Technorama Winterthur (Schweiz). Genau genommen ein Metallring, der sich dreht. Eine von mehr als 500 Stationen, an denen man selbst ausprobieren kann, was die Naturgesetze spielen.

    Physik hat seinen eigenen Klang. Ein ganzes Haus voller Physik ist also ein ganzes Haus voller Klänge. In Winterthur hat man das Technische Museum aufgelöst, es ist keine Sammlung mehr, sondern es ist ein Stationenbetrieb mit 100 Experimenten. Dingen, mit denen man spielen kann. Vieles ist still, und manches funktioniert mit Ton. Das Reden über große Entfernungen mit Hilfe von Schalltrichtern. Der Ton dieses aufgenommenen Instrumentes ist reines Beiwerk. Er entsteht bei Drehen eines Kreisels. Und er erzählt über den Zustand des Kreisels. Es war ein schöner Ausflug dorthin nach Winterthur mit den Kindern. Sehr zu empfehlen.

  • LUT001 Sprache verhandeln

    LUT001 Sprache verhandeln

    Sprache ist politisch, und Sprache ist ein Prozess.

    Die Linguistin Judith Purkarthofer erzählt über ihre Arbeit als Sprachwissenschaftlerin, die auch an Schulen stattfindet.

    Sprache muss oft verhandelt werden und hat immer auch eine politische Komponente. Welche Sprachen sind erlaubt, willkommen und erwünscht. Es entstehen Sprachregimes.

    So erwünscht die Mehrsprachigkeit im allgemeinen ist, muss ein vielsprachiger Hintergrund besonders in Schulen oft als Sündenbock herhalten. Eine gute Ausbildung von Lehrenden hilft, die vielen Sprachen als Quelle für Verständigung und Selbstbewusstsein zu erhalten.

    In der ersten Ausgab von “Lob und Tadel” spricht Judith Purkarthofer mit Lothar Bodingbauer über die Zusammenhänge von Sprache und Raum, Mehrsprachigkeit, Sprachbiographien, Macht und Sprache, Spracherwerb, und erzählt von Sprachprojekten in Voksschulen, die die Vielsprachigkeit mit der Vielfalt des Naturerlebens zusammenbringen.

    Sie selbst ist während ihrer Volksschulzeit vom Steirischen Sprachraum in das Salzkammergut übergewechselt – ein prägendes Erlebnis.


    Aufnahmedatum: 17.09.2013, online seit 18.09.2013. Ein Ausschnitt aus diesem Gespräch wurde am Montag, 23. September 2013 im ORF Österreich 1 Radioprogramm “Moment Leben Heute” ausgestrahlt.

  • ADW006 Ärmelkanalküste Dieppe

    ADW006 Ärmelkanalküste Dieppe

    Das Rollen der Wellen am Ärmelkanal bringt nicht nur das Geräusch des Wassers, sondern auch das der hin- und hergeschobenen Steine, die am Grund rundgeschliffen werden. Der Wind geht, und so baut man eine kleine Grube, wo das Mikrofon abgeschirmt wird, und wo nichts pustet. Drüben ist England, und dieses Geräusch stammt von der Küste in Dieppe.

    Das Rauschen eines Meeres kann ja gehörig auf die Nerven geht. Weil es laut ist, stark und unbarmherzig. Wer aber in den Wochen zuvor auf dem Landweg an die Küste gereist ist mit der Bahn, der freut sich genau auf dieses Rauschen. Ob es wohl Menschen gibt, die das Meer erkennen, die Küste? Am Klang? Ist da nicht auch das Wetter und die momentane Bedingung wichtig, wie das Meer heut klingt? Ich habe das Meer in Dieppe in Frankreich mit nach Hause gebracht. Nicht den Sand, nicht den Wind, nicht den Geschmack des Salzes, sondern den Klang.

  • ADW005 Zebrastreifen Lappland

    ADW005 Zebrastreifen Lappland

    Die Akustik an Zebrastreifen ist ein Thema für sich. Eigentlich nur für Blinde gedacht, sind die Geräusche doch von jedem wahrnehmbar – und werden ausgeblendet. Ein ausgesprochen schönes Ping-Pong über die Straße gibt es in Sodankylä, eine kleine Stadt in Lappland, im Norden Finnlands. Die akustische Kennzeichnung der Stelle ist dort wohl auch für Sehende notwendig, denn in der lang und dicht verschneiten Landschaft sind die Zebrastreifen im Winter nur selten zu sehen. Dort wo es piepst, dort geht man rüber.

    Das ist einer meiner größten, schönsten, bemerkenswertesten gesammelten Klänge. Er ist in der Stille entstanden, in einer Nacht an einem Ort nördlich des Polarkreises, im Winter. Niemand ist da draußen um diese Zeit in Sodankylä, aber der Zebrastreifen macht mit seinen Ampeln und Geräuschgebern Leben in die Stille. Die eine Seite kommuniziert mit der anderen. Gemacht für Blinde, die das Dunkle nicht sehen. Oder das Helle, ist hier egal. Das Geräusch des Zebrastreifens ist zwischen den Ampeln wie ein Ping-Pong-Spiel, das der Platz hier spielt mit seinen Elementen. Und es zeigt, wie die Wissenschaftler des Geophysikalischen Institutes hier arbeiten, um das Nordlicht zu erforschen, die Atmosphärenphysiker, sie schicken Strahlen in den Weltraum, und sie empfangen Strahlen, und was davon dann fehlt, erzählt ihnen eine Geschichte von der Situation dazwischen zwischen Himmel und Erde.

  • ADW004 Talking Gecko

    ADW004 Talking Gecko

    Der Legende nach gibt es Geckos, die irgendwo in den Bäumen sitzen und ihren Namen sagen. Einen habe ich in Batam getroffen, das ist die erste Insel in Indonesien unterhalb von Singapur. Mit einem Schnellboot kann man sie in 45 Minuten erreichen. Weitere 45 Minuten mit dem Angkot und wir sind in Anggrek Mas 2, auf der Veranda eines Freundes. Dort sitzt dessen Freund, der Gecko, der sich alle Stunde mal zu Wort meldet und seinen Namen sagt.

    In Indonesien ist viel Leben. Sobald die Sonne untergeht und davor. Wer das nicht gewöhnt ist, ist vielleicht manchmal ein bisschen verzagt, wenn er auf der Terrasse sitzt am Wohnort eines Freundes, der eingeladen hat, vorbeizukommen. Man kommt früher nach Hause als der Freund und wartet auf seiner Terrasse in der Dunkelheit, und da kommt auch der Gecko vorbei und erzählt. Was genau, ist nicht zu verstehen. Vielleicht sagt er einfach seinen Namen. Gecko! Gecko, Gecko!

  • ADW003 Klapperanzeige Paris

    ADW003 Klapperanzeige Paris

    Bahnverbindungen werden am Gare du Nord in Paris immer noch am Klapperboard angezeigt. Im Gegensatz zu Monitoren ist das akustisch äußerst hübsch. So ein Board musste einmal ungeahnte Vorteile gehabt haben. Heute erscheint es aber logisch, dass die mechanische Bewegung der Farbplättchen der Anzeige von Zügen auf Monitoren unterliegt. Was wohl der richtige Name dafür ist?

    Monitore als Anzeigetafeln sind bequem für die Betreiber. Aber so richtig toll sind klappernde Anzeigetafeln, die die Verbindungen der Züge am Bahnhof anzeigen. Die sich verändern, die Rattern, neu gestalten, alles zeigen. Was für ein Leben. Und gerne wartet man am Bahnhof lange auf den nächsten Zug. Eine meiner schönsten Aufnahmen und Reisezustände.

  • ADW002 Schottische Farnernte

    ADW002 Schottische Farnernte

    Ein schwedisches Arbeiterlied singen Emma und Adam bei der Farnernte in Schottland. Ein Lied über die Arbeit und die Liebe. Emma und Adam gehören zu den Studierenden, die ihre Ferien als Freiwillige Helfer auf einer Ökofarm in Schottland verbringen. In Fearnan am Loch Tay versuchen sie, mit anderen Menschen in einem Bauernhof über dem See nachhaltig zu leben. Der geerntete Farn wird getrocknet und als Streu für die Tiere verwendet.

    Wir haben in Schottland auf einem Öko-Bauernhof mitgeholfen. Mitgearbeitet für Kost und Quartier. Emma und Adam waren dabei. Sie haben gesungen. Ein weiterer Student war zuhause mit seiner Gitarre. Eine Einsiedlerin hat eingeladen. Darunter das Loch, der See. Wir fuhren mit dem kleinen Lastwagen in der Wiese und sammelten Farn, das mit diesem Arbeiterlied gleich viel besser verlief. Die Kinder saßen am Wagen auf dem Farn, um ihn hinunterzudrücken. Wo kann man bloß so schöne Lieder lernen, liebe Emma, lieber Adam? Wer ihr seid, weiß ich nicht mehr, aber wir hatten eine wirklich schöne Zeit mit Euch.

    Link zum Lied

  • ADW001 Brüssel Markt

    ADW001 Brüssel Markt

    Rituale und Gesetze eines lokalen Marktes finden sich auch in den Stimmen der Verkäufer wieder. Die Rufe der Verkäufer am Bahnhofsmarkt in Brüssel sind ein schönes Beispiel für Rhythmus, Klang und Sprache. Einzigartig im Vergleich zu anderen Märkten.

    Der Markt. Billiger-billiger-billiger heißt es am Naschmarkt in Wien, auf Deutsch. In einer anderen Sprache geht es in Brüssel zur Sache, beim Markt am Bahnhof. Keine Ahnung, welche Sprache, denn so oft ist man nicht in Belgien. Französisch, Flämisch? Könnte man nachschauen. Aber der Klang dieser Marktverkäufer ist charakteristisch wie eine belgische Briefmarke – passt nur hierher, hierhin.