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Wien

Podcastepisode

  • PHS239 Die Sonne

    PHS239 Die Sonne

    Die Sonne ist ein Stern, der uns sehr nahe ist. In Österreich gibt es seit dem 2. Weltkrieg das Sonnenobservatorium Kanzelhöhe, das die Sonne beobachtet, um Weltraumwetterberichte zu erstellen. Es entstand eine Zeitreihe gleichartiger Messungen, bei denen dazugehört, dass täglich die Sonnenflecken auch in aller Ruhe und Genauigkeit gezeichnet werden.

    Leiterin des Sonnenobservatoriums ist die Astrophysikerin Astrid Veronig. Sie erzählt über die Sonne und die Sonnenforschung. So hört sich das an:

    Ausschnitte aus dem Gespräch sind in der ORF Österreich 1 Radiosendung “Diagonal” am 13. April 2019 ab 17:05 Uhr zu hören.

    Gesprächspartnerin:

    Mag. Dr. Astrid Veronig, Assoz. Univ.-Prof.

    Episodenbild: NASA

  • TRA005 Langes geschlossenes O

    Beachte: Obacht, beobachten, Obst, oder, Orient, Monat, Mond, Montag, so, schon, Koks, grob, Chor, Rohr, vorwärts, Tor, Vorarlberg, Herzog

    1. Der große Ofen am Pol.
    2. Die Zofe hatte rosa Dosen.
    3. Ohne große Not den Boden loben.
    4. Hoch oben im Hochmoor.
    5. Der Ton des Chors war so oder so.
    6. Großer roter Mohn.
    7. Bodenloser Hohn des Vogtes.
    8. Im Hof mit Lore den Mond beobachten.
    9. Lob der Not im Kot.
    10. Hoher Monatslohn der Zofe.
    11. Der Floh des Vorboten.
    12. Ohne großen Ton die Sohle hobeln.
    13. Obacht auf das hoch vertonte Solo.
    14. Frohe Ostern im Orient.
    15. Das Los des Brotlosen ohne Hosen.
    16. Im Mondmonat montags im Rohr kosen.
    17. Der grobe Herzog.
    18. Die Obersten sind zuoberst oben.
    19. Der Floh floh in den Ofen.
    20. Brot und Obst gestohlen.
    21. Mit rosa Hosen entflohen.
    22. Hohenems ist in Vorarlberg.
    23. Vorwärts in den Orient oder an die Oder.
    24. Das Tor des Todes.
    25. Hoch oben thront das Kloster.
    26. Hoch oben, zuoberst im gotischen Dom, wohnen die Dohlen.
    27. O, große rote Rosen lohen am oberen Torbogen.
    28. Schon vor Ostern entfloh der Vogel durchs Ofenrohr.
    29. Das Los des Boten aus Polen wird so bodenlos trostlos.
    30. /// gestrichen ///
    31. Der Sohn des Obersten holte sich schon am Montag den Tod.
    32. Der Probst des Klosters entzog der boshaften Zofe den Trost.
    33. Obst, Knoblauch und Rotkohl lagen im Hof der Obrigkeit oben.

    Beachte: Kurz, geschlossen sind u. a. die Wörter: Forint, Fotografie, Kino, sodann

  • Improvisationsübungen

    Hinweis: Bei all diesen Spielen geht es mehr darum, das Reden im Fluss zu halten, als eine sinnvolle Geschichte zu bauen. Man baut mit seinen Partner:innen einen Sprachfluss. Die Übungen hier sind meist zu zweit.


    1. Der fehlende Buchstabe… Ihr einigt euch auf einen Buchstaben, der in der nicht vorkommen darf. (AEIOU sollen das aber nicht sein). A erzählt eine Geschichte, B läutet eine Glocke, wenn A ein Wort mit dem Buchstaben doch sagt. In diesem Fall wechseln die Rollen und die Geschichte geht weiter. (Sehr schwer! Macht lieber erst die nächsten!)

    2. Und nicht nur das… A und B sagen abwechselnd einen Satz. Der neue Satz wird immer eingeleitet mit „–und nicht nur das!“ Variationen: „Ja, und…“ bzw. „Ja, aber“.

    3. Einen Satz zurück… A erzählt eine Geschichte, B läutet dann und wann eine Glocke (oder sagt „Ping“), A stoppt und geht einen Satz in der Geschichte zurück, wiederholt ihn mit einer Änderung und setzt fort.

    4. Da fehlt was… A erzählt eine Geschichte und lässt dann und wann Pausen, in die B etwas einfügt. Das kann auch eingeleitet werden mit „und sagte: …“

    5. Wörterkette… Das ist eine Aufwärmübung. Es werden Wärter aneinandergereiht, die immer irgend etwas miteinander zu tun haben sollen. Solche Ketten heißen „Assoziationsketten“. Beispiel: Apfel–rund–Mond–Sterne–Nacht–Tag–24-gerade…

    6. Geschichtenart ändern… A erzählt eine Geschichte, und B ruft dann und wann zu, welche Art diese Geschichte ein soll, aus welchem Genre (sprich: „Schau-re“). Beispiel für Genres: Märchen, Liebesgeschichte, Comedy, Phantasy, Dokumentation, Science Fiction (Zukunft), Krimi, Katastrophe, Horror, Kostüm/Geschichtliches, …

    7. Bewegte Hände… A erzählt eine Geschichte und hat dabei die Arme hinter sich verschränkt. Hinter ihm steht B, der seine Arme anstatt A‘s Arme nach vorne streckt. B bewegt seine Hände, je nachdem was A sagt, und A erzählt die Geschichte auch so, dass sie zu B‘s Handbewegungen passt. Beispiel: „Wie man viele Fische fängt.“ Das kann man auch filmen, so dass man nicht merkt, dass B hinter A steht.

    8. Bewegte Arme… Variation zu vorhin. Wieder erzählt A eine Geschichte. Neben ihm steht B, der A‘s Arme nimmt und sie für ihn bewegt. Bsp: Wie lange soll man Fernsehen?“

    9. Doppelsprech… A und B erzählen gleichzeitig die selbe Geschichte, indem sie sich anschauen und gleichzeitig die selben Worte sprechen, die sie bilden.

    10. Sätze mit 3 Wörtern… A und B erzählen abwechselnd eine Geschichte, jeder einen Satz – der aber nur 3 Wörter haben darf. Variation: mit 2 Wörtern.

    11. Das Beste / das Schlechteste… A und B erzählen abwechselnd eine Geschichte, jeder einen Satz, der eingeleitet wird mit „und das Schlechteste daran war“, bzw. „und das Beste daran war“. Für besonders Geübte: das Beste und das Schlechteste abwechseln!

    12. Das Beste / das Schlechteste (Variation)… A erzählt eine Geschichte, wo alles großartig funktioniert. Alles ist das Beste, das Schönste, das Wunderbarste. Wenn B eine Glocke läutet, (oder „Bing“ sagt), wird die Geschichte mit umgedrehtem Vorzeichen fortgesetzt. Alles ist das Schlechteste, das Blödeste, alles geht schief. Much fun!
    Lothar Bodingbauer, training.sprechkontakt.at

    13. Experteninterview… A ist ein Experte für irgendeine Sache, zum Beispiel, für das Ungarische Kistenholz. B stellt ihm wie in einer Pressekonferenz dazu völlig frei erfundene Fragen diesbezüglich, die A ebenso völlig frei erfunden beantwortet.

    14. Von A bis Z… A und B erzählen abwechselnd eine Geschichte, jeder einen Satz, der mit den Buchstaben des Alphabetes abwechselnd beginnt.

    15. Emotionen bitte… A erzählt eine Geschichte, B ruft ihm zu, mit welchen Gefühl er die Geschichte weitererzählen soll: grantig, fröhlich, traurig, aggressiv, gelangweilt, ängstlich, glücklich, tief deprimiert, scheu, aufgeregt, …

    16. Emotionen noch einmal… A beginnt ein paar Sätze einer Geschichte zu erzählen, die anfangs aufgeregt voller Emotion sind, dann erklären, warum das so dramatisch ist, und die dann in einem ruhigen Satz enden. Das ist das Zeichen für B zu übernehmen, der völlig aufgeregt in eine Emotion übernimmt, dramatisch, dann erklärt, warum das so dramatisch ist, und wieder in einem ruhigen Satz endet, den A aufgeregt übernimmt, usw.

    17. Ein Wort… Auch das ist möglich: A und B erzählen eine Geschichte, abwechselnd, jeder nur ein Wort. Es kommt wieder nicht so sehr darauf an, was der Inhalt der Geschichte ist, als dass gemeinsam ein Sprachfluss entsteht.

    18. Zwei Wörter… Zum Ausprobieren, wie das funktioniert. Abwechselnd zwei Wörter.

    19. Kauderwelsch… A erklärt, wie man Eiernockerl macht. Allerdings in einer völlig unverständlichen Sprache, die absatzweise B ins Deutsche übersetzt. A darf dabei ruhig die Hände gebrauchen!

    20. Jeder einen Satz: A und B wechseln sich ab, jeder erzählt einen Satz, es entsteht eine Geschichte der beiden.

  • SG022 techLAB

    SG022 techLAB

    Elisabeth Limbeck und Christopher Roither erzählen über den Hintergrund der Ausstellung “Arbeit & Produktion weiter_gedacht_” und die Besonderheiten des techLAB. Es entsteht ein detaillierter Einblick in ihre kuratorische Arbeit am Technischen Museum in Wien.

    techLAB Gespräch

    Museum als Prozess 

    Hier wird nichts ausgestellt. Hier wird erfahren. Ein Gespräch über den “Maker Space” zur Ausstellung „Arbeit & Produktion _weiter_gedacht“ mit den Kuratorin:nen Elisabeth Limbeck (E), und Christopher Roither und dem Podcaster und Radiojournalisten Lothar Bodingbauer (L). Es wurde im Rahmen der 23. Episode der Stadtgespräche aufgezeichnet – dem Podcast aus dem Technischen Museum. 

    L: Die Zukunft der Produktion und Arbeit. Stimmt das?

    E: Arbeit und Produktion weiter gedacht. Wir denken uns dazu neue Formate aus.

    L: Format! Das Klassenzimmer ist ja auch ein Format. Die Exkursion, das fliegende Klassenzimmer. Oder: Glassturz weg.

    E: Im Museum ist bei historischen Objekten das Angreifen ja schwierig. Bei uns ist das techLAB eine Weiterentwicklung der Interaktivität.

    C: Ich sehe uns als „Maker Space“.

    L: USA, Massachusetts Institute of Technology (MIT), 2002. Dort hatten Student:innen Technologie zur Verfügung, die es sonst nur in der Industrie gibt. 3D-Drucker, Lasercutter, CNC-Fräsen.

    C: Diese Maschinen wurden erstmals zugänglich. Es gab auch ein Elektronenmikroskop zur Verfügung. Die Studenten haben sofort viele private, persönliche Produkte hergestellt. Produkte für den Markt von einer Person. Produkte, die für sie persönlich Nutzen hatten.

    L: Einzelobjekte. Keine Zahnbürsten, das wäre ja ein Massenobjekt.

    C: Eine Studentin hat sich einen “Schrei-Beutel” gemacht, in den sie reinschreien konnte. Das Geräte hat den Schall absorbiert. Solche Sachen werden “Projekte” genannt.

    L: Das geht ja auch mit einer Demokratisierung einher. Konsument:Innen werden zu Produzent:innen.

    E: Für das Technische Museum eine Herausforderung. Wir wollten nicht mit Texten arbeiten, sondern Prozesse bereitstellen, die Besucher:innen modellhaft selbst durchführen.

    L: So wie auch die Biologen Modelle haben Die Ackerschmalwand, auch das Blut ist ein Modellorganismus. Da geht es um die Zugänglichkeit und Reproduzierbarkeit. Kann ich die nächste veränderte Generation in 8 oder erst in 80 Tagen bekommen.

    E: Die Ausgangsposition bei uns ist, ich gehe in ein Museum, in dem ich etwas tun kann, und das macht Spaß. Vielleicht will man etwas lernen. Prozesse, Objekte, Modelle. Diese Elemente, werden im techLAB verbunden. Es bildet einen Kristallisationspunkt in einem informellen Lernraum. Als Verbindung zur Ausstellung “Arbeit & Produktion” kann jede:r industrielle Fertigungstechnologie selbst ausprobieren. Man kann lernen und man kann wiederkommen. Das techLAB ist ein Haus im Haus, mit einem Scheunendach, es erinnert an eine Fabrik.

    L: Es gibt große Tische in der Mitte mit sehr bequemen grünen Retrosofas.

    E: Das sind Überbleibseln. Wir versuchen zu recyclen und den Raum weiter zu verändern. Das techLAB entwickelt sich mit der Nutzung weiter.

    L: Man übergibt also nicht die fertige Ausstellung der geneigten Öffentlichkeit.

    E: Wir stellen die Grundausstattung zur Verfügung. Die Benutzer:innen gestalten mit uns die Ausstellung durch ihre Projekte. Wir haben auch Vermittler:innen dabei, die Explainer:innen genannt werden.

    C: Mir wäre die Bezeichnung “Mediator:innen” fast lieber gewesen, also Leute, die Menschen verbinden. Aber “Explainer” ist verständlicher.

    E: Es gibt keine Workshops: „Wir machen alle jetzt ein Lesezeichen, einen Hocker“, sondern das individuelle Projekt. Das könnte der Wunsch sein, zu erfahren wie ein 3D-Drucker funktioniert. Oder ich möchte für mein Tischfußballspiel etwas Abgebrochenes neu machen. Der Wunsch steht im Mittelpunkt.

    L: Die Explainer:innen warten, bis die ersten Schritte von den Benutzer:innen kommen.

    E: Als Kuratorin habe ich das Objekt, das Interaktivum, ich erkläre dir diesen Prozess. Im techLAB stellen wir einen Raum zur Verfügung, und Menschen, die dich begleiten. Sie werden mit dir diskutieren, was dein Wunsch sein kann. Sie werden dir etwas erklären.

    L: Ich habe das mit meiner Familie am ersten Wochenende nach der Eröffnung probiert. Meine Frau hat Taschen mit Folien bedruckt und die Kinder haben einen verlorengegangen Objektivdeckel für die Kamera mit dem 3D-Drucker neu. Im Werkunterricht der Schule haben sie noch das Wegsägen und Wegschleifen gelernt, und plötzlich konnten sie etwas neu aufbauen. Ebene für Ebene. Die Herausforderung war, wie sie ein File dazu im Internet finden, das die richtige Dimension hat, und wie sie dieses File zum Drucker kriegen.

    C: Wir stürmen nicht auf die Besucher:innen zu. Wir lassen sie erst mal durchschauen. Wenn wir merken, es ist Interesse da, versuchen wir aktiv, sie einzubinden. Es gibt auch Anleitungen, und „Easy Things To Do“ für Eden Beginn.

    L: Jeder Mensch, der hier hereinkommt ist wie eine Nuss, die es zu knacken gilt. Ich habe auch Jugendliche gesehen, die an den Computern gleich mal youTube Filme gestartet haben und den Explainer:innen die Kekse gefladert haben, die im Regal gestanden sind.

    C: Wenn ich die erwische …

    L: … ich war auch empört. Schnapp, waren die Kekse weg und die Jugendlichen sind weitergezogen. Ich habe mir dann gedacht, Hauptsache, sie sind im Museum.

    E: Super.

    C: Unsere Zielgruppe sind ja wirklich Jugendliche. Viele kommen öfter. Sie sind definitiv nicht die leichteste Zielgruppe, aber es ist trotzdem sehr spannend. Für mich ist es besonders schön, wenn sie ihr Projekt zuhause fertigmachen, und das spricht sich dann im Freundeskreis herum. Sie kommen dann am nächsten Tag wieder. Frage ich einmal nach, bin ich oft erstaunt, wie gut sie sich auskennen und wie sie genau wissen, was sie wollen.

    L: Die unterschiedlichen Persönlichkeiten dieser Schülerinnen und Schüler werden sicher im techLAB gut sichtbar.

    C: Wichtig ist, dass man für diese Geräte einen persönlichen Nutzen findet. Ich selbst bin Musiker und verwende die 3D-Drucker für Rackeinbauten, an die man seine Sachen befestigt. Man findet im Internet vielleicht nicht genau den passenden Teil, aber wenn man dann weiß wie, kann man ihn selbst gestalten.

    L: Ich habe nach dem Besuch im techLAB einen 3D-Drucker für Zuhause gekauft. Wir haben ihn selbst zusammengeschraubt. Was ich merke ist, dass sich die Art zu denken, langsam ändert. Ich bin ja auch in der Tradition des Wegfeilens aufgewachsen. Anfangs konnte ich mir noch keine Projekte für den 3D-Drucker ausdenken, aber als ich ein Tischfußballspiel mit fehlendem Männchen gesehen habe, hat es “Klick” gemacht. Mit der Erfahrung bei Euch im techLAb wusste ich, dass ich sowas reparieren kann. Das nächste, was ich mir schicken ließ, war eine Schublehre. Die braucht man nämlich, um die Dimensionen von Objekten abzumessen.

    C: Sich Dinge abzumessen, das habe ich auch hier gelernt.

    L: Ich bin so viele Jahre ohne das Bedürfnis für eine Schublehre durchs Leben gegangen und im Jahr 2019 nach einem Besuch im Technischen Museum, war es so weit. Meine Kinder haben bei Euch gesehen, wie man die Files für den 3D-Drucker bereitstellt, so sie sind in der Lage, ihre Projekte jetzt selbst zu machen. Und das gefällt mir mal als Vater sehr gut.

    E: Wir wollen, dass mit dieser Ausstellung genau das passiert. Ein Prozess wurde angestoßen. Im Rahmen der Arbeitausstellung wird die Verbindung zwischen analog und digital dargestellt. Das kann pädagogisch funktionieren, erklärend. Oder eben entdeckend. Dadurch nehme ich Wissen über “Industrie 4.0” mit. Die Basis dafür ist der persönliche Prozess. Das Miteinander. Natürlich kann ich auch etwas Fertiges wählen, wenn ich etwas sehen will, ich bin hier nicht zur Kreativität gezwungen.

    L: Ich habe mir auch fehlende Schubladen für ein kleines Regal nachgedruckt. Selbst konstruiert, mit 19 Stunden Druckdauer. Plötzlich hat er nicht mehr gedruckt, alles war verschmiert. Irgend etwas stimmt nicht. Auf die Suche nach dem Problem zu machen, die Bauanleitung anzuschauen, die Kommentare der Leute zu lesen, die über Misserfolge berichten, das war spannend. Und den Fehler habe ich natürlich gefunden. Weil man alle Fehler findet. Jedes Problem hat eine Lösung.

    C: Auch bei uns. Kein Problem war bisher tragisch, jedes hatte eine Lösung.

    E: Das sind ja auch Fertigkeiten der Zukunft, die man beruflich brauchen kann.

    C: Es soll kein Zwang sein, sondern eine Möglichkeit. Tun und selbständiges Lernen bringen einem selbst was. Es geht darum, sich als Mensch vollständig zu fühlen. Etwas selbst zu schaffen, das ist für uns Menschen sehr wichtig.

    L: Die Auswirkungen werden euch nicht immer zugänglich sein. In meinem Fall haben sich ja die meisten Gedanken erst nach dem Besuch des techLABs entwickelt.

    C: Es gibt schon Leute, die wiederkommen und davon erzählen. Ein Herr hat sich eine Jahreskarte genommen, um mit den Lasercutter zu arbeiten. Es gibt auch jemanden, der eine Kugelbahn gemacht hat. Ich sah noch keinen Nutzen darin, er erzählte aber, dass er es zum Spielen für seine Enkelkinder machte. 

    L: Er hatte vielleicht als junger Mann nicht die Möglichkeiten dazu. So ein Lasercutter ist schon ein heißes Ding.

    C: Er hat auch mit 70 Jahren einen Arduino gekauft und gelernt, diesen Computer zu programmieren.

    E: Man muss dazu keine ganze Ausbildung machen, bis ich beginne, etwas zu entwickeln.

    L: Ihr bildet eine Rampe, die eine sanfte Auffahrt in ein Gelände ermöglichen, in dem Dinge möglich werden, die ich vorher nicht denken konnte.

    E: Wir haben mit dem techLAB einen Prototypen, mit dem wir einen Forschungsprozess zeigen können. Das Objekt ist ein Ergebnis. Wichtig ist der Weg. Und so kompliziert ist das gar nicht.

    L: Schon. Auf Fotos sieht man die Prozesse ja nicht. Das ist doch auch schwer anzubieten, Sponsoren, Ministerien. Das Unsichtbare muss man auch in Worte fassen. Ich werde übrigens schon für Hausmeistertätigkeiten zuhause angefragt, weil ich einen 3D-Drucker bedienen kann. Ich wäre übrigens sehr gespannt, wie das alles aussehen wird, wenn wir in 50 Jahren hier sitzen.

    E: Schon in zwei Jahren wird vieles anders sein. Eine digitale Ebene wäre schön die dann darüber liegt. Ergebnisse aus Projekten der Benutzer:innen, die sichtbar werden. Ich möchte diesen Raum auch mit weiteren Themen verändern. Er soll nicht weggeräumt werden.

    C: In 50 Jahren bin ich mir nicht sicher, ob wir noch da sind. Die Geräte stehen dann sicher bei den Leuten zuhause, weil die Arbeit derzeit wieder nach Hause wandert.

    E: Auch wenn ich in 50 Jahren alles zuhause haben kann, das gemeinsame Machen ist für mich schon noch ein schöner Gedanke. Für mich sind auch die gemeinsamen Fragen interessant. Als wir am Konzept für das techLAB gearbeitet haben, waren wir in der “Cité des sciences”, dem Wissenschaftsmuseum in Paris. Auch dort gibt es ein Lab. Dort aber mit der strikten Vorgabe, nichts vorzugeben. Alles soll man sich dort selbst erarbeiten. Man muss selbst fragen, wie es funktioniert, es wird keine Projektanregung zur Verfügung gestellt.

    L: Man fördert so vielleicht nur die diejenigen, die schon “auf Zack” sind?

    E: Manche brauchen Unterstützung. Oder sie wollen nur schnell was ausprobieren. Viel Zeit und der eigene Wunsch waren in Paris der Kern des Konzepts. Wir wollten das im techLAB nicht ganz so strikt machen. Wir bieten auch etwas an.

    L: Es hängt kein Schild hier „Es wird hier nichts geboten“. Nein, es hängt eine Tasche an der Wand.

    E: Und Anleitungen, wenn ich sie nicht selbst raussuchen will. Wenn ich nicht kreativ sein will. Wenn ich nur nachmachen will, kann ich mir den Zettel an der Wand nehmen und es im ersten Schritt einfach genau so machen. Wir haben uns für diese Haltung nach Diskussionen entschieden, weil wir gedacht haben, dass die Rampe nicht ganz so steil soll. Wir bieten auch einen Aufzug an.

    C: Wir möchten auch vermitteln, wie man mit Problemen umgeht. Die Technik tut oft nicht gleich, wie man will. Man lernt, Geduld haben. Es gibt eine Lösung, ich habe sie jetzt nur gerade nicht. Dranbleiben, das lernt man. Das sieht man auch bei anderen Menschen, wie sie das machen. Vieles braucht Zeit.

    E: Das Lab bleibt also bestehen, und wir werden eine Form finden, mit jeder Sonderausstellung etwas Neues dazuzugeben, etwas zu verändern. Ein neues Thema, ein Motto, und neue Programme. Der Wunsch, zu kommen, bleibt.

  • LUT080 Terror

    LUT080 Terror

    Terror. Ein Gespräch. Ein Austausch. Ideen und Positionen. Wir haben Terror zum Anlass genommen, miteinander zu reden.

    Univ.-Prof. Dr. phil. Ednan Aslan, MA
    Univ.-Prof. Mag. Dr. Zekirija Sejdini
    Dr. Evrim Ersan-Akkilic
    Mag. Dr. Ranja Ebrahim
    Ibrahim Kocyigit, BA MA

    Episodenbild: Photo by Cristian Newman on Unsplash

  • BG045 Bienenstich und Allergieforschung

    BG045 Bienenstich und Allergieforschung

    Was passiert bei einer Insektengiftallergie, und wie kann man sie heilen? Gespräch mit der Molekularbiologin Irene Mittermann von der Meduni Wien (AKH).

    Irene Mittermann ist Molekularbiologin und leitet die Arbeitsgruppe Molekulare Allergen-Charakterisierung am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der Medizinischen Universität Wien. Sie hat Genetik an der Universität Wien studiert und wechselte 2001 an die Medizinische Universität Wien, wo sie im Oktober 2014 habilitierte. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Insektengiftallergie und die Atopische Dermatitis.

    Korrespondent: Kurt Krottendorfer, Bienenzuchtverein Wien-Westende

    Beitragsbild: Arthur Rachbauer, Wien

  • TRA003 Wechselndes U

    Akzentfrei Deutsch. So klingst du wie ein Österreicher – und besser. Am besten ist, du sprichst einfach nach. Hier ist die dritte Episode – zum wechselnden U. Wir konzentrieren uns auf einen Buchstaben und übertreiben stark. Bei der Anwendung reduzieren wir dann wieder. Du solltest täglich 10 Minuten üben. Nach 6 Wochen dann hörst du die Resultate.

    Hinweis: Du solltest für diese Episode die Episode 1 und 2 gut geübt haben, damit du das lange geschlossene U und das kurze offene U unterscheiden und richtig einsetzen kannst.

    1. Das Huhn rufen und zupfen.
    2. Spuk in der Burg.
    3. In die Blutwurst spucken.
    4. Die Wurzel der Buche.
    5. Die Vermutung war Lug und Trug.
    6. Kurz und gut.
    7. Du mußt die Fundgrube suchen.
    8. Zucht schuf Unruhe.
    9. Kurt grub unruhig.
    10. Der Ur nagt am Hungertuch.
    11. Die Luftzufuhr in der Musterschule.
    12. Der Fluch schlug den Wucherer in die Flucht.
    13. Du mußt buchen.
    14. Mit Buch und Musik durchhungern.
    15. Stufe um Stufe zur Unzucht.
    16. Susi duscht nur unter der Brunnenstube.
    17. Im Juli Wurzeln zupfen.
    18. Das Mus im gebuchten Zug schien Urban Lug und Trug.
    19. In Zukunft muß Ulrich den Unterschwung ruhiger turnen.
    20. Der kugelrunde Schuhputzer putzt die Turnschuhe gut genug.
    21. Der kluge Bursche schlug unter den Gurt und schlug den Russen.
    22. Ursprung des Muskelschwundes war der Irrtum des Kurpfuschers.
    23. Ludwig mußte bei der Untersuchung zum Husten Zuflucht suchen.
    24. Die Bruchbude des Musikus wurde nach Schmuggelgut durchsucht.
    25. Die Ursache der Wut des Publikums war der Unfug blutjunger Buben.
    26. Um den Turm wuchtet ein Sturm. Ein Husten und Prusten flucht durch die Luft. Ein Uhu in dunkler Mulde ruft. In Schlucht und Grube gluckst eine Wasserbucht, und sprudelt mit Wucht gegen die schlummernde Schlucht.
    27. Mancher Herzensgrund ist eine dunkle Bucht; drunten mit stummem Mund die Toten ruhn; geduldig dulden sie, nur welker Blumenduft, er ruft die Schlummernden aus ihren Truhn.
    28. Und durch zukunftsdunklen Mund wurde Brutus Schuld nun kund; Gut und Blut trugst du zum Bunde – dulden mußt du nun zur Stund; und der Fluch schuf Blut und Wunde.
    29. Ulrich Huber, von Geburt ein Lunzer, war der beste Turner unserer Schule. Er hatte die Statur eines urgesunden Bullen und wurde von uns seiner kugelrunden Muskeln wegen bewundert. Ulrich war allerdings nur in der Turnstunde gut, nur dort war er munter und guten Mutes. In den anderen Schulstunden duckte er sich stumpf und stur, mitunter auch unmutig in die Schulbank und, so gut ich ihn mochte, muß ich unumwunden zugeben, daß wir Ulrich für einen urdummen Burschen hielten und den guten Jungen verulkten. Er brachte es nur bis zu den unteren Schulstufen und wurde lange vor uns, als wir noch blutjunge Buben waren, aus der Schule entlassen. Nun, nach rund dreißig Jahren, traf ich Ulrich vor dem Schulhaus wieder. Er trug einen Anzug aus dunklem Tuch, wuchtige Schuhe und einen runden Hut. Er lugte ruhig unter buschigen Brauen und munkelte unter seinem Schnurrbart hervor: „Nun ist es gut. Nun habe ich einen gefunden aus unserer Schule, dem ich sagen kann, daß aus dem Ulrich Huber etwas wurde. Nach der Schule ging ich zu Fuß zur Urgroßmutter ins Lunzerland, wurde Hüterbub, trug junge Schafe, die nicht gut zu Fuß waren, auf den Schultern herum, buckelte Kuhmilch und fuhr Rundholz zu Tal. Nach dem Tode unserer Urgroßmutter wurde das Bauerngut urkundlich mir zugesprochen. Nun war ich ein paar Stunden hier unten, und nun habe ich genug. Ihr alle da unten, ihr seid mir zu dumm. “ Und er schlug mir auf die Schulter und rumpelte die Schulhaustreppe hinunter.
    30. Unter dunklen Uferulmen wurdest du durch Blut und Wunden ungefurcht und unbesudelt- ruhmlos ruhend nun gefunden. Unten fuhr durch blum’ge Fluren, lustvoll, munter, mutdurchdrungen unsrer Jugend Blum und Muster, zukunftstrunken, ruhmumschlungen! Mußtest du nun ruhn, um stumpf unsres Unmuts Sturm zu rufen? Du, des Ungunst Mut uns schuf, und uns trug zu Ruhmes Stufen!

  • TRA002 Kurzes, offenes U

    Akzentfrei Deutsch. So klingst du wie ein Österreicher – und besser. Am besten ist, du sprichst einfach nach. Hier ist die zweite Episode – zum kurzen, offenen U. Wir konzentrieren uns auf einen Buchstaben und übertreiben stark. Bei der Anwendung reduzieren wir dann wieder. Du solltest täglich 10 Minuten üben. Nach 6 Wochen dann hörst du die Resultate.

    Beachte: Ulrich, Urteil, ungern, flugs, Datum, Rum, Furt, Gurt, Urne, Burg, Dusche, durch, Kufstein, Spruch, Cherub, Konsul, Stambul, Opossum, Katgut, Falun. 

    1. Das Opossum im unteren Tunnel.
    2. Der Umsturz des Konsuls ist Ulk.
    3. Der Urteilsspruch war unterm Hund.
    4. Um hundert Puls herum.
    5. Ungunst der Witterung.
    6. Der Spruch des Cherubs ist kurz.
    7. Butter ist gesund.
    8. Dumme Jungen lungern herum.
    9. Durst ist ungesund.
    10. Im Untergrund Unterschlupf finden.
    11. Die Puppe duscht im Fluß.
    12. Die Nuß im Mund.
    13. Der unmögliche Lungenschuß.
    14. Ulrich ulkte im Turm.
    15. Der Kuß ging durch und durch.
    16. Rundum der Duft Ulrikes.
    17. Zum Gaudium unter der Dusche.
    18. Luft durch den Mund.
    19. Stunde um Stunde in Falun mit dem Gurt herumlungern.
    20. Flugs von Kufstein nach Istambul.
    21. Eine mit Rum gefüllte Urne.
    22. Der Bucklige murrte und knurrte ununterbrochen.
    23. Der dumme Junge plumpst zum Jux in den Sumpf.
    24. Wer unter hundert Pfund wiegt, hat gesunde Lungen.
    25. Unsere munteren Hunde sind durch und durch gesund.
    26. Zum Gaudium der Jungen stutzt sich Kurt den Schnurrbart.
    27. Zum Schluß rutschte der Junge unter der Kutsche durch.
    28. Die verurteilten Schmuggler wurden im Unterschlupf gefunden.
  • LUT079 Anna war in Afrika

    Anna Masona erzählt über Malawi. Sie ist vor kurzem von dort zurückgekommen. Ihre Eindrücke sind frisch und ihre Bilder und Eindrücke teilt sie im Gespräch. Zum Beispiel dieses Bild der roten Erde.

    Twitter: @annamasoner

  • TRA001 Langes, geschlossenes U

    Akzentfrei Deutsch. So klingst du wie ein Österreicher – und besser. Am besten ist, du sprichst einfach nach. Hier ist die erste Episode – zum langen, geschlossenen U. Wir konzentrieren uns auf einen Buchstaben und übertreiben stark. Bei der Anwendung reduzieren wir dann wieder. Du solltest täglich 10 Minuten üben. Nach 6 Wochen dann hörst du die Resultate.

    Beachte: Ursache, Wucher, Wuchs, nun, nur, zu, zur, Geburt, Husten, Ur, Uhr, urbar, Schuster, Urlaub, Spur, genug, Altertum, Urtum, Eunuch, Konsum, posthum, Neptun, konfus, Disput, Rekrut, absolut 

    1. Das Buch suchen. 
    2. Mit dem Fuß die Luke zutun. 
    3. Auf einer Fußtour Buße tun.
    4. Von Juni bis Juli mit Kugeln spielen. 
    5. Mit Mut dem Eunuchen Gutes tun.
    6. Die Blutzufuhr ist gut genug. 
    7. Ruchlose Buben am ruhigen Ufer.
    8. Der Ur ist von gutem Wuchs. 
    9. Ruhe vor der Geburt tut gut.
    10. Im Urlaub gut geruht. 
    11. Der Rekrut braucht Ruhe – nur Ruhe.
    12. Die Ursache war der Husten. 
    13. Im Altertum wuchsen die Buchen gut.
    14. Mit Wut das Buch dem Wucherer dazutun. 
    15. Die Schule zu Fuß suchen.
    16. Spuk bringt Blut in die Bude. 
    17. Die Stufen in der Stube suchen.
    18. Die Uhr verfluchen. 
    19. Nudeln mit Huhn.
    20. Hubert ruft nach Blut. 
    21. Ludwig sucht nur das Gut in der Flur.
    22. Der Konsum des Schusters führte zu dem konfusen Disput.
    23. Neptun war schon im Altertum gut bekannt.
    24. Schubert kann man posthum nicht absolut genug ehren.
    25. Der hustenden Ruth tut Ruhe im Juli nur gut.
    26. Der Gute trug den Hut nur zur Geburt des Buben.
    27. Mit guten Schuhen am Fuß ruhen die Schulbuben nun am Ufer.
    28. Ludwig verflucht das mit Blut ruchlos besudelte Murauer Buch.
    29. Nur aus Wut schlug Ludwig dem Huhn den Stuhl auf den Hut.
    30. Ohne Dazutun des Bruders trug er stur den fluchenden Buben.
    31. Die Ursache von Judiths Irrtum war der gute Wuchs des Schusters.

    Beachte: Kurz und geschlossen sind unter anderem die Wörter Musik, zudem, Ruine, Bundeskanzler

    Tipps:

    • Beim Üben 150% übertreiben, beim Sprechen dann 70% davon.
    • Jeden Tag üben.
    • 10 Minuten am Stück üben.