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Wien

Tagebuch

  • Stammbuch Erkenntnis

    Bei Durchsicht des Poesiealbums, das man im Alter von ca. 10 Jahren führte, greift folgende Erkenntnis an: Wenn der Volksmund zur Poesie greift, greift er zuerst mal zur Moral. Einer der beliebtesten Sprüche im Album:

    Es ist leichter einen ersten Wunsch zu ersticken, als alle zu befriedigen, die ihm folgen.

    Aber dann fällt ein anderer doch noch ein bisschen aus dem Rahmen:

    Man needs a little madness, otherwise he can’t cut the rope to be free.

  • Lesekompetenz

    Mangelnde Lesekompetenz ist ein Hauptthema gegenwärtiger Schulfragen. Hier einige Beobachtungen, Schlüsse und Vorschläge zur Verbesserung der Problematik.

    Selbsteinschätzungen zum Lesen

    Obiges Bild zeigt zwei Selbsteinschätzungen von SchülerInnen zum Lesen. Bei der ersten ist die Lust am Lesen und die intrinsische Motivation klar erkennbar, bei der zweiten scheint das “Viellesen” eine erstrebenswerte Leistung zu sein, die zwar gefordert, aber noch nicht erreicht wird.

    Vier gute Gründe, zu lesen:

    1. Weil es ein Bedürfnis ist: Weil man etwas erfahren will. Textaufgaben im Mathematikunterricht erhöhen die Schwierigkeit und stellen daher vorderhand noch kein Bedürfnis dar.
    2. Weil es Vorbilder gibt: Wir lernen durch Nachahmen immer noch mehr als durch Anschaffen.
    3. Weil man damit berühmt oder reich werden kann: Wettbewerbe scheinen hier sicherlich einen gewissen Zweck zu erfüllen.
    4. Weil die erlesenen Welten sichere Orte sein können: Phantasiewelten laden heute durchaus anderswo ein, wo es früher “nur” geschriebene Heftchen und spannende Bücher gab.

    Es gibt nun einige gute Gründe, warum schlecht gelesen wird. Viele der Gründe sind ablauftechnischer Natur, hier könnte man mit professioneller Unterrichts- und Lernumweltgestaltung viel erreichen. Viele der Gründe sind aber gehirntechnischer Natur, sie liegen in der Weise verborgen, wie das Gehirn den Sprung von der gehörten zur gelesenen Sprache macht. Wissen darüber hilft in besonderem Maße. (more…)

  • Dan Gillmor: 22 Vorschläge für ein ordentliches Medienprogramm

    Der Zeitungsspezialist Dan Gillmor macht folgende 22 Vorschläge zur Verbesserung des bestehenden traditionellen, faulen und uninspirierten Journalismus in Zeitungen. Nicht viel Neues, aber doch einmal zusammengesammelt. Die (bessere) englische Langfassung wurde hier im Guardian unter einer Creative Commons attribution-noncommerical-share-alike 3.0 (US) Lizen veröffentlicht.

    1. Keine Geschichten über Jubiläen
    2. Einladung an das Zielpublikum, mitzumachen
    3. Transparenz: eine Box „was wir nicht wissen“ begleitet jede Geschichte
    4. Service für die Verständigung von Lesern, wenn Fehler bekannt werden
    5. Konversation statt Verlautbarungen
    6. Wenn wer lügt, wird das gesagt
    7. PR-Sprache wird identifiziert und gegen präzise Ausdrücke ersetzt
    8. Hyperlinks wo immer möglich
    9. Freies Archiv
    10. Zielgruppe sollen zu informierten Benutzern von Medien gemacht werden
    11. Keine Listen
    12. Keine Quellen ohne Namen, außer extreme Umstände erfordern es
    13. Wenn eine anonyme Quelle lügt, wird ihr Name veröffentlicht, sie weiß das vorher
    14. Das Wort „muss“ wird verbannt – wir schreibe nicht, was andere tun müssen
    15. Hinweise auf die Arbeit von Mitbewerbern
    16. Hinweise, wo man die Arbeiten von Mitbewerbern finden kann
    17. An der Geschichte dran bleiben, wenn sie für das Zielpublikum wichtig ist, auch wenn es heißt, Position zu beziehen
    18. Definierter Startpunkt für Neueinsteiger in die Berichterstattung zu einem laufenden Thema
    19. Wie könnte das Zielpublikum reagieren/agieren: Aufzählung von Möglichkeiten
    20. Das Publikum muss wissen, wer hinter den Worten steht.
    21. Risiken für das Zielpublikum sollen besser bewertet werden.
    22. Meinungen von Politikern sollen von ihnen selbst auf deren Websites veröffentlicht werden.
  • Erfolg

    Der Bausparvertrag für’s Kind bringt 6 Euro Zinsen und 5 Euro Bearbeitungsgebühr.

  • Rechtes Nähen

    Da wundert man sich, warum es beim Stoff eine “rechte” und eine linke Seite gibt, und entdeckt auf den englischsprachigen Seiten von Burda Style eine Anleitung, bei der die Seiten mit “right” and “wrong” bezeichnet werden. Oh ja, das macht dann Sinn. Aber warum heißt es dann bei uns “rechts” und “links” und nicht “rechtens” und “falsch”. Oder verstehe ich da was nicht vom Grundvokabular?

    Foto: Burda Style

    Übrigens: nachdem die alte aber eben erst bei Pflänzel herrlich überholte Bernina Nähmaschine zwei Stunden angesteckt war, begann ohne weiteres Zutun der Motor zu krachen, zu stinken, es stiegen graue Wolken auf, die Sache drohte zu explodieren, man stand vom Fernsehen auf, zu dem man sich schon hingestreckt hatte, und steckte alles ab. Heute wieder alles normal. Darf man da weitermachen als wäre nichts geschehen?

  • Die Heimatforscher

    Bald im Ö1 Programm: Sie stöbern in Archiven, reden mit alten Leuten und gehen oft viele Jahrhunderte in der lokalen Geschichte zurück. Die Heimatforschung ist zur neuen Beschäftigung am Land geworden, Akademien der Volkskulturen bieten Kurse für Hobbyforscher an, wie die oft spannenden geschichtlichen Zusammenhängen gefunden und entschlüsselt werden können. Die jungen Frauen und Männer zeigen in ihren Arbeiten, dass die Beschäftigung mit “Heimat” nicht unbedingt dem rechten politischen Lager zuzuordnen ist. (Lothar Bodingbauer)

  • Flugfrage

    Ob eine Henne im Aufwind fliegt?

  • Mathematikstudium

    Schlagender Satz aus der Höheren Algebra:

    Es gibt keine trivialen Unterkörper.

  • Sonderbare Bezüglichkeit

    • Einen Packen Packpapier in Packpapier einpacken.
    • Beim Essen gefressen werden.
    • Lehrende belehren.

    Sonst noch was?